Indiana Tribüne, Volume 29, Number 269, Indianapolis, Marion County, 7 July 1906 — Page 6

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Europäische Nachrichten.

jJayern. München. Im bayerischen Allgäu an der Breitachklamm ereignete sich ein schweres Lawinenunglück. Joseph Rupp von hier, seine Gemahlin und deren Bruder wurden ungefähr in der Mitte der Klamm von einer Steinlawine überrascht, die von einer umgestürzten Tanne hervorgerufen wurde. Während sich Aspirant Tretter noch rechtzeitig retten konnte, wurden Rupp und seine Gemahlin völlig verschüttet und besonders Frau Rupp erlitt sehr schwere Verletzungen. Aschaffendur g. Kurz vor Vollendung des 90. Lebensiahres starb der Senior der bayerischen Justizbeamten Franz Karl Engl?rt hier, der vor vielen Jahren als der nächste und bestqualifizirte Bezirksgerichtsrath hier zum Appellationsrathe hätte vorrücken sollen, aber vorher in Pension trat. K u l m b a ch. Em in der MönchHofsbrauerei beschäftigter Arbeiter Christian Will wurde von emem Treöerwagen in der Grabenstraße derart an eine Hausmauer gedrückt, daß er kurz darauf starb. Landshut. Im hiesigen BahnHof wurde der Oberrangirmeister Simmerl belm Aufspnngen überfah ren und getödtet. Kürzlich verunglückte im Sebaldsbräukeller beim Bieraufziehen der verheirathete Braa meiste? Martin Dobllnger infolge Bruches der Sperrvorrichtung des Auszuges. Es wurde ihm die Schädeldecke eingedruckt, so daß der Tod sofort eintrat. Dem Oberburschen wurde ein Arm und der linke Unter schenke! abgeschlagen. Marktbreit. Auf der hiesigen Station wurde der Postbote Mclitor bei Ueberschreitung eines Geleises von einem Zuge überfahren und getödtet. Nürnberg. Dem auf dem h:esigen Rangirbahnhof mit dem Auffangen abgestoßener Güterwagen beschäftigten Bahnaushelfer Franz Däumer wurden von einem unbemerkt heranrollenden Wagen die beiden Füße oberhalb des Knöchels vollstänbig abgefahren. Regen sburg. Bahnassessor Ernst Rösl wurde am hiesigen BahnHof von einem Zuge überfahren und getödtet. Wurzvurg. Zun a. 0. Pro fessor ernannt wurde der Privatdozent für Chemie an der hiesigen Universität. Dr. F. Reitzensteln. Dem Korps Frankonia" hier wurde dieser Tage anläßlich seines :m Jull vongen Jahres gefeierten 100jährigen Jubiläums eine weitere hohe Ehrung zutheil: Kaiser Wilhelm II. hat sein Bildniß. versehen Mit eigenhändiger Namensunterschrift, in herrlichem Goldrahmen gewidmet. ZVUrttemverg. Stuttqart. Vor kurzem stürzte sich der schon seit längerer Zeit geistesgestörte Schreiner Bachmann aus seiner im 1. Stcck der Guten bergstraße 126 gelegenen Wohnung in den Hosraum, erlitt einen Schädelbruch und war sofort todt. Im Alter von 82 Jahren ist Geheimrath a. D. August v. Hofacker hier gestorben. B a ck n a n g. Vor kurzem wurde in der hiesigen Bahnstation der Zugführer Schick, der einen Güterzug von hier nach Crailsheim zu begleiten hatte, beim Ueberschreiten des Geleises von einem Rangirzuge überfahren und sofort getödtet. Es wurde dem Bedauernswerthen der Kops buchstäblich vom Rumpfe getrennt. Geißlingen. Das 4jährige Söhnchen des Rebenwirths Allgöwer jr. befand sich auf dem Bock eines von seinem Großvater, dem früheren Metzgermeister Chr. Allgöwer,geleiteten Metzgerwagens. Vor dem Gasthaus zum Reben zog das feurige Pferd plötzlich rasch an, und der Wagen kippte um, wobei der Knabe tödtliche Verletzungen erlitt; er starb kurz darauf. Langenburg. Die Wittwe Sperer erhängte sich in ihrer Wohnung in einem Anfall von Schwermuth. Nord heim. Kürzlich brannte das Wohnhaus des Kaufmanns Karl Siegmaier nieder. Die Bewohner konnten kaum das nackte Leben retten. Oberhausen. Der 63 Jahre alte Landwirth Philipp Stahlecker von hier hatte kürzlich am Waldrand nahe der Nebelhöhle die Hecken angezündet und wollte dann den Brand, der weitere Ausdehnung annahm. wieder löschen. Dabei singen seine Kleider Feuer, und der hilflose alte Mann konnte sich nicht mehr retten. Als man den Unglücklichen mit schweren Brandwunden bedeckt auffand, lebte er zwar noch, zedoch ist er wahrcnd des Transports nach seiner Wohnung aestorben. P lochin gen. Vor einiger Zeit wollte Kronenwirth Kemmler von Gonningen mit seinem 22 Jahre alten Sohn von einer größeren Reise in die Heinath zurückkehren: im Eisenbahn zuge wurde letzterer von heftigem UnWohlsein befallen, so daß der Vater sich genöthigt sah. die Fahrt hier zu unterbrechen, um seinen Sohn im Johanmter - Krankenhaus unterzu bringen. Kaum war dies geschehen. als der lunae Mann starb. Tuttljnaen. Kürzlich fiel

der 34iährige Flaschnergeselle' Lu'it

bold aus Biberach. der seit einiger Zeit hier in Arbeit stand, in betrunkenem Zustande rücklings die Treppe herunter und erlitt einen Schädelbruch. Bald darauf ist er im städtischen Krankenhaus seinen Verletzunaen erlegen. Waden. Karlsruhe. Der RangierObmann Hund von hier gerieth auf dem Rangirbahnhof zwischen die Puffer zweier Wagen und wurde getobtet. Vuchheim. Die Ehefrau des Karl Knittel hier stürzte vom Heustock herab, direkt in eine Heugabel, deren Stiel ihr etwa 30 Centimeter tief ln den Unterleib eindrang. H 0 r n b e r g. Der 20 Jahre alte Verladearbeiter Christian Moser von Gutach ist hier beim Verladen von Langholz tödtlich verunglückt. Mannheim. Kurzlich waren es 25 Jahre, daß Frau Minna Spörry als Hoftheater - Friseuse hier thätig ist. Der bei der Fuma Heldelberger & Söhne beschäftigte Küfer Gottlieb Schuhmacher rutschte beim Hinablassen von Fässern in den Keller aus und erlitt hierbei erhebliche KopfVerletzungen und einen linken Armbruch. Der Verunglückte fand Aufnähme im Allg. Krankenhause. Mennwangen. Hier verunglückte dieFrau des Sattlers Schlude. Sie hatte eine Kuh zum Farren geführt. Auf dem Heimwege stürzte sich die Kuh auf die Frau und brachte sie zu Fall, wobei diese einen doppelten Bruch des Unterschenkels erlitt. Rorgenwies. Bei Sprengarbeiten zum Bau der hiesigen Wasserleitung wurden die Arbeiter Jäger und Gremminger, beide von Honstetten, durch eine unerwartete Explosion erheblich verletzt. Ersterer wurde nach Konstanz, letzterer nach Engen in's Spital gebracht. Sankt B las ien. Gestorben ist hier nach kurzer Krankheit Forstrath Klehe. Der Verstorbene war eine der bekanntesten, beliebtesten und geachtetsten Persönlichkeiten auf dem südlichen Schwarzwald, eine Zierde seines Berufes. St e t t e n am kalten Markt. Letztens verunglückte beim Holzfällen der verheirathete Landwirth Magnus Sieber jun. Ein Stamm schlug ihm das linke Wadenbein ab. Ern Mitglied der Sanitätslolonne legte dem Verletzten einen Nothverband an. W i e s l 0 ch. Kürzlich verunglückte die 6jährige Frida Filsinger beim Feuermachen dadurch, daß ihre Kleider m Brand beriethen. Das Kind war nicht im Stande, sich zu retten, und mußte, da keine Hilfe in der Nähe war, elend. verbrennen. Zell a. H. Vor kurzem geFüh der Schreiner Gschwind mit seiner Ehefrau in Streit und versetzte ihr mehrere Stiche in den Rücken. Die Verletzungen der Frau sind lebensgefahrlich. Das Ehepaar soll dem Trunke ergeben sein. 'FZYe-.npfarz. Godramftein. Anläßlich seiner kürzlich siattgefundenen goldenen Hochzeit gab - Mühlenbesitzer und Rentner Heinrich Kinck von hier denjenigen Arbeitern, die erst vor kurzem ln die Mühle kamen, em Geschenk von 10 bis 20 Mark, denen, die schon mehrere Jahre bei ihm arbeiten, ein solches von 50 bis 73 Mark. Außerdem ließ der Jubilar sämmtlichen Vereinen, denen er angehört, hübsche Geschenke zutheil werden Die Vereine selbst bereiteten ihm verschiedene Ehrungen. Ludwigs Hafen. Der 29 Jahre alte Lokomotivführer Christian Schilling, welcher beim Rangiren am neuen Rangier-Bahnhofe den Kopf zu weit aus seiner Maschine herausstreckte, stieß damit gegen einen Kandelaber des elektrischen Lichtes und wurde schwer verletzt. R u ch I) e i m. Vor Kurzem schlug der Blitz in die Scheune der Wittwe von Peter Gerhardt und zündete sofort, so daß im Nu die mit Heu und Stroh ziemlich gefüllte Scheune in Flammen aufging und vollständig bis auf einen Theil der Umfassungsmauer niederbrannte. Auch die dicht angebaute Scheune der Wittwe von Jakob Schalter wurde ein Raub der Flammen. S 0 n d e r n h e i m. Der 21 Jahre alte Tagncr Joseph Jmmig von hier brachte dem hiesigen Bahnarbeiter Anton Mellein einen lebensgefährlichen Stich in das linke Schulterblatt bei; außerdem? versetzte er dem Tagner Karl Bockmeyer von hier zwei Stiche in den Rücken, die jedoch nicht lebensgefährlich waren. Jmmig wurde von der hiesigen Gendarmerie verhaftet. W e i s e n h e i m. Vor kurzem trank das dreijährige Pflegekind Karl Neckerauer, bei Wittwe Maas, Salzsäure und zoc sich dadurch schwere innere Verletzungen zu. rsaß.Lotyringen. Straßburg. Aus Uebermuth versetzte ein zum Militär ausgehobener junger Bursche Namens Lakaß, der sich nach der Musterung angetrunken hatte, dem Ziegeleibesitzer Walther mit einem Pfriem einen Stich in's Herz, der Walther aus der Stelle tödtete. And lau. Der unlängst hier verstorbene Rentner L. Colmar hat sein ganzes Vermögen im Betrage von 32,000 Mk. den Armen der Gemeinde And lau vermacht.

ZZerugmlo Verkokung.

Teö KanoncnkönigS" Krupp ältere Tochter und ihr Bräutigam. LZertka Krupps Vermögen und ihr Alter. Sin iebeö,..S?latch" - VohlenS diploma. tische Leufbehn Erziehung der Töchter rupvS-Vcrtha Krupp alS Wohlthäterin. Die Verlobung von Fräulein Bertha Krupp in Essen. Rheinproöinz. mit Dr. Gustav v. Tohlen und Halbach, Sekretär der preußischen Gesandtschaft am Vatikan, birgt enschieden ein gut Stück Romantik in sich. Bertha Krupp verfügt als Besitzerin der weltberühmten Kruppwerke über ein Vermögen, das auf wenigstens 300.000.000 Mark geschätzt wird und sich nach dem Tode ihrer Mutter auf das Doppelte erhöhen wird. Der jüngeren Schwester Bertha Krupps, Barbara, setzte ihr vor beinahe vier Jahren verstorbener Vater, der Kanonenkönig" Friedrich Alfred Krupp, ein Vermögen von gleicher Höbe aus. Bertha Krupp, die jetzt 20 Jahre zählt, gilt daher als die reichste Dame der Welt. Ihr Verlobter, der einer altadeligen Familie Deutschlands entstammt, ist natürlich im Vergleiche zu seiner Braut ein armer Teufel." Die Verbindung der beiden ist jedoch ein Liebes-..Match." Dr. v. Bohlen lernte Fräulein Bertha Krupp bei einem Dirter in der preußischen Gesandtschaft im Vatikan kennen, und die gegenseitige Werthschätzung der persönlichen und Charaktereigenschaften der beiden führte schließlich zu dem Verlöbnisse. Vor ..Glücksjägern" war Fräulein Krupp stets sorgsam behütet worden. Welcher I f i Fräulein Bertha Krupp. Hochachtung sich das Paar erfreut, erhellt übrigens aus der Nachricht, daß sogar der deutsche Kaiser bei dem Zustandekommen der Verlobung ein wenig den Kuppler" gespielt habe. Dr. v. Bohlen ist auch hierzulande wohl bekannt. Er war von 1899 bis 1900 dritter Sekretär der deutschen Botschaft in Washington. D. C. Seine Familie besitzt Eigenthum in den Ver. Staaten, und er hat ausgedehnte Reisen in diesem Lande unternommen. Im Jahre 1900 begleitete Gustav v. Bohlen den Freiherr Mumm v. Schwarzensiern nach China als zweiter Sekretär der deutschen Gesandtschaft in Peking. Es verlautet, daß er im Herbste d. I. aus dem diplomatischen Dienste scheiden wird, um in die Verwaltung der Krupp-Werke einzutreten. Fräulein BertHa Krupp sowohl, aU ihre Schwester Barbara wurden von ihrem Vater angehalten, ein genaues Verständniß für das Geschäft zu gewinnen, das ihm und seinem Vater Glück und Reichthum gebracht. So ließ er z. V. seine beiden Töchter von deren 9. Lebensjahre an Schritt für Schritt mit den Elementen der Physik und Chemie bekannt machen, so daß sie mit den Hauptergebnissen dieser Mssenschaften vollständig vertraut wurden. Fräulein Bertha Krupp steht daher heute in dem Rufe, eine ausgezeichnete Expertin in allen den Dingen zu sein, die Kanonen und Panzerplatten betreffen. Dabei hat sie sich, neben Dr. Gustav v. Bohlen und Halbach. einem großen natürlichen Verstand: und einfachen Manieren, ein gütiaes Herz bewahrt, das stets auf die Besse, rung der Lebensverhaltrnsse der ihr unterstehenden 60,000 Arbeiter und deren Angehörigen bedacht ist und sich bereits in zahllosen Wohlthaten gegenüber den Arbeitern geäußert hat. C 0 n ch u e l.l a nennt man eine mexikanische Baumwollkrankheit. die uch auf Tezas überzugreifen droht.

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Geheilt. Humoreske von H. Falk, Nun, lieber Schatz, wollen wir zunächst 'mal die Wirthschaftsrechnungen erledigen", sagte Amtsrichter Werner, das erst halbaufgeschnittene Buch von sich schiebend. Dann putzte er sein Pincenez und bereitete sich mit schlecht verhehltem Gähnen auf die Erfüllung seiner Pflicht vor. Woher er die üble Gewohnheit hatte, gleich einem Revisor in einer fallbereiten Aktiengesellschaft die Ausgabenbücher seiner Frau zu controlliren, ist ein Räthsel. Nicht etwa aus Mangel an Vertrauen zu seiner süßen, kleinen, verständigen Frau das war ganz ausgeschlossen, und wenn irgend ein Ehepaar wie Turteltauben lebte, so waren sie es, doch an welchem ehelichen Himmel gäbe es wenigstens nicht eine, wenn auch noch so kleine Wolke? Und hier war es die Revision der Rechnungen. Hätte der Amtsrichter gewußt, was ein Pfund Butter kostet oder die leiseste Ahnung vom Preise der Seezungen u. s. w. gehabt, so hätte es weniger ausgemacht; doch leider war er in derartigen Dingen ebensowenig bewandert wie Hinsichtlich der Sitten und Geflogenheiten der Bewohner des Mars. Und nun heute! Wie gemüthlich hätte der Abend sein können, und mit welcher Spannung sah Elfe dem Schluß des französischen Romans entgegen! Doch an der Sache war nun einmal nichts zu ändern, und so lich sie sich denn am Tische nieder und bereitete sich vor, ihre Sünden des letzten Monats zu verantworten. Während der ersten anderthalb Seiten war es ziemlich glimpflich abgegangen; dann aber fiel das scharfe Juristenauge auf einen ganz ungeheuerlichen Posten: Zwölf Mark und nur für Fleisch! Hör', liebste Else, das ist doch etwas stark!" meinte er. Aber bester Theo, das war ja doch, als wir Majors bei uns hatten wir waren ja doch eine ganze Menge Menschen zu Tisch, und gutes Fleisch ist nicht das billigste." Das mag sein", sagte er in feinem tiefen Richterton; aber wir müssen uns unbedingt etwas mehr einschränken. Ich bin fest überzeugt, daß sich bedeutende Ersparnisse machen lassen, und hoffe, Du trägst meinem Wunsche Rechnung. Und nun wollen wir zu unserer Lektüre zurückkehen." Was machte sie sich jetzt noch aus dem dummen Roman! Die Männer waren ja. im Grunde alle Tyrannen. Und während der Amtsrichter die bcwundernswerthe Prosa des berühmten Franzosen mit möglichst melodischer Stimme vorzutragen bemüht war, stickte die junge Frau schwarze Rachegedanken in ihr elegantes Sophakissen. Nachdem er am nächsten Morgen seinen Thee getrunken und mit gutem Appetit sein saftiges Cotelett verzehrt hatte, saß Werner in bester Laune in seinem Amtszimmer und rauchte eine exquisite Morgencigarre, während er, das Strafgesetzbuch vor sich, über einen recht verzwickten Fall nachsann. Da klopfte es an die Thür, und herein trat der Amtsdiener mit wichtiger Miene und bureaukatischer Stirnfalte, um dem Amtsrichter ein paar Visitenkarten zu überreichen. Als dieser einen Blick darauf geworfen, sprang er froh überrascht empor, denn die Gemeldeten waren ein paar liebe Studienkameraden, die er seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Und gleich darauf hallte das ernste Amtszimmer von fröhlichem Lachen, von Reminiszenzen und Anekdoten aus der Studentenzeit wieder, und fortwährend klang es: Weißt Du noch?" und: ..Entsinnst Du Dich?" Werner entschuldigte sich einen Augenblick und eilte au's Telephon. Kingelingeling. . . Bist Du es, Else?" Ja, gewiß bin ich es.". . Hör', lieber Schatz, ein paar alte auswärtige Kameraden sind äugenblicklich hier. Ich bringe sie heute um fünf Uhr mit zu Tisch. . . Ganz einfach, sagst Du? Ja, gewiß Spar samkeit und Schmackhaftigkeit lassen sich leicht vereinen. Punkts fünf, ja. Adieu, adieu!" Dann gab es ein Erzählen und Verichten, und der arme Sünder, dessen Fall den Amtsrichter zuvor beschäftigt, war bis auf Weiteres ad acta gelegt. Erst gegen vier Uhr schieden die Freunde, um sich um fünf Uhr im Werner'schen Hause einzufinden. Fröhlich und wohlgemuth kam der Amtsrichter heim und machte Toilette. Und nun wollen wir 'mal die Tafel in Augenschein nehmen", sagte er zu seiner Frau, als er kurz vor fünf das Wohnzimmer betrat. Bereitwilligt öffnete sie die Thür seines Arbeitszimmers und wies ihrem Herrn und Gebieter einen gedeckten Mittagstisch. Aber warum in aller Welt hier? fragte er, höchst unangenehm erstaunt. Ja, weißt Du, der Speisesaal schien mir zu prätentiös für ein so schlichtes Mahl, und da es ja ein paar alte Kameraden sind, so .Kameraden ja natürlich. Aber der Legationsrath und der Landrath

bleiben diesuhald doch, was sie sind. . . Und keine Blumen auf dem Tisch? Und wo ist unser großer Tafelauffatz? Und ich glaube wahrhaftig, das ist ein altes Tafeltuch?!" Aber, lieber Theo, das Tuch ist ja doch rein, und Du weißt, daß Seife und Blumen Geld kosten, und wir müssen ja so sparsam sein!" Ein mißtrauischer Gedanke durch fuhr blitzgleich des Amtsrichters Hirn. WaS giebst Du uns zu Mittag, Kind?" fragte er unschuldig. Nun, Fleisch habe ich allerdings nicht das ist so schrecklich theuer aber gebratene Barsche und den Rest des gestrigen Puddings, der Dir nicht schmeckte, und Allmächtiger!" unterbrach er sie entsetzt. Du machst ja unser Haus zum " In diesem Augenblick läutete es, ud die Herrschaften mußten in den Salon, um die Honneurs zu machen. Der Amtsrichter saß wie auf Nadeln und bewunderte seine Frau, die so seelenruhig über Frenssen's neuestes Buch und die russischen Zustände redete, als hätte sie ihren Gästen anstatt gebratener Barsche und der Krone des Elends des schrecklichen gestrigen Puddings das opulenteste Diner zu bieten. Und als man sich zu Tisch begab, legte sie mit dem unbefangensten Lächeln ihre Hand auf des Legationsrathes Arm und schritt zu der soeben geöffneten Thür des Speisezimmers. Mit bebenden Knien und ohne die Augen zu erheben, folgte Theodor an der Seite des Landrathes und hätte vor Freude und Erleichterung beinahe laut aufgeschrien, als er sich in seinem behaglichen, eleganten Speisesaal mit den feudalen Zinnkrügen, dem kostbaren Porzellan an denWänden und der einladend mit Blumen und Silber decorirten Tafel sah. Ader süße Else " Ssst !" Und er begann allmälig zu begreifen, während er ein delikates Lachsbrödchen zu seiner Bouillon verzehrte. Kommen nachher die Barsche?" flüsterte er seiner Frau in's Ohr, als die beiden Kameraden sich in einen kleinen Disput vertieft hatten. Barsche?" versetzte sie, erstaunt die schöngcschwungenen Brauen emporziehend. Ich habe Forellen". Ah!" seufzte er erleichtert auf. Und der gräßliche Pudding?" Der existirt nicht mehr. Aber Wir haben junge Enten und russische Schoten und " Er schloß ihr trotz der Gäste den Mund mit einem Kuß. Danke für die Lektion, lieber Schatz. Mit Deinem Haushaltsconto will ich mich nie mehr, befassen." Und er hat Wort gehalten. Krokodilthränen.

In einer alten Reisebeschreibung aus dem Jahre 1694 findet sich tiae drollige Erklärung über di: Bedeutung der Krokodillenthränen." Der Verfasser des Buches. Otto Friedrich von der Gröben, erzählt in seiner Bcschreibung über Aegpten und den Nilstrom folgendes: Sonderlich aber halten sich in diesem Nil - Strom die Crocodillen häuffig auf, welches grosse ungeheure Würme seyn, dabey sehr schädlich, dick und etliche Ellen lang, haben einen spitzen Kopff. langen und weiten Rachen mit scharsfen und spitzigen Zähnen wie eine Holtzsäge, vier Füsse, einen langen Schwantz. ihre Haut ist so hart von Schuppen, welche Wie Schilde übereinander gehen, daß man mit keines Büchsen dadurch schiessen kan, leben so wohl in dem Wasser, und zwar' mehr, als auch auff der Erden, fressen die Menschen und andere Thiere, die sie erreichen können. Wann sie die Menschen aus Furcht vor ihnen ' lauffen sehen, so gehen ihnen die Augen über, als ob sie weineten, kommen sie ihnen aber ein wenig zu nahe, so fressen sie sie auff. daher saget man von denen, die aus falschem Hertzen weinen, sie vergessen Croeoctili Laclirymas, CrocoUllenThränen. Ja es wird bey solchem ungeheurem Wurm dieses angemercket, daß er vor dem ihn Jagenden flieht, dem Fliehenden aber nachjaget, so ein schönes Sinnenbild der Ehrsucht abgiebet. wann man einen Crocodillen mahlet mit diesen Beyworten: l'ensc quentem fngit, Fiigientem seqiri tur; Wer nach der Ehre jaget, sie esstmahls nich: erreicht. Den greifst die Ehre selbst, ver vor derselben weicht. Triumph. Das Gespräch amStammtisch d.eht sich um merkwürdige Beispiele der Erziehung der Thierjungen durch fremde Eltern. Der Oberförster wartet sichtlich ungeduldig, bis der Verwalter mit seiner Geschichte von zwei Kätzchen, die eine Hundemutter betreut hat, zu Ende ist. Endlich legt er los: Das Alles ist noch gar nichts ich hatte einmal eine Henne mit einem Küchlein und einen Jagdhund. Die Henne starb Plötzlich, und aus Mitleid zog der Hund das verwaiste Küchlein auf - und denken Sie sich, meine Herren, schließt der Oberförster feierlich, dieses Huhn bellt jetzt!" Erste Frage. Leutnant: Habe jestern Dame überritten! Ein Anderer: War se hübsch?