Indiana Tribüne, Volume 29, Number 280, Indianapolis, Marion County, 20 July 1906 — Page 5
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Zntcrurban Zcit-Tabclle. I. N. T. System. I jfcaft Sonntag, den 20. Mai 1906. Züge verlassm Indianapolis. Muncie & Marion Division. Lawrence, Fortville, Pendleton, Anderson, Yorltown, Muncie, Middletomn, Alexandria, Summitville, Fairmount, Ga3 City, Jenes
dro und Marion. 4 00 Vm. 1 05 Nm. o 05 Vm. 2 00 Nm. 6 00 SSrn. 3 05 Nm. 7 05. Vm. 4 00 Nm. 8 00 25m. 5 00 Nm. Ö 05 Vm. 5 05 Nm. 10 00 Vm. 6 00 Nm. 11 00. Vm. 7 05 Nrn. 11 05 Vm. 8 00 Nm. 12 00 MttgZ. 9I05 Nm. 11 30 Nm.
Limited. Logansport Peru Division. uarmel, Noblesville,? Cicero, Arcadia, Atlanta, Tipton, Kokomo, Galveston, Walton, Lsgansport, Miami, Bunker Hill,
Peru und Elwood. 5 00 Vm. 1 45 Nm. 5 45 Vm. 3 00 Nm. 7 00 Vm. 3 45 Nm. 7 45 Vm. 5 00 Nm. 9 00 Vm. 5 45 Nm. 9 45 Vm. 7 00 Nm. 11 00 Vm. 7 45 Nm. 11 45 Vm. 9 00 Nm. 1 00 Nm. 11 30 Nrn. . Limited.
Der Zug um 11:30 AbendL der Jndiana VoliS-LoginSport lDivision geht nach Peru 'Anstatt Logansport. Reue spezielle Bedienung nach Ft. Wahne. --Züge verlassen Indianapolis um 7.-00 und II:C0 Uhr Vormittags und 3:00 und 7:00 hr Nachmittags, machen die Fahrt nach ßt. Wayne in 4 Stunden und 40 Minuten. euer Zug Marion Flyer Verläßt 5?arion 7:55 Vormittags und 1:55 Nach mittags ; Verläßt Indianapolis 11:03 Bor SittagS und 5:00 Nachmittags; halt blos in Xnderson und Alexandria an. Anschließende Linien erreichen Daqton, Ohio, Ft. Wayne, Huntington, Wabash, Lafontaine, Swayzee, Greentown, Hartford lity, Montpellier, Bluffton, Winchester, Union City, Greenville, O., und Zwischen Patronen. Fracht und PassagierOsfice Terminal Wartezimmer. Telephon M 175. JlldZanapoliZ & Eastern. Limited Züge für Richmond und allen Punkten in Ohio, welche verbunden sind mit elektrischen Linien, um 8:10 und 11:10 Vor mittags, 2:10; und 5:10 Nachmittags und 8:10 Abends. Locale zZüge für Richmond ,nd Zwischenstationen von 6:00 Uhr Vor ittags an und dann jede Stunde, ausge nommen die Limited Zeit, biS.9:00 Abends (7:00 Uhr Abends ausgelassen). Letzter Zug ach Greensield um 11:30 Uhr Abends. Indianapolis & Martinsville. Erste MorgewCar um 5:10 Uhr MorgenS. Dann von 6:30 Uhr 'Morgens jede Stunde bis 11:30 Uhr Abends; ausgenommen die Stunden 8:30 und 10L0 Uhr Abends. Indianapolis Coal Traction Co. Lüge laufen stündlich von Indianapolis nach Plainsield von 5:C0 Uhr Morgens bis 11:00 Uhr Abends ; ausgenommen die Ctun den 8:00 und 10:00 Uhr AbendS. Indianapolis & Northwestern. Züge laufen stündlich von 5:00 Uhr Mor gens biS 9:00 Uhr AbendS. Anschluß in Lebanon sürThorntownund Cramfordsville. Der Zug um 10:00 Uhr AbendS fährt blos iiS nach Lebanon. Der Zug um 11:30 Uhr AbendS fährt bis nach Frankfort, Anschluß in Lebanon sür CrawfordSoille ; derselbe fahrt in der Sonn tag Nacht bloS bis nach Lafahette. Limited Züge sür Lasayette fahren ab um 8.-10 und 11:10 Uhr MorgenS, und 2:10, 5:10 Nachmittags und 7:10 Abends. Für CrawfordSrille um 10:45 Vormittag? und 4:25 Nachmittags. Dr. 1 H. lätta Teutscher Thier.Arzt Office: Schellhouse'ZLelh-Ztall 329 Oft bsh t. Telephones: Neu.2Z2 IHU, Main im. Wohnung: 1333 adifon v Neuer 'Phone was. eter Scheib's Wirthschaft 6 o- 1L' Ende der Brightvood Straßenbahn Linii. Alle durstige Seelen find wlllkoe Zcsserson Kotel 101-105 Ost Süd GiNeues Telephon 1107 Vollständig neu umgebaut und renovirt. ...Deutsches Gasthaus... Mit meinem Hotel '.ist eine hübsche gerä
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Im Fluß. '. Skizze von Hang Bethge. 5'n einem Distrikt des mittleren
RuKlands findet man unmittelbar an den Ufern Ut Wolga eine Anzahl Hütten, einem alten Holzhauergeschlecht gehörig, das m dem veracybarten riesenhaften Walde sein Handwerk octrelbt.' Di? Ufer der Wolaa sind dort von großem Reiz. Die hohen Pappeln spiegeln sich in dem gleitenden Wasser, und zu Beginn des Sommers kommt regelmäßig eine -cyaar VJia ler Keröei. um ftcn in der Nahe des Waldes und der Ufer niederzulassen. Selbst im Winter kommen Fremde, um sich an dem eigenartigen malerischen Reiz der Gegend zu freuen, und vermebren durck ibre Geaenwart die Einnahmen jenerHolzhauer-Familien, so dak a. V. Um- alten Petrikost, et nem der geachtetsten Männer der ganzen Gegend, gestattet war, völlig oyne Sorgen zu leben. Vetrikoff war stolz auf seine Ahnen, die den Wald niemals verlassen, sondern sich allzeit redlich durch ihre Art ernäbrt Katten. Der Alte war Wittwer. Sein Weib hatte ihm zwei Kinder hinterlassen, ein Madchen via mens Wela, die jetzt fünfzehn Jahre zählte, und einen siebenjährigen Knaben, Maximosf. Dieser war ein schweizsames Kind und zeigte schon M seinen jungen Jahren eine ganz überraschende Willensstärke. Die Mutter hatte auf ihrem Sterbebett das war jetzt zwei Jahre her die Hand ihrer Aeltesten ergriffen und zu ihr gesagt: Höre, Wela, Dein. Vater ist alt und Dein Bruder hat einen harten Kopf. Ich vertraue sie Dir beide an, denn Gott will, daß ich Euch verlasse. Wache besonders über den Kleinen. Suche ihm die Mutter zu ersetzen. Du hast viel Macht über ihn, ich habe es längst bemerkt." Und Wela hatte weinend erwidert: Ja, Mutter, ich will über ihn wachen." Am folgenden Tage war die große Schwester zu 'einem kleinen Mütterfyn geworden. Sie war es, die darauf hielt, daß Hie Hütte immer sauber, war, die dem Äater Abends die Suppe bereitete und des Kleinen Sachen' in guter Ordnung hielt.'. Sie war immer geschäftig und sorgsam und verlor nie den Muth. Fast den ganzen Tag über war sie allein. Der Alte begab sich, schon bei Tagesanbruch zur Arbeit in den Wald. Eine Stunde später weckte sie dann Maximoff, um ihn in die nächste Schule zu bringen. Diese lag etwa zwei Kilometer weit entfernt. Die Beroen gingen, um den Weg abzukürzen, quer durch die Felder, die bald vom Regen,, bald vom Schnee aufgeweicht waren Vor der Heimkehr kaufte Wela bei dem Dorfbäcker das nöthige Brod und auch andere kleine Vorräthe, je nachdem es ihre Börse gestattete. Dann wandte sie sich fröhlich wieder der einsamen Hütte zu, wo sie nach Verrichtung ihrer häuslichen Pflichten grobe Kleidungsstücke nähte, die der Tuchhändler des nächsten Dorfes an die Landleute zu verkaufen pflegte. Im Sommer saß sie auf der Schwelle der Hütte und- sah die Wolga unter den hellen Blättern der Weiden dahinfließen. Des Abends kam Maximoff allein von der Schule zurück. Oft verspätete er sich, während Wela mit Unruhe wartete. Eines Abends kam er wieder sp'äter als gewöhnlich. Sie war ihm, eingedenk der Worte ihrer verblichenen Mutter: Wache über den Klei-nen!-ein Stück entgegengegangen. Was würde der Vater dazu sagen, wenn er Maximoff. bei Anbruch der Nacht noch nicht zu Hause' finden würde! Sie formte beide Hände wie ein Horn vor dem Munde und rief laut in den Wald hinein: Marimoff! Oho! Maximoff!" Er kam schluchzend einen schmalen Pfad daher. Das Echo einer nahen Felswand wiederholte das Weinen seiner aufgeregten kleinen Brust. Ws ist Dir, Maximoff? Warum kommst Du so spät? Bist Du in der Schule bestraft?" ' Maximoff weinte unablässig, die Fauste vor den Augen. -Du willst mir's . nicht sagen? Sieh', Deine kleine Mutter würde so glücklich sem, wenn ne )rcy trotten könnte." . Maximoff stieß mit dem Fuß auf die Erde: . Ich will nicht getröstet sein! Ich will es nicht vergessen, was mir dieser Feigling gethan hat." Wer ist denn der Feigling? Was hat man Dir denn gethan?" Der Niklas ist es! Er bat mich mit der Faust geschlagen um mir meine Balle zu nehmen!" Laß doch sehen, ob er . Dir wehe gethan hat." Wela spreizte die Fäuste des Kleinen, die er geschlossen vor die Augen kielt, auseinander und sah. dak das linke Augen, geschwollen und blutig war. Sie . bekam einen großen Schreck, zog das Kind zur Hütte hin und wusch ihm dasAuge mit frischem Wasser. O, ich schwöre, ' daß ich mich ra chen werde, Wela! Ich schwöre es!" betheuerte Maximoff eifrig, einen Klang des tiefsten Hasses, in der Stimme.
Da ging ein Lächeln über Wela's Gesicht, und indem sie den Kopf des Kindes an ihre Brust zog, antwortete sie: Sei doch vernünftig, 'Maximoff! Niklas ist doch Dein Spielkamerad. Er bat Unrecht gethan, gewiß. Aber er hat sicher nicht gedacht, daß es so schlimm werden könnte." Er ist ein-Feigling, ein Schuft!" Aber MaximoffI" Und ich werde mich rächen! Wahrhaftig, ich werde mich rächen!" .', Aber man soll sich nicht rächen!" Oho!" Du würdest unserer todten Mutter Kummer bereitend Maximoff rückte das Kinn starrköpfig etwas nach' vorn und murmelte zwischen den Zähnen, so' daß es Welna nicht hören konnte: Wir werden ja sehen." Wela war die Einzige, die es vermochte, dieses kleine wilde Herz zu besänftigen. Aber sie begriff, daß sie diesmal keine Macht über ihn haben würde. Sie kannte diesen eigensinnigen, entschlossenen Charakter zu gut. Täglich zitterte sie, aus Furcht, daß Maximoff dem Niklas das Böse, - das dieser ihm zugefügt hatte, allzu reichlich vergelten werde. Der Kleine wurde immer schweigsamer. Er trug einen Haß in sich, wie ihn sonst nur Männer empfinden. Wela wußte, daß Niklas am Mittwoch. wo keine. Schule gehalten wurde, herbeizukommen pflegte, um mit Maximoff am Ufer der Wolga zu spielen. Sie erwartete diesen Tag mit Ungeduld, um zu sehen, ob ihr Bruder vergessen haben würde. Aber Maximoff verbarg sich den ganzen Tag unter dem Gehölz. Und der Andere ließ sich nicht sehen. Ein Monat verstrich, ohne daß die beiden Kinder sich gegenüber getreten wären. Wela fing schon an, nicht mehr an den Streit der Jungen zu denken. Doch 'verfehlte sie Abends nie, Maximoff freundlich zuzureden und ihm Liebe zu predigen. Denn im Geheimen fürchtete sie doch noch seinen allzu sehr zur Rache geneigten Charakter. ' Die Wolga ist am Ufer theils mit Weiden, theils mit Pappeln bestanden. Unter den Letzteren heben sich zur Sonnenzeit große schwarze Schattenflecken auf dem Wasser ab, so daß es aussieht, als ob der Grund dort tiefer' sei. An diesen Stellen pflegte Wela während der heißen Hundstage das Wasser zu schöpfen, da sie meinte, es wäre dort frischer. Maximoff brachte während der Ferien seine Zeit mit Fischen zu, mittelst eines kleinen Netzes, einer Spulenschnur und anderer Fänge, die er sich selbst angqtttigt. hatte. Den ganzen Taa trieb er sich an den Ufern herum, bald hier, bald bort, immer mit . ganzer .Seele . bei , der Sache. , . ., Eines Abends nun, vor dem Essen, es war gegen sieben Uhr, ' schritt Wela zur Wolga hinab, um unter den Pappeln frisches . Wasser zu schöpfen. - ; Sie kniete , nieder und füllte 7mit ausgestrecktem Arm einen Steinkrug. Da plötzlich zehn Schritte von ihr entfernt, unter dem ' Laubdach einer Weide, das Aufklatschen eines Körpers, der in's Wasser fiel. Darauf ein erschütternder Schrei. Wela neigte sich . nach vorn und sah ein Kind, das der Strom mit sich fortriß. Es sträubte sich verge-
bens, tauchte hinab und kam wieder zum Vorschein. .Zu Hülfe! Zu Hülfe!" rief das Madchen. Hinter ihr wurden Schritte vernehmbar. Maximoff eilte herbei. ; . Was ist denn?" fragte er. Ach",, rief sie ganz bleich, ich glaubte. Du seiest es. der dort in's Wasser fiel! Der Strom hat ihn erfaßt, er xi verloren! Maximoff legte die Hände wie ein Schirmdach über die Augen und pruste die Oberslache des Wassers. Das das ist Niklas! Nik las ertrinkt!O! Seine arme Mutter!" jammerte Wela und lief besinnungslos am User auf und ao. Plötzlich wandte sie sich um. Sie hatte einen zweiten Sturz in das Wasser vernommen. Maximoff!" rief sie, Maximoff! Mein Bruder!Aber Maximoff schwamm, ohne zu antworten, mit großen Stößen auf den Anderen zu. Er war ein vor züglicher Schwimmer. Er erreichte seinen Kameroden und puff! puff! versetzte er ihm zwe: energl sche Stöße. So," knirschte er dabei, das war, um unsere Rechnung zu begl chen und auch, weil Du Dich nicht an mich anklammern wmstr Dann zog er den ermatteten Kor per gegen das Ufer hin, wo Wela in hellem Aufruhr noch immer um Hilfe rief. Er erreichte keuchend das Land und völlig erschöpft. Niklas schlug die Augen auf und begegnete dem Blick des Andern,' der mit trmmphlrender Stimme rief: Ich habe ' geschworen, mich zu rächen, heut' habe ich's gethan! Wela aber nahm ibn in ihre Arme, preßte ihn heftig an sich, mit mütterlicher Leidenschaft, und sagte unter Thränen: - O, mein Maximoff wiebia ich stolz auf Dich!"
Vicldesprolhcne Frau.
Sie Zolle Iran ThawA in dem Mordprozeffe gegen ihren atten. Nur wenige Frauen sind jemals von den Zeitungen in Wort und Bild so viel beschrieben und von dem Publikum so angelegentlich besprochen worden, als gegenwärtig Frau Harry Kendall Thaw, früher Fräulein Evelyn Floren Nesbit, deren Gatte auf dem m 3 mmär" -: A f4 Ammr JdK tmmcp I. ,s X 7Asy jfe&47&?' .w 8e1 fl' JS& lAri. '. ;S ik' jßWM&mWVAW AßjsSWiytfw WVMM Frau Harry Kendall Thaw. Dachgarten des Madison Square-Ge-bäudes in New Fork den Architekten Stanford White erschoß. Frau Thaw wurde vor etwa 21 Jahren als Tochter des Advokaten Winfield Scott Nesbit in Pittsburg, Pa., geboren. Ihr Vater starb, als sie noch ein kleines Mädchen war. Ihre Mutter unterhielt eine Zeit lang ein Logirhaus, und um ihre Mutter in dem Kampfe um's Dasein zu unterstützen, begann Evelyn von ihrem 14. Lebensjahre ab in photographischen Ateliers als Modell zu siguriren. Sie gehöre dann eine kurze Zeit der Bühne an, und es war während dieser Periode, daß sie die Bekanntschaft Whites und ihres dermaligen Gatten, Harry Kendall Thaw, machte. Thaw gab Tausende von Dollars aus, um die Gunst Fräuin Nesbits zu erringen, und heirathete sie schließlich gegen den Willen seiner Familie. Er tödtete White, wie man glaubt, in der Annähme, daß dieser sein Weib in's Verderben gebracht. Millionäre in Preußen. .Nach der kürzlich erschienenen Statistik der preußischen Ergänzungs-steuer-Veranlagung für die Jahre 19051907 gibt es in Preußen 7409 Millionäre; es kommen bei 36.000,00Y. Einwohnern, also auf je 10,000 Eiswohmr rund 2 Millionäre. Davon. haben ihren Wohnsitz in Städten 55J.0, auf dem . Lande 1899. Just 4742 Personen besitzen ein Vermögen von 1,000,000 bis 2,000.000 Mark; 2049 Personen verfügen über 2.000.000 bis 5,000.000 Mark; 425 Personen über 5.000.000 bis 10.000.000 Mark; 102 Personen über 10.000.000 bis' '15.000.000 Mark; 44 Personen übe? 15,000,000 bis 20,000,000 Mark; 21 Personen über 20,000,000 bis 25.000,000 Mark; 3 Personen über 25.000,000 bis 30.000,000 Mark; 23 Personen über mehr denn 30.000.000 Mark. Von den Glücklichen mit mehr als 30.000.000 Mark Vermögen wohnen in Städten 15, und zwar in Berlin 5. in den Städten der Regierungsbezirke Kassel 1, Wiesbaden 6,, Düsseldorf 3, auf dem Lande 8, nämlich in den Reqierungsbezirken Breslau 2, Oppeln 5, Münster 1. Auf 10,000 Einwohner entfallen Millionäre in: der Stadt Berlin 6.7; in Hessen-Nassau 4.9; in Brandenburg ohne Berlin 2.8; in Rheinland 2.5: in Sachsen 1.9; in Schleswig-Holstein 1.4; in Schlesien 1.3; in Pommern 1.2; in Westfalen 1.1; h Hannover 1.1; in Posen 0.8; in' Hohenzollern 0.6; in Ostpreußen 0.4; in Westpreußen 0.4. Unter den Städten verzeichnet im Verhältniß zur Bevölkerungszahl die meisten Millionäre Wiesbaden mit 20.7 auf je 10.000 Einwohner; es folgen dann Frankfurt a. M. mit 17.9 Millionären, Cbarlottenburg mit 17.8 Millionären und Bonn mit 12.8 Millionären aus je 10,000 Einwohner. Keine Millionär? gibt es in den Städten KönigsHütte." Kattowitz. Schweidnitz Oppeln und Jnsterburg. Verhängnißvoller S t e i n w u r f. Ein zehnjähriger Knabe in Merzdorf, Sachsen, wurde beim Spiele von einem. Schulkameraden mit einem Stern am Unterleib ge troffen. Der Steinwurf hatte eine schwere innerliche Verletzung zur Folge, welche den Tod des Knaben herbeifübrte. Verirrte Granaten. Infolge eines Mißverständnisses schlugen jüngst von Fort Monroe, Va., auS ge feuerte 12zöllige Granaten in der Nähe von Willoughby Veach, Va., ein und viele Cottages geriethen in Gefahr, in Gründ und Boden geschossen zü werden. Ein Neger, welcher auf einem Güterzuge beschäftigt war. behauptete, das Zugpersonal habe abspringen und sich hinter einem Sandhllgel verstecken müssen.' Eine Granate traf ein Segelfahrzeug auf der Höhe von Willoughby Beach. und -drehte es vollständig im Kreise um. . .
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Exotische Tänze. Die 50 Tänzerinnen Norodoms I., die sein Nachfolger auf dem Thront von Kambodscha,. Sisowath, mit sich nach. Frankreich gebracht hat, um den Franzosen die Tanzkunst des fernen Ostens vorzuführen, haben in Marstille und Paris nicht wenig Aufsehen . erregt. In Kambodscha haben sich die Traditionen uralter Vergangenheit noch am längsten erhalten, und aus dem mittelalterlichen Reiche der Kmers ragen hier noch die Reste einer, archäischen Kultur in das Leben des modernen Indien hinein. Und vor allem die königlichen Tänzerinnen haben in ihren schlanken und strengen Bewegungen die heiliaen Ueberlieferungen bewahrt, die die alte Religion ihnen vorschrieb. Denn die Tänze dieser kindlich zarten Mädchen mit den geschmeidigen Gliedern und den geheimnißvollen Gebärden sind nicht aus dem ausgelassenen Ueberschwang der Freude und Lust geboren, wie die Tänze so vieler anderer Völker und Kulturen, sondern sie sind eine feierliche Form des Gottesdienstes und erzählen sagenhafte, vielbedeutende Geschichten. Die Mädchen von Kambodscha haben an den feinen, zarten Fingern lange vergoldete Nägel, die den schönen Linien der Hände,. dem bedeutsamen Rhythmus ihrer Gebärden einen schimmernden Glanz verleihen. Ihre Körper wiegen sich wie der -schmeichelnde fllang uralter Lieder. Es ist noch ein Ton auö frühesten Zeiten orientalischer Kutlur, der hier zu uns drinat; Kunde wird uns von den wundersamen Formen, durch die in dem märchenhaften Lande Ophir die Menschen in der Anmuth junger Mädchen die Götter verehrten. Der Tanz der Jvanesinnen ist schon vielmehr von einer weltlichen Ueppigkeit durchsetzt, die Tänzerinnen von Kambodscha aber sind noch erfüllt von der Reinheit eines priesterlichen Opfers, von der strengen Gehaltenheit primitiver Formen. Auf dem Haupte tragen sie einen hohen Helm, den Pnom", der die Krone der Kmerkönige darstellt; über dieSchultern herab fällt ein seltsamer Ueberwurf in Gestalt einer zackigen Halskrause; von der Taille gehen Flügel aus. Die Arme sind ganz nackt wie die Beine, und an ihnen rasseln Spangen und Ketten, die die Windungen der schnellen Glieder mit leisem Klirren und das jahe Emporschnellen, das plötzliche Abbrechen mit starkem Rasseln begleiten. Der Orient ist ja die Heimath der heiligen Tänze, in denen ein geschmeidiges und wenig wortreiches Volk seine innigsten Gefühle am reinsten ausgedrückt. Aus dem Tanz haben sich hier alle Künste der Darstellung, . des Dramas entwickelt. Durch die Plastik des .K'nrvers, durch die -Anschaulichkeit der Gesten, durch den Ausdruck der Züge wird ebenso eine heldenhafte Legende wie eine königliche Idylle deutlich. Noch heute spüren w in der Kunst der Sado Facco den stets durchklingenden Rhythmus einer tänzerischen Anmuth und erkennen die Geburt des japanischen Dramas aus der zierlichen kapriziösen Rhythmik des japanischen Tanzes. Die indischen Bayaderen tanzen noch heute in den heiligen Tempeln; auch sie erzählen in ihren schwermüthig müden Bewegungen von der Traumseligkeit endlichen Bergessens, doch über ihren Tanz ist eine schlaffe Melancholie und eine trophische Schwüle gebreitet. Die Almees der Araber, haben in ihrem flinken Springen, dem Feuer ihrer Blicke und den harmonischen Gesten wiederum eine kecke Leichtigkeit, die zu Thaten und kühnen Abenteuern anreizt. Aus antiken Reliefs, alten Vasengemälden und seltenen Veschreibungen suchen wir uns die Schönheit des griechischen Tanzes zu reconstruiren, der in seinem feierlichenöchreiten Gebet war, zu Ehren der Götter an großen Festen im Reigen stolzer Jungfrauen geschlungen 'wurde und die ewige Harmonie von Geist' und Körper im Griechenthum vielleicht am 'vollendetsten ausgedrückt hat. Auch die moderne Zeit hat ja früher ausdrucksvolle Tänze gekannt, die Symbole der Galanterie, des feierlichen Ceremoniells, wichtiger Lebensideale waren. Doch der wirbelnde Walzer, die tolle Polka, der rasende Cancan, sie haben sie verdrängt, und was wären sie auch gegen die priesterliche Andacht und den Jahrtausende alten Ernst der kleinen Tänzerinnen vom Kambodscha? In Melbourne. Austral i e n. ist kürzlich die Leiche eines Angestellten eines Sargmagazins, der letztwillig den Wunsch geäußert hatte, durch Feuer bestattet zu werden, verbrannt worden. Da dort kein Crematorium existirt, hatte man an seiner Stelle eine Art Gelaß auö Backsteinen aufgeführt und den Sargen dieses hineingeschoben. Die Oeffnung wurde alsdann zugemauert und hierauf die ringsum aufgeschichteten und mit Petroleum gelrankten Holzstöße angezündet. DaS Resultat dieser Verbrennungsmethode, die an Einfachheit kaum etwaS zu wünschen übrig .läßt ist noch ungewkß. Man erwartet aber, daß sich nach' 5er Oesfnung der Zelle, deren Boden au wer Stahlplatte -besteht, herausstellen' wird, daß von . dem Todten nur noch die Aschentheile übriggeblieben sind. . .- .
Geschäfts-Kalender. Finanzielles.
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