Indiana Tribüne, Volume 29, Number 275, Indianapolis, Marion County, 14 July 1906 — Page 7

Jndiaua Tribüne 14 Juli M6.

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In drn Abgrund R o m a tt von Adolf H4t CWHXHK) (Fortsetzung.) Anfangs ging es ziemlich gut; dann hörten aber die Risse und Vorsprünge auf und nur einige Grasbüschel boten einigermaßen einen Halt. Bei dem ersten und zweiten gelang es, der dritte riß sich los. Wie wahnsinnig stemmte sich der Jäger mit den Füßen auf den kleinen Unebenheiten, die der Fels bot. mit d?n Händen suchte er sich in die Ritzen zu krallen umsonst er fühlte, daß er rutschte mit einem Schreckensaufschrei sauste er an dem Fuß der Steilwand herunter. Aber er hatte Glück gehabt. Xtz Felsen war hier nicht ganz ' senkrecht, so daß sich der Körper durch das eigene Gewicht platt an den Stein preßte und dadurch den Fall minderte. So kam Franz, abgesehen von einer tüchtigen Prellung, am Fuße der Wand heil auf feine Füße zu stehen. Nach einer kurzen Rast sprang er auf und kletterte in den untersten Theil des Schneekargrabens, in dem er dersuchte vorwärts zu kommen. Noch einmal mußte er eine große Gefahr überwinden, indem siH am Ende des Grabens eine mehr als meterbreite Spalte im Schnee und Eis gebildet hatte, die zu überspringen war. Ein Schritt über dem Grabe! und er gelang. Nun lag eine stark geneigte, hartgefrorene Schneefläche vor ihm, die an einer Wand endete. Vorsicktia ftiefe rr mit Absätzen und Bergstock Stufen hinein und kam damit ziemlich weit abwärts. Plötzlich verlor er aber den Halt und glitt immer rascher und rascher hinunter. Hielt er sich nicht, so warf ihn die Wucht des Gleitens rettungslos an die Wand. Und im letzten Augenblicke gelang es ihm, seinen Bergstock fest einzustoßen und damit war er gerettet. Was jefct noch folgte war gegen das Ueberstandene eine leichte Arbeit. Nicht weit unter ihm sahen kercits die Latschen herauf. Ein ganz schmaler, an, manchen Stellen geradezu halsbrecherischer Steig führte der Wand entlang. An manchen Stellen war das Gestein ab gebröckelt und die Wegspur schien kaum breit genug, um das Aufsetzen der Füße zu gestatten. Oft mußte sich der Jäger mit den Händen am Gestein halten. Ein unvorsichtige? Griff an einem lockeren oder verwitterten Felsstück, das dem daranh'ängenden Gewichte nachgibt, und der Sturz in die grausige Tiefe ist so gut wie sicher. Fwch das kümmert einen so sicheren Sieiger wie den Franz nicht. Seine schwergenagelten Bergschuhe krallen und stemmen sich ein; manchmal dient sozusagen der eisengespitzte Bergstock als drittes Bein. Ruhig, sicher, schwindelfrei, wird jeder Tritt bemessen und das Auge sendet seine Blicke ebensowohl voraus, als in die Tiefe. Plötzlich kam ihm die Idee: Wenn auf einem solchen .Steig ein anderer entgegenkam' und der andere wär' ein Wilderer oder so etwas? und er nrnrmelte vor sich hin: Sarendi! Einer wär' geliefert. Wahrscheinlich aber alle zwer. Und dann dachte er: Unmöglich war's mcht, daß mir mem Todfeind, der Janosch. eines Tages auf einem solchen .schiefen Steigerl' begegnen konnt. Was nachher? Seine Stirne faltete sich finster, und die Hände faßten so krampfhaft nach dem Felsge siein, als ob sie es festhalten wollten auf Tod und Leben, Alle zwei!" sagte er dumpf vor sich hin. Wer weiß ob das auch nicht das allerbeste wär'. Ist ja so kein Fried' und kein Gluck mehr in Mir, seitdem Tann überkam es .ihn wie ein Grauen, als er vor einer sehr schwie rizen Stelle etwas verschnaufte und auf me scharfen Kanten und spitzigen Zacken hlnuntersah. die aus dem Ab gründe ihm entgegenstarrten. Eine ganz verwünschte Himmel fahrt! Man hat sich gefaßt mit Armen und Zähnen sieht sich in die blutunterlaufenen Augen ein Ruck hin. einer her der Schwächere rutscht aus aber aus laßt er net und reißt ?m Fallen den andern mit. Tas geht dann von Kanten zu Kanten. von Spiken zu Spitzen Kleiderfetzen. Fleischfetzen fahren weg und bleiben hangen aber Nicht auslaIen! Ganz unten nachher, auf Geröll oder Spalteneis. da bleibens dann liegen der Jager und der Janosch. . Franzl lachte grell auf; das Echo antwortete wie ein Chor von Rachegeistern. . .Dummes Zeug! WaS komm' ich ba auf solche Gedanken! Der Weg w frei, wenn gleich ein biss'l arg schief. und was den Zigeuner betrifft, - so wird sich's finden, wie wir miteinander fertig werden. Ein Glück, daß die Maruschka fort ist. sonst., hätt', er. gar keine Ruh' mehr mit seine? unsinnigen Eifersucht. Vildsauber ist daSMädl freilich und Wunder war'S keines, wollt sich einer drein vergaffen, aber am End' ist'S und bleibt's eine Ziaeunerm. A Mit der Erinnerung an Maruschka war der bose Bann, in dem er gelegen, verflogen wie die. Beranebel... wenn sie

i in die Sonnenstrahlen gerathen. Auch

oer Slelg wurde Messer; wenigstens war er nicht mehr lebensgefährlich. Eine sehr schlechte Stelle war noch zu Passiren und dann ging es ziemlich bequem abwärts. Diese Stelle war die Uelerbrückung einer ungefähr fünf Meter weit klafsenden Spalte, durch zwei nebeneinan-

dergelegte, leicht befestigte Balken. Der Steia führte an die Steilwano heran. In dem fast senkrecht klaffenden Spalt sickerte von oben und den Seiten Wasser herein, das ungefähr vierzig Meter unter den Balken als r. v . rt rr r --rt V2. Crl.Zipruyenoer aeisau in viz stürzte. Es war.za kem besonderes Kunsttück über diele zu aeben, die immerihn Dreißig biö sunwnooreiNig nenii meter breit waren. Aber Schwindel darf man keinen haben, und gleichgil13 muß es einem sein, daß die Balken morsch sind, man möchte sagen, nur noch aus gutem Willen halten, und daß d:e fließenden und sturzenden Wasser in der Einsamkeit der Felswildniß einen unheimlichen, weithin hörbaren Lärm mackcn. Zwei Menschen haben nebeneinander nicht Platz auf der schmalen Brücke, und ob die Balken in. ihrem jetzigen Zustande überhaupt eine solche Last ragen, ist sehr fraglich. Franz überlebte sich im Näherkommen, ob diese Brückengeschichte nicht bequemer zu gestalten wäre. Ab und zu verirrt sich doch so ein Stadtfrack" die Bezeichnung für Fremde m das Höllenthal, und da könnt leicht ein Ungluck pasnren. Wird gehen dachte er. xxe Bauern thun muicn rncms; muß ich eben durch die Waldarbeiter einige Fichten hauen und daherauf tragen lassen em kleines Gelanderaus Standen, unh dann können meinst wegen die dicken Bierbauch' aus der Stadt darüber gehen, so oft sie Lust haben." Die Wasser rauschten, so daß Franz. als er um d:e letzte Ecke vor dem Stege kam. nicht die Schritte vernahm, die sich langsam näherten. In seinen Gedanken achtete er auch mehr auf den Weg, als auf das, was vor ihm war. Durch das Abrollen eines Steines aufmerksam gemacht, fah er plötzlich auf und erblicke, keine zehn Schritte von dem Balkenstege ungefähr ebensoweit war er selbst davon entfernt Janosch, den Zigeuner. Eine Blutwelle schoß ihm zum Herzen, in's Gesicht. Aber auch dem anderen schien dieses Zusammentreffen überraschend gekommen zu sein, denn auch seine Zuge wu den aschfahl. Sein Erschrecken und Zögern dauerte jedoch nur einen Augenblick, dann schritt er bis gegen den Steganfang vor und stellte sich breit vor diesen. Mit verschränkten Armen und düster blitzenden Augen stand er da; mne Brust hob sich stürmisch und er zog den Atbem pfeifend durch die Rase. Janosch schien entschlossen, entwever den Steg, an welchem fast gleichzeitig mit ihm der .Jaer angekommen war, zu erst zu betreten, oder diesem den Uebergang streitig zu machen. Das erste würde eine Demüthigung für den Jäger bedeutet haben. Aber was kümmerte sich der Zigeuner um eine bloße Demüthigung, wo er mehr. alles baben konnte? Mord funkelte in seinen Blicken, mit denen er stechend den Jäger maß. und in Mordgier krampf ten sich seine Fäuste. Freilich, der Jäger war stärker, war bewaffnet! Aus einen Kamps durste er es nicht ankommen lassen. Das war auch gar nicht nöthig. Hier, wo die Balken am schmalsten waren, genügte ein Stoß, um den Jäger in den Abgründ zu stürzen. Und dann? Der Zigeuner lächelte grimmig. Und dann? Tann ist der Mensch eben verunglückt Niemand trägt die Schuld daran. In dieser Einsamkeit soll ihm einer beweisen, daß eS seine Hand war, die den Jäger vom Stege stieß. Die Aufwallung, welche der plötz lickie Anblick des Zigeuners dem Jäer verursacht hatte, ging rasch vorübe? und machte einer eisernen Entschlossenheit Platz. Einen Augenblick zuckt: es auch ihm wild durch sein Gehirn, ähnlich wie dem Zigeuner. Aber er dachte den Gedanken nicht aus. Blutschuld auf sich laden zu allem anderen! Rein und nochmals nein! Lieder in den thtnen Tod gehen. Aber Trotz ließ er sich nicht biete? und zurückweichen wollte er um keinen Preis. Mit einem Schlage war ihm die furchtbare Gefahr, in die er sich !e gab, wenn er über die schmale Brücke schritt, so lange sein Todfeind am an deren Ende stand, vollständig klar. Er hätte ja seine Büchse auf den Kerl anschlagen und ihn mit Erschie ßen bedrohen können, wenn er nich mindestens ebensoweit zurückwiche, als der Steg lang war. Aber, wußte er denn wirklich, daß der da drüben auf Mord sann? Konnte es von dem Nicht blos eine boshaft Neckerei sein? Am Ende hätte der Bursche dann das Vergnügen und Recht gehabt, den Jäger bei dem Gerichte wegen leben5c c ... 1 geiayroenoer zeoroun zu zernagen und es. wurde vielleicht einen ganz un angenehmen Prozen gegeben haben. Also das war nichts; das war kein Mittel, dessen sich der. . Fischhaber Franzl. bedienen durfte, um ,sicher über den Steg zu kommen. Doch gesaß war er. Zuerst 'wollte Franz . eS mit Güte Probiren und rief, indem tx in seine Stimme einen gleichgiltigen Ton zu legen suchte: -Jbiu da drüben ! , Seh

zurück von dem Steg; ich will hm-

über!" Ich hab' das -gleiche Recht. Geh! Ihr auf. die Seite,, ich bm zuerst da geWesen." schallte es trotzig und höhnend herüber. Dem Jager ,chwollen die Zornaoern an. Bursche, mach keine dummen Witze. Hier oben bin ich der Herr. Aus dem Weg', sag ich!" Der Zigeuner lachte kurz aus. .ch hab schon Herren kennen gelernt, die über ganz andere Dinge ihr Maul ehalten und klein beigegeben haben! Probirt's nur noch einmal, ich will auch mein Vergnügen haben. : Schuft miserabler!- knirschte Franz. isr wußte nur zu gut, aus was der Zigeuner anspielte. Aber nachgeaeben hätte er nicht; lieber , wäre er freiwillig in den Abgrund gefprungen. Zurück, sag ich!" keuchte er und im selben Augenblicke stand er schon, die Büchse schlagfertig in der rechten Faust haltend, auf dem scywankenoen Stege und schritt fest und sicher dessen anderem Ende zu. Franz war schon auf der Stegmitte angelangt; die morschen .Balken schwankten und krachten unter seiner Last; die Augen hatte er fest auf tU nen Gegner gerichtet; da bemerkte er in dessen Blick ein freudiges, heimtuckisches Aufleuchten; des Zigeuners Muskeln schienen sich zu spannen; die Rechte ballte sich stoßbereit über der Brust Da aab es nur schimpfliche Umkehr oder unvermuthete Gewalt. Und letztere wendete er an. Bis auf zwei Schritte kam er an den Zigeuner heran; dann zog er sich mit einem blitzschnellen Ruck zusammen uno uoeriprang mit einem macyttgen Satze den Raum, der ihn noch von dem Spaltenrands trennte. Unwillkürlich war Janosch etwas zurückgewichen: der Stoß aber, der jetzt des Jägers Brust traf, hatte nicht mehr die Kraft, diesen nach rückwärts zu schleudern.Mit einem Aufschrei wüthender Enttäuschunz riß der an die Felswand zurückprallende Zigeuner sein Messer heraus und wollte sich ohne Nucksicht auf die Stelle, welcye kaum meterbrelt war, auf seinen Feind stürzen. Doch Franz hatte diese Bewegung wahrgenommen und seine Büchse schmetterte mit blitzschnellem Schlage auf den hocherhobenen Arm des Mordbuben meder. Klirrend, von Fels zu Fels sprin gend, fiel das Messer des Zigeuners in die Tiefe; taumelnd vor Schmerz und Wuth wich Janosch zurück. Nun war es am Jager, sich dessel ttn zu versichern. Seine Körperkraft reiazte vollständig, aus und deswegen verschmähte er auch jede Waffe. Die Büchse ließ er fallen, aber nach der Schweiß-Hundleine griff er, die in einer Schleife an seinem Rucksacke hing. H'tachha umklammerte er den vor Schmerz und Wuth stöhnenden Zigeu ner, der nur einen Arm gebrauchen konnte. Aber die Verzweiflung gab oieiem außergewöhnliche Kraft. Der Jägerwar und blieb der Star kere. Nun hätte die Sache doch noch ein fürchterliches Ende nehmen können, wenn es dem Janosch geglückt wäre, seinen Angreifer überhaupt von der Stelle zu drängen. Aber dessen Beine standen wie eingemauert keinen hal ben Schritt neben den Ringenden gähnte der schwarze Abgrund, aus dem rv r ri w 'jievei . aufzuzeigen oegannen, oie in wenigen Augenblicken die beiden in graue Schleier hüllten. Janosch biß und stieß mit den Beinen UM sich. Das Blut lief dem Jäger von Waden und Schienbeinen und nur seine dicke Joppe schützte ihn da vor, daß ihm der Wüthende nicht ein etud Fleisch aus der Schulter nß. Mit Aufbietung aller Kraft mußte er sich sein Gesicht freihalten. Ihm war es darum zu thun, den Zigeuner zu ermüden und das erreichte er am besten damit, daß er diesen preßte, so daß der Athem nur mehr pfeifend durch oie Zungen tarn. Minuten, die beiden Stunden dünk ten, dauerte dieses gräßliche Ringen am aufgesperrten Todesrachen. Noch einmal wendete Janosch alle Kraft an. um seinen Gegner weichen zu machen und an den abschüssigen Abgrundrand zu drangen. Einen Augenblick schien . o i. e. " c , es, aiö lonnie oer Zager oen (seymerz den ihm die genagelten Schuhe des Zigeuners bei dessen wüthenden Stö ßen verursachten, nicht mehr aushalten schon wich er Zoll für Zoll da spannte .er mit zornigem Aufschrei nochmals die Muskeln seiner . Arme, daß sie zu zerreißen drohten, und drückte dadurch den Brustkasten dessel ben derart zusammen, daß er in dieser fürchterlichen Umschlingung wie leb los, todtenbleich zusammenjank. Franz ließ den Körper niederglei ten. Im nächsten Augenblicke waren auch schon die Hände .durch dieSchweiß riemen . fest übereinanderaeschnürt. , von dem eine Schleife zu einem der Füße niederlief. Das freie Ende behielt der Forstmann in seiner Faust. Damit hatte er sich des Verbrechers voujtanöig bemächtigt. Wenn er ihn vorausgehen ließ, konnte er den Gefes selten wie einen zu Markte geführten i.v ;i r . ' ' vöiicr, jeuerze zusammenreißen. Diese Borsicht war umsomehr ange zeigt, als.es auf dem weiteren Wege utzenoe von stellen gal, wo es einem verzweifelten Menschen eine Kleinigkei gewesen wäre, lemen Führer unvermüthet in. die . Tiefe zu .stoßen .öder

einen Fluchtversuch zu machen, der im

Hochgebirge mehr Aussicht auf Gelingen hat, als irgendwo anders. Freilich geHort der Mutk der Berzweiflung dazu. Aber die Fälle, daß e:n rranLpornricr Wilderer seinen unvorsichtigen Transporteur mit sich in die Tiefe gerissen hat, sind nicht zu selten. Der Zigeuner erholte fies, ziemlich rasch von seiner Betäubung. Er schäumte, als er sich gebunden sah und wollte sich in die Tiefe rollen. Das verhinderte Franz energisch, riß den noch ziemlich Schwachen auf. packte ihn am Rockkragen und fiosenfrein nn?i sch2ü den auf diese Weise vollständig widerstandslos Gemachten so lange vor ? Y Y c w , ' lieg yer. vi2 oer Weg n3) bewerte. janosch sah. daß ein Entrinnen unmöglich, daß jeder Widerstand unnütz wäre. 5tm sonderbaren Zwiespalt der Empfindung, fürchtete sich jetzt der. welcher sich freiwillig in den Abgrund gestürzt hatte, um sich der sicheren Strafe zu entziehen, vor dem Jäger. Es war schon dunkel, als Franz seinen befangenen, über dessen Lippen während des ganzen Weges nicht ein Wort kam, im Gefängnisse ablieferte. dauerte es noch eine Weile, bis er zu Protokoll genommen und die ge richtlichen Formalitäten erledigt waren. Die Spannung und Aufregung, in die ihn d:r Vorfall versetzt hatte, begann nachzulassen, dafür aber stieg die Sorge in ihm auf. Hundertmal sagte er-sich, daß er nur so und nicht anders hatte handeln können, daß seme Ehre als Mensch und Beamter ebenso wie sein Leben auf Wx Spiele stand cx kam nicht darüber hinweg, daß das Ganze nur der Anfang vom Ende wäre. Auf ein Schweigen des Janosch üb die Wilderersache zu rechnen, wäre Wahnsinn. Warum hatte er überhaupt bis jetzt damit gewartet? Franz zu Liebe gewiß nicht. Da steckte entweder Maruschka dahinter oder der Zigeuner wollte den Schlag führen, wann er am härtesten traf, und solche Zeiten waren vor der Beförderung zum Forsiwart oder vor der Heirath sehr wohl anzu nehmen. Für heute war es zu spat geworden, um Midei noch eine Nachricht zukommen zu lassen. Eine unheimliche Scheu hielt den Jäger ab, den Gwandt-ner-Hof zu betreten. Er würde erröthet sein vordem Manne, dem zuliebe er seine Dienstpflicht verletzt hatte. Morgen aber in aller Frühe mußte er sein Deandl sprechen. Das Unheil konnte von nun ab stch zu jeder Stunde über ihren Häuptern entladen, und je unvermutbeter. desto bärter wird es treffen. Milcht leicht wuroe oem Jäger eme Nacht so lang als diese. Der sonst geistig und körperlich gesunde Mann, wurde durch den Druck der Sorgen zum schwachen, muthlosen Menschen Er zitterte vor der Zukunft und verzehrte sich im Suchen nach einem Ausweg. Erst als die Sonne wiederkehrte und ihre freundlichen Strahlen nach und nach seine Stube durchleuchteten, wurde es auch heller- und freier in seinem Gemüthe. Und nun war auch die Zeit gekommen, in welcher er Midei von der Warnung der Zigeunerin in Kenntniß setzen mußte. Em unheimliche Gefühl hatte ihm bis jetzt den Mund verschlossen. Er traf es günstig, als er hinter dem Zaune des Gwandtner-Qofes vorbeischritt, denn Midei hatte ihn schon vor her bemerkt gehabt und erwartete ihn bereits unter dem großen Baume an der Zaunecke. Der Schrecken fuhr ihr bös in die Glieder bei den Eröffnungen, die der Fischhaber-Franzl machte, aber es war nicht von langer Dauer. Franzl wun derte stch in seinem Innern höchlich über diese Fassung; bei' ihm war es keineswegs weit damit her und der Hauptsache nach sogar nur ganz äußer lich. Im Innern war er voll Furch und Zagen. Jetzt ist also alles verspielt und verloren," sagte in dumpfer Verzweiflung der Jäger. Dein' Vater bringen's in's Gefängniß, mir machens den Pro zeß und entlassen mich aus admini strativen Gründen wie es heißt wenn man einen zum Teufel jagt, den man nicht emsperren will. Und mit uns zwei muß es auch aus sein. Denn, einen Lumpen, der's vielleicht aus Gnad und Pardon, aus Glück und Zufall zu einem, Jagdläufer bei irgend einem Privatmann bringen kann einen solchen kann die. Gwandt-ner-Tochter, die immerhin, wenn auch ihr Vater sitzt und Woll' spinnt, eine reiche Vauerntochter bleibt, nicht braucyen. ' Um Gottes willen. Franzl, red' ne so! Das kann ich net hören!. Unwahr ist und bleibt, was Du von Mir sags und denkst. Kein Mensch weiß besser als ich selber, wer die Schuld hat. daß es so kommen ist, wenn das uberhaup eine Schuld heißt. . daß eine Tochter fußfällig um Erbarmen für ihren Va ter bitt', der in gewissen Dingen nu' halb zurechnungsfähig ist. Nein Franzl, daS thust mir net an. daß Du so von mir denkst! Wie ich zu Dir g'halten hab' in guten Zeiten, so will ich auch zu Dir halten in den Tagen der Noth," rief das Madchen hocherreg aus. Ihre Hände hatten sich beschwlch tigend auf den Arm des Burschen, ge legt und au ) den Augen flössen Thrä nen. . , . . ; . ; Aber. Franz schüttelte traurig seinen

Rom. .1 . ; (Fortsetzung folgt.)

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