Indiana Tribüne, Volume 29, Number 296, Indianapolis, Marion County, 8 August 1906 — Page 6

Jndiana Triymle, S. August IS v 6

LEO LANDO,

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Die DireKlorm.

Von Eugene Seros. ES ist gegen zehn Jahre her. IS war damals Rechtsanwalt und würd! bauftragt, vor dem Polizeigericht einer gewissen Joachim Boutier. mit dem Beinamen der Pfahl, zu vertheidigen. Er besaß einen fliegenden Cirkus, wa? Preisringer und in feiner Bude wurden nach seiner Angabe die olympischen Spiele gezeigt. Dieser Ringer war ein schlimmer Herr. Brutal und trunksüchtig, tyrannisch er seine Frau und prügelte sie unmäßig. Das arme. schmächtige und wehrlose Wesen war nur stets besorgt um ihre kleine zweijährige Tochter. Vom Morgen bis zum Abend be trunken, mißbrauchte er seine Kraft; denn er war ein wahrer Herkules und wurde auch als solcher von den Vundesgenossen anerkannt. (5mcs Tages schlug er seine Gefährtin so sehr, da die Nachbarn sich in s Mute! legen wollten. Er fiel über sie her, und es gab einen großen Lärm. ?)ie hinzukommenden Polizisten beleidigte er und griff sie thätlich an Da er aber alle qegen sich hatte, so mußte er trotz seiner Muskeln der Uebermacht weichen. Er wurde zur Wache und in's Polizeigewahrsam gebracht. Ohne , mein Zuthun erhiclt im cz Angelegenheit. Ich vertheidigte ihn so gut ich konnte und betonte besonders. daß seine Familie ihn für ihren Unterhalt brauche. Aber die Zeugen traten zu entschieden gegen ihn auf, und t: wurde zu drei Monaten Gefängniß verurthcilt. Er hatte es übrigens redlich ver dient: denn die zwei- oder dreimal, d?. ich mit ihm über seine Cache gesprochen hatte, hatte ich ihn als einen beschränkten, rohen Menschen kennen gelernt. So war ich nicht wenig überrascht. als ich neulich beim Passiren des Boulevard Rochechouart von einem gewaltigen, heiter blickenden Mann angehalten werde, der mich beim Namen nennZ und in liebenswürdiger Weise fragt, wie es mir geht. Ich erkannte ihn Nicht gleich. Er stellte sich vor, und es war mein Klient vom Polizeigericht. Ich muß sagen, daß sein Aussehen und seine ganze Erscheinung jetzt viel besser war. Irin gewisses Glücksgefüh! und Gutmüryigkeit in feinem Wesen überraschten mich. Nach einigen allgemeinen Redensarten fragte ich ihn, ob er noch so grob wäre. Ich," versetzte er, jfi grob? Ich bin sanft wie ein Lamm. Besuchen Sie mich doch m meiner Bude! Ich bin auf dem Marktplatz du Trone." Er bat so, daß ich ihm versprach. hinzukommen. Er dankte erfreut und fügte hinzu: Sie werden dann auch die Direktorin kennen lernen." Die Direktorin? Ihre Frau?Nein, die Arme ist gleich, nachdem ich aus dem Gefängniß kam, gestorben. Die neue Direktorin!" Da ich den Ringer mit einer anderen Frau zusammen glaubte, so forschte ich nicht weiter. Die herumziehenden Gaukler haben mich immer sehr interessirt. unc, ich war ziemlich neugierig, jene Welt hin ter den Kulissen kennen zu lernen. Eines Abends machte ich mich also nach dem Jahrmarkts fest auf den Weg und fand den Gesuchten bald heraus. Seine Bude strahlte rn glänzender Be leuchtung; ste war ganz modern, groß und gut aufgestellt. Man sah. daß dort Ordnung und Behäbigkeit herrschte. Auf der Bühne vor dem Eingang machte Boutier, genannt der Pfahl, den Rekommandeur. Rings um ihn zeig ten die Ringer in sauberen Trikotsund guter Haltung ihre plastischen Formen Die Menge, darunter gutes Publikum, strömte herbei. Diese Sache war gerade sehr beliebt. Als ich die Stufen hinanmea, bemerkte mich Boutier. eilte auf mich zu und druckte Mir kräftig die Hand. Er freut wiederholte er: Das ist allerliebst, daß Sie gekommen smd. Ich werde Sie gleich der Direktorin .vor stellen." Ich ließ mich bereitwillig von ibm führen, und er brachte mich zur Kasse. hinter der mit kluger Miene ein kleines zehn- bis elfjähriges Mädchen thronte. Einen Augenblick, Vcter." sagte sie. Ich muß einkasstren." Wir wollen sie nicht stören. Nehmen Sie dort Platz!" sagte der Ringer zu mir und wies aus einen Stuhl in der Ecke. Ich blieb dort und beobachtete sehr rergnügt das Treiben der Schausteller und die Arbeit der kleinen Kasstrerin. Diese war wirklich ausaezeichnet. Sie regierte alles: das Publikum, die Stuher und den Plebs und die Artisten, die ihr auf einen Wink gehorchten. Die Vorstellung begann. An der Seite des Kindes, hinter dem Vorhang der Kasse auf einer Art Bühne, von der man den Zuschaucrraum und die Arena übersehen konnte, sah ich das Schauspiel mit an. Als es beendet und die Menge gegangen war, wies die Kleine auf mich und erklärte: Da der Herr uns die Ehre seines Besuches gegeben hat und alle gut gearbeitet haben, so zahle ich ein Glas. Louis, Julius, Marius. beeilt Euch alle!" Boutier flüsterte mir in's Ohr: .Famos! Die Direktorin ist zufrieden."

ch murmelte: Daö ist Ihre Töch-

ter?" Ja. Und sie hat mich umgewandelt. AI ich meine arme Frau verloren hatte und mich einem, kleinen zweiiährigen Mädchen gegenüber sah, da wurde mir klar, daß ich mich wie em Lumpcnkerl benommen hatte. Ich weiß nicht, was in mir vorgegangen ist, aber ich habe nur noch für ste gelebt. Und ste war auch so verständig! Als ste noch klein war, begann ste schon die Eesellschaft, mich und die Kameraden, zu dnigiren. und jetzt ist ste die Direktorin. Sie kasstrt ein, bezahlt die Ee Hilfen, hält die Hand auf's Portemonnaie und schickt mich nach der Bank, UM Geld hinzubringen oder zu holen. Ich bin glücklich wie ein KcNig. Wir waren bei einem Weinschan! auf dem Place du Trone angelangt. Man begrüßte sofort die Kleine: Guten Tag, Fraulem Boutier! Sie sehen." fuhr der Vater ganz stolz fort, wie bekannt ste ist! Hierher gehen die Genossen und manchmal holt sie ste, wenn ste zu lange sttzen. Sie darf nicht übler Laune sein; davor haben ste alle Angst." Die Kleine bestellte mehrere Liter Wein, Würste und Käse. Sie hatte mir den Platz an ihrer Seite gegeben. Was möchten Sie nehmen?" fragte sts mich aumuhtig. Vier." Sie bestellte ein großes Seidel. Als ich bezahlen wollte, war ste entrüstet, zog einen gewaltigen Geldbeutel hervor und beglich die Rechnung. Nun wollte ich eine Lage geben. Sie schalt darüber und wandte stch an ihren Vater und die Ringer mit der Bemerkung, daß das nicht gut für st? sein würde. Ich bestand darauf: Einmal wäre keinmal." Man merkt, daß ste ste nicht kennen. Wenn ste voll smd, hören ste nicht mehr auf mich. Uebrizens," fügte ste hinzu, indem ste sich an den einen wandte, Tu arbeitest zuviel mit den Armen, Louis. Wende doch bei dem kleinen Amateur, der nicht sehr stark ist, lieber den Gürtelgriff an: Das ist leichter und macht doch mehr Effekt." Es war spät. Die kleine Direktorin lud mich zum Diner ein und versprach mir, daß ste selbst für die Küche sorgen würde. Sie gingen nach der Avenue du Trone zu, und ich sah ste in der Nacht verschwinden, das kleine Mädchen inmitten der folgsamen Herkulesse.' wie eine Hirtin, die Stiere leitet. Und bei dem Mahl, dem ich natürlich beiwohnte, prästdirte das HausMütterchen. Ein Blick, ein Wink von ihr genügte ein unpassendes Wort zurückzuweisen. Wie eine Königin unter ihren Unterthanen saß ste da. Louis Philippe und fein ZZriltant. schmuck. Wie man weiß, mußte Louis Phikippe, der Söhn des Herzogs von Orleans. Philippe Egalite, infolge der Revolution aus seinem Vaterlande fliehen. Nachdem er eine Zeitlang Lehrer der Geographie und Mathematik an einer Schule in Neichenau in der Schweiz gewesen war, kam er in der Absicht, nach Amerika auszuwandern, nach Hamburg, verschob aber seinen Plan und machte eine Reise durch Dänemark, Schweden und Norwegen bis zum Nordkap und kehrte dann nach Hamburg zurück, wo er 1796 in dürftigen Verhältnissen lebte. Damals verkehrte er vielfach im Hause des Kaufmanns und späteren Senators Westphalen. welcher seit 1785 mit Christine Engel, geborene v. Axen, vermählt war. Diese zu ihrer Zeit sehr berühmte Dichterin liebte es, alle geistigen Celebritäten um stch zu versammein, und unter diesen befanden stch auch Louis Philippe und Bernadotte. Louis Philippe gab seinen Plan, nach Amerika auszuwandern, nicht auf, und zur Beschaffung der hierzu nothwendigen Mittel erbat er stch von Senator Westphalen ein Tarlehen und verpf'änI dete dagegen eine mit Brillanten besetzte Halskette. Senator Westphalen mag aber das Wort von der Verpfändun.z mehr als Form aufgefaßt und die Angelegenheit als Kauf betrachtet haben. Jedenfalls trug seine Gattin von jener Zeit an den Schmuck bei festlichen Gelegenheiten. Als aber Louis Philippe. 34 Jahre später nach vielen und seltsamen Erlebnissen König von Frankreich geworden war, hat er si.es? des einst von ihm verpfändeten Colliers erinnert und in dieser Angelegenheit nach Hamburg schreiben lassen, um den Schmuck wieder einzulösen. Nun war dieser aber seiner Besitzerin theils durch die lange Zeit, theils durch die Erinnerunz an den einstigen Hausgenossen lieb und werth geworden, so daß ste ihn nicht missen wollte. Darum trat Se nator Westphalen mit dem König in Verhandlung, und weil dieser den Schmuck seiner besonderen Fassung liegen seh? schätzte, vereinbarte man, daß ein Hamburger Juwelier einen völlig gleichen Schmuck herstellen solle, und diesen hat dann der König gegen Zahlung der ursprünglichen Schulderhalten. So wurde dieser Diamantschmuck endziltig Eigenthum der Frau Senator Westphalen. Der Schmuck blieb noch längere Zeit im Besitz der Familie Westpbalen und von deren Nachkommen. Vor einigen Jahren q:langte er jedoch durch Kauf in den Be sch einer andern Hamburger Senats? renfamilie. j

Ein delikater Braten.

Humoreske von A. T. JRtxn, so kann das nicht weiterge-1 hen", sagte der Brauereibesitzer LangHof zu seinem Buchhalter, die Hasen draußen in meiner gepachteten Jagd krepiren einer nach dem anderen; wer soll denn da noch etwas schießen?" Woran mag das nur liegen?" fragte der Buchhalter, indem er auf seinem Drehschemel herumfuhr. Ich denke mir, die Bauern haben Gift gelegt gegen die Mäuse, und da müssen denn die Hasen daran glauden." Na, wie wäre es denn, Herr LangHof", sagte der Buchhalter, wenn Sie mal einen zum Thierarzt schickten, ewen Hasen meine ich, daß der ihn untersuchte?" Ein paar Tage darauf ging der Hausknecht, der alte Heinz, zum Postamt, das der Brauerei zunächst lag. Seine schweren, eisenbeschlagenen Stiefel trappten ganz gehörig, als er eintrat. Der alte Mann gab einpacket ab, und zwar enthielt dieses den an denThierarzt Müffelmann im benachbartenStädtchen abgesandten Hasen. Mit der Abgabe des Packets war die geistige Thätigkeit des alten Mannes für heute beendet, und mit dem Wohlgefühl, daß er nun heute an nichts Außergewöhnliches mehr zu denken brauchte, trappte der alte Heinz wieder davon. Weitere paar Tage darauf es war an einem Montag sehen wir den alten Heinz in seine Tasche fassen. Was knistert denn da? Er holt einen Brief heraus. Du lieber Himmel, da steckt ja so dämmert es ihm allmählich auf der Brief, den er zugleich mit dem eingenähten Hasen an den Thierarzt abgeben sollte. Na, das war ein Schreck, wenn das Herr Langhof erführe, das gäbe ein Donnerwetter! . Den Brief in der Hand und Schreckensworte murmelnd, eilte der Alte zum Briefkasten und brachte dort den Brief mit Sorgfalt unter. Wie der Diener, so der Herr, hieß es aber hier, denn zu gleicher Zeit, wo der alte Heinz erschrak, unterlag auch der Brauereibesitzer dieser Gemüthsbewegung. Trotz seiner Leibesfülle lief er in seinem Privatkontor auf und ab, mit einem Brief in der Hand, den er soeben vom Thierarzt Müffelmann erhalten hatte. Wie geht denn dies nur zu?" murmelte er. Ich denke, er schickt mir einen Sektionsbefund und gibt mir die Ursache des Hasensterbens an, und statt dessen dankt er mir für den delikaten Braten. Da muß doch mein Brief verloren gegangen sein! Davon hängt ein Menschenleben ab. vielleicht sogar mehrere ja natürlich, der Mann hat ja Familie. Was mache ich da nur? Endlich kam er zu dem Entschluß, den Thierarzt sofort selbst aufzusuchen; er ließ daher den Einspänner fertig machen und kutschirte in's Städtchen. Wenn es nur nicht schon zu spät ist", murmelte er vor stch hin. Gestern war Sonntag, wenn sie ihn da nur nicht gegessen haben!" Und während er auf fein Rößlein einHieb, sah er im Geiste den Thierarzt nebst Familie in kerzengerader Stellung entseelt als Leichen um den Mittagstisch herumliegen. Drei Tage vor diesem UnglücksMontage, an dem nicht minder im Geruch des Unglücks stehenden Freitag. machte stch der Thierarzt Müffelmann im Vorgarten seines Hauses zu schaffen, als er von der Straße her begrüßt wurde. Es war der Rektor Trümper von der höheren Töchterschule, der gerade einen Spaziergang machte und dem Kollegen von der andern Fakultät seinen Gruß bot. Ach, guten Tag, Herr Rektor!" rief Müffelmann freundlich, wollen Sie nicht einen Augenblick eintreten?" Der Rektor folgte der Einladung; er bewunderte die Rosen, die der Herbst bisher noch verschont hatte, und erkundigte stch nach dem Befinden der Familie. Ich beneide Sie immer," sagte der behäbige Herr Rektor, wenn ich Sie, Herr Doktor, mit Ihrem Braunen auf die Dörfer hinausfahren sehe in die frische Landluft." Ja, so ein Thierarzt hat es gut, sagte Müffelmann etwas ironisch. Ist sein Pferd gut gefüttert, sagen die Leute: Er hat nichts zu thun; ist es mager, dann ist er ein Geizhals, der dem Pferde keinen Hafer gibt. Fährt er schnell, dann will er den Leuten vorspiegeln, er hätte viel zu thun, fährt er langsam, dann hat er keine Praxis. Verschreibt er ein wenig, dann jst er bummelig, verschreibt er viel, dann steckt er mit dem Apotheker unter einer Decke, Wird der Patient, also der - betreffende Herr Ochse oder das Pfer. gesund, so liegt das an der guten Pflege des Besitzers, stirbt der Ochse, dann ist der Doktor selber einer!" Der Rektor lächelte ob dieser Auffassung. Na, einen Vortheil haben Sie jedenfalls , sagte er, vor den anderen Aerzten voraus:' Ihre Herreu Patienten machen Ihnen keine endlosen Beschreibungen und 'Vor würfe. Beide lachten. Gleich darauf sh

der Rektor drei Hasen an der Wand des Hauses im Hofe hänzen.

Essen Sie die alle?" fragte er. Sonst hatte ich Ihnen einen abgekauft!" Können Sie haben, Herr Rektor!" sagte Müffelmann hoflich. Bitte, suchen Sie sich einen aus!" Der .Rektor wählte einen Hasen, und zwar gerade denjenigen, den der Brauereibesitzers Langhof gesandt hatte. .Die beiden Herren wurden über den Preis bald einig und kurz darauf sandte der Thierarzt den Hasen nach dem Hause des Rektors. An dem genannten Montag saß der Thierarzt gerade 'über einer Trichimnuntersuchung und freute sich über die schöne Einrichtung der Trichinose, die ihm einen so hübschen Verdienst verschaffte. Da fuhr ein Wäglein vor, und gleich darauf trat der Vrauereibesitzer Langhof, so schnell als es ihm das Produkt seines Produktes, fein stattlicher Leibesumfang, erlaubte, in's Zimmer. Gott sei Dank!" rief Langhof zum Gruße. Wie geht's Ihnen, Herr Doktor?" Nicht besser und nicht schlechter wie gewöhnlich," erwiderte der Thierarzt. Aber was gibt es denn so Eiliges Herr Langhof?" Also es geht Ihnen und Ihrer Familie noch gut?" fragte der Brauer weiter. Bis auf eine Tracht Prügel," versetzte der' Thierarzt. die. ich heute meinem Jungen applizirt habe, bleibt nichts zu wünschen übrig. Aber sagen Sie mir " Der Brauer setzte nun dem Thierarzt den Zweck seines Kommens auseinander; doch je mehr sich seine Züge aufheiterten, desto düsterer wurden die des Hausherrn. Das ist eine dumme Geschichte, sagte dieser endlich. Ich habe nämuch Ihren Hasen weiterverkauft, weil ich noch zwei andere hatte." Jetzt erschrak der Brauer. Weiterverkauft?" stammelte er. Und an wen?" An den Rektor!" Wieder sah der Brauer vor seinem geistigen Auge eine Familie stch um den einladenden Mittagstisch herum versammeln. Beide Männer beriethen, Ich will gleich einmal zum Rektor hingehen," entschied der Thierarzt. Und ich komme gleich mit und warte draußen", stimmte Langhof zu. Das Mäusegift bleibt natürlich unser Geheimniß", flüsterte Müffelmann. Ich sage dem'Rektor, ich hätte noch einen feisteren Hasen, ob er den nicht haben und den anderen zurückgeben wollte." Der Brauer nickte verständnißvoll. Der Rektor war nicht zu Hause; seine Gattin, deren gesundes Aussehen den Thierarzt sehr beruhigte, theilte mit, er sei in den Löwen" gegangen. Beide Männer athmeten auf und traten in das Gasthaus ein, wo sie den Gesuchten im Herrenstübchen fand. Noch einen feisteren Hasen haben Sie?" fragte der Rektor auf Müffelmanns Anerbieten. Na, der, den wir gestern gegessen haben, war wirklich sehr gut genährt, wirklich ein delikater Sonntagsbraten Zwei Seufzer der Erleichterung ertönten im selben Augenblick, so daß der Rektor etwas verwundert aufblickte. Als er verschiedene Stunden später nicht ganz so kerzengerade wie die Leichen in der Phantasie des Brauers heimkehrte der Wein, zu dem dieser die beiden anderen Herren eingeladen hatte, war aber auch wirklich süffig gewesen sagte steh der Rektor: Es gibt wirklich noch gute Menschen! Wie die beiden sich so theilnahmsvoll nach mir und meiner Familie erkundigt haben! Hoppla, das ist ja eine Treppenstufe!" Eine merkwürdige Geistergeschichte Eine Londoner Wochenschrift erzählt folgende überraschende Geschichte: Eine junge Dame aus guter Familie ließ ste stch vor einiger Zeit bei einem Londoner Photographen Photographiren. Statt des Probebildes erhielt ste einen Brief des Photographen, in dem bedauert wurde, daß die Photographie mißglückt sei. Sie reiste zu einer zweiten Aufnahme in die Stadt. Wiederum war unerklärlieher Weise ein mangelhaftes Bild entstanden, und eine dritte Sitzung wurde nöthig, die von der Dame bewilligt wurde. Zwei Tage nachher erhielt sie einen Brief, worin sie von dem Photographen. gebeten wurde, in Vegleitung eines Zeugen noch einmal nach seinem Atelier zu komm.'n. Von ihrer Mutter begleitet, that sie dies und der Photograph legte das Resultat der drei Aufnahmen vor. Die Photographien der jungen Dame waren durchaus gelungen, aber jede Platte zeigte deutlich die Gestalt eines Mannes, der die sitzende Figur der Dame mit einem Dolche bedroht. Die Gesichtszüge dieser räthselhaften Gestalt waren zwar nicht ganz klar, wurden jedoch von den beiden Damen als die des Bräutigams. eines Offiziers in der indisehen Armee, erkannt. Die Verlobung ist infolge dieses Vorkommnisses abgebrochen worden. '

Jntcrurban Zcit-Tabcllc.

I. U. T. System. I, Kraft Sonntag, den 20. Mai 1906. Züge verlassen Indianapolis. Muncie 8s Marion'Division. Lawrence, Fortville,' Pendleton, Andersen, Z)or!town, Muncie, Middletonm, Alexandria, Lummitville, Fairmount, Gas City, Jones

??o und Marion. , 4 00 Vm. 1 05 Nm. 5 05 Vm. 2 00 Nm. 6 00 Vm. 3 05 Nm. 7 05 Vm. 4 00 Nm. 8 00 Vm. 5 00 Nm. 'S 05 Vm. 5 05 Nm. 10 00 Vm. 6 00 Nm. 11 00 Vm. 7 05 Nm. 11 05 Vm. 8 00 Nm. 12 00 MttZ?. 905 Nm. 11 30 Nm.

Limited. LoganSport & Peru Division. Marmel, Noblesville, Cicero, Arcadia, kltlanta, Tipton, Kokomo, Galveston, Watton, Logansport, Miami, Bunker Hill,

Peru und Elwood. 5 00 Vm. 1 45 Nm. S 45 Vm. 3 00 Nm. 7 00 Vm. 3 45 Nm. 7 45 Vm. 5 00 Nm. 9 00 Vm. 5 45 Nm. 9 45 Vm. 7 00 Nrn. 11 00 Vm. 7 45 Nm. 11 45 Vm. 9 00 Nm. 1 00 Nm. 11 30 Nm.

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