Indiana Tribüne, Volume 29, Number 240, Indianapolis, Marion County, 2 June 1906 — Page 4

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--c Xr Jndianä Tribüne. HnuAgitdn vR Ux Outsnhttt Ts. J .'JndZänaPoliS, Ind. ' ßsrrH O. Thudi ' Yrifldent. SeschSftSloealt ilo, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269 Entrd at tke Port Office i Indianapolis a lecond cltti matter. Fulda über seinen Besuch. In seiner Vaterstadt Franksurt a. M. hat Ludwig Fulda, htn wir un längg In unserer Stadt sahen, einen Vortrag über seine Reise nach den Ver. Staaten gehalten. "Meine Vorlesungen," erzählte er, .richteteten sich theils an Deutsch.Ame. rikaner, die Amerikaner von deutscher Abstammung, und theils auch an die Angloamerikaner, die deutsch gelernt haben oder noch lernen. Gerade bei den letztgenannten habe ich, großartige Ueberraschuvgen erlebt. Da sühlte ich, daß das Deutschthum in Amerika einen ungeheuren Ausschwung genommen hat, denn man verstand mich, der ich doch nur in deutscher Sprache meine Vortrüge und Agitationen hielt, ausgezeichnet. Und besonders die deutsch amerikanische nnd angloamerikanische studierende Jugend war von hinreißen der Begeisterung. Als ich zum Beispiel in Washington und in Chicago sprach, da waren auch aus den benachbarten Universitäten die Studenten herbekge eilt." Fulda widersprach im weiteren Lause der Unterredung der .weitverbreiteten Ansicht, daß in Amerika das ReinMa. terille maßgebend sei. Deutsche Dichter insbesondere, finden hohes Interesse und volle Schätzung, sie sind in die Schulen eingesührt. Man liest-, sagte Julda, Haupt mann. Sudermann, Baumbach, Roseg ger und Heyse in den Schulen. . Von meinen Werken fand ich in den osfiziel len Lehrplünen zwei, .darunter den Talismans verzeichnet-. Für die Anhänglichkeit der Deutsch.Amerikaner an ihre Nationalität und Sprache fand der Crzähler.v,arme Worte; er w!eS auf den Kampf hin, den die Deutschen drü. den um die Erhaltung ihrer Sprache kämpfen:" 'Da knüpfen sich die Bande fester zwischen den Stammesbrüdern! Die Deutsch.Amerikaner sind mit ihrer alten Heimath in engster und steter Verbindung!. Uebir den Präsidenten, von dem er in Washington empfangen wurde, äu ßert sich Fulda: Er ist ein Mann voll Leben und Temperament, ein oderner Mensch, der für deutsches Geistesleben viel übrig hat. Betonte er mir gegen über doch, daß er ein besonderer Freund der deutschen mittelalterlichen Poesie ist,' daß das Nibelungenlied es ihm ange than, das ihm auch' der deutsche Kaiser in einer Prachtausgabe zum Geschenk gemacht hat." Sehr enthusiastisch sprach er über die Vorbildlichkeit des amerikanischen Blb llothekwesenS. In Washington, wo sich die größte Bibliothek der Welt be findet, traf Fulda einen Herrn von der königlichen Bibliothek in Berlin, der nach Amerika gesandt worden ist, um amerikanisches Bibliothekwesen für die neue groß angelegte Bibliothek in Ber lin zu ftudlren Sas Ende deS preußischen Thalers. Der preußische Thaler galt einst weit und breit als eine so wohlgelungene, handliche und beliebte Silbermünze, daß die Holländer das Acqulvalent für das spanische Achtel'Pesoftück nach ihm formten und benannten. In der hol' lündischen Namenkform Dollar hat Form und Bezeichnung dieser preußi schen Münzeinheit eine große Verbrei tung gefunden, seitdem 1786 die junge Republik der Vereinigten Staaten ihre eigene Währung dem spanischen Piaster entgegensetzte. Noch ist das Urbild all der verschiedenen Dollars, die im 19. Jahrhundert als Handelsmünzen einge .führt und wieder aufgegeben worden sind, als gesetzmäßiges Zahlungsmittel in feinem deutschen Ursprungslande im täglichen Verkehr. Aber wis einst dem ebenso beliebten Dukaten und dem weit verbreiteten lFlorln, so hat auch jetzt seiner leiblichm Gestalt das letzte Stündkln geschlagen. Bald wird nur noch der Name d.harten- ThalerS übrig fein. . Das preußische Thalerstück .hat einen harten Tod gehabt.. Seit 1873 hat man, well die Goldwährung eingeführt wurde, die jetzt überreichlich -Vorhände

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-;.--- nen Thaler zum Cinschmelzen,verkaust. Abet 1879; wurden dikse"Sttberver. küufe suöpendiit, und man suchte den Uebelfluß an Thalern allmählich durch Umschmelzen in kleinere Münzen zu de seltigen. .. Ein gewisse .Anzahl glaubte man aber, dem Verkehr als beliebtes Dreimarkstück überlassen zu sollen. Da stellte sich aber ein anderes Bedenken gegen diese ehrwürdige Münze ein. Man nahm daran Anstoß, dSß sie als Dreimarkstück nicht in das dekadische System paßt. Aber wie in Amerika sich immer leicht Leut: fanden, die für den Dollar unserer Väter" eine Lanze brachen, so schien im deutschen Publl kum eine Vorliebe für dieses altge wohnte Münzgück zu bestehen. Da es wegen der Abnutzung im Laufe der Zeit in immer größerem Umfang ein gezogen und daher allmählich knapp werden mußte, so trat die Frage an die ReichSbehörden heran, ob man ,dem Publikum zu Liebe nicht gleichgeformte DreimarkftÜcke als neue Thaler prägen sollte. Bei einer Umfrage ergab sich aber, daß nur 16 von 145 Handels kammern sich für die Beibehaltung der Thalermünze auSsprachm. Die Reichs öank machte die Erfahrung, daß die alte Beliebtheit der berühmten preußischen Münze in unserer an Bequemlichkeit deS Rechnens gewohnten Zeit im Schwinden begriffen sei. So hat sich denn die Denkschrift deS ReichSbank-DirektorlumS gegen die wei tere Beibehaltung des DrelmarkftückeS ausgesprochen. ES sollen deshalb die noch vorhandenen Thaler in beschleu nigtem Tempo in Zwelmark und Markstücke umgeprägt , werden. So bald alc möglich sollen dann die Thaler durch Aufruf ganz aus dem Verkehr gezogen werden. In absehbarer Zeit werden also de Thaler zu den hiftori schen Münzen gehören, die nur noch für Sammler ein Interesse haben. , i i Wenn jemals ein Ausbruch der Volkswuth berechtigt sein könnte, so wäre dies nach den Chicagoer Enthül lungen der Fall. Wahrlich kein Volk ist so geduldig im Ertragen wirklichen Unrechtes, wie das amerikanische. Die souveräne Verachtung, die die einmal im Amte befindlichen Beamten den Interessen deS Volkes entgegen bringen, ist' voll und ganz verdient durch die Gleichglltigkelt, mit der das Volk Uebergriffe, ja selbst Verhöhnung und Gesetzübertretungen von Beamten dahingehen läßt. Gewöhnlich muß der Kandidat für ein Amt sich durch so dicke ttothkruften hinelnwinden, daß wenn er 'mal d'rin ist, er sich am Gemeinwesen für die er littene Demüthigungen im Großen schadlos hält. ' Selbst eine bodenlosere Gemeinheit, wie die schon gestern gerügten, des Dr. Whalen steht durchaus nicht vtreinzelt da. Gewöhnlich fühlen derartige-Be amte, die ihre Stellungen als Zahlung für geleistete politische Dienft5erlangen, sich durch die Parteimaschine derartig gedeckt, daß das liebe Publikum ihnen höchst gleichgiltig ist. So vergeben Stadträthe gegen den Protest des Vol keS werthvolle Gerechtsame, PolkzeichesS lassen ihren persönlichen oder Partei lichen Spleen an anständige Bürger in willkürlichster Weise und der oberste Gesundheltöbeamte erklärt, daß von Krankheitökeimen durchseuchtes oder gar angefaultes Fleisch das richtige Futter für die Heerde fei, auf deren Tasche er lebt. Ein GesundheitS. Kommissär sollte seine Stellung seinen Kenntnissen end seiner Erfahrung verdanken. Ein Ma schinen'Mayor" wie Dünne hat wohl kaum die Fähigkeit, ein Urtheil dar über abzugeben, ob ein politischer An Hänger der geeignete Mann sei, für den! Gesundheitszustand einer Stadt wie Chicago die Verantwortlichkeit zu über nehmen. - . , Neue Jncorzorationen. Die folgenden neuen Gesellschaften ließen sich beim Staatssekretär inkor poriren: Die CitizenS' Automatic Telephone Co.", Capital S300,000; Jncorpora toren O. L. Barg'er und L. F. Bar ge? von Converse; Fred V. Eward, Samuel L. Stricker und JameS S. Siffon von Marion; H. A. Harris, E. tt. Seymour, Albert E. Wilson und C. L. Fisjer, Chicago. Fort . Wayne Vehicle C0.7 Ft. Wahne.' Capital 10,0Ö0; . Direktoren, JuleS F. Veuret, Kenneth H. Beuret und Daisy I. Beuret. . . S e 0. A. N e m m e t t e r. 224 Nord Pine Str. Dunkles und helles Capital City Bier! stets bei mir zu haben.

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rSnDtöticT ;StfMn r YoliMchk , j Nellie Long, 22 Jahre alt, 325 West Washington Str. wohn hast, wurde gestern bon dem .Thier schutzbeamten Smith in Hast genom men, weil sie ein.Pserd .aus einem Leihftalle beim Kutschlren beinahe zu Tode getrieben hatte und auf der falschen Seite der Straße kutschirte. . Die Negerin Hattie Dickson, 35 Jahre alt und 409z Roanok Str. wohnhaft, eine Angestellte deS Linden Hotels, wurde gestern d?S ttlelndieb ftahls verdächtigt hinter Schloß und Riegel gebracht. Seit mehreren Wo chen verschwanden aus der Küche des Hotels Nahrungsmittel, wofür man die Farbige im Verdacht hatte. Gestern beobachtete ein Koch deS Hotels unde merkt die Negerin und ertappte sie, .als sie ewen Kasten mit Erdbeeren, zwei Apfelsinen und ' verschiedene Stücke Schinken to ihren Korb steckte, warauf er sie verhaften ließ. Allen E. Helmö, 33 Jahre alt. 1221 Shelby Straße, war . aus der Irrenanstalt in Julieta. Ind., ent flohen und hielt sich seit einiger Zeit in Indianapolis auf. Gestern wurde sein Aufenthaltsort von der Polizei aussin dkg gemacht, worauf er von dm Beam ten Morgan und AmSden feftgenom men wurde, um ihn nach der Anstalt zurückzuschicken. Thomas MeHugh, 17 Jahre alt. 24 Nord Capital Avenue und Ed. Varin. 19 Jhre alt, 312 Hamilton Straße, wurden gestern von den Beam ten Walter White abgefaßt, als sie die Umzäunung von Wunderland erklettern wollten, um in das Innere zu gelan gen. Dieselben wurden prompt von den Polizisten abgeführt. . Gottlieb Leukhardt, Die gemüthliche Ecke", Ecke Noble und Market Str. Bauerlaub nißsche i ne. Oöcar .A. Jose, zwei, Wohnhäuser, Sturm Ave., nahe Randolph Str., $5000. C. H. Shellhouse. Wohn Haus, Park Ave. und 25. Str. I. H. Norman, hölz. Geschäftszimmer' 1611 Ringgold Ave., H500. Jennie M. Stults, WohnhauS,'1516 LaSalle Str.. S1500.-R. Iaöper,- Wohn haus, 307 N. LaSalle Str., S450. I. E. und E. S. Carver, Wohnhaus 57 Dillon Str., $1900. M. Zdtii, Wohnhaus, 1119 S. State Str. V450. Joseph LewiS, Reparaturen, 810 N. Delaware Str'. 1000. Karstadt BroS. Fürbeanstalt, Kessel Haus, Illinois und 15. Str.. S1500. Moses Franklln. Geschäftshaus, '12, und Fayette Str., $250.-6. P. Erwin. Reparaturen, 1101 N. New Jersey Str., $1500. I. C. Smith, Wohnhaus, New Jersey, nahe 21. Str., $7000. John Mayer, Wohn Haus, 1330 Cheftnut Str., $300. F. W. Schmidt, WohnhauS, Jefferson, nahe Mlchigan Str., $3500. St. LucaS Kirche, hölz. Kirche,' .Temple Ave., nahe New York Str.,' $1500. Arthur S. Meng, Wohnhaus, 29. Str., nahe Cornell Ave., $1675. Kuckucks-Ei. (Ein Spiel, welches im Freien aespielt wird.) Sämmtliche Mitspielenden, außer einem, setzen sich in knieender Stellung zu einem Kreis zusammen. Dieser eine geht, mit einem Taschentuch bewaffnet, um den Kreis herum und legt das Tuch vorsichtig hinter eins von den Knienden. Sache der im Kreise Hockenden ist es nun, Acht zu geben, ob daS Taschentuch hinter feinem Platzt liegt. Merkt er es, , so nimmt er das Tuch und ist nun an , der Reihe, herumzugehen, während der vorige sich an seinen Platz fetzt. Bleibt das Tuch aber liegen, während der Herunigehende einmal die Runde gemacht hat, so ruft der: Kuckucks", worauf derjenige, hinter welchem das Kuckucksei (das Taschentuch) gefunden wurde, aus dem Spiele austritt. So geht eö fort, bis alle Mitspielenden ausgeschieden sind, bis auf einen. Dieser und der zuletzt herumgehende nehmen zwei mit Knoten verseheneTaschentücher und stellen sich gegenüber, während die Kuckuckseier hindurchlaufen und arge Schläge mit den Taschentüchern erhalten. Die japanische . Regierung bat Fräulein Tada Urata .zum Professor honoris causa" ernannj. Die Dame hat bekanntlich vor ,ein?gen Jahren In Marburg bqi - medizinischen Doktö:grad erworben als erste Japanerin, die in Deutschland Medizin studirte. Nun ist . ihr- weaen ihrer ungewöhnlichen Tüchtigkeit diese auch Männern fönst nur selten zutheile werdende Ehrung zuerkannt worden. .

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7 -5., Wfrr - - ' j Der schönste! Skann" ? .'.Das, Schicksal' des 'Mdnsien Äan.' nes der Welt- der einstmals als sol cher im Eldorado" in Berlin ausge stellt wurde, ist ein recht tragisches. Ganz Berlin sah sich den schönsten Mann der. Welt" an. Eine wahre Völ kerwanderung gab es allabendlich nach dem kleinen, gemüthlichen Rauchtheater im Berliner Südosten, und' keiner der vielen Besucher verlieb die Stätte des Frohsinns, ohne zuzugeben, daß der schönste" Mann mindestens ein sehr schöner Mann obendrein aber noch, und das hatte man ja gär nicht erwartet ein ausgezeichneter Künstler sei. .Als Kunstpfeifer und Vogel-stimmen-Jmitator stellte nämlich der schönste Mann" seinen Mann!' Als Artist war er bei seinen Direktoren hochgeschätzt und als Mensch bei seinen Kollegen sehr beliebt. , Jahrelang noch mußte sich der schneidige Künstler die harmlos gemeinten Sticheleien, die einstige Verli ner Reklame betreffend, gefallen las sen und selbst als er glücklicher Gatte geworden und mit seiner reizenden Frau im Duett auftrat, hörte man noch dann und wann von älteren Kollegen sagen: Seht, die Frau hat ihr Glück gemacht: Sie hat den schönsten Mann der Welt bekommen!" Nach vieljähriger Künstlerlaufbahn zog sich das Paar ins Privatleben zurück und der schönsteMann der Welt", immer im Verkehr mit seinen ehemaligen Wcylouegen bleibeno, verolente sich mit dem Unter derHand-Verkauf" von BUhnenschmuck und anderen originellen Vijouteriewaaren ein hübsches Stück Geld. Ihm konnte es ja auch nicht schwer fallen, etwas anzubringen, sein heiteres Plaudern, seine eleganten Manieren, sein fesches Exterieur . . . ihm, der einmal der schönste Mann der Welt gewesen war. konnte man doch keinen Korb" geben! In den letzten Jahren hörte man wenig, schließlich gar nichts mehr von dem schönsten aller Männer. Heute findet' man ihn zum Skelett abgemagert, als un heilbaren Geisteskranken in Dalldorf bei Berlin. Jean Crasse. der schönste Mann der Welt" im Irrenhause. Lauf des Schicksals! Schicksal einer Harcmsdame. Aus Genf wird geschrieben: Ein türkischer Flüchtling aus. fürstlicher Familie.. Aödurhaman Bedir' Khan, hatte vor zwei Jahren Herz und Hand einer jungen Genferin gewonnen, die nach Ueberwindung nicht geringer Schwierigkeiten im savoyzrdiscker. Gretna Green, Collondes d' Salöve, Frau Kchan wurde. Im November vorigen Jahr?s erhielt Bedir Khan seine . Verzeihung vom Sultan unier der Bedingung, daß er seinen Wohnsitz in Konstantinopel aufschlage. So siedelie er nach den Usern des Bosporus über, w der jungen Genferin ' der wärmste Empfang' zuteil 'würd?. Plötzlich nakim aber das Glück ein. jähes Ende., Bedir wurde sammt seinen Brüdern öerTheilnahme am Komplott beschuldigt, das zur Ermordung V.i Polizeidireltors von Konstantinopel, Nedwan. Pascha geführt hatte.. Äm gleichen .Tage verschwand er. spurlos. Wahrscheinlich war er nach einem ent fcrnkn Winkel des Reiches deportirt. Seine Frau wurde unter so scharfe polizeiliche Ueberwachung gestellt, daß es ihrem Vater, der' inzwischen von Genf nach Konstantinopel geeilt war. innerhalb dreier Wochen nur zweimal gelang, seine Tochter zu sehen. Da die Schweiz k?ine diplomatische Vertretung bei dcr Pforte unterhält, so weiß er nicht, wie er es anzustellen hat, um seiner unglücklichen Tochter wenigstens die Erlaubniß zu erwirken, das Exil mit ihrem Gatten zu theilen. Von Wasserkuren im Sllierthuup erzählt die Gazette des Eaux": Zu dem Heiligthum des Aeskulap in Epidaurus wallfahrteten einst die Griechen nicht nur. um Heilung für ihre Seele zu suchen, sondern auch um durch einen Trunk aus dem Wasser wunderthätiger Brunnen oder durch ein kühlendes Bad von quälenden körperlichen Leiden befreit zu werden. Bor einer Reihe von Jahren wurden in Epidaurus Inschriften gefunden, die besagten, daß die Mineralquellen in Epidaurus, die kohlensaure Salze enthielten, öfters die Heilung von Steinleiden und von Erkrankungen der Verdauungsorgane bewirkten. Die chemische Untersuchung, der man nun neuerdings das Wasser der Brunnen des Aeskulap - Heiligthums in Epidaurus unterzog, bestätigt die Mittheilung der Inschriften. Das Wasser enthielt einen starken Zusatz kohlensaurer Salze. Dasselbe Ergebnlß hatte . die Untersuchung des Wassers von Amphiaräa u.-.d Friki. den Heiligthllmern des Aeskulap in Thessalien. Die Quellen in Fri.'i. die jetzt längst versiegt sind, wurden schcr zu therapeutischen Kuren benutzt, da man dicht dabei. Badeeinrichtungen entdeckte. ' Die chemische Untersuchung der Quellen des Aeskulap-Heiligthums in Epidaurus stellt sie etwa auf die gleiche Stufe mit den Heilquellen von Andros in Griechenland und von Evian-les-Bains am Genfer See.. ' . , Spekulativ. Liebe Frau, wenn Du genau weißt, daß Dir die neue Gouvernante den neuen Hut gestohlen hat, warum wartest Du denn so länge mit der polizeilichen Anzeige?" Ja weißt Du. ich warie erst 'ab, ob sie sich nicht neue Straußfedern, darauf' ma chen laßt."

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---ww.- . w , 2lu (5 j e x su ch t gegen ih ren Mann:hatje:sich unlängst in7So fia. die i ö.hmnasiallehrerin ,?Mnkowa erschossen. .Ein paar Tage! später, wurde im - Hofe . des . Todtenhauses eine ihrer Schülerinnen erhängt aufgefunden, welche in. einem nachgelasjenen Briefe erklärt, ohne die geliebte Lehrerin nicht leben zu können, und um ein gemeinsames Grab-, bittet. I n'd er unter dem Vorsitze des bayrischen Geschäftsträgers Grafen Moy im deutschen BotschaftsPalais zu Paris stattgehabten Generalversammlung des deutschen HilfsVereins wurde, entsprechend einer Anregung des Vereinsarztes Dr. Schoder, der Vorstand beauftragt, der nächsten Generalversammlung einen detaillirten Finanzvorschlag, betrefsend die Errichtung eines deutschen Krankenhauses in Paris, vorzulegen. Jn Warnemünde und in Vreege' auf Rügen wurden dieser Tage zwei Flundern gefangen, die im vorigen Jahre von der biologischen Station auf Helgoland ausgesetzt worden waren. Die Flundern tragen ein Zeichen in Form eines runden 'Knopfes, der im Schwanz befestigt ' ist und auf dem die Buchstaben D. H. und eine Nummer steht. Die Scholle scheint also ein Wanderfisch zu sein, die große Meeresstrecken durchstreift. Ein originellesTestament hat die kürzlich m Pavia verstorbene Gutsbesitzerin Marquise Jsabella Lucini hinterlassen. In ihrem letzten Willen setzte sie einem Witzblatt, dessen treue Abonnentin sie viele Jahre lang war, ein Legat von 1500 Lire aus. Weitere 1500 Lire bestimmte sie für ein Bankett der Mitarbeiter dieses Blattes. . Die Verstorbene will mit den beiden Legaten der Redaktion ihren Dank für die vielen vergnügten Stunden,. die ihr die Lektüre des Witzblattes bereitete, zum Ausdruck bringen. Drehbare Villen baut als Spezialität ein französischer Architekt. Jedes der schon mehrfach ausgeführten Gebäude istauf einer großen Drehscheibe errichtet, deren Eonstruktion vsn den für Lokomotiven und 'Eisenbahnwagen bestimmten nicht viel abweicht. Die Drehung der Scheibe kann mit ' einer Handkurbel oder durch einen kleinen Elektromotor bewerkstelligt werden. Da . man 'abwechselnd jede Seite einer solchen Villa der Sonne zuwenden kann, liegen die Vortheile dieser Bauart in hygienischer Beziehung aus der Hand. Sie dürfte daher besonders für Häilser, die zum Aufenthalt von Kranken und Rekonvaleszenten dienen, geeignet sein. Die Herstellungskosten sind allerdings ziemlich hoch. Der mit d e m e r st e n Preis gekrönte 'Entwurf' 'für das Rudolf Virchow - Denkmal in Berlin ist eine Arbeit des Bildhauers Fritz Klimsch. Der, Künstle, hat das Werk den engen Raumverhältnissen des KarlsPlatzes anzupassen gesucht, auf dem das Denkmal seine Stelle erhalten soll. Schon aus diesem Grunde war dieser Entwurf 'dem Collegium der Preisrichter als ein glücklicher erschienen. Das acht Meter hoch geplante Werk selbst zeigt auf einem monumcntalen Ausbau, den vier dorische Säulen flankiren, eine Gruppe. Man tu blickt einen Titanen im Kampf ' mit emer Sphinx, eine allegorische Darstellung des Kampfes, den der Titan der Wissenschaft Virchow mit dem Räthsel der Krankheitserstehung geführt hat. In den Aufbau ist das von Lorbeer umrankte Reliefporträt des Gelehrten eingelassen. Relief nnd Gruppe füllen in altpatinirter Bronze gefertigt werden, während für den Sockel gestockter, grauer Granit verwendet werden soll. Während seines Aufenthalts in Paris hatte König Edward von England den dringenden Wunsch ausgesprochen, man möge ihn doch bei seinen. Ausfahrten und Spaziergängen mit dein polizeilichen Sicherheitsdienst für seine Person verschonen. Allein Herr Lepine, der Polizeipräfekt von Paris, dachte anders darüber und glaubte den König, namentlich in den unruhigen ersten Tagen des Mai, nicht ohne polizeiliche Bewachung die Straßen- betreten lassen zu dürfen. Edward VI.,der bald bemerkt hatte, daß ihm wieder auf Schritt und Tritt Polizeibeamte folgten, beschloß, der Polizei auf geniale Weise zu entwischen. Er bestieg nämlich ein Automobil und fuh in der richtigen Annahme, daß mit dieser Geschwindigkeit kein Polizist concurriren könne. In der That war denn auch die Polizei anfangs rathlos. Radfahrerpolizisten konnte man dem Könige nicht nachschicken, da sie bald ,das Rennen" hätten aufgeben müssen, und auf Motorzweiräder durfte lnan die Beamten auch nicht setzen, da das Knattern und das Geräusch der Motoren Edward VII. belästigt hätte. Da ordnete Lepine kurzerhand an,, daß zwei Commissäre in das Äutomobil steigen sollten, indem der . Polizeipräfekt selbst in dringenden und eiligen Fällen dienstliche Ausfahrten zu machen pflegt. Es währte .dann.. auch .gar .mcht lange, va fuhren die beiden Wlizeiagenten hinter dem Konige' im Bois de Boulogne her, und Edward .VII.,' der nun woh! einsehen ' mochte,' daß -'er überall von der. .Polizei bewacht und beschützt wurde,' fuhr eilends wieder nach d ' englischen Botschaft zurück.

WuröäiseS Zgeparteneut.'. ? V, : Kreditbriefe, Postanweisungen, ; : . : -.. . ' auf alle Städte Europas. Schrffsscherne von und nach Europa. . An nd Verkauf auoländischen Geldes. Fr n No. 35 Süd Meridian Str. Zerckants National Bank. Düsseldorfer... Das Bier, welches auf der Weltausstellung zu St. LouiS den Preis erhielt als Der Welt Standard FKr Vollkommenheit In Pintstnd Quarts, Flaschen Dep't. Tel. 578 und 690. Indianapolis Brewing Co. IM ERIE & WESTERN R. R. Ttdt'T!cket.Ofstc : 1 Oft Washington 6tr. Vhon,, 371. ...Fahrzeit der Züge.. Adsahri nkunst Vm. Vm. rzlldo.khicago nndVichiganTttreI. 7.15 io.i5 Nm. Nm. Izledo. Detroit nnd Chicago Lim tl2.30 j 3.20 Nm. Nm. ichiaa ltty. Muncik ll.Lasay,ttekPlt .so j 9.40 t Täglich. agkmmu So,ntagS. Studiosus Grollmann und die Näuber. Die Herrschaften, Papa, Mama, . zwei hübsche Töchter, deren Bruder und ' dessen Freund, der Studiosus Adalbert Grollmann, befanden sich schon auf der Rückkehr von ihrem WaldspazZergange, als der Raubanfall erfolgte, kurz vor dem Verlassen des Gehölzes. Der alte Herr Berkitz hatte von vornherein sein Bedenken gegen den Aufenthalt im Walde geäußert; es war ja auch allbekannt, daß man die Sträflinge, die aus dem Zuchthause der Rachbarsiadt vor einiger Zeit entflohen waren, trotz aller Anstrengungen der Behörden noch nicht wieder eingefangen hatte. Seit acht Tagen machten die Verbrecher diesen Wald unsicher. Aber die übermüthigen jungen Leute hatten den vorsichtigen alten Herrn ausgelacht, da er seine warnende Stimme erhoben. Es war ja auch so schon im Walde gewesen, und nun die ser häßliche Abschluß. Als die drei Strolche, mit dicken Knitteln bewaffnet, plötzlich aus dem Gebüsche sprangen und?on den Ueberfallenen drohend die Portemonnaies verlangten, schickten sich Berkitz sen. und jun. sofort an, ihre Geldbehälter auszuliefern. Wegen der paar Mark wollte man es denn doch nicht auf einen so gefährlichen Kampf ankommen las-, sen. Aber da sprang StudiosuS Adalbert Grollmann vor. Wie ein Löwe ging, er zur Offensive über, seinen handfesten Stock mit mächtigen Streichen gegen die Banditen schwingend. Der barenstarke, hochgewachsene Studiosus war nicht umsonst der gefürchtetste Schläger seiner Kouleur, hatte er doch seinen Gegnern auf der Säbelmensur schon so manches Mal die Parade durchschlagen. Hageldicht sausten die wohlgezielten Hiebe nieder und als nun auch die beiden Berkitz, von dem Beispiele des Studenten angefeuert zu energischer Abwehr die Stöcke erhoben, wandten sich die Strolche schimpfend zur Flucht. Du, Adalbert besann Berkitz jun., als er später mit seinem Freunde allein war, ich habe mich über Dein Verhalten vorhin bei dem Renkontre nicht wenig gewundert. Ich hätte wegen der kleinen Summe, die ich bei mir trug, meine heile Haut nicht riskirt. Aber . gewiß hattest Du recht viel Geld bei DU?" Da lächelte der Studiosus: ..Au contraire, mon ami!' Ich wehrte mich so Wüthend in dem Gedanken, daß midh die Räuber n vor den Damen- mit meinem - leeren Portemonnaie blamiren konnten." . - . ' - . . ' Nertlttung. , - .Eine Maß tann ich sckön nöch trinken! Ich hab' elf.Kinder daheim da ttifft auf eines nicht viel!"

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