Indiana Tribüne, Volume 29, Number 275, Indianapolis, Marion County, 14 July 1906 — Page 5

Jntttmöan Zcit-Tabcllc. I. XL T. System. I, Kraft Sonntag, den 2. Mai 1906. Züge verlassen Indianapolis. M un cie Marion Division. Lawrence, Fortville, Pendleton, Anderson, YorNown, Muncie, Middletown, Alexandri, Summitville, Fairmount, Gas City, Jones

dsro und Marion. 4 00 ZZm. ' 1 05 Nm. 5 05 25rn. 2 00 Nm. 6 00 Vm. 3 05 Nm. 7 05 Vm. 4 00 Nm. 00 Vm. 5 00 Nm. 9 05 Vm. 5 05 Nm. 10 00 Vm. 6 00 Nm. 11 00 Vm. 7 05 Nm. 11 05 Vm. 8 C0 Nm. 12 00 MttgZ. 9;05 Nm. 11 30 Nm.

Limited. LoganSpoct Peru Division. Earmel, Noblesville,? Cicero, Arcadia, Lllanta, Tipton, Kokomo, Galveston, Walton, Logansport, Miami, Bunker Hill, Peru und Elwocd. 5 00 Vm. 1 45 Nm. 5 45 Vm. 3 00 Nm. 7 00 Vm. 3 45 Nm. 7 45 Vm. 5 00 Nm. 9 00 Vm. 5 45 Nm. S 45 Vm. 7 00 Nm. 11 00 Vm. 7 45 Nm. 11 45 V:n. 9 00 Nm. 1 00 Nm. 11 30 Nm. Limited. Der Zug um 11:30 Abend? der Jndiana PoliZ-LoganSport sDivision geht nach Peru nftatt LoganSport. ' eue spezielle Bedienung nach Ft. Wahne. --Züge verlassen Indianapolis um 7.-00 und 11:00 Uhr Vormittags und 3:00 und 7:00 Rhr Nachmittags, machen die Fahrt nach gt. Wayne in 4 Swnden und 40 Minuten. euer Zug Marion Flyer Verläßt Marion 7:55 Vormittags und 1:55 Nach ittagS Verläßt Indianapolis 11:00 Vor, ittagS und 5:00 Nachmittags; hält bleS in nderson und Alexandria an. Anschließende Linien erreichen Dayton, Ohio, Ft. Wayne, Huntington, Wabash, Rafontaine, Swayzee, Greentown, Hartford lity, Montpellier, lusston, Winchester, Union City, Sreenville, O., und Zwischen stationen. Fracht und Passagier.Ossice Terminal Zartezimmer. Telephon M 175. Indianapolis & Eastern. Limited Züge für Richmond und allen Punkten in Ohio, welche verbunden sind mit elektrischen Linien, um 8:10 und 11:10 Vor mittags, 2:10. und 5:10 Nachmittags und S:10 Abends. Locale kZüge für Richmond id Zwischenstationen von 6:03 Uhr Vor, ittags an und dann jede Stunde, ausge nommen die Limited Zeit, JtfJlfcOO WendS (7.-00 Uhr Abends ausgelassen). Letzter Zug nach Gremsield um 11:30 Uhr Abends. Indianapolis & Martinsville. Erste Morgen. Car um 5:10 Uhr MorgenS. Dann von 6:30 Uhr Morgens jede Stunde diS 11:30 Uhr Abends; ausgenommen die Stunden 830 und 10:30 Uhr Abends. Indianapolis Coal Traction Co. Züge lausen stündlich von Indianapolis nach Vlainfield von 5:00 Uhr MorgenS biS 11:00 Uhr Abends ; ausgenommen die Etun den 8:00 und 10:00 Uhr AbendS. Indianapolis & yiotiwt9txn. Züge laufen stündlich von 5:00 Uhr Mor m genS bis 9:00 Uhr AbendS. Anschluß in Lebanon fürThorntownund CramfordSville. Der Zug um 10:00 Uhr Abends fährt blos iiS nach Lebanon. Ter Zug um 11:30 Uhr AbendS fährt bis nach Frankfort, Anschluß in Lebanon für CravfordSville ; derselbe fährt in der Somu tag Nacht blos biö nach Lafayette. Limited Züge für Lafayette fahren ab um 8:10 und 11:10 Uhr Morgens, und 2:10, 5:10 Nachmittags und 7:10 Abends. Für Crawfordsville um 10.45 Vormittag und 4:25 Nachmittags. Dr. 1 H. facto Teutscher Thier.Arjt Ose, Schellhouse'iLeih-TtaS 328 Oft kSabash Ct Telephone: Neu. 'lt. Main 116. Wohnung: 131 diso Neuer Phone 9W6. Peter Scheib's Wirthschaft 4 -fco 1' Ende der Brightvood Straßenbahn Lwv. Alle durstige Seelen sind villkonnes Zcsserson Sotel 101-105 Ost GÜX Gtt Vttut Telephon 4107. Vollständig neu umgebaut und renovirt. ...Deutsches Gasthaus... Mit meinem Hotel ',ist eine hübsche gerä mige Haue verbunden, it xq Bernnen un . Logen ju maVigenPrnM ermtely. TVm. F. Matthias, Manager.

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Sonett an die vulkanischen Mächte.

Von Herbert Sellke. VuZ Schliwden donnert rollendes Getöse Gleich wenn am Wüstcnrand der Bcrbcrlöwe brüllt. Die Völker sind von Tcbrecken angefüllt, Daß sich des Erdballs Gürtel löse. Vulkane schreckt das gräflichste Erwachen Aus einem Schlaf, der schon dem Tode glich. Die Erde birst, als wenn ihr Dämon wich, Wohw man blickt, gähnt der Verderbmß Nachen. Kultur mag wohl den wilden - Drang bezähmen Der Menschenbrust, mag wohl verwansein, was Die Seelen peitscht, in ruhige' Vcwenung Doch vor der Elemente Regung. Wenn sie sich äußern in brutalem Haß. Fühlt die Kultur ohnmächtiges Beschämen. Der getreue Eckart. Sine Marsarg schichte von Else Meer stedt. Der lahi. Hein wohnte dem Himmel am nächsten. Manchmal hingen die Wolken so dicht über seinem Fenster, daß er meinte, nur eine Leiter anlegen zu brauchen, um von seinem elenden Mansaidenstübchen aus, das im fünften Stockwerke lag, in ein besseres Jenseits hinauf- oder hinübersteigen zu können, wenn es ihm überhaupt möglich gewesen wäre, zu steigen. Er hätte es wohl manchmal gewünscht, denn besser als hier unten hätte er es oben sicherlich getroffen. Das meinte Hein wenigstens, wenn er sich auch durchaus keinen Illusionen hingab, wie vielleicht ein reicher Bankier in einer Beletage, der eben zehntausend Mark den Armen gestiftet hat. Hein rechnete so, daß, wer hier unten einer der letzten ist,, dort oben sicherlich, wenn auch nicht der erste, aber doch vielleicht so um die Mitte herum zu stehen kommt, da muß es ja auch noch ganz passabel sein. Ein Glück, daß die Nachbarn nichts von Hein's Gedanken wußten, die hatten sich sicher gekrümmt vor Lachen, daß Hein eine Anwartschaft auf den Himmel zu haben meinte. Der lahme Hein war nämlich in dem grauen, bohen, eng zusammengedrängten Hauserkomplex, den Hinterhäusern von verschiedenen Straßen, allgemein als schlecht und boshaft verschrieen. Bei ten Frauen wenigstens. Und die Waschfrau Jrmschlern hatte ihm erst noch vor ein -paar Tagen aus ihrem Fenster heraus mit lauter Stimme verheißen, daß er einstmals an des Teufels Heugabel über dem Feuer geröstet werden und mit der Großmutter des genannten. Herrn tanzen würde. Wenn sie ihm die guten Wünsche umgekehrt angekündigt hätte, wär's freilich logischer gewesen. Aber man kann sich doch wenigstens einen Begriff von dem Wohlwollen machen, das die Nachbarschaft dem lahmen Hein entgegenbrachte. Und dabei war Hein ein ganz harmloser Mensch! Er schlug sich recht und schlecht mit seiner Hände Arbeit durch's Leben, fertigte Papierblumen und Fächer und schnitzte alles Mögliche, aber hauptsächlich Pfeifenköpfe. Und nun kommt'Z, warum die ganze holde umwohnende Weiblichkeit so erbost auf Hein war. Hein nahm sich nämlich die Damen der Nachbarschaft für seine Schnitzereien zum Vorbild. Und so kam es, daß die Jrmschlern mit ihrer langen Habichtsnase und dem vorstehenden Altweiberkinn streng realistisch auf Krischein Schladermund's' Pfeifenkopf prangte. Krischan Schladermund, den sie nicht ausstehen konnte, der ihr alles zum Possen that, der auch den Pfeifenkopf nur gekauft hatte, um sie zu ärgern. Und Krischan Schladermund räucherte den Pfeifenkpf so schwarz an, daß die Jrmschlern schließlich aussah wie der leibhaftige Satanus. Und er hatte eine Art zu lächeln, wenn sie nach Feierabend an ihm vorüberging, die sie zum Sieden brachte. Er hatte auch eine gewisse Fertigkeit erlangt, die Pfeife aus dem rechten in den linken Mundwinkel so quasi Hopfen zu lassen. 'Das sah kreuzverrückt aus. Und' wer dabei stand, lacht: natürlich auf der Jrmschlern Kosten. Und so ähnlich erging's den andern Frauen auch. Nur daß die eine in mehr, die andere in wemger boshafte Hände oder Mundwinkel aelangt war. Manch eine war vielleicht auch nach auswärts verkauft und irgend ein oller ehrlicher Seebär" führte drüben in England oder gar in Australien bei, den Wilden das Porträt spazieren. Hein verewigte wirklich nicht in i'öser Absicht seine Nachbarinnen auf den Pfeifenköpfen, weil sie große Nasen, grobe Züge, einen zahnlosen Mund hatten. Er schnitzte sie nur deshalb, weil ihm keine anderen Modelle zu Gebote standen. Ningö um ihn Armuth, bittere Armuth, die früh alt macht, die Sorgenfalten gräbt, die einzelne Gesichtspartien scharf hervorr:ti . t"n. iitic iayi. ein yane viel lteoer unge, hübfche, gesunde, kernige Men'chenkinder, Blumen und Thiere - du 'chnitzt.. Aber das waren Dinae. die Hein, seit er aüS der Schule war und seine hohe Wohnung nicht wieder verlassen hatje .zwanzig Jahre mochten es her sein fremd geworden varen. - -. . .

lahmen Hein nannte man ihn.

Gelahmt an velven Vemen.war . Seit zwanzig Jahren hockte er dort droben in der Mansarde, seit zwanzig Jahren sah er nichts weite: als Armuth, vergrämte Gesichter, über sich den Himmel, die Wolken und hinter dem seaenüberlieaeni?en Mansardenfenster, das ihm neidisch das bischen Aussicht noch wegnahm, stieg kerzengerade, mit güldenem Wetterhahn gekrönt, die grüne Kirchthurmspitze von Sankt Katharinen empor. Ein Spatz, eine Krähe hockten vielleicht einmal auf der Dachrinne. Aber lange hielten die es unter Ux Armuth auch nicht aus, wo Sommer und Winter nichts für sie abfiel. Doch halt, nicht zu vergessen, alle Monat einmal stieg drüben auf dem Dache der Schornsteinfeger herum und ließ mißmuthig die Kugel in. den Schlot fallen. Und wenn Hein sein Fenster öffnete und auf die Krücken gestützt sich ein wenig vorbeugte, konnte er unten im Hofe einen alten verkrüppelten Ahornbaum sehen, so armselig wie die Umgebung, in der er vegetirte. Und ein wenig nach links stand, grün überzogen und mit Brettern bedeckt, ein altes, steinernes Brunnenbecken, eigentlich mehr ein Sod, von dem es hieß, daß er grundlos sei. Wenigstens erzählte man es sich zu der Zeit, als Hein's verstorbene Mutter ihn noch jeden Tag in einem alten Sitzwägelchen zur Schule fuhr. Benutzt wurde der Sod nicht. DaS waren die ganzen Herrlichkeiten, die Hein zu sehen bekam, ergo . Bald hätte ich noch den verkrüppelten Alten zu nennen vergessen, der Hein's Papierblumn und kleine Arbeiten vertrieb und seinen Verkehr mit der Außenwelt vermittelte. Aber der humpelnde Alte war auch kein schöner Anblick. Aber eines Taaes scITf hoch nnA

ein wenig mehr Abwechslung in die graue Einförmigkeit von Hein's Lebn kommen. Die Marsardenstube ihm gegenüber nämlich, die längere Zeit leer gestanden hatte, bekam eines Tages eine neue Bewohnerin, bei deren Anblick sich Hein in den Arm kniff, um zu fühlen, ob er auch wache. Und er wachte wirklich. Die niedliche blonde Kleine lächelte sogar ein wenig zu ihm herüber, gerade so als wie: Wir wollen gute Nachbarschaft, halten, wir beiden Hochgestellten." Und Hein besann sich, daß gerade heute sein Geburtstag war, sein vierunddreißigster, und daß ihm der Herrgott wohl mit der Kübschen Kleinen da drüben ein Geburtstagsgeschenk habe machen wollen. - ES dauerte nicht lange, da prangten an dem sonst so öden Mansardenfensterchen, das unter seinen früheren Bewohnern immer so trostlos wie ein erloschenes Aqe ausgesehen hatte, billige, blüthenweiße Gardinen. , Auch ein Blumentopf stand auf der Fensterdank. Und in der Fensternische mußte wohl ein Spiegel hängen. Denn wenn sich ein Sonnenstrahl drüben in. die Mansardenstube verlor, dann tanzte auf Hein's linker Stubenwand . ein faustgroßer Sonnenfleck. ' Eitel .war die Kleine also auch.. Und oftmals am Tage tauchte drüben neben dem Blumentopf ihr. liebes, freundliches Gesicht auf. Oder der blonde Kopf bog sich zum Fenster hinaus. Dann nickte sie wohl auch Hein zu. Oder .sie rief ihm gar ein paar freundliche Worte hinüber, einen Scherz: Gelt, Herr Nachbar, Luft können wir wenigstens schnappen soviel wir wollen, die kostet nichts?Hein antwortete dann. Und er dachte, daß es ihm jetzt unverdient gut ginge, und begann ernstlich zu erwägen, daß er infolgedessen droben im Himmel auf einen Mittelplatz eigentlich gar keinen Anspruch mehr machen könne; und der lieben Nachbarin wegen wollte er aber gern ein paarPlätze hinunterrücken. Aber auch in Hein's Kunst begann eme große Umwandlung. Die Pfeifen, die er schnitzte, trugen jetzt meist der lustigen Nachbarin zierliches Köpfchen. Und die Jrmschlern und wie sie sonst alle hießen, hatten endlich Zeit, sich von ihrem Aerger zu erholen. Das thaten sie denn auch in ausgiebigster Weise und lachten Hein noch obendrein tüchtig ans. Was sich der Lahmeck wohl dachte? Die hübsche Christel hatte doch längst ihrcn Schatz, und was für einen Prachtkerl! Und an einem Sonntage tauchte neben Christel's blondem Kopf ein dunkler auf mit einem kecken Schnurrbart. Und Christel rief ihrem Nachbarn glückstrahlend zu, daß sie und ihr Franz gestern geheirathet hätten. Hem wünschte den beiden Glück. Es war ihm ernst damit. Aber ein klein wenig wehmüthig war er doch dabei. . Er hatte keine thörichtenWLnsche gehegt, wie die Nachbarn meinten, so hoch hätte er sich gar nicht zu dersteigen gewagt. Er dachte nur, daß auch er eines solchen Glückes hätte theilhaftig werden, können, wenn er mit gesunden Gliedmaßen zur Welt gekommen wäre, und daß die armen, leblosen Beine ihn hinderten, den Weg des Glückö zu gehen. Die Freundschaft von. Fenster iu Fenster blieb aber besteben, zum Aerger der Nachbarinnen, die Hein gern eine Schlappe gegönnt hätten. Der Klapperstorch stellte sich bei Christel und Franz auch pünktlich ein es ist merkwürdig, daß er die Ar men lieber besucht als die Reichen. Und eines TageS hielt Christel, dfr

blasser als sonst aussah, lächelnd am Fenster ein weißes' Bündel in die Höhe. Hein sah ein krebsrotbeö

Köpfchen, ein paar krebsrothe Fäustazen und dann trat Christel schnell zurück. Nach ein paar Augenblicken erschien sie ledoch wieder und öffnete ein Stück das Fenster. Hein stattete seinen Glückwunsch ab. Und Christel rief ihm zu, daß das rothe im Steckkissen eine kleine Christel sei, .die sich nun groß und verständig schlafen müsse" Die kleine Christel wurde, als sie heranwuchs, mit Hein auch gut Freund. Und wenn die große Chri-stel-an der Nähmaschine saß seit sie zu dritt waren, mußte sie etwas verdienen helfen , dann hatte sie die kleine Christel gewöhnlich in ihrem hochbeinigenKinderstühlchen an's Fenster geschoben, und Nachbar Hern unterhielt, während er schnitzte, auch noch die kleineDame drüben. Und er konnte selbst zum Kinde werden, wenn die Kleine über seine Späße und Faxen hell aufkreischte und mit dem dicken Fäustchen ungeschickt in der Luft herumpatschte. Dann schaute wohl auch die junge Mutter auf und nickte Hein fröhlich zu. Und Hem war glücklich. Er war zufrieden. Das Kind war ihm an's Herz gewachsen, als wenn es sein eigenes wäre vielleicht noch mehr. Vielleicht hängt man an etwas Erl ehntem. Unerreichbarem viel glühener. Als die Kleine über das erste Lallen hinaus war und anfing,, zu plappern, als sie Onkel Hein" sagte und schon begann, sich für die bunten Blumen zu interessiren, die Hein zusammenbastete. da kannte Hein's Glückseligkeit keine Grenzen. Er schnitzte kleine Puppen, Spielzeuge, die er dick mit Papierspähnen umwickelte und so geschickt der Kleinen durch's Fenster warf. Da gab es dann Lachen und Jauchzen ohneEnde, wenn die dicken Fmgerchen eifrig bemüht waren, die Umhüllung zu lösen. Aber auch Papierblumen, die er, an ein Stück Holz gebunden, gleich einem Pfeil fortschnellen ließ, wanderten drüben durch's Fenster. Als Klein - Christel fünf Jahre alt wär, war sie aber , auch ein geistig reges Kind, das immer neue Geschichtchen von der Mutter hören wollte, so daß Frau Christel manchmal lachend wünschte, die Märchen aus dem Aermel schütteln zu können. Und KleinChristel spann das, was sie erzahlt bekommen hatte, immer weiter. Sie hatte ihre , eigenen Gedanken und konnte mitunter, den kleinen dicken Finger an die . Nase gelegt, mit altkluger Miene.. lange über etwas Gehörtes nachgrübeln. '.'5o hatte ihr die Mutter streng derboten,. in ihrer Abwesenheit das Fenster zu. öffnen. Leicht fällt Christel zum Fenster hinunter," hatte ihr die Mutter erklärt, und dann ist Christel todt und kommt in den Himmel zum lieben Gott und den Engeln, die hintu. den Sternen wohnen, und Vater und Mutter weinen ' unten auf der Erde, weil sie keine Christel mehr haben, weil Christel selbst ein Englein geworden ist." ; Das gab Christel besonders zu denken. In ihrem kleinen Köpfchen staffirte, sie die Engel mit , goldenen und silbernen Kleidern aus und schönen, blitzenden Flügeln. Sie hätte auch schrecklich gern mal einen blanken Stern in der Hand gehabt oder die glänzende Mondscheibe. Und dann dachte sie daran, daß sie ja, wenn sie zum Fenster hinunterfiele, auch ein Englein fein würde. Ob sie dann wohl auch fliegen könnte?-Und KleinChristel sah die Englein im Wachen und im Traume . Einmal, als die Mutier fortgegangen war, um Arbeit nach demGeschäft zu bringen, und Christel noch ganz besonders eingeschärft hatte, das Fenster ja nicht zu öffnen, meinte die Kleme, daß es doch rathsam wäre, Onkel Hein mal in der Angelegenheit zu befragen. Hein,. der wußte, daß die Kleine allein war, machte, als er sah, wie sie sich bemühte, das Fenster zu offnen. verzweifelte Anstrengungen, sie von ihrem Vorhaben abzubringen. Er drohte, winkte. Aber Klein - Christel ließ sich nicht stören. Und schließlich gab der Riegel den dicken Kinderfingerchen nach. ? Aber auch Hein hatte sein Fenster geöffnet: Mach' das Fenster wieder zu, . Christelchen, ich schnitze Dir ein Stllhlchen und ein Tischchen und eine große, große Puppe. Mach' zu, Chri stelchen, sonst fällst Du hinunter ' und dann werde ich ein Engelchen! Ja, Onkel Hern?" Einen Augenblick war Hein sprach los vor Staunen. Dann verlegte er sich, immer ängstlicher werdend, wie der auf's Bitten. Aber Christel ließ sich nicht beirren. Wie ist denn das bei den Engelchen und dem lieben Gott, Onkel Hem?" Schön, Christelchen! Aber bei Vater und Mutter und beiOnkel Hein ? n . - . . m . IN es viel, viei cooner: Aber ich möchte doch mal sehen. wie es bei den Engeln ist und bei den Sternen! beharrt Christel auf thren kindlichen Ideen und legt das dicke Fingerchen wieder an die Nase, wie immer, wenn sie über etwas nachdenkt. Wenn ich ein Engelchen bin, kann ich ja auch wieder vom Himmel herunterfliegen zu Dir und zu Vater und im,.. .tffcUlltb. . .

Das geht nicht, Christelchen. Wenn

Du ein Engelchen bist, mußt Du auch eins bleiben." Christel drüben am Fenster lächelt ungläubig. Onkel Hein dann hab' ich tioch Flügel! Vaß auf, Onkel Hein, ich fall' mal!" Die Kleine steht drüben auf der Fensterbank und schaut furchtlos in die Tiefe. - Hem sieht kreidebleich aus. Er zittert auf. seinen Krücken. Dicke Schweißtropfen perlen ihm von der Stirn. Er möchte rufen um Hilfe. Aber ehe Hilfe naht, ist das Kind vielleicht fchon längst verloren. Die Thür müßte durch einen Schlosser geöffnet werden. Das würde Zeit in Anspruch nehmen. Und dann war es zu spät. Und blitzschnell zuckt ihm ein Gedanke durch's Hirn ein Gedanke der Erlösung und des Wahnsinns. Christelchen soll . Onkel Hem mal sehen, wie eö bei den Engelchen ist, und dann wieder vom Himmel geflogen kommen und Dir alles erzahlen?" Die Kleine stutzte. .Dann munt Du aber dock erst auZ dem Fensier fallen, Onkel Hein!" Ja, Christelchen ja!" Aber Du mußt auch drüben von der Fensterdank hinuntersteigen und daö Fenster wieder zumachen und den Riegel vorschieben. Und dann mußt Du fein artig auf Deinem Stuhl sitzen bleiben und harten, bis Onkel Hein kommt." Mit goldenen Flügeln, Onkel Hein?" ' Mit goldenen Flügeln!" Hew keucht. Die Kleine scheint befriedigt zu sein. Sie tritt zurück, schließt das Fenster und blickt erwartungsvoll zu Hein hinüber. Minutenlang schauen sich die beiden so an. Hein möchte beten er kann es nicht. Die Augen treten ihm fast aus den Hohlen. Endlich schemt der Kleinen die Zeit zu lang zu werden. Sie macht sich wieder an den Fenstern zu schaffen. Da hebt Hern die Arme hoch wie beschwörend: Gleich, Christelchen, gleich!" Die Angst, vielleicht ist' es auch der Wahnsinn, verleihen ihm Riesenkräfte. Er klammert sich mit den Händen an die äußere steinerne Fensterbank. Mit übermenschlichen Kräften zieht er den siechen Körper nach. Noch ein Blick nach drüben in die erwartungsvollen Kinderaugen - Es ist vollbracht! Dtt Teufel hat ihn doch noch geholt," sagt die Jrmschlern voll abergläubischcr Scheu, als .sie neben der formlosen Masse steht, die von dem armen Hein übrig geblieben ist, und sie zieht ihr Wolltuch, fröstelnd über der eingefallenen Brust zusammen. Klein Christels unschuldige 'Kinderaugen aber schauen nach dem Himmel. Und wenn sich eine Wolke auseinanderschiebt, dann leuchten die Augen auf. Ob Onkel Hein wohl mit goldenen oder silbernen Flügeln kommen wird? Bianon'S Preise. Von dem verstorbenen Pariser Restaurateur Bignon werden viele Anekdoten erzählt. Eines Taaes fand der . berühmte Feuilletonist Aurelien Scholl, daß ihm für genau dasselbe Frühstück, wie er es einige Tage zuvor verzehrt hatte, 28 statt 23 Francs angerechnet waren. Zufällig hatte er auch die frühere Addition" noch bei sich, ließ Bignon rufen und bat um Aufklärung. Bignon gab sich den Anschein, zu untersuchen, kam dann zurück und sagte: Lekten Freitag hat sich die Kassirerin zu ihrem Schaden geirrt. Aber weil Sie es sind, soll es auch diesmal bei 23 Francs bleiben." Der russische Fürst Demidoff monirte einst, daß ihm einePortion Fisch mit 6 Francs aufgerechnet war. Die Schollen müssen dieses Jahr rar sein," schnarrte er Bignon an. O nein, mein Prinz," antwortete Bignon, aber die Fürsten ' Demidoff sind rar." Lln der Scholle gtbunde. Zwei Herren, die in einem der dergigen Counties von Kentucky reisten, um nach einem Holzschlage Umschau zu halten, waren stundenlang keinem menschlichen Wesen begegnet, als sie endlich vor einer einsamen Hütte eintrafen, vor der sich einige Schweine wälzten, ein Maulesel weidete und ein dürrer - Mann, dessen Wäsche . die Mauleselfarbe angenommen hatte, an einem Baumstamm lehnte und seine Zeit verträumte. Ob er wobl sprechen kann?" fragte der eine Reisende. , Versuchen wir's." Wie geht's?" fragte der erste. Und Ihnen?" - Schöne Gegend hier." ' Für den, der sie mag." ' - - Haben Sie Ihr ganzes Leben hier verbracht?" Der Kentuckyer dachte reiflich nach, spuckte in den Sand und antwortete dann:-' - ' -: : - . Noch nichts ' j ' . Gelegenheit ö kauf. Söhn chen (freudig): Papa, ich hab 'ne Radsahrermütz gefunden!" Waö willst Du denn damit, Zunge?"

Acy, Papa, kauf mit doch 'n .Fahr rad dazu!. ' .

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