Indiana Tribüne, Volume 29, Number 272, Indianapolis, Marion County, 11 July 1906 — Page 3

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Indiana Carriage Co.

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Auf Schlviengkeiten

Stößt die Erhebung der schaft bei der Pforte

Vortheile einer Botschaft vor einer Gesandtschaft. Die Einwanderung über

Ellis Island im verflossenen Fisealjahre. S chießerei unter Schwarzen. Statistik über Tuberkulosis in Frankreich. Sheriff von Gefangenem erschossen. Mörder Thaw will nicht für irrsinnig angesehen werden. Geistlicher ermardet seinen Schwager und versucht Selbstmord.

Die Frage der amerikani schen Botfch äst in der Türkei. Washington, 10. Juli. Aus Konftaniinopel trifft die Nachricht ein, die türkische Regierung habe ihrem Ge sandten in Washington, Chekib Bey. Instruktionen gesandt, er solle seine Anstrengungen erneuern, die Behörden in Washington von dem Gedanken der Erhöhung der amerikanischen Gesandt schast in ttonstantinopel zum Range einer Botschaft abzubringen. Chekib, Bey ist von der Pforte beauftragt, öem Staatedepartement mitzutheilen, daß die in Rede stehende Veränderung nur einem vorausgegangenen Einverständ nisse der beiden Länder folgen könne, und ein solches Einverstündniß sei in diesem Falle nicht erzielt worden. Das StaatZ. Departement hat soweit noch keine offizielle Nachricht erhalten von einer' Opposition der türkischen Regierung gegen die Errichtung einer Botschaft. Wenn natürlich der Sultan sich weigert, Herrn Leishman in der Eigenschaft eines Botschafters zu em pfangen, so ist er vollständig in seinem Richte. Ein solcher tturö würde freillch nicht geeignet fein, das Verhältniß zwischen Amerika und der Türkei zu verbessern, er würe vielmehr, in den Augen hiesiger Diplomaten, eine direkte Hintansetzung der Ver. Staaten gegen die europäischen Großmächte, die jetzt alle durch Botschafter bei der Pforte vertreten sind. Diese Botschafte? haben, kraft ihres Ranges, jederzeit ' persönlich Zutritt beim Sultan. Der amerikanische Ge sandte jedoch muß, gleich allen anderen Gesandten, alle Geschäfte durch die Pforte abwickeln, und auf die wenigen Gelegenheiten, da sie Zutritt zum Sul tan selbst gewinnen, müssen sie stets wochenlang geduldig harren. Dies bildet ein ganz bedeutendes Hinderniß in der Erledigung aller Ge fchäfle, und das Staatsdepartement nimmt daher alle Proteste gegen eine Erhöhung der amerikanischen Gesandt schast in eine Botschaft sehr Übel auf. Sollte die Pforte auf ihrer ablehnen den Haltung in dieser Angelegenheit bestehen, so wird das StaatSdeparte ment in Zukunft alle amerikanischen Ansprüche und Forderungen bei der Pforte in einer Welse forciren, wie die? bei derartigen Unterhandlungen soweit noch nie der Fall gewesen ist. Die Einwanderung. New York, 10. Juli. Mehr als eine Million Einwanderer kamen während des mit dem 30. Juni been deten FiSkaljah:eS über ElliS Island nach den Ver. Staaten. Die genaue Anzahl ist 1.062.054, was ein An wachsen von 199.075 gegen daS Vor jähr bedeutet. Die meisten Einwan derer kamen von Süditalken (222.606); Juden wanderten rund 125,000 ein. Im Gesammten brachten die Einwan derer ein Kapital von 519,000,000 mit sich; MörderischcSchleßerei. Daviö. 3. T.. 10. Juli. Bei einer Schießerei im Mondlicht, die sich letzte Nacht nicht weit von hier unter Negern zutrug, wurden zwei der Be theiligten getödtet, sechs tödtlich und eine ganze Anzahl leichter verletzt. ES wurden beiderseits mindestens taufend Schüsse gewechselt. Tuberkulosis in Frank reich. Washington. 10. Juli. Das Generalkonsulat in Paris hat dem HandelS.Departement Statistiken über Tuberkulosis !n Frankreich übermittelt, welche viel WlssenLwertheS enthalten. Danach sterben alljährlich durchschnitt lich 150,000 Personen an dieser Krank heit in Frankreich: 39 Todesfälle für je 10.000 Sielen, verglichen mit 22 in Deutschland. Je dichter die Bevölke rung. desto höher gellt sich die Zahl der. Todesfälle, welche die Seuche verursacht. In Paris kommen auf 10.000 Perso nen 45.2, in Städten von 100,000 bis 500.000 Einwohnern 34.-5. in Ort schalten' von 5000 bis 10,000 Einwoh nem 23.4, in kleineren Ortschaften

ammkmischm Gesandt-

m den Botschastsrang. 20.4 Todesfälle, veranlaßt durch Schwindsucht. Die Kampagne gegen die Weiße Plage" hat in Frankreich eine nationale Bedeutung gewonnen, und die Akade mie für Medizin hat im Laufe der ver flossenen drei Monate Maßregeln unter Berathung gehabt, um der Ausbre! tvng derselben Einhalt zu thun. Gegen eine öffentliche Bekanntgebung der Tu berkulosiz.Fälle, als Warnung, hat sich eine stürmische Opposition erhoben, weil geltend gemacht wird, daß dann die Patienten ihres Unterhalts beraubt werden würden, und so hat man als nächstbestes Mittel beschlossen, daß die Aerzte dem Patienten selbst, sowie sei ner Umgebung, Maßregeln empfehlen ollten, um Ansteckung zu vermeiden. Die Pariser Bücker haben eine Or ganisatkon bewerkstelligt, um die sani eren Zustände in den Bäckereien zu bessern. ES ist durch die Enquete fest gestellt worden, daß von den!400,000 Bäckern in Paris fast 240.000 an Tu berkulofis leiden. Dies ist eine Quelle der Gefahr für die Konsumenten, und eine professionelle Bäckerschule ist eröffnet worden, um die Leute in der Prak izirung hygienischer Methoden zu un erweisen. Gefangener erschießt Sheriff. I a ck s o n v i l l e, Fla., 10. Juli. Sheriff Charles Wllson von Clay County wurde heute Abend nahe Green Code SpringS auf einem Zuge von einem schwarzen Sträfling erschaffen. Der Gehülfe des Sheriffs streckte hierauf den Neger sofort durch einen Schuß zu Boden. Wilson war sehr beliebt gewesen. Postsachen zweiter Klasse. Washington, D. C., 10. Juli. Henry H. Glaufte, der zSekretär der Kommission, welche für den Kongreß einen Bericht über die Gesetze auöarbei ten soll, die aus Postsachen zweiter Klaffe Bezug haben, hat bekannt ge geben, daß die erste Sitzung der Kom nisston am 11. Oktober im Holland House ftattsiden soll. In der Bekanntmachung wird da raus hingewiesen, daß die Gesammt Ausgaben für das Poftdepartement in dem mit dem 30. Juni 1905 zu .Ende gegangenen Fiskaljahre $167,000,000 betrugen, während sich die Einnahmen auf S153.000.000 beliefern Von den gehandhabten Postsachen waren etwa zwei Drittel solche zweiter Klasse, wüh rend die Einkünfte davon nur S6.186, 647.54 betrugen. Die Kommission will nun feststellen. ob eö nicht rathsam ist, die Raten für die Beförderung von Postsachen zweiter Klasse so zu erhöhen, daß sie die wirk lichen Kosten sdecken. Sodann soll er mittelt werden, ob sich die Grenzen für solche Sachen nicht enger ziehen lassen und aus welche Welse zweckmäßige Aen derungen eingesührt werden können. Grausiger Selbstmord. New York, 10. Juli. Mit ei nem scharfen Fleischermesser stach sich der 54 Jahre alte Wagenbauer Georg Renkel in seiner Wohnung in Brooklyn in den Unterleib und blutete langsam zu Tode. Nach den Angaben seiner Frau war der Mann seit mehreren Mc naten schwermüthig. Renkel beging den Selbstmord am frühen Morgen, als feine Angehörigen noch schliefen; als feine Gattin ihn fand, hatte er bereits das Bewußtsein verloren, und unter den Händen deS schleunigst herbeigerufcnen , Arztes starb der Schwerverletzte. Schiffsnachrichten.' Boston: Boshemian" von Liverpool JverrnV nach Liverpool. New $oxl: ttaijer Wilhelm 11 von Bremer, Southampton und Eher bourg. Liverpool: .City of Bombay- nach St. John. N. F. und Philadel phia; S wmia nach Boston via Queenötown.

DerFallThaw.

New Bork, 10. Juli. Zum er ften Male seit der Tragödie sprach sich heute Abend Harry Kendall Thaw. der junge Millionär und Mörder des Architekten Stanford White, in Bezie. ung zu dem Falle aus. Thaw pro kftirt ganz energisch dagegen, für irr' sinnig gehalten zu werden, und be auptet, seine Anwälte würden nicht ugeben, daß er von einer Kommission aus feinen Geisteszustand hin untersucht werde. Direkt befragt, was er über die Ent Wicklungen in der Tragödie halte, de en Hauptfigur er ist, meinte er: ES darf nicht all' der Unstnn, der tzt in Zeltungen über diese Sache ge druckt wird, geglaubt werden.Der junge Mann hat sich feit seiner Einkerkerung betrachtlich verändert. Wie bei dem Opiumraucher sich die Spuren des Giftes erst dann vernehmlich zeigen. wenn ihm die Pfeife genommen wird, treten bei dem sechs Fuß großen, blassen, eingesperrten, jugendlichen Mll ionür, der seit Jahren ein ausschwei endeS Leben gefuhrt hat, die Folgen desselben erst jetzt, wo vier Gltterwände eine kleine Welt bilden, deutlich her vor. Das Gesicht ist von Falten durch. urcht.Aus Aussagen verschiedener junger Schauspielerinnen und Choristinnen, ntimer Freundinnen der Frau Evelyn NeSblt Thaw, geht hervor, daß der unge Mörder im Rufe stand, ein Töl pel und Protz zu f:in. Die Damen der Bühne nannten ihn einen Jndia ner"; dieser Fachausdruck bedeutet, daß, abgesehen von seinem vielen Gelde, Thaw ein in jeder Beziehung unauS ftehlicher Mensch ohne Lebensart war. den man nur seiner fürstlichen Geschenke wegen um sich duldete. Auch gegen eine hübsche Gattin scheint er sich mit Nichten als Gentleman" benommen u haben. Ein netter Geistlicher. M a n g u m, Okla., 10. Juli. ,Rev." I. L. Rea, Pastor der Man gum christlichen Kirche, verwundete heute früh feinen Schwager George A. StephenS durch einen Schuß tödtlich und schnitt sich hierauf die Kehle durch; eö ist möglich, daß er am Leben erhal en werden kann, während fein Opfer dem Tode verfallen ist. Der Herr Pa ftor und feine Frau hatten sich vor eintger Z:!!, häuslicher Zwiftkgkeiten we gen, getrennt, und die Frau war zu hrem Bruder, dem genannten Ste phenS, auf dessen Farm verzogen. Heute früh nun sprach dieser bei Rea vor, um die Koffer seiner Schwe fter abzuholen, worauf der Pastor einen Streit mit feinem Schwager vom Zaune brach und einen Revolver auf diesen abfeuerte. Vase-Vall. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt: AmericanAssociatton. Milwaukee, 10. Juli. Milwaukee ....2 0020001 5 Indianapolis. .0 0000 0 0101 Batterien Oberlin und Roth; Fisher, Kellum und ttahoe. MinneapoliS, 10. Juli. MinneapoliS ...1 0 0 0 0 2 0 0 3 LouiSvllle 00000 1 1 00 2 Batterien Thomas und Veager; Puttmann und Shaw. Kansas City, 10. Juli. KansaS City. . .0 0000000 00 ColumbuS 0000001203 Batterien Bohannon und Sulli van; Flaherty und Blue. St. Paul, 10. Juli. St. Paul 0 0 00 003 3 6 Toledo 0100000001 Batterien Coy und Drill; Camnitz und Abbott. National Liga. Chicago, 10. Juli. Chicago 0 0000000 00 Boston 0 000010102 Batterien Overall und Kling; Pkesser und O'Neil. Cincinnati, 10. Juli. Cincinnati. ...11030001 6 New York 0 0000010 12 Batterien Wicker und Schlei; Ames, Matthewson. Marshall und Bowerman. St. Louiö, 10. Juli. St. Loulö 0 00 00 1000- 1 Philadelphia. ..00003000 03 Batterien Brovn und Murray Sparks und Dooin. PittSburg, 10. Juli PittSburg . ...040000200 6 Brooklyn 0 0000520 07 Batterien Philippe und McJlven Peitz, Stricklett, Scanlon und Bergen.

ZNoderne ScgeWisse.

Tragfähigkeit und Fahrtgrschwindig, kcit der Fahrzeuge. Rückgang der Zahl der Segelschiffe Bemer, kenSwerther Wechsel-Teutsch Seglerflottc Ter Kalmengürtel BewundernS, werthe yahrtresultate. Seit etwa 30 Jahren war d Zahl der in großer Fahrt beschäftigten Segelschifse in stetigem Rückgang begriffen. Bestimmend für diesen Rückgang war die Vermehrung der Dampfer. Zu Anfang der 90er Jahre trat jedoch in diesem Wechsel ein gewisser Stillstand ein. Maßgebend hierbei war die vielfach bestätigte Erfahrung, daß angesichts der fortdauernd steigenden Kohlenpreise und stetig wachsenden Heuersähe in der langen Fahrt sich die Dampfer nicht rentabler zeigten als Segler, weil letztere be! sonst gleichen Dimensionen an Ladefähigkeit jenen weit überlegen Mio und beträchtlich geringere Unkosten für die Besatzung erfordern. Es entstanden besonders in Hamburg und den Weserhäfen überaus leistungsfähige Segelschiffs flotten. Hamburg allein besitzt dermalen 112 Segelschiffe von je 1000 Registertonnen Gehalt, und eine annähernd gleiche Zahl mag insgesammt für die Häfen Bremen, Bremerhaven, Geestemünde, Elsfleth. Emden, Rostock und Barth anzusetzen sein Wahrend aber auf der Weser nur vier Segler von mehr als 3000 Registertonnen beheimathet sind, unter ihnen das Bremer Lloydschulschiff Herzogin Cenne" und de? 5548 Tonnen enthaltende Fünfmaster R. C. Rickmers," zählt Hamburg deren 15. Als Krone der Hamburger Segler können die Viermastbark Alsterdamm" mit 3260 Registertonnen netto, die Fünfmaster Potost" (3854 Registertonnen) und Preußen" (4765 Registertonnen) angesehen werden. Schwerlich macht sich em der Schifffahrt Fernstehender von der Größe und Ladefähigkeit solcher Segler einen richtigen Begriff. Der kleinste unter den Fünfmastern, die Potosi. ladet bei mittlerem Tiefgang 6150 Tonnen oder 123,000 Centner. Sollte diese Gütermasse mittelst der Eisenbahn befördert werden, so waren nach der üblichen Rechnung 615 Doppelwaggons oder 20 Züge a 31 Wagen zur Fortschafsung nothwendig. Um eine volle Ladung der Preußen," 8000 Tonnen, zu transportlren, wurde gar ein halbes Dutzend Güterzüge gleicher Achsenzahl mehr erforderlich sein. Nicht minder wichtig ist die Schnelligkeit dieser Segler. Während die gewohnlichen Frachtdampfer nicht mehr als 9 bis 10 Seemeilen in der Stunde zu laufen pflegen, bringen es die erwähnten Segelschiffe auf 12 bis 16 Meilen. Wenn dennoch die Dampfer im allgemeinen schnellere Reisen machen, so liegt das daran, daß sie wemger von Zufälligkeiten abhängig sind und stets die kürzeste Route einschlagen können. Außerdem haben die Segelschiffe besonders in dem Kalmengürtel (dem Gebiet der Passatwinde) häufig Mit wochenlanger Windstille zu kam pfen. Dennoch bringen sie es zu beWunderungswerthen Leistungen. So haben viele Hamburger und Bremer Schiffe im letzten Jahrzehnt die etwa 11,000 Seemeilen lange . Strecke von Jquique an der Westküste Südamerilas nach dem englischen Kanal oder umgekehrt in 60 bis 63 Tagen zurückgelegt und dabei im Durchschnitt eine Schnelligkeit von 7 ms 8 Seemeilen m der Stunde für die aanze Reise erreicht. Das Hamburger Vollschisf Pampa" durchsegelte im Herbst 1897 oie Strecke vom Aeauator bis zur Elb mündung in 17 Tagen und erzielte eine volle Woche hindurch Tagesleistungen von 320 bis 340 Seemeilen, so daß die Schnelligkeit im Durchschnitt auf 14 bis 15 Seemeilen in der Stunde sich belief. Die Potosi" schaffte einen Rekorö, indem sie 11 Fahrten hinterem ander von Hamburg nach den Salpeteryasen an der Westküste Sudamen las machte und zu jeder Reise durch.schnittlich für Hin-' und RLSfahrt nicht mehr als 5 Monate 12 Tage brauchte. Das Schiff hatte damit über 10 Knoten in der Stunde, d. h. ungefähr einen Knoten mehr als ein gewöhnlicher Frachtdampfer erzielt. Das Fünfmastvollschiff Preußen" vollendete in 357 Tagen zwei volle Rundreisen ?wischen Hamburg und den Salpeterhäfen der Westküste Südamerikas. Noch vor 20 Jahren rechnete man für eine solche Reise als mindeste Zeit 8 Monate. Sklaverei auf ?kava .Eine große, in Batavia erscheinende Jcituna brachte vor Kunem folaende Anzeige: Wir liefern zu billigsten Preisen: Gute Zugochsen und prach tigeö Schlachtvieh von Madura: präch Hm. junge, gesunde und wohlgebaut Arbeiter, Männer und Frauen, zu 60 Gulden ($24.75) franko Belawon Reit und Wagenpferde von der Insel Rotti. Wir empfehlen uns Ihrem Wihlwollen. ö. Leeksma. Surabaia. Daö Auswanderungsbureau von Surabaia" veröffentlickte folaende Anzeige: Wir liefern junge, gesunde und l-vril. rirf. .!i , rrr . v fv imfiigc saiucxiet von aiaumo, aoa uno oen tzsunoamseln, ebenso Chinesen Wir befassen uns auch mit der Liefe rung aller Arten Zug- und Schlacht: thiue." Die größte Wasseran sammlung ohne einen Abfluß nach tn Meere enthalt der Kasplsee.

Vom Inlaude.

Wie aus Twin Bridge s, )ont., berichtet wird, gchen in der !ähe des McCarthy - Berges viele Schafe und Rinder infolge deö Genusr - rv i i r. i je von nmeriporn zugrunoe. mit Wiehz lichter erleiden dadurch erbeblichen Schaden. Durch die uusgiebigen Reaenfälle dieses Frühiahr ist bas Wachsthum des Rittersporns sehr begunstlgt worden. Ein Farmer Na mens T. I. Jenkins hat mehrere hunder: Mutterschafe verloren. In Palmer. Mich., stand während eines Gewitters ein gewisser John Halverson unter dem Thore seines Haufes und hieu seine ilcrne Nichte auf dem Arme, als er von einem Blitz gestreift wurde. Der Blitz traf ihn auf die Brust und fuhr durch seinen Körper in die Erde. Halverson stürzte bewußtlos zusammen. Er kam bald wieder zu sich, litt aber starke Schmerzen an jenen Stellen seines Körpers, über die 'der Blitz seinen Weg genom men hatte. DasKind trug nur durch den Fall auf die Erde einige kleine Verletzungen davon. Enttäuscht von dem Lande, von dem er weit mehr erhofft, als es ihm geboten, und geplagt vom Heimweh, jagte sich in New Sork der 22 Jadre alte Albert Fröhlich m seinem Zimmer über einer Bäckerei eine Kugel durch den Kopf. Fröhlich war vor knapp vier Monaten von Deutschland in New Jork gelandet. Er hatte sich das Dasein hier viel leichter vorgestellt, und die Arbeit, die er in der Bäckerei gefunden, schien ihm unerträglich schwer, 'besonders wenn das Heimweh ihn packte und ihn melancholisch stimmte. Er vatte Ehrgeiz und wollte möglichst rasch Englisch lernen, aber die Arbeit nahm ihn so sehr in Anspruch, daß er keine Zelt zur Erweüerung seiner 'Kenntnisse fand. Das Ideal, nls das ihm Amerika von der Ferne erschienen war, hatte emen schrecklich nüchternen Anstrich bekommen, und das ganze muhevolle Dasein ödete ihn an. Dann beging er seine roßte Thorheit. Er ergab sich dem Trunke, und anstatt ihn aufzuheitern, :hn energischer zu stimmen, erhöhte Der Fusel seine Schwermuth und seinen Hang zum Grübeln. In dieser Stimmung kaufte er 'sich eines Tages einen Revolver. Die Nacht kneipte er durch, und erst Zegen 3 Uhr Morgens kehrte er zurück. Eine Stunde später knallte der Schuß, der seinem Leben ein Ziel gesetzt hatte. Ueber das Verschwinden eines .unheimlichen Gebäudes wird aus Pittsburg berichtet: Eme Anzahl farbige und italienische Arbeiter, welche mit Ausgrabungen .an der Zweiten Avenue und Fmy Straße, dem einstigen Platze der berüchtigten Spelunke Oyster Paddys" beschäftigt waren, haben sich um anderweitige Arbeit umgesehen und dieselöe auch erhalten. Farbige und'Jtaliemr sind sehr abergläubisch und sie weigerten sich, die menschlichen Gebeine zu berühren, welche dort gefunden wurden. An ihre Stelle sind Griechen und Jrländer getreten, welche mit siumpfer Gleichgültigkeit ihre Picken zwischen den Gräbern Ermordeter schwingen ohne Angst vor der Rache ihrer Geister. Oyster Paddys" Saloon soll. Mit Ausnahme des BlockHauses, das älteste Gebäude in der Stadt gewesen sein. Es wurde im Jahre 1757 aus behauenen Baumstammen 'gebaut, die Kamine bestanden aus mit Stroh durchgezogenen, in der Sonne getrockneten Ziegeln, wie solche im alten Egypten gebraucht wurden. Der Platz ist fortwährend von Reliquien - Sammlern überlaufen. welche Nagel, Ziegelsteine, Holzstücke und Alles, was sie von den an der Ausgrabung Betheiligten erbetteln oder stehlen können, mit sich nehmen. -Mit einer eigenartigen Reklame hineingefallen" ist in Hazleton. Pa., der Kaufmann George Krick. der vor einigen Tagen 6000 Pfeifchen an die Jugend beider Geschlechter, verschenkte. Der schlaue Ge-

fchastsmann wiegte sich in der Hoffnung, daß' die Pfeifen, mit denen die Knaben und Mädchen nach Herzenölust Lärm schlugen, sich als gute Reklame für ihn erweisen würden, aber er hatte die Rechnung ohne die beleidigten Gehörnerven der Bewohner der Stadt gemacht. Das Gepfeife aus den Straßen zu allen Stunden des Tages war einfach nicht auszuhalten, und die geplagten Bürger riefen alle' Strafen der Unterwelt auf das Haupt des Pfeifenverschenkers nieder. Es kam bald zur Krisis. Die in Folge der ewigen Pfeiferei fast wahnsinnig gemachten Bürger hielten in der Office des Mayors eine EntrüstungöVersammlung ab und beschlossen nach längerer Berathung, eine Anzeige in einem Lokalblatte zu 'erlassen, in welcher die mit Pfeifen ausgerüstete Jugend aufgefordert wird, sich vor dem Laden Krick's einzufinden, um ein anderes Geschenk zu erhalten. Und die Jugend kam. Nachdem sie lange genug gewartet hatten, begannen sie aus den mitgebrachten Pfeifen einen solchen Höllenspektakel zu machen, daß Krick's Haus fast weggeblasen worden wäre. Seine Familie . verkroch sich vor dem Heidenlärm in alle Winkel. Der Radau währte eine volle Stunde und erst dann zogen die Hunderte von Kindern ab. 'Krick aber hat einen heiligen Eid geleistet, nie wieder Pfeifen TN Ktnder zu verschenken. '