Indiana Tribüne, Volume 29, Number 262, Indianapolis, Marion County, 28 June 1906 — Page 6
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GMck. Won M. Gerdina. Ich weiß, daß Sie es reizend machen werden, mein Brautkleid und ich danke Ihnen schon im voraus tausendmal!" Und die kleine, blonde, gluckstrahlende Edda von Wennigstedt hält in einer Anwandlung freundschaftlicher Herablassung ihre schmale, Hochwohlgeborene Hand der Direktrice hin, die die eleganten, hellgrauen Glaces eine Sekunde .mit ihren Fingern umschließt. Verlassen Sie sich darauf, gnädiges Fräulein, ich werde Ihren Geschmack zu treffen wissen", sagt sie dabei. Sie begleitet Edda uirt deren Erzieherin, das alte Fräulein von Reinen, das der Halbwaise die Mutter so vorzüglich zu ersetzen verstanden, bis zur Tbür des eleganten Anprobesalons. Die beiden Damen rücken noch ein wenig an den Hüten zurecht, knöpfen an den Handschuhen und sehen zu, ob Geldtäschchen und Sonnenschirm in Ordnung sind. Edda plaudert dabei und renommirt ein bißchen, ganz ohne es zu wollen, das harmlose Ding von ihrem zukünftigen Glück. Ihr Hans ist Husarenoffizier natürlich! Als ob Edda einen anderen als einen Hufarenoffizier heirathen könnte! Ihr Hans findet ihre Figur so prachtvoll eigentlich ist sie doch etwas zu dick! Nein, Tante Reinen, wirklich wirklich. Fräulein Welter, eigentlich ist sie etwas zu dick! Ihr Hans reitet so wundervoll, er hat ja auch zweimal den einen Preis beim Herrenreiten gewonnen aber den Ehrgeiz hat sie ihm gründlich genommen schrecklich, dies Herrenreiten! Ihr Hans will, die Hochzeitsreise solle nach Eapri gehen, aber sie hat sich nun mal Korfu in den Kopf gesetzt das ist doch viel origineller! Und dann die Erinnerung an die Kaiserin Elisabeth und an Böcklin ihr Hans, ihr Hans ... es ist, als ob in diesem niedlichen Mädchenkopf kein Raum ist für. etwas anderes als für ihren Hans". Tante Reinen lachelteselig dazu. Das Fräulein, die Direktrice, lauscht mit einem seltsamen Leuchten in den großen, schwarzblauen Augen ein müder, diskrettheilnahmsvoller Zug Heut um den feinen, herben Mund. Edda findet Fräulein Welter so furchtbar nett ordentlich gebildet! Edda hat eigentlich nie gedacht, daß so Leute" in Geschäften" so fein Gott, man könnte wirklich beinahe sagen vornehm" sein könnten. Und die ganze, meist adelt ge Kundschaft des großen Modebasars der Provinzialhauptstadt stimmt ihr bei Fräulein Welter ist ein tadelloses Mädchen, nicht nur wegen ihrer Geschicklichkeit. ihres vorzüglichen Geschmacks. Ihr ganzes Benehmen hat etwas so sehr Angenehmes, etwas so nett Zurückhaltendes. Sie ist eben ein kluges Mädchen. Sie kennt ganz genau den Unterschied zwischen sich und der feinen Kundschaft. . . man kann sich ruhig ein bißchen zu ihr herablassen sie wahrt immer die Distanz, bleibt immer taktvoll . . . vergißt nie ihre Stellung wirklich, ein tadelloses Mädchen! Fräulein Welter schließt eben die Thür hinter den Damen es fällt wieder beiden auf, wie reizend richtiz sie sich zu benehmen weiß. . . für Fräulein von Reinen den devoten, tiefen Knicks, für Edda es wäre ja taktlos, dem 18jährigen Ding dieselbe Höflichkeit zu erweisen wie der 60jährigen Matrone aber dies Neigen des Kopfes, dieser Blick, diese Haltung wirklich eine vorzügliche Person". . . urtheilt Edda mit der Naseweisheit, die ihre hochadelige Erziehung in ihr sorgsam kultivirt und ausgebildet hat. Drinnen im Salon nimmt Fräulein Welter den kostbaren, weichen Seidenstoff des Brautkleides zusammen und räumt die Modeblätter weg. Sie ist ein großes, schönes Mädchen etwa 30 Jahre alt. Das schwarze Haar, in schweren Flechten geflochten, liegt wie eine Krone auf ihrem Kopf, und über der breiten, weißen Stirn kräuseln sich eigensinnige Löckchen. In dem blassen Antlitz mit den feinen Zügen wie die einer Kamee leuchten tiefdunkle Augen. Seltsame Augen sind's meerestief, unergründlich! Eine Sehnsucht liegt drin, eine todte, hoffnungslose nicht so eine, die in die Zukunft trägt, die in die Ferne reißt eine, mit gebrochenen Schwingen, eine, die der Vergangenheit gilt. . . Und während ihre Hände mechanisch thätig sind, um das Atelier für den zunächst angemeldeten Besuch zurechtzumachen, füllten sich diefe schöne Märchenaugen langsam mit Thränen. Es ist der 20. Mai heute ihr schwerer, schwerer Tag. . . Und heute sind es sechs Jahre. Sechs Jahre wie die Zeit ver rinnt! Ob es schlecht war, was sie gethan hat? Hier schweigt ihr Gewissen. Und wenn es schlecht war, sie konnte nicht anders sie mußte eö thun!
Nur einmal, einmal trinken dür fen in vollen, ganzen, tiefen Zügen! Sie war ja so durstig gewesen nach dem Glück! Sie meinte damals, dann würde alles gut fein. . . Jetzt wukte sie es besser! Jetzt kannte sie das größte Unglück glücklich gewesen zu sein. Das war ihr Unglück gewesen, daß man sie über ihre Verhältnisse erzogen verzogen, verwöhnt hatte. Und dann die reichen, vornehmen Verwandten! Sie war zwanzig Jahre und älter geworden, ehe sie aus ihrem Traume erwachte und das Leben erkannte und ihre Lage. . . daß sie zu den Armen gehörte, - den Glückverbannten. Da war sie nach Berlin gegangen, um ihr Talent die Putzmacherei ausbilden zu lassen. Die vornehmen Verwandten hatten sie gerne bei sich aufgenommen es hieß, sie studire" hier studiren war ja so zeitgemäß, so schick und in Berltn läßt sich ja so leicht dem lieben Nächsten ein X für ein U vormachen und Generals hatten nur die drei Söhne die schöne Nichte war eine so willkommene Zierde für den Salon. . . Wenn sie ihn nur nicht so thöricht, so über alle Grenzen des Gewissens hinaus geliebt hätte! 'So gute, liebe, treue Augen! So ein bißchen Bär, trotz der Uniform . . . so täppisch gerade in seinem tiefsten Innern so ein lieber, lieber. Mensch! Auf dem großen Ball im Kasino des Regiments hatte sie ihn zuerst gesehen. Die gelbe Seidenrobe stand ihr so prachtvoll und Tantens Diamantstern im schwarzen Haar. Er hatte immer ein wenig in der Ferne gestanden und die Augen nicht von ihr gelassen und sie hätte so gerne mit ihm geplaudert wie schade, schade daß die Tanzkarte schon voll gewesen war, als er gekommen! Ein paar Tage darauf bei einer kleinen Soiree hatten sie Gelegenheit gehabt, sich näher kennen zu lernen. Bis in den Hals hatte ihr das Herz geklopft, und sie hatte nicht gewagt, den Blick zu ihm emporzuheben. Wenn er nun darin läse! So eine Liebe auf den ersten Blick, so eine rasch aufschlagende Flamme. . . das war ja Thorheit! Das war ja. . . war das nicht entwürdigend für sie? Und er hatte sich ihr den ganzen Abend gewidmet. . . und that es nun immer, wo sie zusammentrafen. Er warb um sie um ihr Bestes, ihr Inneres, ihre Seele. Er ahnte gar nicht, daß es ihm längst schon, längst zu Füßen lag. Und sie hütete sich, es ihn merken zu lassen. Es war ein Held so ein Gralsheld! Er wollte sich alles erst erobern, so leichten Kaufs Gewonnenes das hatte ja keinen Werth für ihn. Und wie er es betonte, daß er arm sei. Das Gut Gott ja! Aber so als zweiter Sohn und sechs Geschwister Wenn es bei mir aus reinem Glückszufall nicht zusammentrifft aus Liebe so allein aus Liebe sann ich nicht heirathen", hatte er ihr einmal gesagt und sie scheu fragend dabei angesehen. Und da wußte sie: Wenn er es jetzt erfährt, daß du arm bist, so gänzlich arm dann ist alles vorbei! Dann ist's ihm Ehrensache, hinfort nicht mehr um dich zu werben. weil es eben etwas Unmögliches ist, etwas Undenkbares in diesen Kreisen arm und arm ich und er. . . Und so auf alles verzichten? Obne Sang und Klang. . . das süße, thörichte Glück dahinsahren, ohne es ein einziges Mal zu kosten? Nur einmal die Arme um seinen Hals schlingen dürfen, den Kopf an seine Schulter legen und sich geborgen fühlen. . . Um einen Kuß von ihm Leben, Seligkeit,- Freundschaft, Vaterhaus Frieden und Ruhe alles! Und da hatte sie gelogen. Erst noch gar nicht mit Worten. Du liebe Zeit, als ob man nicht auch mit Blicken, mit einem Lächeln, mit einer vornehm nonchalant gemachten Bewegung lügen konnte!... Sie wollte ja nicht das ganzeGlück, das war ja unmöglich. Nur die Schwelle nur das Vorgefühl. Nur nicht dies stumme, blasse, schweigende Entsagen. Und daß sie auch ihm weh thun mußte daß er sie nachher verachten würde, denn er haßte, die Lüge. Aber 'er würde ja auch das Glück kosten. Und er würde doch verzeihen endlich wo doch alles nur aus Liebe geschah, aus der thörichten, süßen, über alles Gewissen hinausgehenden Liebe. Und so hatte sie gelogcn. Und so war das entscheidende Wort gefallen sie lag in seinem Arm, und ihre Blicke tauchten tief ineinander, und seine Lippen brannten auf den ihren, und er nannte sie Braut. War sie schlecht gewesen? Ihr Gewissen schwieg hier.
Und wenn sie schlecht gewesen war sie konnte nicht anders, es mußte sein! Das Doppelgaspi-l. begann. Ihm sprach sie kühn von dem bedeutenden Vermögen, das ihr ein Onkel hinterlassen habe doch solle er den Eltern, den Verwandten gegenüber von seiner Kenntniß der Sache)chweigen. . . man meine sonst, er habe nur um des Geldes willen nach ihrer Liebe gestrebt. . . Ein ähnliches Märchen erzählte sie den Verwandten, den Eltern ihres Verlobten. . . Man glaubte ihr! Warum auch nicht? So gar abenteuerlich klang
das ja auch nicht, was sie sagte. . . Und wer hatte gemeint, daß hinter ihrer stolzen, reinen, klaren Stirn eine Lüge sich entspinnen könnte! Wer hätte zu behaupten gewagt, daß ihre Lippen sich erniedrigen möchten, eine solche auszusprechen! Aber ihr Gewissen hatte, geschwiegen. . . Und sie war glücklich gewesen. . . O Gott, wie sie die Gegenwart gekostet. . . wie sie jede Minute mit durstender Seele eingesogen. . . wie sie gewünscht hatte, den Augenblick auf Ewigkeiten auszudehnen! Ein Glück am Rande des Abgrunds das Glück ihres Lebens . . . der Sonntag ihres Daseins. Und dahinter die Nacht die schwarze, lange, bange Nacht des Lebens ohne ihn. Aber jetzt, jetzt war er da heute nocy heute! Und sie hatte ihn geküßt mit der brennenden Leidenschaft der Verzweiflung. Und sie war glücklich gewesen. Wonnige Monate, die ihr wie ein langer, sonnenheller Tag ln der Erinnerung lagen. Und dann in der Fülle des Glücks der kurze, schnelle, rasche Schnitt in ihr Dasein hinein, in seins. Es mußte sein! Heimlich hatte sie die Stellung in dem Geschäft, in dem sie heute Direktrice war, angenommen. Und wenige Tage, bevor sie sie antreten mußte zum letzten Male das Glück seiner Nähe gekostet. O, diese Maientage mit ihm auf dem Gute seiner Eltern! Und dqß hatte ihr ins Herz ge-j schnitten, daß er an die Zukunft glaubte und an die Erfüllung Endlich hatte sie ihm alles geschrieben. Von ihrer Schuld und ihrer Liebe und daß sie es als Gnade von ihm erflehe, daß sie todt fei für ihn und daß er ihr nicht schreiben möchte, ob er ihr zürne, ihr verzeihe . . . sie könne beide nicht ertragen sie wolle nichts wissen, nur nichts Bestimmtes wissen . . .und daß er sie verachten möchte dann solche Verachtung heile und es gäbe so viele reiche, gute Mädchen, die auch schön seien und nur wenn er einmal wirklich glücklich geworden sei, das möchte er sie erfahren lassen durch ihre Eltern. Das sei doch Trost für sie Sühne. Oder wenn er sie zu tief verachte, auch nicht. Ganz wie er wolle. Aber es sei ja alles nur aus Liebe zu ihm aus so süßer, thörichter, weit über das Gewissen hinausgehender Liebe geschehen. Sechs Jahre, seit sie nichts von ihm gehört hatte! Die Verwandten in Berlin hatten sie fallen lassen seit der Geschichte". Die Eltern schwiegen über die Vergangenheit. Hierhin in die ferne Provinzialhauptstadt klang schwer ein Ton aus dem fernen Berlin. Sechs Jahre! Damals hätte sie nicht geglaubt, es überleben zu können. Aber man lernt, alles zu ertragen. . . auch das schwerste Unglück auch das gestorbene, zersprungene Herz auch das glücklich gewesen zu sein. Und er? .Und wie hatte er es ertragen?. . . Und ihr Gewissen schwieg nocy heute. Sie hatte ja nicht anders gekonnt . . . es mußte sein! Die Thür öffnet sich, der Diener meldet: Frau Kommerzienrath Goldstein!" . . . Und herein rauscht die korpulante Dame mit den unzählbaren Diamanten an den Fingern, deren neumodisches Auto da unten stundenlang geduldig wartet. Und die Direktrice tritt ihr mit gewinnendem Lächeln entgegen. Herzlich willkommen, gnadige Frau! Die Sachen liegen schon bereit. . . Wenn gnädige Frau sich die Stoffe einmal ansehen wollen. . . Ich habe ein mattes Perlgrau beiseite gelegt, das gnädige Frau gewiß vorzüglich - kleiden würde. . . Und hier die neuesten Pariser Dessins. . . Zum Ausgleich. Postbeamter (zum Bauern): Der Brief hier kostet 10 Cents. Sie haben aber nur eine 5 Cents-Marke draufgeklebt. Warum das?" Bauer: Weil t vor 8 Tagen auf an Brief'S Cents zu viel fciauitiai?i?tJ&flt'JL .
Europäische Rachrichten. Wayern. München. Vor Kurzem ist hier der als Militärschriftsteller bekannte bayerische Gen.Lt. z. D. Karl Rcisner Frhr. v. Lichtenstern im Alter von 58 Jahren gestorben. Die a. o. Professoren Dr. R. Camerer (Maschinenbaukunde) und Dr. E. Sulger - Gebing (deutsche Sprache sowie allgemeine und deutscbe Literaturgeschichte) an der hiesigen Technischen Hochschule 'wurden zu o. Professoren ernannt. B a y r e u t h. Kürzlich erschoß sich hier der 18jährige Gymnasiast Forster aus unglücklicher Liebe zu der 14jährigen Tochter eines hiesigen Cafetiers. Der Vater des jungen Mannes sandte nun der Augsb. Abendzeitung" eine Zuschrift, worin er behauptete, daß sich sein Sohn wegen ehrenverletzender Behandlung durch das Rektorat des Gymnasiums idas Leben genommen habe. Der Gymnasialrektor Dr. Schmidt erklärte hierauf in den hiesigen Blättern diese Behauptung für unwahr und theilte mit, daß er wegen Verleumdung und Amtsehrenbeleidigung Klage gestellt habe. Andererseits hat Forster die Sache dem Staatsmi-
Nlstermm unterbreitet. H o h e n r a d. Unlängst ist im AnWesen der Firma Lechner, Metallham merwerk und Vronzefabrik Hierselbst, zwischen Spalt und Wassermungenau im Rezatthal gelegen, Feuer auszebrochen. Zwei Metallhämmer, eine 2o pferdige Sauggasanlage und die Wohnräume mit fast sämmtlichem Mobilar sind vernichtet. Der Schaden wird auf 30,000 'bis L5,000 Mark geschätzt. Kulmbach. Auf der hiesigen Polizeiwache vergiftete sich ein 22jähriger Kaufmann Namens Felix Hörvath aus Riga. Er hatte in mehreren Wirthschaften Zechprellereien verübt. In einem unböwachten Augenblick trank er eine Flasche Lysol. Der Tod trat sofort ern. Nürnberg. Vor Kurzein wurde die 24 Jahre alte Arbeiterin Sophie Mutzbauer in ihrer Wohnung todt oufgefunden. Sie hatte sich mit Lysol vergiftet. P a s i n g. Vor Kurzem brach hier Großfeuer in der Lederfabrik von N. Burghavdt aus, das von der freiwilli etn Feuerwehr aufs Energischste be kämpft wurde. Das' Maschinenhaus brannte aus, wahrend die anderen Ge bäulichkeiten gerettet wurden. W ü r z b u r g. Der hiesigen Universitat wurde von derPrwatlere Kon stanze Schweich in Frankfurt a. M. ein Kapital von 100F00 Mark überreicht zur Errichtung einer LeopoldSchweich - Stifwna. deren Renten Verwendung finden sollen zu Reisest! pendien für Studirende ider neueren Sprachen, zu Stipendien an Privatdozenten und Habintanten .der hiesi yen Universität und zur Förderung der 'wissenschaftlichen Arbeiten des Physiologischen Instituts. WUrttemöerg. Stuttgart. Im 64. Lebensjähre ist in dem Siadttheil Cannstatt 'der General der 'Infanterie z. D. v. Dettinger, einer der tüchtigsten württembergischen Offiziere, plötzlich gestorben, nachdem er eben von der Kirche nach Hause gekommen war. B l ö n r i e d. Letztens stießen hier zwei Radfahrer aneinander, wobei er eine vom Rade fiel. Der andere sprang ihm bei, verhalf ihm wieder auf seinen Sitz und fuhr weiter. Einige Zeit später fanden des Weges Kommende den Radfahrer todt neben feinem Rad liegend. Die Todesursache war eine Gehirnerschütterung' infolge des Zusammenstoßes. Der Verunglückte ist der Sohn des Zimmermeisters Bürger von Münchenreure. Dürrwangen. Kürzlich hat sich ber verheirathete Schuhmacher Louis Mattes durch einen Schuß in 'den Mund getödtet. Eßlingen. Vor einiger Zeit wurde im hiesigen Vahnhofabort ive? verheirathete Gottlob Witzig aus Zell erhängt aufgefunden. Das Motiv der That ist unbekannt. H e s s i g h 1 1 in. Unlängst goß die 25jährige Tochter Ver Wilhelm Haug'schen Eheleute Petroleum in eine brennende Lampe nach, wobei diese explodirte. Das unglückliche Mädchen, das demnächst Hochzeit halten wollte, erlitt so schwere Brandwunden, daß es nach einigen Augenblicken starb. Ktrchheim u. T. Ein Lehrer der hiesigen Realanstalt, Oberreallehrer Beißer, der in der letzten Zeit zum Kurgebrauch in Oberitalien und in der Schweiz sich aufhielt, ist in der Näh: von Flüelen tödtlich verunglückt. N e ck a r s u l m. Zum hiesigen Stadtbaumeister wurde einstimmig Friedrich Ege, Bauwertmeister und Wasserbautechniker von Stuttgart, bisher beim städtischen Tiefbauamt in 'Gmünd, gewählt. Oberndorf. Letztens fand man hier in einer Hütte die 58jährige Katharina Hambrecht aus Untersteinbach, Oberamt Oehringen. todt. Neben der Leiche lag eine leere Schnapsslafche, sowie eine nicht ganz ausgetrunkene Bierflasche. , R e u t ki n g e n. Nach längerer Krankheit starb hier im besten Mannesalter Fabrikant Christian Döttinger, Inhaber der Firma Büsing & Co., mechanische Strick- und Wirkwaarenfabnk. Tübingen. Das in der iuri-
stischen Fakultät der .hiesigen Universität erledigte Extraordinariat ist dem Privatdozenten für Civilprozeß, Strafreckt und Strafprozeß Hierselbst, Amtsrichter Dr. A. Hegler. unter Beföderung zum a. o. Professor übertragen worden. Professor Dr. K. Gru-. nert. Privatdozmt für Augen künde an der hiesigen Universität 'yat auf die vcni.i legendi verzichtet. W e g st e t t e n. Hier wurde ein der Wittwe Ostertag gehöriges kleineres Wohnhaus sammt Stallung durch Feuer zerstört. ?3crden. Karlsruhe. Der Rangir-Ob-mann Hund von ):er gerieth auf dem Rangirbahnhofe zwischen die Puffer zweier Wagen und wurde getödtet. Allmannsweier. Vor Kurzem begingen die Landwirth Johann Dürr'schen Eheleute das Fest der goldenen Hochzeit. Von dem Großherzog traf ein Geschenk von 30 Mark ein. Breiten. Ein trauriges Geschick ereilte den Schlosserlehrling Gern hierselbst. Derselbe machte die Gesellenprüfung und fertigte als Gesellenstück ein schmiedeeisernes Grabkreuz. Kurze Zeit darauf erkrankte er, zog sich eine Blutvergiftung zu und starb nach kurzer Zeit. Seine letzte Arbeit wird nun sein frühes Grab schmücken. Gottma dingen. Dieser Tage ist hier der in den weitesten Kreisen bekannte und hochgeschätzte Bierbrauereibesitze? zum Sternen", Joh. Graf, im Alter von fast 73 Jahren infolge eines Schlaganfalles gestorben. Heidelberg. Ein gräßV'ches Unglück ereignete sich in der EngelBrauerei. ' Der in Neuenheim wohnhafte verheirathete Maschinenmeister Franz Buchert (aus Baden-Baden) glitt bei Arbeiten an den Transmissionen aus, wollte sich daran festhalten, wurde aber vom Riemen mit fürchterlicher Gewalt an die Wand geschleudert. Die Maschine wurde sofort abgestellt, indeß der Verunglückte war bereits todt. Kirchhöfen. Letztens brannte die Doppelscheune des Landwirthes Kerber und des Stuhlmachers Stolber, sowie die Werkstätte des Letzteren nieder. Der Schaden beträgt aegen 9000 Mark. Mannheim. Vor Kurzem feuerte der 20jährige Taglöhner Jos. Killinger von hier einem Eisenbahnzuge einen Schuß entgegen, der die 18jährige Fabrikarbeiterin Katharina Anthes schwer an der Schläfe verletzte. Der Grund der That ist ein LiebesHandel. Die Anthes ist bald darauf gestorben. Der Thäter stellte sich der Polizei und wurde verhaftet. Pforzheim. Kürzlich fuhr der 15jährige Depeschenträger A. Kautter mit seinem Fahrrad an einem Langholzwagen vorüber, dessen hinteres Rad er streifte, und kam vabei zu Fall. Das schwere Wagenrad ging dem Unglücklichen über den Hals, was feinen sofortigen Tod zur Folge hatte. 'Mye.-npfakz. G o d r a m st e i n. Der Besitzer der hiesigen Emaillirfabrik Pail feierte unlängst im Kreise seiner Familie die Verlobung der ältesten Tochter. Während der Feie? gab der 17 Jahre alte Sohn in selbstmörderischer Absicht einen Revolverschuß auf sich ab, durch den er tödtlich verletzt wurde. Der junge Mann verübte die That in einem Anfall von Geistesstörung. Kaiserslautern. Letztens stürzte das 21 Jahre alte Dienstmädchen Franziska Hofmann von Hohenecken, bei Wittwe Köster in der Bethovenstraße hier bedienstet, beim Fensterputzen vom zweiten Stock des Hauses in ,den Hof. Das Mädchen hatte schwere Verletzungen am Rückgrat und Rückenmark davongetragen, so daß Lähmungserscheinungen am Körper auftraten. Rockenhausen. Hier erlitt der Vahnwort Gaß infolge eines Sturzes eine klaffende Wunde am Kopfe, die das Gehirn bloßlegte. Er wurde besinnungslos vom Platze getragen. Gaß steht im 60. Lebensjahre. Mörsch. Kürzlich schlug ein Blitzstrahl in das Anwesen des hksigen Landwirths Reich 3. Sämmtliche Baulichkeiten geriethen sofort in Brand. Nur das Vieh konnte mit knapper Noth in Sicherheit gebracht werden. Das Feuer griff so rasch um sich, daß die Bewohner das AnWesen in größter Eile verlassen mußten. Reich hat versichert. Pirmasens. Das 4iährige Söhnchen desMetzgermeistcrs Schmidt in der Rodalberstraße kam in einem unbewachten -Augenblick in das Räderwerk der Wurstmaschine und es wurden dem bedauernswerthen Kinde dabei vier Finger der rechten Hand total abgequetscht. St. Jngbert. Dieser Tage feierten hier die Eheleute Nikolaus Kihm und Katharina geb. Paul das Fest der goldenen Hochzeit. . Schlimm. Sie sammeln wohl Verbrechertypen. Herr Kommerzienrath?" Nein, waL Sie da hängen sehen, das ist meine Ahnengallerie!" Ein Kind, das seinen Vater kennt. Vater: Bengel, warum schreibst Du denn immer nach der Mutter? Wenn Du glaubst, daß Dir Unrecht geschieht, warum wendest Du Dich denn nicht an mich?" Paulchen: Weil Du ja doch nichts zu sagen hast, Papa." .-
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