Indiana Tribüne, Volume 29, Number 240, Indianapolis, Marion County, 2 June 1906 — Page 6

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r.(m gutes Geschäft.

' vo C. Sander. G3 mögen gegen dreißig Jahre her sein, da wohnte in einer kleineren Stadt des nördlichen Teutschlands ein Sattlermeister, dessen Vergeßlichkeit fast ebenso sprichwörtlich war, wie seine geschäftliche Tüchtigkeit, ös war eine vierschrötige Gestalt mit höchst gutmüthigem Gesicht und langsamen, bedachtigen Bewegungen. Die Land leute lausten sehr gerne 'in seinem Laden, denn dieser Mann hatte neben seinem guten Geschäftsrufe viel Sympathischeö in seinem Wesen für sie. Man fühlte sich bei ihm wie zu Hause, und wenn daS Geschäft abgemacht war, so zeigte man sich nie abgeneigt, dasselbe mit einem Glas Vier oder einem Nordhäuser- zu begießen, fall der Käufer hierzu die Anregung gab. Wie das nun in jener guten Zeit war: die Gutsbesitzer hatten bei den Handwerkern in der Stadt Kredit, und sie benutzten denselben tüchtig. Zu Neujahr wurden die Rechnungen versandt und die Kunden schickten darauf das Geld wann es ihnen paßte. Der Sattlermeistcr Pickel hätte nichts gesagt, auch wenn er erst im Herbst nach der Ernte sein Geld erhalten hätte. Dieser Pickel war ein Prachtmensch. Jeder sagte es, Jeder beschwor es, und es war daher kein Wunder, daß man, wenn von Pickels Gescr.ast die Rede war, mit Betonung hinzuzusetzen pflegte: Das nährt seinen Mann! Nun ereignete eö sich an einem Markttage, daß Herr und Frau Pickel, sowie der kleine Lehrling, genannt Karlchen, der im Laden mit zur Hand gehen mußte, von früh bis spät alle Hände voll zu thun hatten. Landleute kamen und gingen und das Geschält slorirte wie nie. Pickels Gesicht glänzte vor Freude, seine Bewegungen wurden ordentlich elastisch, flink, und wenn er einem alten Bekannten das Geleit bis zum nahen Bierhaus gegeben hatte, so suchte er lm Laufschritt wieder rn sein Geschäftslokal zurückzukommen. Solche Behendigkeit wie an jenem Tage soll er in seinem Leben nie mehr entwickelt haben. Als nun die Sonne leneS gronen Geschäftstages sich geneigt hatte und Karlchen zu Bett geschickt war, da zogen Herr und Frau Pickel sich rn das Wohn übcken zurück, um die Kasse nachzu zählen und über die Ereignisse des Taaes noch etwas mit einander zu plau der. Da wurden denn auch diejenigen Posten in das große Schuldbuch elnge tragen, die sie am Tage im Dränge der Geschäfte meUer zu noliren vergessen hatten. Herr Pickel schmunzelte, als er den Hausen Geldes vor sich liegen sah. Das ging heute gut, Riekchen, begann er zu seiner Frau. Ein wahrer Segen ist, daß wir endlich auch den gro ßen Koffer losgeworden sind, den wir seit unserer Etablirung stehen hatten Auch der Sattel ist glücklich ver schwunden, der bisher Jedem zu theuer war," entgegnete Riekchen. .Hm, hm! An wen habe ich den doch verkauft! Den müssen wir ja auch einschreiben." Herr Pickel machte ein Gesicht, als sei ihm beim E sen des saftigsten Gänsebratens ein Knochen in der Kehle stecken geblieben. Frau Pickel suchte ihrem Manne bell zuspringen und den Knochen zu Ufar nen: Vielleicht nozenmuiler? Mit a m w . m r . dem hajt Du ja eine Stunde herum gehandelt!" Nein, Nosenmüller nicht." Dann war'ö wohl Brettnagel?" Auch der nichts Frau Pickel nannte noch zehn andere Namen; Herr Pickel schüttelte zu allen den Kops. Ter Knochen schien ihm immer unangenehmer zu werden; der Meister schnitt alle möglichen Grimassen, schlug mit der Faust auf den Tisch, dan die Lampe wackelte. stürzte einen Kümmel hinunter, um seinem Gehirn aus die Sprünge zu hel sen vergebens! Er konnte sich absolut nicht mehr erinnern, wer den schönen Sattel mitgenommen hatte. Karlchen wurde aus dem Bette geholt und aus sein Gemmen gefragt, ob er Nlcht qe sehen, wer den schönen Sattel gekauft habe, aber Karlchen kannte noch nicht alle Kunden und war zu beschäftigt ge wesen, als daß er sich die Physiog nomie des Käufers eingeprägt hätte. Ich bin," bemerkte Karlchen, sehr richtig, noch Nicht Mannes genug, um das ganze Geschäft zu übersehen Da war guter Rath theuer. Karlchen wurde mit dem Befehl wieder zu Bette geschickt, ernstlich nachzudenken und am nächsten Morgen eine genaue Personal beschreibung des SattelläuferS zu geben. Herr' und Frau Pickel setzten sich aber etwas mißgestimmt zu ihrem Geldhaufen, um denselben weiter zu .ffA MlM.ilAH " UlJl(ll. lUilltll, lllCIUlt 71U(I, .werde ich schon auf den Richtigen uzmmen." So sagte er, aber er glaubte JS selbst nicht. Es vergingen acht, eö vergingen vier zehn Tage, ohne daß Herr Pickel um einen Pfifferling klüger - geworden wäre. Im Gegentheil, je mehr er über den Fall nachdachte, um so dunkler wurde ihm derselbe. Der sonst so hei ter dreinschauende Marnr war jetzt häu fig mürrisch und handelte bisweilen geistesabwesend. Es kam vor, daß er nur mit einem Stiesel in den Laden kam, daß er Karlchen mit Sie" anredete und .dem Dienstmädchen in die Backe kniff, statt seinem Riekchen. Seiner Frau machte das viele Sorgen; sie sagte aber nicht, wie manche an ihrer Stelle 'wohl gethan haben

würden: O, diese Männer!. Sie sagle vielmehr: O, dieser Sattel! Als resolutes Weibchen aber beschloß sie endlich, der Geschichte einEnde zu malten. Als sie mit dem Gemahl eines . . - m m

Abend wieder beim leiozayien a$, da begann sie mit sanften Borwürfen wei" feiner Grubelei? den Dattel könne man schon verschmerzen; Gott sei Dank, das Geschäft gehe ja so, daß man mit der Zeit doch zu etwas kommen , , 1 .-i werde, auai wenn nocu einmar ein vcai tel verloren gehen sollte. Wenn Tu aber." so schloß sie, den Sattel partout bezahlt haben willst, so werde ich Dir ein einfaches Mittel sagen: Tu schreibst den Sattel jedem Deiner Kunden'aus die Jahresrechnung, und dann werden sich bei der Bezahlung der Rechnung schon Diejenigen melden, die den Tattel nicht geholt haben. Terzenige aber, der ihn geholt hat, wird ihn auch mit bezahlen." Das leuchtete dem Manne ein. Halt, dachte er, dabei läßt sich viel--leicht noch ein gutes Geschäft machen; möglicher Weise bezahlen Mehrere den Sattel : Wie viele Landleute gibt es wohl, welche Deine Jahresrechnungen genau durchsehen? Wie mancher bezahlt nicht, der sich nur die Summa angeschaut hat! Pickels Gesicht verklärte sich just so, wie in jenem seliqen Augenblick, als sein Riekchen, damals noch Jungfer Riekchen, auf feine pathetische Liebeserklärung erwidert hatte: Ach, machen le's nur nicht gar zu feierlich, Herr vlckel, ich will ja!" Heute sagte er, daß er wolle. Es war noch ungefähr ein Viertel jähr bis Neujahr; die Zeit verging Pickel unendlich langsam, aber sie ver ging. Es war ihm doch etwas bange um das Herz, als er jedem seiner Kunden es waren in umma elnunddrerng auf die Rechnung setzte : 10. Sep tember ein Sattel sünfunddrelßlg Tfinlpr 9Ihr Ynnä fili'ph ihm iifirirt'? Nur so konnte er zu seinem Gelde kam- - - - " - " ..y. men. Mit Bangen harrte er des ersten Kunden, der ihm wegen dieses unge rechtfertigten Postens den Kopf waschen würde. Er zog den Lehrling ein wenig in daS Geheimniß, indem er ihm sagte : Jedesmal, wenn er, der Meister, ihn wegen eines Sattels zur Rede stellen und ihn wohl gar seine Hand fühlen lassen sollte, möge Karlchen nichts welter sagen, als: er wrrde künftig auf merksamer sein. Jede Ohrfeige, die Karlchen in dieser Angelegenheit er halte, werde ihm mit fünfzig Pfennige vergütet werden so wahr er Acelster Pickel und Karlchen ein dummer Junge sei ! Die Aussicht auf diese Ohrfeigen machte Karlchen zum glücklichsten Men schen. Etwa vier Wochen später bezahlte Einer der Elnunddreimg, ein Herr Jost, seine Rechnung und den Satte! mt. Das ist ein guter Anfang! dachte Pickel; nur noch dreiizig Mal so und la) vln ein gemacyler ann. Tags darauf erfchien rm Laden w der ein Kunde, der mit heiserer Stimme begann: Bester Herr Pickel, sollte dieser Sattel" er zeigte dabei auf die Rechnung .wirklich, äh, äh, der von mir geholte sein? Ich hatte doch, ah, ah" Berzezhcn Sie, Herr Oelschmiedt, fiel ihm Pickel, der sich auf solche Fälle bestens vorbereitet hatte, in'S Wort, mern Lehrling wo steckt denn der Bengel? Karlchen schnellte wie em Känguruh aus der Werkitatt in den Laden. Der Meister entwickelte eineDonnerstimme, wenn er erregt war. Karl, Du Schlin gel, nun komm' 'mal hierher! Wie kannst Dn dem Herrn den Sattel auf die Rechnung setzen?aricyen machte ein yochit verschmitztes Gesicht. I i-ich?" stot terte er. Was, Du willst Dich auch noch vertheidigen?" Pumps! Karlchen fühlte die gewichtige Hand des Meisters am Ohr. Der sonst so gutmüthige Mann hatte seinen Untergebenen gegenüber eine recht lose" Hand. Entschuldigen Sie, Herr Oclschmiedt," wandte sich der Meister wie der' zu dem Kunden, ich kann solchen Leicht inn der dem Burschen nicht ungestraft hingehen lassen." Ich leichtsinnig?" erlaubte nch Karlchen in seinen zukünftigen Bart zu murmein. Was? Auch noch mucksen?" tobte der Meister. Karlchen fühlte noch zwei mal die Hand des MnsterS und wu:de dann etwas unsanft wieder in die Werkstatt zurückgeschoben. Nur mit Srotterri konnte er herausbringen: I ich wi will mich bessern. Nochmals um Entschuldigung, Herr Oelschmiedt,? wandte sich Herr Pickel wieder zu dem Kunden; ich werde mir erlauben, den Sattel abzuziehen. Ich wein, es hat ihn ern Anderer geholt, er ist auch schon bezahlt worden. Ein einfacher Irrthum! So ein Bursche kann Einem rn seiner Unbedachtamkeit das ganze GeschäftSrenommce erder den." Herr Pickel, ging mit der Rechnung an'S Pult und schrieb cm lg. So. sagte er dann, seinem Kunden die Nota wieder übergebend, jetzt ist Alles in Ordnung. Nochmals um Entfchul digung!" Der Kunde schaute nach der Summe und bezahlte dieselbe. Dann betrachtete er die- Rechnung noch eine Zeit und murmelte: Hm, hm!" , Ich denke, jetzt wird Alles in Ord nung sein," bemerkte. Herr Pickel. Ter Sattel ift wieder abgezogen. Herr Oelschmiedt sah aus wie Einer, der nicht wein, was er thun soll. Er holt tief Athem, hüstelte .und saate ' .

dann: . .Sie haben mir- dort einen Sattel"

Alles in Ordnung, bester Herr Oelschmiedt. Alles in. Örbnuna! Sehen Sie, hier ist er wieder in Abzug gebracht. Wenn Sie mir einen Gefallen thun wollen, so erwähnen Sie nichts mehr davon. Haben gewiß noch Eeschäfte in der Stadt? Kann mir's denken. Werden mir eS doch nicht abschlagen, beim Nachbar ern Gläschen mitzutrinken? Man muß den Aerger hinunterspülen, Herr Oelschmiedt. Tu lieber Gott, was kommen in fol chem Geschäft nicht für Unannehmlichleiten vor! Sie aus dem Lande, Herr Oelschmiedt, leben viel ruhiger, viel glücklicher." Oh, Herr äh, ah, das ist ein Irrthum!" Riekchen," rief Pickel in das Wmi zimmer, sieh' doch etwas nach dem Laden, ich begleite den Herrn auf einen Augenblick." Dann griff er nach dem Hute und ging mit seinem Kunden nach dem nahen Bierhause, wo er ihn auf das Angenehmste zu unterhalten suchte, um nur zu verhindern, da dieser wieder aus den unglückseligen Sattel zurückkomme. . Nach Hause zurückgekehrt, sagte er, vergnügt die Hände reibend, zu seiner Frau: Nun, das aing ja noch leidlich ab!" In diesem Augenblick ging die Thüre zur Werkstatt aus und Karlchen trat zögernd in den Laden. Meister," sagte er, die Augen senkend, ich wollte nur an die die den Sattel erinnern, damit 's nicht vergessen wird." Sieh' den Bengel! Als ob ich schon jemals etwas vergessen hatte! Hier hast Tu Deine fünfzig Pfennige. " Karlchen machte ein dumm-pflsslgcs Gesicht: ES waren aber drei Ohrfeigen, Meister, das macht zusammen einen halben Thaler." Sieh , sieh, wieder rechnen kann! Na, hier ist noch eine Mark, ich werde mich aber hüten. Dir des Sattels wegen wieder einmal eine Ohrfeige zu geben! Lieber eine Stunde darauf zwei das ist billiger!" Mit zwei Sätzen war Karlchen wieder in der Werkstatt. Pickel aber sagte mlt leisem Seufzer zu seiner Frau: Hoffentlich geht eS Mit den übrigen Neunundzwanzig besser!" Wenn er darunter verstand: Hoffentlich werden SieUebrigen gleich dem Ersten bezahlen." so irrte er. Jedem war der Sattel aufgefallen und Jeder machte sein Recht aus Streichung desselben geltend. Karlchen aber, der in der Sattelgeschichte eine wahre Gold grübe sah, wußte so geschickt .zu manöve riren, daß Pickel, den das ewige Rclla miren ohnehin in eine leicht begreifliche Erregung versetzte, seinem Borsatze, Karlchens Ohren zu schonen, stets untreu wurde. Karlchen legte sich ein förmliches Tagesbuch an, um nicht etwa einmal zu kurz zu kommen. Wäre er Diplomat gcwcfen, so hatte er dies Buch vielleicht KonfliktS-Akten" ge taust ; aber er war nun einmal kein Diplomat (obwohl er Anlagen dazu hatte) und taufte cS darum Sparkassenbuch. In diesem Sparkassenbuchs war zum Beispiel zu lesen: 13. Februar. Der Meister: Schon wieder einen Streich gemacht! Wie kommt der Sattel dahin?" Ich: Er ist hlngefchrieben worden." Eine Mark. 14. Februar. Der Meister: Wann wirst Tu Tlch endlich an Ordnung ge wohnen? Habe ich Dir nicht gesagt, daß der Sattel auf em anderes Konto gehört?" Ich: Jawohl, Meister. -Der Meister: Was, Du lachst noch !" Eine Mark fünfzig Pfennige. Aus derartigen Notizen befland daS aanze Sparkassenbuch." Tas schlaue arlchen wußte den Meister immer zum Schlaaen zu verleiten, und als die Kampagne zu Ende war (der Meister gab ihm das deutlich zu verftehen), da hatte er baare zehn Thaler im Sack Manchmal fragte sich Karlchen: Schlägt der Meister nun eigentlich das Geld aus mir heraus, oder schlage ich'S aus dem Meister heraus?Einerlei." antwortete er dann, ich Hab'S, daS genügt mir ich Hab'S, so wahr er ein Meister tt und ich nur ein dummer Junge!" Einmal hatte der Meister Schwierigkeiten mit dem Be zahlen gemacht. Da hatte Uarlchen nur gesagt: Ich möchte 'mal Vätern fragen" Daß Du mir still bist!" hatte der Meister gedonnert, und Karlchen hatte sein Geld erhalten. Die Kampagne war also vorbei so schien es wenigstens. Alles war wieder im alten Geleise. Da erschien eines Tages Herr Jost wieder im Laden und setzte mit zögernder Stimme auseln ander, daß er nachträglich auf seine? bezahlten Rechnung einen attel entdeckt' habe, den er unmöglich gehabt haben , könne. Herrn Pickel sträubten sich die Haare zu Berge. Nun wollte der Einzige, der den Satte! .bezahlt hatte, ihn auch nicht geholt haben. DaS hatte Pickel doch nicht erwartet. Acein mechanisch rief er: Karlchen!' Aver Karlchen kam diesmal nicht, er war von der . Frau Meisterin ausgeschickt worden. Unter den lebhaftesten Ent schuldigungen zahlte Pickel dem Kunden daS Geld zurück und stürzte dann zu seiner rau in S Zimmer. .Denk' Dir, Riekchen, nun habe ich für den Sattel boch nichts bekommen. Dem guter Rath hat mir noch oben drein zehn Thaler gekostet ganz abge sehen von der Angst, die ich auögestan den habe. Ein nettes Geschäft!" .Höre," erwiderte die Frau, .da is! mlr eingefallen, hat nicht err Oel

tchmiedt den Sattel geholt! Mir ist

jetzt,. als hätte ich an jenem Markttage huzten hören: ,DreiMg Thaler, ah. äh, dreißig Thaler, äh, äh!' " Jetzt ging Plckel ein Licht auf. Nichtig!" rief er, Oelschmiedt hat ihn geholt! O, ich Esel! Jetzt fällt mir ein, daß ich den Sattel für dreißig Thaler gelassen habe, und gewiß wollte er, als er sich wegen der Rechnung beschwelte, nur die fünf Thaler abgezogen haben. O, ich Heupferd!" Was ist nun aber zu machen?" fragte die Frau. Riekchen," erwiderte Pickel, ich habe die Geschichte satt; wir wollen das Geld verschmerzen und keinem Menschen, erzählen, wie übel uns unsere Schlauheit bekommen ist." Beide gelobten sich daiauf feierlichst. reinen Mund zu halten; aber nach Jahren hat mir Pickel in einer luftigen runde die Geschichte doch erzahlt, und da die beiden Ehegatten jetzt schon unter dem Nasen schlummern, so hbe ich geglaubt, dieselbe weiter erzählen zu dürfen. Der übcrlistctc lvirth. Der bekannte Kapellmeister Himmel in Berlin (gest. 1814) pflegte Bormit tags regelmäßig sein Gläschen Wein in einem damals renommirten Weinhause zu trinken, wo er durch seine witzige Unterhaltung stets der Mittelpunkt einer großen Gesellschaft war. Dem Wirth war der in Folge der Anziehungö' kraft Himmels erheblich gesteigerte Besuch seines Restaurants zwar sehr willkommen, weniger aber gesiel ihm, daß der Kapellmeister nie wie die anderen Gäste bezahlte, sondern sich täglich, ohne nach der Zeche zu fragen, entfernte. Als der Wirth nun eines Mor gens mit Himmel allein war, drückte er ihm ein Papier in die Hand, auf welchem die Auslagen für sämmtliche Frühschoppen seines Gastes von ziemlich langer Zeit her verzeichnet waren. Himmel steckte den Zettel, ohne ihn weiter anzusehen, ein und empfahl sich. Anderen Tages stellten sich die gewohnlichen Gäste ein und warteten sehnlich auf das Erscheinen deS KapellmeisterS. Himmel aber blieb aus, die Unterhaltung schleppte sich stockend hin, und der Wein mundete nicht wie sonst. Auch die nächsten Tage ließ sich der Vermißte nicht blicken, und rasch verminderte sich auch die Zahl der Kneipgenossen, bis schließlich keiner mehr kam. Bald erfuhr der Wirth, daß sein Schuldner jetzt anderswo seinen Wein trinke und ihm die übrigen Gäste nachgezogen seien. Da hielt eö der Wirth für rathsam, gute Miene zum bösenSpiele zu machen. Er schreibt seine Rechnung auf zwei Zettel, von denen jeder die Hälfte des Betrages enthält, und geht damit in früher Morgenstunde zu Himmel, den er bei seiner Morgenclgarre antrifft. Herr Kapellmeister," beginnt der Wirth, eö sollte mir leid thun, wenn ich Sie neulich durch meine pedantische Ordnungsliebe beleidigt und von meinem Hause vertrieben hätte. Ich schlage Ihnen hinsichtlich Ihrer Rechnung einen billigen Vergleich vor. Hier die eine Hälfte behalte ich und zerreiße sie ; damit ist sie also abgethan. Die andere nehmen Sie gefälligst in Empfang." Wie!" ruft Himmel, ich soll mich von Ihnen an Großmuth übertreffen lassen? DaS darf nicht geschehen; ich nehme daher die andere Hälfte der Rech nung und zerreiße sie ebenfalls; nun ist sie auch abgethan." Der verblüffte .Wirth sagte nichts als: Kommen Sie nur wieder, womöglich noch heute. Sie sollen fortan durch mich nicht mehr belästigt werden ! Himmel kam auch am selben Tage noch, und die ganze Gesellschaft ver kehrte -wieder wie ehemals in des Wirths Lokal. Dieser hatte übrigens seine Größmuth niemals zu bereuen gehabt, obwohl eS Himmel auch fernerhin nicht einfiel, seine Zeche jemals zu bezahlen. Ein peinlicher Irrthum. Lord Bea consfielS, der im Jahre 1881 gestorbene berühmte Führer der Tones, ging eines Tages auf der Terrasse seiner Besitzung Hughenden Manor in einem bequemen Rock, einen alten Hut aus dem Kopfe, spazieren, als zwei Damen, eifrige Anhängerinnen der Gladstone'scheu Politik, den dem Publikum zu gänglichen Park betraten. Da sie ihn für einen Aufsencr oder Gärtner hielten, so fragten sie ihn. ob er ihnen nicht den Park zeigen könne, wozu er sich auch sogleich bereit erklärte. Während sie sich den Park ansahen, forschten sie den angeblichen Gärtner nach den Gewohnheiten des Lord Beaconsfield aus. und die eine wendete sich schließlich au ihren Begleiter mit den Worten: Kann man denn den allen Schwindler nicht einmal zu Gesicht bekommen?" Gewiß, meine Gnädige." versetzte der Lord verbindlich, der alte Schwindler steht ja vor Ihnen!" . Daß die Damen entsetzt und ohne Ent chuldlgung davon eilten, braucht wohl nicht erwähnt zu werden. ' Kleines Mißverstand!!). Bäue rin: .Da schau' nur amal der Michcl, wie sich unser. Bua an einem rostigen Nagel glissen hat:". Bauer: Um Gottes will'n. lea'' eahm nur g'schwind a recht a großes G'wicht 'nauf! I' hab' erst neulich g'lesen, daß a Mann, der sich an roktiaen Naael 'neina'stoßen. an Blut Vergiftung hat sterben müssen, weil er ri- i-.--a ...r 1. t . Anfangs auf oie Verletzung ii;;i große? (S'wlcht gelegt rzal!" . '

.. . Allerlei für'S Haus. . Salat, derzu tief gepflanzt wurde, bringt nur kleine, wenig vollkommene Köpfe. Man pflegt vielfach auf starke Bethauung die Schuld zu schieben.. Sie liegt aber lediglich am Pflanzen. Der Wurzelhals soll auf der Beetoberfläche sitzen, nicht in der Erde. Rhabarber un gekocht. ein zumachen. Die Stengel werden abgeschabt, nicht geschält, in einzöllige Stücke geschnitten und in Gläser ge packt, die mit kaltem Wasser aufgefüllt und sofort versiegelt werden. So hält sich der Rhabarber ohne Weiteres das ganze Jahr hindurch an kühlem Orte. Als ein wirklich gutes Mittel, Pelzsachen während des

sommers vor den Motten zu schützen, hat sich das folgende bewährt, sofern es sich nicht gerade um umfangreiche Stücke, wie Pelzmäntel usw. - handelt: Man hülle Müssen, Baretts, Pelzkragen, also alle kleineren Stücke, die in Kartons. oder Schachteln aufbewahrt werden, dollständig in unversehrtes ZeitungsPapier und klebe alle sich bildenden Falten und aufeinanderliegenden Rander gewissenhaft mit flüssigem Gummi zu. Will man längere Kästen benutzen, so klebe man vorher ein paar große Bogen zusammen und falte sie dann um den Kasten. Eine Muffschachtel wird mit etwas mehr als ihre Höhe ausmachendem Papier glatt umhüllt, oben und unten die Papierhülle in Falten geschlagen und an beiden runden Flachen mit einem rundgeschnittenen Papier überklebt. Wird diese Arbeit gewissenhaft besorgt und alle Fugen glatt verklebt, so braucht man sich den ganzen Sommer über mcht mehr um die Pelz fachen zu bekümmern, vorausgesetzt, daß die so behandelten Schachteln an einem sicheren Platze, wo die Verpackung keinen Schaden erleidet, untergebracht sind. Um das Wachsthum der Bäume zu befördern und das Abstoß ßen der Blüthen und jungen Früchte zu verhüten, belege man den Boden unter dem Baume mit Mist oder anderen lockeren Stoffen, wie Gerberlohe, Obsttreber, Laub-, Moor- oder Walderde, Hanfabfällen usw., die alle nicht nur ,den Boden vor dem Austrocknen schützen, sondern auch zugleich düngen. Den Bäumen dagegen, die nur allzustärk treiben und keine Früchte ansetzen wollen, schneide man die Wurzelftitzen ab, rndem man rm Umkreis der Krone einen tiefen Graben um den Baum gräbt. Dies hat zur Folge, daß der Baum weniger ins Holz treibt. Dem Baume schadet diese einfache Operation nicht im gerinasten, im Gegentheil, es wird ihm durch den Graben frische Luft zum Gedeihen zugeführt. Holzasche unter den Baum gestreut, thut auch gute Dienste. Kamelhaardecken reinigt man durch Hin- und Herziehen in recht heißem Wasser, dem, wenn es etwas abgekühlt ist. Salmiakgeist zugefetzt wird. Die Decke bleibt fo lange im Wasser, bis dieses vollständig abgekühlt ist. War die Decke längere Zeit im Gebrauch, so ist d::s Versahren zu wiederholen. Dann wird die Decke in lauwarmem Wasser ausgespült, gut ausgedrückt oder durch eine Wringmaschine gezogen und zum Trocknen aufgehängt. Seife darf nicht verwendet werden. Spargel ein Jahr lang frisch zu erhalt en. frisch gestochene Spargel werden, ohn? vorher abgewaschen zu sein, am Schniitende abgetrocknet und lagenweise in ein gutes, luftdicht schließendes Faß gebracht, auf dessen Boden sich eine Lage gut getrockneter Kleie befindet; in die Kleie wird vorher etwas getrocknetes Kochsalz gemischt; zwischen jede Lage kommt wieder eine Mischung von Kleie und Salz. Ist das Faß gefüllt, so wird oben auf die Kleie vorher geschmolzener und fast wieder erstarrter Talg gegossen, wodurch der Luftabschluß erreicht wkrd. Das Faß muß an einem trockenen, frostfreien Orte aufbewahrt werden. Auf diese Art eingelegter Spargel hält sich bis zum nächsten Jahr; natürlich muß ein angebrochenes Faß baldigst verbraucht werden, weshalb es auch gerathen ist, kleine Fässer zu verwenden. Tapeten wasserfest zu machen. Die Wände von Räumen, welche in mäßigem Grade der Feuchtigkeit ausgesetzt sind, wie Badezimmer, werden vortheilhaft mit gefirnißten Tapeten beklebt, da diese gegen Nässe genügenden Schutz bieten. Mißlich ist nur,, daß die frische Tapezirung äußerst langsam trocknet, eben wegen der Undurchlässigst der Firnißschicht, und ferner, daß das steife Papier schwer anklebt. Diesem Uebelstand kann auf einfache Weise begegnet werden, wenn man, nicht die bereits gefirnißten Tapeten deS Handels aufzieht, sondern gewöhnliche Tapeten, die man erst an der Wand nach dem Austrocknen mit Firniß überstreicht. Wachs-,, Stearin- und Talgflecke entfernt man 'aus .Leinwand und anderen Stoffen, wenn man sie mit Eau de Cologne oder 95 Prozent Weingeist tränkt und dies wiederbolt. bis die blecken br'öckelia werden und sich durch leichtes. Reiben entfernen lassen.