Indiana Tribüne, Volume 29, Number 279, Indianapolis, Marion County, 19 July 1906 — Page 5

Jndiana Tribüne, i. Juli IS 6

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Jntcrurban Zcit-Tabellc. J. N. T. System. I Kraft Sonntag, den 20. Mai 190. Züge verlassen Indianapolis. Muncie & Marion Division. Lawrence, Fortoille, Pendleton, Andersen, Yorktown, Muncie, Aiddletomn, Alexandria, Eummitville, Fairmount, Gas City, Jenes'

ro und Marion. 4 00 33m. 1 05 Nm. 5 05 Vm. 2 00 Nm. 6 00 Vm. 3 05 Nm. 7 05 Vm. ' 4 00 Nm. 5 00 Vm. 5 00 Nm. 9 05 Vm. 5 05 Nm. 10 00 Vm. 6 00 Nm. "11 00 Vm. 7 05 Nm. 11 05 Vm. 8 C0 Nm. 12 00 MttgZ. 9I0Z Nm. 11 30 Nm.

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Die beste Losung. Von Jda Finzi. Es wird gebeten, monatlich zu fce zahlen." . v ' Diese sonderbare Aufforderung war mit großen weißen Buchstaben auf eine cn die Wand gelehnte Tafel geschrieden und sprang einem sofort in die Augen, wenn man zum ersten Mal in die Wohnung des Professors Farri trat. Vergeblich suchte man in dem geräumigen, kahlen, duuklen Zimmer mit den weiß gekalkten. Wänden nach dem üblichen Mobiliar. Weder Tisch noch Sofa war vorhanden; nur drei Rohrstühle standen wie' verschämt in den Ecken, sonst nichts. Nichts und Niemand. Der Professor streifte herum, wie gewöhnlich, die arme Frau Farri plättete außerhalb. So entschloß man sich denn, wieder davon zu gehen, nachdem man sich erstaunt umgeschaut hatte in dieser sonderbaren Wohnung, deren stets offene Thür der Neugierde der Nachbarschaft jederzeit Einblick in die heillose Wirthschaft bot. Doch plötzlich ertönten aus dem Nebenzimmer schleppende Schritte; man sah, wie eine Hand verzweifelte Anstrengungen an demThürdrücker machte und vergeblich versuchte, die Thür zu offnen. Schließlich flog sie durch einen heftigen Stoß auf, ein kleines Mädeben beugte den 5lopf vor und fragte mit Hellem Stimmchen: D Herr wünscht Professor Farri zu sprechen?" Es war eine eigenartige Erscheinung, diese Kleine, höchstens sieben Jahre alt. Man verspürte Neigung, über die ernste Miene zu lachen, mit der sie hinufügte: bin seine Tochter, ich kann ihm Bescheid geben, wenn Sie wünschen." Aber die Lust zum Lachen verging einem plötzlich, wenn man gesagt hatte, weshalb man gekommen sei. - Es kann nichts Traurigeres aeben, als die frühreife Schlauheit dieses kleinen Geschöpfes zu sehen. Wenn es sich um einen Gläubiger handelte, machte sie sich noch kleiner als sie schon war, nahm einen verwirrten Ausdruck an, stammelte: Ich weiß nicht, ob , wann " und mit ihren flehenden Augen voller Thränen erreichte sie es, daß der Gläubiger davon ging, schimpfend zwar, aber doch tief gerührt. War es indessen ein neuer Schüler für ihren Vater, o, dann wurde sie anz Begeisterung, sie sang sein Lob in allen Tönen mit einer Lebhaftigkeit, die geradezu verblüffend wirkte, wie ein kleiner Eharlatan: Das' ist ein Lehrer, mein Papa! Er gab Stunden in der besten Gesellschaft in Turin, wo wir im vergangenen Jahre waren." Immer waren sie im vergangenen Jahre" an einem anderen Orte gewesen und dieses'Zigeunerleben, heute hier, morgen dort, hatte wohl in der Seele dieses Kindes seine Spuren zurücklassen müssen. Man brauchte sie bloß anzusehen mit ihrem anmuthigen, ein wenia länglichen Gesichtchen des kränklichen frühreifen Kindes, in dem die Augen unter dem fremdartigen, fahlgelben und krausen Haarschopf hervorleuchteten wie zwei blaue Flammen; dazu war das schmächtige Persönchen sonderbar genug gekleidet in ein elegantes, aber bis auf das Futter abgenutztes Gewand, welches die Armuth enthüllte, ebenso wie ihre Stiefeletten mit den hohen Absätzen und den losen Sohlen, die an dem Fußboden hinschleiften, ebenso wie ihre große Puppe, bei der .aus allen Nähten das Wera herausschaute.

'Komisch und traurig zugleich war das anzusehen, wie sie nrn uren mageren Aermchen die Puppe zärtlich umschlungen hielt, während ihre Stimme mit der Ueberschwänglichkeit einer Komödiantin Redensarten Erwachsener nachplapperte, die ganz eigenartig von ihren rosigen Lippen klangen. Was wollen Sie? Meine Leute wollen nicht, daß ich es sage; aber dennoch, wir haben keine Mitiel mehr." Sie hieß Mercedes und war in Kairo geboren. Ihr ganzes Wesen entsprach so recht der Ehe, aus der sie hervorgegangen war. Ihr Vater, der Professor Farri, ein gewaltiges Genie, de? Spielball .einer unbezähmbaren Phantasie, immer in Wallung und disponirt, sich für die unwahrscheinlichsten Projekte, die absurdesten Ideen zu begeistern, infolgedessen geneigt, den Beruf, als seiner unwürdig zu verachten, in dem er hatte ausgezeichneten Erfolg haben können, den Beruf eines Lehrers fremder Sprachen. Ihre Mutter, ein armes Kind des Volkes, blind verliebt in ihren Gatten wegen seines Prophetenkopfes mit den langen, wallenden Haaren, wegen seines unerschöpflichen Redeflusses, von dem sie nicht eine Silbe verstand, stets bereit, ihn gegen alle Welt zu vertheidigen, sich in der Arbeit für ihu aufzureiben, ihm auf allen Kreuz- nnb Querzügen durch Europa zu folgen. .Während er ständig auf der Straße lag und die Zeitungsdruckereien ablief, um den nächsten besten zu interessiren für seine immer neuen Erfindungen, die in seinem Hirne wie Unkraut emporschössen, ernährte ihn die arme Frau durch Plätten, ja. sie kleidete ihn so, daß er immer anständig aussah, mit dem stets neugebügelten Eylinerhut, dem stets frischen Kragen. Wenn etwa Jemand sie bedauerte, gerieth sie mit ihrer rllhrenden Harmseligkeit in Erregung und rief aus:'Aoer er lst doch em Geme. müßt ihr wissen!" Manchmal, zu Zei

ten lichter Zwischcnräumc, wurde der Professor sich dieses unerschöpflichen Opfers bewußt und wurde davon gerührt. Dann machte er sich für 14 Tage an die Arbeit und gab fleißig Lektionen. Plötzlich packt ihn eines Abends eine neue Idee, beim Zubettegehen, und Ade Ardt! Alles zu Ende. Er erklärte alles feiner Frau; mit dieser Beredsamkeit, der es gelang, alle seine Hirngespinste mit einem goldenen Schleier zu umgeben, setzte er ihr klar auseinander, seine Projekte feien so gewiß realisirbar, wie zweimal zwei vier sind. Noch ein kleines Opfer, ein wenig Geduld, dann werden wir reich, und Du kannst für immer aufhören, zu arbeiten; verstehst Du, Liebste?" Sie verstand keineswegs. Aber sein Eifer, ihr Ruhe zu verschaffen, rührte sie zu Thränen, und diese Perspective genügte, um sie zu doppelten AnstrenZungen zu veranlassen. . Zwischen diesen beiden, so eng vereinigten Menschen war das Kind zuviel. . Nicht, daß sie es schlecht behandelt hätten, im Gegentheil, wenn sie zufällig Geld hatten, war das erste, der Kleinen ein Kleidchen zu kaufen. Auch gab ihr der Professor gern Unterricht in Sprachen oder in der Deklamation. Aber sie wußten nichts mit ihr anzufangen. Beio: immer außerhalb, konnten sie das Kind nicht mit sich schleppen. In die Schule konnten sie es nicht schicken, weil sie nie dahin gelangten, einmal ein ganzes Jahr in ein und derselben Stadt, zu bleiben. Auf der Reise bereitete es ihnen Verlegenheiten, weil es zart war und nicht die Stöße und Erschütterungen des Fahrens in der dritten Klasse ertragen, konnte. Unter ihnen fielen oft die Worte: Aber da ist das Kind! Was machen wir mit d:m Kind?" DaS Kind hörte es, ohne ein Wort zu sagen, mit einem durchdringenden Blick und einem schwer zu deutenden Verziehen seines bleich Gesichtchens, und setzte sich ganz leise in einen Winkel, um dort seine Puppe zärtlich gu streicheln. Wenn bann feine Eltern weggegangen waren, der Vater hierhin, die Mutter dorthin, blieb die Kleine allein in dem weiten, dunklen Zimmer, hingekauert auf ihrem Schemel. den Kopf zwischen den Kleidern der Puppe versteckt, lange, ohne sich zu rühren, auf demselben Fleck sitzen. ' Zum Glück waren Nachbarn da. In diesem Hause mit feinen dünnen Mauern und seinem schmalen Hof, das ich ausnahm, als enthalte es nur eine emzige gerneinsame Wohnung für alle diese Miether, deren Fenster aneinander stießen, kannten alle Mercedes und alle erbarmten sich dieses verlassenen Geschöpfchens. Jeden Augenblick rief Jemand zum Fenster heraus: Komm' doch herauf, Mercedes!" Manchmal war es die schöne," junge. Frau Ferrani aus der zweiten Etage. Willst -Du mit meinen Kindern spielen kommen?" - Das fehlte ihr gerade! Mit den Kindern unterhielt sich Mercedes nicht. Sie sind dumm." sagte sie mit etwas verächtlicher Grimasse. Sie befand sich nur wohl in Gesellschaft der Großen", die sie nach ihrer Lebensgeschichte befragten und ihr gern zuhörten. Die Frau Magdalena zum Beispiel, die starke, brünette Dame aus der vierten Etage, die sich mit Ehevermittlung befaßte, und eine sentimentale, unglückliche Leidenschaft für Kinder hatte. Oder Fräulein Lucia Asioris, die Nichte des Zahnarztes aus der ersten Etage, eine anmuthige, sympathische Blondine. Wenn eine von diesen rief, hörte man sofort einen kleinen scharfen und fröhlichen ' Schrei, der über den Hof hrnschallte, wie der Ruf der Nachtigall: Ich komme, ich komme!" Und sogleich hörte man die losen Sohlen eiligst die Treppen hinaufschleifen und vernahm das Trillern ihres frischen, kindlichen Lachens. Manchmal, wenn sie auf Besuch war, ließ sie sich gehen und machte tausend Dummheiten mit all der Lebhaftigkeit ihrer sieben Jahre, die sich Luft machte in possenreißerischen Scherzen und sich damit amllsirte, alle toll zu machen, wobei sie dann heftig ihr Köpfchen hintenüber warf, außer sich vor Vergnügen. Wo hast Du mein Knäuel hingelegt, Mercedes? Und die Scheere, hast Du sie versteckt?" Dann lachte sie so herzlich, daß es unmöglich war, sie zu schelten. Manchmal aber wure sie plötzlich ernst, runzelte die Stirn, und das Gesichtchen nahm einen ältlichen Ausdruck an. Das kam besonders vor, wenn sie bei der Ehevermittlerin war, wo sie kniend auf einem Stuhl vor dem Fenster hockte, das auf das Meer hinausging. Diese ungeheure blaue Fläche, deren leuchtende und zitternde Wogen das Zimmer mit seinen schimmernden Reflexen erfüllte, schien tausend Erinnerunen in ihrem Köpfchen zu erwecken mit ihrem und'utlichen Gemurmel der Wellen. Dann war es leicht, Mercedes zum Sprechen zu bringen. Es' genügte, daß Frau Magdalena ihr sagte: Woran denkst Du, Mercedes?" Sogleich begann sie dann zu erzählen mit plötzlich hervorbrechender Vertraulichkeit; mit dem Bedürfniß, sich zu irgend Jemand auszusprechen über diese Erinnerungen, die zu schwer auf ihrem kindlichen Geist lasteten. Sie berichtete freimüthig alles, d Reisen, die sie gemacht hatte, daß ihr Kleid.

das sie trug, nicht bezahlt sei, und die

Geschichte von einem Gläubiger, der die Geduld gehabt Katte, einen ganzen Tag auf ihren Papa zu warten, von dem die Mama gesagt hatte, er sei ausgegangen, Lektionen geben. Und wissen Sie, wo der Papa inzwischen war? Auf dem Boden!" Dies schien ihr zu schön, und sie lachte herzlich darüber. Dann aber plötzlich, mitten in einer dieser Erzähjungen, in denen alle Augenblicke die Phrasen vorkamen: .Als wir in Kon-

stantinopel waren ..... als wir in Paris waren" unterbrach sie sich, schllttelte naurig das Köpfchen uno murmelte: Wir sind niemals dauernd an einem Ort, und die anderen sind es doch! Wie kommt das nur?" Dabei richtete sie sich auf dem Stuhl auf und, den Blick ans das Meer gerichtet, schien sie auf dieser schillernden, beweglichen Fläche den Ort zu suchen, an dem es ihr endlich vergönnt sein möchte, auszuruhen, ihrem müden Persönchen Erholung zu gewähren, das zerschlagen war von den unaufhörlichen Stößen der Reisen und des Lebens. Thatsächlich, ich verstehe nicht, daß mir diese Idee nicht schon früher eingefallen ist! Eine so erstaunliche Idee!" Von wo dem, Professor Farri diese Idee gekommen war, die er so erstaunlich fand, als er anfangs September vor seinem Spcisetisch saß? Wer kann das wissen? Vielleicht hätte man eS ihm ebensowenig sagen können, wie die Erde weiß, woher die Samenkörner kommen, die der Wind heranweht. Vielleicht hatte er irgend eine Zeitungsgeschichte gelesen, oder einen Ländernamen auf einem Eisenbahnfahrplan qefunden gelegentlich seiner Streifzüge durch die Stadt. Eins ist gewiß, er wollte nach Argentinien reisen und mit Hilfe seiner geologischen Kenntnisse eine Silbermine entdecken. Seit acht Tagen sprach er von nichts anderem. Versiehst Du? Ich stelle mich dem Präsidenten der Republik vor, unterbreite ihm das Projekt, er bewilligt mir das Schürfrecht; ich gehe an den Ort " Er war schon an dem Ort, im Geiste, dieser Teufelskerl; und er hatte eine solche Art, das Wort Argentinien" auszusprechen, daß man dabei ein verlockendes Metallgeklingel zu hören vermeinte. ''Seine Worte begleitete er mit großartigen Gesten, wobei die Maccaroni auf-der Gabelspitze hin und hertanzten. Mit begeisterten Blicken schaute ihn seine Frau an, die, ein ärmliches Kleid aus Jndiana um den mageren Körper, von Zeit zu Zeit an den Herd ging, ein neues Plätteisen einzulegen, wobei ihr braunes, trockenes Gesicht ebenso von Enthusiasmus, wie von der Hitze der feurigen Eisen erglühte. , . ' "Wie .dann, der' Professor, immer mthr in ' feine Idee vertieft, auf die Fuße sprang und rief: -Es ist zwecklos, Europa ist nicht für mich!" wiederholte die resignirte Stimme der Frau, wie ein sanftes, abgeschwächtes Echo fewer Narrheit: , .Sicherlich, es ist nicht für Dich!" Mit einem Male unterbrachen alle beide sich mit einer Geberde der Entmuthigung, indem sie nach . Mercedes hinblickten, die, in einem Winkel hockend, ihre Puppe ankleidete und alle Augenblicke nach dem Tisch hinschaute, wo ihre Eltern standen. Ein Moment des Schweigens trat ein. Dann murmelte die Mutter bewegt: Wie ist das zu machen? Eine Reise von dreißig Tagen über das Meer?" Das kleine Kind erhob sich, ohne ein Wort zu sagen, und ging mit seiner Puppe im Arm leise hinaus. Der Professor begann, mit großen Schritten im Zimmer hin und herzugehen, wobei er an die Wände stieß, als wolle er sie einbrechen. Er fuhr fort: Und ich sage, daß man hier mit Gewalt festgchalten wird, während, wenn man dort wäre o, wenn man dort wäre !" Und in dem warmen düsteren Zimmer begann von Neuem die Silberkaskade zu erklingen, unerschöpflich und helltönend, wie die Beredsamkeit des Professors. Inzwischen ist das Kind auf den Flur hinausgeeilt und läuft die Treppen hinauf, wie wahnsinnig; jedesmal, wenn sie mit rascher Wendung an den Fenstern vorbeispringt, möchte man glauben, daß in den blauen Augen eine Thräne glänzt. Aber Mercedesgehört nicht zu den schwachmüthigen Kindern, die immer die Thränen bei der Hand haben; so beschränkt sie sich darauf, sich auf die Lippen zu bei.ßen und ihre Puppe fester an's Herz zu pressen. Und wie sie ihr Lockenköpfchen in den Eingang des Stübchens der Frau Magdalena vorstreckt, ist auf ihrem Gesicht keine Spur von Thränen mehr, fondern das gewöhnliche impertinente Lächeln des kleinen Schelms. O, Mercedes!" sagte das blonde Fräulein Astoris, die auch an diesem Nachmittag bei Frau Magdalena zu Besuch war, was seit einigen Wochen übrigens ziemlich häufig vorkam. An diesem Tage schien sie schöner und fröhlicher als je zu sein;sie hatte eine Rosenknospe in dem blondenHaar, und in ihren Augen schimmerte ein großes Glück. Als sie das Kind sah, schloß' sie es lachend in die Arme. Welßt Du schon, daß ich verlobt bin?" - . s Mit wem?" fragte das Kind, ohne mit den Wimpern zu zucken. ,

mit einem Fremven,'mtt ren? micy hier Frau Magdalena bekannt gemacht hat." Und wann wirst Du fortgehen von hier?" fragte die Kleine mit schwacher Stimme. O, sie zählte schon so viele Trennungen in ihrem kurzen Leben! Wie viele Male entsann sie sich schon, Adieu" gesagt zu haben! Das Fräulein Astoris war tief bewegt von diesem Schmerz und küßte Mercedes herzlich. O, Du mußt darum nicht weinen, weißt Du. Ich gehe fort, gewiß, aber doch nicht gleich, es sind noch viele Monate bis dahin." Das Kind fagte nichts mehr. Plötzlich begann die schöne Blondine zu lachen. O, wie spät es ist! Ich wette, Er" Zst schon unten und erwartet mich." i Und hiermit ging sie fröhlich davon, singend wie ein kleiner, Vogel. Mercedes sandte ihr einen sonderbaren Blick nach. Den Bräutigam haben Sie ihr besorgt?" fragte sie einen Moment danach mit ihrem hellen Stimmchen. Gewiß," sagte Frau Magdalena mit Befriedigung und streckte sich dabei glückselig auf dem Divan aus, wobei die Falten ihres Seidenkleides in allen Nähten krachten. Und," fuhr die Kleine fort, indem sie offenbar sorgfältig überlegte, fortan braucht dann wohl der Zahnarzt hier unten, wenn er reisen will, nicht mehr Lucia mitzunehmen?" - Frau Magdalena sperrte überrascht die Augen auf: Aber nein, das versieht sich doch." Das Kind schwieg und näherte sich dem Balkon, der nach dem Meere zu ging. Unter dem erblassenden Himmel dehnte sich das Meer weithin aus, in einem schmelzenden, glänzenden Saphirblau, darüber eilten leicht weiße -..ämmchen hin; hier und da zitterte ein schwacher rosiger Schimmer, wie die Ahnung des nahen Sonnenunterganzes. Und all dieser Glanz der Farben, der Flammen, des schillernden, tönenden' Wassers vibrirte um das unbewegliche Köpfchen, das von einem geheimnißvollen Traum faszinirt zu 'ein schien. Plötzlich wandte Mercedes ich um. Sie war schneebleich. Mit ?em Rücken an das Gitter gelehnt, blickte sie Frau Magdalena fest in's Gesicht mit ihren großen blauen Augen, deren Ausdruck eigenartiger war, als je: Frau Magdalena," sagte sie leise und todternst mit ihrem hellen Stimmchen, das zitterte. Können Sie nicht auch für mich einen Mann besorgen?"

Im Acrgcr. H. m m Nun, Kamerad, weshalb denn so ärgerlich?" Scheußliches Pech! Zweihundert Mark von Tante geerbt! . . . Hatte zwar gar nichts erwartet aber daß es fo wemg Ware hatt ich nie gedacht!" ' DerNimrvd. Der Herr Professor für sich, nachdem er heute schon den sechsten Hasen gefehlt hat: Außerordentlich! Wenn man bedenkt, daß unsere germanischen Vorfahren fast ausschließlich von der Jagd gelebt haben!" Nobel wider Willen. Aber weißt Du, eS ist wirklich nicht recht von 'Dir, daß Du gerade beim theuersten Schneider arbeiten

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