Indiana Tribüne, Volume 29, Number 277, Indianapolis, Marion County, 17 July 1906 — Page 7
Jndiana Tribüne, 17 Juli 190G
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4 1 o m a n H o von V - ff l l A iiooi? 00CKHKXCCKHK56 (Fortsetzung.) Janosch war so unvermittelt und wild aufgesprungen, daß ihn die nebensitzenden (Gendarmen sofort bei den Arinen packten, weil sie eine Thätlichkeit befürchteten. Den: war aber nicht so. Te? Zigeuner, der durch die packende Söilderunz des Forstgehilfen sein Spiel verloren gab, wollte nur reden, seinen letzten Trumpf ausspielen. Meine Herren Richter,- rief er, Sie müssen auch mich anhören. WaS Ihnen hier der Forstgehilfe vorgetragen hat, wie auf einem Theater, das könnte man dem Mann glauben, wenn n überhaupt Glauben verdiente." Ter Präsident verbat sich alle Beldkgungen eines Zeugen und drohte, im Wiederholungsfälle den Angeklagten abführen zu lassen. Etwas ruhiger als vorber. fuhr Janosch fort: Q;s sind keine Beleidigungen, die ich im Sinn hab'; es ist die 'lautere Wahrheit, die durch mich an's Licht kommen soll." Aus der Zuschauermenae klang es wie ein leiser SchreZenZaufschrei. Die Aufmerksamkeit hatte sich jedoch so auf den Zigeuner gerichtet, daß niemand ihn zu bemerken schien. Nur der erste Zeuge dort vorn auf der Bank zuckte zusammen. Was halten die hohen Herren von einem Beamten, der einen Wilddieb, dem seit einem Jahre die ganze Jägerei auf den Fersen ist. seiner gerechten Strafe entzieht, weil er seine Tochter, e i reicbes Vauernmädel. zum Weib l ben will? Verdient so ein Mensch. I r die Obrigkeit hintergeht, Glauben, wenn er einen andern, blos weil er meint, es könnt' so und nicht anders sein, aus Haß und Eifersucht in's Unglück bringen will? Da siebt er, meine Herren! 2.r Forstgehilf' Fischhabe? hat den Gwandtnerbauern von Garmisch in dem Latschenfeld an der Gamsleiten am 12. Oktober vorigen Jahres Nachmittags drei Uhr beim Wildern ertappt und nur deswegen keine Anmg' gemacht, weil er sonst das reiche Mädel nicht mehr freien könnt'. Ausgemacht haben er und sie. daß der Alte einen Eid leisten muß. daß er nicht mehr wildert. Wie aber solche Eid' a'halten werden, wenn der zu künftige Schwi?gersohn durch alle zehn Finger schaut das weiß die ganze Wet. Und setzt, meine Herren, wenn Sie einem Menschen, der m Wirklichkeit daber g'hört, wo ich sitz', noch Glauben .schenken, so wär's mir leid um das. was man im Äand Bayern Richter und Gerechtigkeit heißt." Alle Auaen hatten sich bei dieser An klage auf den Forstgehilfen gerichtet. Franz saß da, dunkelroth im Gesicht, nervös mit seinem Hirschfänger spielend, der ihm über den Knieen lag. Nun war der schreckliche, gefürchtetk Augenblick gekommen und dessen Gewalt drohte alle seine Entschlüsse in's Wanken zu bringen. Aber da erinnerte er sich des Gesprächs mit Midei und sein Herz panzerte sich mit dem Trotzt der Verzweiflung. 'Als ihn der Präsident aufrief und sehr ernst fragte, was er auf diese Ve schuldigung, die zwar nicht zur Sache gehöre, doch geeignet sei, auf seinen Charakter ein ungunstiges Licht zu werfen, zu jagen habe, antwortete er fest und bestimmt, daß kein Wort wähl sei; er habe weder den Gwandtnerbauern, noch einen anderen zur damaligen Zeit wildernd angetroffen. Ein wilder Aufschrei der Wuth kam von der Anklagebank. Janosch wollte nochmals sprechen; er wurde daran verhindert. Als er darauf zu toben begann. Ii?3 ihn der Präsident abführen. Nachdem die dadurch unterbrochene Verhandlung wieder aufgenommer! wurde, frug d:r Präsident, ob Fischha ber frlreifen könne, daß er sich am 12. Oktober vorigen Jahres NachmlttazZ fc:ci Uhr nicht an oder in der Nähe des Latschenfeldes an der Gamsleiten befunden habe. Er wolle dem Zeugen einige Minuten Zeit lassen, darüber nachzudenken. Er brauche jedoch nicht zu sagen, was ihn etwa später belasten iDTlTllZ. Franz hatte sich erhol'en. Sein Her? schlug, daß er kaum zu athmen vermochte, noch zögerte er mit einer Antwort, als im Zuschauerraum eine Bewegung entstand, weil sich ein junges , Madchen rn oberlandiicher Tracht o c,tn den Tisch der Richter vordrängte, Ein Genchtsdlener wollte sie aufhal ten. allein der aufmerksam gewordene Präsident winkte Gewährung. Alles reckte die Hälse. Selbst die Richte? waren neugierig, was diese außergewöhnliche Störung zu bedeuten habe. Midei, denn das war die Vorgetretene, zeigte nicht die geringste Schüchternheit. Auf ihrem Gesicht stand kampfesmuthige Entschlossenheit, als sie begann:
Meine Herren! Ich kann nicht zulassen, daß der Janosch den FischhaberFranzl, den Forstgehilfen dort, in's Unglück bringt. Außerdem bin ich dem Gwandtnerbauern seine Tochter unt weiß, was ich meinen Eltern schuldig bin. s Kein Wort ist wahr von dem, was der Ziaeune? mein dem Fischhaber
hat' aufbringen wollen. Das muß ich
besser wissen." Wieso? Woher wissen Sie das bcsser?" fraate mit einem leichten Lächeln der Vorsitzende. Weil weil ich dem FlschhaberFranzl sein Schatz bin. Wenn er Forstwart worden ist. werd'n wir uns heirathen," entzegnete tief erröthend die Gefragte. Also Sie sind sein Schatz. Ick habe es mir gedacht, als Sie ihm so rasch zu Hilfe kamen. Doch sprechen Sie weiter." Ja. ich bin sein Schatz. Mein Franzl soll am 12. Oktober Nachmittags an der Gamsleit'n g'wesen sein das ist unmöglich." Und warum unmöglich? Weil er zur selben Zeit bei mir war." stieß Midei heraus. Sie blickte finster: um ihre Lippen, die sich in der Aufregung leicht schürzten, lag ein harter Zug. Erstaunt, in fiebernder Aufregung blickte Franz zu ihr hinüber. Kaum traute er semen Augen und Ohren; um ihn zu retten, sagte Midei falsch aus sie schwor vielleicht Herr Gott trn Himmel! Zu was sind wir nun beide gekommen? Aus einen Weg, von dem es keine Rückkehr gibt; von dem es unaufhaltsam abwarts fuhrt, bis an des Abgrunds Rand in diesen hinein!! Und wie sie das sagt! Mit welcher Sicherheit, mit welchem Ausdruck der Wahrheit." Dem Fischhaber begann es unheimlich zu werden. Auch er hatte, getreu seinem Entschlüsse, die Frage des Richters verneint, ob er es aber mit diesem Ausdrucke überzeugender Wahrheit hatte thun können wer weiß? Es kam aber über ihn wie Neugierde. was nun folgen werde. Wo waren Sie also am 12. Oktober Nachmittags um drei Uhr mit Ihrem Verlobten?" fragte der Präsident' weiter. Wir haben uns zusammenbestellt g'habt, weil der Vater nicht gern sieht, daß der Jäger in's Haus kommt. Am Marterl war'n wir. das ober unsrem Hof am Hald aufgericht' ist und dann dann war ich mit ihm in der Heuhütt'n. die auf dem grasigen Böderl weiter oben sieht. Es war Abend, wie wir wieder auseinander gangen sind." Vom Zuschauerraum vernahm man gedämpftes Lachen und Kichern. Auch 'die Richter und der Staatsanwalt nickten mit den Köpfen und lächelten. Nur der Vertheidiger machte ein grimmiges Gesicht. Franz war starr vor Erstaunen. Er mußte an sich halten, um nicht vorzustürzen und zu schreien: Schweiz. Midei! Schweig! Las? alles gehen, wie's gehen will bring' mei'm Unalück nicht Deinen guten Ruf zum Opfer." Aber was hatte ihm das geholfen? Höchstens zu einer lächerlichen Szene Ware es gekommen, bevor man ihn seiest gepackt hätte. Und so schwieg er, aber die Zähne schlugen ihm aufeinander. daß er es selbst hören mußte. Ter Prandent wendete sich zu Midei: Die Beschuldigung durch den Zigeuner kann heute nicht Gegenstand der Verhandlung sein. Ich mache Sie nur aufmerksam, daß Sie wahrscheinlich seinerzeit Ihre Behauptung beschwören werden muen, insofern der Herr Stc.atsanwalt oder die Forstbehorden Anlaß nehmen, die Sache aufzugrcifen." Ich werd' schworen!" rief mit sest:r Stimme Midei. Der Staatsanwalt lächelte und e: klärte, für sich keinen Anlaß zur Einleitunz einer Untersuchung zu haben. Er halte dafür, daß der Bezichtigung der augenscheinliche Haß des Angeklagten qegcn den Forstgehilfen zu Grunde liege; Janosch verdiene leinen Glauben in dieser Aussage. Darauf wollte der Vertheidiger erwidern. Der Präsident entzog ihm jedoch das Wort, weil die Anzelezenh::! mit dem Mordversuch nichts zu thun habe. Alle Zeugen, die noch vernommen wurden, sagten günstig für den Jäer. aber ungünstig für den Zigeuner aus. der als aufbrausender, boshafter und heimtuckisch?rMensch geschildert wurde Nun begründete der Staatshalt nach dein Ergebnisse der Verhandlung nochmals die Anklaae und beantrag!? für Janosch inehrjährige ZuckthauSstrafe, weil ein derartig gcfadrllche! Individuum möglichst unschädlich gc macht werden müue. In einer glänzenden Red: suchte d:r Vertheidige? sämmtlich: Momente, dic gegen seinen Klienten svrachen. abzu schwächen. Unter anderem sagte er: Meine Herren Geschworenen! Sie haben einen Menschen vor nch. deen Gewohnheiten zu sprechen, sich ?u bewegen, ganz andere sind, als die unserer Rasse. Einmal schon hat sich der FcrstzeHilfe Flschbaber in seinen Behauptun gen schwer zu dessen Nachtheile geirrt. Der Sohn der ungebundenen Freibeit der iunge Zigeuner, schmachtete Mo nate im Kerker, bis ein unparteiischer Richterspruch ihn daraus erlöste. Wa muß in seiner Seele vorgegangen sein wie tief muß er die Beschuldigung eines niedrigen Mordversuches empfunden haben? Können Sie mit Recht verlanqen, daß er dadurch zum Freunde des Forstgehilfen .hätte werden sollen? Nem, aewiß nrcht. Trotzdem er gleich bei der ersten
BegegnunZ NachgiebiAlelt und Ver
söhnlichkeit zeigte, wurde er von FischHaber doch bezichtigt, auf ihn geschossen zu haben. Das ist geradezu undenkbar! Janosch beschuldigt den Jäger eines schweren Dienstvergehens. Vorläufig spreche ich mich nicht näher darüber aus. Aber bedenken Sie, meine Herren, aus solchen Anlässen sind schon zahlreiche Meineide geschworen worden. Wenn auch verschiedene Zeugen aus Garmisch sich absprechend über meinen Klienten äußern, ist damit noch gar nichts bewiesen, denn wir wissen ja, wie schwerfällig unser Oberländer Volk denkt und mit welchem Mißtrauen es allem Fremden gegenübertritt. Und nun wird dieser Mann eines zweiten Mordversuches beschuldigt mit Beweisen, die einfach dem aufgeregten Gehirn des Jägers, der in Janosch seinen Todfeind zu erblicken glaubt, entsprungen sind. Im Zeitraum von vielleicht zwei Sekunden will der Forsigehilfe deutlich die mörderische Absicht erkannt haben. Das hätte er ebensogut auch vorher thun können. Sein sogenannter Gegner stand ja ruhig am -andern Siegende. Es gibt Menschen, die alles sehen, was sie sick einbilden, und zu diesen gehört un-
zweifelhaft Fischhaber. Und nicht genug, daß er auf dem Stege den Janosch eines Mordes fähig halt, nein, er macht am Rande emes. odesgefahrlichen Abgrundes noch einen wüthenden Satz auf ihn zu, der. wenn chlechter ausfallend, geeignet ist, den Zigeuner in die Tiefe zu schmettern. Wenn dann dieser, dem Sie sicher die gleiche körperliche und geistige Gewandtheit zutrauen wie dem Jäger, im ersten Schrecken sein Messer zieht, um sich des vermeintlichen Angriffes zu wehren, so handelt er in vollkommen berechtigter Nothwehr. Ich bin überzeugt, ein ieder von Ihnen hätte das Gleiche gethan. Und nun, meine Herren! Macyen Sie einen bereits einmal schwer Geschädigten nicht noch für sein ganzes Leben unglücklich, sondern sprechen Sie ihn frei von Schuld und damit auch von Strafe." Der Vertheidiger setzte sich. Er hatte das seinige gethan. Ter wieder vorgeführte Janosch war mit Aufmerksamkeit der Rede gefolgt, und die leise Hoffnung stieg in ihm auf, auch diesmal den Handen der Justiz zu entschlüpfen. Franz dagegen hatte fast nichts vernommen von dem. was gesagt wurde, er sah gedankenschwer vor sich hin. Nach Midei konnte er den Blick nicht wenden; jetzt nicht, er mußte sich erst das Geschehene zurecht legen. Wie eine Last fiel es ihm vom Herzen, als der Staatsanwalt ablehnte, auf die Beschuldigung durch Janosch näher einzugehen. Auf diese Weise blieb Midei der Meineid erspart, den sie, um um UNS oer Gedanke atr.3 !ym man aus dem Kopfe auch um sich, geichworen hätte. Und er, er ihr Mitschuldiger. Wohm waren sie gekommen? Die Geschworenen zogen sich zur Berathung zurück. Die Verhandlung hatte länger gedauert, als angenommen war und es begann zu dammern. Im Saale bildeten sich Gruppen, du sich untereinander in gedämpftem Tom lebhaft besprachen. Man war aufge standen, Midei allein war sitzen geblie ben und sah, die Arme über die Brust verschränkt, vor sich hin. Gar zu gerne hätte sie das Gesicht des Jägers betrachtet, dieser schien sich aber geflissentllch ihr nicht zuwenden zu wollen. Das kränkte das Mädchen. Es glaubte, für das Opfer, für die gewagte Hilfe, die es ihm gebracht hatte. Dank beanspruchen zu dürfen. Was Midei gethan hatte, hielt sie für eine erlaubte Nothlüge, über die freilich die Leute reden würden. Was kümmerte sie aber das? Ihrem Vater gegenüber brauchte sie ja mit der Wahrheit mch zurückzuhalten und die Mutter? Nun die wird auch Vernunft annehmen wenn man ihr gewisse Andeutungen macht. Tiefe Schatten bildeten sich in den Winkeln; der unheimliche Raum, der schon soviel menschliche Schlechtlglei und menschliches Elend gesehen hatte fing an noch beklemmender zu wirken als beim vollen Tageslicht. Ganz in der Nähe des Richtertisches unterhiel ten sich der Staatsanwalt und der Ver theidiger miteinander und lachten of laut auf. Es 'mußte deshalb etwas sehr Lustiges sein, von dem sie sich unterhielten, und keine Spur war da von zu bemerken, daß sie kurz vorhe sich heftig befehdet hatten. Die Gestal des Jagers auf der Zeugenbank ver schwamm immer mehr im Dunkel. Er schien sich nicht zu regen. Da überkam es das Midei wie eine hcrzzuschnürende Angst. Sie hielt es auf ihrem Si nicht mehr aus, schlich leise vor und berührte mit ihrer Hand leicht die Schulter des vor sich Hinbrütenden Erschreckt fuhr Franz zusammen und schaute wild um sich. Als er das Ma del erkannte, blieben seine Augen mi einem fremden, kalten Ausdruck aus th haften. Franzl! Warum schaust Dich denn net nach mir um? Warum rcd'st denn niz?" Sie suchte seine Hand zu ergreifen er zog sie aber zurück und verbarg sie . der Joppe. Um Cotteswillen, Franz." flüsterte sie in höchster Angst. Warum bist denn so zu mir? Hab ich net alles für Dich gethan?" Er mußte sich Gewalt anthun, als er
ebenso leise antwortete:
Nun jetzt lass' mich, es wird schon
wieder besser werd'n. Weißt, die VerHandlung hat mich so ang'strengt. Ich bin halt solche Sachen gar mcht g'wohnt." Seine Achsel, auf die sie jetzt ihre Hand legen wollte, zuckte bei dieser Beruyruna. als ob er sie abschütteln möchte. Aber was hast denn, Franzl?" gab Midei erschreckt zurück. Eigentlich nichts. Aber sau: Warum hast Du mir helfen wollen, um den Preis Deiner Schand? Was glaubst, daß etzt die Leut' über Dich sagen werd'n? Midei, das war zuviel. Du hättest mich allein stehen lassen sollen. Entweder hatt' ich mir selber g'holfen oder ich wär' untergangen." Und wir mit Dir," ergänzte finster das Mädchen. Meinst, ich hab' nicht 'sehen, daß Du schwach hast werden wollen? Aber weil ich das a'sehen hab' und ich net schwach bin einem solchen Mordgescllen gegenüber, so hab' ich reden müssen. Der eine Augenblick verpaßt, und alles wär' verloren g'wesen. Tanken sollst mir, statt dasitzen und ein' Kopf machen, als ob Dir die Hübner das Brot g'nommen hätten." Midei wendete sich erregt und erzürnt ab; sie konnte ihren Franzl nicht verstehen. Mögen die Richter und Geschworenen mit dem Janosch machen was sie wollen, ihren Schatz hatte sie vor einer drohenden Gefahr bewahr! und daneben sah sie gar nichts mehr. Ein Gerichtsdiener zündete jetzt die wenigen Lichter an, die den Saal nothdürftig erhellten. Nach einiger Zeit wurde Janosch hereingeführt; sein aschfahles, von der Aufregung verzerrtes Gesicht leuchtete förmlich in der Dämmerung, die trotz der aufgesteckten Lichter den Saal erfüllte. Dann traten gemessenen Schrittes die Richter ein; nach ihnen die Geschworenen. Todtenstille. Mit kräfttger Stimme verlas der Obmann den Spruch, der auf nichtschuldig des Mordversuches lautete. Gedämpfte Beifallsbezeugungen und Murren ging gleichzeitig durch den Saal; der Präsident mußte wiederhol! Ruhe gebieten. Der Staatsanwalt machte ein argerliches, der Vertheidiger ein freundliches Gesicht. Janosch. der den Spruch siehend anhören mußte, wankte einen Augenblick, dann sah er aus, als ob er nicht reckt gehört habe. Der aber, den es nächst dem Angeklagten am meisten angina. der sah gleichgiltig vor sich hin. Er war diel zu viel mit sich selbst beschäftigt, als daß das andere noch für ihn viel Interesse hätte haben können. Nachdem der Freispruch verkündet war, verließ Janosch hocherhobenen Kopfes den Saal, nicht ohne auf seinen Feind, der zusammengesunken und theilnahmslos dasaß, emen höhnenden Blick zu werfen. Nach einigen Minuten war der Saal geleert. Midei wartete vergeblich auf den Forstgehilfen. Der hatte sich aufgerafft und so schnell als möglich das Gerichtsgebäudc verlassen. Es war ihm unmöglich, heute noch mit Midei zusammenzukommen; er wollte allem sein. Aber auch den ungewohnten Trubel der Stadt vertrug er nicht. Noch in der Nacht packte er seinen Nucksack und wanderte isaraufwärts, den fernen Bergen zu. ' Ungefähr acht Stunden nördlich von Szegedin am linken Ufer der Theiß, erhebt sich eine gute halbe Stunde von dem Flusse, auf einem unbedeutenden Hügel em altes Herrenschloß, ein duste rer Bau, der in den Zeiten der Türkenkrieqe soweit befestigt worden war, daß die Bewohner wenigstens gegen umherschweifende Horden und Raubgesindel geschützt waren. Daher stammten auch noch die in den unteren Stockwerken schwer vergitterten Fenster und die eisenbcschlagenen Laden im Oberstock. Die Front des mehr langen als hohen Gebäudes war dem parkähnlichen. ziemlich verwilderten Garten zuqewendet, der durch eine sehr hohe und starke Mauer umgeben war. An der Hausrückseite liefen in einem Halbkreise die Stallungen und Scheunen hin. niedrig und mit Stroh gedeckt, wie sie dort an der Tbern gebaut werden. In der Mitte des Gutshofes stand der für die ungarische Tieflandschaft so charakteristische Ziehbrunnen mit dem lanaen Balken, dessen stärkeres End durch einen Stein oder Holzklotz beschwert ist. Ringsherum waren Rinnen aufgestellt, um die Schafe, Kühe und Pferde zu tränken. Schweine aller Größen wühlten dort im Moraste oder hatten sich in den Düngerhaufen, zum großen Aerger des Hühnervolks eingewühl). Tauben flatterten von den spitzen Strohdächern und suchten emsig die Körner unter den verschiedenen Wagen zusammen, die Getreide von den Feldern hereingeführt hatten und unordentlich herumstanden. (Fortsetzung folgt.) Wegen Weinfälschung wurde in Frankenthal der Weinhändler Schneider in Neustadt a. Haardt zu fünf Monaten Gefängniß und 3000 Mark Geldstrafe und sein Buchhalter Schober zu zwei Monaten Gefängniß und 1500 Mark Geldstrafe verurtheüt. Die in Betracht kommenden 20.000 Liter Wein Ivurden eingezogen.
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