Indiana Tribüne, Volume 29, Number 297, Indianapolis, Marion County, 9 August 1906 — Page 1
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y Erscheint jeden Nachmittag. Jahrgang 29. ' Indianapolis, Ind., Donnerstag, 9. August 1906. No. 297. : i ' ,
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Starb am Sitzschlage.
Ein Mann. Namen Barney Ecconer, wurde am Donnerstag Vormittag kurz vor 11 Uhr von der Hitze übermannt und starb in der Ne Jersey Straße dicht am Viadukt. Die Ambulanz brachte den Leichnam in die städtische Morgue. In den Taschen der Kleider der Leiche wurde nur eine ganz gering fügige Geldsumme gefunden. Ein unbekannter Mann wurde am Donnerstag Mittag in dem Restaurant 131 Nord JllinoiZ Straße von epilep tischen Krämpfen befallen und mußte mit der Ambulanz in das Stadt Hospital gebracht werden. Nnglülklicher Znsall. In der Wirthschaft des Herrn Rabe, L01 Prospect Straße, wurde Herr Frank Heinbeck am Donnerstag Vor mittag durch eine Revolverkugel ziem lich schwer verwundet. Herr Fred. Rabe war mit dem Reinigen seines Revolvers beschäftigt, als derselbe sich durch einen unglücklichen Zufall entlud und die Kugel den in der Nähe stehen den Herrn Heinbeck traf. Den Großgeschworenen überwiesen. Der Schriftsetzer Willam Cloonan, 824 Jndiana Ave., wurde nach einem Vorverhör vom Polizeirichter den Groß geschworenen überwiesen; er ist beschul digt, zu seiner 7jahrkgen Stieftochter in einem unerlaubten Verhältniß geftan den zu haben. Das ttind war der ein zige Zeuge gegen ihren Stiefvater. Cloonan behauptet, daß die ganze AnGelegenheit auf einem Racheakt zweier Nachbarfrauen beruht, die ihm feindlich gesinnt find und die das Kind inftruirt haben, gegen ihn auszusagen. Er wurde unter eine hohe Bürgschaft ge stellt. Das Labor TempelComite er wählte folgende neue Beamte: Präsi dent, ChaS. Kofter; Vice.Prüstdent. Joe Qberzfell; Schatzmeister, Clären Gaumer und Sekretär, C. L. Fried man. Das Comite wurde vor einigen Monaten von der Central Labcr Union ernannt, um im Interesse des zu errichtenden Hauptquartiers der organisirten Arbeiterschaft thätig zu sein. Walter M. Rowland, 37 Jahre alt, Hotelier, stellte sich gestern persönlich der Polizei. Derselbe hatte in Erfahrung gebracht, daß seine von ihm getrennt lebende Frau eine An klage wegen EroßdiebftahlS gegen ihn gemacht hat. Sie behaupter, daß er von dem Verkaufspreis eines ihm ge hörigen Hauses sich den größten Theil angeeignet habe. Der Mann soll in wiederholten Fällen von der Frau in dieser Wese beschuldigt und verhaftet worden sein. E v a n S v i l l e. ES bestand hier die Abficht, wie feit einer Reihe von Jahren, so auch im heurigen zur Feier deS Deutschen TageS", am Sonntag den 25. August ein großes Volksfest in einem der Parks zu veranstalten, und es war bereits ein Komite mit all den Vorbereitungen betraut. Da aber kam bt Verordnung des Bürger meifterS, daß spätestens mit dem näch sten Jahre der SonntagSzwang einge führt werden soll, und daS hat nun die Deutsche Gesellschaft, welche biegest, leitung stets in der Hand hatte, zu dem Beschluß veranlaßt, dleSmal kein Volks fest zu veranstalten, da man unter den jetzigen Umständen eine solche Veran fialtung cn einem Sonntage nicht ris kiren könne. DaS ist ein Hinweis auf die Drohung des Bürgermeisters, SonntagSzwang schon vor dem nächsten Jahre eintreten zu lassen, wenn die Umstände eS erfordern sollten. Um das feit Jahren mit so viel Er folg gefeierte Fest nicht ganz fallen zu lassen, soll demnächst an einem Wochen tage eine kleine Feier in geschlossenem Räume veranstaltet werden. Natürlich werden von dem hiestgm Deutschthum die Verhältnisse sehr bedauert,' unter deren Zwang eine solche Aenderung ge troffen werden mußte.
Verordnung des EondernenrS
Verbietet den Verkauf von berauschenden Getränken. Gouverneur Hanly erließ gestern eine Verordnung, nach welcher der Verkauf von berauschenden Getränken aus dem ganzen Territorium im Umkreise einer Meile von Fort Benjamin Harri son verboten wird. DaS Verbot wurde dadurch ermög licht, daß Fort Harrison durch eine vor hergegangene Bekanntmachung als ein UebungSlager für die Jndiana Natio nal'Garde für die Zeit vom 8. August bis zum 15. Oktober erklärt wurde. Die Schnaps und Bierhändler wer den also gut thun, sich etwas weiter von ihren bisherigen Standorten rückwärts zu konzentriren, wenn sie nicht auch noch mit den Staatsgesetzen in Kon flikt gerathen wollen, deren Befolgung nunmehr eventl. mit Hülse der ge sammten Militärmacht des Staates er zwungen werden kann. Der Kom mandeur der StaatSmiliz hat nach der betr. Bestimmung im StaatZgesetz für die strikte Befolgung der Verordnung deL Gouverneurs zu sorgen. Verschüttet. Seine Geistesgegenwart rettete den Ar belter Georg Henreit. 826 Cincinnati Straße wohnhaft, von einem schreck llchen Tode. Er war gestern Abend kurz nach 6 Uhr vor dem Hause No. 823 Jefferson Str. damit beschäftigt, eine Verbindung von, der Haupt Ab zugöleitung nach der vom Haufe kom menden Leitung herzustellen, als plötz lich das aufgehobene Erdreich hinter ihm einstürzte. Henreit hatte gerade Zeit genug, den Oberkörper in den von ihm gegrabenen Anschluß'Tunnel zu zwängen; von den Hüften ab wurde er mit mehreren Fuß Erdreich verschüttet. Eine Stunde lang verhallten seine Hülferufe unge hört und als er endlich hervorgezogen wurde, war er mehr todt als lebendig, obgleich er ernstliche Verletzungen schein bar nicht erlitten hatte. Er wurde nach seiner Wohnung geschafft. Anditorium-Londs an Käufer übergeben. Um allen etwaigen Weiterungen au dem Wege zu gehen, wurden gestern die von Newton Todd gekauften Bonds zum Betrage von $300,000 vom Mayor unterzeichnet und an den Käufer Über geben. ES war anfangs beabsichtigt worden, die Werthpapiere nach und nach, je nachdem das Geld gebraucht wurde, auszugeben, da jedoch der An walt Bachelder, der vor ein paar Ta gen im Nan en von W. R. Eafterday eine Klage eingebracht und dieselbe dann zurückgezogen hatte, mltAnstren gung einer neuen Klae drohte, wurde vom Mayor und dem Etadt'Kontrol leur beschlossen, mit der ganzen AuS gäbe auf ein Mal auszuräumen. . Garten'ffeft veranstaltet von dem Damen Verein des Deutschen Metzger - Vereins am Donnerstag Abend, den 9. August, in N o. 1912 West Washington Straße. Eintritt mit Eiscream und Kuchen 10c. Sicherheitsbeihorde. In der gestrigen Sitzung der Sicher heitLbehörde wurde Daniel Logan, Rep., zum Polizisten, William Richter, Dem., Dohan Flord. Rep.. S. I HenSley, Dem., John M. Wheatley, Rep., zu Feuerwehrleuten ernannt. Der Polizeichef Rob. Metzger reichte bei der Behörde eine Klage gegen den Polizisten Green Hageman wegen Pflichtv:rnachläfstgung ein. Das Verhör wurde auf Montag Nachmittag festgesetzt. Gleichzeitig wird eine Untersuchung deS Falles deS Polizisten George Stewart vorgenom men werden, den der Bürger M. ChaS. Caldwell, 1237 West 26. Straße, de schuldigt, ihn geschlagen zu haben. Dem Polizisten Warren wurden 15 Tage Urlaub bewilligt.
Zwei Verdächtige verhaftet. Harvey C. Beaver und Fred Löwe wurden gestern unter dem Verdachte, die Beraubung der Mühle in Amo ausgeführt zu haben, von Mitgliedern der Horse Thief Association" verhaftet und im Polizeigefängniß eingeliefert. Wie bereits gestern gemeldet, wurde gegen die Mühle in Amo, Ind.. in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch ein Tynamit.Attentat verübt mit der Ab ficht, den Geldschrank zu berauben. Der Sprengstoff wurde jedoch nicht in der richtigen Weise gehandhabt, und eS gelang nicht, den Geldschrank vollstän dig zu öffnen; nur wenig Kleingeld fiel den Räubern in die Hände. Der durch die Explosion verursachte Knall war fürchterlich und sämmtliche Einwohner deS Städtchens wurden aus dem Schlafe geweckt. Veaver und Löwe wurden etwa eine Meile von dem Ort entfernt in einem Frachtwagen der Pennsylvania Bahn gefunden und verhaftet. Beide geben an, in Amo bei einem Bauunternehmer in Arbeit zu stehen, da sie jedoch auf Material warten mußten.hätten sie vor läufig in einem Frachtwagen Unter kunst gesucht, bis sie ihre Arbeit begin nen konnten und genug Geld verdien ten, um ein Zimmer in einem Hotel zu miethen. Capitän Asch, der daS Verhör leitete ist der Ansicht, daß die Beiden nicht mit dem Verbrechen in Verbindung stehen, da sie zum großen Theil Beweise für ihre Behauptungen beibringen konn ten. Immerhin wurden sie unter der Anschuldigung der Vagabondage fest gehalten. Beaver giebt an, von Morgantown, Ind., hierhergekommen zu sein und Löwe will in Robinson, Jll., seine Heimath haben. Ueberfahren.
Der 25.jährige Ralph Gilmore. des sen Heimath in Michigan ist und der sich bei Verwandten im Hause No. 2316 Kenwood Ave. zu Besuch befand, wurde gestern Abend von einem .südlich gehenden Straßenbahnwagen an der 25. und Illinois Str. überfahren und am Kopf und Rücken schwer verletzt. Der Verunglückte war von einem nörd lich fahrenden Straßenbahnwagen ab gestiegen und wollte das Nebengeleise kreuzen. Augenzeugen behaupten, daß der Motormann deS südlich gehenden Wagens kein Zeichen mit der Glocke gab und auch die Fahrgeschwindigkeit beim Passiren der Straßenkreuzung wenig oder gar nicht mäßigte. Gilmore wurde in das Diakonissen Hospital geschafft. Niverfide-Park. Riverside Park erfreut sich mit jedem Tage größerer Popularität. Die Con zerte und die vielen BergnügungS.Ge legenheiten gefallen den Besuchern im mer mehf. Eine Fahrt auf dem Sce nic River- ist wirklich etwas schönes und die Clrcle Swing" giebt vielen Anlaß zu ausgelassener Heiterkeit. Die ChuteS find stets mit Fahrgästen überfüllt und alle anderen Vergnü gungS.Gelegenheiten sind fortwährend beschäftigt. Der Tanzpavillon wird deS Abends von den Tanzlustigen förmlich belagert. Neben den vielen Gelegenheiten zur Ausübung des Wassersports übm auch die im Park gehaltenen wilden Thiere eine große Anziehungskraft aus. Auch wenn man nur Erholung sucht und von Vergnügen ganz absieht, ist der Riverstde.Park mit seinen schönen An lagen hierzu wie geschaffen. Diebpahl. Frau Erneft Robertson, 1309 West 32. Straße, wurden gestern C12 ent wendet, welche sie in einer Sparbüchse in ihrem Zimmer aufbewahrte., "Der Dieb hatte das Fliegenfenster zerschnit ten und war auf diese Welse in das Zimmer und in den Besitz des Gelde? gelangt.
Schlagerei. Eugene Marquette, 34 Jahre alt, 7 Nord Oft Straße wohnhaft, wurde gestern kurz nach Mitternacht mit meh reren Schnittwunden nach dem Dispen farium gebracht, wo er verbunden wurde. Wie er angiebt wurde er in der Alley an der Ost Straße in der Nähe der Court Straße von Fred. Heier, 22 Jahre alt, 13 Nord New Jersey Straße und JameS Miller, 26 Jahre alt, im Smith Hotel wohnhaft, angegriffen und verhauen. Die Ursache der Schlägerei soll ein längerer Groll gewesen sein, welchen Miller und Heier gegen Marguette hatten und der gestern zum AuStrag kam. Die beiden ersteren wurden auf eine Anklage wegen Angriff mit der Absicht zu tödten. von den Beamten Armfton und Hoffard eingesteckt, wäh rend letzterer der Schlägerei beschul' digt und von den Radlerpolizisten Schlangen und Woodward abgesührt wurde.
Sah Schlangen und Schlangen erwischte ihn. Der im Germar.iaHauS an der Ecke von Meridian und South Straße wohnhaste Herbert Sickinger hatte ge ftern des Guten zu viel geleistet und glaubte sich von Schlangen verfolgt. Er zog seinen Revolver, feuerte ihn mehrmals gegen seine vermeintlichen Peiniger ad unch setzte sämmtliche Be wohner deS Hauses in Angst und Schrecken. Die Radlerpolizisten Schlangen und Moodward erschienen bald darauf auf der Scene und ersterer erspähte Sickin ger auf einer Treppe stehend. Sowie Schlangen auf ihn zuging erhob der Unzurechnungsfähige fein Piftol, hielt es dem Polizisten vor das Gesicht und drohte ihn zu erschießen. Kaltblütig begann Schlangen von gleichgültigen Dingen zu reden und als er Sickin ger's Aufmerksamkeit abgelenkt hatte, entwand er ihm das Schießeisen und führte ihn nach der städtischen Baftille. Brach ein Bein. Walter Taylor, der in der Wäscherei im Denison Hotel beschäftigt ist, lehnte sich gestern Abend an ein Geländer vor dem StubbinS Hotel und fiel als das Geländer nachgab, ungefähr 10 Fuß tief in einen Lichtschacht, der vom Base ment zur Straßenoberfläche führt. Eine bedenkliche Verletzung am Kopfe und ein Beinbruch war die Folge deS Falle?. Die städtische Ambulanz schaffte den Verunglückten in 'S städtische Hospital. Unfälle. Frank White, 43 Jahre alt, ein Bremser, würd.' gestern Abend in bewußtlosem Zustande im Keller des StubbS Hotel aufgefunden. Wie man erfuhr, soll derselbz im 3. Stock auf dem Treppengeländer gesessen und das Gleichgewicht verloren haben, als Je mand in spielender Welse einen Pa pierball nach ihm warf. Wie schwer der Mann verletzt war, konnte noch nicht festgestellt werden, da derselbe ge trunken haben soll. Er wurde nach dem städtischen Hospital gebracht. FrauElizaCarry, 50 Jahre alt, wurde an der Ecke der Illinois und Washington Straße von einer Prospect Straßenbahncar angefahren, wobei sie eine klaffende Schnittwunde über dem linken Auge erhielt. Die Unglückliche wurde im Ambulanzwagen nach dem städtischen Hospital gebracht. Schwäbischer Danenderein. Der Schwäbische Damenverein hielt gestern Nachmittag in der Germania Halle eine sehr gut besuchte Versamm lung ab. Mehrere neue Mitglieder wurden aufgenommen und eine An zahl von Aufnahmsgesuchen wurden verlesen. Außer den regelmäßigen Ge schäften wurden noch die Arrangements für das Canstatter Volksfest besprochen, zu welchem der Damenverein sein Be fteö Probiren wird, um einen großarti gen Erfolg zu erzielen.
Polizeiliches. D e r Neger Harry Dowdell, 35 Jahre alt, 1311 Nord Alabama Str., wurde gestern unter dem Verdacht des Raubanfalls von den Radlerpolizisten Kitzmiller und Bernauer hinter Schloß und Riegel gebracht. Leute wollen aus einem benachbarten Haufe gesehen ha den, als der Farbige einen stark be trunkenen Mann in dem Hofraum der Wirthschaft von Adolph Schkyer an der Ft. Wayne Ave. angefallen und be raubt hat. Von dem beraubten Manne, der ebenfalls verhaftet wurde, konnte wegen Bezechtheit nichts in Erfahrung gebracht werden. D i e Radlerpoliziften Kitzmllle? und Bernauer brachten gestern William Shoewaker, 41 Jahre alt, 123 Ost Court Straße nach Nummer Sicher. Ernst Mantkne, 121 Oft Court Str., ein Angestellter in einem Leihstall, war eine goldene Taschenuhr gestohlen wer den. Er beschuldigte Shoemaker der That, worauf die Arretirung desselben erfolgte. D. G. Smith, 49 Jahre alt, 3503 Prospect Str., wurde gestern be schuldigt, schlechte Milch verkauft zu haben. Seine Verhaftung erfolgte von dem Beamten W. F. Latta und der Verhaftete wird sich heute vor dem Polizeirichter verantwort: müssen. Der seit langer Zeit von der Polizei gewünschte Henry C. Welch, 70 Jahre alt, 2130 Nord Senate Ave., wurde gestern von den Radlerpoliziften Müllen & Stewart dingfest gemacht. Derselbe wird einer Reihe von Dieb stählen beschuldigt, die er bei häufigem Wohnungswechseln begangen haben soll. Gestern wurde er von einem seiner Opser auf der Straße erkannt, welcher ihm sofort die Polizei auf den Hals schickte. Eine Beschuldigung wegen Dieb ftahlö brachte gestern John O'Brien, 46 Jahre alt, von Sullivan, Ind., hinter das eiserne Gitter. Verhaftet wurde er von den Beamten Henry und Simon. Der Reisende Harry Spen cer, 44 Jahre alt. von Grand Rapidö, Mich., besorgte sich gestern ein Fuhr werk aus dem Lelhftall von John Mann in der Court Str., um damit nach Plainfield zu fahren. In Plain field angekommen versuchte er das Ge spann daseldft zu verkaufen, wurde aber mit dem Käufer nicht einig und kehrte wieder nach Indianapolis zurück. Mittlerweile hatt? der Leihftallbefitzer von dem Vorhaben des Reisenden ge hört und beorderte die Polizei, worauf die Radlerpoliziften Bernauer und Kitz miller den Zurückgekehrten verhafteten. Eine Anschuldigung deS Großdieb ftahls wurde gegen ihn erhoben.
Sozialistischer Sängerbund. Am Sonntag, 12. August, Familien Picmc auf Küffer's Farm an der West 10te Straße, an der kleinen Cagle Creek. Man nehme die West Michigan Straßenbahn bis zum Endpunkt, von da an steht Wagen bereit bis 3 Uhr Nachmittags. Freunde sind willkommen. Eintritt frei. Das Grab des Vermißt e n. Das Grab eines 36 Jahre lang vermißten Gefallenen von 1870 wurde in dem lothringischen Dorfe Baronsweiler entdeckt. Ter Ulan Peters aus dem Kreise Lauenburg erhielt auf einem Patrouillenritt einen Schuß in den Unterleib und blieb in dem Dorfe in Privatpflege zurück. Er starb und wurde auf dem katholischen Kirchhofe beerdigt. Das bisher namenlose Grab konnte erst jetzt durch das Regiment ermittelt werden. Thee für die Polizei. Im städtischen Haushaltsvoranschläge in Nürnberg war heuer zum ersten Male versuchsweise der Betrag von 2200 Mark für unentgeltliche Beschaffung von Thee und Zucker für die im Dienst befindliche Schutzmannschaft vorgesehen. Dieser Versuch, der seit Neujahr eingeführt ist. hat sich so gut bewährt, daß vom Magistrat jetzt beschlössen wurde, diese Einrichtung fortbestehen zu lassen. Hochwasser. Infolge eines Unwetters stieg in Mühlhausen, Thuringen, die Unstrut derartig über ihre Ufer, daß die Wassermengen in die Häuser drangen und die Feuerwehr in Thätigkeit treten mußte. Fmerwehrm'änner mußten aus der Bohn'schen Wollwaarenfabrik die Arbeiter mittelst Leitern herausholen. ' ,
i Frau LiUa Müller. Frau Lilla Müller starb gestern Abend um 6 Uhr nach langen Leiden im St. Vincent.Hofpitale im Alter von 73 Jahren. Die BeerdigungLfeierlich keiten finden am Freitag Nachmittag um 3 Uhr im Trauerhaufe, No. 614 Lockerbie Straße, statt, worauf die Ueberrefte nach dem letzten Willen der Verschiedenen im Crematorlum von FlannerckBuchanan verbrannt werden. Die Verstorbene wurde im Jahre 1823 in Neustadt in Thüringen gebo ren und kam nach dem Tode ihre ManneS vor 23 Jahren nach Jndiana poliS,wo sie seither im Heime ihreS vor etwa zwei Jahren verstorbenen SohneS Conrad Müller wohnhaft war. Durch ihre Heirath war Frau Müller mit einer der hervorragendsten Familien deS GroßherzogthumS SachsenWeimar verbunden. Ihr Mann, der in Apolda bei Jena als Rechtsanwalt praktizirte, war ein Neffe deS seiner Zeit durch seine Memoiren" in den weitesten Kreisen bekannt gewordenen Kanzlers von Mül ler, deS sächsischen Gesandten am Hofe Napoleon'S deS Ersten und intimen Freundes deS Dichterfürsten Goethe. In ihrer Jugend lebte Frau Müller in Weimar als Pensionärin im Goethe Haufe mit einigen Großtöchtern der Dichter Herder und Wieland, ihren engften Schulfreundinnen; im Schiller häufe ging sie zur Nahstunde. In ihrem Besitz befand sich ein Exemplar der ersten Ausgabe von Goethe'S Wer ken und ebenso ein Exemplar der Memoiren- deS Kanzlers von Müller, deren Erscheinen Napoleon I. f. Zt. verbot. Beide Büchir sind von un schätzbarem Werth und die Verstorbene betrachtete dieselben als Heiligthümer. Von ihren näheren Verwandten war eine Schwester Hofdame der Großher zogin von Sachfen'Weimar, einer Toch ter des Kaisers Paul von Rußland. Der Zweig der Familie, welchem der Gatte der Verstorbenen angehörte, hatte zu dem Prädikat von", das dem Kanz ler von Müller für feine Verdienste der liehen war, keinen Anspruch.
DaS 39. Jahresfest des Deutschen Allgem. Prot. Waisen - Vereins findet am Sonntag, den 9. September statt. Ullc Mitglieder und Freunde des Vereins find freundlichst eingeladen. . Kleine Stadtnenigkeiten. DieSltuation in dem Streik der Lithographen im ganzen Lande ist durch die Erklärung deS ExekutivCo miteS der Arbeitgeber Vereinigung, überall die offene Werkpätte" einfüh ren zu wollen, für die Arbeiter eine ernstere geworden. Ungefähr 30,000 Mann find in den Ver. Staaten und Canada in Mitleidenschaft gezogen vor den, für die allem Anschein nach vor läufig keine Aussicht besieht, wleder in Arbeit zu treten; nach der Erklärung der Arbeitgeber sind nicht nur die Li thographen selbst sondern alle anderen in der Industrie beschäftigten Gewerke von der Open Shop Order" mitbe troffen. In Indianapolis find ünge fähr 25 Mann im Ausstand. Die National Convention der Klempnermeifter trat gestern Vor mittag im Denifon Hotel in Sitzung. Ungefähr 300 Delegaten sind anwe send; die Verhandlungen werden am Freitag zu Ende kommen. Die Miliz des Staates In diana wird das Feldlager in Fort Ben jamln Harrison am 13. Auguft bezie hen, um 10 Tage lang JnftructienS Uebungen unterworfen zu werden. Der Gouverneur als Höchfi'Kommandiren der der Nationalgarde wird am 16. Auguft fein Hauptquartier im Lager beziehen. Der StaatSmiliz gehören etwa 2000 Maun an und find nach den bestehenden StaatSgefetzen die Arbeitge ber verpflichtet, Angehörige der Miliz lzur Theilnahme an Uebungen zu beur lauben und ihnen ihre Arbeitsstellen bis zu ihrer Rückkehr offen zu halten. Bisher ist eS noch selten vorgekommen, daß ein Arbeitgeber einen seiner Leute wegen der Zugehörigkeit zur Staats miliz aus der Arbeit entlassen hat.
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