Indiana Tribüne, Volume 29, Number 265, Indianapolis, Marion County, 2 July 1906 — Page 6

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Europaische Nachrichten.

Fror?rz Wrandenburs. Berlin. Dr. Wolf Becher, einer der angesehensten jüngeren hiesigen Aerzte, ist gestorben. Er war besonders Autorität auf dem Gebiete der sozialen Hygiene. So sind die hiesigen Walderholungsstätten auf seinen Aorschlag hin entstandeu. Er ist auch schriftstellerisch vielfach an die Öffentlichkeit getreten. Vor Kurzem vollendete der Astronom Geheimrath Professor Dr. Gottfried Galle in dem- nahe Potsdam das 94. Lebensjahr. Früher war er ordentlicher , Professor in Breslau. An seinen ' Namen knüpft sich die Entdeckung des Planeten Neptun, den er am 23. September 1846 mit dem Fraunhofer'jchen Refraktor der hiesigen Sternwarte auffand. In der Memelerstr. 6 machte der Bauarbeiter Konrad Hcnze seinem Leben gewaltsam ein Ende. Henze wurde seit längerer Zeit von seinen Angehörigen vermißt. Man suchte das ganze Haus nach ihm ab und fand schließllch den Verschwundenen aus dem Boden erhängt auf. Hcnze hatte anw ts irfr s- n geviicy wegen ÄrocilStougieii eion mord verübt. Bei einem Zusam menstoß mit einem Straßenbahnwagen verunglückte der Postdreiradfahrer Wilhelm Nadolni aus der Bergstraße 50. Unterwegs, die Bnefkasten zu leeren, wurde er auf der Alsenbrücke angefahren und am Kopfe so schwer verletzt, daß man ihn nach der Charttee bringen mußte. Le gationsrath Dr. Kallmann, ständiger Mitarbeiter in d r Kolonialabtheüung des Auswärtigen Amtes, wird als Nachfolger des Wirkl. Legationsrathes Prof. Dr. Helferich die Vorlesungen über die wirthschaftlichen Verhältnisse in den Kolonien am Seminar für orientalische Sprachen der hiesigen Universität übernehmen. Im Dampfbad vom Tode überrascht wurde der 42 Jahre alte Molkereibesitze? Siewert aus der Lehninerstraße 5. Siewert, der an Athemnoth litt, hatte in einer Badeanstalt in der Friedrichstadt kurze Zeit im Dampfkasten verweilt, als ihn. gleich darauf der Bademeister in den letzten Zügen fand. Theodor Marcus, Mitinhaber der hiesigen Bankprma Marcus und Vollmar, ist im Alter von 63 Jahren nach langem Leiden gestorben. Letztens erschoß der 34 Jahre alte Bankbuchhalter v. Nawrocki die geschiedene und verwittwete Hausbesitze? Frau Hedwig Robls in ihrem Hause vor der Corndorthure ihrer Wohnung. Nawrocki selbst verwundete sich durch einen Schuß in die Schlase so sehr, daß er auf dem Transport nach der Klinik verstarb. Der Grund zu der That war verschmähte Liebe. Potsdam. Vor Kurzem wurde von der Pferdebahn der Straßenkehrer Erichsohn überfahren; er war sofort todt. . Der Unglücksfall ist um so tragischer, als gerade die Tochter des Verunglückten Hochzeit feiern wollte. Charlottenburg. Kürzlich hat sich auf dem Flur des Polizeipräsidiums der 50 Jahre alte unverheirathete Postbote Paul Michaelis, der Wallstraße 24 wohnte, erschossen. Der Beweggrund zur Zeit ist unbekannt. Bei der Post hat er sich nichts zuschulden kommen lassen. Schöneberg. Auf Bahnhof Grunewald wurde der Lehrer Seeger von hier erhängt aufgefunden. Bei der Leiche fand sich ein Brief, der an die Schwester des Verstorbenen gerichtet war. Der Grund zum Selbstmord soll in einer seelischen' Depression zu suchen sein, die infolge der ungünstigen Ergebnisse einer kurz zuvor abgehaltenen Klassenrevision bei dem Unglücklichen Platz gegriffen hatte. Frovlnz Hstprcußen. Königsberg. Sein fün riges Professoren - Jubiläum konnte vor Kurzem der jetzt in Straßburg lebende Geheimrath Ludwig Friedländer begehen. Der Jubilar wurde 1856 zum außerordentlichen Professor an der hiesigen Universität ernannt und hat ihrem Lehrkörper bis zum Jahre 1892 angehört. Kürzlich gerieth der in der Pillauerstraße 6 wohnende Maurer Franz Schwarz mit seiner Ehefrau in einen Streit, der in Thätlichkeiten ausartete. Nach Beendigung des Zwistes ist die Frau plötzlich verstorben. Ob es infolge der Verletzungen geschehen ist. konnte nicht festgestellt werden. Die Leiche, die nach dem Schauhause überführt worden ist, zeigte Abschürfungen an dem Kinn, den Lippen und am Halse. Groß - Karschau. Beim Greifchenspielcn" verunalllckte der sechsjährige Arbeitersohn Hermann Mehlfeld von hier. ?lnfolae eines Stoßes fiel er nieder und wurde von einem Fuhrwerk überfahren. Der Junge war schwer verletzt. Jnsterburg. Einen schweren Unfall erlitt der Arbeiter Adomat. Ec arbeitete, unanaeseilt auf einer Leiter stehend, an der elektrischen straßenlampe rn der Bahnbosstrake Die Leiter ließ plötzlich, nach' und Adomat stürzte aus einer , Höhe von etwa zehn Metern aus das Stranen vNaster ab. Aeußerlich,und innerlich

schwer verletzt wurde er in seine Wohnung geschafft. N o r u t.s ch a t s ch e n. Ein trauriges Ende nahm der 49 Jahre alte Pantoffelmacher Grechel von hier. Er wurde in der Meelbeckstraße am Kirchhof lieaend voraefunden. BasManien, vie M leiner anneymen wollten, bemerkten, daß der Mann in den letzten Zügen lag. Als Hilfe kam, war Grechel bereits verstorben. Die Todesursache ist auf Herzschlag zurückzuführen. Szerszantinnen. Als der Käthner F. Jwohn vom Felde nach Hause kam, fand er seine Ehefrau mittels eines Stricke an einem Balken erhängt vor. Der Tod war bereits eingetreten. Schwermuth soll der Grund zu der That gewesen sein. Tilsit. Ertrunken ist im Mühlenteich der zwölfjährige Sohn des Arbeiters Friedrich Leidig. Ueberm Teich 20b wohnhaft. Den eifrigen Bemühungen der Sanitätskolonne gelang, es. die Leiche zu finden. Wehlau. Beim Baden ertrunken ist in der Allee oberhalb der Schneidemühle der ca. 17 Jahre alte Lehrling Otto Römer von hier. Sohn des früheren Schiffers Römer. Nach langem Suchen wurde die Leiche gefunden. Vrovinz Westpreußen. D an zig. Der Hofbesitzer Theodor Marquard in dem nahen GuteHerberge feierte mit seiner Ehefrau das 25jährige Ehejubiläum. Das Jubelfest war für den 65jährigen Silberbräutigam insofern von Bedeutung, als es ihm nach viermalige: Eheschließung vergönnt war, das Fest der Silberhochzeit im Kreise seiner Kinder und Kindeskinder festlich zu begehen. Baldenburg. Bor Kurzem brannten hier Oesterreichs Hotel und das angrenzende Bentlin'sche und Matz'sche Besitzthum vollständig nieder. Da das Feuer mit großer Schnelligkeit um sich griff, konnte nur

wenig gerettet werden. Deutsch - Eylau. Beim Rangiren verunglückte auf dem hiesigen Hauptbahnhof der Bahnarbeite? Htxsii aus Damen. Er wurde von einem der Wagen erfaßt und gerieth unter die Räder, so daß ihm ein Bein am Knie abgefahren wurde. Kersll wurde m's stadtische Krankenhaus geschasst, wo er alsbald seiner Verletzung erlag. E r ch f e l d e. Vor einiaer 5Zeit entstand auf dem Hof des Besitzers Chylewski, gegenüber der Schule, plötzlich Feuer. Im Nu standen Stall und Scheune, welche unter Strohdach waren. zn Flammen und brannten vollständig nieder, wahrend das Haus gehalten wurde. Jesewitz. Letztens wurden Wohnhaus und Viehstall des Besltzers Redmer durch Feuer zerstört. Mobiliar, Pferde- und Großvieh wurden gerettet. Sechs Kälber, eine (-au mit Zzerkeln und sämmtliche Hühner sind mitverbrannt. Konrtz. Beim Rangiren eines Eisenbahnzuges gerieth auf dem hiesigen Bahnhof der Bahnarbeiter Wiczanowski von hier zwischen die Puffer, wurde aeauetscht und starb nach wenigen Augenblicken an den ernttenen Verletzungen. Marienwerder. Rentier Konrad Leinweber, der frühere Direktor der hiesigen Zuckerfabrik, ist im Alter von 72 Jahren gestorben. Preußisch - S t a rg a r d. Der bei dem Eisenbahnzusammenstoß bei Kollin schwer verletzte Lokomotivführer Haemzch aus Posen ist im hiesigen Krankenhause gestorben. S ch i l l n o. Letztens erstach der Arbeiter Wilhelm Thiede seine Ehefrau mit einem Messer und flüchtete dann nach Thorn, wo er später verhaftet wurde. S ch r o tz. Hier ist ein von vier Arbeiterfamilien bewohntes Jnsthaus des Gutsbesitzers Fuhrmann vom Feuer eingeäschert worden. Die Bewohner haben von, ihrer unversicherten Habe fast nichts gerettet; auch das gesammte Vieh, darunter 13 Schweine, ist in den Flammen umgekommen. T h o r . Selbstmord verübte der ilksboboistSchika vom Fußartilleneregiment 15, indem er sich vom Fahrdampser in die Weichsel stürzte Trotzdem der Dampfer sofort stoppte um Rettungsversuche zu unternehmen war es nicht mehr möalich. den Le bensmüden zu retten. Welche Gründe den Schika zum Selbstmord getrieben haben, ist nicht bekannt. Vandsburg. Hier fand vor einiger Zeit eme regelrechte Ziaeuner schlacht statt, wobei der 50 Jahre alte Handler Trottmann durch den 23iah riaen Ziaeuner Landinaer erschossen wurde. Eine zweite Person ist schwer verletzt m's Krankenhaus gebracht worden. Der Thäter ist gefluchtet Frovkz Jjfommem. Stettin. Sein 50jährige3 Dlenstiubilaum feierte der Krrminal Wachtmeister Ludwig Westphal, der im 70. ebensiabre stebt. ?lm die sigen Justizaefänaniß erhängte sich der Arbeiter Wruck, der kürzlich vom Landgericht in der Berufunasmstanz zu 5 Monaten Gefängniß vtturtheilt worden war. Binz. Das hiesige Kurhaus ist vor einiger Ze:t vollständig niedere brannt. Man vermuthet Brandstif tung. Das Gebäude war mit 400

000 Mark versichert, dagegen war der

größte Tyen des neuangeschassten Mobiliars noch nicht versichert, so dan ein bedeutender Schaden entstanden st. Frauendorf. Ein entsetzlicher Selbstmord hat sich in der Heilanstalt Bergquell" Hierselbst zuqetraaen. Eine dort als geisteskrank aus Schivelbein eingelieferte Frau Salomon hat sich auf unbekannte Weise Spiritus verschafft, sich damit die Kleidung durchtränkt und diese anqezundet. Als das Vorhaben bemerkt wurde. stand die Geisteskranke bereits rn Flammen; sie erlitt schwere Brandwunden am ganzen Korper. denen sie bald darauf erlag. G a r tz a. O. Der Rentner Auaust Uthke und dessen Gattin feierten die goldene Hochzeit, der älteste Sohn des Jubelpaares Steuerinspektor Uthke die grüne Hochzeit. Dem Jubelpaare ist die Ehejubiläumsmedaille verliehen worden. Köslin. 3n Kowanz wurde der Knecht Ott von hier, welcher bei dem Gemeindevorsteher Gottlieb Moltzahn in Kowanz diente, beim Anspannen des Pferdes von dem Thiere durch einen heftigen Hufschlag am Hinterköpfe getroffen und fiel auf der Stelle todt zu Boden. N e u st e t t i n. Durch eiaene UnVorsichtigkeit hat sich der Tischler Max Fiellitz in der Holzbearbeitungsfafcr.it von E. u. F. 'ceubauer die linke Hand bis über die Handwurzel hinaus abaehobclt, indem er die zur Sicherung des Umkippens angebrachte Führungsleiste abnahm, um ohne diese dem Maschinenarbeiter ein Stück vorzuarbeiten.. R u m m e l s b u r g. Hier starb der Rektor a. D. Rehbein im Alter von 6731 Jahren. Er war vor 1V Jahren nach 40jähriger Dienstzeit als Leiter der hiesigen Stadtschule m den Ruhestand getreten. Sparsee. Durch das Spielen von Kindern mit Streichhölzern wurde das Gehöft des Büdners Paul Pricbe vollständig eingeäschert. S t a r g a r d. Letztens hatte der Dachdecker Bartelt von hier das Unglück, vom Dache eines dreistöckigen Hauses, Eisenbahnstraße 2 gelegen, herabzustürzen. Der Verunglückte hatte sich dabei derartig schwere innere Verletzungen zugezogen, daß er nach kurzer Zeit gestorben ist. Laut Statistik des Post, congresses sind im letzten Jahre per Kopf der Bevölkerung befördert worden: in Großbritannien, 78.3, in den Vereinigten Staaten 67.6; Neu-See-land 66.3; Schweiz 59.7; Deutschland 55,9; Dänemark 41.6; Oesterreich 38,2; Argentinien 37,2; Belgien 29,4; Luxemburg 34,6; Holland 31.1; Schweden 26,4; Frankreich 26.2 und Norwegen 20.5 Briefe und Postkarv?ine neue Methode, q billig em lebendes Barometer herzustellen, ist folgende: Man schließt einen Blutegel in ein mit Wasser gefülltes Glas und bedeckt den Rand mit einer Leinwand derart, daß die Luft in's Gefäß dringen kann. Rollt sich der Blutegel am Boden des Gefäßes zusammen, so ist schönes Wetter in Aussicht. Richtet sich das Thier auj sx- slägt an die Wände, dann muß man schlechte Witterung erwarten. Bewegt sich der Wetterprophet ständig voll Unruhe in seinem Gefängniß, dann will er starke Winde voraussagen, und bevorstehenden' Oekan vermag man an fortwährenden convulsivischen Zuckungen des Thieres zu erkennen. Gegen die Faustkämpfe schreitet neuerdings der Groß-New Yorker Polizeichef Bingham ein. Ein im Long Acre Athletic Club" angesctzter Faustkampf unterblieb, da die Polizei einen Cordon um das ClubHaus zog und Niemandem den Zutritt gestattete. Inspektor Schmittberger erklärte dabei, er handle nur in Gemäßheit des Befehls des Polizeihauptes. wonach alle FaustkLmpfe zu unterdrücken seien. Gleichzeitig entschied Polizeirichter Breen im Jefferson-Market-Gericht. daß die Faustkämpfer, welche unlängst im Madison Square Garden unter der Anklage verhaftet worden teilen, sich gegen das Strafgesetz, welches sich mit der Arrangirung öffentlicher Preiskämpfe befaßt, vergangen zu haben, dieses Vergehens schuldig erscheinen und vor dem Kriminalgericht sich zu verantworten haben werden. Die von der Entscheid dung Betroffenen sind Harry Pollock, der Manager des 20. Century Club. Tim" Hurst, der als Referent bei der Boxerei fungirte. Jimmy" Britt. Terry" McGovern und zwölf andere sportlich veranlagte Herren, die mehr oder weniger in dem Preiskampf en gagirt waren. Bet Protzen s. Besucher: Habt ihr denn auch Sparbüchsen, Kinder? Hausherr (verächtlich): Sparbüchsen?... Da hat jedes seinen euernen Geldschrank! JndividuelleBezeichnung. Autler (der vor der geschlossenen Eisenbahnschranke warten muß): Na, kommt denn das Verkehrshinderniß bald!?" N a i v. Stellesuchendes Dienst mädchen: Die Zeugnisse sind mir ver loren gegangen, Madame, aber un ten steht mein Bräutigam. . . vielleicht könnten Sie sich bei dem über mich errunoiaen.

ZUeik Dabersack's Lchreibebrief.

K.45L Veöhrter Mister Edithor! Wie meine Freunde ausgefunne hen. daß ich Widder mei Bierche genieße, do hen se all wisse wolle, was denn ennihau der Riesen wär, sor daß ich gekwittet gehabt hen. Ich hen gesagt, ich hatt die Jntenschen e Buch iwwer meine Eckspierienzes als Temperenzler zu schreiwe n zu poblische, un wann mer so eb: S mtende deht. dann müßt mer doch auch wisse, iwwer was mer schreiwe duht. Do Hot der Saluhnwerth gesagt: Mister Scheriff, Hot er gesagt, ich sin schuhr. daß Sie nicks ausgefunne hen, was mich odder mein Trehd demmetsche könnt un for den Riesen mach ich Jhne jetzt en Vorschlag: Ich rente e Hahl, bezahle for alle Ettwerteisments und inwene Jhne un den runde Disch zu e feines Sopper mit Reinwein, wann ie e Leckscher an den Sobbscheckt ewwe. Do hen die Annere gehallert: Lrahfo! der Meik muß e Leckscher halte!" Do is es also abgemacht geniese, daß ich en Leckscher halte sollt. Zwische Jhne un mich, sin ich arig sattisfeit gewese, blkahs ich sin an den Sobbscheckt gelide gewese un ich hen gebrennt, emol mein Herz Luft mache zu könne. Ich hen mich dann auch wie ich die nöthige Bierfchwere gehabt hen, heimgeschniekt un hen mich reiteweg dran gehockt, mein Leckscher uffzuworke. Well, es Hot so ebaut e halwe Stund genomme, bis ich in die Kandifchen war, ebbes usfs Vabier zu bringe, awwer wie ich emo! en Start gehabt hen, do is es losgange. Ich hen gefchriwwe: Lehdies un Schentelmänner: Was is Temperenz? wern Sie mehbie frage un ich will Jhne die Ennser un die Ecksplennehschen gewwe. Temperenz mein!, wann enMensch intacksigehting Lickers nor in so e Kwantithee juhse duht, daß er seine fünf kämmen Senzes noch beisamme Hot un um e deitsche Ecksprefchen zu juhse, kein verdollte Fühl aus sich mache duht. Temperenz is awwer auch der. wo nit jeden Tag en fünf Gällen Kaffiepatt ausdrinie duht un Temperenz is der. wo nit von morgens früh, bis er in's Bett geht, die Peip odder die Sickahr in den Mund Hot un schmohke duht wie en Schmohkstäck; Temperenz is mit ein Wort, wann einer weiß wann er genug Hot. Wann sich awwer einer die Angenehmlichkeite von den Lewe ganz versage duht. dann is er e Kameel un e Rindvieh. Jetzt frag ich Jhne: For warum duht der Malz un die Happs uff den Feld wachse? Bloß daß Bier draus gemacht werd! Un for was werd das Bier gemacht? Bloß daß es gedrunke werd. Un wer kein Bier diinkt. der duht eine der schönste Gabe der Naduhr mißachte un is in Fäckt gar nit werth, daß ihn die Sonn bescheine duht. Malz werd aus Bahrlie gemacht; wann es awwer e Sinn is, Bahrlie im Bier zu genieße, dann is es auch e Sinn ihn in Suhp zu esse. Un was is dann sonst noch in dem Bier, was so en schreckliche Demmetsch duhn soll? Do is in die erschte Lein Wasser. Well, ich kann nit denke, daß Wasser Jemand ebbes schade duht, das meint, wann's nit im Jwwermaaß gedrunke werd. Dann is noch e ganz klein wenig Alkohol drin, for daß der Stoff nit speule duht un jetzt frag ich einigen Mensche, was kann so en Drink füren Harm duhn?O. Kontrolör, der Mensch hat nur Bennefitt von. Betrachte Se sich emol die Bruhjers un die Bruhmästersch! sin das nit Pietsches? Bäuch hen se wie Bärrels un ihre Fehses glänze wie der Jollmond un jeder annere Mensch, wo das Bier verachte duht, is tschellus deswege. Dann gucke Se emol Mensche an. wo gar kein Bier totsche! Kompehre Se die emol mit dieBruhmästersch! Dann könne Se den Differenz nohtisse. Die Wasserpieöels sin so derr wie en Hund, ihr Fehs guckt wie e Wahl wo e Koht Weitwasch kriegt Hot un ihre Auge sin so schliepie un so wässerig als wann se vier Woche lang in RegeWasser gelege hätte. Dabei is ihre Deitschestschen gespeult. bikahs se juhse Eiswasser un Eiskriem un fenzie Drinks un mit einem Wort, se sin dißpeptisch bis dort enaus. Es Hot awwer auch e ganze Latt Piebels. wo blos in die Oesfentlichkeit Temperenz sin, in Siekret un in ihr Heim awwer. do werd Wlßkie gedrunke tubietdle bänd. Wenn en braver ehrlicher Mann in den Saluhn geht un nimmt dort e Bierche, dann kriege se e Gans haut, se verdrehe die Auge, als wann se uff en Speider gebisse hätte un saae: der Saluhn muß abgeschafft wer'n." Un aus Epprieschieschen for die schöne Worte, wo se do gesagt hen, un sor den Aerger zu vertreiwe,

IV "tI A .

gehn se Zn ihre Leibrerie un nemme en Wißkie, so groß, daß noch kein englischer Reiter driwwer kann. Geht mich eweg mit so Lumpe. Sie könne se ja rufe wie Se wolle, in meine Auge sin se Lumpe. Ich glaube auch nit dran, daß en Mensch sich sei Sißthem ufffülle soll mit strenge Drinks, daß er is wie en Sponsch. wo mer nor zu drücke braucht un das Wasser läuft uff alle Ecke un Ende eraus. Was ich awwer indohrse, das is, wann en Mensch dann un'wann, wenn er dazu fühle duht, en diesente Drink nimmt. Das is gesund un Hot noch Niemand ebbes geschabt. Wann awwer en Mensch so wenig Kontrohl in sich Hot. daß er, wann er den erschte Drink inseid Hot, nit mehr stappe kann, bis er e wandelndes Bierbärrel is. un bis sei Mische kammen Senz un sei bische, Brehn opp den Spauts is un er mit einem Wort en darn Fühl aus sich mache duht, dann sag ich. er is no gut un je schneller er sich aus den Weg schaffe duht. desto besser is er selbst un die Menschheit in Schennerell ab." So, das war das erschte Kapittel von mein Spietsch. Ich hen bis zum frühe Morgen 'gefchriwwe gehabt un sin froh gewese. wie ich in meine Klapp komme sin. Ich hen so gut gefühlt, wie in mei ganzes Lewe noch nit un ich sin schuhr. daß die Piebels meine Efforts epprieschjiehte wer'n. Jetzt, Mister Edithor, plies sin Se so gut un lasse Se mich wisse, ob Se denke, daß das en guter Stoff for e Buch wär. Nach den Start könne Se doch , schon e wenig tschotsche, was in mich is. Mit beste Riegards, Juhrs trulie Meik Habersack. Eskweier un Scheriff von Appel Jack, Hotte Terrer Kauntie.

Morvsüchttge Frauen. Gelegentlich einer sensationellen Mordaffaire, in welcher eine Frau Canabi) als Thäterin die Hauptrolle spielte und welche wieder eine der furchtbarsten und grauenvollsten Seiten der menschlichen Natur entrollte, besprach unlängst der Pariser Gaulois" das Thema der Mordlust bei Frauen. Ohne Zweifel ist, so behauptet das Blatt, der verbrecherische Instinkt zum Morden bei der Frau viel weniger stark entwickelt, als beim Mann. Frauen, die tödten. stehen gewöhnlich unter einem starken äußeren Einfluß, sie werden durch Eifersucht, durch Rachgier, durch Leidenschaft zur Unthat getrieben, aber nur wenige von ihnen morden mit kaltem Blut, um sich irgend einen Vortheil zu verschaffen. Die eigentliche weibliche Mörderin endlich hat eine außerordentliche Geduld und Beharrlichkeit, lange Monate hindurch bereitet sie den dunklen Plan vor. den sie in ihrem Herzen nährt. Sie berechnet die kleinsten Einzelheiten, führt alle Thaten ohne Hast aus und spinnt allmählich die Netze, in die sich ihr Opfer verstricken muß. Eine solche Mörderin kennt ganz genau die ihr innewohnende Schwachheit. Sie verme'idet alle Gewaltthätigkeit, die Muskelkraft erfordert. Es widerstrebt ihr, Blut zu vergießen; sie fürchtet sich vor dem Anblick eines verstümmelten oder zerfleischten Körpers. Aber mit Ruhe und geheimer Lust betrachtet sie die verzerrten Züge, die fahl werden und bläulich anlaufen, die Augen, die sich in Todesstarre vergrößern, die blaß werdenden Lippen. Das geräuschlose Gift, das langsam den Körper durchdringt, das ist ihre liebste Waffe. Eine der berüchtigsten Giftmischerinnen der Geschichte war die Mar quise von Brinvilliers, die ihre ganze Familie langsam hinmordete. Neueren Datums ist die Affäre der Marie, Lafarde, die im September 1840' in Frankreich eine große Aufregung hervorrief und die ganze Gesellschaft in zwei Parteien trennte. Der hohe Rang der Angeklagten, das Geheimniß, das ihre That umgab, die Schwierigkeit der Ueberführung, die zu keinem rechten Resultat sührte, riefen ebenso Sympathien wie Antipathien hervor. Vor wenigen Jahren erst hat eine Frau Jonniaux in Antwerpen mehrere Mitglieder ihrer Familie getödtet, um dadurch Versicherungs'prämien zu erlangen. Auch in dem berühmten Mordprozeß Villejuif war die Frau des Mörders Carrara die eigentliche Anstifterin des Verbrechens, der die Hauptschuld zur Last fiel. In der grauenvollsten Weise vergiftete Mme. Massot, die Giftmischerin von Marseille, ihren Mann. Als der Unglückliche, in dem bereits die Gluth des Gistes wühlte, jammervoll klagte, daß er bei lebendigem Leibe verbrenne, und flehentlich um einen Trunk Wasser bat, da reicht ihm die Frau mit einer furchtbaren Ruhe ein großes Glas, mit einer starken Sublimatlösung gefüllt, und als sich darauf seine Schmerzen noch dergrößerten, wiederholte sie immer wie der: Trinke nur, das wird Dir gut thun.JnderFreude. Nun, tvas hat Dein Verehrer gethan, als er von Deinem Vater Deine Hand und fünfzigtausend Mark Mitgift zugesagt erhielt?" Er war außer sich vor Freude und umarmte abwechselnd bald mich, bald Papaö Kassen-schrank."

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