Indiana Tribüne, Volume 29, Number 278, Indianapolis, Marion County, 18 July 1906 — Page 7
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(Fortsetzung.) Ueber dem allen brütete eine heiße Julimittagssonne, welche das lebhaft schwatzende Volk- der Knechte und Mägde unter die weit vorspringenden, schattenspendenden Dächer getrieben hatte. Und, soweit das Auge reichte,- kein Baum, kein Strauch, nur Wiesen und Felder, theils abgeerntet, theils mit Weizen angebaut, dessen goldgelbe Farbe angenehm gegen das saftige Grün der Pußta abstach. Dazwischen in weiten Abständen braune, niedere Strohdächer oder die sich scharf abzeichnende Silhouette eines Ziehbrunnens sonst nichts von menschlichen Niederlassungen. An den Grenzen des Horizonts wallte und zitterte die heiße Luft, weiße Gewitterwolken ballten sich im Westen zusammen und schienen, wie Dampf ihre Gestaltung rasch wechselnd. gegen oben zu streben. In einem Zimmer des ersten Stockes des Herrenhaufes. das stark vergitterte Fenster hatte, sonst aber äußerst wohnlich, ja mit einer gewissen astatischen Pracht eingerichtet war, lag, gedankenschwer den schönen Kopf auf die Hand gestützt, ein junges Weib Maruschka auf eine Ottomane hingestreckt. Ihre Züge waren schmaler und blas ser geworden die unter den langen, halbgeschlossenen Wimpern kaum stchb baren Augen schauten unstet dann ließ sie den Blick auf den reichen Schmuck ihres linken Armes, und das feine, weiße Cachemirkleid, das sie trug, herabgleiten es schüttelte sie wie im tiefen Ekel an dem was sie an sich trug ror sich selber. Sie schlug die Hände vor das Gesicht, drückte sich in die Kissen und weinte heiß und bitterlich. Nach und nach schien sie sich zu beruhigen, verharrte aber in ihrer Lage, auch als sich im Nebenzimmer Schritte vernehmen ließen und gleich darauf Nemzek in einem bequemen Jagdanzuge erschien und den persischen Vorhang hob. der über der Thüröffnung hing. Nachlässig ließ er sich in einen der weichzepolsterten Sessel fallen, schlug die Beine übereinander und zog eine's seiner Schnurrbartenden in den Mund, an welchem er unmuthig kaute. Längere .eit schaute er mit ärgerlich zusammengezogenen Augen auf die regungslos vor ihm Liegende. Dann wurde er ungeduldig. Maruschka! Ich bin hier.Keine Regung, keine Antwort. Manisch ka, ich habe mit Dir zu reden!Wie ein Schreckens schauer durchlief es das junge Mädchen. Es bedürfte eines nochmaligen Anruf:s, bis es sich müde und schleppend erhob und feinen Besucher finster an- . blickte. Nemzek ließ sich dadurch nicht beirren. Ich wollte Dich fragen, wie es Dn geht. Seit einigen Tagen weigerst Du Dich, an meinem Tische theilzunehmen und schickst das Mahl, das man Dir auf die Stube bringt, fast unberührt wieder hinaus. Falle doch nicht wieder in die alten Geschichten! Ich habe gemeint, darüber wären wir endlich hinaus; Du hättest Dich den Umständen gefügt. Und nun wied:r dieser grundlose, alberne Trotz!" Maiusckka beugte sich vor: ihre Züge reramen etwas ußnoes, als sie drohend entgeznete: Was willst Du denn noch von mir? Hast Du mich nicht gezwungen, mit den niedrigsten, gemeinsten Mitteln, mit Verrath und Gewalt? Ist's Dir nicht genug, daß Du mich elend gemacht hast und zum eigenen Abscheu herabgewürdigt? Wenn nur ein menschlicher Funke in Deinem Herzen ist, so gib mich frei laß mich fort von hier! " Maruschka hatte sich erhoben. Knieend, mit aufgehobenen Händen will ich Dich darum bitten! " Nemzek war gleichfalls aufgesprungen und stieß das vor ihm knieend: Mädchen gewaltsam zurück. Dummes Zeug!" rief er zornig. Meinst Du. ich. lasse mir durch Weiberlaunen den Tag verderben? Oder soll ich in dieser Einsamkeit vielleicht nur mit meinen Hunden und Katzen leben? Nein, mein süßes, braunes Schätzchen, daraus wird nichts; umsonst habe ich mir nicht soviel Mühe mit Dir gegeben, und jetzt sollte ich Dich, nachdem Du fast gezähmt bist, wieder davonfliegen lassen? Du bleibst wo Tu bist, und wenn Du nicht dernünftig werden willst, so sperre ich Dich wieder auf einige Wochen in das bewußte kleine Zimmer, in das kein Licht fällt. Es ist doch das einzige Mittel, um Dich mürie.zu mackien." Der Ungar lachte roh auf, Maruschka sank in ohnmächtigem' Zorn und Schmerz auf ihren Sitz zurück. Aus ihrer tiefgequälten Vrust kam es wie Wimmern und Stöhnen. Mit Schaudern dachte sie daran, unter welchen falschen Vorspiegelungen sie Nemzek auf, sein Schloß hatte schleppen lassen; an ihr Entsetzen, als sie die schreckliche Lage begriff,. in die sie gebracht worden war; an die furchtbaren Szenen, die es zwischen ihr und dem
Ungarn gegeben hatte der es zuerst un
ter dem Scheine von inniger Neigung und Liebesleidenschaft versucht hatte, sie zu beruhigen und zu gewinnen, und als all dies nichts geholfen, nachdem feine ungebändigte Natur zum Durchbruch gekommen war, zuletzt GewaltMittel angewandt hatte. O, wenn sie den Muth gehabt bätte zu sterben! Aber sie liebte das Leben zu sehr, um sich von ihm trennen zu können, um es hinzuwerfen für den Preis ihrer Ehre. In dem abgeschlossenen Theile des Herrenhauses war ihr eine nach ihren Begriffen glänzende Wohnung angewiesen worden. Schmuck, schöne Kleider. alles was das Herz eines Weibes erfreuen konnte, schaffte Nemzek herbei jeden Wunsch wollte er ihr gewähren aber frei durfte sie nicht sein, und ihm mußte sie gehören. Anfangs, als er Maruschka, die ein ganz außergewöhnliches Mädchen ihreS Standes und ihre: Rasse war. kennen lernte, sprach sein Gefühl für sie. Später aber waren es nur die wilderregten Sinne, die ihn zur Gewalt trieben. Besondere Gedanken machte er sich darüber nicht; es handelte sich ja nur um eine Zigeunerin, und warum sollte er es anders machen als zahlreiche seiner Gutsnachbarn, die sich Maitressen hielten und ebenso oft damit wechselten, als mit ihren Jagdhunden. Hätte sich Maruschka gleich fügsam gezeigt, würde er sie vielleicht in e'.nem halben Jahre wieder gerne haben gehen lassen, reich beschenkt und abgefunden,
'.vie es dabei Brauch ist. So reizte ihn aber ihr Widerstand, der regelmäßig von Zeit zu Zeit durchbrach, in gleicher Weise, wie er ein störrisches Pferd mit Lust nach seinem eigenen Willen zwang. Nemzek schien bei dem Anblick des noch immer heftig weinenden Mädchens eine mildere Regung zu fpüren; in einem weniger rauhen Tone sagte er. wobei er sich wieder bequem in seinem Stuhle zurechtsetzte: Wie die Dinge liegen, sind wir mehr ode? minder aneinandergekettet. Das kann lose aber such fest sein, d. h. so fest es eben möglich ist. 'Heirathen kann ich Dich freilich nicht, das weißt Du selbst am besten. Es ändert dies aber nickzts an der Sache. Wenn Du vernünftig bist und Deine dummen Fluchtrersuchz aufgibst geholfen hat Dir keiner, und helfen wird Dir keiner, dafür bace ich gründlich gesorgt dann sollst Du auch auswärts mehr Unter Haltung haben. Ich werde Dich zu Pferd, zu Wagen mitnehmen, auf eine Reise kommt es mir auch nicht an. kurzum, Tu sollst das schönste Leben haben, aber " Maruschka fuhr zornig auf: Unglücklich war ich. als ich vom
Eibsce fort wollte; erniedrigt, besudelt hast Du mich. Ich hasse Dich, wie icö noch niemals einen Menschen haßte. Nur gezwungen hältst Tu mich in
baö Glicht sage ich Tn, daß tch be: der
ersten Gelegenheit wieder fliehen werde.
Du hast fern Recht, mich zu halten! Das Gericht werde ich anrufen!" Der Ungar lachte hell auf bei der Drohung der Zigeunerin. Führe doch keine von Deinen beliebten Szenen auf. sie helfen ja doch nichts, sie sind also zwecklos. Es verpufft dabei zu viel Kraft und Schönheit, und schau, mein brauner Schatz, die haben wir beide nöthig. Ich bin auch nicht gekommen, um mit Dir zu streiten. Im Gegentheil, ich möchte Dir ein Vergnügen machen. Morgen Abend wird mich Graf Höis, Graf Zeteli und der Varon Mitöfi .besuchen. Natürlich bringen sie ihre Damen mit. Ich denke, es wird lustig werden und deswegen möchte ich Dich bitten höre, Maruschka. bitten! Mch. hübsch zu machen und an dem Abendessen, daZ ich geben werde, theil, zunehmen." Die Zigeunerin hatte sich aus ihrer
halbliegenden Stellung erhoben und
saß, trotzig zu Boden blickend, mit über der Brust verschränkten Armen da. Er-
staunt blickte sie auf.
Graf Höis. Graf Zeteli und Baron
Mitöfi besuchen Dich mit ihren Damen
und tch ich soll an der Tafel theil
nehmen? Willst. Du Deine Freunde
damit beleidigen, daß Du ihnen Deine
Maitresse an ihren Tisch setzest? Bist
Du wahnsinnig?
Nemzek lachte etwas gezwungen und
ironisch. Höflich bist Du nicht, Maruschka
Aber beruhige Dich. Mit dcn Damen.
welche die Herren mitbringen, kannst
Du wohl an einem Tische sitzen; vor nehmer sind sie nicht als Du."
Nun hatte Maruschka begriffen. Da.? sollte also eines der Gelage werden, bei
tenen sich das leichtlebige Volk o:i Ade
ligen und Gutsbesitzer mit seinen Maitressen zusammenfindet.' Wüste Or-
gien. bei denen es schon Mord und Todtschlag gegeben atte. Nein, und nochmals nein! Wenn sie auch in den
Handen des Nemzek war. mit Weibern.
wie solche die Herren mitbringen wur
den, ließ sie. sich nicht auf eine Stufe stellen. Ihre ganze Energie war erwacht, als sieaufsprang und blitzenden Auges rief: - . Nie! Nie , wirst Du mich dazu zwingen'. Ich bin unglücklich, aber nicht schlecht. Mich laß aus dem Spiele!" So o o sagte gedehnt der Ungar. Du willst also nicht!' Nun, wir werden sehen. Ich gebe Dir Zeit zur Ueberlegung bis morgen Mittag. Hast Du Dich dann nicht eines Besseren besonnen, so lasse ich Dich peitschen. Hörst Du, Maruschka, peitschen!- wiederholte er noch einmal drohend und verließ zornrotb daZ Gemach.
Peitschen!" dieses schreckliche Wort
hatte sie noch vernommen, dann sank sie wie leblos zu Boden. Lange hielt die Ohnmacht ihre Sinne umfangen. Sie erwachte mit einem dumpfen Schmerze im Kopfe und brauchte Zeit, um sich an das Vorgefallene zu erinnern. Peitschen, peitschen!" Diese Drohung ließ sie erbeben. Sie wußte, was man in Ungarn darunter versteht, und der schreckliche Nemzek wird Wort halten. In dumpfer Verzweiflung wand sie sich stöhnend. Plötzlich fuhr-sie auf. und horchte. ! Vom Gutshofe herauf vernahm man die Klänge einer Violine. Was ist das? Dieses Spiel diese Melodie?" . Sie hatte sich gänzlich erhoben und war an das Fenster geeilt. Unten stand in einem Kreise, den die Knechte und Mägde um ihn gebildet hatten, ein Slowake, der, eine Trage mit Blechgeschirren neben sich, lustig dem Volke vorfiedelte. Das schwarze Haar hing dem Mann wirr in die Stirn, ein großer Bart ließ nur wenig vom Gestcht sehen, das überdies durch einen mächtigen Schlapphut bis zu den Augen verdeckt war. Gespannt beobachtete Maruschka die! fremde Erscheinung. Der Slowake hatte etwas an sich, das ihr Ennnerungen weckte, was ihr bekannt vorkam. Wo hatte sie ihn gesehen? Der Geiger, einen Czardas anstimmend, dem das. lustige Volk um ihn tanzend nachkam, hatte sich etwas zur Seite gewendet. Maruschka schrie vor Ueberraschung auf. Janosch!" kam es von ihren bebenden Lippen. Aber zugleich packte sie die alte Furcht vor dem Zigeuner. Was that er in Ungarn? Kein Zweifel, er suchte sie. Wild stritten ihre Gefühle durcheinander. Wenn Janosch sie suchte, so würde er sie auch erreiten das stand felsenfest vor ihr. Aber that er dies auch, wie sie jetzt war? Ein Schauder durchlief sie; sie mußte der furchtbaren Eifersucht gedenken, die in diesem Mann steckte. Würde er ihr nicht sein Messer in'S Herz stoßen, wenn er erfuhr? Doch mit einem Male hatte Maruschka gewaltsam die feige Furcht, di: sie vor dem Tode hatte, abgeworfen. Was kommen mag es soll kommen. Lieber ein Ende machen, als sich fortwährender Schmach aussetzen. Ein fürchterlicher Ernst stand auf ihrer Stirne, als sie diesen Entsch'luß faßte. Nun galt Vorsicht, höchste Vorsicht. Wenn Nemzek den Zigeuner erkannte, war es um ihn und ihre Hoffnung geschehen; er würde Mittel finden, den Mann unschädlich zu machen. Noch war sie nicht von Janosch bemerkt worden. Hinter einen Vorhang sedrückt sah sie, wie dieser aufmerksam spähend alle Fenster betrachtete. Zeigen durfte sie sich jetzt nicht, das hätte möglicherweise zu überraschend gewirkt und die anderen unnöthig aufmerksam gemacht. Außerdem hatte sich der alte, schlaue Heiduck, der bei ihrer Entfühnnrg so hilfreiche Hand leistete, zu ben Leuten gesellt. Er sprach sogar mit dem vermeintlichen Slowaken und drückte ihm Geld in die Hand, hatte also- gewiß keinen Verdacht. Die Maske, die Janosch trug, bestand eigentlich nur in seinem ganz verwilderten Aeußern, aber sie war so Vorzuglich. daß sie selbst den sonst sehr geriebenen Burschen täuschte. Der Czardas war zu Ende. Der 'Slowake machte eine kleine Pause und wollte den Leuten Bescheid thun, die ihm einen gefüllten Weinkrug hingereicht batten. zva ernang es von oven. weicy uno schmelzend, in den melancholischen Tongängen eines Zigeunerliedes: Hentk, nur heute bin ich so schön; Morgen, ach morgen nniß alles vergeh I Nur diese Stunde blu ich noch dein; Sterben, ach sterben soll ich allein; Sterben, ach sterben soll ich allem 1 Dem Slowaken gab es einen Ruck, daß er den Wein, den er zum Munde bringen wollte, verschüttete. Was - hast Du denn, Slowake? Paßt Dir unser .Oedenburger nickt? Bist wohl was. Besseres gewöhnt?" rief der, Heiduck und schaute ärgerlich auf den. guten Tropfen, der in den Sand geronnen war. Doch der MausfallenHändler hatte sich rasch gefaßt und entgegnete grinsend in einem halb ungarisehen, halb slowakischen Kauderwelsch: Ist sich dicke Fliege geweseit in Wein. Hab ich gefürcht, sie noch beißt." Ein wieherndes Gelächter belohnte diesen Witz. Geige noch eins, Slowake! Unser Herr liebt die Spielleute. Es kommt ihm auf einen Krug Oedenburger mehr oder weniger nicht an. Jetzt ist er ausgeritten. Kehrt er zurück, dann kannst Du Deine Kunststücke vor ihm zeigen," rief einer der Knechte und warf dem Spielmann ' eine kleine Silbermünze zu, die dieser zum allgemeinen Ergötzen wie ein Affe auffing. Werd 'ich 'Euch noch aufspielen einen Ezardas, was ist das Schönste, was ich kann. Dann werd' ich fortgehen. weil ich nicht Zeit hab zu warten auf Bane Euriges," antwortete der Slowake und stimmte an seiner Geige, wobei er aufmerksam die Fenster musierte. Er mußte gefunden haben, was er suchte, denn ein kurzes Lächeln der Zufriedenheit huschte über sein wildes. schwarzbraunes Gesicht. Am dritten Fenster des ersten StockWerkes hing ein Tuch über das Gesims, wiesolche die ZiZeunermädchen tragen.
5!un begann der Slowake mit dem
Czardas. Es war meisterhaft, wie er den Tanz spielte; wie viel Gluth und Leidenschaft. Freude und Trauer aus den TLnen seiner Geige sprach. Aeußerst geschickt verwob er in die Czardasmelodie jene des Liedes, das er vorhin singen hörte. ' ' Sein danköares Publikum war aber auch wie von der Tarantel gestochen, so feurig und wild tanzte es den Czardas. Wie die Kreisel drehten sich die schwarzäugigen Dirnen, daß Röcke und Zöpfe flogen. Annähernd, zurückweichend, fliehend bewegten sie sich, um endlich in aufgelöster Lust dem immer heftiger werbenden Tänzer hingegeben im' Arme zu liegen. So hatte ihnen, noch niemand zum Tanze aufgespielt. Mit Gewalt mußte sich der Slowake befreien. Das gelang ihm nur, indem er ein baldiges Wiederkommen versprach. Als er den Hof verließ, tönte es zu ihm herüber: Sterben, ach sterben muß ich allein. " Nun wußte er sicher, daß er rerstanden und erkannt war.
10. Kapitel. ach der Gerichtsverhandlung ?j(L war Janosch nur an den CJ' Eibsee zurückgekehrt, um sich zu einer weiteren Entdeckungsfahrt zu rüsten. Ohne einen besonderen Anhaltspunkt zu haben, wurde es ihm immer mehr zur Gewißheit, daß sich Maruschka nach Ungarn geflüchtet haben mußte, und sein Mißtrauen, das er stets gegen Nemzek gehegt hatte, brachte diesen mit dem Ercigniß in Zusammenhang. Land auf, Land ab wanderte er mit seiner Krare; verkaufte Mausfallen und Blechgeschirre und kam dadurch in viele Hunderte von Gutshöfen und Schlössern, ohne das Geringste zu entdecken. Einen Bane Nemzek kannte niemand. Die Gegend um Szegedin hatte er naturlich zuerst in seine Verdachtskreise gezogen; war auch schon vor Wochen auf demselben Gute gewesen, sah aber aus Zufall weder den HeMcken noch Nemzek. Heute verdankte er die Entdeckuna nur einem Zufall, denn einer der zum Hofe fahrenden Knechte, der ihn als den vorzüglichen Geiger wiedererkannt hatte, ruhte nicht eher, als bis der Slowake auf den Wagen stieg und versprach, zum Tanze aufzuspielen. Er fieberte in wilder Aufregung. Wie kam Maruschka hierher? Die Art und Weise, wie sie sich ihm zu erkennen gab, ließ darauf schließen, daß sie unter einem Zwange stand. Janosch kannte die ungezügelte Lebensweise der ungarischen Gutsbesitzer. Wehe dem Nemzek, wenn er die Maruschka zu seiner Dirne gemacht hatte! Er mußte Gewißheit haben. Vielleicht gelang es ihm, etwas zu erfahren, wenn er des Abends zurückkehrte und Tanz und Wein die Zunge gelöst hatten. Was dann geschehen sollte, würde sich finden. Maruschka mußte er wiederhaben. und wenn es um den Preis feines Lebens ginge.' Zähneknirschend, vor Wuth die Hände in den Boden krallend, durchtost von den Furien ungebändigter Liebesraserei und Eifersucht, lag er in einem Weizenacker, dessen wogende Halme ihn verbargen. Ein Gewitter kam näher; der Wind fegte über die weite Ebene, die Halme deckten ihn zu wolkenbruchähnlicher Regen stürzte nieder Blitz- und Donner umtosten ihn er merkte kaum etwas davon. Schwarz und finster, wie das Gewölk über ihm, war es in seinem Herzen. Das Blut schoß ihm zu Kopfe, daß er rings alles in rothem Licht; sah. Da dachte er an Rache und Mord. Ohne zu wissen, was er that, riß et sein langes, bosnisches Messer aus dem Gürtel, betrachtete mit funkelnden Augen die scharfe Schneide und stieß damit umher, als ob er sich im wildester Ringen befinde. Das gilt Dir. Du Falsche. Ungetreue! Ich weiß, wo Dein verrätherisches Herz schlägt. Und das gil! Dir, Du Hund!" keuchte er. Du mußt sterben, Maruschka! Teir Blut soll in heißen Bächen über Teim weiße Brust rinnen. Zwingen werd' ich Dich, zu gestehen. Jch'will die Lus, genießen, Dir Zoll für Zoll mein Mes' ser in's Herz zu stoßen." Als er sich wieder etwas beruhigte, kam ihm der Gedanke: , Wie, wenn sie doch nicht so schuldig wäre? Vom Eiöseeist sie fort, um den Jäger zu entgehen"- es ist undenkbar, daß sie wegen Nemzek nach Ungarr floh." Dann verwirrten sich seine Gedanker vollends. Dumpf brütend lag er auj den aufgestützten Armen und versucht! diese Vorstellungen festzuhalten. Abn es gelang ihm nicht. Immer wiedet wurden die bösen Geister seiner Herr. Das Gewitter zog rasch vorüber. Die Abendsonne brach strahlend durch das Gewölk; 'singende Lerchen erhober sich aus den dampfenden Aeckern un! der Duft von Milliarden von Blumer und Blüthen der endlosen Kleefelde, erfüllte die gereinigte Luft. (Fortsetzung folgt.)
AK Toi Mann (heimkehrend): Ich suche Dich in der Küche beim Kochen und finde Dick am Flügel!" F tau:
.Ich muß mich eben erst in Stimmung
dazu spielen."
SWAdKöSN HWVVlKN.
vandalia Ctne.
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