Indiana Tribüne, Volume 29, Number 270, Indianapolis, Marion County, 9 July 1906 — Page 1

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C5rs4jcint feden Nachmittag. Jahrgang 29. Indianapolis, Ind., Montag, 9. Juli 1906. No. 270. ' i

Der ProzeK gegen die Berkanser vou geöoktertem Fleisch beginnt Mittwoch. Alle nothwendigen Vorbereitungen sind getroffen worden, um die ange klagten Fleischhändler, welche daS Reine NahrungSmittelgeseb" verletzt haben, zu überführen und zu bestrafen. StaatSanwalt ChaZ. P. Ben'dict wird die Angettagen vertreten und wird durch Sachverständige nachweisen, daß die in den verkauften Fleischsorten ge fundenen Chemikalien für den mensch' lichen Organismus schädlich und ge fährlich find. ' Der Fleischer Harry Matzle wird von den angeklagten Jleischhändlern als Erster seinen Prozeß zu bestehen haben. Seine von ihm engagirten RechtSbei stände find die Anwälte Michel Ryan, John RuckelLhauZ und M. M. Bach helder. Sein Prozeß wird am nächsten Mittwoch zur Verhandlung aufgerufen werden.

Im Canal ertrunken. Der Leichnam des Michael Flynn von 41 Süd Blackford Str., wurde am Montag Morgen um halb acht Uhr im Canal westlich von Blackford Str. gefunden. Der Polizei ist eö bisher noch nicht gelungen, die Umstände die fe Todesfalles aufzuklären. Flynn war ungefähr 55 Jahre alt und hatte bis Samstag Nachmittag in Ktngan'ö Fleischpackerfabrik gearbeitet und seit dieser Zeit war er verschwun' den und Niemand hat ihn mehr gesehenEr hatte am Donnerstag in der vorigen Wache seinen Lohn ausbezahlt erhalten und in den Taschen der Kleider deS Leichnams wurde auch Geld gefunden, so daß dadurch ein Raubmord auSge scklossen wird. Ueber den Canal wo 1 r (i der Leichnam gefunden wurde, läuft eine Eisenbahnbrücke und wahrschein, lich ist er in der Nacht von Samstag auf Sonntag von derselben in'S Waffer ge fallen und ertrunken. Die Leiche wurde nach der Stadt-Morgue gebracht. Junge Frau gesucht. Die 13 Jahre alte Frau Leopoldlne Kurz verließ am 4. Juli das Home of Eood Sbevberd. an Meridian und Ruymond Str. und ist seitdem ver schwunden. Ihr Mann, John Kurz, mit dem die Frau sich vor einem Jahre in Wien. Oesterreich, verheiratet hat. ersuchte die Polizei, nach der Ver schwundenen zu suchen. Frau Kurz ist sehr religiös und ihr Mann glaubt, daß ne in irgend ein ttlofter oder zu einem Kranlenschweftern'Orden gegen gen ist. Die Frau ist eine hübsche Blondine und eine Belohnung wird dem bezahlt, der die Zeökae Adresse der Frau Kurz an Frl. L. Jsadore, Si fterS of the Good Shepherd. einschickt. Die Polizei scheint jetzt ihr Augenmerk auf die Besitzer der Schuh Putzplätze zu richten, welche vor einiger Zeit mit derselben in Konflikt gerathen find, weil sie ihre Untergebenen in un menschlicher Weise behandelt hatten. Gestern acretirte der Beamte Hanlan Jameö CvanS. 21 Jahre alt, 509 S. Illinois Str.. JameS Chriftofuld, 46 Jahre alt, 22 Süd Illinois Straße, William Mentis, 35 Jahre alt, 40 Süd Illinois Straße und Christ. Scotis, 37 Jahre alt, 214 West New Vork Straße, well fie am Sonntag arbeiteten und dadurch den Feiertag schändeten. Edward Norley, 24 Jahre alt, 1002 Ashland Ave., John Beam, 22 Jahre alt, 1530 Oft 16. Str.. der Neger Eeorge Cork, 53 Jahre alt, 1617 Alvord Str., und der 14jührige Cd ward Taylor, 1324 DandeS Straße, hatten fich in einer Fabrlk an der Mass. Ave. zu einem Würfelspiel eingefunden. Eifrig wurden die Würfel ge worfen, wobei die Spieler recht hitzig und laut wurden. Der Lärm wurde von den Blauröcken auf der Straße gehört, welche die Spieler überraschten. Spieler und Würfel wanderten nach der Polizeiftation.

22. Tagslltzmig

Des Nordamerikaniscken Tur. nerBundes. In Newark, N. F.. vom Bundcssprccher Lieber eröffnet. (TpeciZl-Depesche von Bundes-Schriftwart Peter Scherer.) Die 22. Tassatzung deZ Nordameri konischen TurnttbundeZ wurde am Sonntag Vormittag um 9 Uhr durch den BundeSsprecher Herrn Hermann Lieber eröffnet; 204 Delegaten find an wesend. ach Er W X? STnnl nhtmn KrHf vlnrfin.r' I fü " .u,?... Emil Höchster. Chicago; Zweiter Vor. fitzer: Hy. Metzner, New York; Erster Sekretär: August Vuchjzolz. Pittsburg; Zweiter Sekretär: Wm. F. Kramer, Dayton. Ohio. überreichte Sprecher Lieber den Jahresbericht des BundesVororts und hielt darauf folgende mit großem Beifall aufgenommene An spräche an die Delegaten: Delegaten zur 22ten Tagsatzung : Ueber den Stand des Nordamerika nischen TurnerbundeS, wie eS in demselben heute aussieht und über die Thätigkeit deS Bundesvororts giebt Ihnen letzterer in seinem diesjährigen Jahresberichte ausführlichen Aufschluß. Die statistischen Tabellen wurden mit großer Sorgfalt zusammengestellt, und außerdem gewährt der Bericht einen Ueberblick über die Ereignisse, die fich während der letzten zwei Jahre im Tur nerbunde abgespielt haben. Ferner enthält der Bericht eine Reihe von Vorschlägen und Empfehlungen seitens Ihres Vororts, insbesondere in Bezug auf den Ausbau des Turnleh rerseminarS, die wichtig genug find, um für sie die ganze Aufmerksamkeit der Tagsatzung zu fordern. Unter der fähigen Leitung deS Semi narausschusseZ und der pflichtgetreuen Führung deS technischen Leiters, George Wittich, hat unser Turnlehrerseminar ermuthigende Fortschritte gemacht und wir sehen keinen Grund vorhanden, weshalb dasselbe nicht in wenigen Iah. ren zu den besten Seminaren des 2 an des gemacht werden kann, ohne das größere finanzielle Opfer nöthig wären, als fie der Turnerbund bisher gebracht hei. Die Heranbildung tüchtiger Lehr kräste bleibt für den Turnerbund eine Lebensfrage, sowie eine Nothwendig keit für die Einführung, beziehungs' weise die Erhaltung deS deutschen TurnsyftemS in den öffentlichen Schulen unseres Lande. Der Turnunterricht faßt im ameri kanischen Schulwesen jeden Tag festeren Fuß. Die vor Jahren noch ungeahnte Ausbreitung des Turnens zeigt uns, daß eS den engen Pfad der MuSkelauS bildung verlassen hat und stch auf im mer breiterer BafiS weiterentwickelt. Die Wechselwirkung zwischen einem gesunden und. gekrüftigten Körper und geistiger Thätigkeit findet heutzutage nicht mehr bloße theoretische Anerken nung. AuS unserem Turnlehrerseminar müssen deshalb Lehrer hervorgehen, die beide Gebiete vollständig beherr schen. AlS ein weiterer Schritt.unsere Turn lehrer auf der Höhe der Zeit zu halten, darf der FortbildungSkursuS bezeichnet werden, welcher in den nächsten zwei Wochen in Chautauqua abgehalten wird. Die Thatsache, daß ungefähr 35 unserer strebsamen Turnlehrer fich als Thellnehmer gemeldet haben, mag als Beweis gelten, daß der technische Ausschuß ein gutes Programm für den Kursus aufgestellt hat. Solche Fort, bildungskurfe sollten feststehende Ein richtungen deS Bundes werden. Zur Eröffnung der Pittsburger Tagsatzung sagte ich bezüglich deS damalS bevorstehenden BundeSturnfeftcS: Indianapolis ist eine von den mit tekgroßen Städten, in denen ein Turn fest nicht verschwindet. Die Stadt mit

ihren breiten und wohlgepflegten Straßen, ist eine der schönsten im Lande. Ihre Bevölkerung bringt den Turnern viel Sympathie entgegen. Während der Festtage bietet daZ Deutsche HauS ein Hauptquartier, wie man eS schöner kaum fich denken kann. Und schließlich ist daS 29. BundeSturn fest dem Sozialen Turnverein über tragen einem Verein, der noch nie etwas übernommen hat, das er nicht mit Ehren durchführte." ES darf wohl heute gesagt werden, daß wir oor zwei Jahren nicht zu viel verspochen haben. Fehlerfrei war auch diese Turnfest nicht. Jedoch alles in allem genommen, darf cS zu den Festen gerechnet werden, auf die der Turner

' bund mit besonderer Befriedigung TITTS fflrnhArtrtnXnmiHtf ftnt rnf1 KrtS 43 -yiv uyjutivuuiiitit yu ujuyi vu: letzte Turnfest besondere Erfolge aufzu weisen. Dies beweist nicht nur das Interesse, welches die große Masse der Bevölkerung von Indianapolis für das Fest zeigte, sondern auch die begeisterte Anerkennung hochgestellter Personen, von denen die Zuschriften Einzelner im Jahresberichte zum Abdruck gebracht find. Der Deutschen Turnerschaft gebührt r . . ganz oesonoere Anerkennung sur ott Beschickung des Festes durch eine muster giltige Riege, zusammengesetzt aus kräftigen Gestalten der deutschen Ju gend; die deutsche Riege gab dem Feste einen besonderen Reiz und bot zugleich einen vortresflichen Anschauungsunter richt für die Vorzüge des deutschen TurnsystemS. Möge der Besuch der deutschen Tur ner auch für deutsch'turnerlsche Jnteres sen nicht unnütz gewesen sein und möge fich deshalb von jetzt ab ein engerer Verkehr zwischen deutschen und ame rikanischen Turnern entwickeln ! Die vernichtende Naturgewalt, von der San Francisco heimgesucht wurde, hat Schrecken, Unglück und Noth über Hunderttausende gebracht. Nachdem unsere Mitglieder Gelegen heit hatten, fich an der allgemeinen Hilfeleistung zu betheiligen, hielten wir es für Pflicht des Nordamerikanifchen Turnerbundes, daß er den bundestreuen Mitgliedern an der Pacific Küste be sonders deiftehe. In diesem Sinne erlkeßen wir einen Appell an die Vereine, Sammlungen zu veranstalten. Eine Anzahl von Vereinen hat so weit unseren Erwartungen entsprochen. Wir hoffen, die Tagsatzung wird Vorkehrungen treffen, damit der HilfS fond eine Höhe erreicht, wie man von einer Organisation, wie der unsrigen, erwarten darf. Turner, laßt uns auch diesmal zei gen, daß das Wort Turnbruder" kein leerer Schall ist. Bei der Abstimmung über die Frage: Soll der Turnerbund in seinen Grundsätzen und Forderungen die bürgerliche Gleichberechtigung der beiden Geschlechter befürworten 7" wurde die selbe mit 3,499 gegen 2.031 Stimmen verneint. Wie sehr das Resultat die eine Seite befriedigen und die andere Seite unbefriedigt lassen mag, wollen wir dahingestellt sein lassen, aber über die geringe Betheiligung an der Ab stimmung müssen wir unser Bedauern auZsprechen. Die Frauenfrage ist eine Frage, die der Gegenwart angehört, und man sollte von jedem Turner, der auf Bildung Anspruch macht, erwarten dürfen, daß er fich über diese Frage eine Meinung gebildet hat. Diese An nähme scheint jedoch bei der großen Zahl der Mitglieder unseres Bundes unberechtigt zu sein, angesichts der Thatsach?, daß fich nur 15 Prozent du Mitgliedschaft des TurnerbundeS an der Urabstimmung beiheiligten. Die Pittsburger Tagsatzung ersuchte die BunkseSverelne, fich dem, ihnen zu nächst gelegenen Centralverbande deut scher Vereine anzuschließen, nnd, wo noch kein StaatSverdand exiftiren sollte, einen solchen in'S Leben zu rufen. Seitdem hat der Nationale Verband deutscher Vereine feine dritte Jahres Versammlung im Oktober letzten Jahres in Jndianapallö abgehalten. Die auf der Tribüne wie in den GeschäftSver

fammlungen gesprochenen Worte zeug ten von einem frisch auflebenden Geiste und fanden Widerhall im ganzen Lande. DaS von dieser Versammlung aufgestellte Programm kann ganz und voll von jedem Turner unterzeichnet werden. ES enthält Vieles, was der Turnerbund fchon seit seiner Gründung anstrebt. Wir begrüßm deshalb den neuen Streitgenossen auf das freundfchaft lickste und erhoffen für ihn eine recht praktische Thätigkeit. Während nun der Nordamerikanische Turnerbund stets bereit ist, mit anderen für deutsche Be strebungen einzutreten, die auf ameri kanischem Boden ihre Berechtigung ha ben, so darf er aus der andern Seite die Ziele nicht aus dem Auge lassen, die ihm vor 56 Jahren seine Gründer vor. gesteckt haben. Er muß, wie er im ersten Paragraphen seiner Grundsätze bekennt, eine Organisation sein und bleiben, deren Aufgabe eS ist, freiheit liche und fortschrittliche Anschauungen zu fördern. Ob unser Bund seinen guten Ruf, den er fich in dieser Beziö' hung seit einem halben Jahrhundert erworben hat, behalten wird, darüber werden manchmal Zweifel laut. Sollte dieser pessimistische Zweifel seine Be rechtigung haben? Wir glauben nicht.

Vor einem Jahrzehnt wurde uns prophez:it, daß eS mit dem Turner bunde bergab gehen würde. Heute aber steht er so festgegliedert da, wie je zu vor und in seiner praktischen Thätigkeit hat er nicht unbedeutende Erfolge aus zuweisen. Freilich mit dem Absterben hervor ragender deutscher Männer in und außerhalb deS TurnerbundeS, denen die wenigen, noch übrig gebliebenen bald folgen werden, muß der sog. 43er Periode eine andere folgen. Und mit der neuen Zeit kommen neue Männer, dirmll jugendlicher Begeisterung und echten ManneSmuthe den ewigen Kampf um die Freiheit fortführen werden. Wir müßten das Vertrauen in un fere gute Sache verlieren, wenn wir der heranwachsenden Jugend unser Ver trauen versagen wollten. Ihr gehört die Zukunft deS Nordamerikanischen TurnerbundeS. AlS ihre Führer wer den fich Männer zeigen, die den fort schrittlichen Sinn auf allen Gebieten des Lebens ererbt und mit den guten Eigenschaften deutscher Abstammung zugleich auch die Vorzüge des tüchtigen Amerikaners besitzen. Während wir nun berechtigt find, frohen Muthes in die Zukunft gU schauen, so wollen wir nicht vergessen, eingedenk zu sein, was wir den Mün nern schuldig find, die, wie der Redak teur unseres BundeZorganS, mit ju gendlicher Kraft noch im hohen Alter für die Ziele deS Nordamerikanifchen TurnerbundeS eintreten. Wir, die wir feit den letzten acht Jahren unsere Amtspflichten nach besten Kräften erfüllt haben, treten zurück mit dem Gefühle deS innigsten Dankes für daS uns geschenkte Vertrauen und mit dem Wunsche, daß unseren Nachfol gern dasselbe Wohlwollen zu Theil werden möge, dessen wir unS zu er freuen hatten. Zum Schlüsse bitte ich Sie mit mir einzuftimen, in ein kräftiges Gut Heil auf das fernere Gedeihen des Nord amerikanischen TurnerbundeS. Der zweite Sprecher, Professor Ro bert Nix, berichtete darauf über die Ar beiten deS Ausschusses für geistige Be ftrebungen und hob in seinem Berichte r. i.iri j?j. vl- c w. ..?. rr uaulil att oic auneroroeninmeil zz folge deS Turnlehrer Seminars in Milwaukee hervor. Auch Herr Professor Nix erntete reich lichen Beifall für seine Ausführungen. Nach dem Mittagessen, welches von den Delegaten gemeinsam in der Turn halle eingenommen wurde, ernannte der Vorfitzende in der Nachmittags Sitzung die verschiedenen Ausschüsse, die daraus in Berathung traten. Das Wetter hier in Newark ist sehr schön und kühl. Am SamStag Abend fand ein großer Empfang der Delega ten in der Turnhalle statt. Zum er sten Male in der Geschichte NewarkS würd: um 12 Uhr Abends der .Deckel

zugeklappt". Den Delegaten konnte die jedoch ziemlich gleichgültig bleiben, da in der gastlichen Turnhalle für ihr leibliches Wohl in bester Weife gesorgt war. Am Sonntag Abend war großer EommerS, dessen viele Klippen von der JndianapoliSDelegation glücklich um schifft wurden; AlleS ift wohl. Am Montag Vormittag um 9 Uhr wird die zweite Sitzung der Tagsatzung eröffnet werden.

Mord aus Eifersucht. Zunger Neger erschießt seine Krau. Mörver gleich nach ver That verhaftet. Die Ecke der Senate und Jndiana Avenue war gestern Abend etwa um 7:15 Uhr die Scene eines schrecklichen Verbrechens; der 25 Jahre alte Neger Aaron Morton, 615 Jndiana Avenue wohnhaft, feuerte auf feine 23iährige Frau Mattie aus einem 32.kalibrigen Revolver drei Schüsse ad, die sämmt lich trafen. Die tödtliche Verwundung wurde durch eine durch die linke Achsel höhle in's Herz dringende Kugel verur sacht. Der Tod trat fast augenblick. lich ein. Die auf der Straße befindlichen Far bigen Tom Logan und Si Pritchard, welche den Vorgang mit angesehen hat ten, warfen sich sofort auf den Mörder, entwaffneten ihn und hielten ihn bis zur Ankunft der Radler Polizisten Hull und Mullin fest. Da die sich so fort ansammelnde große Menschen menge eine recht drohende Haltung annahm, schassten die Beamten ihren Ge fangenen nach dem Spritzenhaus No. 1, von wo er durch die bald darauf ein treffenden Leutnant Sandmann und Sergeant Voylan durch die Hinterthür nach ihrem Wagen und dann nach der Polizeiftation gebracht wurde, während die wüthende Menge, die sich zu der Zeit in dichter Masse von der Senate Ave. bis zur Michigan Straße ange sammelt hatte, unter den Rufen: Hängt ihn-, Schießt ihn todt- die Vorderthür zu sprengen versuchte. Erst als ihnen klar wurde, daß ihnen von der Polizei ein Schnippchen geschlagen war, beruhigten sich die Ausgeregten und zerstreuten fich. Die Leiche der Ermordeten wurde zu erst nach der städtischen Leichenkammer und von dort nach dem VeftattungS Etablissement von Shelton und WilleS gebracht. DaS Motiv zur That war Eifersucht. Morton war mit seiner Frau seit etwa fünf Jahren verheirathet, lebte jedoch seit vier Monaten von ihr getrennt. Die Frau scheint die Trennung durch ihren leichtfertigen Lebenswandel ver schuldet zu haben. Morton sagte bei seinem Verhör in der Station aus, daß er seine? Frau dieserhalb öfters er folglos Vorstellungen gemacht und fie gebeten habe, zu ihm zurückzukehren und ein geordnetes Leben zu führen. Gestern gegen Abend beobachtete er die Frau wiederum, wie fie mit einem far bigen. Zahnarzte in dessen Wohnung verschwand. Als er ebenfalls in das HauS hineingehen wollte, soll die Er mordete die Thür von innen verschlos sen haben. Morton faßte darauf den Entschluß zum Morde; er wartete, bis feine Frau wieder auf der Straße er schien und beging die That. Die Eltern deS Mörders wohnen No. 621 Bright.Straße. Lu?sS CranachS Apotheke. ,Jn Wittcnberg. Provinz Sachsen, staib neulich der Inhaber der EranachApotheke. Apotheker Richter.. Er war ein Nachkomme des 1553 verstorbenen berührten Malers und Freundes Luthers. Lukas Eranach. Die EranachApotheke wurde von dem Mediziner Pollich, dem ersten Rektor der 1502 begründeten und 1817 mit der Hochschule zu Halle a. S. vereinigten Universität Wittenberg etablirt. Lukas Eranach kaufte die Aootheke im Jahre 1520 und erhielt vom Kurfürsten Friedrich dem Weisen von Sachsen, da er selbst nicht Apotheker war, das Recht, sein Privilegium durch seine Knechte" ausüben zu lassen. "

Sieben Personen erstickt. vorzügliche weizenernte im ganzen Staate.

Allerlei aus Jndiana. L a f a y 1 1 1 c. Frau Solomzn Gobba und sechs von ihren sieben ttin dern erstickten in der Freitag Nacht beim Brande ihres Wohnhauses. Be vor die Familie sich zu Bette legte. wurde das Feuer in der Küche auSge löscht. Etwas später ging Herr Gobba nochmals in den Hof und sah, daß das Haus brannte. Er und seine Frau liefen in's obere Stockwerk und wollten die dort schlafenden Kinder retten, aber sie wurden von dem Rauch ohnmächtig. Herr Gobba, der schon bis zum Fenster vorgedrungen war, stürzte durch das Fenster auf die Straße und verletzte sich erheblich. Die Mutter und sechs Kinder im Al. ter von zwei bis sechzehn Jahren erstick ten im Rauche. Das siebente Kind, die 14 Jahre alte Befste, war bei einer befreundeten Familie zum Besuch und entging dadurch dem Tode. Die Fa milie kam erst vor zwei Monaten von Rußland nach Amerika, um der russi schen Tyrannei zu entgehen. E o l u m b u S. Getreidehändler haben schon große Quantitäten Weizen aufgekauft und bezahlen einen guten Preis. DerZWeizen ist von auSgezeich neter Qualität und wiegt durchschnitt lich 63 Pfund per Bushel. Die mei sten Farmer haben 30 bis 40 Bushel, manche sogar 50 Bushel vom Acre ge droschen. Die Preise für guten Wei zen belaufen sich auf 75 Cents per Bufhel. T e r r e Haute. Richter Ro binfon vom AppellationSgericht cnt schied am Freitag Nachmittag, daß Mayor Bidaman kein Recht mehr habe, als Mayor dieser Stadt zu fun' giren, da er vom Stadtrath als abge setzt erklärt worden ist. Eomptroller Frank M. Buckingham ist jetzt gesetz licher Mayor und wird das Amt bis zum Herbst verwalten, bis in der nüch sten Stadtwahl ein neuer Mayor er wählt sein wird. Stadtrathsmitglied Emil Teltge von der ersten Ward soll ebenfalls abgesetzt werden, da er einer derjenigen ist, die stets auf Seiten des abgefetzten MayorS Bidaman wareu. Teitge ist Wirthschzftsbesitzer und in einer der Führer deS freisinnigen Ele ments in der Stadt. H a m m o n d. Auf dem griechisch katholischen Friedhofe in der kleinen Ortschaft Heßville hatten sich amSamZ tag Nachmittag sehr viele Griechen ver sammelt, die eine KreuzaufftellungS Feier abhalten wollten. ES kam unter den Anwesenden zum Streit, welcher bald in Thätlichkeiten ausartete, bei denen Messer und Dolche gebraucht wurden. Frank Mossar erhielt von Michael JuSko 'einen Dolchstich und wurde tödtlich verwundet. JuSko wurde verhastet und sitzt im Gefängniß, um den Verlauf der Wunde deS Mossar ab zuwarten. Keine Bürgschaft wurde von ihm angenommen. i Fort Wayne. Dr. Brügge mann, Sekretär der städtischen Gesund heitZ.Behörde, nimmt zur Zeit eine Untersuchung der hiesigen Schlachthäu ser und Fleischergeschüfte dsr. Proben von Fleisch und Schmalz aus den hie figen Geschäften und von den Farmern find gesammelt worden und werden an den StaatZ.EHemiker zur Untersuchung nach Indianapolis geschickt werden. ES wurde berichtet, daß der Sekretär der Staats Gesundheitöbehörde, Dr. Hurty, in Erfahrung gebracht habe, daß verschiedene die Schweinezucht be treibende Farmer dieses Eountys ihren Schweinen Leichen von erkrankten Thieren zum Fressen vorwerfen. Das Resultat der Untersuchung der Proben wird Dr. Brüggemann in einigen Ta gen mitgetheilt werden. Jaeov Ochulmeyer'ö eue Wirthschaft 1521 vhelby Otrake.