Indiana Tribüne, Volume 29, Number 276, Indianapolis, Marion County, 16 July 1906 — Page 4
Jndiaua Stißött, 10. Juli 1900,
Indiana Tribüne. s)nauzacieu ton dn Vtet T. Jndumapslil, Ind.
ganz O. Thudiu yrisident. VeschäftSloealt fto, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. gatertd at the Pott Office 1 Indianapolis ai ccood daic matter. Den Nativisten zur Lehre. DaZ ZensuZBureau hat soeben einen Bericht über die Armenpflege deröffent licht, der allem Anschein nach schon vor Monaten fertig ,war aber zmückgehal. 4av WnV. toi a 1 1 KI VT7 t i tii rrm in n I ttii UUlV(f l JtUVttt i V I derwiöenen Konarek . Session ibreS hauptsächlichen Arguments- für die weitere . Beschränkung der Einwände rung beraubt hätte. Der Bericht? der von einnnSachverftändigen nach gründ lichtn Untersuchungen' ausgearbeitet worden ist, widerlegt natürlich nicht nur die alte Fabel, daß mit der Ein Wanderung der Pauperismus im Lande wachse, schlagender, als dies je zuvor geschehen ist, sondern liefert den Beweis vom geraden Gegentheil. Auflas von ihm mit vieler Mühe aus allen Staaten zusammengetragene wtwmim gHHMIHIMWll I nin,'s7?,..z, .rnxrt UUl4lWJ iHitttHi BMMffV ' EachvttSSndlgk. ein Her, Ji S. , . mr ren: ic ti geyorie Veyauprung, daß ew großer Theil der . Einwanderer schon nach kurzer Zeit der öffentlichen Wohlthätigkeit zur Laft falle, ist vollRnhlrr ttnWslnh, 1Tnr hm ,n. fassen der Armenhäuser befindet sich tff.l An n.taiff N,ntsa hön A,.1n,n nh,r ,rUU ift h,rMT . ' O II-- T"-0 -V I kkkk k.x.k ,,k kt. llipitlUpity litlW Wli ttUtW(U I Pfleglinge sind meiftenS seit Langem in den Ver. Staaten ansässia. Nur unaekäbr 2z Mrozent derselben befinden sich weniger als fünf Jahre im Lande." Die von dem unparteiischen Fach. manne anaefübrten Ziffern beweisen in unviderleglicher Weise, daß die Zahl der. auf Gemeinde oder Staatskosten unterhaltenen Armen in den letzten Jahren trotz der enormen Einwände rung ftetkgüabgenommen hat und zwar besonders in den Distrikten, nach wel chen sich der) Strom der Neuankömm linge hauptsächlich ergießt. Seit 1900 ist die Zahl der Paupers von .116 6 auf 101.4 auf je 100.000 Einwohner zurückgegangen und in den mittleren und westlichen Staaten betrug die Ad nähme im Durchschnitt über 20 Pro Mt - Eine Zunahme war nach der Erklä rung deS Experten nur in den ältesten Gemeinwesen-, also in dm Neu.Eng land'Staaten.lZU verzeichnen, und diese haben so gut wie gar keine Einwände rung. Das wird jedoch die sich über wiegend auSjijenen Vankee-.Staaten rekrutirenden ttnownothings-schwerlich abhalten, weite? gegen die ForeignerSzu wettern, die nach ihren Behauptun. . i gen vle urmen?au,er uno nasanpai. len lullen, tties verolnene Veuqier ... . - . rtrr anerttnnr -vle. Wayryeu ,eiou oann nicht, wenn sie ihm amtlich- unter die caze geyauen lmro. QandelkUNd Wandel. m A,,n d,n l,kwSenttickknndu. ßrieberichten wird aus dem ganzen 9mhftf Mn,l n Vtt.rn ne. klagt. Der Mangel an genügenden Arbeitskräften wird ein immer wichtlcttfT flftflr in allm tznduSriekttiskN ei.i.-m kl. cv Oll jci, Qiuuuii , -wie 04ÜH Trad. Review7 NamenMS km Süden. das Arb.itSanaebot seit einkaer elt f htrWnMr n.t n,nn,, m ' ' - 5 fc in :trtln it iCrtrftttitttrt ItBI Uvn Wfc II VttIVHtIVItHUU von Arbeitern nach dem Weizengebiete des Westens und der Mlttelftaaten, so knapp, daß sehr viele Fabriken theil weise oder sogarisgänzlich dm Betrieb haben einstellen müssen. , Auch in den Eoke.RegionenIund in den Eisenindu ftrie'Bezlrken herrscht ein sehr hemmen der ArdeitSmangel, und dabei ist die GeschäftSfituation noch niemals so günstig um diese Jahreszeit gewesen. als in diesem Jahre; die Austräge find um 15 bis 25 Prozent reichlicher als um. die . gleiche Zeit deS Vorjahres 1905. Eine gute Nachricht kam aus dem ittel'pennfylvanifchen und aus dem südwestlichen, Arka'nsaS, KänsaS und Jndlaner.Tenitorlum. Weichkoh. len-Reaionen. wo ein AuSaleiü zvi schen Arbeitern und Arbeitaebern Satt, gefunden hat und alle Kohlmbergverke im Betriebe sind. Im' Uebrigen hat sich in der Situation des gewerblichen und geschäfllichen Leben.deS Landes sebr wenia verändert. :
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Der deutsche Tag v
Vom gesammten hiesigen . kommen zu der " I
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Ein großartiger Erfolg.
Das Deutschthum von Indianapolis hatte gestern leinen Galatag Nach Tausenden zählten die Men schenmaffen, die schon mit der Mittags . , - stunde beginnend, in ununterbrochenem - . rft Et,llk den imlichm Enmanii Pari k., , s.z. ,ns.?t.en Winkel bmein ' 7,. ,n,r, M füllen begannen. iptt waren in kurzer Zeit belegt unv eme grove euge c. NeHMtt töslt gezWUNgM, Mit ellieM Sib auf dem Rasen vorliek zu l nehmen, doch das erhöhte nur den echt deutschen. . ...... . rrx W.. Cstt QCmttlQltCQen ttqoiWKl unj bestes, da das so häufiz den Erfolg " ' porenve gezwungenem w von vornyerem ausge,qionen ar, Einer konservativen Schätzung nacy befanden sich zu Beginn der offiziellen Feier wenigstens 8000 Personen aus dem Festplade und noch immer kamen neue Schaaren. Punkt 3 Uhr gaben Böllerschüsse das Zeichen zur Eröffnung des offiziellen Theiles des , 'Programms. Darauf folgte .der .Posaunenruf und daS Orchester spielte Star Spangled Banner" und Die Wacht am Rhein-. Nachdem der ' Indianapolis Lieder kränz- unter der Direktion des Herrn Prof. Carl Aiegner DaS treue.deutfche Herz- gesungen hatte, begrüßte Herr August M. ffuhn als Vorsitzer des Festausschusses mit einigen kernigen Worten die ffeMbeilnehmer und machte ds? allen überraschend kommende be dauerliche Mittheilung, daß der Haupt dner deS Tage?, Herr Joseph Keller, leider durch eine plötzliche Erkrankung verhindert war, zu erscheinen. Er pellte darauf den Versammelten Herrn W. W. Rieß vor, der sich in bereit willigster Weise dazu verstanden hatte, die Rede des Herrn Keller zu verlesen. txx m klärte in warmen Wor I T 9 hsl6 fiA ttar fmi, der Ebre I ' . " theilhaftig fgeworden zu sein, vordem sammelten Deuttcktbum der Stadt Umgegend sprechen zu dürfen, daß ,r mnU& Zedock bedaure. dak die Ver a" n" "t a w ' anlassung zu diejer Ehre die Erkran kuna des Herrn Keller bilde Mit u . einigen tresflichen Worten hob er die Verdienste des, Herrn Keller um das Deutschthum der Stadt Indianapolis und des Staates Jndiana hervor und F& P1" 019 Mnacnic. 9 cm u deutscher Vereine und als bewährten Vorkämdker kür die Interessen des . " ' . , . " , DeutschthumS, jxi WklchkS die Versam MkUkN vegklUkN kMNlMMlkN ' Herr, Rieß ..verlas dann folgende i rov-. I - Sermanendolk CotumbiaS ereint zu hei7g, Bunde, Wem widmest du da! erste GlaS In festlich hehrer Stunde ? Dem Höchsten gilt eS, das man preist In deutscher Männer Mitte : Dem deutschen Hau 5, dem deutschen Geist, Der deutsch Zucht und Sitte ! - Die sollen blühen und gedeih'n - Zu unser aller Ehre, " : Nicht drüben nur, o Vater Rhein, Di Wellen Slzt zum Meere. Nein hier.un Wendlande auch. Soweit auf S ötteS Erde ' Zum Himmel steigt empor der Rauch, Von einest Deutschen Heerde l Ja! Meine Freunde! Diese herrlichen Mgenschastekrfie' mögen Gemeingu werden unserer neuen Heimath; ihr vollen wir'alS Danktögabe die Errun genschaften ' einer dielhundertjährigen Kultur zu Füßerr kegm,' ihr ollm vl di ' besten ' Schätze darbieten, die uns Ottdeutschttnd 'mtt aus den ZuZeg gege i bm hat; wir vollen Alle?, vzi edel
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fÄÄMv ! tr&sssm SManePolw v Deutschthum begangen. Feier im Germania yark Heil dir, deutsche Nachkommenschaft ! -Heil dir, deutsches Brudervolk! Heil dir auf immer! Franz Daniel PastoriuS. und ächt, was gut und brauchbar im deutschen Charakter hier verpflanzen, auf daß erstehe ein Amerika, daS nicht nur seinen Namen, seine Kultur, seine NZreiheit. ja seine Größe dem teutoni chen Geiste zu verdanken hat. Und deshalb meine Freunde! Um rüstig am Bauwerke weiter zu zimmern, erstreben wir die Erhaltung des DeutsStbumS n Amerika. Wir versuchen daS EinigkeltSgefühl der Deutschen zu beleben, und find be müht, das Deutschthum enge aneinan der zu ketten, und aus diesem Grunde begeht man in allen größeren Bevöl erungScentren die Feier eineS deutschen TageS. Bei diesen Anlässen soll nicht nur daS Andenken an die ersten deut chen Pioniere wachgerufen, werden. ondern das deutfch.amerikanifche Ele ment soll die Ueberzeugung bekommen, daß das deutsche Blut in diesem mäch tigen kosmopolitischen VolkSkörper nie malS versiegen darf, daß eS immer nb immer wieder gesunde Nahrung finden muß in der Erinnerung der herrlichen Errungenschaften deS deutschen Stack meS in diesem Lande. .' ' A Wir dürfen natürlich nie vergessen. daß wir jenen Pionieren' von 1683, ja logar ienen Waaeren vle lange vor PastoriuS schon den Boden der neuen r rm " Welt betreten haben, Dankbarkeit schul. big find. Sie haben unter den här testen Entbehrungen, mit unermüd licher Ausdauer deutscher Gewerbe thätigkeit. deutschen Sitten und deut scher Tüchtigkeit eine Stätte geschah sen, und fte haben mit ihrem biederen Charakter ihrem Muth, ihrem Wissen und Können einen gewaltigen Einfluß auf die politische und ökonomische Gi staltung diese? Landes ausgeübt, und uns geziemt eö, bei der Feier deS deut fchen TageS auf'S Neue den Eldschwur zu leisten unter dem Schutze der Strei fen und der Sterne welter und emsig zu arbeiten, am Ausbau und an der Veredelung des Landes, das schützend Obdach unS gebotene Wir, gedenken heute mit besonderer Ehrfurcht jener Männer, welche unS als die edelsten und besten Vertreter unseres VolkSthumS vor Augen stehen, aber auch drängt eS unS Einkehr in unö selbst zu halten, unS zu vergegenwär' tigen, daß wir nicht immer mit der Vergangenheit uns zufrieden geben sollen, sondern daß wir mit der Gegen wart und der Zukunft Rechnung zu machen.haben. ES ist angebracht, heute auch ein Prinzip zur Sprache zu bringen, wel cheS unS Deutsche besonders interesfirt. da? Prinzip , der persönlichen,-Frei helt.- Der Druck der öffentlichen Ver Hältnisse,, die unwiederftehliche lStröe rnung der Zeit drängt immer und im mer wieder diese Frage in den Vorder gründ und wir wollen annehmen, daß die Feinde der persönlichen Freiheit auö Unwissenheit 'eher, denn Fanatiö' muS und Dummheit sind Zwlllinze--als aus Gehässigkeit diese Frage Imme heraufbeschwören; aber meine Freunde Ist eS nicht auffallend, daß Deutsche ge'wöhnlich .allein eS sind, die diesen Wühlern jedesmal die Zähne zeigen müssen, wenn doch daS ganze Volk da von betroffen wird? Doch die Masse deS Volkes hat kein Verständniß für die Sache der perfön lichen Freiheit; denn wie ist sonst die erstaunliche, fast unglaubliche Öleich gültigkeit zu erklären, welche Seitens des Volkes an den Tag gelegt wird 1 Ist es nicht jämmerlich zu beobachten. ffcte eine Handvoll Fcnctiler jchtcu3
jahrein unsere Gesetzgeber am Schnür
chen hält; wo auf der anderen Seite ein indifferentes Bürgerthum lässig und denkfaul Schritt für Schritt um seine angeborenen Rechte betrogen wird. Beim Kampfe um die Dolllver.Hep. burn Bill erhob ' sich aus dem Volke, außer den dabei dlrect Jnteresfirten, keine einzige Stimme gegen jenes in fame Machwerk, der deutsch'amerlka nlsche Nationalbund allein durch sein energisches und zielbewußtes Auftreten hat das Land von jener Vorlage aber malS frei gehalten. - ES scheint, als ob unsere nationale Gesetzgebung sich kopfüber an eine anatische Minderheit von Privatbür gern verkauft und deren Wünsche oder Befehle zur nationalen Politik gemacht hat und das aus erbärmlicher Feig helt. . Die Anti'Saloonliga gewinnt Sieg an Sieg und die andere Seite nun sie bekommt was ihr gehört. ES ist ja lächerllcy, daß wir beständig um Reale kämmen müffen. die na, ynft überall von selbst verstehen, und es ist schmählich, daß wir eS uns ge fallen lassen, tagtäglich um Privilegien beraubt zu werden, die eine. freien Bürgers heiliges Recht sind; aber leider wird unser pollüscheS Leben vonCchein Heiligkeit durchseucht und durch Kor ruplion vergiftet, und die liberalen Bürger, ohne Unterschied der Raffe, haben bis heute Nichts gethan, den be stehenden Modus zu ändern. Der Deutsche natürlich fühlt den ihm auferlegten Zwang oder die Verkür. zung seiner angeborenen Rechte, am empfindlichsten, er fühlt, daß die viel gepriesene Freiheit hier in manchen mm i n l siuaen weniger ais xtt tu, er fühlt, daß puritanische Gesetze nicht für seine Natur passen, er fühlt die Ver gewaltigung seines inneren Menschen und er empfindet, .daß irgendwo und durch irgend Jemand an ihm gesündigt wird. Aber anstatt daS Uebel bei der Wur zel anzufassen, anstatt die AuSmerzung der uns widrigen Gesetz: zu 'verlangen und jener' Partei unsere Stimme zu geben, die die moralische Courage be sitzt die uns unliebsamen Gesetze zu widerrufen, springen wir wie ein Vogel von einem Ast zum andern, ver dämmen - eine Partei und dann die andere, und wir brauchen unS deshalb nicht zu wundern, den Ruf zu besitzen, amMahlkasten unberechenbar zu sein. Joseph Keller. . Meine Freunde ! Die Zeit rückt im mer näher und sie wird den Deutschen zwingen,' wenn er . um seine angebore nen Rechte nicht betrogen werden will in gewissen Fragen, und zwar in ge schlössen? Front, politische Stellung zu nehmen, und das ist ja weder Un glück noch Sünde; wenn die amerika Nische Kirche Politik treiben darf. warum sollte- eS deutschen Vereinen oder Vereinigungen nicht vergönnt sein ? Ich möchte Sie daran erinnern, daß englische Prediger die politischen Leiter und die Gründer deS PurltaniSmuS hier gewesen sind. . Ohne in das Parteileben sich einzu mischen, wird das Deutschthum, falls eS sich mit werthlosen Prlnzipienfragen nicht begnügen will, früher oder später gezwungen sein, in die Politik einzu greifen, sagt Dr. Julius aedel und kein Anderer, als der berühmte yisto riker Lamprecht sagt: . Hätten die' Deutschen in Amerika überhaupt Luft an der Politik, so hüt ten sie schon längst den politisch.mora schen Status verbessern können. Wir sind Bürger dieser Republik, und eö ist nicht allein unser Recht, sondern unsere Pflicht an der Politik regen Antheil zu nehmen. Wenn unsere Lebenöan schauungen recht find, wenn wir wissen, daß brutale Staatsgewalt keine Verfei nerung der Sitten erzielen kann, wenn wie überzeugt find, daß gewisse beste hende Gesetze für die Masse der Bevöl. kmuig ntV gut find, so sollten wir für
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Der Soda Cracker" ist allerdings eine ideale Nahrung. Uneeda Biscuit sind eben die idealen Soda Crackers." Wahrlich, die
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.Soda Crackers" welche vor allen Dingen richtig zubereitet werden, richtig geschützt sind und es stets so bleiben.
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unsere Meinungen einstehen, und für ihren Bestand kämpfen, und meine Freunde, der Deutsche ist noch nie für die Dauer da unterlegen, wo er ent schlössen war, zu siegen. Möge für den Deutschen doch endlich einmal der Tag kommen, wo es ihm möglich wird. mitzuregieren, statt regiert zu werden. Im Innern des Lebens will der Deutsche frei sein, den Werth seiner Persönlichkeit will tt sich nicht rauben lassen, er duldet keinen Eingriff und keine Bevormundung, und diese geistige Persönlichkeit ist die Ursache unserer nationalen Schwäche sagt Dr. Kuno Francke; die. Schrullenhastigkelt. die Prinzipienreiterei, das Eckige und Stör rische i des . deutschen Wesens hat hier seine Wurzeln. Die Sucht eigene Individualität geltend zu machen, derursacht Verachtung derForm und hierin liegt der Grund der VndlofenMetnungS Verschiedenheiten und geistigen Zersplit terun'g, die für Hunderte von Jahren daS deutsche Element in den Vereinig ten Staaten beherrscht hat. Aber gerade diese Auswüchse unseres PersönlichkeltStriebeS haben herrliche Güter geschaffen Die Verachtung eitlen TandeS und des " Scheines, Bescheiden' helt Unzufriedenheit, und diese schützen unS vor dem unsteten Hasten nach Reichthum. , Vermöge der sittlichen Zucht, dle dem Deutschen eigen, mag der Amerikaner vom Deutschen lernen, daß Religion und Sittlichkeit, daß Kir. chenbesuch und Ehrlichkeit keine getrenn ten Güter sind, daß man am Sonntag nicht betend auf den Knieen liegt und am.Montag den nächsten. beftiehlt.' Vom Deutschen mag der Amerikaner lernen, daß Freude am Leben zu den schönsten Dingen des Daseins gehört. In die düstere Lebensauffassung des Puritaners hat der Deutsche den Froh sinn und die Poesie deS Lebens getra gen, in die trostlose ASkese die gesunde Sinnlichkeit, in den rohen MaterialiS muS die Schätzung, der idealen Güter. Welch einen umwälzenden Einfluß die Deutschen durch die Musik auf die Amerikaner ausübten, ist uns Allen bekannt, und die herrlichen Klänge un ser deutschen Volksweisen haben dem Amerikaner klar gemacht, daß das Le ben doch zu mehr werth sei, als allein zur Jagd nach Geld und zur Sucht nach Einfluß. Dle Heime des Amerikaners haben dem deutschen Klavierlehrer sich geöffnet, Musik und FefteSftimmung haben angefangen, ' LebenSmächte ' zu werden. Deutsche Feste, früher so der pönt, beschäftigen' jetzt Amerikaner, wie unser letztjährigeS Turnfest bewie fen, und unser nächstjähriges Bundes sängerfeft auf'S Neue bekunden wird. . Unser deutsches Lied, das in die graue -Nüchternheit deS amerikanischen Lebens goldenen Sonnenschein gewor fen, wird herrliche' Triumphe seiern, und wird uufö neue Herzen erobern, die ehedem kalt ihm entgegengefchlagen. und heute meine Freunde, heute ihr Deutschen Sänger, wollen wir mit Dr. Gottfried Kellner ausrufen : Unter dem ameritaxlfchen Adler der Freiheit steige schmetternd empor, du deutsche Lied, eine jubilirende Lerche deS Frle denS, und verkünde der Welt den Mor gen, an welchem keine Polizei, kein Temperenz und Sonntagszwang, fern dern nur edle humane Herzensbildung die Geselligkeit und den durch die Kunst gefeiten mäßigen heiteren LebenSgang regeln. ;;V.Ot-:-:;::: i-v-i . Lufs engste verbunden mit dem deut
ftnubfreien
feuchtigkettdichten Pamet.
tcyen teoe tn unsere Sprache, verlieren wir diese, so verlieren wir das deutsche ' Lied, daS deutsche Gemüth. - Die Sprache ist des Volkes Seelez-ftirbt diese so stirbt das Vol'. und mit' dem Tode der deutschen Sprache trögtman deutsche - Gewissenhaftigkeit, deutsche Treue und deutsche Aufrichtig, kelt zu Grabe. Meine Freunde ! Be wehrt die deutsche Sprache, die sich wie keine Zweite dem ganzen menschlichen Empfinden anschmiegt, bewahrt sie rein und unverfälscht, auf daß sich .die Worte eines amerikanischen Pädagogen x Lm mXjm. ri. i i w iir Mi iiiii iiri irii 111 n irii ir r irrni - "f vgv wO die Zelt wird kommen, wo die gebilde ten Amerikaner deutsch - sprechen, und die ungebildeten Deutschamerikaner sie nicht mehr verstehen können. ' ' Den größten Einfluß auf die Er. zleyung ver moer uor vre Butter aus. l m 7 a a. nM . . ihren Händen ist die Zukunft .-ihres Lieblings anvertraut. . .Die Zukunft. i . mv in. w . cm v es ninor lu immer oas Werr oer Mutter,- sagt Napolean der erste, und unser aroker Nbiloladn Kmanuel Kant 1 r - itt -w ..w schreibt : Ich werde eS nimmer ver. gessen, daß meine Mutter den Keim zu alldem Gutm gelegt hat, das. in mir ia (mii..c... ia v . tx a. -u iutniytij ii uua ionpr, der nie verlierbare Platz des Sohnes, selbst dann noch, wenn er schon graue Haare trägt ; darum ihr .braven deut tt (rontl.w k! ic ax..r: x. . v .U VVil JiUt(, UIC (UClllUJ ' ÜCll Werth der ersten Kultursprache der Welt versteht, erhaltet die Sprache, in der euer Kind zuerst den Namen Mutter lallte, und in der, auf euerem Schooße eS wiegend, ihr ihm das erste Gebet gelehrt. Bleibt deutsch euch selbst. sprecht deutsch zu eueren Kindern; in der Familie, dort ist der Hort, dort die Zu kuust der deutschen Sprache. Jene Eltern find pflichtvergessen, dle ihren Kindern den Schad der deutschen Sprache vorenthalten. Mütter!. Er. zieht die Kinder in deutschem Sinne, lehrt sie deutsche Treue, deutsche Genüg, samkeit, deutsche Gewissenhaftigkeit und Ehrlichkeit! Gestatten Sie mir verehrte Anwe sende nur einen Augenblick noch bei den letzten Eigenschaften zu verweilen : . Niemand wird bezweifeln, daß es für ' i, i irx. m . -: . uua aniciuaniajcs ;üou von uneno. lichem Werthe wäre, wenn hier im öffentlichen Leben mehrGewlssenhaftig. keit undiEhrlichkelt geübt würde. '- Der ffn.f fffVf!tl.tA(1 in m ..W v! uiiuu uu vMUy'HHuyi ii xv, uy uic angeborene Habsucht, die hier in diesem herrlichen Lande die Wohlfahrt deS Ge meinwefenS ' zu untergraben drohen. Vf ÜtnrrtÄTtrt. htr Ifcn' . . -w ww yv stehen fo lebhaft vor Jeder js V.C . . m utlv uiuiuia muui, vup (9 luuiuiyiu ist, dieselben näher zu berühren, aber' wundern müssen wir unS, daß ein sou veräneS, intelligentes Volk so schafSge duldig sich das Fell über die Ohren zie - hen läßt von notorischen Gaunern und brutalen gewissenlosen Hallunken. Ich gedenke der New Yorker Finanzgewal tigen," die seit Jahren Wittwen und Waisen .in schamloser Weise beftohlen; r Wk. li. .(fi .. ia) erinnere an oic oicyeuuqen NahrungSvergifter in den Schlachthöfen von Chicago; ich erinnere Sie an die entsetzliche Slöcum-.Affaire ln New York, wo an tausend deutscher Le ben amerikanischer Habsucht zum Opfer fielen; ich gedenke deö Berichte? der zwischenstaatlichen VerkehrSkommisfton, aus welchem hervorgeht, daß im letzten Jahre 4000 Menschen auf den Eisen bahnen unseres Landes getödtet wur. den und über 55,000 Personm Ver tetzunrn erlttttn haben. Ferner er
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