Indiana Tribüne, Volume 29, Number 261, Indianapolis, Marion County, 27 June 1906 — Page 7
Jndiana Tribüne, 27. Juni 1906
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In drn Abqrund 0 1 0 xxx rt w $ von 9 Adolf Htt KWWWW6 i (Fortsetzung.) So lebten denn Gebirgsvolk und ZZgeuner, mit Ausnahme von deren Hunden, die angekettet bleiben mußten, und der Zsursi, welche sich grollend fern hielt, im besten Einvernehmen. Diese Zurückhaltung theilten sie aber noch mit einer Anzahl erb- und fest eingesessener Gebirgsbauern, welche sich zu vornehnc dünkten, um sich mit dem Bettelvolk wie sie es nannten abzugeben. So gestaltete sich das Leben am Tage, wo die Zigeuner zum Handwerker'und Bauern wurden. Kam aber die Nacht herab, spiegelten sich Mond und Sterne im sanft bewegten Gebirgssee. warf die Zugspitze ihren Niesenschatten über die glitzernde Fläche und war das Lied der Drossel und Schwarzamsel im Bergwalde verklungen. dann waren sie wieder die echten Söhne der Pußta geworden und ein Treiben begann, wie ehedem in der Ungarnhrimath. Etwas entfernt von den übrigen Hütten und Zelten steht ein stattliches Blockhaus, das bereits ganz fertig und eingerichtet scheint; die Bewohner desselben. Miska und. seine Familie, huldigen jedoch noch der alten Gewohnheit und sitzen um ein etwas entfernt davon brennendes Feuer. Die beiden Alten setzen mit Hinund Herredcn ihren Streit über Ansässigwerden und Herumziehen fort. Miska raucht seine kurze Pfeife, scheint nur aus Gewohnheit Antwort zu geben und mehr als seine Worte sagt sein Blick, der über das halbe Dutzend brennender Feuer und das Volk dahingleitet, das sich um dieselben tummelt. Eine dritte Person, ein junges Mädchen mit ausgesprochen schönen Gesichtszügen und Augen, die ebenso viel Schwärmerei als Leidenschaft erkennen lassen, sitzt etwas abgewendet von den beiden, hält die Hände verschlungen im Schooße und schaut nach dem Monde, der eben hinter den Bergen emporsteigt. Ein breiter Lichtstrahl fluthet über den leichtgekräufelten See und bringt ihn stellenweise zum Aufleuchten, als wenn er aus flüssigem Silber bestände. Scharf scheidet sich der Schatten der Tannen und Fichten von dem Lichte, das die Sterne auf den Wasserspiegel werfen. Weiter rückwärts steigt leichter Nebel empor und loxxb von der sanft bewegten Luft in die BaumWipfel getrieben, wo er wie zögernd eine Weile hängen bleibt, um dann in der warmen Luft wieder zu zerfließen. Ab und zu ertönt aus dem Walde ein unbestimmter Vogelschrei, wie es geschieht, wenn der Fuchs auf Beute geht und dabei einer der gefiederten Waldbewohne? aus seiner Ruhe geweckt wird. Ab und zu hört man auch Rollen und Aufschlagen. Das sind dann die Steingrüße, welche die Zugspitze von ihren Schrofen herab zu Thal sendet. Nach und nach wird es stiller bei den Feuern. Weiber und Kinder sind schlafen gegangen, nur einige Männer bleiben sitzen, rauchen ihre kurzen Pfeifen, lassen eine Flasche im Kreise gehen und erzählen sich etwas. Hie und da ein kurzes Auflachen, das ist alles, was man von ihnen härt. Auch das erstirbt. Miska und seine Gegnerin scheinen ebenfalls streitmüde geworden zu sein, und die Alte meint, morgen sei auch noch ein Tag, man müsse jetzt schlafen gehen. Der Zigeuner klopft seine Pfeife aus und nickt zustimmend, indem er sich erhebt. Da fällt fein Auge auf das träumerisch dasitzende Madchen. .Maruschka, was ist mit Dir? Hast Tu keinen Schlaf?" Die Angeredete schüttelte verneinend den Kopf. Also willst Tu noch sitzen bleiben und in den Mond schauen! Kind, spar' Deine Augen; Mondlicht und Nebelspiel sind nichts für mnge Madchen; machen den Kopf wirr und das Herz krank. Komm' m:t in s Haus!" Aber Maruschka bat, und wenn Maruschka bat, konnte ihr Ziehvater und Onkel nie nein sagen. Er folgte deshalb der Zsursi, ärgerlich die Achsel zuckend und etwas von Weiberlaunen murmelnd. Nun war es ganz still im Lager geworden, und man vernahm nur das leise sich erhebende und wieder hinste bende Säuseln des Nachtwindes in den Baumkronen und das Gemurmel und Geplätscher der unbedeutenden Wellen, die auf den flachen Kiesgrund hinaus liefen. Da erhob sich plötzlich ein Ton, weh müthia und klagend, wie wenn die Nixensangen. schwoll an, erstarb, um nach und nach in eine der Melodien überzugehen, wie solche sich das Zigeu nervolk aus dem Herzen geigt. Und kaum hatte der Geiaenton Farbe und Melodie bekommen, so schloß sich ihm em zweiter, dritter, vier ter, -fünfter an. Denn bei dem Klänge des Instrumentes deZ jungen Janosch duldete es die musikliebenden Zigeuner nicht mehr auf ihrem Lager; sie griffen zur Fidel, setzten an, spielten mit und kamen leise und vorsichtig herangezo gen, als wenn sie einen Schläfer nich wecken wollten.
Janosch, ein echter Pußtazigeuner
und aus Naturanlagen Meister seiner Geige und der Mustk. wie sie sein Volk 0 eigenartig zu geben weiß, saß auf dem Strunk einer Fichte, spielte, und ah unverwandten Auges nach dem Feuer auf der Höhe, das mit flackerndem Lichte die Gestalt d:s dort sitzenden ungen Mädchens beleuchtete. Als Maruschka die ersten Tone der Geige vernahm, zuckte sie zusammen. Ter Name Janosch kam murmelnd von ihren Lippen. Dabei zeigte ihr Gesicht einen Ausdruck innerer Befriedigung. denn wenn nichts weiter schien hre Eitelkeit durch das nachtliche Seigenspiel angenehm berührt zu sein. Es galt ja ihr. was die Geige des Janosch durch die Nacht heraufsang. Und so aß sie und lauschte. Aus der weichen, schwermuthigen Melodie hatte sich nach und nach ein feuriger Czardas entwickelt. D Instrumente schienen vor wilder Lust zu auchzen die Spieler wiegten sich in den Hüften und schlugen den Takt mit den Absätzen. Plötzlich brach die Mui! schrill ab. Maruschka konnte nunmehr den Schall einiger Stimmen vernehmen, die Nicht besonders freundlich langen. Das war nicht außergewohniö. denn janosch war ein hitziser Bursche, der gerne Streit anfing. Er konnte besonders in Hitze gerathen, wenn sein Spiel gestört wurde. Das fiel aber gewiß keinen: im Zigeunerlager ein; dazu liebte man dasselbe zu sehr. Erschreckt erhob sich Maruschka und trat einige Schritte vor. Die Sprechenden standen im tiefen Schatten. da der Mond durch eine Wolke verdeckt war, so daß sie nichts von diesen wahrnehmen konnte. Nun glaubte sie eine fremde Stimme zu hören und trat deswegen neugierig und vorsichtig näher heran. Süd) was, lernte oer Fremoe. macyi keine Eeschicht'n und spielt das Stück aus. 5üch hab' mich halt oben an der Zugspitzen verhalten, mit so an sakrischen Gamsbock, den ich hab ausmachen wollen, und wenn ich auch ein biss'l spat dran bin Ihr seid ja auch noch auf Eure Strumpf! Also'spielt's lustig weiter; ich bm a Jager und hör' so was für s Leben gern. Nein," gab Janosch unmuthig zur Antwort. Wir spielen für niemanden als für uns und dabei bleibt's." Warum net gar! Ziaeuner und so ein Stolz! Waren schon oft froh die Zizeuner, wenn ich so ein paar Zwanzigerln hab springen lass n und hab n stundenlang dafür aufg'spielt." Zigeuner und Zigeuner ist em Unterschied." Oho! Ist mir nix bewußt davon; seid alle von der Sorten, daß man die Käst'n zusperr'n und die Hausthür verriegeln muß." Mit einem Aufschrei der Wuth stürzte sich Janosch Mit gezogenen Messer auf seinen Beleidiger. Dieser war flink zur Seite gesprungen und batte dem Zigeuner einen mächtigen Wurf gegeben. Dabei war ihm das Gewehr entfallen, das er auf der Schulter getragen hatte. Im sei ben Augenblicke warfen sich die fünf anderen Burschen auf ihn und es hätte sicher Blut gekostet, wenn Nicht Maruschka sich mit Blitzesschnell in's Mit tel gelegt hatte. Pfui! Sechse gegen einen. Weg von dem Mann! Du steckst Dein Messer em, Janosch! Hast Du vergessen. was Dir in Szegedin geschehen ist? Und jetzt Ruh' und Friede, oder ich weck' den Vater." Die Zigeuner wichen zurück, der Jäger bekam Zeit, seine Buchse aufzu heben. Ich dank Dir, Madl Du hast mir wirklich einen Gefalln gethan. Hab's auch gar net bös gemeint g'habt und nur so g'sagt. was d:e andern Leut' auch sagen. Wenn ich mich also atauscht hab , so ist s Mir um, so l:e ber. Also nix für ungut " und dabei streckte er dem Zigeuner die Rechte hin. Dieser aber verschränkte seine Arme über der Brust und sah mürrisch zur Seite. Janosch. hast nicht aehört! Ter Mann bitt' Dich um Verzeihung." fiel Maruschka mahnend cm. Janosch!" fuhr sie mit erhobener Stimme fort und ihre Augen blitzten unmuthig. Das half. Zögernd hielt der braune Bursche sein: Hand hin, die nun der Jäger lebhaft erfaßte und kräftig druckte. Weißt Freunder!! Ich will kein Menschen unrecht thun und was ich mir einbrockt hab', das iß ich auch aus. Und wenn Du mir zeigen willst, daß Du kein Gift und Zorn mehr gegen mich hast, so neig' Dein Stück ruhig weiter: Weißt, ich hab' halt die Musik so viel gern." Nochmals bedürfte es eines mahnenden Zuspruches Maruschkas, dann setzte Janosch seine Geige an. Was er aber spielte, war so verschieden von dem vorigen, daß es selbst der Jager merkte Der schwieg jedoch und betrachtete das schöne Mädchyn. das übergössen vom Mondlichte mit über der Brust gekreuzten Armen neben ihm stand. Plötz lich glaubte er zu sehen, wie sich ihr Blick unter den schwarzen Wimpern t auf ihn heftete. Dabei war es ihm, als ob fein Blut plötzlich vom Herzen zum Kopf ströme, so heiß fühlte er es auf steigen. Sie wendete sich jedoch wieder rasch ab und schien gleigutig nach den Wolken zu schauen. - Ein sakrisch fein's Dirndl, das Zigeunermadl," dachte er, und Schneid ltz ' ci!. cfA, iui a uuu. jiu iiyi iwuuiuy jouu schuldig."
Das' Stück war zu Ende. Mit
Dank und V'hüt Gott" wendete sich der Jäger zum Gehen. Seine dargebotene Hand schien Maruschka nicht geehen zu haben. Auch recht," dachte er sich, lieber zu stolz, als zu freundlich." Die Burschen stiegen leise plaudernd zu ihren Schlafstätten hinunter, nur das Madchen blieb noch stehen und schaute dem Manne nach, der langsam weiterschreitend, bald im Walddunkel verschwand. Mit einemmal war es ihr, als ob jemand neben ihr stände. Rasch wendete sie sich zur Seite, um zur Hütte zu eilen; sie fühlte sich aber so fest am Arme gehalten, daß ihr ein kurzer Schmerzensschrei entfuhr. Maruschka!" flüsterte Janosch. der lautlos hinter sie geschlichen war, Maruschka, was schaust Du dem Fremden nach!" Seme Stimme bebte vor mnerer Erregung. Sie riß sich loS. Bin ich Dir Rechenschaft schuldig? Bist Du toll geworden? rief unwillig das Mädchen. Toll oder nicht toll ich kann nickt sehen, daß Du einem anderen nachschaust!" Nun aber fuhr Muschka auf: Geht Dich das etwas an? Bin ich nicht frei und ledig und hab' ich nicht meinen Willen?" Nein, das bist Du nicht mehr, seitdem der Hauptmann mir Dich versprach," keuchte der Bursche in aufflammender Leidenschaft. Ich laß' Dich nicht mehr, Du muß! mein Weib werden." Ich muß?" höhnte sie ihm entgegen und kreuzte die Arme über der Brust. Ich muß, fagst Du! Du vergißt wohl, daß mich mein Onkel Miska nie zwingen wird; dafür hat er mich viel zu lieb. Auch Du zwingst mich zu Nichts. Will ich Dich, so nehm' ich Dich; will ich Dich Nicht, magst Du sehen, wie Du mit dieser Sache fertig wirst." Du trotzest, Maruschka, oder ist's mehr? Warum hast Tu mich abgehalten, mich an dem Fremden zu rächen. Was ist er, was kann er für Dich sein? Meinst Du, ich spüre es nicht als Schmach und Schande, daß Du mich zwangst, ihm die Hand zu reichen und vor ihm zu spielen! Aber ich werde ihn wieder treffen; unsere Wege liegen nicht weit voneinander und dann, und dann " Dann wirst Du Dem heimtückisches Messer stecken lassen! Denk' an Szegcdm, denk' daran, daß nur ein Zufall schuld war, daß der Mann, den 'Tu damals getroffen hast, nicht zu Grunde ging und Du heute keine Ketten trägst. Was kann ich von Dir wollen, wenn Du bei dem geringsten Anlasse Dich wie ein wüthendes Thier auf die Menschen wirfst? Soll ich einen Mann wählen, der mich zum Weib eines Mörders macht? Du mußt Dich ändern. Janosch. wenn Du willst, daß ich Dir etwas anderes werden soll, als ich Dir heute bin." Ter Ton, in dem sie letzteres sagte, hatte offenbar etwas Begütigendes. Er hatte auch zur Folge, daß der wilde Bursch an seiner festen Haltung verlor und vor sich hin murmelte: Tu machst es mir schwer. Maruschka. Was kann der Mensch für seine Leidenschaft! So oft ich bis jetzt zum Messer griff, war es nur für Dich; m Szegedm und hier am See. , Das Mädchen lachte !un auf. Du willst Dich beschönigen und lügst. Das ist schlecht von Dir. Was sollte heute der Jäger mit mir gethan haben?" Er hat mich im Spiel gestört; Du weißt, daß ich nur für Dich spiele. An wen denk ich, wen sah ich. wer ist für mich das höchste auf der Welt?" Janosch wollte ihre Hand ergreifen und seine Augen blitzten in kaum zu verhaltender wilder Leidenschaft. Aber sie trat zurück. Rühr' mich nicht an! Zuerst ändere Dich, dann reden wir weiter. Gute Nacht." Mit raschen Schritten ging sie, ohne sich umzuseyen, dem Hause zu. Der Bursche blieb noch lange auf feinem Platze stehen, dann warf er die Haare zurück, ,me ihm wirr über die Stirn hereinhingen, und zischend kam es über seine Lippen: Ich soll mich ändern! Könnt Zch's, mit dieser Liebe im Herzen. Der Preis ist' lockend! Wenn sie mich aber betrügt und meine Hand nur hemmen will, um den anderen zu schützen Wehe! Ich weiß, ich bin rasend vor Eifersucht; ich sehe vielleicht Gespenster! Ertragen könnt's ich's nicht sie und ihn. wer es sei. Lieber als Leiche möcht' ich sie sehen. Maruschka. Maruschka!" Aufächzend vor der Gewalt seiner Gefühle, stieg Janosch langsam zu den Hütten hinunter. Die Träume dieser drei Menschen glichen sich in jener Nacht. Der Jäqer sah sich von dem Mädchen gerettet. Janosch führte verg-bliche Messerstöße auf seinen Beleidiger und Maruschka warf sich trennend zwischen die beiden. o da Kapitel. er Gwandtnerbauer. . dessen prächtiger Hof ziemlich hoch an den Abhängen der Zugspitze über Garmisch liegt, ist heute fuchsteufelswild nach Hause ge kommen. Er war beim Forstmeister, um endlich Gewißheit zu erhalten, was in Zukunft aus der schönen Waldjagd werden foll. die gleich hinter seinem Hofe beginnend, bis zu den Schrofen des Berges reicht, und welche er nun I fast zwanzig Iah ungestört m oil
liger Pacht hatte. Der Gwandtner
hörte nämlich, daß vom' nächsten Ablaustermin an das Forstamt m das Pachtverhältniß eintreten werde. Nun besaß er diese Gewißheit und das war für ihn bitter aenua. denn er hatte seine helle Freude am Jagen und Wald gehabt, schon von Kindesbeinen an. Nicht daß er desweaen sein Bauerngeschäft vernachlässigt hätte; im Gegentheil, für ihn war die Jagd eine Erholung nach harter Arbeit, und wenn feinesgleichen im Wirthshaus saß. stieg er aufwärts, hütete sorgsam sein Wild und that keinen Schuß, den er nicht verantworten konnte. Darin suchte er seinen Stolz und war deshalb wohlgelittcn unter den Grünen in Partenlirchen und Garmisch. Zuerst hatte er emen mächtigen Zorn auf den Forstmeister geworfen, als den Urheber dieses Uebels; nachdem ihm aber dieser ein Schriftstück aus München in die Hand gab, in dem kurz und deutlich zu lesen war, daß selbige Jagd vom nächsten Oktober ab nich! mehr zu verpachten, sondern der Staatsjagd beizuziehen sei, galt sein Groll allen für ihn unerreichbaren Münchener vorstgewaltigen. Denen konnte die? zwar sehr gleichgiltig sein, aber für ihn verhielt sich die Sache anders. Die eruen Tage wüthete und schalt der Bauer auf seinem Hofe, daß Knechte und Magde beschlossen zu kündigen. wenn der grobe Wind." wie sie es nannten, noch länger andauern würde. Selbst seme Tochter, d:e Midei, konnte nichts mehr mit ihm machen und auch auf die Bäuerin fuhren gewaltige Stoße des besagten Windes meoer, weil sie sich unterfing zu sagen, em Bauer brauche eigentlrch keine Jagd. Wie ma' nur so dumm daherschwatzen kann," fuhr er auf. Wem g'hört denn der Wald da droben, oder wenigstens ein groß' Stuck davon? Mir g'hört er. Und ich soll net d'rin schießen dürfen? Alles auf der Welt is' verdreht und am allermeisten die Weiberköpf'. sonst thäten's so sonnenklare Sachen einsehen. Mit Verachtung wendete sich der Gwandtner ab, schlug die Thüre zu, daß es knallte wie ein Pistolenschuß und ging wüthend, gesenkten Hauptes und die Fäuste in der kurzen, ledernen Hose vergraben, in seinem Hofe auf und ab. Ter rothe Wald, sein Schweißhund!, folgte ihm auf Tritt und Schritt; aber es dauerte lange, bis sein Herr dies bemerkte. Plötzlich wendete sich dieser und sah das treue Thier vor sich, das ihn mit bittenden Augen schweifwedelnd ansah. Aus is'. Waldl, ganz aus. Die Jagd nehmen' uns, unser einzig's Vergnügen. Jetzt können wir uns eingraben lassen, wenn wir wollen." sagte er. als ob das Hundl ihn verstehen könne. Der Waldl ließ den Kopf hän gen; offenbar kam ihm sein Herr in dieser Verfassung sehr sonderbar vor. den Gwandtner aber überkam auf ein mal solche Rührung, daß ihm ganz ungewohnter Weise die Augen naß wurden. Von dieser Zeit an war es gar mit dem Schimpfen und Wüthen, und der Bauer begann sichtlich an Melancholie zu leiden. Das war nun noch bedenklicher für seine Umgebung, und allgemein wurde der Wunsch laut: Wenn er nur um Gottes willen wieder schimpfen und sakramcntiren tbat': das trauriae G'sicht, das er mach?, is' ja gar net zum aushalten. Es war auch richtig. Selbiges traurige Gesicht paßte nicht für den Bauern, der, ein kraftstrotzender Fünfziger, noch kerzengerade den Rücken trug, den klugen Kopf voll brauner Kraushaare hatte und sonst so gutmüthig war, daß seine energische Frau sich häufig in's Mittel legen mußte, wenn er nach ihrer Ansicht zu schwach und nachgiebig schien. Darin verkannte sie ihn aber gründlich, denn, wenn es sein mußte, konnte der Gwandtner entschlossen und fest genug sem. In seinem melancholischen Zustande freute ihn auch der Hof nicht mehr, und er dachte ernstlich daran, für das Midei, das nunmehr auch schon einundzwanzig Jahre zahlte, emen richtigen Freier zu suchen. Aber wenn er die Burschen, die in Betracht kamen, nachzählte, so war ihm keiner gut genug. Der aus diesen, jener aus anderen Gründen. Seiner Frau sagte er nichts von diesen Plänen, denn er wußte, daß diese noch gar nicht daran dachte, das Regiment aus dem Hose anderen Han den anzuvertrauen, und für das Midei meinte sie, wäre es immer noch Zeit, wenn einst der künftige Mann für sie ausgewählt sein wurde. Der Gwandtner sah darin keinen Zwang und keine Ueberrumpelung. Es war ja so Sitte be: dem Bergvolk, daß. wenn es sich um eine Hofübergabe an einen Fremden handelte, die Eltern das gewichtigste Wort zu sprechen hatten. So kam nach und nach der Herbst heran. Der Wind wehte schon über die Stoppeln der wenigen Felder, und das Laub der Bäume begann sich gelblich zu färben. Immer sehnsüchtiger wurden die Blicke, die der Bauer nach dem Berge warf; denn mit der fortschreitenden Jahreszeit trat der Berghirsch in die Brunst, die kurze Zeit "seines Liebeswerbens, in welcher er dem Ja gernur zu gerne zur Beute wird. (Fortsetzung folgt.) Die Alten konservirten den Wein, indem sie ihn kochten. räucherten und mit Honig. Harz. Meerwasser und Gips versetzten.
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