Indiana Tribüne, Volume 29, Number 262, Indianapolis, Marion County, 28 June 1906 — Page 7

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Jndiana Tribüne, 20. Juni IS6. n

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0 In drn Abgrund 9 0 6 f.! o m CL U von Adolf Htt 9 (Fortsetzung.) So der Lauer. Das Weibervolk Hatt5 aber ganz andere Dinge im Kopfe. Die Kirchweih nahte heran, und da mußte nicht nur in Haus, Hof und Stall die allergrößte Ordnung und Reinlichkeit herrschen, sondern vorher gebraten, gesotten und gebacken werden, was Vorrathskammer und Küche aushielt. Auch die Verschönerung d:s eigenen Leibes durch einen neuen Anzug, ein besonders farbiges, seidenes Brusttüchel oder einen feinen Schurz mit Stickereien, machte nicht geringe Sore. An einem solchen Tage da gilt es ?ben zu zeigen, was man ist und was man hat. Wenn Bauern, Knechte und Mägde auch das ganze übrige Jahr sparen und nothen können am Kirchweihtag merkt man nichts von dieser Eigenschaft. Da muß her, was gut und theuer ist; nie zu wenig, meist zu viel. Aber. Du lieber Gott! Es ist ja doch nur einmal im Jahre Kirchweihtag. und die Menschen haben sich ein Sprichwort erfunden, das alles deckt: .Einmal ist keinmal!" Freilich ist es vom Anfang bis zum Ende falsch und erlogen; daraus machen sie sich aber nichts. Der Oktober lieh sich in diesem Jahre gut an. Frau Sonne strahlte eine freundliche Wärme aus; ein leichttz Luftzug trug die kleinen, schwarzen Spinnen mit ihrem leichten Gewebe von Staude zu Staude, von Ast zu Ast. so daß ein ganz lustiges Treiben hoch oben m den Lüften entstand, und klar und bestimmt traten alle Formen der Landschaft hervor. Es war eigentlich viel angenehmer als an einem schönen Sommertage. d'nn es Platte Mensch und Thiere keine übermäßige Hit;?, und nur das leise Rascheln der vereinzelt fallenden Blätter erinnerte daran, daß die Natur sich rüste, zur Ruhe zu gehen. Die Blumen in Wald und Feld sind selten geworden; dafür aber enthalten die Gärten der Gebirgsbauern noch einen reichlichen Flor von Astern, und Malven in allen Farben. Ab und zu blüht eine Rose dazwischen, und mancherlei buntes Kleinzeug wächst und rankt sich auf den Beeten und an den Wänden und Zäunen. Manchmal macht der Frost einen Strich durch die Rechnung und dann setzt es eine große Traurigkeit ab. denn mit was sollen die Kränze für die Kirchen. Wegkreuze und Muttergottesbilder gebunden werden? Auch wird es dann fast unmöglich für Barschen und Tcandeln, sich einen schönen Strauß, Boschen genannt, an das stlberbeschnürte seidene Mieder oder auf den Hut zu stecken. Am Gwandtnerhof geht hinter dem Gartenzaun ein Fußweg vorbei, der auf die Höben führt. Stark begangen ist er nicht, denn wer sollte dort oben viel zu suchen haben? Ein Dutzend Holzknechte, ein paar Kmder oder Wer ber, die sich Fallholz holen, hie und da ein Jäger, das ist das ganze Volk, das während einer Woche vorüberkommt. Es merkt auch kein Mensch darauf, hat doch jeder im Gwandtnerh?f seine richtige Arbeit, die ihm keine Zeit zum Herumspekuliren laßt. Da mag man cher öfter vorbeikommen, als einmal oder zweimal, und es fällt mqi auf; besonders wenn er zu den Fallholzsuchern oder Holzknechten gehört. Aber und da steckt der Has' im Busch wenn ein solcher Jemand ein junger, frischer Jägersbursch' ist. der mit der Büchse am Rücken und gefolgt vom krummbeinigen Dackel oder dem Schweißhund, gleich dreimal in der Woche auf demselben Fußweg zu Berg steigt, und jedesmal am Gartenzaune stehen bleibt und mit einem Rieseninteresse die Weiß- und Rothkrautköpfe betrachtet, die doch was ganz Gewöhn liches sind, wenn da nichts dahinter ist? Midei fand diefe Sache auch sehr auffallend und verspürte im Anfange eine Art Aerger darüber. Nach lan gerem Nachdenken aber fand sie, daß der Jäger gehen könne wo' er wolle, und wenn er eine besondere Freude an einem Gemüsegarten habe, könnte dagegen auch nichts eingewendet werden. Bös kann man ihm so wie so net sein, denn er ist em gar sauberer, lebfrischer Bursch', dem das Hütl mit dem wackelnden Gemsbart so sakrisch keck auf dem Kopf sitzt," fuhr sie in ihrem Eedankengang fort. Einige Zeit nachher fiel ihr der schone Schnurrbart des Fischhaber Nranzl auf. denn so hieß der königliche

U Jagd- und Forstgehme.

Das Midei vom Ewandtnerhos machte damit die gleichen Bemerkungen wie so viele andere Deandeln m Par tenkirchen und Garmisch, von denen der saubere Forstgehilfe aber nicht viel wissen wollte und deren Gemüsegarten nicht !in geringsten beachtete. Der Fischhaber-Franzl stammte aus einer alten Jagerfamilie. Semen Va ter hatten die Wildner erschossen, die Mutter überlebte denselben aus Gram nicht lange und so stand dann der Bur sehe ziemlich allein in der Welt. Da nahm sich ein entfernter Vetter seiner an und wollte ihn siudiren. d. h. geistllch werden lassen. Aber der Franz

und ein Geistlicher! Der dachte immer

an den Wald und die Gemsen und Hirsche und hatte auch nicht den geringten Sinn für die dicken und langweiigen Bücber. au denen er lernen sollte. Wer aber in der Schule unter den letzen ist. braucht es draußen im Leben nicht immer zu bleiben. Das zeigte sich wieder an dem Buben, als er von der Schule genommen und, weil er Mit Bitten und Betteln gar nicht nachgab, zu einem Förster in die Lehre gethan wurde. Ter Herr Vetter gewöhnte sich nur langsam und ungern an die ge'anderie Berufswahl semes Schützlings. Schließlich gab er sich jedoch darein, weil er fand daß der Franzl doch das richtige Beten nickt gelernt hätte, und vermachte sein Geld einem Kapuzinerkloster: vom Franzl wollte er aber. was Unterstützung betrifft, nicht mehr viel wissen. Ter fand aber seinen Weg selbst, nachte sick durch Fleiß und Schneidigseit überall beliebt, wo er angestellt war und befand sich im besten Zuge, in wenigen Jahren es zum königlichen Forstwart zu bringen, einer Stellung, die angesehen war und ihren Mann bildete er sich den Spaß ein auch Frau und Kinder ernährte. Gegenwärtig schien etwas von dieser Art von Einbildung unter seinem grünen Hütl zu spuken, sonst hätte er dem Gwandtnerhof mcht so viel Ausmerlsamkeit geschenkt. Aber die Dinge lagen keineswegs entfach. So em Gebirgsbauer hat einen gar harten Kopf und besonders, wenn er nur eine Tochter hat, die seinen Hof erben wird. Selten genug sind die Fälle, wo ein Jäger eine richtige Bauerntochter heimfuhrt. denn der Bauer sieht in diesem stets denjenigen, der ihm mit dem Walde, der Streu und dem Holze Schwierigketten bereitet. Dazu kommt, daß so manser das Wildern nicht latten kann, und dann wird ihm der Forstmann zum Feinde. Wenn auch eine solche Stimmung für gewöhnlich nicht offen zu Tage tritt, in dieser Abschließung der Wohnsiatten. auf der Bierbank. bei den landesüblichen Scherzen und Sticheleien ist sie zu merken. Ter Gwandtnerbauer war em reicher Mann und besaß dieselben Ansichten wie die übrigen, d. h. es war sehr zweifelhaft, ob er einem Freier aus der Jägerei nicht die Thüre gewiesen hätte. Aber wann glaubt ein Verliebter nicht, alle Schwierigkeiten besieaen zu können? Ter Fischhaber-Franzl ist also verliebt und zwar viel stärker, als er es sich selbst zugeben mag. Das Midei war aber auch darnach, um einem jungen Burschen -das Herz hüpfen zu machen. Stark und groß gewachsen, blauäugiz, braunhaariz und mit einem Eesicqterl, viel schöner als die Muttergotte von Ettal. wie der Franzl meinte, dem daS berühmte Kunstwerk bisher als der Ausbund aller Lieblichkeit erschien. Das Mädl war der Typus eine? Schönheit nach dem Herzen eines Gebirglers. Sonnige Freundlichkeit lag auf ihren Zügen und die Gutmüthigkeit sprach aus ihren Augen. Nur etwas neugierig war sie, und es ist deshalb nicht zu verwundern, daß y.t ralo genug herausbrachte, zu wel cher Stunde der Jäger gewöhnlich vorbeikam. Nach und nach interessirte es sie. was der Mann wohl an ihrem Garten zu schauen habe; dazu mußte sie aber selbst hinaus, denn derartiges kann man aus der Ferne nie ganz genau beurtheilen. Natürlich mußte sie es so angehen, daß der Franzl von ihrer Absicht nichts merkt. Und rich tig. gleich am ersten Tage klappte die Geschickte. Midei arbeitete, wie wenn sie dafür bezahlt würde, an den Blumen und halbkahlen Beeten. Da ka men Mannstritte näher. Umzusehen, wer es war. mußte sie aufblicken und we? sollte es denken? Genau der Fisch-haber-Franzl ist's gewesen; freundlich gegrüßt hat er auch, aber vorüber geaangen ist er. Da wären auch noch andere Mädels als das Midei brennroth geworden; ja. selbst der Jäger hatte in diesem Augenblick etwas erhitzt ausgesehen. Midei war deshalb so ge scheit wie zuvor, und konnte deswegen nicht anders, als nochmals zu Probiren. Das zweite Mal ging es schon viel besser. Ter Franzl blieb nämlich stehen. that, als ob er sie nicht gleich sehe, und dann kam er ihr gegenüber an den Zaun beran und empfahl ihr, nicht gar zu fleißig zu sein, es sei heute ein so schöner Tag. daß man lieber ein Bogerl sein möcht', das am Kirschbaum singt. Dann grüßte er wieder und stieg ruhig aufwärts. Das Midei dachte immer nach, was der Franzl. dem man wirklich gar nicht bös sein kann, mit dem Vogerl am Kirschbaum gemeint haben könnte. Da fiel ihr sieöheiß ein, daß sie ja selbst unter dem einzigen Kirschbaum, den es weit und breit gab. gestanden hatte. Na der Schlang!!" dachte sie und bildete sich einen großen Zorn ein. So einer ist der! Auf dem Kirschbaum möcht' er singen, unter dem ich steh'! Da hört sich alles auf !" Wie sie aber so weit war. stieg es schon wieder ganz heiß in ihre Wangen, was sie mit dem vielhitzigen Geblüt, das sie habe. sich erklaren wollte. Und wie dann tags darauf der J'ä ger das dritte Mal vorüberkam, da hatte sie gerade solche Sachen geben sich natürlich aanz zufällig einen fckönen Boschen aus rothen Nelken und Gelbveiglein in der Hand, und der Mensch war keck genug, sie um em ein zig'. Nagerl" zu bitten. Wenn dann einer so freundlich bittet, kann man

auch nicht so sein, als man eigentlich sein sollte.

.Was liegt an einem Nager! meinte das Midei und streckte die Hand mit den Boschen über den Zaun. Da packte aber der Franzl die Hand und den Boschen und wollt: sogar vielleicht tbat er's auch ein Bußl darauf drücken. Aber so etwas darf kein braves Madl leiden; deswegen netz Midei lieber den ganzen Strauß dem Jager und lief geschrieen hat sie aber nicht hochroth im Gesichte, über alle Weiß- und Rothkrautbeete dem Hause zu. Hoch oben vom Walde aber, da schallte ein Ächzen und Singen, daß die paar Wildpret, die am Rande standen, gedacht haben müssen, dem Mann sei es unter dem grünen Hut! Nicht ganz richtig. Das mit dem Bußerl aus der Hand war also nicht ganz richtig. Wenn sich Midei aber ganz genau zurückerinnerte, glaubte sie es eher als Nicht, und deswegen mußte sie das kleine Hautfleckerl zwischen Daumen und Zeigefinger immer und immer wieder anschauen. Selbst ihrer Mutter fiel es auf und so fragte diese endlich: Was hast denn an Deiner Hand. Midei? Warum schaust's denn immer an?" A biss'l verbrannt b.ab' ich mich." antwortete diese und verließ ungemein schnell die Küche, denn sie spürte schon wieder ihr hitzig's Geblüt im Gesicht. Was die Madeln heutzutaq wehleidig sind, das ist gar net zum sag'n!" brummte die Alte. Zu meiner Zeit war's ganz anders." Ob das wohl wahr war? Endlich brach der ersehnte Kirchweihsonntag an und zwar mit dem freundlichsten Gesichte, das man sich bei einem Herbsttage vorstellen, kann. Da begann es in der Richtung auf Garmisch auf allen Wegen und Steigen. die entweder im Thal' oder von den Bergen herabführten, lebhaft zu werden. Eilenden Schrittes kam alt und jung daher, um wo möglich noch etwas von der Predigt und dem Hochamte zu profltiren. denn em solcher heilige? Tag muß christlich angefangen werden. Kam emer zu früh, dann labie er sich vorher in einer der Wirthse)aften, und kam emer zum Hochamt zu spät, dann that er das aleicke. 1 Wenn es so gemacht wird, so füllen sich Kirche und Wirthschaften wie von selber; nur die letzteren haben voraus, daß die Leute m ihnen ungleich langer sitzen bleiben, als in ersterer. Das Hauptvergnügen für die jungen Leute ist ja der mit der Kirchweihfeier verbundene kleine Markt mit seinen Herr lich- und Sehenswürdigkeiten und des Nachmittags und Abends der Tanz. Zwischen den llemen Buden und Ständen mit dem ländlichen Flitterkram, Gebrauchsartikeln, Süßigkeiten und dergleichen, drängt und schiebt sich das Volk m der ihm eigenen Weise, die darin besteht, daß es alle Dinge, die es der Beschauung würdigt, recht lange betrachtet, und wenn es sein kann, daran herumprobirt. Die Alten schauen mehr aus die Gebrauchssachen, die Jungen auf Schmuck- und Flitterwerk. Adlerslaum, machelnde Gemsbarte und Süßigkeiten. Nur wenn ein Bursche ein ausgesprochenes Verhältniß mit einem Deandl hat. steigt er mit ihr auf dem Markte herum, zieht auch wohl freigebig den nicht zu dick angeschwollenen Geldbeutel und erfreut seine Schöne mit irgend einem Gegenstand ihrer Wünsche. Bleibt sie z. B. an einem Stande, wo goldene Hutschnüre, Silberzeug oder derartiges verkauft' wird, zu lange stehen, und fängt sie gar mit dem Bewundern an, so kann man oft sehen, daß ihr Bursche sie bei dem Aermel packt und mit den Worten weglockt: Da geh' her. Resi. sell. dort gibt's noch schönere Sach'n." Aber auch für diejenigen, welche sich schon halb und halb einander zuneigten, ist ein Kirchweihtag gewöhnlich jener. wo die Liebeskrankheit ihren heftigsten Ausdruck erlebt und die Krisis eintritt. Burschen und Madeln ziehen in Trupps daher; letztere meist ineinander eingehängt, als ob sie gewaltige Furcht hätten, von ihren Geschlechtsschwestern weggerissen zu werden. Es ist jedoch meist das Gegentheil der Fall. Ab und zu nähert sich einer den landlichen Schönen und versucht eine Unterhaltung mit der oder jener anzuknüpfen. Er zieht dabei aber meist den kürzeren, da das Mundwerk der übrigen Deandeln das seinige weit übertrumpft. 9!achmittags oder Abends beim Tanz, da geht es schon besser und leichter. Die Mädchen sind aber euck für Aufmerksamkeiten empfänglich, und so eine goldene Hutschnur oder eine Düte Schleckereien hat schon mamÄe zusammengebracht, die vorher nicht daran dachten. Es ist also ein ebenso lebhaftes und farbenfnsches Bild, das sich an einem solchen Tage entwickelt. Die Burschen tragen grüne Hütle mit dem Spielhahnstoß oder Gemsbart darauf und als nobelste Zier eine Adlerflaumfeder. Kurze, grun ausgeschlagene graue Lo denjoppen und gestickte Hosenträger über dem weißen Hemd mit dem Lieg kragen, Hirsch- oder gemslederne KnieHosen mit dem breiten gestickten Gurt. sowie buntgestrickte Wadenstrümpfe, die nur bis zu den Kniekehlen reichen und dann umgeschlagen werden, somit das Knie nackt lassen. . Halbstiefel oder Schuhe, Haferlschuhe genannt, bilden iie Fuß; Kleidung, die nach Umständen bis zu zen Pfund wiegt.

Auf leichten Sohlen steht so em

stämmiger Gebirgsjüngling also nicht. Er lji aber die schwere Belastung an seinen Füßen so aewöhnt, daß er sich ebenso leicht darin bewegt, als ein sögenannter Sradtsrack. die Spottbezeichnung f'"r die Stadtherren. rm , c iüi-c uverau, zeigl oie weioiiaze Tracht mehr Farbenuntersckiede. Um das niedere grüne Hütl schlingt sich in vielfachen Windungen je mehr, desto nobler die goldene Hutschnur mit den Quasten. Ein schön geblümtes oder gestreiftes seidenes Tuch bedeckt die Brust und ist in das schwarze, silberverschnürte, mit Münzen und sonstigem " i r f , rm i . n . Jierraiy gejcnmuaic UKteoer gqieci. Stoff und Farbe der fußfreien Rocke wechseln in den tiefen Tönen von schwarz, grün und braun. Ein gestickter weißer oder seidener Schurz, weiße Zwickelstrümpfe sowie nicht zu schwere Schuhe vervollständigen den ungemem kleidsamen Anzug. Regnet es, tragt das Männervolk den braun- oder graulodenen Wettermantel, die Weiber Jacken. oft auch den vorgenannten Mantelschutz. Am aroßten ist das Gedränge des jungen Volkes um die Tische und Stanke, wo Lebkuchenherzen mit sinnigen oder auch unsinnigen Sprüchen verkauft werden. Wird dadurch doch dem ländlichen Galan Gelegenheit aeboten, seine Gefühle auszudrücken, ohne daß er zu reden veranlaßt wird, die ihm schwer fallen. Was er sagt, das kann die Resi oder die Loni falsch verstehen oder vergessen; was aber auf dem kleinen uuerüber gepappten Zettel steht, kann so und so oft gelesen werden. Und wird erst das süße Lebkuchenherz von ihr ganz oder m kleinen Stücken gegessen, so kann er sicher sein, daß dabei an ihn gedacht wird. Aber auch die Deandeln benützen diese praktische Einrichtung hie und da, um eine Anspielung oder dergleichen zu machen. Da ist es nun nicht so leicht, das Richtig? herauszufinden; denn zwischen Lebkuchenherz und Lebkuchenherz ist ein großer Unterschied im Werth und aufgedrucktem Inhalt. Auch das Midei vom GwandtnerHofe ist mit einigen Freundinnen an einem solchen Stand' sie hat aber nicht die gleichen Interessen wie jene, um die ein paar junge Burschen scharmutziren. und sieht deshalb ziemlich gelangweilt darein. Plötzlich aber belebt sich ihr Auge und sie verspürt wieder das hitzige Geblüt im Gesicht. Winkt ihr doch einer freundlich zu. der seine Kameraden fast um Kopfeslänge überragt und es somit leicht hat. Umschau zu halten. Es verbleibt aber nicht bei dem Zunicken, denn der Fischhaber-Franzl er war es und kein anderer macht sich kräftig mit seinen Ellenbogen Platz und. ehe es sich die Midei versieht, steht er vor ihr. Der Franzl ist immer ein bildsauberer Bursch, aber beute, im Sonntagsstaat, schon ganz besonders. Das würde aber nichts ausmachen, denn die junge Gwandtnerin merkt eigentlich gar keinen Unterschied; er gefällt ihr ja so wie so. Schon eine ganze Stund' hab' ich nach Dir ausg'schaut." beginnt er seine Anrede. Ja, warum denn?" antwortet sie und zupft verlegen an den Schurzbändern. Ja. lnawm denn?" wiederholt der Bursche, dabei traf Midei aber ein so heißer Blick, daß sie die kaum aufgeschlagenen Augen sofort wieder zu Voden senkte. Darf ich Dir nix kauf'n, Midei?" fuhr er bittend fort. Ja, wirst doch keine Umständ' wegen meine? machen und Dein Geld 'nauswerfen!" meinte Midei abwehrend. Aber so recht echt und wahr klang es nicht. Der Fischhaber-Franzl sagte auch gar nichts mehr darauf, sondern drängte sich an den Stand vor, wählte nicht zu lange und griff nach einem der größten und schönsten Herzen, das mit Rosen und Nägelein cx Tragant, Goldborden und Vandern verziert, in einer besonderen Schachtel auslag. Es war ein ganz Feines in seiner Art. Das macht aber Nichts aus, sondern das Spruchlem, das querüber gepappt war. Mit bittenden Augen überreichte er das süße Geschenk dem Midei, das vor Verlegenheit kaum wußte, wohin es schauen sollte. Zum Glück waren ihre Freundinnen von den Burschen so in Anspruch genommen, daß sie den Vorgang gar nicht bemerkten. Magst denn gar net lesen, was auf dem Herzl steht?" drängte der Franzl. Da konnte denn das Mdei nicht mehr anders und las, leise vor sich hmmur melnd: Rothe Nclken "nd gklbe Veigelein. Tllftkniiicht süßer, als die Liebe mein. Sie bat für die Ewigkeit Bestand. Drum geh'n wir durch' Leben, Haud in Hand." Midei sagte als Antwort gar nichts, fondern klappte nur so rasch als möglich den Deckel der Schachtel zu. denn schon wieder hatte sie es mit ihrem gar zu hitzigen Geblüt zu thun. So einen starken Anfall, der gleich das Herz hüpfen machte, hatte sie noch nie gehabt.' ' (Fortsetzung folgt.) (?in angenehmes Nmt. Professor L. Eüuse, nachmalige: Direktor des VarietetheatcrS in Pari, wurde Leib zaknar.tt beim Könige StanislauS LeszcinSky an demselbcn Tage, an wel chem dieser Souverän seinen letzten Zahn verlor.

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