Indiana Tribüne, Volume 29, Number 240, Indianapolis, Marion County, 2 June 1906 — Page 5

Jnyicma 55l0ÜNe, 2. Juni 1900.

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Die graue Sasse.

Roman'von Tora Dnncker. ( Fortsetzung.) - Kamilla blieb stehen und sah mit gespannter Erwartung nach der Pforte hin. Dann flog ein Ausdruck derEnttäuschung über ihr von raschem 'Lauf zart gerathetes Gesicht. Ein junger Mann, den Hut noch in der Hand, war auf die Straße getreten. Von der Sonne geblendet, kniff er die Augen ein wenig ein, dann, als er die Gestalt am Ende des Stakets gewahrte, stülpte er rasch den Hut auf das dichte schwarze Haar und eilte mit ausgestreckten Händen auf Zamilla zu. Milla, ach, Milla, sagte er erfreut mit einer so raschen, warmen Bewegung, als ob er sie an sich ziehen wollte. Sie wich mit einem ängstlichen Blick auf die Straße vor ihm zurück.- Du gehst schon, Lorenz? Ich hab mich so geeilt. Ich hätte so gern zwei Worte mit Dir gesprochen. Der Vater Lorenz Buchberg zog die Uhr, ein dickbauchiges, silbernes Gehäuse, aus Urväterzeiten, aus der Westentasche und schüttelte bedauernd .den Kopf. Ich kann nicht noch mal umkehren, Milla. In einer kleinen Viertelstunde muß ich unten am Zeichentisch sein. Kamilla machte ein betrübtes Gesicht. Ich thät's ja so gern wie gern. Du weißt's komm, geh' ein Stück mit mir, bis zu den Anlagen wenig stens wir gehen durch die kleine Rathhausgasse das ganze Nest schläft. Niemand begegnet uns Nein, nein sie schüttelte abwehrend den Kopf. Der Papa würde sehr böse sein, und ich mag'S auch selbst nicht, wenn man uns sieht. So komm' ich heut zu Euch, Milla, so um sieben herum, gleich von der Fabrik ist Dir's recht? ' Sie sah ihm zärtlich in die Augen. Sehr recht ja, flüsterte sie, der Papa fährt heute Nachmittag mit dem Postmeiste? über Land. Die Lemkes verhandeln durch Hippold gleichfalls mit dem Berliner Ingenieur, da will Papa sich unter der Hand davon überzeugen, welches Terrain das werthvollere ist. Sie reichte ihm die schmale, feinfingerige Hand, die er einen Augcnblick fest und zärtlich , in der seinen hielt. Dann machte sie sich rasch von ihm los. Adieu, Lorenz, auf Wiedersehen! Gehst Du noch zur Mutter? Sie lächelte ein klein wenig übermüthig. Ja, gewiß, deshalb bin ich ja nur heraufgekommen. Warte Du! Mit den vollen, schöngeschwungenen Lippen machte er die Bewegung des jtuc. Ein leichtes Roth stieg in ihren lanqst wieder blaß gewordenen Wangen auf. Und nachher geh' ich zu Lene Petersen. Ich hab' viel mit ihr zu bereden. Ich erzähle Dlr das alles Abends Du mußt jetzt fort, Lorenz. und ich werd' der Lene auch sagen, daß sie Abends auf ein Stündchen kommt und Dich versorgt. Du Leckermaul, Du Sie nahm ihr einfaches blaues Waschkleid zusammen und lief, ohne sich noch einmal umzusehen, von ihm fort, am Staketenzaun entlang, durch Lie kleine knarrende Pforte. Einen Augenblick noch sah er ihr nach. Dann seufzte er ein klein wenig beklommen auf und schritt schnellen Ganges durch die Kirschallee auf dem nächsten Wege nach der Fabrik hinaus. Gerade als er durch das durchbrochene eiserne Thor trat, das den Fabrikhof gegen den Acker abschloß, schlug es zwei Uhr. Von den, Bureaus her, die in einem kleinen Seitenbau untergebracht waren, kam Sadus auf ihn zu und rief ihn schon von weiten an: He, Buchberg! Lorenz stand still, dann, als er den Näherkommenden erkannte, ging er ein paar Schritte auf ihn zu. Sie rennen ja, als ob der Gottseibeiuns hinter Ihnen wäre. Ich hab' mich ein wenig verspätet, Herr Sadus. Ich sitze gern Punkt zwei wieder bei der Arbeit. Sadus lachte. Für einen zukünftigen Rafael eine viel zu pedantische Anschauung. Lieber Gott, damit hat's lange Weile. Na, na, wer weiß auch! Der Direk- ' tor hat mir da von inem Engelfries erzählt, der nicht von Pappe sein soll. Darf man ihn mal sehen, Buchberg? , Der junge Zeichner wurde ganz roth vor Freude. Aber gewiß, gern ich bin Ihnen und dem Herrn Direktor so dankbar für Ihre Antheilnahme. : Sie waren in das Fabrikgebäude eingetreten. Gleich unten, rechts und links von der Haupttreppe, kam man in die Maschinensäle. Die Thüren standen noch offen. Ein kurzer Blick genügte Sadus, um sich zu überzeugen, daß alles an "feinem Platze war. In wenigen Minuten würden die Maschi- ' nen im Gang sein. Dann stieg er mit Lorenz Buchberg zwei steile Treppen zu dem Saal der Musterzeichner- hinauf. '' ' Der Raum war so hell, daß seine vier'Fenster jetzt um Vt Mittagsstunde zum Theil verhängt - werden mußten. An einem langen Zeichentisch saßen cnt junge Leute, jeder ein mit Paus-! papier bespanntes' Reißbrett vor sich, ' nd tovirterl mit Kokzle die . Muster

von 'Teppichstücken 'und Stoftheilen, meist ornamentreiche Brokate,' die- ih--nen zur Ljnken lagen. , Der'Plätz dem Fenster zunächst war 'freZ'-gtblitben, eigentlich mehrere Plätze,: denn ein großer Theil deZ Tisches' zunächst den Fenstern 'war mit Papieren, Mappen, Farben, Wasserglasern und Pinseln bedeckt. Die jungen Leute grüßten artig, als Sadus mit Suchberg eintrat, und fuhren dann lautlos in ihrer Arbeit fort. Nun also, ich bin ungemein gespannt, meinte Sadus, mit Buchberg zugleich an den Tisch tretend. , Der Engelfries ist nebenan aufgesvannt. erwiderte Buchbera. Aber ich hätte hier noch etwas, Herr Sadus,

über das ich gern Ihr Urtheil hatte. Der junge Zeichner nahm einen kleinen Schlüssel aus der Westentasche, schloß eins der abgetheilten Fächer in dem Zeichentisch auf und entnahm ihm eine kleine Rolle. Wenn es Ihnen recht ist, gehen wir auf einen Augenblick in's Nebenzimmer. Mit dem größten Vergnügen, lieber Buchberg. Es dürfen auch mehrere Augenblicke sein. Nach dem, was mir der Direktor gesagt hat übrigens hab' ich auch einen Auftrag für Sie. Sie waren durch eine Tapetenthür in das Nebengemach getreten, das nur ein Fenster in derselben Größe wie die des Zeichensaals hatte und für etwa nothwendige Extrazeichner vorbehalten blieb. Links vom Fenster war mit ein paar Reißnägeln der Engelfries an der Wand befestigt. Sadus trat hinzu und. betrachtete ein paar Augenblicke lang die reizende Komposition, die correkte Zeichnung, die zarte charakteristische Farbengebung. Dann wandte er sich nach dem hinter ihm siehenden Buchberg um und drückte ihm die Hand. Es ist schon so, wie ich mir lange gedacht. Sie müssen hier fort, Buchberg, lieber heut als morgen. Kommen Sie, setzen Sie sich, wir wollen die Sache gleich durchsprechen. Buchberg war ganz roth geworden vor Freude. Also die Kleinigkeit gefällt Ihnen. Herr Sadus. Wie mich das freut! Und hier Lorenz wickelte die kleine Rolle auf, die er noch wie mit einer gewissen Zärtlichkeit in der Hand hielt etwas, was noch Niemand gesehen hat, nicht mal das Original ein Versuch auf einem ganz anderen Gebiet ich habe, offen gestanden, nicht das geringste Urthz'l, ob es geglückt ist oder nicht. Buchberg strich das gerollte Blatt glatt und legte es vor Sadus hin. Ein staunendes Ach! der Bewunderung kam von den Lippen des überraschten Mannes. Kamilla Prätorius, als zb sie lebendig vor ihm stünde. Das feine Oval des Kopfes, das weiche, wellige, kastanienbraune Haar, die blaugrauen, e'.n wenig schwermüthigen Augen, das feine, aparte Naschen, der herb geschlossene Mund, der so viel mehr Verständiges zu sprechen wußte, als es seiner Jugend zukam. Das Köpfchen war ln Kohle entworfen und mit Buntstiften in zarter Färbung nachgezeichnet, so daß das Kolorit des eigenthumllch schonen, zarten Madchen kopfes in seiner ganzen Eigenart wirkte. Sadus hatte sich so in das Bild ver tieft, daß er Buchberg's Gegenwart ganz vergessen hatte. Ein leiser, fra gender Laut weckte ihn aus seiner Entzückung auf. Der alternde Mann fuhr sich mit einer raschen Bewegung über die Augen, als ob er'etwas wegwischen wollte, was nicht dahin geHorte. Dann sah er mit einem klein wenig melancholischen Lächeln zu, dem jungen Mensehen hin, der in der Fülle seiner Jugend und Thatkraft mit zärtlich strah lenden Augen ihm gegenüber stand. Sie sind ein beneid:nswerther Mensch, Buchberg. Jugend,Talent und Frauengunst, was wollen Sie mehr! Aber ich gönn's Ihnen, wahrhastig, von Herzen gönne ich's Ihnen. Und nun hören Sie mir mül einen Augenblick ruhig zu. Wir haben heut den vierzehnten. Der Direktor hat mich beauftragt, Ihnen morgen als am fünfzehn ten zu kündigen, was hiermit schon feierlichst geschieht. Sie sind doch ein verstanden? Buchberg lächelte vergnügt. O, mehr als das! Meilsheim knüpft aber eine Bedinguno an.diese Kündigung, daß Sie uns jeden Monat nach Bedarf einen Fries oder ein Dessin zeichnen, das wir Ihnen mit hundert Mark bezahlen werden. Buchberg machte eine abwehrende Bewegung. Nein, Herr Sadus, das kann ich nicht annehmen. Hundert Mark für eine Zeichnung! Für ein paar Stunden Arbeit! Sie werden mehr für ein paarStun den Arbeit bekommen, Buchberg. Warten Sie s nur ab. Der andere hatte nicht auf ihn ae hört. Das ist ein Geschenk ein Almosen, sagte er erregt. Sadus hatte sehr gemächlich seine Brieftasche gezogen und ein Papier daraus entnommen. Hier, Sie brauchen nur zu unterschreiben, und das Geschäft ist gemacht. Ich schlage Jh nen vor, uns die erste Zeichnuna noch hier, während Ihrer letzten vierzehn Tage Frohndienst zu machen, dann laß ich Ihnen, am einunddreißigsten mit den sunsundvierzla Mark Monats halt gleich' die ersten, hundert Mark auszahlen, und Sie brauchen sich nicht erst lange, zu besinnen, woher Sie das Reisegeld' nach' München nehmen solle; Oder wollen .Sie nach Berlin? ! . Sprachlös vor dankbarer Rührung

schÜttelteMchberg den K?pf'Er"hält? stets gewußt' und gefühlt,-daß der Di-

rektor - und' Sadus , ihm wohlwollten, cb; so viel. Güte, ja ' Freundschast hätte er nicht erwartet. Abgerissen fa men Worte des Dankes und des Entzückens von seinen Lippen. - SaduL wehrte lachend ab. Sie haben nicht zu danken, Buchberg. ' Vielleicht wenn wir vor einem Jahre den heldenhaften Entschluß gefaßt hätten, Sie gehen zu lassen. So aber haben wir uns als ganz eingefleischteEgoisten gezeigt, die Sie bis heute hier festgehalen haben. Und nun unterschreiben Sie, Kind Gottes, und nach der Arbeit machen Sie, daß Sie m d:e Graue Gasse' binuverkommen uno amlua Prätorius Ihr Glück verkünden. Und das Bild da. Buchberg SaduS machte eine langsame zögernde Bewegung nach dem Bilde hin, als ob er die Hand nach unrechtem Gut ausstrecke da Sie im glücklichen Besitz des Originals sind, darf man wohl daran denen, es zu erwerben. Mit Freuden. Buchbera schob dem Bureanchef das Blatt mit einer lebhaften Handbewegung zu. Ich bitte Sie, das kleine Blatt als em schwaches Zeichen der Dankbarkeit von mir anzunehmen. v Nein, so war es nicht gemeint, Buchberg. Ich möchte die kleine Skizze für meine Sammlung erwerben dürfen. Dann bedaure ich, sagte Buchberg kühl. . . .. Sadus besann sich em paar Augenblicke. 'Dann sagte er sich, daß er im gegebenen Moment nicht anders gehandelt haben wurde. Nun denn. Buch berg, wenn Sie nicht anders wollen. nehme ich Ihre Gabe an. Wie hoch sie ln Ehren gehalten werden wird, brauch' ich Ihnen nicht erst zu sagen. Sie reichten einander zu kurzem raschem Druck die Ha.nd. Uebrigens, wie steht es m der Grauen Gasse? Ich habe seit Tagen nichts von den Prätorius gehört und gesehen, da ich in Ungnade bei dem Alten bin. Mir geht es nicht viel besser, seufzte Buchberg mit drolliger Resignation. Also noch immer Nicht ausgesöhnt mit dem Heirathsplan? Na, das wird zetzt kommen, wenn Sie dem Frohndienst den.Rücken kebren und ein freier Künstler sind. Da kennen Sie den Alten schlecht. Bon der Kunst will er erst recht nichts wissen. Wir werden uns noch lange in Geduld fassen müssen, ehean eine Heirath zu denken ist. Und wie steht's mit dem Verkauf? Prätorius müßte doch Gott' danken, wenn er den alten Kasten los würde und zu etwas baarem Gelde käme. Er kann sich nicht entschließen und wird sich so lange besinnen, bis der Käufer abschnappt. Freilich, was daZ baare Geld betrifft, was dabei heraussieht, darauf möcht', ich die Hand nicht in's Feuer legen. ' ' Wie denn so stark verschuldet? ' Das Grundstück ist belastbis unter die letzte Bodenluke; und auch sonst Wie ist der Mann nur so heruntergekomwen? Ich höre, die Prätorius waren früher die reichsten Leute,' der Stolz der Stadt und der Landschaft. Gewesene Zeiten! Mit dem Vater schon soll's nicht mehr zum Besten gestanden haben, ja vielleicht schon mit dem Großvater.' -Aber die hielten sich noch, und wenn das Geschäft auch nicht mehr blühte, es bestand doch wenig stens noch. Den Mangold haben die Junker hier herum zugrunde gerichtet. . v m . . piei uno Pserve und Wetten Ich habe, nie davon gehört. Es war wohl vor Ihrer Zeit, Herr Sadus, an die zehn Jahre und darüber mag es sein, Kamilla's Mutter war kurz vorher gestorben, da hieß Prätorius in der ganzen Gegend nicht anoers als der tolle Mangold. Da war er mit dem Walpen auf Glossow gut Freund. Die Freundschaft hat ihm dann den Rest aeaeben. Armes Mädel! Was hat sie schon I ' ' aues yimer nen. Und auch wohl noch vor sich. Serr Sadus? denn so klug sie ist und so tief sie hineinsieht in die Schuld und Misere, den Alten läßt sie nicht im Stich, und wenn sie auch hundertmal einsieht, naß er unrecht hat. gegen seinenWillen bandelt sie doch nicht. Beide Männer schwiegen. Sadus sah nachdenklich vor sich hin. Wenn man ihnen wenigstens bei dem even tuellen Verkauf behilflich sein könnte! Wer weiß denn, wer dieser Berliner Kauser'ist, und dem Hund, dem Hip pold, ist erst gar nicht zu trauen. Schellbach soll, soweit ich gehört ha T. em honoriger Mensch sem. Das Haus hat gerade keinen Weltruf, aber es soll gut sundlrt sem. Der Mann ist ja auch wohl über die erste Jugend hinaus und reichlich Familienvater. Und die Last, die auf dem Grundn l r J. . - siua uegi, uno n?as sonn muthmaHltq noch an Wechseln läuft, hat er darüber einen Ueberbllck? Ganz und gar. Nicht. Milla quält sich, damit zu irgendeinem Resultat zu kommen, natürlich vergebens. Sadus schüttelte mißbilligend den Kopf. Ein Verbrechen, gegen ein so junges Ding und , eme Edummbit dazu. Wenn er uns nicht hineinsehen lassen will., Er hält Sie ja -für einen Erz freund. .. . Weil :tx. mir leid that und ich für seine Entlassung sprach. Sie haben'S ja selbst gesehen. Buchbera. Wie ein eingesperrte; Löwe, lief er zwischen den engen v Bureauwänden hin . und her, sich selbst und uns zum Aerdruß.

JchchcM gehofft, er würde sich !nge-.1

wohnen es war nichts damit. Zum Kuckuck, aber wenn er uns nicht will, so muß er siwenigstens einen Bücherrevisor holen.. Irgendeine Art von Ueberblick über die Sachlage muß koch zu schassen, sem. (Fortsetzung folgt.) Zwischen wei Herzen. Endlich mußt Du Dich ober doch für einen der beiden Bewerber entscheiden also, wer ist Dir lieber, der Doltor oder der Herr Meier?- ;5Da ist schwer zu,, sagen, Mama, immer wenn ich mit dem einen bin, ziehe ich' den andern vor." ' Europäische Nachrichten. A.ovinz WreLNdenburg. Berlin. Wilhelm Staudt. Mitknhaber des bekannten Hauses Staudt & Co., hier, ist im Alter von 53 Iahren gestorben. Es war ein Hauptverdienst des. Verstorbenen, den Handel mit Argentinien zu entwickeln und dem deutschen Kaufmannsstande in diesem Lande eine angesehene Haltung zu erringen. Hier ist der Landschastsmaler Henri Hertwlg nach langerem Leiden, gestorben. Kürzlich beging die Firma Franz Ehlert & Sohn, Spielwaaren - Spezialgeschäft, Potsdamer Str. 134, ihr 40jäbrige3 Bestehen. 38 Jahre war das Geschäft am Alexanderplatz und erst vor zwei Jahren ist es nach der Potsdamer Str. verlegt worden. Dieser Tage ist ' r . ki (vi"..!i naqj jqi paariger 'yangieli im Hause L A. Herpich Söhne Fräulein Helene Planeta ausgeschieden, um die wohlver.diente Ruhe zu qemeßen. Seit August 1869 war sie ohne Unterbrechung in der Pelzabthelluna thätig geWesens Vor Kurzem beging die Firma Dietrich & Praedel, Berlin SD., Brücken Str. 1314. ihr 25jähriges Geschäftsjubiläum. Der Relchstags'abgeordnete Justlzrath Lenzmann, Mitglied der Freisinnigen Volkspartei, der während einer Relchstagssltzung einen Schlaganfall erlitten hatte, ist in seiner hiesigen Wohnung gestorben. Lenzmann, der dem Reichstag von 1881 blS 1887 und dann nieder ohne Unterbrechung seit 1893 angehört hat, vertrat zuletzt den 3. Wahlkreis des Regierungsbezirks Arnsberg. Unglückliche Liebe hat den 27 Jahre alten Schriftsetzer Willie,.Katschke, der in der Gartenstraße 30,in Schlafstelle wohnte, in den Tod getrieben. Der junge Mann hatte seit längerer Zeit ein Liebesverhältniß mit einer 22 Jahre alten Verkäuferin der Milchcentrale. Nachdem das Mädchen vor einigerZeit sich von ihm abgewandt hatte, 'wurde er schwermüthig. Kürzlich. legte er seine Arbeit nieder und tastete sich in seiner Wohnung 'düräz einen Revolverschuß in das Herz. ' ''Potsdam. Ihren Verletzungen erlegen ist die 20iährige Frieda Krage, die Tochter des Freischulzen Krage zu Dalmsdorf bei-Kratzeburg, die der dem Kammerherrn v. Heynitz Hierselbst bedienstet war. Vor längerer Zeit erlitt dajunge Mädchen, als sie kurz nach oem Aufstehen, wahrscheinlich noch traumbefangen, ben Gaskocher r anzündete, durch Explosion schwere Ver letzüngen, die ihre Aufnahme in ein hiesiges .Krankenhaus nothwendig machten. 'ffriedricksbera. Vor Kurzem wurde die Thierbändigerin Martha Elbeck aus Hamburg in einer Menagerie auf dem Grundstück Frankfurter All 124 von einem Leoparden so schwer verletzt, daß ste in's Krankenhaus Friedrichshain in Berlin gebracht werden mußte. KLnrgs'wU'sterhausen. Das erbliche Mitglied des Herrenhauses, Kammevherr Emil v. Gutzmerow, Schloßhauvrmann von hier, ist in seiner hiesigen Wohnung gestorden. , 'Senf tenb erg. Kürzlich ist hier .die Hertrich'sche Dampfmühle abgebrannt. Ehe Löschhilfe kam, war das massive Mahlgebäude sowie die Schneide-und Oelmuhle mit den darin aufgespeicherten Getreide-, Mehl und Kleienvorräthen den Flammen zum Opfer gefallen; nur wenige Sack Getreide konnten inSicherheit gebracht werden. W i l m e r s d o r f bei Berlin. Letztens gab im Rathhaus der im hiesigen statistischen Amt beschäftigte Volontär Hoefling auf den Bureaugehilfen Ramm beim Spielen mit einem Revolver aus Unfua einen Schun ab und traf ihn in die Schulter. Die Verwundung ist lebensgefährlich. Aus Verzweiflung über seine That tödtete sich Hoefling durch einen Schuß in die Schläfe. ' Frovinz Hstpreußen. Köttigsberg. Professor VölaerliNA- Hierselbst, der Grunder des Provinzial - Kirchengesangvereins für Ost- und 'Westpreußen,' beging sein 50jähriges Dienstjubiläum. Beim Ranqiren überfahren wurde auf dem Jnsterburger Bahnhof , der Rangirarbelter Karl Kornitzki. Er war sofort todt. . Allenstein. Als der Tischlergeselle Kraieweki in der, Tischlerei von Zahlmann ein Stück Holz unter die Hobelmaschine schieben wollte, prallte das Holz zurück, wobei die linke Hand des Gesellen in die Maschine gerieth, die dem Kraiewski den Daumen einschließlich des Ballens glatt abschnitt.' 'Biessellen. In's .Roßwerk aeratben ist wr ver 19iahriae mbti

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todt. , . . , Ehristttthmen. r Kur zem ertranr'm oerAnZerapp vlö yiesige Besitzersfrail Burnus, hth-i twtt Kahnfahrt beider das Fahrzeug kenterte. -, .. G r o ß - K u h r e n. ' Letztens war der Arbeiter Tautorus von hier an den Seebergen ' in der Nähe vvn Marscheiten beschäftigt, als plötzlich eine Schicht Erde sich loslöste und ihn verschüttete. Der in derNäh weilende Arbeiter Luick eilte zu der Unfallstelle, wo er Tautorus bis zum Halse von den herabgefallenen Erdmassen bedeckt vorfand und ihn zu befreien versuchte. Obwohl TautoruS ve: seinem Ausgraben wacker mithalf, ist . er auf dem Heimwege unweit der Unfallstelle getorben. Palmnicken. Beim - Ranairen auf unserem Bahnhöfe kam der Hilss Weichensteller Magat zwischen die Pufer zwner Wagen und es wurde ihm der linke Arm vollständig zerquetscht. Er wurde sofort nach Königsberg i. P. überführt. Der Fall ist um so bedauerns werther, als Magat kine Familre von acht Köpfen zu ernähren hat. . Sovbientbal. Auf dem hiesigen Gute ereignete sich ein bedauerlieher Unglücksfall. Der 9 Jahre alte Knabe Hcrmann Budnick, Sohn des Jnstmanns Budmck. geneth so UNglücklich m daö Naderwert einer tm Betrieb befindlichen Schrotmühle, daß ihm ein Fuß vollständig zerquetscht wurde. 'Arovknz Westpreußen. D a n z i a. Einer seltenen Rüstigkeit in seinem schweren Beruf erfrzut sich der hiesige Kriminalbeamte Schulz, welcher unlängst sein 80. Lebensjahr vollendete und noch 'immer tagaus. tagein im Bureau und Außendienst thätig ist. Sein MjährigeS Dttnstjubiläum hat der verdiente Beamte schon vor einer Reihe von Jahren begehen können. Blauvau. Hier verschied- am Herzschlaq der katholische Pfarrer Grajewski. Im vorigen Jahre feierte er sein LSjähriges Amtsubilaum. Durch seine große Liebenswürdigkeit Jedermann gegenüber hatte er sich bei llen Ständen einer großen Beliebtheit erfreut. . E l o r n g. Kaufmann Albert Rermer, der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, konnte kürzlich auf 'eine 50jährige Thätigkeit als selbständiger Kaufmann zurückblicken. yr- i r r . P - . I . . S ro n - u c i c n i ism großtres Feuer wüthete vor Kurzem in unserem Dorfe. In der Scheune des Besitzers Frowert kam das Feuer zum Ausbruch, und nach kurzer Zeit ging auch der Stall auf dem GeHost in Flammen auf. Das Vieh konnte in Sicherheit, gebracht werden. Obwohl die benachbarten Wehren alles versuchten, um das Feuer auf seinen Herd zu beschränken, konnten sie eS nicht verhindern, daß auch noch ein Wohn- . X p y haus ves xyuymacyers jiu,a) in Flammen aufging. Hammerstein. Ein tragisches Ende, hat die Ehefrau des Ackerbürgers Schauland von hier genommen. Vor einigen Jahren erlitt sie einen Gehirnschlag. ' Lähmung einzelner Korpertheile und thellwerse geistige Umnachtung waren die traurigen Folgen. Oftmals suchte s sich aus dem Hause zu entfernen, wurve aber stets zurückgeführt. Kurz vor Weihnachten v. I. verschwand sie wieder. Alle Nachforschungen blieben nfolzlos. Erst kürzlich wurde sie nun in einem Reoier der Oberförsterei ZanVerdrück todt aufgefunden. Die Leiche war durch Verwesung und Raubzeug derartig verstümmelt, daß die Personlichkeit kaum mehr festzustellen, war. Es ist wohl anzunehmen, daß der Too durch Verhungern eingetreten ist. Marienburg. Vor Kurzem verstarb plötzlich m seinem Dienstbu reau auf dem hiesigen Bahnhofe der Eisenbahn - Assistent Wunsch. Er war verheirathet und hinterläßt meh rere Kinder. Tuchel. Der Käthner ThomaS Karnowski stürzte vom Stuhle, so daß der Tod infolge Blutergusses in's Gehirn sofort eintrat. Fr-ovinz Fommern. Stettin. Dieser Tage feierte eine sehr bekannte und geschätzte Per sönlichkeit, die Hebamme Frau Fran ziska Zimmermann, ihr Wjähriges Verufsjubiläum. 23 Jahre hat Frau Zimmermann, welche jetzt tin 59. Le bensjahre sieht, ihren schweren und verantwortungsreichen Beruf mit seltener Pflichttreue und unermüdlichem Fleiß ausgefüllt. 7 ' Franzburg. Hier brannte das Doppelhaus des Kaufmanns Bern stein nieder. ' G r e n z i n. Vor Kurzem sind auf der hiesigen Domäne die große Vorrathescheune mit Inhalt, oer Schaf stall und der Kuhstall niedergebrannt. 160 Mutterschafe und 80 Jährlinge, 100, Lämmer und ' mehren Schweine sind umgekommen. Das Rindvieh konnte-gerettet werden. . Hanshasen. Durch Großfeuer fiiT4itA zwei dem Ritterguts besitze? v' Gottbera hier gehörige Taae löhnerhäuser bis auf dieGrundmäuern eingeäschert. ' Daö Feuer entstand in dem einen Gevauve, als die sammtli chen erwachsenen Personen zur Guts arbeit gegangen und nur die Kmder zurückgeblieben waren. .. , , . - ; ,

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ji UrZneien. v T?'??:?'"1 kmkwav. ' Sind ie Hantle w 9BhAtm A. nsi w (.. u . m-i w - . " km -T iiwiuii ,ic aekoy tti alle rauklzeiten durch bsorbirivg. Pho, : Re ..r;. u,.im 6558, oder mau adnsfire: Oft Äichiga etv. - : : 118 Feuerversicherung-Grundeigenthu. SacoV Vuennakrl. Zimmer und 6, No.LS Küd D?laa ?.t?alik. Möwe A Winkender. 145 Ost Kartet 6tta&e. 's Telepbo. alt Mai 225. 5ssteley & Löscr. 71 Laa Gebäude. w.m K l Wlii Finanzielles. ante leihe Geld auf dbe! und Vicmo, oh, d selbe lreg,uehme. veuso ans Udre fc Diamanten. . r.ttal Soan Co.. 203-Ctatt Life Kids. Automobiles. Gekauft, verkauft, vermiethet, aufbewahrt und nparirt. Lgentur für Reliance Gasoiiu Car uud Chicago lampf Ear. Alt, Main 1443, Keu S503. entral Garage. 832 CB Market Etr. . Tapeten. apeten. Ich hänge und liefere Taveten. Truhnn STOaIm iM ArVVflfVI HIM Waaren.Ablieferung. Maaren abgeholt und abgeliefert. Mäßige Preise. Schnelle Bedienung. 2 Süd Pennsylvania St?. Reu 5122 ; lt, Mai 143. E. T. uftin. Eig. Leichenbestatter. Nhitsktt & nlver. Leichenbeftatter. 118 5k. Jllinoi etr T.tUrhon S)m Kfiir kt TOitn um Sohnfo, Haßler & eorge. 357 assachnfett ve., Telephone : Neu es ; AU. viai luo Sir spreche deutsch. Optiker. Emerson Druley. 29tf Massachusetts ve.. (im ersten Square), zweiter ßtock. Augen untersucht. Leusen geliefert. Moderne Methoden. Grundeigenthum. ebrüder Miller, 329 Lemcke Gebäude, nleibe schnell besorgt. New Phone, . ZMUliam P. Socwell, Grundeiqenthum? , Agent, 8 und Baldwin Block, Eüdwest Ecke Market ad Telaware Straße. Reuer Phone 1734. c ohn Freeman, 353 Baldwin Block. v) New Phone M90: Old. Main 3öi. Bäckerei'Einrichtungen. Messire So. (incorporirt', 130-1Z2 Evd PennO svlvania Straße. Beide PhoneS S503. Patent'Anwalt und Ingenieur. 1,ompson R. Bell, 401 Sa? Gebäude. Zweig- & Office : Washington, D. tt., New Phone im. Znvalidenstühle. und Aruchdänder. Wruchbänder. ' Wir passen und garantiren Bruch J band. 5nvaIiden Stüdle au verkaufe der zu vermietheü. ' resette.Pngh .. 13 Süd Illinois Straße. Blech und Metall.Däüer. Wlech- und Metall-Ticher, sowie Dachrinnen angefertigt und reparirt. Iho. E. Hadleh. 14 Kentucky ve. Neuer Phone i. Nasse Ei Ihre Bk'ch.. g'lvanifirte isen und SchieserTachdeckag sowie Furnace ?tparawre besorge vo . P. Hbbird, 14 'Oft Chi ktreße . Si'uer Phone 257. . Aerite. Tc. E. C. Thomas. Spezialität: Herzkrankhelten. stunde 24 u. 6 8 Nach. .- 25 Virginia Ave. Neu Slö: lt. Prospect LN. Spezialisten. red kurirt ohne Messer. Frauen rau?heite eine Spezialität. . W. ula. M. D., E. B. Brigham, M. X., 157 N. Jllinol Str. -Phone 3227 Main, Indianapolis, Ind. Krebs Spezialig. CTx. Howard, übn dreißig Jahre erfolgreiche KrebBehandlung in Indianapolis. Ofnce 114 Eäl Jlllnoi Straße. ObschonzurZeitnoch nicht genau feststeht, daß die zweite Friedenskonferenz in diesem Jahre !m Haag zusammentreten wird, beantragte der holländische Minister des Aeußern bei der Kammer einen Kredit von 75,000 Gulden für einen würdigen Empfang der Vertreter. Aus Sofia wird gemeldct, das; der in mazedonischen Krcücn sehr bekannte Oberst Jankow in einem Treffen mit türkischen Truppen bei Wlachi kürzlich gefallen sei. Jan kow war aktiver bulgarischer Oberst lcutnant und wurde vor etwa ait Jahren als Oberst der Reserve zugetheilt, er ist seitdem also nicht mch: aktiver Offizier. Er. gehörte der Partei des Generals d. R. Zontsckew an. Vor einiger Zeit hieZz es bei deil Mazedoniern, daß Jankow ausersehen sei, den Ueberfall von Sagoritschane. zwischen' dem Ostrowo und. dem 5?o stona-See, an den Griechen zu rä chen. Bekanntlich waren damals, vor einem Jahre, gegen achtzig bulgarische Männer und Frauen von dcn Griechen- getödtet worden. Es ist ausgeschlossen, daß Jankow die Ab ficht hatte, türkisch?! Truppen anzu greifen." ober da . er von diesen. w:e es scheint, angegriffen' worden war, so wehrte :,er sich seiner Haut. Er galts2r deinen tüchtigen Haudegen und braven ' Kerl.,' Obwohl er nicht nach der 'Führerschaft strebte, war sein Anhang giofe. ', Tie bulgarische Ne gieruna ist nuy einen Mann los, der ihr 'schon ' manche 'Scherereicn und Schwierigkeiten gemacht hat. : . ;

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