Indiana Tribüne, Volume 29, Number 277, Indianapolis, Marion County, 17 July 1906 — Page 4

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Jndiana Tribüne, 17. Juli 1000

jndiana Tribüne. HnauZgtgcden von btx Gtedg 9. Indianapolis, Ind. gany O. Thudinm Präfideut. SeschäftSloeal: sto, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269

ir tred t the Pott Office ot Indianapolis a, itcond cltit matter. Aus der Bundeshauptstadt. Kaum ift eine Kongreßfitzung vorbei und schon denkt man an die Aufgaben, welche die nächste Session zu bewältigen haben wird. Wenn eZ auch anerkannt werden muß, daß der Kongreß in seiner jüngsten Tagung ein recht respektables Ardeit5quantum bewältigt hat, so bleibt doch noch für die kurze Session genug zu thun übrig, und will er Alles erledigen, so wird für lange Redeflüsse und sonstige Spiegelfechtereien verzwei felt wenig Zeit übrig bleiben. Manche der Vorlagen befinden sich freilich in vorgeschrittenem Stadium, sodaß zur Fertigstellung nicht viel Arbeit mehr zu thun ift, andere aber find noch in den Anfängen stecken geblieben. Zur Rati' sikation deS Santo DomiugoVertrageS hat sich der'Fenat nicht entschließen können, der Vertrag, durch den die Iichtminsel definitiv an Kuba über tragen werden soll, hängt in der Schwebe. Die CinwanderungS Bill und das ift zum Guten ift nicht Gesetz geworden. Ein Ausschuß soll die Frage noch einmal ftudiren, und wenn derselbe auch den Sommer über fleißig arbeiten sollte, bleibt eZ doch die Frage, ob er den Gegenstand völlig zu bemeiftern im Stande sein wird. Das Gesetz gegen Wahlkorruptkon ift liegen geblieben, desgleichen der Vorschlag für Einführung der Packetpoft, die Pbilippinen. Tarifbill ebenso über das Zehn Millionen Kriegsschiff konnte der Kongreß nicht einig werden, doch wird diese in jeder ferneren Sitzung wieder und wieder auftauchen, bis der Kongreß sich einmal entschließen kann, ein definitideS Nein zu sagen oder aber eine Maßregel ausarbeite, die der Schifffahrt wirklich zugute kommt, nicht aber nur einigen großen Dampfer linien und Bauunrrnehmern. Die dringer.d5 Angelegenheit der Beschaf. fung von eigenen BotschaftS uno Ge sandtschaftSwohnungen im Auslande ift unerledigt geblieben, die Einrichtung von Postsparbanken steht noch in weiter Ferne, daß Gesetz zum Schutze geistigen Eigenthums ift noch immer unverän dert desgleichen ift an dem Chine fenausschluß Gesetze nichts geändert worden und die Portorikaner find nicht amerikanische'.Bürger geworden. Die wichtigste Frage, oder vielmehr diejenige, die dem Volke am toichtigsten schien,- als der'Kongreß zusammentrat. hat er gar nicht angerührt. AlS vor zwei Jahren die PräfidentschaftS-Kam pagne begann, war eS Präsident Roose veltS Absicht, falls er im November ge wählt würde, den neu gewählten Kon greß zu einer Extrasitzung zur Auf nähme der Tariffrage einzuberufen. Er hat daSlZnichtgethan. Die Partei führer waren dagegen und obwohl er mit ihnen durchaus nicht einverstanden war, hat er istch ihren Ansichten über das Partei.Jnteresse doch gefügt. Nun aber taucht die.Frage wieder auf und wird in den Kongreß Konventionen eine große Rolle spielen. Daß die demokratischen Konventionen sie auf nehmen, ift selbstverständlich, man wird abwarten müssen, was die republikani schen, deren große Mehrzahl noch auS steht, beschließen werden. Zunächst ift Iowa interesfirt wo der Kampf zwl schen Revisionl?en und StandpatterS mit Beginn deS 'nächsten Mona!S ent schieden werden wird. In seiner kur zen Sitzung kann der Kongreß natür lich die Maßregel ernstlich nicht mehr aufnehmen, höchsten einen Ausschuß einsetzen, der später Bericht zu erstatten hat. Und damit wäre die Frage in den 60. Kongreß verlegt, dessen erste Sitzung der Herbstkampagne von 1903 vorausgeht. Das Washingtoner HandelSdeparte ni?nt. in dkss?n Sofort öuA da? Natu ralisationSdureau gehört, hat entschie den, daß das neue Naturalisationkge setz, welches der Kongreß angenommen . hat, erst neunzig Tage, nachdem der Präsident eS unterzeichnet, also am 27. . September, in Nrast tritt. Bis dahin . oebt die AuZfertlauna der Büraer Papiere in der gewohnten Weise vor sich und Tausende von Einwanderern a w - i o - j o bürsten diese Entscheidung dazu be utzen, um während den nächsten Wo

chen unter den alten liberalen Bedln gungen das Bürgerrecht zu erwerben.

So schlimm, wie es nach dem ersten Wortlaut ersch??n, ift übrigens das nach einer Reihe von Wochen in Kraft retende Gesetz nicht. Seine Sprach bestlmmung bedeutet nicht, daß der Bewerber englisch lesen und schreiben önnen muß, sondern, daß er auf Fragen, die ihm in englischer Sprache gestellt werden, englisch antworten ann. Unerwartete Folgen und uner wünschte Folgen hat das Flottenver üngungS" . Gesetz, daS nach Rosse velt's Vorschlägen vor etlichen Jahren vom Kongreß erlassen worden ift. Un er der alten Ordnung pflegten Ossi. iere der Flotte erst so spät in die ver antwortlichen höheren Stellungen zu gelangen, daß, wenn sie hinein ge äugten, sie bereits nahe an der Grenze des gesetzlichen DienftalterS standen, omit bald den Abschied nehmen muß t r i tf (Y - en und mal xtii yalien, ms ne ehlöhaber die für den Ernstfall wün chenSwerthen Erfahrungen zu sam mein. Also sollte daS neue Gesetz die Beförderung beschleunigen, um tüch ige Offiziere früher in die höheren und höchsten Stellen zu bringen. Zu diesem Zwecke wurde die jährliche Beförderung von 13 CommanderS zu Kapitänen, von 20 Leutnant CommanderS zu CommanderS, von 29 Leutnants zu LmtnantS'CommanderS und von 40 JuniorLeutnantS zu Leutnants ver ügt. Und wenn zum Vollzug dieser vorgeschriebenen Beförderungen nicht die erforderlichen höheren Plätze frei waren, so sollte Platz geschafft werden durch Entlassungen (Versetzung in den Ruhestand), die eine Kommission von KontreAdmirälen zu bestimmen haben würde. Natürlich so war die Vor auSsetzung würde die Kommission die Entlassung der Untüchtigsten veran assen, die andernfalls den Tüchtigeren den Weg versperrt halten. Und so würde man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: die Untüchtigen wür den bei Zeiten ausgemerzt werden, und die Tüchtigen rascher voran kommen. odaß in den höheren Stellen zugleich eine Verjüngung und eine Verbesserung stattfände. Brigadegeneral Bell, der neue Gene. ralftabschef, hat den eisernen Besen in Anwendung gebracht und mit dem al iln Holz im Generalftab aufgeräumt, waS zur Folge gehabt hat, daß ein sehr vernehmliches Brummen zu Gehör ge ommen ift. Die alten seßhaften Of fiziere, die seit vielen Jahren ihre Re gimenter nicht gesehen haben und sich bei ihren angenehmen Dienstpflichten in der Bundeshauptstadt äußerst wohl fühlten, find begreiflicher Weife höchst unwirsch ob der neuen Ordnung der Dinge, durch welche sie in entlegene Garnisonen verbannt werden. Sie hatten sich allgemach für unentbehrlich im Generalftab gehalten und waren überzeugt, daß ihre Abordnung an den Generalstab als permanent zu betrach tm sei. Nun aber hat General Bell auf Grund des Gesetzes, welches vor, schreibt, daß die Abordnungen an den Generalftab vier Jahre dauern sollen und daß Rotation einzutreten habe. mit den Offizieren, die diese vorge schriebene Frist überschritten haben, und manche derselben find zwölf Jahre lang an den Pulten gesessen ausgeräumt, und neue Kräfte find an deren Stelle getreten. Zwei Obersten, xi Oberstleutnants, vier Majore und fünf Kapitäne sind zu ihren Regimentern zurückbeordert worden. Die Civildienftkommifsion hat be sjlossen, zu empfehlen, daß der klassi fizirte Dienst auf die Jnlandsteuer Verwaltung ausgedehnt wird und man erwartet, daß der Plan schon in den nächsten Wochen zur Ausführung ge langen wird. Dieser Zweig des l fentlichen Dienstes gehört zu den weni gen, auf welche die Civildienft'Vor schriften bisher noch keine Anwendung gefunden haben. Präsident Cleveland dehnte das Gese auch auf diesen Ver waltungSzweig aus, aber es wurden so viele ttlag.n über die politischen Wir kungen laut, daß Präsident McKinley sich bewogen fühl, die Verfügung bald nach seinem Amtsantritt wieder aufzu heben und zwar soweit, daß sie nur für Storekeeper und Gauger bestehen blieb. welche ein ZJahreSgehalt von mehr als 8500 beziehen. Die erwähnte Aende rung der Verhältnisse wird ihre Wir. kung auf mehrere tausend Personen äußern. m a Die GeschSstslttlle des Hochsom. merS dieses Jahres ift, allem Anscheine nach, nur der Vorbote für einen tu neuten großartigen GeschästSausschvung im nächsten Herbft.

Der schnelle Tod des früheren

Richters deS AppellationSgerichtS, Herrn Georg L. Reinhard, Vice.Prüfioenten der StaatS'Unlversttät von Jndiana, hat tiefe Trauer im ganzen Staate wachgerufen. Ex Richter Reinhard war anerkannt einer der besähigsten Juristen in Jndiana und seine Ent cheidungen als Richter des BezirkSge richtS und des AppellationSgerichtS werden heute noch in vielen schwierigen Fällen als Maaßstab betrachtet. Als Dekan der Staatsuniversität hat er einen ausgezelcynelen ;rcuf genonen. AlS kleiner Knabe kam Herr Reinhard von Deutschland nach Amerika und durch ununterbrochene Thätigkeit und Energie hat er sich zu den höchsten StaatSämtern emporgearbeitet. Je länger Rockefeller über den VerhaftSbefehl nachdenkt, der im Staat Ohio gegen ihn erlassen worden ifl, desto besser wird es ihm in Europa ge fallen. Polizeiliches. Jsaac MoseS, 36 Jahre alt. 1116 Maple Straße, wurde gestern von den Gehetmpolizlften Simon und yauser unter dem Verdacht des Ein bruchs und KleindiebftahlS hinterCchloß und Riegel gebracht. Derselbe wird beschuldigt auS dem Hause von Simon Carabell, 823 Süd Capitol Ave. ein Paar Schuhe gestohlen zu haben. Die Schuhe ließ er in dem Hause von Frau Henry Sellett, 1105 Maple Straße zurück, wo er jedoch mit $9 das Weite suchte. Herr Sellett verfolgte ihn bis zu feiner Wohnung. 1116 Maple Straße, worauf er den Detektivs die Mitthei lung von dem Vorfall machte und ihnen eine genaue Beschreibung desselben gab. Die Beamten erkannten MoseS nach dieser Beschreibung auf der Straße und nahmen ihn sofort in Haft. Der Neger Frank Whitney, 23 Jahre alt. 1520 LewiS Straße und der Farbige Frank Carter, 25 Jahre alt, 607 Dorman Straße, wurden gestern von dem Beamten Miller mit einem Schießeisen abgefaßt, welcher fie sofort nach Nummer Sicher abführte. Ihre Strafe wird sich dadurch noch ver größer, da fie am unrichtigen Platze mit dem Revolver herumhantirten. Walter C a t e S, 21 Jahre aÜ, 326 Nord Capital Ave., Harry Wil liam, 18 Jahre alt, West Jndianapo liS, William Williams, 30 Jahre alt, South Belmont Ave., wurden gestern von dem Beamten Doolittle und den Radlerpolizisten Morgan und- Amöden eingesteckt, weil fie sich auf der Straße herumprügelten. Die Prügelei soll über eine Belßerei von zwei Hunden entstanden sein. Inder Wirthschaft von Webber, 1102 Nord Senate Ave., gcriethen die Neger John Denny, 22 Jahre alt, 456 West 15. St., Jndia Jndia, 31 Jahre alt, 920 Superlor Str. und Allen Beb, 20 Jahre alt, 1226 Nord Senate Ave., beim Billardspielen in Streit, welcher recht hitzig geworden wäre, wenn nicht die Radlerpolizisten Shine und Schlangen prompt zur Stelle gewesen wären und dieRädelöführer dingfeft ge macht hätten. Ein nicht unerheblicher Schaden wurde in der Wirthschaft an gerichtet, indem mehrere Lampen und Fensterscheiben zertrümmert wurden. S u s i e V e a ch, 20 Jahre alt, 1159 State Straße, wurde gestern von den Beamten Rucker und Hank unter dem Verdacht des KleindiebftahlS hinter Schloß und, Riegel gebracht. Dieselbe wird beschuldigt - von einer Familie Vanlandigham zwei Ringe gestohlen zu haben. An der Ecke von Market und AlabamaStraße wurden gestern Nacht die Polizisten Diener und Smith von Frank HaneS mit einem Messer ange griffen, worauf Diener sein Schießeisen zog und zwei Schüsse in die Lust ab gab, um den Angreifer zu verjagen, der auch eiligst die Flucht ergriff. Eine genaue Beschreibung des Messerhelden ist in den Händen der Polizei, welche wahrscheinlich zu seiner Verhaftung führen wird. Jim Brown. 21 Jahre alt. No. 306 JndkanaAvenue wohnhaft hatte gestern mit Harry BokadiS, der an der Oft WafhingtonStraße einen FrühftückZwagen führt, einen Wort Wechsel der zu Thätlichkeiten ausartete. Im Verlaufe der Prügelei erhielt Bo kadiS von Brown mit einem Knüppel einen Schlag aus den Kopf, so daß er zu Boden stürzte. Der Verletzte wurde in die nächste Apotheke getragen und verbunden, während Brown von den herbeigeeilten Radlerpolizisten Hall und Stewart hinter Schloß und Riegel go bracht wurde. ; I

Behörde für öffentliche Arbeiten.

Endgültige Beschlüsse wurden gl faßt: Für Eröffnung und Erweiterung der Alley östlich der Oxford Straße von der nördlichen Linie der Grundstücke No. 1 und 10 in Baldwin & Millers Addition bis zu den Grundstücken No. 5 und 6. . Für Abflußkanal an den Ufern von Pleasant Run entlang. BoudS für Stimm - Maschinen. Angebote sür die Uebernahme der fix Ausgabe gelangenden Bonds im Betrage von $98,000, die zur Anschaf fung der neuen Stimm.Maschinen ver wendet werden sollen, werden von der Behörde für öffentliche Arbeiten ent gegen genommen und am 1. September eröffnet werden. Die Werthpapiere lauten über je 81000 und tragen 3z Prozent Zinsen; jedes Jahr werden 1000 zur Rückzah. lung fällig, .jodaß die letzten $8000 in zehn Jahren zur Einlösung kommen. Die neuen StimmMaschinen werden am 1. August an die County-Commis säre zur Ablieferung kommen. Grundeigenthums Uebertragungen Edgar O. Johnson an Minnie C. Harbin, Lots 1 und 2 Block 2, Echo field u. A., Add., nordwestliche Ecke von 25. Str., $4000. Albert B. Carter an Hugh I. Mc Gowan u. A., Theil Section 24 und 25, Township 17. Range 3, Washing ton Tp., $13,847. Thompson Harvey durch Sheriff, an John W. Trotter, Lot 23. Parker u. A., Oak Hill Addition, westliche Seite von Wheeler Str., nördlich von 23. Straße, $700. Joseph A. Shirley an Leander Al fard, Lot 37, Kenwood Park Add., östliche Seite von Graceland Ave., nördlich von',33. Str.. $4,000. LouiS H. Boehm an Frank H. Kirk hoff, Lot 49 in Ferguson'S Hill Place Add., 30 bei 120.45 Fuß, vacant, Ost. feite der Arsenal Ave., südlich von Southeastern Ave. $2.100. Maria tt. Hallmey r an August Holly. Theil von Lot 66 in Jeiser'S GdnS. Add., 23.4 bei 130 Fuß, ver bessert. Südseite der SanderS Strafe, westlich von New Jersey Str. S1.450. Charles H. Kolyer an Lena B. Fen ton, Theil des südwestlichen Viertels von Section 15, Township 16, Range 2, 3 Acres. Wayne Township, S1000. Joab H. Woodruff an Gilbert H. Brown, Lo!S 34 und 35. Block 3, North Eide Addition, 40.91 bei 164 Fuß jede, vacant, Westseite von Broad way, nördlich von Fleet Str., $700. Mutual Home & Savlng Associa tion an JameS H. Brennan :c, Lot 56, Block 7. North Indianapolis, 30 bei 125 Fuß. verbessert. Nordseite von Eugene Straße, westlich von Elmira Straße, $750. George W. Talbott -an John S. HotlingSworth. Lot 114, Woodruff Place, 80 bei 170 Fuß, vacant, Oft. feite Mlddle Drive, südlich von 10. Straße. $4.000. JameS Sj. Branham an Carroll E. Swaln, Lot 7, Wiley'S Subd., Theil Außenlot 153, 32.6 bei 101 Fuß, ver bessert. Südseite Coe Str., westlich von Locke Straße. $1.250. Beech Erove Jmprovement Co. an Central Grain Elevator Company, Theil nordwestliche Viertel, Sec., 21. Township 15, Range 4, 8.40 Acker, Center Township. $3.000. Frank E. Marshall an Elizabeth Schaefer. Theil von LotS 13 und 14, Block 33, Nord Indianapolis, 37 bei 155.9 Fuß. verbessert, nördliche Seite der 27. Str., westlich von Annette Str. $1800. OZcar A. Jose an Jesse H. Mesfick, Lot 13, Block 2. Caven u. A. Oft Woodlawn Add., 30 bei 123.9 Fuß. verb?ffert, südliche Seite der Spann Ave., westlich von Nelson Str. $1609. G e o. A. R e m m e t t e r, 224 Nord Pine Str. Dunkles und helltt Capi tal City Bier stets bei mir zu hab.. Eine kostspielige Reise. AlZ Kaiser Joseph I. im Jahre 1702 sich von Wien nach Landau begab, um in Person die Belagerung dieser Festung zu leiten, bestand sein Gefolge aus nicht weniger als 232 Personen, worunter sich 12 Kämmerer und 21 Köche befanden. Die Kaiserin folgte ihrem Gemahle mit einem Troß von 170 Personen. Zur Fortschaffung des Hofes waren 77 Kutschen und 192 GepäckWagen erforderlich; der ganze Aufwand dieser Reise belief sich auf mehr als 1.000,000 Gulden.

Das Parlament des alten Athm. Zahl der Mitglieder. Geschäftsordnung, Lorfitz, Strafen uu) Tiäteu. Ueber das Parlament im alten Athen schreibt der Athener Privatdozent und frühere Abgeordnete Zcngelis: Solon hatte 534 v. Chr. den Archonten (obersten Beamten oder Herrschern) einen Rath (Loule) von 400 Mitgliedern (Bouleuten) zur Seite gesetzt, von denen je 100 aus jeder der 4 jonischen Phylen (Stämmen) entnommen wurden. Unter Kleisthenes wurden 510 v. Chr. die Phylen auf 10 vermehrt; jede von ihnen stellte 50 Bouleuten; der Rath stieg also auf 500 Mitglieder. Er hatte, gleich den heutigen Parlamenten, das Recht, Gesetze vorzuschlagen und durch Abstimmung anzunehmen, sie bedurften jedoch hinterher der Bestätigung durch die Volksversammlung (Ekklesia). Im Unterschied von den gegenwärtigen Parlamentariern wurden diese Bouleuten nicht gewählt, sondern ausgeloost. Volksversammlungen fanden jährlich 10 statt. In ihnen hatte der Reihe nach jede Phyle mit ihren 50 Vertretern die Prytaneia, d. i. den Vorsitz. Diese Phyle wählte sich einen Präsidenten, der Epistates genannt wurde und in dessen Händen bei den Rathsversammlungen das oberste Präsidium lag. Er fungirte jedoch nur 24 Stunden lang, um dann durch einen neuen Präsidenten ersetzt zu werden. Jeder Präsident war zugleich im Besitze des großen Staatssiegels, sowie der Schlüssel des staatlichen Schatzamtes und Archivs. Für die Sitzungen des Staates, seine Diskussionen und Abstimmungen bestanden besonders Vorschriften (somit eine Geschäftsordnung), deren Verletzung unter Strafe gestellt war. Die Strafe bestand im Ausschlüsse des sich Vergehenden; die Abstimmung hierüber geschah mit Blättern des Oelbaumes. Von vornherein waren 10 Supplementar-Vou-beuten von jeder Phyle ausgeloost, die für die Ausgeschlossenen oder etwa durch Tod Ausscheidenden eintraten. Die 50 Repräsentanten der Phyle, die den Vorsitz (die Prytaneia) hatte, bildeten eine besondere Korporation mit einem Kassirer und Schriftführer; sie speisten während der Dauer des Vorsitzes gemeinsam auf Staatskosten. Von der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. an war der oberste Präsident in den Ratssitzungen nicht mehr der von der Vorsitzenden Phyle gewählte Epistates; dieser Epistates hatte sich vielmehr aus den 9 übrigen Phylen 9 Beigeordnete zur Seite zu setzen, und dies Kollegium von 10 Bouleuten wählte sodann den obersten Präsidenten aus seiner Mitte. Auch wurde von da ab der Schriftführer der Boule mit besonderen Funktionen bekleidet und, statt für eine Prytaneia-Periode. für ein Jahr gewählt. Während ihrer Sitzungen saßen die Bouleuten nach Phylen geordnet. Am Sitzungsort befand sich ein Altar des Zeus und der Athen, an dem vor Beginn der Sitzung geopfert wurde; ein Priester sprach sodann den Fluch gegen den aus, der nicht gewissenhaft seines Llmtcs walten würde. Die Berathungsgegcnstände waren vorher entweder durch Herolde oder nach Art der heutigen Tagesordnungen durch Programme" des Vorsitzenden bekannt gemacht. Die Sitzungen geschahen öffentlich, das Volk war dann durch ein Gitter von den Bouleuten getrennt. Es fanden aber auch geheime Sitzungen statt. Die Abstimmung geschah durch Aufheben der rechten Hand im Falle der Zustimmung zum Vorschlage, oder durch Stimmsteinchen. Auch Diäten bezogen die Bouleuten von den ältesten Zeiten ab, und zwar für jeden Tag 1 Drachme. Voraussetzung für die Zahlung war die Anwesenheit des Bouleuten in der Sitzung. Zum Veweise dafür erhielt er eine Marke aus Erz und nur gegen Aushändigung dieser zahlte der Kassirer das Tagesgeld aus. Stätte der Milchtrinker." ' Wie München das Eldorado der Biertrinker ist. so kann Paris als die Stätte der Milchtrinker gelten. Es gibt dort kein Restaurant, welches nicht darauf eingerichtet wäre, seinen Gästen anstatt der landläufigen älkoholischen Getränke die Kuhmilch als Tafelgetränk in untadelhafter Güte in mit Schutzverschluß versehenen Flaschen vorzusetzen. In jeder Straße sindet man eine einladende Cremerie," an deren sauberen Marmortischchen Milch getrunken wird. Fast zu jeder Stunde kann man sehen, wie irgend ein durstiger Mensch den Laden eines Butterhändlers betritt, um schnell ein Glas Milch hirto zu gießen Die Vutterhändler sind auf die Kundschaft der Passanten eingerichtet; aus großen Blechkübeln wird das weiße Naß" geschöpft und für 2 Cents ein reichliches Glas gespendet. Selbst der' Mm;chand de vin," der Absinthverkäufer, die Bierhallen und die, kleinen Stehlaffeehäuser," die' für 2 Cents einen sehr trinkbaren Kaffee verkaufen, können sich der Nothwendigkeit nicht entziehen, auch die Milchflasche zu führen. Die Einwohnerzahl Frankreichs betrug im Jahre 1881 37.500.000. während Deutschland 45.000.000 und England 35.000.000 erreicht hatten. Die Volkszählung von 1901 ergab dann für Frankreich noch nicht ganz 39.000.000 gegen 56.500.000 Deutsche und 41.500.000 Enaländer.

DaS Rosen und SevvelFest in Worms. Aus Worms wird berichtet: DaS große Nosenfest mit der Auffübrung von Hcbbcls NibelungeN'Trilogic hat nun stattgefunden und unter selir zahlreicher Betheiligung von auZwär tigen Gästen einen schönen Verlauf genommen. Die Straßen der Ttadt und die Parkanlagen waren durch Hunderttausend? von künstlichen No scn ausgeputzt, welche die Fronten der Häuser meist bis zum Dach hinauf zierten und das allgemeine Stra ßenbild zwar recht bunt gestalteten, aber doch zu sehr an karnevalistischen Flitterkram erinnerten, um einen würdigen Hintergrund für die ernste Feier zu bilden. Der Aufführung des Nibelungen Ringes ging eine Hebbel-Feier im städtischen Spiel und Festhaus voraus, in welcher der zukünftige Inten dant des Mannheimer Hoftbeaters, Dr. Karl Hagemann einen Vortraz über Hebbcls Stellung in der dra matischen Weltliteratur" hielt. Hof schauspicler Paul Wiccke (Dresden) trug darauf in wirksamer Weise eine Anzahl meist lyrischer Dichtungen Hcbbcls vor. Das Drama selbst wur de unter Leitung des Regisseurs Schaper vom Schauspielpersonal der Mannheimer Hofbühne zur Tarstel lung gebracht. Ließ auch die künstle rische Gesammtleistung namentlich im zweiten Theil (Siegfrieds Tod), viel Unebenheiten und Mängel hervortrc ten, so war doch die allgemeine Ein Wirkung dcs dramatischen Meister Werkes tief und nachhaltig. Für den unterhaltenden Theil der Veranstaltung war durch ein Rosen fest mit Bazar aufs beste gesorgt. H o n i g e s s i g. Von Honigresten und minder gutem Honig nehme man auf sechs Quart Wasser zwei, Pfund Honig, eine Brotrinde oder etwas Sauerte'rg und stelle das Essigfäßchen an einen warmen Ort; nach beendeter Eährung decke man das Spundloch, um den Luftzutritt nicht ganz zu verhindern, mit einem Läppchen zu. Ist der Essig hell gewo s? zapfe man ihn zum Aufbewahren in Flaschen ab.

Europäisches mci, Kreditbriefe, flinstrtltftliMhtltrtiMt vf auf alle Städte Europas. ' Schiffsscheine von und nach Europa. An- und Verkauf auSländischeu Geldes. No. 35 Süd Meridian Str. Merchants National Bank. itne der stillen Tragödien im Leben jt kam neulich zum Vorschein durch die gezwungene UntHätigkeit einer gewissen Klasse von Mechanikern in der Stadt. Einer der Mechaniker, ein fleißiger, schwer arbeitender Mann, er warb sich durch diele Opfer manche Bequemlichkeit im Heim für das er theilweise bezahlt hatte. Arbeitslos wie er war, wurde er gezwungen, seine Interessen an den schon gemachten An. Zahlungen zu opfern. Aerluste in Fällen wie dieser, können leicht derhindert werden, wenn solche Personen zuerst einen Fond erschaffen, indem sie ihre Ersparnisse mit dieser starken Gesellschaft deponiren, bis der Betrag genügend ist eine erzwungene Periode von UntHätigkeit oder Krankheit zu überbrücken. THE WM TRUST COMPANY, apital $1,000,000.00 Ueberschuß 325,000.00 5 T A Hl wmTT?r JL AHA. X' VXi II V ilJLXJXl 5 -fc K e e Water Motor Z WashingMacliines i z Cor. Noble and Michigan Nw Phone 1139 -fc Z nn iro M AAAkkAkAAkkkAkkkkkkkA Dr. A. H.Wacter Teutscher Thier.Vrzt Ofgcci Cchellhouse'öLeih-Ztal 398 Ast t8bft Ct. Telephone: Neu. tss t?tlt, SRatn lli. Wohnung: 1123 cuttfon ve. Neu Phone nu.

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