Indiana Tribüne, Volume 29, Number 275, Indianapolis, Marion County, 14 July 1906 — Page 6
Jndiana Tribüne, 13. Juli 1900.
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Per Auto.
HumoreSke von M. Ooering. Ach, es ist einfach scheußlich, unerhört, empörend! Die Eltern wollcn's absolut nicht zugeben, sind ganz verbohrt in die Idee, daß wir noch zu jung seien, wir sollen warten warten werten." Ja, worauf sollen wir denn warten?" fragte die hübsche, kecke Blondine mit den blitzenden blauen Augen, etwa auf das Altwerden? Vrrrr mit dem Alter kommt der Stumpfsinn, und dann ade L!ebe! Man wird häßlich, gleichgültig, langweilig und hat vom Leben nichts gehabt. Jugend ist ein Fehler, der täglich mehr abnimmt. Nein, auf das Altwerden wollen wir nicht warten, Fritz. Jetzt sind wir jung, lebensfrifch, jetzt wollen wir heirathen. Schrumm!" Und auf seinen erstaunten, fragenden Blick fügte sie noch energischer hinzu: Wir heirathen, und damit basta!" Das reizende kleine Dämchen stampfte zur Bekräftigung ihrer Worte mit dem weißen Lederschuh heftig auf den Kiesboden der' Laube. Mit der rechten Hand zog. sie einen Zweig Syringenblüthen über ihr Haupt herab, während die Linke einen Strauß weißer Rosen gegen das feine Naschen hielt. Wie die verkörperte Flora stand das schöne Mädchen im grünen Rahmen des Laubeneinganges. Der junge Mann mit dem m'ädchenhaft weißen Antlitz, aus dem die tiefdunklen Augen beinahe gespenstisch hervorleuchteten, erröthete vor Freude über den Zorn der süßen kleinen Fee, die er seine Braut nannte. Auf feiner Oberlippe keimten die ersten Spuren des Äartflaumes, und seine ganze Gestalt wiestrotz der gigerlhaften Kleidung die unfertige Schlottrigkeit des Jünglingsalters auf. Doch der einundzwanzigjährige Fritz Bernd und die siebzehn Lenze zählende Elly Weber, beide reich und verwöhnt, waren der festen Meinung, daß ihre Jugend einer ehelichen Verbindung keineswegs hinderlich sei. Prinzen und Prinzessinnen steigen ja ebenso früh in den heiligen Ehestand; und Fritz bekräftigte die Worte seines geliebten Mädchens mit einem kräftigen: Geheirathet wird doch, und wenn auch die Eltern vor Aerger radschlagen!" Bravo, Fritz, Du bist ein Mann", lobte Elly und küßte ihren Verlobten, nun wollen wir Kriegsrath halten." Sie zog ihren himmlischen Fritz auf die zierliche, bastgeflochtene Gartenbank, die tief im Hintergrunde der Laube verboraen stand, und sah ihren Verlobten erwartungsvoll an. Der schmächtige Jüngling erwiderte ihren Blick. Mehr zärtlich als geistreich bemerkte er: Ach, Elly, ich habe Dich furchtbar lieb, aber ich weiß wirklich nicht, was werden soll." Wenn wir nichts thun, kann nichts werden", ' antwortete sie prompt. Worauf er kleinlaut bemerkte: Ja, es muß etwas geschehen aber was?" Du bist ein Stockfisch, mein Lieder; nimm mir's ruhig übel, aber glaub's nur. Du, der beste Schwimmer in der Nautinggesellschaft, der gewandteste Ruderer im Ruderverein, der dreimal unbesiegte Wettkämpfer im Tennismeeting, der geübteste Fahrer im Automobilklub, Du preisgekrönter Fechter und Ringer, Du solltest' Dir Deine Braut nicht erringen können? schäme Dich, Pendant!" Er senkte den Lockenkopf: Ja, Liebste, ein Sportsmann ist doch kein Diplomat, der seine Braut den widerstrebenden Eltern durch inhaltslose Argumente ablistet ich kann vech nicht ....." Nein, Schatz", unterbrach sie ihn, reden ist Deine Stärke nicht; würde auch hier nichts helfen, denn die Eltern fühlen sich im Recht. Aber da Gewalt, bekanntlich vor Recht geht, so wirst Du Gewalt brauchen und mich einfach na, sagen wir, entführen!" Entführen?- verwunderte sich der schüchterne Liebhaber. An Entführung hatte ich nie gedacht. Aber wie macht man das?" Himmlische Gerechtigkeit! Mensch. Du fragst noch? Per Automobil natürlich! In Deinem neuen Kraftwagen werden wir unfere Reise antreten. Wir fahren gleich hier von Luzern über Weggis, Vitznau, Brunnen, die Azenstraße nach Flüelen, dann die Chaussee an der Gott--hardtstraße entlang bis Göschenen und weiter über den Gotthard oder d?e Furkastraße. Aus Italien telegraphiren wir den Eltern und schicken ihnen ein paar Ansichtskarten. Dann wirst Du sehen, wie sie einwilligen! Nun, was sagst Du zu meinem Plan? Famos? Was?" Elly sprang auf, setzte sich auf den weiß m ..i.i:r je t . . .i laaincn arleniiiq uno ivippie mstig mit den Füßen hin und her. Der Jüngling legte ihren Arm. um ihre Taille und sah bewundernd 'aus zu seiner energischen Braut. Sie war doch kouragirt, das mußte man ihr lassen, viel beherzter als er. L!atürlich erklärte er sich eifrig ein standen. Zwar wurde ihm bei dem Gedanken an das neue Autowcbil
das sein Vater ihm erst kürzlich geschenkt, etwas schwül, denn das Fahrzeug hatte sich noch nicht recht an den jugendlichen Führer gewöhnt und zeigte bisweilen bedenkliche Neigung, seiner Bestimmung als schnell beförderndes Vehikel entgegen, eine stabile und feststehende Position zu wahren. Indessen er, Fritz, verstand den Angelsport an fond und meinte, das widerspenstige Fahrzeug schon zur Raison brmgen zu können. So besprachen denn Elly und Fritz eifrig ihren Plan, der alsbald in die That umgesetzt werde soll-te. Da Elly's Eltern in den nächsten Tagen eine Tour nach dem Engadr'. unternehmen wollten, so erschien den Liebenden dieser Zeitpunkt zum Davongehen außerordentlich geeignet. Drei Tage wurden für die Vorbereitunen festgesetzt, und am vierten, bei Tagesanbruch, wollte Elly mit dem ersten Schiff nach Weggis fahren, wo Fritz sie mit dem Automobil erwarten sollte, da sie nicht risttren durften, gemeinsam in der Morgenfrühe durch die Straßen Luzerns .zu fahren. Der große Tag war erschienen und mit ihm die Sonne, die in' goldiger Pracht über dem Rigi emporstieg und den glitzernden See mit ihren Strahlen schier durchleuchtete. Es war einer jener wundersamen Frühmorgen, die in ihrer gleißnerischen Schönheit den Wanderer in's Freie locken. Wenige geübte Wetterkenner nur sehen in den feinen Federwölkchen, die lustig am blauen Aether dahinziehen, die Anzeichen eines drohenden Unwetters, das selten den Tag vorüberstreichen läßt, ohne sich über den Häuptern der bestürzten Ausflügler zu entladen. Als der erste Dampfer in Weggis anlegte, stellte sich Fritz bereits an der Landungsbrücke ein und nahm sein Fräulein Braut in Empfang. Das fauchende Auto stand schütternd auf der Chaussee und nahm die schöne Reisende in seine bequemen rothen Lederpolster auf. während Fritz als sein eigener Chauffeur an der Lenkstange Platz nahm. ' Im sausenden Tempo ging die Fahrt an grün schimmernden Matten und kahlen Felspartien vorbei, weiter immer weiter. Längst hatten sie die Höhenzllge des Rigi und den blauen Bierwaldstätter See-im Rücken. Schon flogen die Ausreißer an Altdorf vorbei, und ihr Weg führte an den grotesken Windungen der Reuß vorüber, die lustig über Felsgeröll und Steine dahinschoß. Neben dem Geleise der Gotthardbahn entlang, -ur Seite der wildaufstrebenden Felswände raste das Fahrzeug dahin. Der Tag war bereits weit vorgeschritten, die Sonne hatte sich hinter dunkle Wolkenmassen verkrochen, und ein scharfer Wind durchheulte die Landstraße. Die Liebenden gedachten bis zum Abend in Göschenen anzukommen. Sausend fauchte das Automobil über die staubverhüllte Landstraße. Elly hatte sich fest in Schleier und Plaid gehüllt. Sie fröstelte, und ein unbehagliches Gefühl stieg langsam in ihr auf. Dies aufgezwungene Schweigen, der Staub und Wind, dazu das anhaltende Gefauche des Fahrzeuges legten sich niederdrückend auf ihre glücksfrohe Stimmung. Sie hatte sich eine solche Flucht aus der Prosa der elterlichen Ueberwachung in die Poesie der Freiheit und Selbstbestimmung lustiger gedacht. Aber dieses andauernde Fahren schweigend, in Staub gehüllt und obendrein von düsteren Wetterwolken bedroht, entsprach ihrem lebhaften Sinne keineswegs. Wenn nur erst die langweilige Fahrt zu Ende wäre, dachte Elly ärgerlich .und knüpfte ihren flatternden Schleier fester. Vrrrr schnrrrrr knacks pfuhh das Auto stand plötzlich. Elly, von dem schnellen Ruck fast hinausgeschleudert, fuhr verstört auf. Fritz war bereits abgesprungen und untersuchte das Fahrzeug. Er drehte, schmierte, rüttelte, schraubte, bog und zog an der Lenkstange das Auto rührte sich nicht. Es stand stocksteif wie ein Bock und bewegte sich weder vorwärts noch rückwärts. Elly stieg aus und half gleichfalls zugucken. Da standen nun die beiden Weltreisenden, ' Elly rechts. Fritz links, das Auto in der Mitten; nichts rührte sich als die Decken, die im scharfen Wind hin und her flatterten. , Verzweifelt blickte Fritz, der kühne Autler, sich nach Hilfe um außer den Chausseebäumen, die ihre Häupter im Sturme schüttelten, erblickte er nur kahle Felswände ringsumher. Zu allem Unglück öffnete der Himmel nun noch seine schleusen, und ein kalter Regen fiel prasselnd hernieder. Da war die Geduld der verwöhnten kleinen Dame erschöpft. Heftig fuhr sie den Aermestn an: Laß mich doch hier nicht so im Regen stehen, ich werde mich zu Tode erkälten! So richte doch daö dumme Fahrzeug wieder ein! Ach, wäre ich Dir nur nicht gefolgt (sie trippelte in ihren feinin Saffianschuhen patsch Patsch!), gemüthlich säße ich nun zu Hause in memem lauschigen Erker bei Lektüre und Eislimonade. Statt dessen steht man auf der Landstraße, sieht aus so zerzaust toie eine' Vagabundin und ' -i" t
kann nicht fort nicht fort." Sie ging auf dem durchweichten Boden hin und her, ' sah bald nach der einen, bald nach der anderen Richtung, ob keine Hilfe käme während Fritz unentwegt und vergebens seinen Kraftwagen in Gang zu bringen suchte. Alle Instrumente, alle Schrauben setzte er in Bewegung das Auto stand stand. Elly patschte weiter von einer Straßenbiegung zur andern und forschte. Nichts zu sehen nichts! Sie war wüthend: Wie kann man nur so ungeschickt im Entfllhren sein?" fauchte sie den jungen Mann an. Verzeih', Liebste", entschuldigte er sich, es ist das erstemal in meinem Leben, ich habe noch keine Erfahrung darin." In diesem Augenblick stieß Elly einen Freudenschrei aus von weitem kam, wie es schien, eine Kutsche daher. Beim Näherkommen entpuppte sich das Vehikel zwar als ein ziemlich elender Bauernwagen, aber er kam doch vom Fleck, was man von dem widerspenstigen, niederträchtigen Nickel, dem Auto, momentan nicht behaupten konnte. Elly hielt den Bauern an und bat ihn, sie mit zur nächsten Station der Gotthardbahn zu fahren. Fritz wollte Protestiren. Aber auf Elly's Versprechen, von Göschenen Hilfe zu senden, ließ er seine zielbewußte Braut davonfahren und bastelte weiter an seiner Maschine. Das junge Mädchen hatte sich auf das Baueingefährt geschwungen, und froh, der unfreiwilligen Haft auf der durchnäßten Landstraße entronnen zu sein, plauderte sie vergnügt mit dem Landmanne. Die Ausreißegelüste waren ihr nach diesem mißglückten Versuch total vergangen. Und mit Schaudern dachte sie an die Eventualität, daß die Nacht hereingebrochen wäre und sie ohne Schutz vor Wetter und Wind im Freien hätten kamviren müssen. Nein, einen solennen Schnupfen, den sie dann mindestens davongetragen hätte, war ihr doch die romantische Entsührungsge schichte nicht werth. Sie nieste schon. Schnell zog sie ihren Taschenspiegel hervor. Wahrhaftig, die Nasenspitze zeigte bereits eine verdächtige Röthe. Schrecklich! Daher war das Fräuleinchen recht froh, als sie nach zweistündiger Fahrt Göschenen erreicht hatte. Das Glück, das sie auf ihrem Ausfluge verlassen zu haben schien, lächelte ihr nun wieder. Der Zug nach Luzern fuhr gerade ein. Sie löste eilig ein Billett und sprang in ein Coupee erster Klasse. Als sie sich behaglich in die Polster zurücklehnte, athmete sie erleichtert auf. Es war ihr, als führe sie nun erst der Freiheit, die sich ihr mit dem Begrisf der Bequemlichkeit deckte, entgegen. Im Augenblick der Abfahrt hörte sie von der nahen Landstraße her das ihr wohlbekannt?, total verekelte: Töff töff. Sie beugte sich aus dem Fenster und erblickte ihren Fritz, der in seinem wieder flott gewordenen Automobil heransauste. Der versetzte Entführer rief und winkte ihr, zu bleiben. Aber Elly schüttelte nur lachend den Kopf. Ehe der verzweifelte Liebhaber sein Fahrzeug zum Stehen gebracht und auf den Bahnsteig geeilt war, brauste der Zug aus der Halle und entführte ihm die Braut. Für immer.
Die Schneiderin. Skizze von Max Eitelberg. O sie war flink, die kleine. Schneiderin, Fräulein Susie Wallner, und wenn sie einer Kundschaft einmal zugesagt" hatte, dann lieferte sie auch pünktlich auf. die Minute. Aus sie konnte man sich verlassen; es lag ihr gar nichts daran, einmal eine ganze Nacht einfach durchzuarbeiten und sich mit Hilfe von zwei, drei Schalen schwarzen Kaffees munter zu halten! Besonders in der Ballsaison, wo man vom Verdienst gleich den Zins für das halbe Jahr zurücklegen konnte. Freilich hieß es da emsig die Maschine treten und tüchtig treppab treppauf laufen, bald zu einer Gnädigen" wegen der Probe, dann wieder ins Zubehörgschäft, um Spitzen oder Schleifen zu kaufen. Aber es war so schön, wenn man dann wieder etwas Geld in die Hand bekam, nach dem vielen Aerger, den man mit der Kundschaft hatte, Von dem Aerger kann sich überHaupt niemand einen Begriff machen. Die eine Frau war dürr wie ein Besenstiel und wollte partout rundlich ausschauen: der andern mußte man eine schlanke Taille herausarbeiten kost's was kost't! Und wenn war mehrere in einer Gesellschaft zusammenkamen wehe, wenn ein Kleid so aussah, wie ein anderes. Das war eben die Kunst, immer eine neue Faon zu erfinden, dort den Kragen geschweifter, hier den Ausschnitt größer zu machen nur nicht um Him mels willen zwei gleise Modelle! Und so ging auch Fräulein Susi Wallner jmmer mit .furchtbar schwerem Kopf herum und konnte nicht ruhig ein schlafen, bevor ihr nicht irgend eine Idee gekommen war, damit die Frau Dr. X sich neben der - Frau A sehen lassen durfte.
Ach und diese ewiae Sorae. dan die
Rechnung doch nicht bezahlt wird! Daß die Gnädige nach langem Hinund Herhandeln s schön ersuchen würde, doch nächste Woche wieder zu kommen! Das war bas Widerwärtigste an dem Geschäft, die fortwährenden Launen der Kundschaft. Heut schickt ihr zum Beispiel die Baronin Mayer einen Dienstmann, sie möchte nur schnell heraufkommen, der Rock sitze nicht gut und sie müsse doch um halb acht Uhr zum Weißen KreuzBall fahren! Halb acht da sind kaum mehr drei Viertelstunden Zeit, um den Stoff auseinanderzutrennen und wieder zusammenzunähen, zu falten und zu bügeln! Also rasch alles stehen und liegen lassen und hinein zur Baronin! Die Baronin ist eine ausgezeichnete Kundschaft, aber sie will prompt bedient sein. Muß auch grade heut der Wothth'ätigkeitsball sein! Keine Minute "darf mehr verloren gehen. Zehn Minuten braucht die Elektrische hin, bleibt knapp eine Hai be Stunde. Und athemloS läuft Susi Wallner die Treppe hinauf die Baronin ist schon in entsetzlicher Aufregung. Sie soll als Patronesse das Fest eröffnen und steht nun so da. . . Frau Baronin brauchen ja keine Angst zu haben," tröstet sie Fräulein Susi. Den Fehler hatte sie schon heraus. die Taille war etwas zu tief. Ritfch. ratsch, die Nähte aufgerissen, dann mußte ein Theil des Futters herausgenommen werden. die Baronin wollte gern sezessionistisch" gebaut sein. Wenn Sie nur fertig werden, Fräulein, nach ein viertel acht holt man mich im Wagen ab. Der Direktor von der Rettungsgesellschaft, für die wir den Ball veranstalten, will mir noch ein paar Dankesworte auf der Estrade sagen. . .. ich darf nicht zu spät kommen, Fräulein, tummeln Sie sich. . ." Frau Baronin, ich hab' Sie ja noch nie aufsitzen lassen, was glauben Sie denn. . .!" Fräulein Susi fädelt flink einen frischen Zwirn ein auweh, muß die dumme Schere mitsammt der Rolle in die Höhe fahren und sie in den Ballen der rechten Hand stechen! Die Baronin ist verzweifelt: Fräulein der Seidenstoff!" O, ich geb' schon acht, daß kein Blut nicht draufkommt", tröstet Susi. Da haben Sie ein Pflaster. . . Nein, wie mich das Pech verfolgt, das kommt, weil Sie sich so übereilen. . . aber sehen Sie, es hat schon aufgehört zu bluten. . . Vielleicht können Sie doch noch fertig werden? Woher soll ich denn jetzt plötzlich eine andere Schneiderin nehmen- . .?! Ist ja gar nicht nöthig, Frau Varonin, ich mach' mir ja nix draus, ist gar nicht der Rede werth. . ." tröstet Susi, Susi muß immer trösten ist das Bügeleisen schon heiß?" Und sie kommt zum letzten Stich. Jetzt sitzt die Robe einfach tadellos. Die Baronin nimmt sich kaum Zeit zum Aufathmen und rauscht die Stufen hinunter. In der Nacht ist Susi einmal aufgewacht und hat gespürt, daß die eine Hand ganz verschwollen ist. Und am Morgen hat sie Fieber gekriegt, und wie fie in die Apotheke laufen wollte, ist sie mitten auf der Straße zusammengestürzt. Alsbald war die Rettungsgesellschast am Platz, dieselbe, zu deren Gunsten die Frau Baronin den großen Ball arrangirt gehabt hat, und Susi ist ins Spital überführt worden. So hat sie gleich das wohlthätige Wirken dieser Gesellschaft schätzen lernen können. . . Im Spital hat ihr der Professor gesagt, daß sofort eine Operation nöthig ist, besser die eineHand verlieren, als vielleicht das Leben. . . Blutvergiftung. . . Brand durch ein Stückchen Fe.tzen, das in die Wunde gerathen war. . . Sie hört nichts mehr.. Susi muß rasch narkotifirt werden. Der Schwamm mitChloroform schläfert sie ein; dann beginnt sie zu träumen. Sie sieht sich noch einmal bei der hastigen Arbeit, gestern Abend, urrd hat eine wahnsinnige Angst, nicht sertig zu werden. . . Dann spurt sie noch einmal den Stich von der Schere. Und dann überkommt sie ein unendliches Trostgefühl, daß das Kleid pünktlich geliefert ist. . . Gottlob, die Frau Baronin war zufriedengestellt! Da war auch schon die Amputation vorüber. Susi lächelte noch vor dem Erwachen. . . An Ztüa lich. Leutnant: Das Fell dieser seltenen Jagdbeute n ließ ich mir dann ausnopsen. ousine: Auch mit Watte?" Aus vem oti! ffreunoin (zum Backfisch): Du, Ella, sei nur nicht so zuvorkommend gegen den Husarenleutnant; wenn man dem den kleinen Finger reicht, da will er gleich den ganzen Mund haben." Bielsagend. Strolch (der einen Teller Suppe bekam): Haben Sie die .Suppe selbst gekocht, Madame?" Junge Hausfrau: Jawohl!" Dann werd ich bei Gelegenheit ein Kochbuch ?ü jie stehlen. . .!" Neue Krankheit. Junger Ehemann: Zu machen ist da nichts meine Frau krankt an meiner Schwiegermutter!" Frau: Geh' zu, eine krankt an der Mutter, die andere an der Tante ganz gesund ist kein.!" '
Bom Frlscherhaltett geschnittener Blumen.
Sehr ost macht man die Entdeckung, daß zu gleicher Zeit geschnittene und gekaufte Blumen sich in einem Hause bedeutend länger halten als in einem anderen, trotzdem die Zimmertemperatur und das Licht, in welchem die Blumen stehen, dieselben -sind. Schon beim Einkauf hat man mehrere Regeln zu beachten, man muß die Blumen kennen, die sich lange halten. Man wird bei einiger Aufmerksamkeit bald erkennen, daß alle getriebenen Blüthen ein weit kürzeres Da sein haben, und daß dieses noch derkürzt wird, wenn sie durch Draht gehalten oder mit Draht auch nur kurze Zeit zusammengehalten sind. Man thut daher gut, sich die Blüthen einzeln, also lose zu kaufen, sie in leicht angefeuchtetes Seidenpapier hüllen zu lassen und dann baldmöglichst in die Behälter, in welchen wir sie uns frisch erhalten wollen, zu stellen. Jede beschnittene Blume muß bei demEinstecken in's Wasser eine frische, am besten schräge Schnittfläche haben, man schneidet sie daher einen halben Zentimeter über der ursprünglichen Schnittfläche mit scharfem glatten Schnitt ab, denn nur eine frische Schnittfläche giebt der Pflanze Gelegenheit. das Wasser, welches sonst die Wurzeln liefern, aufzunehmen, die Pflanze also lebensfähig zu machen. . Das Wasser, in welchem die Pflanzen stehen, muß deshalb auch stets frisch sein, man soll es täglich erneuern und ihm auch diejenigen Salze zusetzen, welche die Wurzel sonst aus dem Gestein des Bodens der Pflanze zusetzt. Diese Salze ein wenig Salpeter und etwas Ammoniumphosphat kauft man billig in allen Drogengeschaffen, und ihr Zusatz befördert daS längere Frischbleiben der Blumen ungemem. Einfluß auf das längere oder kürzere Erhalten der Blüthen hat auch die Größe und die Beschaffenheit des Behälters, in dem sie stehen. Die Blumenvasen dürfen nicht zu groß ' sein, da sie dann leicht das Wasser zu rasch abstehen lassen, ober auch nicht zu klein, weil dieses dann zu schnell verdunstet. Niemals darf der Stengel der Blume den Boden der Vase berühren. Sehr empfindlich sind viele Blumen gegen durchsichtige Vasen, im großen und ganzen halten sich die Pflanzen in undurchsichtigen. Behältern besser, auch scheinen viele Blüthen in Tonvasen länger Frische und Farbenpracht zu bewahren, als in Glasvasen. Alle blühenden, also auch die in Vasen siehenden, verlangen Licht und reine Luft, man darf die Blumen deshalb nicht in heiße dumpfe Zimmer an dunkle oder halbdunkle Stellen . setzen, schon in kurzer Zeit haben sie in diesem Falle abgeblüht. Dankbare Blüher im Wasser sind im Frühjahr: Anemonen, Schneeglöckchen, Maiqlöckchen, Nelken, Margeriten, Narzissen, Himmelsschlüssel, Goldstern, Vergißmeinnicht, Kätzchen verschiedener Art. Gagelstrauch; im Sommer alle frisch geschnittenen Sommerblüher, mit Ausnahme allzu krautiger Gewächse, und im Herbst: Astern, Gladiolen, Dahlien, Wicken und Chrysanthemum, auch viele Beerenzweige bewahren lange ihre Pracht. Rosen brauchen sehr viel und oft gewechseltes, frisches Wasser in weiten Vasen oder tiefen Schalen. Kartoffel - Croquetten. Man kocht 2 Pfund große Kartoffeln weich, schält sie und zerdrückt sie völlig, worauf man 2 Eßlöffel zerlassene Butter, zwei ganze Eier, drei Eßlöfsel lauwarme Milch, einen Eßlöffel gehackte grüne Petersilie, eine Prise geriebene Muskatnuß und das nöthige Salz darunter mengt. Nachdem . man diese Masse, etwa eine halbe Stunde in einem nicht zu kalten Raum hat stehen lassen, damit sie etwas fester wird, formt man Walnußgroße Kugeln daraus, die man in kochendem Fett goldbraun bäckt. Man ; kann sie auch in geschlagenem Ei und Reibbrod wälzen und in der flachen Pfanne braten, doch ist s in , diesem : Fall nöthig, die Croquetten zuvor, -breit zu drücken, da sie sonst nicht gär '' werden. Will man sie zu Rosenkohl, Weißkraut und Wirsing reichen, so j ersechint es wünschenswerth, daß sie . einen kräftigeren Geschmack erhalten. Man macht dann in der. Butter eine geriebene große ZZwiebel gar doch i darf sie nicht bräunen und mischt j fein gewiegten rohen Schinken oder anderes kaltes Fleisch in die Masse. , Jeder kleinste Jleischrest läßt sich dafür verwenden. Gedämpftes Rindfleisch mit saurer Sahne (russisch). 3 Pfund Rindfleisch wird tüchtiq geklopft. dann - in eine Kasserole aeleat nebst f. Zwei in Scheiben geschnittenen Zwie-ft deln, einem ) Eßlöffel ' feingehackten Schnittlauch. y2 'Mund ; in Scheiöen! ,..r....:ii . . 1 -.. , BHtyuiuciicn mageren vpecr, zwei zerjcyntttenen , Mohrrüben,. - Pfeffer, Salz, 1 Pint fetter saurer Sahne und einem GlaZ Nöthwein. Fest zu gedeckt, muß 555 Fleisch bei mäßiger Hitze 3 . bis 2y2 Stunden dünsten. Dann wird' die Brühe ' durch ' ein Sieb gerührt, sorgfältig entfettet, mit Citronensaft gefchärft, nochmals aufgekocht und über dem ' in Scheiben zerleqten Fleisch angerichtet. ' " ' " ' - " '-. . T--r f T . . . -j r- -
