Indiana Tribüne, Volume 29, Number 239, Indianapolis, Marion County, 1 June 1906 — Page 7
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(Fortsetzung.) Verthold SchJnholzer sah mit bewundernder Erschütterung auf das blutjunge und doch so standhafte und starkherzig Mädchen. a, das wollen wir," bekräftigte er voll und warm aus seiner kindergütigen Seele heraus. Ehe er wieder ging, sagte er noch: Liebes Fräulein Olga, Sie vergessen doch hoffentlich nicht, daß ich zu jeder Minute und mit allem, was ich bin und habe, zu Ihrer Verfügung stehe? Ebenso wie meine Mutter Ich vergesse es nicht," nickte sie dankbar. Ihre Freundschaft ist mir ja gewissermaßen als Vermachtmß geworden. Sie wissen doch Sie haben jenen Brief, der als Stimme aus dem Jenjeits zu uns kam, ja zelesen." Sie reichte dem blonden Riesen abermals die Hand und er konnte nicht anders, er drückte sie einen Augenblick lang fest an sein Herz. Nur einen Augenblick lang dann ließ er sie rasch fallen und wandte sich ab. Blutroth war er geworden brs zu den Haarwurzeln hinauf. Verthold Schönholzer theilte nun seine freie Zeit zwischen Besuchen in dem vom jungen Sommerblüh:n umhegten bescheidenen Gartenhaus und solchen draußen auf dem Gutshof in Weilau. Der dortige Inspektor war schon ein älterer Mann, den allerlei bittere Lebenserfahrungen ernst und schweigsam gemacht hatten. Er begnügte sich mit der Thatsache, daß Egon Rüttenauer seinem Besitz längere Zeit fern bleiben werde und verlangte nichts näheres zu wissen alles Gerede und Geklatsch über den Gegenstand wies er schroff zurück. In seinem pflichttreuen Charakter aber war es bedingt, daß er nun, da die weitgehendste Verantwortung auf seinen Schultern lag, erst recht in unermüdlicher Arbeit aufging, und so durfte sich Verthold Schönholzer, der von Landwirthschaft herzlich wenig verstand, der Ueberzeugung hingeben, daß die Interessen des abwesenden im glücklichen Freundes gewahrt bleiben würden um so mehr, als auch Martha Weltzien voll und ganz auf ihrem Posten war. Der Inspektor gab in dieser Bezieyuna aus Bertholos fragen oie an erkennendsten Auskünfte nur. meinte er, habe das Fräulein eine recht wunoerliche Anaewohnheu. Am Himmel frühen Morgen sei manchmal an einer ganz emsamen, entlegenen Stelle des Parkes das Geräusch von Schüssen zu hören und das sei Martha Weltzien, die sich dort im Revolverschießen übe. Berthold wunderte sich wohl ein wenig über diese Passion einer Dame aber da er sie von jeher für eme Art weiblichen Sonderling gehalten hatte. legte er der Sache keinen großen Werth bei. Er nahm sich allerdings vor, tn halb scherzhafter Art einmal die Rede auf die Schießerei zu bringen, vergaß es dann aber im Drang anderer Fra gen und Geschäfte, die ihn in Anspruch nahmen. 0 Der Fall Rüttenauer," der durch seine besondere:! Begleitumstände natürlich weithin das größte Aufsehen er regte, war an das Schwurgericht nach Berlin verwiesen worden, da im dortigen Stadtgebiet die beiden geheimnißvollen Todesfalle vorgekommen waren, und sollte in der Herbstperiode an erster Stelle verhandelt werden. An dem betreffenden Tage zeigte das Kriminalgebäude im Innern ein Gepräge, das von der gewohnten Form stark abstach. Kopf an Kopf drängten sich feingekleidete Damen auf den Korridoren. Sie alle hatte hauptsächlich die aufreizende Zeitungsnotiz herbeigefuhrt, daß Egon Rüttenauer in der selben Minute, da er die festlich gekleidete Braut zum Altar hatte führen wollen, entlarvt worden sei. Als der Angeklagte, der in diesem Fall sein eigener Ankläger gewesen war, rorgeführt wurde, zeigte sich der Zuschauerraum schon dicht besetzt, und von den Lippen all der sensationsluster nen Damen kam ein unwillkürliches halblautes Ah!" das der interessanten Erscheinung Egons galt. Die hohe, eigenartig geschmeidige' Gestalt, vor allem aber der schone Kops mit der edlen Stirn wirkten in der That faszinirend, und wenn es auf die Damen angekommen wäre, so hätten sie dem junaen Gutsherrn emen Trmmpy be reitet, anstatt einen Verbrecher in ihm zu erblicken. Der Raum vor dem Richtertisch zeigte sich nur spärlich gefüllt. Die That selbst, die jetzt eine unerwartete Sühne finden sollte, hatte ja keine Zeu gen gehabt jeine Art Belastungszeu gen waren nur der Wirth, aus dessen Küche Herr Värndorf seine Mahlzeiten bezoqen hatte, und jener Schutzmann, der vom Wirth angerufen worden war diese beiden hatten den Rentier und seinen alten Diener zuerst als Todte erblickt. Die übrigen Zeugen waren von der Vertheidigung gefordert worden, um durch ihre Aussagen Herrn Rüttenauer als einen Charakter erken
nen zu lassen, den man unmöglich eines
gemeinen Verbrechens für fähig halten konnte. Der alte Inspektor von Weilau. Martha Weltzien und Berthold Schonholzer waren diese Zeugen. Olga von Zernwitz befand sich nicht in ihrer Mitte. Auf Egons dringendes Verlangen hatte der Vertheidiger auf ihre Zeugenfchaft verzichtet, und für die Vertreter der Anklage lag kem Grund vor. die schwer geprüfte junge Braut aus ihrer barmherzigen Verborgenheit hervor zu nothigen. Die Vernehmung des Angeklagten durch den Vorsitzenden stellte zuerst seine Personalien fest und ergab im weiteren einen kurzen Abriß seines liebeleeren, durch den frühen Tod des Vaters und die unheilbare Geisteskrankheit der Mutter schwer geprüften Lebens. Auf den allgemeinen Vorhalt des Präsidenten erklärte Egon, daß er nicht wisse, ob er in dem dunklen Drama der Schuldige sei. Taraufhin erging die Aufforderung an ihn. eine wahrheitsgetreue Schilderung des tragischen Ereignisses zu geben, und jetzt wurde in diesen Räumen, die schon so viel Elend und Verbrechen gesehen, die Geschichte eines armen, gequälten Gewissens in so ergreifender Weise laut, daß sich niemand in dem Zuhorerraum eines tiefen Eindrucks zu Gunsten des Angeklagten erwehren konnte die anwesenden Damen wurden in eine geradezu überschwengliche Antheilnahme für ihn hineingesieigert. Egon Rüttenauer dahrte seine Er zählung von dem Tage, da er von Herrn und Frau von Rinteln damit beauftragt worden war. nach Berlin zu reisen, um den Gutsverkauf herbeizuführen. Kurze Zeit darauf." fuhr er fort, traf ich auf dem kleinen Dorffriedhof Olga von Zernwitz, das Mädchen, das ich seit dem ersten Augenblick, da ich sie sehen durfte, mit der ganzen, leidenschaftlichen Gluth meiner verwaisten Seele liebte. Ich traf sie am Grab ihres Vaters in Thränen und erfuhr von ihr. in welcher Bedrängniß sie und ihre kranke Mutter sich befanden." Er schilderte diese Bedrängniß und den Eindruck, welchen er davon empfangen. in schlichter, rührend überzeugender Weise. da reifte :n Mir der Entschluß. in Berlin nicht nur das aufgetragene Geschäft zu erledigen, sondern auch Herrn Värndorf aufzusuchen und von ihm auf Grund und Thatsache, daß er mich in seinem bereits aufgesetzten letzten Willen zum Erben ernannt, schon jetzt eine Sichersiellung meines Lebens zu erzwingen, damit ich Olga von Zernwitz und ihrer Mutter auf die eine der andere Art helsen könne. Ich gelebte mir, nicht eher von der Schwelle meines Verwandten zu weichen, als bis ich meine Absicht durchgesetzt. Ich steckte emen Revolver zu mir Nicht um den alten Herrn damit zu bedrohen, wahrhaftig nicht! Nein, ich wollte ihm nur sagen, daß ich mir, wenn das letzte Mittel, ihn meinen Wünschen gefugig zu machen, versage, vor seinen Augen eine Kugel durch den Kopf jagen werde. In einem Brief, den ich bei mir trug der Brief liegt bei den Akten flehte ich ihn für diesen Fall an, das mir zugedachte Vermögen oder doch einen Theil desselben den beiden hilfsbedürftigen Frauen zukommen zu. lassen. So wollte ich noch im Tode für das Mädchen, das ich liebte, sorgen. In dieser .Stimmung suchte ich, nachdem ich den Nachmittag der Angelegenheit des Gutsverkanfs gewidmet hatte, Herrn Värndorf in der siebenten Abendstunde in seiner stillen Villa draußen in Friedenau auf. Ich blieb zuerst ganz ruhig, in herzlichen und ehrerbietigen Worten suchte ich meinen Vorstellungen Gehör bei ihm zu verschaffen vergebens, er beharrte dabei, bor seinem Tode keine auch nur irgendwie nennenswerthe Geldsumme aus den Händen zu geben. Ich demüthigte mich und begann zu bitten und zu betteln gleichfalls umsonst. Da erklärte ich ihm, daß ich entweder meinen Zweck erreichen müsse oder nicht lebend das Zimmer verlassen werde. Zugleich entnahm ich meiner Brusttasche den bereit gehaltenen Revolver. Was nun folgte, spielte sich so unbegreiflich schnell ab, daß es mir noch heute wie ein Traum erscheinen will. Als Herr Värndorf die Waffe in meiner Hand blinken sah. muß er wohl den Kopf verloren und für fein Leben gefürchtet haben. Mit einem Sprung, blindlings wie der einer bedrohten Kreatur, stürzte er auf mich los, um mir den Revolver zu entreißen ein kurzes Ringen darauf der matte Hall eines Schusses und ein zu Tode getroffener Mann brach vor mir zusammen. Durch einen Schrei herbeigelockt, den Herr Värndorf beim Erblicken der Waffe ausgestoßen, war der alte Diener Ernst Jordan auf der Schwelle des Nebenzimmers erschienen daZ Entsetzliche zog ihm. der kränklich war wie sein Herr, einen Schlaganfall zu lautlos sank er neben der Thür zu Beden. Zwei Minuten mochten vergangen sein, seit ich den Revolver aus der Tasche hervorgeholt und diese kurze Spanne Zeit hatte hingereicht, um mich zwischen zwei Leichen zu stellen. Ja. da stand ich zwischen den regungslosen Körpern und begriff im ersten Augenblick kaum, was geschehen war!. So blitzschnell war das Ungeheuerliche vor sich gegangen. Hatte ich's gethan? Die unmittelbare Ursache war ich gewiß aber
gewollt hatte ich's ckchl so wahr
Gott im Himmel lebt! Wenn von einer eigentlichen Schuld meinerseits die Rede sein konnte so finq diese Schuld erst jetzt an! Die Schuld des Verschleierns, des Verschweigens! Nachdem ich mich von der ersten Erstarrung erholt hatte, wurde ich auf einmal seltsam ruhig ruhig und gefaßt. Ich habe vielleicht nie im Leben so klar gedacht, überlegt und erwogen, wie in der folgenden Viertelstunde. Ich dachte auch nicht mit einem Herzschlag daran, mein Spiel verloren zu geben. Die beiden Leichen flößten mir kein Grauen ein ich sah ein ganz anderes Bild vor mir das Bild der Geliebten, und in meinem Kopf hatte nur der eine Gedanke Raum, daß jetzt mein Weg zu ihr geebnet sei, wenn ich nur die Kraft besaß, über Leichen hinweg zu ihr hin zu gelangen und mit dem in mein tiefstes Innere verbannten Bewußtsein des eben Geschehenen, tapfer neben ihr euszuharren! Ja, das wollte ich! Wie ein Schwur war der Entschluß in mir! Bisher hatte mich das Schicksal geäfft und nur geäfft! Nun wollte ich leben und lieben! Dem Schicksal, das sich mir zum erstenmal willfährig, freilich in einer entsetzlichen Art willfährig erwiesen hatte, zum Trotz! Zum Trotz auch allen feindlichen Gewalten, die in mir und um mich sein mochten! Wenn ein Mensch in solcher Situation mit mit solchen Gedanken und Erwägungen ein Verbrecher ist nun gut, dann bin ich einer! Ich erinnerte mich auf einmal ganz genau, daß mir niemand in der Abenddämmerung begegnet war, als ich das einsame Haus betreten hatte ich mußte nun dafür sorgen, daß mich auch beim Fortgehen keine Seele zu Gesicht bekam. Den Schuß hatte man nicht gehört sonst würden längst einlaßbegehrende Menschenhände an der stillen Gartenthür, die der Diener hinter mir abgeschlossen hatte, ebenso wie die Hausthür gerüttelt haben. Ich hatte vollkommen Zeit, meinen todten Verwandten auf dem Teppich in eine Lage zu bringen, daß man Selbstmord annehmen könnte, den Revolver legte ich so, als wenn er der erstarrten Hand entfallen sei. Mit zusammengebissenen Zähnen und kaltem schweiß auf der Stirn vollbrachte ich das Schreckliche da fiel mein Auge auf den leblosen Körper des Dieners, den ich beinahe vergessen hatte, und in einer instinktiven Eingebung hob ich den Leichnam auf und legte ihn über den anderen hin. So nun waren verschiedene Annahmen möglich, wie das dunkle Geschehniß vor sich gegangen sein konnte, ohne daß man der Wahrheit nahe kam. Diese Wahrheit bemühte ich Mich weiter zu vertuschen, indem ich in der Wohnung nach einem zweiten Hausschlüssel suchte. Derjenige, den der Diener bei meinem Eintreten hinter der Hausthür an einen Nagel gehangen hatte, mußte an seiner Stelle verbleiben. Sein Vorhandensein diente dazu. meine Spur zu verwischen. Ich fand wirklich im Zimmer des alten Dieners einen zweiten Schlüssel, und nachdem ich mich davon überzeugt, daß alle Fenster geschlossen seien, verließ ich behüt sam die Villa. Auf lautlosen Sohlen, in tiefer Dunkelheit, die mir günstig genug war, schlich ich mich zu dem Gartenthor und horchte rn die einsame Nacht hinaus kein Laut war hörbar. Ich überkletterte die Umfriedigung und schon wenige Minuten später saß ich in einem elektrischen Straßenbahnwagen und fuhr dem Inneren der großen Stadt zu " Der Unglückliche sprach dann von seiner Rückkehr auf das Gut und schilderte in tief ergreifenden Worten auch alles andere : seine geheimen Sttlenkämpfe, das verzweifelte Wehren gegen die muthmaßlichen Angriffe der Mutter seiner Braut und des Freundes bis zu dem verhangmßvollen Au genblick, da ihm der zurückgelassene Brief der todten Edelfrau endgiltig die Maske vom Antlin gerissen hatte. Alle nun folgenden Kreuz- und Querfragen des Vorsitzenden beantwor tete er im Sinn seiner Erzählunq : er könne nicht wissen, ob sein Finger oder der des Herrn Värndorf die todtbringende Waffe zum Entladen ge bracht habe. Mit Mordplänen sei er nicht gekommen nur an seinen eigenen Tod habe er gedacht, durch den er schlimmsten Falls etwas für die Geliebte zu erreichen gehofft. Einen der packendsten Punkte der Verhandlung bildete dieArt und Weise, wie Berthold Schönholzer für den Freund eintrat und ihn zu entlasten suchte. Der blonde Riese wurde durch die schlichte Warmherzigkeit, die er dabei entfaltete.' für die zuhörenden Damen eine ebenso interessante Person lichkeit. als der Angeklagte selbst. Es war schon Nachmittag geworden, als der Staatsanwalt sein Plädoyer begann. Er war noch ein jüngerer Herr mit kühlem, klugen Gesicht, in dem noch viel von der gewallten Schnei dig?eit des ehemaligen patenten Korps studenten saß. Aus seinen ersten Wor ten schon war zu erkennen, daß er erkalteno ooiektiv war . und dem Ange klagten nicht eine Spur von Wohlwol len entgegen brachte, vielmehr entschlos sen schien, seine ganze glänzende und haarscharfe Beredtsamkeit in's Feld zu führen, um unter allen Umständen eine Verurtheilung zu erzielen. ' Er stellte die Erzählung Egons als sehr unglaubwürdig hin, behauptete von
dem in den Akten liegenden Brief, des
en entlastenden Inhalt die Vertbeidigung sehr hoch einschätzte, er könm recht wohl nachtraglich geschrieben sein, und kennzeichnete das. was der Anaeklaate seine Schuld des Verhehlens und Verschweigens genannt, kurzwea als das überwältigende schlechte Gewissen. Er beantragte die Verurtheilung zwar nicht wegm vorsätzlichen Mordes, doch wegen Todtschlags unter Ausschluß mildernder Umstände. Der Vertheidiger besaß leider von der Schneidigkeit des Staatsanwaltes so gut Wie gar nichts, außerdem war, er an dem Tage gerade heiser, so daß viel von seinen Ausführungen verloren gmg. Als er geendet hatte, vermochte durchaus niemand in der Erwarwna aufzuathmen, die Sache des Angeklagten siehe gut. Und wirklich gelangten die Geschworenen zu einer Verurtheilung, allerdmgs mcht im Sinn des Staatsanwalts. aber es wurde immerhin eine längere Gefängnißstrafe über Egon ausgesprochen wegen Korperverletzung mit nachfolaendem Tod und Jrreleitung der Justiz. Jetzt, da das Drama aus zu sem schien, begann jedoch erst sein letzter Akt ein letzter Akt. der selbst in den Annalen dieses Hauses, dessen Erinnerungen an erschütternden Schlußszenen so überreich waren, ohne Beispiel blieb. Kaum war der Wahrspruch gefallt worden, als Martha Weltzien sich von ihrem Zeugenplatz dem Richtertisch n'aherte und dem Vorsitzenden einen Brief überreichte mit den klar und fest gesprochenen Worten, der Inhalt des Schreibens, das sie mcht früher habe übergeben können, würde eine ganz andere Wendung des Prozesses herbeiführen." Wahrend der Präsident den Brief öffnete und die Augen des ganzen Saales voll brennender Erwartung an dem würdigen Gesicht des alten Herrn hmgen, ertönte Martha Weltziens Stimme abermals. Egon Rüttenauer," rief sie in unbeschreiblichem Ton, ich spreche Dich frei!" Zugleich krachte ein. Schuß, und der Verurtheilte der Freigesprochene brach, nachdem er sich mit erhobenen Armen einmal um sich selbst gedreht hatte, sterbend zusammen. Verthold Schönholzer stand der Mörderin zunächst. Er fiel ihr in den Arm, da er sah. daß sie die Waffe zu einem zweiten Schuß auf sich selbst zu richten im Begriff war sie hob jedoch blitzschnell die Linke und trank den Inhalt eines winzigen Flaschchens aus. das sie zwischen den Fingern verborgen gehalten hatte. Dann krampfte sie, während sie schon zu wanken begann, ihre Hände um Bertholds Arm. dessen riesenhae Gestalt ihr den Weg zu dem Geliebten dort am Boden versperrte, uyd stammelte mühsam: Ich durfte und konnte nicht am Leben bleiben nicht wahr, das sehen Sie ein ? Glauben Sie mir auch, daß ich Ihren Freund mehr geliebt habe, als jeden anderen Menschen auf der Welt, mehr als Vater und Mutter! Und darum seien Sie barmherzig und lassen Sie mich an seiner Seite verscheiden Und in der beispiellosen Verwirrung, die rings im ganzen Saal brandete und toste, that Berthold Schönholzer wirklich nach ihrem Wunsch es war. als sei eine höheres Gebot an ihn ergangen, dem er ohne Bedenken gehör chcn müsse. Fast behutsam nahm er den schon vom Todeskrampf durchwühlten Frauenkörper in seine Arme und legte ihn an Egons Seite nieder ein seliges Lächeln dankte ihm dafür. dessen überirdische Gewalt er lange, lange noch empfand in seiner erschütterten Seele. Kurz darauf stellte der Gerichtsarzt den Tod der beiden friedlich neben einander ruhenden Gestalten fest. Egon Rüttenauer, dem die Kugel genau so wie Herrn Värndorf durch das Auge in das Gehirn eingedrungen war, hatte wohl sofort den Geist aufgegeben. Martha Weltzien war, mit verhörtem Heroismus ihre Qualen unterdrückend, gestorben, ohne daß jenes selige Lächeln ganz aus ihren Zügen gewichen nur blaß und blasser war es geworden bis zum großen, starren Frieden. der sich dann an seiner Statt unverruckbar ausprägte.' In dem Brief, den Martha Weltzien dem Präsidenten übergeben, hatten nur die Worte qestanden: Von dem Augenblick an, da Egon Rüttenauer in mein Leben getreten, war er mein Schicksal geworden nun werde ich das seine! Die andern, die ihn gleichfalls liebten, mögen mir ver zeihen ich mußte handeln, wie ich gehandelt habe! G war etwa ein stobt sväter. Olga von Zernwitz hatte schon seit Ynrtntrtr ')? mit tfirer armen Katbrin wvV " " das erinnerungsreiche Gartenhaus verladen muen. (Fortsetzung folgt.) iwn" Individuell. Du. Sevp. was is denn dös. Au torität?"-..Dös is, wer den größer? stccm hat!" Schlecht ausgeführt. Rentier (beim Photoaravben) Das Bild gefällt mir nicht ... da sehk lJL. - nvi!Y'... .n lu? e ganze imwxon armer aus: .
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