Indiana Tribüne, Volume 29, Number 272, Indianapolis, Marion County, 11 July 1906 — Page 5
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Don Margarethe Stadler. Jahre lang haben sie einander nicht wiedergesehen und sich dann beim gelegentlichen Begegnen fremd und kühl gegenübergestanden, als hätte es nie eine Zeit gegeben, da das eine nur für das andere Augen gehabt hatte Ulrich Rodenwald, der rastlos fleißige Tonkünstler, und seine einstige, nur um wenige Jahre jüngere Schülerin, Edith Holm. Ihrem lebhaften Geist und guten Verstand hatten die Ballfreuden und kleinen Pflichten des wohlhabenden Haustöchterchens nicht genügt. Ihr starkes Empfinden verlangte tieferes Genießen und ernstere Geistesarbeit. lsnd er war es, der ihr die Wege in eine Welt des Schönen zeigte die das Alltagsleben weit hinter sich ließ. Sie arbeiteten zusammen und schwärmten zusammen, und es war bisweilen, als flössen ihre Seelen ineinander beim Musiziren im kleinen kahlen Klassenzimmer des großen Konservatoriums oder im Gedankenaustausch auf dem gemeinsamen Heimweg durch die breiten bäumebepflanzten Straßen der Großstadt, deren geräuschvolles Alltagstreiben sie nicht bemerkten, wenn sie einander in die Augen sahen. Von Liebe sprachen sie niemals, aber sie wußten genau, daß es kein Zufall war, wenn ihre entzückten Blicke sich trafen, wenn ihre Wege sich kreuzten. Ein schweigender Händedruck, ein redender Blick und ein paar andeutende Worte auf jeder Seite, das genügte ihnen, um sie tagelang glückselig zu stimmen, wie es vielen vor ihnen genügte und vielen nach ihnen genügen wird. All diese Schätze und Kostbarkeiten einer jungen reinen Liebe blttben wohl immerdar dieselben. So verging die Zeit. Ein anderer Freier zeigte sich für das schöne Mädchen, ein kluger ernster Mann in Amt und Würden, mit einem Herzen voll tiefer treuer Liebe, das die Schwärmerei der Jugend längst vergessen hatte. Und als der junge Musiker, halb im verletzten Gefühl und ungerecht gemacht durch Eifersucht, halb auch im Hinblick auf seine ungewisse Zukunft kein bindendes und erklärendes Wort sprach, da war auch Edith in ihrem Glauben und Vertrauen erschüttert, und der böse gekränkte Stolz, der sich schon zwischen viele gestellt hatte, trennte auch diese beiden. Edith folgte dem Rath wohlmeinender Angehöriger, nahm ihr Herz in die Hände" und gab dem Freunde und Verwandten des Hauses, dem sie herzlich zugethan war, das Jawort. Die Glocken läuteten dazu, und es war ein schöner, feierlicher Sonntag; rings umgaben sie frohe Gesichter, als sie am Arm des großen blonden Mannes, aus dessen Augen eine Welt von Glück sprach, durch die geschmückte Kirche schritt, so daß sie glaubte, sie hätte recht gethan. Daß Ulrich Rodenwald tagsüber verstört umherging und dann in wilden Nächten die trostlosen Tage vergessen wollte, das sah sie nicht und wußte sie nicht. Im friedlichen Heim vergingen ihr die Monate und wurden zu Jahren, und bisweilen nur hörte Edith von dem Jugendgeliebten, daß er als Künstler nicht das leistete, was man von ihm erwartet hatte, daß ihm ' das rechte Streben fehle und endlich, daß er eine reiche Heirath geschlossen habe. Bald darauf kehrte in Ediths kleinem Hause der Tod ein, und als sie und Ulrich sich wieder einmal trafen, hing der Wittwenschleier in dunkeln Falten um das blaß und schmal gewordene Gesicht der jungen Frau. Es war wieder in tx Räumen des alten Konservatoriums, wo sie sich nach Jahren zum ersten Male wiedersahen. Denn müßig nur ihrer Trauer zu leben, hatte Edith nicht vermocht, und so machte sie die Kunst, die sie treulich geliebt und gepflegt hatte, zum Beruf, um in rastloser Arbeit den Sehnsuchtsschrei deS Herzens nicht zu hören.' Im kleinen Lehrerz rmmer brannte trüb eine grünverschleierte Lampe und warf nur matten Schein auf ihrer beider bleiche Züge, als sie einander unvermutbet gegenüberstanden. Ich habe mit großer Theilnahme gehört, welch schwerer Verlust - Sie betroffen hat. gnädige Frau," sagte er mühsam, denn ein wildes Herzklopfen erstickte ihm die ' Stimme. Und sie verneigte sich beim tonlosen Ich danke Ihnen, Herr ProFesso?." und wunderte sich, als sie nach ein paar höflichen Worten hin und her die breite Treppe hinabschritt, wie unendlich alt und müde sie sich im Herzen fühlte, trotz ihrer Jugend. Und wieder vergingen einige Jahre, während welcher sie hier und da einmal zusammentrafen, aber sie vermieden einander ängstlich und tauschten nur selten einige Worte, denn in beider Herzen war die einstigeJugendliebe wieder stark und mächtig geworden, so daß sie in Glück und Bangen der kurzen Minuten eines, flüchtigen Grußes gedachten, die ihnen ein zufälliges Zusammentreffen gewährte, das sie ebenso innig ersehnten, wie sie es fürchteten. Heute hatte der Zufall seltsam gespielt. Es war ein prächtiger Som merrag gewesen, und rüstig und in vollem Empfinden der kurzen Erholungszeit war die junge Frau, in ein schlichtes Wanderkleid gehüllt, mit Rucksack und Alpstock, in andächtigem Schauen und herzbefreiendem Bewundern bergauf gestiegen, bis zum Hospiz, das zwischen mächtigen Tannen für die Nacht Schutz bot, um den Wanderer
andern Tags wieder erfrischt für weZtern Aufstieg zu entlassen. Und hier oben in dem niedrigen, holzgetäfelten Gastzimmer, das ein mächtiger Kachelofen mit behaglicher Wärme erfüllte, sahen sie sich plötzlich einander gegenüber als die einzigen Gäste, denn ein schnell heraufziehendes Gewitter bannte andere Wanderlustige in's Thal. lind während der Sturm das Haus umsauste. so daß die kleinen Fensterscheiben klirrten und draußen die mächtigen Stämme sich bogen wie Rohr, saßen sie beisammen beim spärlichen Schein der altmodischen Hängelampe, die das enge Zimmer matt beleuchtete, so daß die Heiligenbilder an den Wänden in der grotesken Auffassung mit pfeildurchstochenem Herzen und dicken Blutstropfen auf der dornengekrönten Stirn gespenstisch aus dem Dämmer blickten. Die Wirthin hatte ein ländliches Abendessen aufgetragen und jedem eine kleine Karafft rothen Magdaleners hingestellt, und auf dem buntgewllrfelten Tischtuch leuchteten in irdener Schale Edelweißsterne aus rothen Alpenrosen heraus. Wir scheinen Leidensgefährten bleiben zu sollen, Frau Kollegin," begann der Professor die Unterhaltung nach einer langen Pause, die der ersten Tegrüßung gefolgt war. Und dann kamen sie allmälig. erst stockend und dann lebhafter, in's Gespräch und erzählten einander von ihrer Sommerreise, die sie beide in's Tirolerland geführt hatte. Meine Frau ist zur Erholung von den strapaziösen Winterfreuden und zur Toilettenausstellung in St. Moritz sagte Rodenwald mit halbem Lächeln, und ich will den alten Herren hier oben Adieu sagen." Wie ist das zu verstehen?" fragte Edith aufblickend. Wie es klingt," war die Antwort. Mein Arzt wollte mir das nicht einmal mehr erlauben. Ich bin auf dem Wege nach dem Süden, wo ich den Winter verleben soll der alte Adam will nicht mehr mit thun," setzte er mit einem Versuch, zu scherzen, hinzu. Frau Ediths dunkelblaue Augen hefteten sich mit angstvoller Sorge auf sein Gesicht, und ein . jähes Erschrecken krampfte ihr das Herz' zusammen. Ich wünsche besten Erfolg der Reise," sagte sie anp Herzlich. JXnb Sie gehen allein?" . iv Der Professor nickte.' .Meine Frau weiß vor! dem' AusshruH des Arztes nichts und? hat lkerdeLl? die nervöse Angst seyr leöZösluwgfi Leute vor Krankenzimmern unb; Krankenpflege. Und ich 'wünsche 'Lies Zeit mit mir allein durchzukämpfen..' Ich darf mir keine Illusionen machen." fuhr er nach kurzer Pause fort, als Edith in Erschütterung schwieg. Ich bin ein schwerer Fall und eigentlich aufgegeben. Aber verzeihen Sie. daß ich Sie damit langweile, gnädige Frau, es ist eine Untugend von uns kranken Leuten, andern ihre Leidensgeschichten aufzutischen." In Frau Ediths Seele kämpfte es eine kurze Weile, dann hob sie entschlössen den Kopf, den die schweren blonden Flechten krönten. Wir wollen uns nicht mit Redensarten eine freundliche Stunde zerstören, daran das Leben nicht reich ist," sagte sie fest. Wenn es auf der Welt einen Menschen gibt, der mit innigstem Antheilnehmen Ihr Schicksal verfolgt, so bin ich das." Er reichte ihr die schlanke Hand über den Tisch und hielt ihre Rechte fest, als sie sie hineinleqte. Haben Sie Dank für das gute Wort. Wie schön, daß wir uns hier oben noch einmal trafen." In Ediths Augen stiegen große Thränen auf. Sie dürfen nicht so hoffnungslos sprechen. Aerzte täuschen sich häufig, und wir treffen uns gewiß noch oft in den Alpen wieder," tröstete sie mit herzlichem Ton. Sie Gute!" erwiderte er freundlich und leise, schüttelte aber dann den Kopf. In meinem Fall ist Täuschung ausgeschlossen. Ich fühle mich jedoch nicht einmal sehr unglücklich dieser Gewißheit gegenüber. Meine Frau hat eine schier unabsehbares Jnteressengebiet, das sie trösten wird, und ich selbst hänge nicht am Leben." Wenn Sie, ein Mann, so sprechen, was soll dann eine einsame Frau wie ich sagen?" fragte Edith leise und beklommen. Er schwg einige Minuten. Ich habe nicht geglaubt, daß wir uns noch einmal im Leben treffen würden und nocö dazu bier oben in dieser Kerrlicken ötnsamkeit, wo es t, als siele all d:e thörichte Aeußerlichkeit von uns ab," sagte er dann langsam, so daß es scheint, als sei die Außenwelt ein Traum und nur die innere, wahr und wirklich. Ich danke dem Schicksal dafür," fuhr er zögernd fort, und hier oben möchte ich Sie fragen: Haben Sie wohl einmal im Leben bedauert, Edith, daß Sie meine Jugend zerstörten, daß Sie mich verließen?" Die junge Frau richtete sich mit glühenden Wangen hoch auf. Daß ich Sie verließ? Ich, die ich wartete und wartete auf eine ernste Frage, aus ein bindendes Wort?" fragte sie dann. Er zuckte die Achseln. Wie sollte ich das damals schon sprechen? Ein armer Musiker mit unsichern Aussichten!" Edith schüttelte ernst den Kopf und verschränkte die Hände ineinander. Ich würde gewartet haben, ohne ungeduldig zu werden," sagte sie fast feierlich, und ich hätte mit Ihnen und für Sie gearbeitet, ohne zu ermüden, gehungert, ohne zu entbehren, und an Ihre Kunst, Ihre Zukunft unerschüttert aealaubt."
Der Musiker hatte die Stirn in die Faust gestützt und seufzte tief und fast stöhnend auf. Hören Sie auf, Edith. Sie sprechen wie das Hohelied," sagte er dann tonlos, um gleich darauf heftig losbrechend fortzufahren: Ich bin ein blinder blöder Thor gewesen, zeitlebens. muthlos und kraftlos im Kampf um meine Kunst und meine Liebe. - Ich war wohl zum Kämpfen nicht geschaffen." Er war dicht an sie herangetreten und hielt ihre beiden Hände. Edith, wir kaben uns hier oben getroffen wie zwe: Schiffbrüchige auf einer insel im Weltmeer: viel besser ist es uns ja im Leben auch nicht ergangen. Und es ist mir, als habe uns das Schicksal selbst hier oben zusammengeführt. Edith, vor Ihnen liegt ein arbeitsvolles einsames Leben, und ich habe den Tod vor Augen; wollen wir ein paar Tage lang träumen vom Glück, ein paar Tage lang die ganze Welt vergessen und uns einen kleinen Theil des Glücks nehmen, das uns das Schicksal einst verhieß und nicht gewährte? Kannst Du das. Edith, willst Du das?" Sie standen minutenlang Auge in Auge, einander fest bei den Händen haltend, der blasse Mann, dessen Augen in krankhaftem Glanz leuchteten und die fast ebenso hochgewachsene Frau in ihrer gesunden vollerblühten Schönheit. Und in den wenigen Minuten zog wie ein Sturmwind die Erinnerung an ihr ganzes Leben durch ihrer beider Seelen, an das Leben mit all seiner grauen bleiernen Alltäglichkeit, reich an Enttäuschung und ungestillter Sehnsucht nach Liebe und Verständniß, nach Anerkennung und Erfolg, reich auch an Furcht vor einsamen liebeleeren Tagen und Jahren, vor einer nnsamen, trostlosen und liebeleeren Todesstunde. In Ediths Brust kämpfte es. Sie hätte rufen mögen: Es war nicht das Schicksal, das uns ein Glück verbot, es war unsere Schwäche, die uns matt werden ließ im Streben danach. Aber gleichzeitig sprach es in ihr: Das eben war unser Schicksal, daß wir zu schwach waren, zu erringen, wonach wir doch ein Lebenlang die Sehnsucht im Herzen trugen. Und ihre blauen Augen leuchteten und über ihr Gesicht ging ein feierlicher hoher Glanz, während die alte Liebe, gepaart mit einem 'tiefen Mitleidsgefühl ihr ganzes Sein überfluthete, und ihr war es, als sei Ulrich ein verirrtes Kind, das krank und matt den Weg zur Mutter gefunden. Ich habe Dich fehr lieb gehabt inst und jetzt, und so werde ich es immer thun Gott verzeihe mir's, wenn ich damit ein Unrecht begehe! Die Welt da draußen kann ich vergessen die Heiligkeit unserer Liebe vergessen wir beide nicht. Ulrich. Aber ich habe keine Scheu vor Krankenzimmern und Krankenpflege. ich will mit Dir gehen. Dich pflegen und hegen wie es eine Schwester, thäte und wenn Du sterben mußt, sollst Du es in meinen Armen!" . Sie hatte mit fester Stimme gesprochen und tapfer die Erregung niedergezwungen, nun wurde die Erschütterung doch mächtiger als sie, und weinend lehnte sie das Haupt an Ulrichs Schulter, der sie fest umschlang. Draußen ging in dumpfem Grollen das GeWitter langsam in ein Wetterleuchten über und während das Sausen des Sturmwindes allgemach zum milden Wehen der Julinacht wurde und erfrischender Regen herniederrauschte, standen die beiden einsamen Menschen dort oben im Alpenhospiz Hand in Hand am Fenster in jenem Schweigen, das beredter ist als Worte. Wo in ewiger Jugendschönhcit die Dolomiten ihre zackigen Häupter erheben, liegt eingebettet in Grün und Rosen der Kirchhof von Bozen. Und ein prächtiges Marmordenkmal trägt leuchtend in Goldbuchstaben den Namen Ulrich Rodentoalds. Nicht weit aber von der friedevollen Stätte, wo Sehnsucht und Enttäuschung ihr Ende finden. hat Edith Holm ihr bescheidenes Heimwesen aufgeschlagen, um fern von Heimath und Freunden in selbstgewähltcr Einsamkeit ein stilles Leben zu führen, in ernster Arbeit, in thätiger Sorge für Arme und Kranke und in treuem Gedenken der Zeit, die ihr ein schmerzvolles Glück gewährte. Sorgfältige Beaufsichtigung des Geflügels lohnt sich reichlich, denn wir , werden auf diese Weise sofort' gewahr, wenn dieses oder jenes Stück von' einer Krankheit, deren es ja eine große Zahl gibt, befallen wird und können so rechtzeitig und mit Aussicht, auf Erfolg helfend eingreifen. Wenn wir z. B. sehen, daß der schöne glänzende Kamm unseres Hahnes an der hübschen scharlach rothen Farbe Einbuße erleidet und wie mit Mehl bestäubt aussiebt, dann wissen wir sofort, daß dies der Anfang zum bekannten Hühnergrind ist; gleichfalls erkennen wir die Fußkrätze oder Kalkbeine der Hühner ganz leicht, wenn wir insonderheit auf der Vorderseite der Läufe eine graugelbliche wie aufgetrockneter Schmutz oder Lehm aussehende Auflagerung bemerken, die sich mit der Zeit zu größeren höckerigen Massen ausbildet. Ferner finden wir auf diese Weise gar bald yeraus, wenn einzelne Thiere sich vielleicht Unarten angewöhnt haben, z. V. fci8 Verlegen von Eiern, das böse Eierfressen oder bei Haubenhühnern das Federausziehen und dergleichen; wir sehen ferner gar bald, wenn sich futterneidige beiß- und streitsüchtige Exemplare vorfinden und können auf Abhilfe all dieser Uebelstände Bedacht nehmen.
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Ter Nesterbau der Thier, und die sondee bare Verwendung der Larve. In Indien lebt eine große Ameise, Weberameise genannt, welche beim Bau ihrer Nester ihre Larven als Werkzeug benützt. Sie ist das einzige Thier, das sich zur Erreichunq seiner Ziele überHaupt eines Werkzeuges bedient. Der Münchener Zoologe Dr. Doflein hatte auf einer Reise in Ceylon Gelegenheit, die Ameise bei ihrer Thätigkeit zu belauschen. Diese Ameise baut ihre Nester in Bäumen aus frischen Blättern. Doflein hatte 'sich einem solchen Nest genähert und einen Riß in die Wandung des Nestes gemacht, um die Ameisen zu beobachten. Während sich nun die Hauptmasse der Thiere zur Vertheidigung des Nestes anschickte und dem Beobachter mit den scharfen Kiefern arg zusetzte, sonderte sich eine kleine Truppk ab, die sich an dem in der Nestwand angebrochenen Riß zu schaffen machte. Die Thiere stellten sich in ganz merkwürdiger Weise in einer geraden Reihk auf. An der einen Seite desSpaltes hatten sie mit ihren Kiefern den Blattrand erfaßt, auf der anderen Seite des Spaltes krallten sie sich mit allen sechs Füßen an der Blattoberfläche fest, dann zogen sie langsam und behutsam an, setzten vorsichtig einen Fuß nach dem anderen etwas rückwärts, und so sah man ganz deutlich die Ränder des Spaltes sich allmälig einander nähern. Nun kamen andere Thiere herbei und fingen an, den Rändern der Spalte entlang die Reste der alten Gewebe sorgfältig wegzuschneiden. Sie bissen mit. ihren Kiefern die Gewebe durch und zerrten so lange daran, bis er in Fetzen sich loslöste. Solche Fetzen trugen sie in den Kiefern an eine exponirte Stelle . des Nestes und ließen sie im Winde davonfliegen, indem sie die Kieferzangen bei einem Windstoß weit öffneten. Nach fast einstündiger Arbeit entriß ein stärkerer Windstoß den am Spalt ziehenden Ameisen dessen Ränder und machte die ganze Arbeit nutzlos. Aber die Thiere ließen sich in ihrer Thätigkeit nicht beirren. Von neuem stellte sich eine lange Reihe am Spalt auf, und nach einer halben Stunde hatten sie dessen Ränder einander wieder ziemlich nahe gebracht. Dann kamen aus dem Hintergrunde des Nestes mehrere Arbeiterinnen hervor, welche Larven zwischen ihren Kiefern hielten. Sie kamen mit , ihnen an die gefährdete Stelle, den Spalt. Dort kletterten. sie hinter der Reihe der Festhafter herum und hielten die Larven fest zwischen den Kiefern, so daß diese in der Mitte ihrer Leiber deutlich zusammengedrückt erschienen. Während nun die Festhalter auf der Außenseite des Nestes sich, befanden, führten die larventragenden Ameisen ihre Arbeit 'Innern des Nestes aus. Sie trugen .oiS-Larven mit dem spitzen Vorderende nach oben und vorn gerichtet und bewegten sie von der einen Seite des Spaltes zur. anderen hinüber. Dabei rasteten sie ein wenig auf der einen Seite des Spaltes, fuhren dann mit dem Kopf quer über die Spalte herübexund wiederholten auf der anderen Seite dasselbe Andrücken. Allmälig sah Doflein nun. während sie die Thätigkeit unermüdlich fortsetzten, den Spalt sich mit einem feinen feidenartigen Gewebe erfüllen. Der Faden selbst war sehr fein und durchsichtig. Unter dem Mikroskop sah er eine Menge von Fäden sich überkreuzen, an anderen Stellen sah er ganze Stränge sich in einer Richtung hinziehen. Die Ameisen benützen thatsächlich ihre Larven als Spinnrocken und zu 'gleicher Zeit auch als Weberschiffchen. Daö Vaknumreinigungöverfahren. . Die neue Art. Staub aus WohnHäusern. Theatern, Schulen und andern öffentlichen Gebäuden nicht mehr durch Klopfen und Abkehren, sondern durch Absaugen zu entfernen, das sogenannte Vakuumreinigungsverfahren, hat bereits so weite Fortschritte gemacht, daß jetzt schon beim Neubau von Häusern ein festes Röhrensystem zum Zwecke - der Staubabsaugung in die Mauern eingelegt wird. In einem Neubau im Westen Berlins ist. jüngsthin solch' eine Anlage eingerichtet worden. Ventilator und Staubsammelkasten sind im Keller untergebrackt. Zu - einer bestimmten Stunde des Tages ist die Anlage im Betrieb. Mit Hilfe eines Anschlusses wird ein Schlauch an die Röhrenleitung gelegt und nun mit einem SaugMundstück über Teppiche, Decken und Möbel gefahren und der Staub abgesogen. Ein Luftfilter im Staubsammelkasten läßt nur die Luft hindurch und hält den Staub zurück. Daß diese Einrichtung in hygienischer Hinsicht von großer Bedeutung ist, bedarf keines Beweises. Die Hausbewohner bleiben vor den Übeln Wirkungen der Staubaufwirbelung und den Geräuschen des Teppichklopfens völlig bewahrt. - Einen großen Wäldreichthum besitzt Marokko, doch ist derselbe noch ganz unausgebeutet. Das Land verfügt ferner über einen großen Reichthum an Orangen, Citronen. Feigen. Datteln. Mandeln und anderen Früchten. Die Ausfuhr von Datteln ist besonders groß und nimmt stetig zu. D e r englische Name gooseberries" für Stachelbeeren soll davon - herrühren, daß früher zum Gänsebraten eine beliebte Sauce darauS bereitet wurde.
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Minister Burnö und seine Natbe. John Burns, der neue britische Präsident des Lokalderwaltungsamtes. benimmt sich als Minister durchaus wie ein Mann mit klarem Kopf und gesundem Verstand. Man erzählt sich, daß er allerdings einer Anzahl Personen unbequem geworden ist. und das sind die Beamten des Lokalverwaltungsamtes. Er selbst nahm seine Arbeit von Anfang an ernst, sah sich aber häufig morgens früh allein in feinen Arbeitsräumen. Eines Tages ließ er denn seine Räthe antreten und blies ihnen ob ihrer UnPünktlichkeit den Marsch, wobei er nicht unterließ, auf die hohen Gehälter hinzuweisen, die sie bezögen und für die das Land von ihnenDienfle erwarte. Das wirkte natürlich, aber Vurns ist im Dienste keine beliebte Persönlichkeit. Des Professors Ver. m ä ch t n i ß. Es ist wenig bekannt, daß aus der Hinterlassenschaft des verstorbenen Professors Abbe (Jena) jährlich 90.000 Mark für Professoren-Gk. hälter der Universität Jena , gezahlt werden. Abbe hat babti bestin-z , daß die 90,000 Mark nur so lan;e .sgezahlt werden, als Lern- und Lehrfreiheit an der Universität vollständig garantirt sind. Beim geringsten Angrifs auf die Lehrfreiheit hört sofort die Zahlung auf. Das welmansche Mlm sterium hat die Urkunde, die die Zcchlung unter diesen Bedingungen festsetzt. unterzeichnet. Fütterung autetnem Floß. Ein Tom Ryde. welcher in Avery Center. Ja., eine Molkerei betreibt und dessen Weideland überschwemmt ist, hat ein großes Floß gebaut, welches er mit einem Geländer und Pflöcken versah, an welchen er acht Kuhe anbinden kann. Das Floß ist an einem Pfosten mit einem 500 Fuß langen Strick verankert, und die Ku)e können nun von dem Floße aus das über das Wasser üppig emporschießende Gras fressen. Zu? Melkezeit wird das Floß eingezogen. Die Kühe sollen Milch geben, wie gewohnlich. Kind verursachte Bahn Unfall. Die zwölf Jahre alte Tochter eines zwischen Macksburg und Elba, O.. wohnenden Farmers hak eingestanden, daß sie neulich die Entgleisung des Schnellzuges der Penn sylvania-Bahn. wobei die Lokomotive und der Postwagen den Bahndamm hinabrollten und der Lokomotivführer sowie der Heizer schwere Verletzungen erlitten, verursachte. Das Mädchen sagte, daß es einen Bolzen, zwischen zwei Schienen trieb, nur um zu sehen, wie die Räder des Zuges denselben platt drückten, wie cS früher schon mit Nägeln und Münzen geschah. Das Kind ist nicht verhaftet worden, da die Bahnbeamten überzeugt sind, daß es sich um ein kindliches Spiel handelte. Dienstmädchen zu Tode gemartert. Unter der Anklage, das in ihrem Hause beschäftigt gewesene Dienstmädchen Agnes Polreis durch Schläge und andere Mißhandlungen getödtet zu haben, wurde dieser Tage die Gattin des reichen BrauereiBesitzers Moses Kaufmann in Siouz Falls. S. D.. verhaftet. Die bereits bestattete Leiche des Mädchens wurde wieder auBgegraben, und es zeigte sich, daß sein Körper von Kopf bis zu Fuß mit Schrammen, Beulen und Brühwunden bedeckt war. Frau Kaufmann ioll das Mädchen häufig brutal ae. chlagen haben. Man behauptete, ou Zrühwünden rührten davon her, daß Frau Kaufmann siedendes Wasser übe? das Mädchen schüttete, als sie dasselbe geschlagen hatte, bis es bewußtlos zu Boden gefallen war, um es wieder zu fick) zu brinaen. P e r l e i n einer Auster. In Prairie du Chien. Wis.. fand ein Fischer in einer Auster eine Perle von 12Z Gramm Gewicht. Ein Juwelier gab ihm dafür $50. den höchsten Preis, welchen man dort je für eine emheimische Perle 'bezahlt hat. Die Perle ist vollkommen rund und von der Größe einer Erbse.
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