Indiana Tribüne, Volume 29, Number 279, Indianapolis, Marion County, 19 July 1906 — Page 3
3
Alöbel, Teppiche, Ofen und ausausstattungen. DaS neueste und vollständigste Lag der Stadt. Die mäßigstm Preise, welche je für Waaren erster Klasse verlangt urden. Ein Besuch in unserem Ver kaufslokale wird sich für .Sie bezahlen. Sie werden zuvorkommende Behandlung erhalten. WILLIG'S 141 West Washington Str.
beachten Sie unser Schaufenster für Montags oder Freitags BargainS. ATTTrrri TIT"I?n?T lIHjUö1 JJLIhlXJhMX, 449 Wst Washington Str. Tel. Alt Main 2525. Crown öill Office 3333 Nord Senate Ave. Telexhon Neu 6485. Alt NorthSSt. ErfteSecküsteExcursion (Saison 1906.) Atlantic City. Ocean City, Cape May oder Sea Jsle City, via Foiir L. 8. & M. 8. Sahn und Lehigh Valley Ronte. ...über Cleveland und Buffalo... Donnerstag, 19.Juli '06. BilletZ von Indianapolis für die NNttdfnhrtSH.7.VV Retourfahrt limitirt auf 13 Tage ein tr,öf,ii va n.riifatrtft.x 9TitfffiHa, Bemilligung in Philadelphia und Niagara saue, ebemo zu .Weuno ur yauluqu fahrt, vorausgesetzt Sie deponiren Ihr Bil. mr. jiir nPTTTPiirTi nrTniuiai riiii jikiuui I let der Ihrer Ankunn iofort mtt öem Agenren. Für völlige Information und Einzelnh. ten wende man sich an die Agenten der ..Big Four Route" oder schreibe an H. I. Rhein, Gen'l. Pass. Agt., in-.: i: r I viainuuii,wi sT iC sZlAY rn 9Trtt SRrtff JVh'f V ühm ) yH' fY Indianapolis, Ind. Züge ersten Ranges Schnelle Zeit! - Zu bequemen Stunden ! 14 12 6 6 4 üge zwischen Indianapolis und incinnati. üge zwischen JndianapoltS und 'ayton. üze zwischen Indianapolis unk Toledo und Detroit. Z2ge zwischen Jndiznapolis Decatur, Illinois. und Jüae wischm Indianapolis uns Springsield, Illinois. Parlor WagaonI an allen Tagel und Scblas magzonl an alle Nacht-Zügeu. Indianapolis Offic: Union Bahnhof und 8-Nord Jllino! St. R. P. lgeo, D. P. 8. LAKE ERIE & WESTERII ü. ü. Tt.dt.Iik.t.0fnce : 1 Oft Washington Etr. Vhone 371. ....Fahrzeit der Züge.. Lbfahrt Vnkuist ! D. . rokdo. eaz nud rttchiaanr?rrI.f 7.15 110.15 Nm. 31m. sIed,.,ttnadkaaLt'......Nk.so fSM Nm. Nm. rttchig litv. Manche .Lasavetteep 6.&0 t Täglich, genommen tantaa. t .4
ao Grabsteinen jypy ) r Monumenten i3llyffi
Big
Deutschlands
Erste Wklknsstrllmg im ZaUc 1912.
Weltausstellung in Berlin 1912. Um
Kongreß. - Die russische Reichs-Duma. Ladronenhäuptlmg getödtct. Ossiziers-Deputation beim Zaren. Findet die letzte Ruhestätte. T!e Schießereien nebmen kein Ende. Insel Sizilien don Erd beben bedroht. Zweites Geleise für die sibirische Bahn. Automobil-Unfall.
Deutschland. Weltausstellung in Ber lin 1912. Berlin, 18. Juli. Eine her. vorragende Persönlichkeit äußerte sich wie folgt: Ich bin von bester Autorität infor rnirt, daß die deutsche Regierung die verschiedenen Nationen zur Theilnahme an einer großen internationalen Aus ftellung einladen wird, die in Berlin im Jahre 1912 stattfinden soll. Die Ausstellung soll alle früheren WeltauS ftellungen in den Schatten stellen. Die deutschen Befürworter der Planes find der Zuversicht, daß der riesige Fort schritt in Kunst und Wissenschaft die Ausstellung in Wahrheit zu einer von großartigen und nie dagewesenen Pro Portionen machen wird. Die Plüne werden von deutscher Gründlichkeit Zeugniß ablegen. Der Kaiser wünscht, daß die Ausstellung ein wahres Bild des Fortschritts und der Größe des Deutschen Reiches gebe. Berl'N wird, wie er zuversichtlich erwartet, innerhalb der nächsten Jahre, nicht nur was die BevölkerungSzahl betrifft, die größte Stad des Kontinents sein, sondern auch der kommerzielle und politische Mittel Punkt. ES wird großartige Arrange !ntS zur Unterhaltung der Fremden machen. Um den Roos e velt.Becher. Kiel. 13. Juli. Bei den im September in Marblehead, Mass.. statt sindenden Wettfahrten um den Roose velt'Becher werden folgende deutsche Jachten theilnehmen: Glückauf IV." (Kaiserlicher Yacht. Club). Eigenthum von G. StinneS aus Mühlheim. m Wannsee " (SeglerhauS Yacht Club), Eigenthum des Clubs. Tilly VI." (Norddeutscher Regatta Club), Eigenthum du GeneralKon suin Doumann und R. rogmann zu Hamburg. Jede Yacht wird von drei Laien ge segelt werden. Der Kaiserliche Yacht-Club wird durch den deutschen MarineAttache in Washington, Kapitän HebbinghauS, vertreten sein. Die Vorschriften für die Wettfahrten um den Roosevelt.Becher besagen, daß nur kleine oeul qe uno amerilanl qe m.. s h ; .v ü' a avwv"' Lande, unter den Auspicien des Kaiser licken Nacht-ClubS zu Kiel und deS - Eaftern Yacht ClubS von Boston, theil ehmen dürfen. Die Yachten müssen . . a.m . a . ...r..:.. "ut uul' UW3 entworfen und gebaut worden sein, und tt!.iM. sowie anderes Nubebör. mül ' ' ' ' k. ..kN, X., .(T. Flagge sie führen, stammen. Die Wasserlinie der Yachten ist auf eine Länge von 32 Fuß beschränkt. Ueber' die Art der Takelage sind keine Bor schriften erlassen und eS wird keiner Yacht irgend welche Zeitvergünstigung zugestanden werden. Die Besatzung jeder Yacht ist auf drei Personen be schränkt,-welche eingeborene Bürger deS Landes sein müssen, unter dessen Flagge sie sich um den RooseveltBecher be werben. Großbritannien. ArchitekteN'Congreß. London, 13. Juli. Mit einem Empsang in den Graston Gallerien durch den Präsidenten John Welcher wurde heute der internationale Archi tekten - Congreß eröffnet. Ungefähr tausend Delegaten waren zugegen. Die Ber. Staaten waren stark vertreten und auch alle europäischen Staaten und viele britische Kolonien hatten Delega ten entsandt. Die Eröffnungssitzung fand am Nachmittag unter dem Vorsitz des Herzog von Argyll in der Guild ball flaiL Lord.Mavor Walter Mor. gan hieß die Delegaten willkommen und Präsident A.'lchtt verlas eine Ansprache, welche von den Vertretern der verschke denen Nationen erwiedert wurde. Im cn.. v. tn. f.A& ro . - I Jiuuiw uci üu. tuuiui fuiy cuiyc I. Pgst. I m..,k r.k. r.. O" oi uuiu if wi der ftmoa von uravll auf d'e moderne I -r - - u - o (i i 1 - Entwicklung der Architektur und inSbe
den Roosevelt-Becher. Architelten'
sondere der Stahlgerükbauten hin, deren Stärke sich bei dem San Fran ciöco'er Erdbeben bewährt habe. Er verglich diese Bauten mit Eisenadern, die sich durch Felögeftein hinziehen. Lady Curzon gestorben. London, 13. Juli. Lady Cur zon of Kedleston, Gemahlin deS frühe ren Vkce.KönigS von Indien, die feit einigen Tagen krank war, starb heute Morgen gegen 3 Uhr. Sie hat sich feit ihre? schweren Krankheit im Jahre 1904 nicht wieder gänzlich erholen kön nen, und das jetzige heiße Wetter been dete schnell ihr Leben. Lady Curzon war eine geborene Mary Leiter, 2?ch ter des GeldmacklerS Levi 3. Leiter in Chicago. Ruklan. Britische Flotte führt überhaupt nicht nach Rußland. London, 18. Juli. Auf eine im Unterhaufe an ihn gerichtete Anfrage in Betreff deS verschobenen Besuchs der britischen ttanal.Flotte in Krön ftadt antwortete Walter Runciman, der Sekretär der Lokalverwaltung, daß die russische Regierung angesichts der polt tischen Zustände in Rußland andeuten ließ, die Anwesenheit der fremden Schisse in Kronstadt könne Veranlas sung zu Zwischensällen geben, welche auf die innere Politik Bezug haben. Deshalb sei das Programm widerrufen worden und die Regierung bedaure, daß der Besuch verschoben werden mußte, da eS schwierig sei, daS Pro gramm umzuändern. Man habe da her beschlossen, die beabsichtigte Fahrt nach dem baltischen Meer vollständig fallen zu lassen. Die russische Duma. St. Petersburg, 13. Juli. Die vom Parlament eingesetzte Kom Mission, welche eine Statistik der Mit gliedschaft im Unterhause zusammen stellen sollte, hat ihren Bericht, in dem interessante Daten enthalten sind, voll endet. In dieser bemerkenswerthen Körperschaft sind zweiundzwanzig ver lchleoene Völkerschaften vertreten und zwar wie folgt : Großrussen 265, Kleinrussen 62, Weißrussen 12, Polen 51, Lithauer 10. Letten 6, Deutsche 4, Tataren 3, Baschkiren 4, Kirkisen 1, Tscherkessen 1, Mordwinen 2, Wotjaken 2, Juden 13, Bulgaren 1, Kalmücken 1, Geor gier 5, Armenier 4, Ossetlner 1, Bu ruten 2. WaS Bildung anbelangt, so haben 184 Mitglieder niemals eine Schule besucht. Die unteren Klassen der Schulen wurden von 111 Mitgliedern besucht, 61 erhielten einen Mittelkur sus und 189 weisen eine theilweise oder vollständige UniversitätSbildung auf. In Parteien zerfallen die Mitglieder wie folgt: Konstitutionelle Deme kraten 153, Arbeitsgruppe 107, Auto, nomiften 63, Demokratische Reform Partei 4, Oktobriften 13, Gemäßigte 2, Handel und Jndugriepartei 1, nicht klassisizirt 105. Admiral RoschdeschvenSky erhält ein h oheS Amt. St. Petersburg, 13. Juli. Wie verlautet, wird Admiral Rosch deschvenökys Name der aktiven Lifte der Flotte wieder eingefügt werden, und der Admiral soll eine hervorragende Stellung am technischen Comite der Marine erhalten. Mitglieder der Hofpartei, darunter General Graf Jgnatieff und Fürst Tfcherbatoff, hielten gestern eine Ver scmmlung ab und organisirten eine Union deS Hauseignenden" Adels, al deren Präsident Fürst Kaffatkine Rost kovöki erwählt wurde. JedeS Mitglied erklärte sich bereit, ein Zehntel Prozent feines angelegten Kapitals beizufteu ern, um eine Wache für die Befchützung von Eigenthum zu bilden, welches Mit gliedern der Union gehört. . OkfizierS.Deputation beimZaren. Peterhof. 18. Juli. Eine Deputation von Offizieren von vier
sibirischen und von dem manschuria,
Nischen russischen Armecorpz traf heute hier ein und wurde von Kaiser Niko. laus empfangen. Die Deputation überreichte dem kleinen Großfürsten AlexiS, dem russischen Thronfolger, der jetzt bald zwei Jahre alt ist, ein Kreuz nebst Altarbild, welches der Großfürst küßte. Der Kaiser dankte den Offizie ren mit herzlichen Worten und versprach im Namen seines kleinen Sohnes, daß derselbe das Kreuz Zeit seines Lebens am Halse als Amulet tragen würde. Regierungsgelder g e r a u b't. Rostow am Don. 13. Juli. Zwei in der Regierungsbank angestellte Gehülfen trugen heute mehrere Geld' beute! mit Sl20.(PP,Baargeld von der Post nach der Bank. Unterwegs wur :n sie von sechs bewaffneten Männern angegriffen und tödtlich verwundet. Die Räuber bemächtigten sich der Geld beute! und entflohen, obgleich die Poli zei und eine Abtheilung Kosaken sie ver. olgten. Die Schießereien nehmen kein Ende. Tifliö, 18. Juli. In Folge der gestrigen Ermordung deS Polizei chefs Martinoff in der Nähe der Georgian Ritterschule erschien bald darauf eine Abtheilung Soldaten vor dem Gebäude, welche Salven in das selbe abfeuerte. Der Direktor der Schule, Chltadge, wurde getödtet und die Professoren Pionti und Abuladge und der Schulenverwalter wurden von den Kugeln sehr schwer verwundet. Während dieser Schießerei wurde der Hauptmaun .Vinogradoff von einem seiner, eigenen Leute durch einen Schuß tödtlich verletzt. - Findet die letzte Ruhe, st ä t t e. Moskau, 13. Juli. Mit der größten Heimlichkeit wurde heute der Leichnam des am 5. Februar 1905 von einer Bombe getödteten Großfürsten SergiuS in Anwesenheit der Groß fürftin Elisabeth, der Großfürsten Confiantin, AlexiS, Boris und Dimi tri und einiger wenigen Vertrauten in der Krypta deS Tchudoff Klosters im Kreml beigesetzt. Der Leichnam war bisher in einem temporären Gtwölbe aufbewahrt worden. Zweites Geleise für die sibirische. Bahn. St. Petersburg, 18. Juli. In einer Sitzung des MinifterrathS wurde heute beschlossen, dem Parla ment ein Projekt zum Bau deS zweiten Geleises der sibirischen Eisenbahn zur Annahme zu unterbreiten. Ein Dop pelgeleise würde eS ermöglichen, daß täglich 44 Züge von und nach Sibirien fahren können würden. Zuerst soll die Strecke von Chin?k nach JakutSk mit einem Kostenauswande von hundert Millionen Rubel (S21.480,000) dop pelgeleisig gebaut werden. FrankreiH. Automobil. Uns all. Lisieux, 18. Juli. In der Nähe von DivaS'SurMer stieß heute ein schnell fahrendes Automobil mit einem schwerbeladenen Wagen auf der Chaussee zusammen und beide Fuhr werke wurden umgeworfen und zer trümmert. Die Insasse des Auto mobils, verr Stillman von New York, Frau Greenway und zwei andere Da men wurden sehr gefährlich verletzt, während der Chaffeur und ein Mäd chen nur geringe Quetschwunden er hielten. Der Kutscher des Lastwagens wurde tödtlich verletzt. Salvador. Waffenstillstand ge schloffen. SanSalvadoa, 13. Juli. - Heute Morgen begann der vereinbarte Waffenstillstand der drei Central.Ame rikanischen Republiken Guatemala, Honduras und Salvador. Die Frie denöunterhandlungen werden von den Bemächtigten der drei Länder an Bord des Ver. Staaten Kreuzers Marble head" in neutralen Gewässern elnge leitet, eventuell abgeschlossen werden. Vorläufig bleiben die feindlichen Ar meen in ihren gegenwärtigen Stellun gen stehen und warten die Zelt ab, bis die FriedenSbevollmächtigten in ihre resp. Länder zurückgekehrt sind. DaS Heer der Republik Salvador steht kriegsberit mit dert Front gegen Guatemala. DaS Centrum unter Be fehl des Generals Villa Viconcio ist 6,000 Mann stark, der linke Flüge unter General FrariftaloS. 6,000 Mann und der rechte Flügel unter Genera Preza ist 11,000 Mann stark.
Schreckliche Mordthat.
Trunksüchticher Viann schiebt seine ffrau todt. W i n d s o r, Canada. 13. Juli. Der 57 Jahre alte Christoph Spindel. mann hat heute seine Frau Emma er chogen. Sein Sohn. Robert Spin. delmann, äußerte sich beim Verhör wie olgt: Mein Vaier hat stark getrunken und in der Trunkenheit die Mutter häufig gegriffen. Ich trat immer zu MutterS Schutze auf und war daher dem Vater verhaßt. So schlimm wurde eS, daß ch das Elternhaus verlassen und ein KofthauS, ganz nahe unserer Familien Wohnung, beziehen mußte. Ich blieb zum Schutze der Mutter in der Nähe, denn ich wußte wohl, daß eö wieder zu Gewaltstreichen seitens des Vaters kom men würde. Ich hatte leider nicht ange zu warten. Mittwoch Nacht hörte ich in der elterlichen Wohnung einen Schuß krachen. Ich sprang über den Zaun, um möglichst wenig Zeit zu verlieren, kam aber doch zu spät. Als ich in den Hof trat, fah ich meine Mut ter mit blutendem Kopfe ledlos auf dem Boden liegen und bemerkte, wie der Vater sich die Waffe an die Schläfe setzte, um seine greuliche That mit dem Tode zu büßen. Ich sprang auf ihn zu und entriß ihm den Revolver, denn ich war der Stärkere. Er wurde ver hastet und in'S Gesängniß gebracht. Der Galgen erwa tet ihn. Nichts kann. nichts soll ihn retten. Er verdient die Todesstrafe. Meine arme Mutter hat ein besseres Schicksal verdient. Sie ar deitete Tag und Nacht, um das von meinem Vater verschwendete Geld wie der zu erwerben. Den Vater hat sie gut behandelt, obgleich derselbe etwas ganz anderes verdient hätte als gute Behandlung. Noch letzten Montag, als er wegen Trunkenheit verhastet wurde, hat sie die vom Richter ihm auf erlegte Geldstrafe bezahlt." Italien. Insel Sizilien von Erd beben bedroht.Palermo, 13. Juli. Die ge. waltigen Auöbrüche de feuerspeienden Berges Stromboli fanden mit unver. minderter Heftigkeit auch heute statt. Der feuerspeiende Berg Etna, der eine längere Zeit sich gänzlich ruhig ver halten hat, stieß heute auch wieder dicke Rauchwolken aus. Philippinen-Inseln. L adronenhäüptling getödtet. Manila, 13. Juli. Lieut. Costello von den ttonstablern berichtet an die Regierung, daß er am 17. Juli ein Gefecht mit Ladronen unter der Führung des berüchtigten Häuptlings Panleton Villefuerte gehabt habe. Villefuerte wurde getödtet. Vier Büch. fen und eine große Menge Ammution wurden erbeutet. Der erschlagene Häuptling war ein Bruder deS Ladro nenhäuptlings, der vor einigen Wochen gefangen wurde. Lieut. Taylor defertirte mit sechs Zugehörigen der RezierungSpzlizei. Alle wurden wieder eingefangen. Der Lleutnant wurde für irrsinnig erklärt und einem Hospital überwiesen. Mit allen Zeichen heftigsten Schreckes und größter Aufregung stürzte dieser Tage eine bildhübsche junge Wittwe in Paris auf den Schutzmannsposten auf dem Boulevard Saint - Michel zu und bat ihn mit zitternder Stimme um seine Hilfe, da sich auf ihrem Balkon eine große Schlange befinde. Der Beamte nahm vorsichtshalber noch zwei Kollegen mit, und dann begaben sich alle nach der Wohnung der Wittwe. Ihre Erzählung wurde durchaus beftätkgt. Auf dem Balkon der in der ersten Etage belegenen Wohnung sonnte sich unter Palmen und anderen Blumen eine große, über zwei Meter lange Schlange. Die Thatsache an sich war ja zwar nun von den Schutz leuten festgestellt, allein keiner wagte, sich des Reptils zu bemächtigen.' Man holte sich alo beim Reviervorsteher Rath, und dieser ließ einen Wärter auö dem Zoologischen Garten kommen, der vie Schlange ergriff und den Schätzen des Zoologischen Gartens einverleibte. Größere Mühe koftete es der Polizei, nunmehr die anderen Miether im Hause zu beruhigen, die fich angsterfüllt in ihren Wohnungen derbarrikadirt hatten, auö Furcht, die Schlange könne auch ihnen einen efährlicken Besuch abstatten. Die Polizei yat eine Untersuchung eingeleitet, auf welche Weise das Thier auf den Balkon gelangt ist, wtV man nimmt an, daß es sich um einen schlechten Scherz eines abtwukenes Freiers der Wittwe handelt.
Nukett und Gefahre deS Schwam - mcö.
Wer die Benutzung des WasserS zur Reinigung und Erfrischung des Körpers wirklich lieben gelernt hat. wlrd wohl auch den Nutzen emes möglichst großen Schwamms zu würdigen Wissen. Eigentlich ist solch ein Schwamm ein merkwürdiges Ding wegen seiner Fähigkeit, verhältnißmäßig geradezu wunderbare Mengen von Wasser in sich aufzunehmen. Wird er häufig benutzt, so müssen Tausende von Litern nach einander durch seine unzähligen Zellen hindurchfließen. Ein Mitarbeiter des Lancet" hat dafür ein Beispiel berechnet. Wenn ein Schwamm, der ein halbes Liter Wasser in sich aufsaugen kann, nur ein dutzendmal hinter einander in Wasser gesteckt und wieder ausgedrückt wird", so würde die ges ammteWassermenge wahrend der einmaligen Benutzung schon den Betrag von 6 Litern erreichen. Wird nun aber eine solche Waschung ein Jahr lang täglich mit demselben Schwamm vorgenommen, so würden in dieser Zeit rund 2000 Liter feine Zellen durchflossen haben. Diese Schätzung ist durchaus nicht übertrieben, und besonders reinlich veranlagte Leute, mogen ihrem Schwamm wohl eine noch größere Leistung zumuthen. Die eigentlich gesundheitliche Bedeutuna des Schwämme beruht aber erst aus der Eigenschaft, daß er die Unreinheiten deS Wassers wie ein großer Filter in seinen Zellen zurückhält. Selbstverständlich hat diese Fähigkeit ihre Grenzen und man wird einen Schwamm mcht zu lange benutzen dürfen. Die Dauer seiner Gebrauch ssähigkeit wird von der Reinheit des Wassers abhängen, das gewohnlich zum Waschen genommen wird. Falls in dieser Hinsicht nicht eine gewisse Vorsicht benutzt wird, kann der Schwamm sogar zu einer Gefahr .für die Gesundheit werden. Auch wenn das Wasser nur sehr wenig Unreinlichkeiten enthält, häufen sie sich ' im Schwamm nach dem Durchgang pon Hunderten von Litern' doch, allmählich zusammen, und der in ihm auf diese Weise gebildete Schlamm bietet für Bakterien aller Art einen ausgezeichneten Boden. Man braucht aber einen solchen Schwamm noch nicht wegzuwerfen, sondern man muß für seine Desinfektion sorgen, die übrigens am besten dadurch geschieht, daß man ihn in tarier Sodalosung,, dann rn einer 'chwachen Losung von Salzsäure und 'chließlich in reinem Wasser wäscht, dann ausdrückt und an der Sonne trocknen läßt. Telegraphenseinde in den Tropen. In tropiscken Gegenden sind die Telegraphenleitungen Gefahren ausgesetzt, die in Ländern der gemäßigten Zone ganz unbekannt sind, und zwar 'ist es außer dem Klima die Thierwelt, die dort ganz besondere Vorsichtsmaßregeln nöthig macht. Man bat schon eine aanze Reibe von Telegraphenfeinden unter den Tropenthleren kennen gelernt. So machen die Termiten die Verwendung von hölzernen Telegraphenstangen unmögnch, und ebenso wurden sie untertrdische Telegraphenkabel zu zerstören wissen, wie sie schon mehrfach bewiesen haben. Unter den Säugethieren sind es namentlich die Elefanten, von denen es ohne weiteres begreiflich ist. daß sie eine Telegraphenleitung rm ganzen zu zerstören fähig sind. Ebenso leicht könnte der Ingenieur in den Tropen voraussehen, daß das Volk der Affen Telegraphenleitungen als ein Spielzeug betrachten würde, das von den ryunderlichen zweibeinigen Wesen eigens für sie hergerichtet wäre. Sogar Schlangen haben es angeblich zuweilen verstanden, den telegraphischen Betrieb zu stören. Jetzt hat sich in Südafrika noch ein neuer Telegraphenfeind bemerkbar gemachte der bisher ganz unverdächtig gewesen ist, nämlich die Giraffe. A der Linie von Bulawajo nach de Viktoriafällen des Sambesi wurd külich eine Störung festgestellt, und die genauere Untersuchung ergab, daß einige Thiere eines wilden Giraffenrudels sich mit dem Kopf in den Drähten gefangen und bei ihren Befreiungsversuchen drei der eisernen Telegraphenstangen niedergebrochen hatten.- Eine solche Riesenkraft hat den Giraffen wohl bisher niemand zugetraut und nur Elefanten haben gelegentlich Aehnliches zuwege - gebracht. Häufig werden solche Schandthaten der Giraffen wohl auch nicht vorkommen weil diese Wiederkäuer bekanntlich nur noch durch besondere Schutzmaßregeln vor dem Ausflerben bewahrt werden können und schon jetzt für Zoologische Gärten eine Kostbarkeit ersten Ranges darstellen. Eine Ausstellung zur Jahrhundertfeier der Dampfschiffahrt wird vom französischen Flottenverein im Jahre 1907 in Bordeaux veranstaltet werden. Durch daö Erträgniß einer Sonderlotterie ist der Verein in den Stand gesetzt, auf dem schön sten Platz der Stadt, ott QuinconceSEfplanade, bereits die Vorbereitungen dazu zu treffen. Der Fürst von Monako hat feine Unterstützung zu gesagt.
