Indiana Tribüne, Volume 29, Number 271, Indianapolis, Marion County, 10 July 1906 — Page 7

Jndkana Tribüne, w. Juli 1006

kkk:ookk9 l In den Abgrund

l o rn ä von Adolf Htt CHWXWW) (T?0Ttfcfeuna.) '2)!arujchka nickte beistimmend. Gleiches mit Gleichem. Du hast ihn erschießen wollen und er er that, was unter hundert anderen neunundneunzig auch gethan hätten. Er schont den Vater seiner Geliebten " Um ihn willig zu machen und sich den reichen Bissen nicht entzehen zu lassen," ergänzte der Zigeuner. Nehmen wir das an," klang es bitter und gereizt. Es ist schon so!" Gut, es sei so. Aber Janosch, nachdem Du doch einmal zu wissen meinst, daß mir der Jäger nicht gleichgiltig ist und es mich schwer treffen könnte, den Mann, den ich gern habe, in Schmach und Elend zu sehen, wie glaubst Du. daß wir zwei miteinander stehen werden, wenn alles so gekommen sein wird, wie Du es beabsichtigst?" Maruschkas Augen blickten voll und drohend bei dieser Frage. Der Zigeuner suchte sich den Anschein von Gleichgiltigkeit zu geben. Das wird nichts ändern zwischen uns. Meidest Du mich doch jetzt bereits und bin ich der, von dem Du Dich mit Abscheu wendest." Wer trägt die Schuld?" Janosch zuckte die Achseln und schwieg. Er hätte gerne gesprochen, aber er wagte es nicht, weil er fürchtete, was jetzt sich vorbereitete, wieder zu verderben. Aber seine Blicke waren desto beredter. Heiß irrten sie über die feine Gestalt vor ihm, wie wenn er die Hüllen, die sie bargen, durchdringen wollte. Sein ganzes sinnliches Begeh ren, dem es einerlei war, was in der Seele des Weibes vorging, nach dem er so heftig verlangte, sprach daraus. Maruschka bemerkte nichts davon. Ihr Blick war verloren über den Boden fortgeglitten und an einem Sonnenfleck hängen geblieben, der sich an der dunkeln, gebräunten Bretterwand abmalte. Fest faßte sie ihn in's Auge, wie wenn er auch ihr eine verspätete Hoffnung anzeigen wollte. Aber eine Wolke verdunkelte die letzten Strahlen der Abendsonne und mit ihr schwand auch der helle Schein dort an. der Wand. ES fröstelte sie und enger zog sie das Tuch um ihre Brust zusammen. Janosch höre! Was nützt Dich die Anzeige, sie bringt Dir nur meinen Haß ein. Gibt es nichts, was Dich von Deinem Vorhaben abbringen könnte?" Ter Ton, in welchem sie dies sagte, klang rauh und gepreßt. Ja!" erwiderte der Zigeuner, und der ganze Jubel, der ganze verhaltene Triumph lag in diesem einzigen Worte. Ja. es gibt etwas, und das bist Du das bist Du selbst, Maruschka. Für Dich ist mir nichts zu schwer. Für Dich opfere ich mein Leben und was mir noch mehr gilt meine Rache. Gib mir Deine Hand laß' es zwischen uns sein wie es früher war. Alles, alles will ich vergessen, aber sei mein werde mein Weib! Mit einem Gesichte, das eine todtenähnliche Erstarrung zeigte, erhob sich Maruschka von ihrem Sitze. Feucht und eisig legte sich ihre Hand in jene des Zigeuners, der mit verhaltenem Athem ihr entgegenstarrte. Ein un artikulirter, thierischer Aufschrei entfuhr ihm. als er mit beiden Händen dnselbe umfaßte und mit brennenden Müssen bedeckte. Das Mädchen duldete dies einen Augenblick, dann zog sie die ihre, mit emer Geberde schlechtverhehlten Ekels, zurück. Gut, eZ sei. Aber schwöre mir bei den Gebeinen Deiner Mutter, daß Du die Hand von dem Manne' läßt, der mir theuer war und bleibt. Du kannst einst meinen Leib, nie aber meine Seele besitzen. Ist Dir das genug?" Maruschka ich schwöre!" Leiden schaftlich, berauscht von seinem Erfolge, hatte Janosch dies herausge stoßen. Ich nehme. Deinen Schwur an. Aber noch eins: Du wnst begreifen, daß ich Zeit brauche, um zu vergessen. Laß mir diese Zeit. .Warte ein Jahr, zwei Jahre so lange, bis der Jäger sich verheuathet hat Du suchst nach Ausflüchten! schallte e2 ihr drohend entgegen. Nein, niemals. Meinen Schwur, Dein Weib zu werden, den halte ich. Willst Du mir aber das nicht zugestehen gut; dann gehe hin und thue was Dir Deine Rache vorschreibt. Mich hast Du dann für ewig verloren, Der Zigeuner wand sich in Wuth und Schmers. Er fühlte sich überlistet. hatte aber doch nicht die Kraft, das. was er schon in Händen zu haben glaubte, fahren zu lassen. Es kostete ihn einen schweren Entschluß, als er finster rief: Dein Wille soll der meine sein. Wenn Du aber suchst mich zu hintergehen, so stirbst Du von meiner Hand. Auch das schwor' ich be: den Gebeinen meiner Mutter," setzte er wuddrohend hmzu. Auch Dein Wille soll der meine sein," entgegnete, den Blick schwermu thig auf das verglimmende Abendroth richtend, das Mädchen. Was auch kommen möge; meiner bist Du sicher. Mit diesen Worten schritt sie langsam

wankend, leicht mit dem Kopse einen

Gruß winkend, der Thüre zu. Dem Janosch war es, wie wenn plötzlich Nacht um ihn geworden wäre, wie wenn sie alles Licht bei ihrem Gehen mit sich genommen hätte. Aber dennoch nibclte und frohlockte er. In die Träume der Nacht mengte sich wild ihre Gestalt. Wollte er sie aber greifen und an sich Pressen, so zerfloß sie in wallenden Nebel, ihn m rasender Sie bessehnsucht zurücklassend. Ter Gwandtner-Bauer schien selbigen Abends, als es sich um den Vierzehnender handelte, seht vergnügt zu sem. Er saß unten m der Stube und sprach von der Grummeternte. Das war etwas, das schon lange nicht mehr vorgekommen war, denn sur gewöhnlich kümmerte er sich um nichts mehr. was in der Hofwirthschaft geschah. Die Bäuerin horchte hoch aus. Gott sei Dank, daß er nach so langer Zeit auch wieder wie ein Bauer denkt." war ihr Stoßseufzer unö Gebet. Sie war eben bescheiden geworden. Auch die Dienstboten stießen sich mit den Ellenbogen an und warfen sich Seitenblicke zu. Das hieß aber: Um Gottes willen! der Bauer wird doch nicht anfangen, sich wieder um sein' Sach' zu kümmern!" Midei hatte eine Handarbeit vor sich. aber die Stiche gingen mehr in die Finger als in den Stoff. Der Bauer merkte eö und sagte m seiner alten Laune lächelnd, während er ihr lieblosend über den Kopf strich: Patscherl! Nicht in die Finger stechen, sondern in's Zeug. Blutstropfen, auf der neuen Leinwand bedeuten eine traurige Brautschaft . Er fühlte sein Kind unter dem Drucke seiner Hand erbeben und bei seinen Worten schauerte sie. Ueber die bleichen Lippen kam aber kein Wort. Der Bauer fühlte sofort, daß er ihr weh gethan hatte. An die Geschichte mit dem Forstgehilfen, die ja doch schon längst aus war, dachte er gar nicht mehr, indem er von der traurigen Vrautschaft sprach. Aber das Mädel war so eigen. Ganz zusammengefahren ist sie und ich müßt' mich schwer täuschen! gezittert hat's, wie ich von der traurigen Brautschaft g'redt hab. Sollt noch kein End hergeh'n mit der dummen Liebschaft? Da ist aber was gut dafür, daß die Bäum net in Himmel wachsn. Der Gewandtner-Bauer ist auch noÄ da! Und kein Jäger kriegt sie net, das hab' ich " Ter Bauer brach schnell ab in diesem Cedankengange. Mußte ihm doch auf einmal so Verschiedenes durch den Kopf fahren, was ihm die Stirne unmuthiq furchte. Seine gute Laune war mit einem Schlage weg, und eine duftere Sckwermuth, die in em ausqesprochenes Angstgefühl überging, bemachtlgte sich des Mannes. Wortlos und mit schweren Tritten ging er nach seiner Kammer. Dort sank er aus das alte, ledergepolsterte Sofa und stierte in der Dunkelheit vor sich hm. Die Gedanken seines Gehirns, welche sich anfangs wild jagten und überstürz ten, formlos durcheinanderwogten und peinigend waren durch ihr Ungestüm und ihre Massen, begannen sich nach und nach zu ordnen und feste Gestalt zu bekommen. Damit traten sie aber deutlich aus dem Gedächtnißdunkel heraus und standen da im Lichte der Selbsterkenntniß als harte Vorwurfe und bittere Reue. Noch niemals war es so über den Bauein gekommen. Das war das erste Mal, daß er überhaupt ernstlich über die Lage, in die er sich und die Seinen gebracht hatte, nachdachte. Er fuhr sich mit der Hand über die Stirne, als wollte er die bösen Gedanken zurückscheuchen. Vergeblich. Sie waren auf gestiegen und behaupteten ihr gutes Recht, so weh dies auch thun konnte Ja, die Jagdleidenschaft, die Jagdlei denschaft. die war's! Die trug die ganze Schuld. Konnte er dafür; war das nicht etwas, das in ihm lag? Hatten die Forstleute ihm seine Jagd ge lassen, so hätte er nicht nöthig gehabt, ihre Hirsche niederzuschießen. Er war auch kein Wilderer, wie sie sonst vor kommen. So ein Kerl schießt nur d:2 Gewinnes halber; dem ist es um Geld oder Fleisch zu thun. Jedes Stück ihm deshalb recht. Ob Schonzeit ode nicht er wildert. Das that aber er. der Gwandtner Nicht. Streng hielt er die Schonzei ein und niemals hat er einen schwache? Nehbock oder geringen Hirsch geschossen Auch nicht berührt hat er das Wild, Sozusagen hat er ihnen eine Arbeit erspart; sie brauchten nicht zu schießen und bekamen doch Wüdpret. Wenig davon ist verloren gegangen Damit dies nicht geschah, dafür wa' der Gwandtner schlau genug. Wie of hatte er nicht' einen d:r Forstleute ge radezu den Weg zu den von ihm ge schossenen Stücken gezeigt! Das ging einfach so zu: Oft begegnete er einem Jäger und sie sprachen miteinander von der Jagd und besonders von dem ge fährlichen Wilddieb. Dann kam ge wohnlich die Frage: Gwandtner. has! kein' Schuß a'hört?" Und wenn's dann nöthig war, hatte der Gwandtne eben einen gehört; da und da; an der und jener Wand; an der Alpspitz ode auf der Seiten im Höllenthal. Wie es halt so kam. Und weil der Gwandtner bekann war als einer, der von der Jagd etwas versteht, so glaubten ihm auch die Jager und fanden dann fast jedesmal, was ue suchten. Ja. wenn dazumal der Gewandtner

net g'wefen wär,' der immer mit offene Luser 'rumläuft, hätt'n wir wahrhaf.

tig den g'frevelten Zehner net g sunden," sagten sie und fragten bei der nächsten Gelegenheit . gleich wieder, ob der Gwandtner nicht hätt' schießen hören. Der Bauer lächelte höhnisch und überlegen. Die dummen Tröpf'!" murmelte er vor sich hin, Augen Haben's keine im Kopf und was ausspekuliren.könnens auch net. Nix leichter, als denen ihre Hirsch' zusammenpfeffern. Alle wollte ich'ö ihnen vor der Nas' wegputzen. Das könnt' lang' anstehen, bis der Teufel einmal so ein' Grünkittel zufällig dah?rführt. Aber dann " Ein unbehagliches Gefühl überkam den Bauern; den Gedanken mochte er nicht vollends zu End' denken. Hatte er doch heute bei dem Vierzehnender schon das Gefühl gehabt, als ob jemand hinter ihm stünde. Lächerlich! Wer hätte das sein können? Der Jäger, der das Revier begeht, also der FischhaberFranzl, das wär' 'ne schöne Geschichte! Dummes Zeug. Hätt' ihm der Fischhaber zugesehen, so würd', es entweder geknallt haben einer oder der andere hätt' die Augen zug'macht oder: er wär' überrumpelt worden und brummte heute als Wilderer im Gefängniß. Mit einem Rucke raffte stch der Bauer gewaltsam auf. Wie man nur auf solch'S Zeug kommen kann? Da ist die Finsterniß dran schuld müd' bin ich auch. War keine Kleinigkeit, heut' bei dem Sturm durch's Höllenthal heim." Als das Licht brannte, konnte er stch nicht enthalten, eine Lade seiner Kommode herauszuziehen und sich am Anblick des Inhaltes zu weiden. Der Bauer zählte: ..Eins zwei vier fünf! Eins ist droben in der alten Vuch'n eins auf der Gamsleit'n unter dem großen Dachskoppen eins auf der Ochs'nalp eins am Kramer eins hinterm Altar das heißt: innendrein in der Kapell' .auf dem Antoniberg eins auf der Elsteralm Richtig, fehlt noch eins auf da? ganze Dutzend. Werd' ich mir noch nachschaffen, wenn ich wieder nach München komme. Der alte Lump, der Büchsenmacher in der Au, wird schon wieder was sein 3 ausdenken." ' Wohlgefällig betrachtete der Bauer die verschiedenen Waffen, die ; ihren Zweck nicht immer durch das Aussehen verriethen, wie z. B. ein Regenschirm, dessen Stock der Lauf war, der durch die Vorrichtung im Griffe entladen werden konnte. Eine Holzhacke war ähnlich konstruirt. Man brauchte nur das Elienstuck zuruckzuklappen. m wel chem sich das Gewehrschloß befand und eine anlegbare, scharf schießende Büchse war fertig. Auch Abschraubgewehre zum Einstecken waren in der sonderbaren Sammlung. Wie oft war der Gwandtner schon den Forstleuten beqegnet und hatte da bei eine dieser Waffen je nach Witterung und Bedarf in der Hand getragen. Fiel den dummen Kerls gar nicht ein. Unraiy zu wittern und woll ten doch so scharfe Nasen haben! Frei lich wäre er mit weniger ausgekommen. Wenn man aber sicher gehen will, dars man das Geld nicht sparen, und viel Geld hatte ihm das Zeug gekostet, wohl mehr als tausend Gulden. Der alte Lump, der Büchsenmacher, läßt sich halt gut zahlen. Thut nichts, die Weiber sollen nur tüchtig sparen und mich g'freut's!" war oft sein Gedanke., Schmunzelnd schloß er die Lade und verimkte den Schlüssel in seinen leder n?n Geldbeutel. Die batte aucb ein englicyez tschiojz, oas lern anoerer sperrte. Der Gwandtner schlief selbe Nacht sehr gut und träumte nur von kapitalen Hirschen und kurzsichtigen Forstleuten. Das gleiche war bei seiner Tochter nicht der Fall. Midei befand sich in furchtbarer Erregung. Wie un endlich schwer fiel es ihr schon, die Mutter, die em sehr scharfes Auae besaß, nichts davon merken zu lassen und was kam erst morgen? Sie als Kmd sollte vor den eigenen Vater tre ten, ihn einer Reihe von vechängnißvollen Thaten beschuldigen und ihm den Schwur abnehmen, fortan auf dem richtigen Wege zu bleiben. Dann die Liebesstunde mit Franz. O Gott, sie war ihm ietzt doch zu soviel Dank ver pflichtet, und was kannte sie ihm dafür bieten, ols alles, alles? War es ein Unrecht? Nein, gewiß nicht. Die Liebe, die sie ihm zeigte, mußte ihn hinwegbringen über den Gedanken, etwas unterlassen zu haben, was zu thun seine Pflicht gewesen wäre. Er mußte es vergessen, und dieses Vergessen konnte nur von ihr ausgehen. Wenn der Jäger standhaft geblieben t. - o V r CY . . l rvt I 1 yf 1 waic, was vaun s iuuä oem zeil halten sie den Vater geholt und von der Schande, die daraus entstanden wäre. wurden sich alle mmmer erholt haben: jede Hoffnung, einst das Weib des Franzl zu heißen, wäre wie Seifenblasen im Wmde zerstoben. Der Franzl wird vergessen; er wird später gar nicht mehr oder nur daran denken, wie an einen Traum. Aber sie kann er nicht mehr vergessen;' seine Ehre, ihre Ehre, ist m seiner Hand uno er wird darnach handeln. Schlaflos, mit brennenden Augen, lag sie die ganze Nacht. Als der Tag graute, verließ sie das Lager und begann aufmerksam zu horchen, denn dann stand auch der Bauer auf und nicht selten war es. daß er gleich dar auf seine Streifzüge antrat.

Schwere Tritte, die sie nur zu wohl

kannte, kamen die Treppe herunter und bewegten sich nach der Kammer zu, die im unteren Stockwerke lag. Die Bäuerin wirthschaftete bereits im Stalle. Tas Herz pochte ihr ungestüm, als sich Midei in des Vaters Stube begab, die sie sonst selten betrat. Unvermuthet war sie kommen, und davon überrascht, warf der Bauer die Lade mit seinen Gewehren heftig Zu: .Was willst Du? Hat man denn keine Ruh' und Fried'? Wenn ich was will von Dir, so ruf' ich. Mach', daß Du weiter kommst an die Arbeit!" herrschte er sie an. Mideis Gesicht war weiß wie eine Kalkwand. Schon wieder war ihr Vater im Begriff gewesen, semem boten Gewerbe nachzugehen. Das Zuwerfen der Lade geschah nicht schnell genug, um sie nicht die Gewehre erkennen zu lassen. Verzeih, Vater, ich muß etwas Wichtiges mit Dir reden." Etwas Wichtiges! Jetzt hab' ich keine Zeit. Mach', daß Du weiterkommst!" Du wirst Zeit haben, ich " Seit wann befehlen die Kinder ihren Eltern? Ich will nicht, und jetzt marsch!" Wenn der Vater auf dem Wege ist, ein Verbrecher zu werden und nicht sieht, was er sich und feiner Famili' damit thut, dann ist's Pflicht, wenn man ihn abhalten will." Der Vater taumelte zurück, als wenn er einen Schlag erhalten hätte. Was red'st für ungereimtes Zeug. Wer wer will ein Verbrecher werd'n was willst damit sag'n?" Midei war einige Schritte näher getreten und hatte die Hand auf den Arm ihres Vaters gelegt. Ihre Augen blickten ihn dabei voll und durchdringend an. Er senkte die seinen zu Boden; diesen Blick konnte er nicht aushalten. Was willst damit sagen?" stieß er nochmals, aber mit bleichgewordenen Lippen heraus. Ich will sagen, daß der Wilderer, der das ganze Forstamt unsicher macht, entdeckt ist." Was geht das mich an?" Sehr viel, denn der Wilderer bist Du." Net wahr ist's! Wer kann das sagen?" würgte der Bauer, und seine Faust, die er auf den Tisch stützte, zitterte. Leug'n nicht. Vater!" sagte Midei ruhig, aber zürnend. Ist's nicht genug, daß Du zum Wilderer 'worden bist, mußt Du auch noch die Lüg' auf Deine Scel' laden?" Der Gwandtner stöhnte und biß die Zähne zusammen. Jetzt erst kam das Gefühl der Schmach in ihm auf, so vor seinem eigenen Kinde zu stehen. Du bist gesehen und erkannt worden. wie Du gestern den Vierzehnender 'schössen bast." Wer wer hat mich dabei g'sehen?" Einer, den Du hart und unrecht behandelt hast der Fischhaber-Franzl." Also der !" keuchte der Bauer. Und also jetzt werden's kommen und mich in Ketten einliefern; fortführen aus meine Bera' aus mei'm Wald, die mein einziges Leben sind, und emsperr'n in cm' finstern Kerker. Lie ber den Tod!" Wild sprang der Bauer auf den Kasien zu, an welchem noch der Schlüssel steckte und riß die Lade auf. Aber Midei hatte diese Wallung fast vorausqesehen. Sie warf sich oazwifchen und schob mit mächtigem Rucke ihren seiner selbst nicht mehr machtigen Vater rücf. Wie eine Göttin der Vergeltung rief sie ihm zu: Nicht genug der Schand'! Auch das noch! Zurück und hör mich wei ter!" Aufächzend fank der Gwandtner auf einen Stuhl und schlug die Hände vor das Gesicht. In Fieberschauern erzitterte sein starker Korper. Hör mich! Der Fischhaber-Franzl hat Dich beim Wildfrevel aus frischer That ertappt, aber er schweigt, er zeigt Dich nicht an. Er schweigt und zeigt mich nicht an " sagte der Bauer und sah un gläubig, mit stierem Ausdrucke auf seine Tochter, als ob er etwas vernehme, das er unmöglich verstehen und glauben könne. Er zeigt mich nicht an " wiederholte er nochmals dumpf. Nein, er zeigt Dich nickt an. Und warum? Es sind doch jonst die Jäger schnell dabei, wenn sie einen armen Teufel und besonders so einen wie mich in s Ungluck,brmgen können. Davon ist nicht die Red'. Das thut kern ehrlicher Mensch. Wenn's der Fischhaber-Franzl unterläßt, so hat er tirv andern Grund. Und welchen?" forschte der Bauer weiter, der seine Fassung nach und nach wieder gewann. Welchen!" wiederholte Midei. der das Blut in heftigen Wellen in's Gesicht fchoß. Welchen! Das kann Dir ja gleichgiltig sein; sei froh, daß es so und nicht anders ist." Ich muß wissen warum, denn sonst kenn' ich mich net aus, was ich mich von ihm zu versehen hab'," drängte der Gwandtner. No', wenn Du's denn wissen willst wegen mir sckwelgt er. -Ah!" machte er. Daß ich daran nicht denkt hab'. Hätt's ja wissen können, wie theuer so ein Kerl seine Pflicht verkauft. Aber " fuhr er auf, dar-

aus wird nichts wenn er nichts an ders weiß, soll er hinzeh'n und " . (Fortsetzung folgt.)

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