Indiana Tribüne, Volume 29, Number 261, Indianapolis, Marion County, 27 June 1906 — Page 5

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Unter CircuS-Tamen.

Ihr Leben außerhalb der Arena. - Muster von HäuslichkeltSsinn und m Ordnungsgeist. Meistens Kinder der Land oder Kleinstadtwelt. Tie Kunst des Trapezes u. s. w. pflanzt sich in Familien fort. Kraft und Berwegenheitöleistungen deS schwachen Geschlechts. Natürlich gehört zum Erfolg deZ Circus eine gute Besetzung der ver-schiedenartigen-Glanzrollen durch beide Geschlechter, und nirgends dersteht man es besser, jeder Kraft und Specialität genau ihren passendsten Platz zuzuweisen, als in der Sägemehl - Arena. - Aber so lange es schon CircusVorstellungen gibt, hat es immer eine besonders große Anziehung auf das durchschnittliche Publikum geübt, die am wunderbarsten erscheinenden Kroftleistungen durch Evastöchter ausführen zu lassen. Es bedarf gewiß keiner besonderen Erklärung dafür; schon das Gesetz des Gegensatzes bringt dies mit sich. Eine Künstlerin des schwachen Geschlechts, welche z. V. als Grundstütze einer Pyramide das vereinte Gewicht von drei starken Männern spielend leicht" trägt, ist noch immer und überall eine Trumpfkarte ersten Ranges gewesen, und bei allem Bedürfniß nach Abwechslung und gelegentlichem Erfinden neuer Attraktionsstückchn veralten Leitungen wie diese niemals. Dabei ist es gar nicht so schwer, wie Manche denken mögen, ein Mädchen mit gesunden Muskeln, die von Haus aus keineswegs ungewöhnlich stark entwickelt zu sein brauchen, für dergleichen auszubilden, so daß sie bis zu 900 Pfund und darüber bewältigen kann. Zwei Jahre genügen afür völlig. Nur kommt es darauf an. daß weder zu früh, noch zu spat damit angefangen wird. Auch macht es einen großen Unterschied, ob die ungewöhnlichen Lasten todtes Gewicht sind oder aus lebenden Menschenwesen bestehen; ein Gewicht letzterer Art darf viel größer sein, als ersteres. Im Alter von etwa 13 Jahren hat die auszubildende ; Akrobatin od:r Trapezkünstlerin u. s. w. mit der entsprechenden Entwickelung ihrer Mussein zu beginnen. Früher damit anzufangen ist gefährlich, und zwar für beide Geschlechter; denn wenn die Kraft, welche noch zum natürlichen Körperaufbau selbst dienen soll, zum Starkwerden für Schauzwecke großentheils anfgebraucht wird, so kann sich leicht Schwindsucht einstellend Dies braucht freilich eine gewisse Borbereitung schon im zartesten Kindesalter nicht auszuschließen; bei Kindern, die in Circus - Familien geboren werden, ist meistens schon das Spielzeug darauf eingerichtet, daß sie künftig denselben Beruf ergreifen werden; doch geschieht dies nicht in höherem Maße, als man ja auch sonst Kindern gar manches praktische" Spielzeug gibt, welches irgend einen künftigen Lebensberuf in Miniaturverhältnissen darstellt. Statt der kleinen Druckerei oder des Steinbaukastens z. B. haben eben die Circuskinder ihr Spiel - Trapez, statt des Schooßhündchens ihren Pony, und sie können im privaten Freundeskreis, schon allerhand bemerkenswerthe Kunststückchen damit machen, wobei sie vielleicht ihre Puppen im Arme haben und lustig herumwerfen. Fast nie werden Kinder, die in dieser Sphäre geboren sind, derselben untreu. Die meisten weiblichen und auch männlichen Kräfte des Circus entstammen ursprünglich der ländlichen oder mindestens der Kleinstadtwelt; das Landleben namentlich verleiht die geeignetsten Muskeln für diesen Beruf. wenigstens für die reinen Kraftleistungen. Vielleicht, daß das Mädchen oder der Junge irgend eine Circusvorstellung in einer ländlichen Gegend angesehen hat, wo Solches das Haupt - Glanzereigniß des Iahres bildet, und alsbald circustoll" geworden ist. wie' Andere bühnentoll werden. Solche Rekruten sind nicht ungern gesehen, gutes Menschenmaterial. Doch glaube man darum nicht, daß gerade der letztere Fall ein besonders häufiger sei. Die Mehrheit der hervorragenderen Circusdamen wenigstens, mögen auch ihre Eltern aus ländlichen Kreisen kommen, sind keine unmittelbaren Ueberläuferinnen, sondern gehören schon kraft ihrer Familienbande der Circuswelt an. Fa-mitten-und Berufs - ZusammengeHörigkeit sind hier überhaupt in einem Maße vereinigt, wie es heutzutage nur in wenigen anderen Kreisen noch vorkommt. Und nicht nur Blutsan geHörigkeit, sondern auch Heirath ist sehr Hufig ein Glied der glitzernden Kette, welche an die Circuswelt bindet! So ist Jsabella Butler, die madonnenhaft aussehende AutomobilTodesspringerin", . durch Heirath mit' dem Meisterschaftsradler Butler zum Vertauschen der Deklamationsschule mit der Arena gekommen. Da findet man gar manchmal Vater, Mutter, Schwester, Bruder, Schn, Tochter, Tante, Onkel u. s. w. ln derselben Arena' ihr FamilienPensum" ausführen, und zwar mit 'Lust und Liebe, trotzdem die Rosen

dieses Mimenlebens aua) n:cy: oyne manch scharfe Dornen sind. Der mehlbestreute und geschminkte

Hanswurst mit feinen bauschigen Beinkleidern, welcher durch seine Narrenspossen das zugendliche Publikum slck vor Lachen fast wälzen macht, ist vielleicht ein ehrwürdiger isrova, der unmittelbar nach der Vorstellung sein jüngstes Enkelkind auf den Knieen schaukelt! Und dort auf dem Trapez fliegt sein ebenfalls fchon bejahrtes Ehegespons sammt der verheiratheten Tochter herum, während unter ihnen der Schwiegersohn auf einem Zweirad durch die Lüfte saust, während hinter den großen Thüren, wo die Elephanten und Pferde für das Spielen ihrer Rolle bereit stehen, ein kleiner Enkel und eine Enkelin die schwindelnden Wunderleistungen mit ihren Blicken verfolgen und sehnlich wünschen, nur bald das gesetzliche Alter zu erreichen, damit auch sie aktiv mitthun und den Ruhm und auch das Einkommen der Circusfamilie vergrößern können! Auf die Frage: Was willst Du werden?" wird selbst der jüngste Sprößling jederzeit ohne Zögern antworten: N a t ü r l i ch im Circus spielen . Und ebenso naturlich heirathen sie dereinst wieder in den Circus, und so fort mit Grazie. Unverheirathete gibt es unter den erwachsenen Circuskünstlerinnen nur wenige, und alleinstehende, unbeschütz te Mädchen gar keine. Manches Cir cusmädchen von 13 bis 20 Jahren, welches irgend ein verwegenes Kunststück in oder über der Arena ausführt, ist niemals durch die Straßen einer Großstadt allein gegangen. Man findet in diesen Kreisen weit mehr sittsame Naivität und echte Weiblichkeit. als vielleicht Viele vermuthen. Und das Familiengefühl macht sich durchaus nicht blos im Hinblick auf die Berufsthätigkeit dieser Menschenkinder geltend. Meistens zeigen die Circusdamen einen sehr starkenHäuslichkeitssinn. der um so rührender hervortreten kann, je mehr sie durch ihr ziemlich zigeunerhaftes Leben in seiner Bethätigung eingeschränkt sind. Wer Gelegenheit lat, einen Blick hinter die Arena in das Garderobezimmer zu werfen, kann sich davon vielfältig überzeugen, besonders wenn der Circus irgendwo ständig" weilt, das heißt, so etwa fünf Wochen, und daher die Liebe für das Haushalten und die Entfaltung der Näh-, Stick-unk-Kochkunst u. f. w. etwas ausgedehnte Befriedigung finden kann. Die kleine junge Französin Mlle. Octavie La Tour z. B., die in amerikaNischen Circussen mit ihrem blauweißen Automobil zweimal täglich so grausige Lust - Kunststücke ausführt, ist eine vorzügliche Köchin für gewisse Gerichte. Wer die Unterhaltung in einem Circus - Garderobe - Raum anhört, möchte eher glauben, daß er in irgend eine private Nachmittags - Theepartie oder in einen Damenverein, welcher Vorbereitungen für einen Wohlthätigkeitsbazar trifft, hereingeschneit sei. als unter eine Gruppe heroischer Künstlerinnen, die vielleicht im nächsten Augenblick ihr Leben unmittelbar auf's Spl setzen müssen, wiederum unmittelbar dazauf sich weltvergessen ihren Kindern widmen, vielleicht auch ihren Lieblingen der Thierwelt. Vergleichende Beobachter wollen b?merkt haben, daß Circusdamen 'außerhalb der Arena viel vollständiger das Wesen ihres Berufes abschütteln, als die meisten' T h e a t e rkünstlerinnen dies bezüglich der Bühnenwelt thun. Im Austreten der letzteren, in Geberde und Haltung u. f. w. können geübte Augen allenthalben die Bühnenzugehörigkeit entdecken, während eine Circusdame, wenn sie Ladeneinkäufe macht oder sonst herumkommt, gewöhnlich gar nichts von ihrem Berufscharakter zu erkennen gibt, sondern für Jeden, ausgenommen natürlich ihre nächsten persönlichen Bekannten, ein so schlichtes Hausweibchen ist, als käme sie in diesem Augenblick zum ersten Mal aus irgend einer idyllischen Privathäuslichkeit zum Besuch in das Stadtgewühl. Sie liebt ihren Beruf, aber sie ist keine Sklavin desselben. Zur Erhöhung des Familiengefühles trägt auch noch die Matrone der Garderobe in etlichen Beziehungen, aber, nicht in allen, ein Seitenstück zur Theatermutter das Ihrige bei. Sie behandelt die ganze weibliche Gesellschaft im Ankleideraum als ihre Kinder", wenn es auch noch so alte Kinder sind, und spricht mit Stolz von der Größe ihrer Familie. Als Garderobe - Aufseherin hat sie eine große geschäftliche Verantwortung. Unter ihrer Leitung arbeitet etwa ein Dutzend wohlgeübte Näherinnen an der lleidlichen Ausstattung für Menschen und Thiere des Circus, und mit scharfem Auge bemerkt die Garderobemutter, wenn sie bei der EröffnungsVorstellung auf dem Balkon sitzt, selbst die geringste noch, vorhandene Unvollkommenheit. Es mag 3; B. sein, daß einer der goldbestickten Sammtmäntel, welcher ein Circuspserd bedeckt, ein Bischen zu weit herunterhängt, sodaß die Franze das Sägemehl streift, sofort ergeht eine Botschaft n die Näh-' Abtheilung, diesen Uebelpand unverzüglich abzustellen. Die Menschenund Thier Kostüme der größten Circusse können einen Werth von

hunderttausend Dollars oder mehr

reprasentiren. Wenn es nicht etwas ungalant klingen würde, so sichre man jenen Ehemännern, welche manchmal dadurch zur Verzweiflung getrieben werden, daß ihre bessere Hälfte fo viel Zeit zum Anziehen" vor dem Besuch der Kirche oder des Theaters braucht, den Rath geben, ihr theures Weibchen in den Circus - GarderobeRaum zu? Vervollkommnung dieser Kunst zu schicken. Eine bessere Schule hierfür könnten sie wenigstens nirgends finden. Denn die Circusdame muß sich vielleicht täglich zwanzigmal an- und umziehen, und sie wäre sehr übel dran, wenn sie dafür auch nur annähernd soviel Zeit brauchte, wie manche ihrer Schwestern im gewöhnlichen bürgerlichen Leben, ja, sie käme dann überhaupt zu nichts Anderem mehr! Und ihr Ordnungssinn ist nicht minder bewundernswerth, als ihre chnellen Finger. In den vielen groen Koffern, welche in der CircusGarderobe herumstehen, ist Alles, bis zur letzten Haarnadel, so vollkommen geordnet und so beständig an seinem Platz, daß es sich selbst in der Dunkelheit jederzeit sofort greifen läßt, ohne daß man Alles Unterst zu oberst zu wühlen braucht; und darin unterscheiden sie sich sehr vortheilhaft sogar von den Effekten vieler berufsmäßigen Reisenden, gleichviel ob Männer oder Frauen. Auch im guten Geschmack können sie manche Lehre geben. Die Circuskünstlerin kleidet sich und ihre Tochter allemal geschmackvoll nach Maßgäbe des Alters, und es kommt in diesen Kreisen nie vor, daß die Mutter in Kleidern herumgeht, als wäre sie ihre eigene Tochter, und ihre erwachsenen Töchter in Kleider für vierzehnjährige Backfische steckt! Was übrigens die Berufssphäre selbst anbelangt, so dauert es gerade im Circusleben sehr lange, bis man zu alt für sein Fach wird. Ja, die älteren Künstlerinnen und Künstler sind oft die besten, und eine Millie Tunoc z. B., die alt genug ist, um Großmutter zu sein, ist in ihrem hergebrachten Fach so tüchtig, wie nur jemals, und ihre Elasticität hat noch nicht ersichtlich abgenommen. Ohne Zweifel hängt dies zum Theil damit zusammen, daß Alle, welche in diese Berufssphäre eintreten, kerngesund sind; es legt aber auch gutes Zeugniß für den gesunden Charakter des Circuslebens selbst ab. Ein Dr. Osler mit seiner AltersVerfalls theorie könnte hier fein blaues Wunder erleben und vermuthlich zwischen 30 und 60 Jahren nicht unterscheiden. Freilich gilt dies nur unter der Äoraussetzung eines im .Allgemeinen wohlgeregelten Lebenswandels. Wer sich dem Trunk und anderen Lastern der Schnelllebigkeit" ergibt, der ist in dieser Sphäre natürlich ebenso verloren, wie in jeder anderen. Aber solche Fälle sind in der Circuswelt nur sehr selten, besonders beim weiblichen Geschlecht. 'Selbstverständlich haben auch die Circusdamen ihre schwachen Seiten. Die größten, für ihre Verwegenheit in der Arena berühmtesten Heldinnen können vor dem kleinsten Mäuschen, das über ihren Weg kommt, in die höchste Äugst gerathen oder schreien entsetzt auf, wenn sie bei der Rückkehr vom Schauplatz ihres mark- und beinerschütternden Triumphes in dem Ankleideraum einen lebendigen Käfer krabbeln sehen. Diese Beispiele, ließen sich leicht vervielfältigen. Daß in diesen Kreisen, wie in allen mit abenteuerhaftem Anstrich oder vielen Glückslaunen, auch abergläubische Vorstellungen verbreitet sind, braucht kaum besonders hervorgehoben zu werden. Die Circuskünstlerinnen haben z. V. auffallend großes Bangen vor dem Zerbrechen eines Spiegels, daö heißt, wenn sie denselben zur Zeit in der Hand haben. Bekommt der Spiegel etwa irgendwo unterwegs einen Sprung, so ist das der Eigenthümerin, abgesehen vom Geldwerth, gleichgiltig, denn sie hat ja keinen Theil daran", aber unheimlich durchzuckt es sie, wenn ihr der Spiegel aus der Hand gleitet und bricht! Nun der Spiegel hat von jeher im Zauberfpukwesen eine Rolle gespielt. Bei Allem, was das Circusleben Herbes für die Evastöchter bietet, darf jedenfalls das Eine zu feinen Gunsten geltend gemacht werden: Daß Frauenspersonen in diesem Verui sich finanziell günstiger stellen, als beinahe in jedem anderen! Ungefähr das niedrigste Gehalt, was für akrobatische oder gymnastische Thätigkeit geboten wird, ist $3 pro Woche, aber der Durchschnitt dürfte auf $40 bis $50 kommen, d. h. in bedeutenderen Circussen. ES gibt aber Circusdamen, welche ihre $300 oder $400 pro Woche verdienen; ja, die Charmion hat es auf $600 .die Woche gebracht, und soweit sie allein auftrat waS doch oft der Fall war brauchte sie keinen Theil davon an Andere abzugeben; sie ist eine der besten Tanzkünstlerinnen, welche jemals ausgebildet worden sind. Wenn es 'die Millie Tunor, die schon oben erwähnt wurde, aus nur $250 bringt, so hält sie die Woche für sehr mager. Gewöhnlich wirkt sie mit ihrem arten zusammen, und Beide erzielen,

uch nach der Abzahlung anderer Mitwirkender aus ihrer eigenen Tafche, immer noch netto etwa $500 die Woche. Natürlich sind so hohe Salaire Ausnahmen. Gelegentlich brüstet man sich in reklamehaften Circus-Ankün-digungen mit noch bedeutend höheren; aber dieselben vertheilen sich allemal über eine größere Zahl Zusammenwirkender. Es klingt ganz fchön, wenn man z. B. von $800 die Woche für den Connella'schen Schwerkraft-Aufhebungs-. und Todes-Trotzakt" hört, aber daran sind zwölf Personen betheiligt, und in Wirklichkeit kommt auf eine dabei nur etva $66 die Woche. Und so in allen ähnlichen Fällen entsprechend. Aber lumpige Saläre werden nie gezahlt, und die Frauenarbeit ist im Ganzen nicht niedriger bewerthet, als die Mannsarbeit. Es kommt dabei noch in Betracht, daß die Einzelnen für ihr persönliches Handwerkszeug" selber aufkommen müssen. Doch wird ja auch in gar manchen alltäglichen Berufszweigen das Handwerkszeug nicht gestellt; im vorliegenden Fall kommt es freilich verhältnißmäßig theuer und besteht nur aus dem allerbesten Material. Ein gutes Doppeltrapez z. B. kostet seine $50, und eine Partie von drei Horizontalbarren ist nicht unter $150 zu haben, während ein Netz (itakienischer Hanf, mit der Hand gewoben) auf $200 bis $300 kommt (nämlich ein Dollar für jeden Quadratfuß). Im Uebrigen haben weibliche Circuskünstln in dieser Beziehung meistens weniger Auslagen als männliche, welehe nicht so allgemein auf bestimmte Kunststückchen verpflichtet sind, in vielen Fällen beständig ihren Erfindungsgeist behufs Ersinnens neue? Ueberraschungen walten lassen müssen und manches werthvolle Geräth mit bloßen Experimenten ruiniren, deren Erfolg eine Frage ist. Nicht nur an Familien knüpfen sich Circus-Glanzleistungen, sondern in gewissem Grade auch an bestimmte Nationalitäten. So stammen die besten Acrobatinnen aus Deutschland und Italien, die besten Schulreiterinnen aus Ungarn obwohl als Phantasiereiterinnen einige Amerikanerinnen, wie Josie Demott unübertroffen sind die besten Trapezkünstlerinnen kommen meistens aus England; aber die Palme in Verwegenheitsstückchen tragen Französinneu davon! Wahrend einer militärischen Uebung in der Nähe von Ragusa. Dalmatien, ging ein heftiges Gewitter mit Hagelschlag nieder. Die ausgerückte Truppe des 3. und 23. Landwehr - Bataillons suchte vor dem Unwetter in einem nahen Bauernhause Schutz. Ein Blitz schlug in das Bauernhaus ein, in welchem Offiziere und Mannschaft dicht gedrängt beisammen waren, tödtete einen Offizier und einen Ersatzrefervisten, vermundete einen Mann schwer und einige andere leicht. Ein komischer Rechtsstreit beschäftigt augenblicklich das Seine - Tribunal in Paris. Ein Pastetenbäcker gab für ,'eine Zeichnung, deren Werth. nicht kannte, einem Kunden ein Stück Apfeltorte. Tags darauf erkannte ein anderer Kunde des Bäckers die Zeichnung als ein Werk des berühmten Landschaftsmalers Claude Monet und bezahlte dafür zweitausend Francs. Der Empfänger der Apfeltorte erklärte sich nun für übervortheilt. Demnächst kommt die Sache zur richterlichen Verhandlung. UeberdieHunaerrevol-

ten auf Sardinien wird aus Rom be richtet: Eines Abends griff ein VolksHaufen in der Gemeinde Bonorva in der Provinz Sassari eine Käsefabrik an und bewarf das HauS mit Steinen. Zwei Soldaten, die als Wache bei der Fabrik aufgestellt waren, wurden leicht verletzt. Von den Angreifern wurde einer durch einen Schuß getödtet. In der Gemeinde Villasalto in der Provinz Caglrari zog ein Haufe von 200 Mann gegen das Rathhaus und bombardirte es mit Steinen, auch wurden ' einige Revolverschüsse auf die Carabinieri abgegeben, die das Feuer erwiderten. Von den Carabinieri sind zwei Mann verwundet, von den Angreifern sind ebenfalls zwei vermundet und einer getödtet worden. EineSammlungvon 335 Liebesbriefen, die einst die 'berühmte englische Schauspielerin Dorothy Jordan an den Herzog von Clarcnce, den späteren König Wilhelm IV., geschrieben hat, gelangte unlängst bei Sotheby in London zur Versteigerung und brachte 335 Pund, also etwa $5 das Stück. Die Briefe boten auch inhaltlich ein großes Interesse, indem sie zahlreiche Schilderungen aus dem Bühnenleben !der Schreiberin und mannigfache Informationen über politische Fragen und das Leben bei Hofe enthalten. Die Liaison mit dem Herzog dauerte 21 Jahre, von 1790 bis 1811, und in dem letzten Briefe findet sich eine genaue Auseinanldersetzung über die Umstände, unter denen sich die Trennung vollzog. Die Schauspielerin. die eine Jahresrente von $22,000 erhielt die sie nur noch fünf Jahre beziehen konnte , erklärt sich darin mit allen für sie getroffenen Anorw nu:i:en völlia einverstanden.

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