Indiana Tribüne, Volume 29, Number 263, Indianapolis, Marion County, 29 June 1906 — Page 6
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Auswahl von Grabsteinen p(y ) s und IMonurnenten
Der ZZrief. Skizze von I. A. Pfuhl. Als Herr und Dame Thonan nach Hause kamen, lag der Brief auf dem Tisch. Catherine, das Mädchen, hatte ihn dem Boten abgenommen und dorthin gelegt. Auf Befragen gab sie zur Antwort, daß der Bote ein grofeer, hagerer Mann gewesen sei, in einem Rock mit blanken Knöpfen und mit einem schmalen, bartlosen Gesicht. Er habe ihr schweizend den Brief in die Hand gegeben und als sie des grofcen Siegels und der eigenthümlichen Zsorm wegen habe fragen wollen, habe er sie in einer ganz besonderen Weise angesehen in einer ganz besonderen Weise, betonte Catherine, als sie die verängstigten Gesichter der beiden Altchen sah , habe den Kopf geschüttelt und sei schweigend gegangen. Die beiden Altchen blieben' allein. Meine Liebe," murmelte Herr Thonan, indem er einen schüchternen Blick zu seiner Gattin hinüberwarf. Meine Liebe," murmelte er. Es wird nichts anderes übrig bleiben, man wird oen Brief, öffnen müssen." Lieber Herr Thonan," hauchte Madame und hob ihre zitteriven Greisenhanvchen wie ein bittendes Kind zu ihm empor. Lieber Herr Thonan, laß es noch ein wenig laß es nur noch ein ganz klein wenig. Catherine wird sogleich daZ Diner serviren laß uns also speisen; es ist noch Zeit nachher soviel Zeit nachber " Als die Pendüle auf dem Flur Sechs schlug, öffnete Catherine die Thür und fragte, ob Herr und Madame zu speisen wünschten. Man erhob sich also und ging m's Eßzim
mer. Aber man aß nicht, man überlegte nicht, man war starr blöde vor dem Kommenden. Als das Essen abgetragen war und Catharine den Kaffee servirte, sagte sie so leichthin: Wünschen Madame, daß ich den Brief jetzt herhole?" Madame Thonans kleine, derhutzelte Gestalt fuhr zitternd znsammen. Catherine," murmelte sie, du wirst bemerkt haben, daß uns dieser Brief sehr unangenehm ist." Jawohl. Madame." erwiderte Catherine, und die rosigen Flügel ihres kleinen neugierigen Näschens hoben sich lüstern. Das habe ich sehr wohl bemerkt, Madame. Aber was soll man thun nicht wahr man muß ihn trotzdem lesen!" Jawohl ja, ja." kam eZ wie ein leises Echo aus Herrn Thonans Sessel. Man muß ihn leseil man muß ihn trotzdem lesen!" Doch nicht jetzt." wehrte Madame, nicht jetzt. Du weißt, Catherine, Herr Thonan ist keiner von den Stärksten; er braucht eine ruhige Nacht." Catherine hob die Schultern hoch. Man soll solche Dinge aber immer vor Nacht abmachen, Madame," sagte sie in einigermaßen piquirtem Tvn. Immer, Madame, immer! Vor Nacht," betonte sie. Madame Thonan nickte stumm. Setze dich, Catherine,"hauchte sie dann. Du bist ein gutes Mädchen und uns treu ergeben; ich will dir erzählen." Und sie erzählte ihr die Geschichte der drei Briefe. Das erstemal, als ihnen ein solcher Brief in's Haus geflogen war, hatte ihnen die Marinebehörde den Tod ihres jüngsten ihres Lieblingssohnes angezeigt. Bei dem Brande seines Schiffes Soleil" im Hafen von Lorient war er auf entsetzliche Weise um's Leben gekommen. Damals hatte das grausami: Schicksal sie zusammengepreßt. und aus den Schmerzen jener Zeit waren sie als die beiden alten Krüppelchen hervorgegangen, als die sie nun sich gegenseitig stützend den Rest ihres Lebens gemeinsam abhumpelten. Das zweitemal war Herr Thonan in einen Meineidsprozeß verwickelt worden. Monatelang hatte dieser Prozeß sich hingezogen. Unzählige Wege auf das Tribunal, Aerger, Unkosten, schlaflose Nächte, gestörte Gesundheit waren die Folge gewesen. Das drittemal endlich war Herrn Thonan die Anzeige einer Erbschaft zugegangen. Eine e ntfernte Verwandte der Madame Thonan war ohne Leibeserben gestorben und hatte einige tausend Francs hinterlassen. Unter den Erben brach dieser Vagatelle wegen ein endloser Prozeß aus. Die Leiden des früheren wiederholten sich in verstärkter Form und brachten Herrn Thonan an 'den Rand der Verzweiflung. Ein Verzicht war nicht zulassig gewesen. Nach zwei Jahren war es zum Vergleich gekommen, und Herr Thonan hatte 125 Francs und 41 Centimes Unkosten zahlen müssen, ohne von der Erbschaft auch nur einen einzigen Deut erhalten zu haben. Als Madame Thonan geschlossen hatte, war Catherine von Thränen überströmt. Oh, Madame,- schluchzte sie. Oh mein lieber Thonan, wenn ich jemals Ihren Unwillen erregt habe, verzeihen Sie mir; ich habe ja nicht gewußt, wieviel Leid Sie durchgemacht haben! Oh oh oh oh !" Und sie schüttelte den Kopf. daß die Thränen, die ihr in den Augen hingen, wie Perlen hinunterrollten. Ich ahnte es, dieser Brief würde ein Unglück bringen! Er sah zu unheimlich aus dieser Mensch" Catherine zitterten ordentlich die Lippen, wie sie dieser Mensch" sagte. Zu unheimlich sah er aus. Er zwin-
kerte mit dem linken Auge so zwinkerte er sehen Sie so ! Gewiß, das that er und hob die Schultern, als wollte er sagen: Euch, meine Lieben, ist nicht mehr zu helfen! Und dann, der Bart oh
mein lieber Herr Thonan dieser Bart!" Catherine riß die Augen auf und warf entsetzte Blicke nach der Thür, hinter der sie den Brief wußte. Er war schrecklich dieser Bart!" Herr und Madame Thonan hingen mit angsterfüllten Augen an ihrem Munde. Einen Bart Catherine," murmelten sie, einen Bart? Du sagtest vorhin doch " Nein, Madame, er hatte einen Bart, einen wirklichen Bart! Er war ja nur kurz nur ganz kurz war dieser Bart aber er war feuerroth und leuchtete, ja wirklich, wie eine flamme!" Herr Thonan stieß einen schmerzlichen Seufzer aus., Oh Gott, oh Gott, ein Bart, ein rother Bart." murmelte er. Oh Gott, oh Gott! Erinnerst du dich, meine Liebe, das letztemal hatte. de: Bote auch " Er verstummte und ließ den Kopf auf die Brust sinken. Ja," hauchte Madame, ja, mein Lieber, ich erinnere mich " Aber in Wirklichkeit erinnerte sie sich an gar nichts mehr. Es war schon so lange her; sie waren so alt, so müde, so machtlos! In der Verwirrung. in der Niedergeschlagenheit, in der sie sich befanden, glaubten sie alles. , Auch das Schrecklichste hÄte sie nicht mehr überrascht. Am nächsten Morgen bot Catherine ein Bild der tiefsten Antheilnahme. Ihre Augen waren roth vor Weinen, und um den Hals hatte sie ein schwarzes Seidenband geschlungen. Oh, Madame," lispelte sie, als sie Madame Thonan die Strümpfe anzog. Oh, Madame, ich habe die Nacht nicht ein einziges Auge zugemacht. Ich habe nicht geschlafen die qanze Nacht oh Gott mein Gott!" Madame Thonan konnte nichts erwidern. Sie hatte neben Herrn Thonan gelegen, beide schlaflos, sich an den Händen haltend wie zwei furchtsame Kinder, die sich im Walde verlaufen haben. Jede halbe Stunde fragte eins das andere: Madame Thonan, schläfst du?" Ja, mein Lieber, ich schlafe, und du. schläfst du?" Und dann drückten sie sich die Hände und sahen wieder geduldig in das Dunkel der Nacht und in die Dämmerung des Morgens hinein, wo kommende Schmerzen höhnisch auf sie zu lauern schienen. Madame Thonan ließ sich von Catherine Zn's Speisezimmer führen, sich fest auf ihren Arm stützend; aber Catherine war selbst wie gebrochen. Essen Sie, meine liebe Madame Thonan, essen Sie," seufzte sie, indem sie Madame den Kaffee einschenkte. Sie sehen so schwach aus oh, wie Sie schwach aussehen! meine liebe Madame Thonan, und Sie brauchen doch Kraft denn endlich einmal muß der Brief doch gelesen werden." Noch nicht noch nicht." murmelten die beiden Altchen und stellten mit zitternden Händen die Kaffeetassen auf den Tisch zurück. Noch nicht noch nicht." murmelten sie. Catherine schüttelte schmerzlich den Kopf wie Jemand, der sich mit dem Gang des Schicksals durchaus nicht einverstanden zu erklären vermag. Wenn man nur wüßte wenn man. nur wüßte," machte sie ärgerlich und wischte an ihrem Näschen herum. 5h, ich hätte ihn fragen sollen, trotz aller Angst, die ich vor ihm hatte, hätte ich ihn fragen sollen diesen unheimlichen Kerl". Aber nicht wahr, mein lieber Herr Thonan, und nicht wahr, meine liebe Madame. Menschen mit so langen Bärten " Oh. Catherine, du fügtest gestern. er hatte einen kurzen Bart gehabt?" Nein, Herr Thonan, nein, er hatte einen langen Bart, einen so langen Bart, so lang so bis auf den den Gürtel und schwarz, pechschwarz uh!" Pechschwarz und ein Gürtel?" Ja, einen Gürtel, und an der Seite eine Quaste, und dann, wahrhaftig. ja, ein Dolch ein Dolch oh Gott, und wie er blitzte, dieser Dolch." Ein Dolch?" Ja, wohl! Ein Dolch uh! Ich sah es deutlich, als der Mantel zurückschlug." Ein ein Mantel?" Catherinens Augen wurden immer größer und größer, ihre Haare schienen gesträubt, ihre kleine, zierliche Gestalt' gewachsen. Ja, ein Sammetmantel. ein schwarzer," betonte sie. Er hing ihm von den Schultern, ja, und wie er ging, da sah er noch einmal zu mir zurück mit solchen Augen so ! Doch ich, da schlug ich schnell ein Kreuz und hielt mich an der Thür fest! Darf ich den Brief jetzt holen?" Nach dem Dejeuner hatte Catherinens Aussehen sich merkwürdig verändert. Ihre Lippen waren zusammengeknifsen, das Köpfchen impertinent zurückgelegt, und sie gab kurze, schnippische Antworten. Das Räumen und Wischen im Solon, wo der Brief noch uneröffnet auf dem Tische lag, hatte gar kein Ende nehmen wollen. Und in der Küche brannte ein Pudding an. Kurz vor dem Diner klingelte es. Während drinnen die beiden Altchen entgeistert aufhorchten, war Catherine
wie ein Blitz an der Flurthür. Ent-
täuscht wich sie zurück, es war nur Herr Dupreuilles. Wie eine lustige Kugel rollte er puftend, lachend und mit den kleinen, grauen Aeuglein zwinkernd hinein, überließ Catherine Mantel, Hut und Schirm und trippelte ohne weiteres in den Salon. Ah mein lieber Herr Thonan," kollerte er mit seiner lustigen Stimme los. Wie freu ich mich. Sie zu Hause zu finden. Und Sie, meine liebenswürdige Madame Thonan, Sie befinden sich wohl, nicht wahr? Ei jajaja!" Er beugte sich, so gut es ging, über sein kugelrundes Bäuchlein hinweg auf Madame Thonans Hand hinunter. Sie sind lange nicht bei uns geWesen, mein lieber Herr Dupreuilles," sagte Herr Thonan. Geschäfte, Geschäfte, mein lieber Herr Thonan, und seh'n Sie hm, hm. hm das ist es schlechte Geschäfte oh oh miserable Geschäfte. Aber sagen Sie, was soll man thun? Trotzdem ich komme her, ich suche meine alten Freunde auf." Er sank auf einen Stuhl und schnupperte verlangend in der Luft umher. Oh ah uh der Duft! ! Meine liebenswürdige Madame Thonan, meine sehr liebenswürdige Madame Thonan, eines Ihrer bezaubernden, kleinen graziösen Dinerchen! Et je ja ja!" Er warf eine Kußhand zu Madame Thonan hinüber. Vol au vent ah und ? Ja, wahrhaftig Steinbutt! Uh uh uh ah !" Damit lehnte er sich schmachtend in den Stuhl zurück und schnalzte begeistert mit der Zunge. Die beiden Altchen saßen ganz still und starrten auf den Brief. In ihren zitternden Herzen war nur der eine Gedanke: Was würde nun geschehen? Würde das Entsetzliche nun kommen? Und es kam auch das Entsetzliche! Nachdem Herr Dupreuilles mit der Zung: geschnalzt hatte, kehrten seine lüsternen Aeuglein von einem Himmel an dem gebratene Truthähne hingen und allerlei delikate Fische im Aether schwammen, zur Erde zurück und sielen auf den Brief. Ei. seh'n Sie, ei ja ja, da ist ein Brief," sprudelte er überrascht heraus. Was ist das für ein Brief ei ei? Und nicht geöffnet seh'n Sie ei ei ei! und nicht geöffnet ist dieser Brief?" Mein lieber Herr Dupreuilles," murmelte Herr Thonan, Sie sehen wohl, es ist ein amtliches Schreiben und Sie erinnern sich nicht wahr ? Sie haben schon mehrmals dieser Art Briefe bekommen, und jedesmal oh Gott mein Gott ja ja " Herr Dupreuilles schob mit einem energischen Ruck sein Bäuchlein zu Herrn Thonan herum. Wie Raketen schössen seine Augen über die Gesichter der beiden Altchen und über den Brief hin. In einem Augenblick hatte er alles begriffen. Er nahm den Brief auf,beschnupperte ihn von rechts und links. Erlauben Sie." sagte er. nahm sein Taschenmesser, öffnete und las. Dann sank seine kleine quabbelige Hand mit dem Brief kraftlos herab, Herr Dupreuilles an die Lehne seines Stuhles zurück, nd er fing an. nach Luft zu schnappen, wie ein Fisch. Happ happ happ happ." sagte er, und noch einmal happ, happ, happ. happ!" sprang auf und kullerte lachend und pruste::) im Zimmer umher. Er schwenkte den Brief wie eine Fahne, er grunzte wie ein Ferkelchen, er piepste wie ein Vogel, er zappelte mit Armen und Beinen und blieb dann endlich wie eine unkrepirte Kanonenkugel vor den beiden Altchen stehen, indem er eine spaßhafte Verbeugung machte. Mein lieber Herr Thonan und meine liebenswürdige Madame Thonan," schrie er ein über das andere Mal. Ei je ja ja welch ein Zufall welch ein Zufall uf uf oh ha! Ich hätte es nicht gewagt diesesmal ganz gewiß ich hätt' es nicht gewagt, aber jetzt nicht wahr jetzt ei je ja ja nicht wahr ha.haha!)a, meine lieben Freunde, hahahaha Sie werden ganz gewiß und sicherlich - Sie werden mir die fünfzig Francs, um die ich Sie soeben bitten wollte, leihen! Ich erlaube mir unterthänigst zu gratuliren Sie haben das große Loos gewonnen!" Es war nur gut, daß Herr Dupreuilles schon an diesem Tage gekommen war. Catherine war an der Grenze der Leistungsfähigkeit ihrer Phantasie angelangt. Für den nächsten Tag schwebten ihr zwar noch Bocksfüße vor und ein Schwanz, aus dem eine blaue Flamme schlägt , aber mehr hätte sie nicht gekonnt mehr nicht! Unbeabsichtigt. Pfarrer: Nun, Stoflbauer, welche Wirkung hat denn meine heutige Predigt über die große Hitze im Fegseuer auf Euch gemacht?" Bauer: Hochwürden Herr Pfarrer, an sakrischen Durst hab' i drauf gekriegt." Mamas Verzweiflung. Meine Tochter ist nun von drei jungen Doktoren die erste Patientin gewesen und keiner hat sie geheirathet wie soll man da dem ärztlichen Stand noch Vertrauen entgegen brwgen?!"
Europäische Nachrichten.
ßksaß-Lothringen. Straß bürg. Zum Nachfolger Theodor Nöldeke's an der hiesigen Kaiser Wilhelms - Universität ist Dr. Juno Littmann, der zuletzt an der Princeton - Universität in Amerika Vorlesungen hielt, berufen worden. Alg ringen. Der auf Veranlassung einer Duisburger Firma hier auf Montage befindliche Arbeiter H. Schmitt aus Duisburg wurde in einer Wirthschaft derart mißhandelt, daß er seinen Verletzungen erlag. Colmar. Während eines heftigen Gewitters wurde der Cigenhümer Joh. Baltzinger aus Horburg vom Blitze erschlagen. Der Sohn Baltzinger, der sich auch auf dem Felde befand, wurde leicht verletzt. Münster. Eine empfindliche Strafe verhängte das hiesige Schöffengericht über den Fabrikarbeiter Hammer aus Metzeral. Dieser war in Metzeral in das Schullokal eingedrungen und hatte den Lehrer schwer beleidigt und beschimpft. Das Schöffengericht verurtheilte ihn wegen ' Hausfriedensbruchs und Beleidigung zu vier Wochen Gefängniß. Ottendorf. Hier verübte der Froschfänger Valentin Watre auf seine Mutter einen Mordversuch. Watre kam in betrunkenem Zustande nach Hause und fing mit seiner Mutter Händel an. Die Frau verließ darauf ihre Wohnung. Ihr Sohn eilte ihr trotzdem nach und schoß aus kurzer Entfernung ihr eine Kugel in die Brust. Der Thäter wurde verhaftet. Meckrenvurg. Schwerin. Letztens fiel der etwa 50jährige Maurer Wilhelm Schmidt Hierselbst, der mit Reparaturarbeiten an dem Hause Wismar-sche-und Wilhelmstraßen - Ecke beschäftigt war, vom Dach des Hauses auf die Straße und erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß er alsbald verstarb. Der Verunglückte hinterläßt eine Wittwe. Fürstenberg. Letztens entstand in den Hintergebäuden des den Maler Panckow'schen Erben gehörigen Hauses an der Bahlenseestraße ein Feuer, das bald eine bedeutende Ausdehnung erreichte. Durch die enge Bauart der Stall- und sonstigen Hintergebäude sprang das Feuer auch nach der Friedrich Wilhelmstraße über. ES sind hier außer tfem Panckow'schen Hause, noch die Häuser des Bäckermeisters Sponholz. der Wittwe Heeder und des früheren Korbmachers Adami eingeäschert worden. Auch die Stallgebäude von den zu diesem Block gehörigen Häusern der Schwedtseestraße und Krummenstraße sind vernichtet. Leider hat sich bei dem Brande auch ein Unfall ereignet. Den bei der städtischen Feuerwehr als Spritzenmeister fungirenden Schuhmachermeister Ewert traf eine herabstürzende brennende Luke auf den Kopf, so daß er schwere Brandwunden davontrug. Gadebusch. Vor einiger Zeit feierte der Rathsdiener MaM den Tag, an dem er vor 25 Jahren als Städtdiener hier angestellt wurde. Magistrat und Vllrgerausschuß überbrachten dem Jubilar Glückwünsche, ferner gingen viele schriftliche und persönliche Gratulationen von Freunden und Bekannten ein. Skdettöurg. Oldenburg. Der Großherzog hat den Professor Dr. Schmidt in Jever in gleicher Eigenschaft zu Michaelis d. I. an das Gymnasium in Oldenburg versetzt. Frau Wittwe Remmers Hierselbst verkaufte ihren an der Ziegelhofstraße belegenen Bauplatz für den Preis von 4000 Mark an Herrn W. Riemann Hierselbst. Brake. Der Großherzog hat den Rektor an der höheren Bürgerschule in Brake, Anacker, mit dem 1. Oktober d. I. auf. Ansuchen in den Ruhestand versetzt. Essen. Hier ist der im besten Mannesalter stehende Tischlermeister Deken an den Folgen einer Blutvergiftung gestorben. Er hatte eine ganz unbedeutende Verätzung an der Hand. Jever. Vor Kurzem ereignete sich hier auf dem Bahnhofe ein schweres Unglück. Die Schülerin Olga von' Holwede, 'Tochter des Aufsehers des fiskalischen 'Wasserwerkes zu Feldhausen, die tvk an ftdem Nachmittag nach Heidmühle fahren wollte, ist an den Zug gesprungen, aber abgefallen und überfahren worden. Das Kind war infolge Zertrümmerung des Kopfes auf der Stelle todt. Ein Verschulden dritter Personen liegt nicht vor. Das Mädchen sollte demnächst konfirmirt werden. -gaedxten&uvQ. Schwerin. Der Generaladjutant, General der Kavallerie Freiherr von Maltzahn, feierte kürzlich sein 40jähriges Dienstjubiläum. Alt - Karstadt. Auf dem Ge.Höft des Erbpächters Johann Schult hier, Kämmereidorf der Stadt Grabow, entstand auf unaufgeklärteWeise Feuer, wodurch das Wohnhaus und eine Scheune eingeäschert wurden. Mitverbrannt sind ein Pferd und ein Schwein. Dannenwalde. Oberforstmeister a. D. von Waldow starb auf sei-
nem hiesigen Gute im Alter von 87 Jahren. Der Verstorbene besaß drei Güter in der Mark und zwei Güter in Mecklenburg - Strelitz. Güstrow. Durch einen Schuß in den Kopf tödtete sich im hiesigen Alumnat der Obertertianer des Realavmnasiums Oskar Jöbnk aus der Umgegend von Stade. Man nimmt an, daß Jöhnk aus Kummer darüber, daß er nicht versetzt wurde, Hand an sich gelegt hat. Priepert. Der Ziegler Karl Ahlgrimm von hier konnte kürzlich auf den Tag zurückblicken, an dem er vor 50 Jahren auf der hiesigen Ziegelei in die Lehre getreten war. Ter Großherzoa verlieh ihm aus diesem Anlaß die Vermcnstmedaille inBronze, und ließ sie d?m durch den Kammerherrn v. Bülow im Karolinenstift überreichen, wo Ahlgrimm leider seit längerer Zeit krank darniederliegt. Rehna. Der .Arbeiter Sattler, ein älterer Mann, der in einer hiesigen Herberge mit Holzkleinmachen beschäftigt war, ist in einem auf dem Hofe stehenden Kübel mit Wasser ertrunken. Freie Städte. Hamburg. Dieser Tage beging Herr Johann Petersen, Seniorchef der bekannten Bugsirfirma Petersen & Alpers. sein 60jähriges Jubiläum. Der in der Humboldtstraße 140 wohnende Knabe Stapelfeldt gerieth beim Spielen unter einen Geschäftswagen und wurde überfahren. Die Leiche wurde nach dem Hafenkrankcnhause gebracht. Vor Kurzem ist in dem nahen Geesthach das von dem Schuhmacher Spangenberg und dem Maler Müller bewohnte Haus Bäckerskamp 8 zum Theil niedergebrannt. Den Bewohnern gelang es, die Mobilien zu retten. Die Leiche des vor längerer Zeit bei einer Collision zwischen einem Ruderboot und einem Alsterdampfer ertrunkenen Kellners Alt ist in der Binnenalster gefunden worden. Man brachte sie nach dem Hafenkrankenhaus. Unlängst blickte Theodor Grell auf eine 25jährige Thätigkeit in der hiesigen bekannten Speditions - Firma P. A. v. Esien zurück, in die er vor 25 Jahren als Lehrling eintrat und die er seit Jahren in Gemeinschaft mit seinem Bruder, Ernst Grell, für eigene Rechnung führt. Bremen. Ertrunken ist der circa 20 Jahre alte, auf einem Lloydkahn bedienstete Bestmann Addicks aus Aschwarden. Derselbe war etwas angetrunken, an Bord gekommen und dürfte in diesem Zustande über Bord gefallen sein. Die Leiche wurde später geborgen. Vor Kurzem wurde der 7 Jahre alte Sohn des Arbeiters Brühn von einem Straßenbahnwagen in der Nähe des Waller Kriegerdenkmals überfahren. Der Tod trat sofort ein. Schweiz. B e rn. Dieser Tage ist nach längerer Krankheit der frühere Pfarrer und dann langjährige Direktor des hiesigen historischen Museums, Karl Her:.cann Kasser, hier gestorben. Genf. Naturforscher Prsf. Vikror Fano, ver unlängst hier vernaro, hat dem hiesigen Naturhistorischen Museum seine reichhaltige Sammlung der schweizerischen Vogelfaunz testamentarisch zum Geschenk vermächt. Langn au. Im Alter von noch nicht ganz 24 Jahren starb hier nach langer Krankheit Adolf StrübinWyß, Mitinhaber der Druckerei Rit-fchard-Wyß & Co. und Mitherausgeber des Emmenthaler Blattes. Salven ach. Vor einiger Zeit wurde hier bei starker Brise das zur Hälfte neue Bauernhaus des Daniel Wieland vollständig einge'äsckiert. Mit knapper Noth konnte das Vieh gerettet werden. V v e r d o n. Vor dem hiesigen Kriminalgericht erschien der 36jährige Duruz, der im verflossenen No vember den 71jährigen Franz Gaillard mit Beilhieben ermordet hatte. Duruz, der schon eines früher beoanaenen Verbrechens weaen unzurechnungsfähig erklärt worden war. war aus dem Irrenhause entlassen worden, unter der Bedingung strenger Beobachtung durch die Gemeinde, an der es allerdings gefehlt hatte. Die irrenärztlichen Experten beantragten neuerdings den Angeklagten unzurechnungsfähig zu erklären, mit
der Bedingung lebenslänglicher Um terbringuna in th Irrenhaus. Doch wurde er nach längerer Berathung des Mordes schuldig und zurecy.....sr:c:. . r i st .c:.ri iiuuus uuiu tiuuu. Vii cirncu uiuu Zuomigunz muoernoer uniuan v i riww v 25 Jahre Zuchthaus. Zurrch. Durch eine heftige Lun " rL v i r-7 elf f l. p UC11C1UAUUIUUU IU ÜCl UU UUUjähre stehende Waisenvater Pfarrer tl (v!U fc!ninitifi((i Vnnrhprr ' V - - -7 --Da ii' x)tx Geschäftsmann. Ich bin immer glücklich, einen Menschen zu finden, wo ich fühle: dem kann ich vollständig vertrauen." Na, mir ist einer, der Baar zahlt, noch lieber!" Aus der Gesellschaft. Geheimrath Müllers gehen dieses Jahr nicht nach Norderney?" Nein, die haben schon so viel See rtn npr rpi pv itp iptjt nur r w r V , w rr . . r i Trockenen sitzen! i v A 9 ! v
