Indiana Tribüne, Volume 29, Number 239, Indianapolis, Marion County, 1 June 1906 — Page 3

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Auswahl von a Grabsteinen M(J ) Monumenten

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schen Königspaares geschlendert.

König und Königin unverletzt Furchtbare Wirlung der Bombe.

Die Duma mit der agrarischen Frage beschäftigt. Mörder des Vize-Konsuls Stuart ergriffen. Die verflossene ReichStags-Session.

Bulletins. London, 31. Mai. Eine hie flge Depeschen - Agentur erhielt heute Abend au? Madrid die Nachricht, daß bei den heutigen Hochzeitsfeierlichkelten eine Vombe nach dem König und seiner jungen Gemahlin geschleudert wurde, daß Beide jedoch unverletzt entkamen. Die Bombe wurde von einem Bal kone an der Maygoer Straße herab geschleudert, als gerade der königliche Hochzeitsaufzug unten vorbeiging. Eine ganz Anzahl Leute wurden getödtet und verwundet, doch verloren der König und die Königin für keinen Augenblick ihre Ruhe; nachdem die durch das schmähliche Ereigniß hervorgerufene Verwirrung vorüber, setzte der Zug in größter Ordnung seinen Weg nach dem Palafte fort. Die Depesche stellt nicht fest, ob der oder die Thäter verhaftet wurden. L ondon, 31. Mai. Eine andere Depesche an die Agentur sagt, bei der Explosion der Bombe seien sieben Per sonen getödtet und dreißig verletzt wor den. Obgleich sünf Personen in Ver bindung mit dem Attentat verhaftet worden, sei der eigentliche Thäter noch nicht gesunden. M a d r i d, 31. Mai. Die Bombe war nicht auf daS spanische Königs paar, sondern aus den Grournen Wladimir von Rußland gemünzt, der jedoch nicht verletzt würd-. Madrid. 31. Mai. Die Explo sion erfolgte, als gerade die königliche Equipage vorüdergefahren .war, und rw T t ? X. 1 VI- Cr C .. ttUCM ANiqeine naq gau oie omve einer der Fürstlichkeiten, die dem König unmittelbar folgten. Zahlreiche Per sonen wurden getödtet, viele verwundet. DaS Geschehn! ß. Madrid, 31. Mai. Der allge meine Jubel über die Verheiratung des Königs Alfonfo mit der Prinzessin Cna von Battenberg wurde heute Nach mittag 3 Uhr in dramatischer Welse unterbroöen. als eine Bombe in un mittelbarer Nähe der königlichen Kutsche explovtrie. te Vomoe wuroe von oem Balkon eines Hauses in der Mayor Straße geschleudert, kurz ehe der Hoch sln fcf m !Sn,alZck,eN Palane slNlangke. König Als mso und Königin S5ictoria verdanken ihre Rettung vor "'w Td. nur d.m Umstände m ICin nuy wie jumus uvu :t,m N.. nftT.iM. llfthUI "-W Ungefähr zwanzig Personen aus dem Gefolge des Königs und aus der Zu sckauermenae wurden getödtet, eine ganze Anzahl verlztzt. unter den Er fieren befinden sich die Marquise von Colosa und deren Tochter, Don Anto nio Caldo und dessen Neffe, Kapitän Barrosa, die Leutnants Reystent und Pendergaft und viele Andere. Die Bombe, die in einen Blumen ftrauß versteckt war, war aus polirtem Stahl von der Dicke eines halben Cm tlmeterö hergestellt. Sie siel zur rech ter Hand der königlichen Kutsche nieder. zerriß zwei der vorgespannten edelen Pferde, den Oberft.Stallmeifter und einen Groom in Stücke und übte rinaZum aründliöe Verwüstung aus. Die Equipage selbst stand mit plötzli chem Rucke still. Der Herzog von CornachueloS war der Erste, der sich von der Erstarrung erholte; über die zuckenden Menschenlei ber bahnte er sich Platz nach der könig lichen Equipage und öffnete die Thür. DaS junge Königspaar war zwar be grelflicherweise blaß vor Erregung, raffte sich jedoch sofort auf, bestieg eine andere Kutsche und fuhr schleunigst nach dem königlichen Palaste. Dor lld v s, I - M i WO fl W? ff fll 9 V f uswarngen LMfluqtttten umrmg und zu ihrer wunderbaren Rettung be I glückwüttscht. Erst jetzt llndkrtt kln erlösender Thränenftrom die furchtbare I 1 1 l ist ... t. Mtt i Nervenspannung der Zungen Königin.

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In der Zwischenzeit bot der Schau Platz des frevelhaften AttentateS einen furchtbaren Anblick. Die buchstäblich in Stücke zerrissenen Leichname von Pferden und Menschen lagen in großen Blutlachen, und über und über mit Blut bespritzt waren die nahe gewesenen Kutschen und die benachbarten Häuser. Das Aechzen und Stöhnen der zahlreichen Schtververwundettti wurde erst nach mehreren Minuten übertönt von dem Getöse der anfänglich gänzlich er starrten Menschenmenge. Die Gliedmaßen der Todten wurden in Tücher gewickelt und fortgeschafft, wahrend die Verletzten in Ambulanzen nach den näcyften Hospitälern überführt wurden. Die Kunde des AttentateS verbreitete sich mit Windeseile über die soeben noch m Taumel der Festlichkeit schwelgend gewesene Stadt, und so tief die Ent rüftung war über die unerhörte Schand hat, so spontan war der Ausbruch des Jubels über die Errettung des Königs paareS Große Ovationen wurden demselben von der gesammten Bevöl erung gebracht, und bald überwog die Freude über die Thatsache, daß daS Herrscherpaar vollkommen unverletzt war, daS Entsetzen über die Frevelthat. DaS HauS, aus welchem die Bombe geschleudert wurde, war vor Wochenrift von einem Mann auS Barcelona, der seinen Namea als Moral angab. gemiethet worden. Als die Polizei das HauS umzingelte, versuchte er zu ent fliehen, ward jedoch gefangen. Ein anderer Mann entkam über die Dächer des Hauses. Ein Dritter, ein Katalo nier mit Namen Manuel Duran, den man für das Haupt der Verschwörung hält, wurde im Hause selbst verhaftet. Als er auf die Straße gebracht wurde, mußte die Polizei von ihrer Waffe Ge brauch machen, um ihn zu schützen; denn mit tausendstimmigen Rufe Tod dem Mörder" stürzte sich die Menge ge. gen ihn, um kurzen Prozeß mit ihm zu machen. Unter starker militärischer Be deckung wurde er in Sicherheit gebracht. Die kirchliche Trauung. Madrid, 31. Mai. In der alten Klosterkirche San Jeronimo e! Real fand heute Normittag 11 Uhr unter großartigen, eindrucksvollen Cere monlen die kirchliche Trauung des KönigS Alfonfo von Spanien mit der Prinzessin Ena von Battenberg statt. Diese Letztere wird von heute ad den Namen Königin Victoria führen. Kaum mehr als tausend Personen waren Zeugen der feierlichen Handlung, aber diese Tausend bestanden fast ausschließlich aus Prinzen, Herzögen, Fürsten, Grafen und Gesandten auS der ganzen Welt und' auS hohen und höchsten Beamten. Offizieren und Geist, lichen. Die Trauung wurde vollzogen durch Kardinal Sancha, der von einer An zahl hoher Prälaten asstftirt wurde. . Der Tag war ein herrlicher und un gezählte Tausende hatten schon am frü hen Morgen auf den Straßen Pofto gefaßt, um den prächtigen HochzeitZzug möglich genau sehen zu können. Rußland. Die Duma. St. Petersburg, 31. Mai. Die ersten Stunden der heutigen Sitz ung des Parlaments waren ziemlich be wegte; es fielen scharfe Reden gegen die Fortdauer der Kriegsgerichte und To deSürtheile. , Nach und nach beruhigte sich die Stimmung, und das Interesse an der so wichtigen Frage deö Land besitzeS verdrüngte jeden anderen Ge danken. Die Rede des Prof. PetrojivSly, eines hervorragenden konstitutionellen Demokraten, ließ erkennen, daß nicht Alles eitel Harmonie ist in den Reihen der Partei, wenigstens soweit daS radi

kale Programm der zwangSveism Landentüußerung in Betracht kommt, zu dem die konstitutionellen Demokraten hingedrängt worden sind. Eine Erledigung der agrarischen Frage wird besonders dringend durch

Nachrichten aus verschiedenen inneren Provinzen, die sehr besorgnißerregend sind; so droht in den großen Korn speichern deö Landes, d. h. in den Provinzen Samar, Simbrisk Ufa und ttazan eine Dürre die ganze Ernte zu vernichten, und das schreckliche Gespenst einer neuen großen HungerSnoth grknzt durch die Thüre, einer HungerSnoth, welche die Bauern zujschlimmeren Exzes sen führen wird als die des JahreS 1905. Stuart'SMörder ergriffen. T i f l i S, 31. Mai. Der Vizekö. nig von TranSkaukasien hat die Nach, richt erhalten, daß die Mörder, die den amerikanischen Vize-Konsul Wm. H. Stuart am 20. d. MtS. in Batum er. schössen, ergriffen worden sind. Sie sollen ein Geftündniß abgelegt haben, daß sie zu dem Morde gedungen wor den, sollen die Namen der Anstifter an gegeben haben, und diese selbst sollen verhaftet worden sein. Weitere Einzelheiten über die !Ver. schwörung konnten nicht in Erfahrung gebracht werden. General Alikhanow. T i f l i 8, 31. Mai. DaS Besin. den des gestern durch Explosion einer Bombe schwer verletzten Generals Alik hanow ist ein kritisches. Türkei. Die Türkei und die Mächte. tt o n st a n t i n o v e l, 31. Mai. Die Vertreter der Mächte haben sich in einer Kollektivnote mit einer auf sieben Jahre berechneten dreiprozentigen Er höhung der Zölle- im Prinzip elnver. standen erklärt, vorausgesetzt, daß die Türkei die von den Mächten geforder. ten Bedingungen erfüllt. ES handelt sich dabei um die Durchführung der BergwerkS'Gesetze, die Aenderung der SteuerRegulationen, die Aufhebung anstößiger Vorschriften bei der Lage, rung von Petroleum und die Verven dung der kollektirten Gelder zur Beseiti gung des Defizits im mazedonischen Budget. Japan. Korea'S Baumwollpro. d u k t i o n. T o k i o, 31. Mai. Die Mitglieder des Unterhauses des Parlaments, die Korea besucht hatten, um eine Unter, suchung in Bezug auf die Baumwoll kultur in jenem Lande zu führen, ha den einen sehr optimistischen Bericht abgestattet. Sie sind der Ansicht, daß Korea im Stande ist, für wenigstens L40.000.000 Baumwolle jährlich zu produzlren. Japan importirt jetzt jährlich für ungefähr 56,000,000 Baumwolle von Indien und den Ver. Staaten, und diese Einfuhr wird in der Zukunft zum großen Theil durch koreanische Baumwolle ersetzt werden. Tapferkeit belohnt. Tokio, 31. Mai. Die offizielle Zeitung enthält die erste Lifte von Be lohnungen, die für tapferes Verhalten während des Krieges Mannschaften der Flotte zuerkannt worden find. Bei nahe 6500 Unteroffiziere und Mann schaften erhalten den Drachenorden und eine jährliche Pension von 50 bis 100. Großbritannien. Amerikaner verurtheilt. London, 31. Mai. Harry Sam. SimmonS und Franklin Everhardt, Amerikaner, die angeklagt waren, ge fälschte Certifikate von Alaökaer, Okla homaer, Cripple Creek und Manila baer Minen in Umlauf gesetzt zu haben, find hier am Mittwoch schuldig befun den worden. SimmonS wurde zu zwei Jahren und Everhart zu achtzehn Mo naten Gefängniß bei harter Arbeit ver urtheilt. China. Die Z o l lA n g e l e g e n h e i t. P e k i n g, 31. Mai. Infolge der Ungewißheit der Antwort Chinas auf die zveiteNote der britischen Regierung. die Frage der Zölle betreffend, sprach Herr Carnegie, der hiesige britische Ge schästStrüger, im Auswärtigen Am persönlich vor und hatte eine erschö pfende Besprechung der Frage mit den Mitgliedern deS Amts. Er erklärt. daß die Unterredung einen zufrieden stellenden Verlauf genommen, habe und hat die anderen ausländischen Legatio tionen von dem Resultat in Kenntniß gesetzt. Wie er hinzufügt, erwartet er in Bälde zufriedenstellende schriftliche

Zusicherungen.

Deutschland. , Schwere Unfälle. Berlin, 31. Mai. BeklagenS.

werthe Unglücksfülle werden aus Neuß m Regierungsbezirk Düsseldorf und aus Beuthen in Oberschlesien gemeldet. I Bei Neuß fuhr ein Automobil in eine Prozesston von Wallfahrern, die sich nachdem Marienbilde in Kevelaer be. gaben. Eine Dame aus Köln fand hren Tod, und mehrere Personen tru gen Verletzungen davon. In Beuthen stürzte ein Baugerüst ein, welches dreizehn Arbeiter begrub. Einer der Arbeiter wurde auf der Stelle getödtet, die meisten wurden schwer ver. etzt. SolidaritütderPolen. Berlin, 31. Mai. Dem unter den Polen herrschendm Solidarität? Gefühl haben die polnischen Mitglieder des vreußisöen Landtags und des ' o Reichstags erneuten Ausdruck verliehen. Sie haben der polnischen Fraktion in der russischen Duma ihre wärmsten Glückwünsche gesandt anläßlich deren Eintretens für die nationalpolnischen Forderungen. Die verflossene Reichs t a g s . S e f f i o n. Berlin, 31. Mai. Dem bis Mitte November verabschiedeten Reichsag werden nun die üblichen Nachrufe gewidmet. Im Allgemeinen lauten sie nicht schmeichelhaft. Das Scheitern der Etatforderung für ein selbständiges Reichskolonialamt, mit einem Staats. ecretär an der Spitze, wird auf das Lebhafteste bedauert, knüpften sich doch an die von der Regierung geplante und von vielen Seiten befürwortete Neuord nung der Kolonialverwaltung große Hoffnungen, welche sich vorerst nicht er. üllen werden. Die Schuld an dem Durchfall des EtatpoftenS wird theil, weise dem Centrum zur Last gelegt. heilweise auch denKonservatlven, welche bei der entscheidenden Abstimmung am Samstag massenhaft durch Abwesenheit glänzten. Die Regierung wird jedoch gleichfalls für den Mißerfolg verant. wortlich gemacht. Indem sie es ver äumte, den Obersten von Deimling, welcher mit seiner Philippika in Sachen der Verlängerung der KuhubBahn nach Keetmanhoop beim Reichstag gro ßen Anstoß erregte, rechtzeitig zu korrl giren, beging sie einen schweren takti schen Fehler. Als Graf Posadowöky am Montag das Versäumte nachzuho. len suchte, war eS zu spät. Die Thatsache, daß der Erbprinz zu Hohenlohe, welchem die Stelle deö Ko lonialsecretärö bereits zugesichert war, in der MontagSsttzung fehlte, wird vielfach dahin gedeutet, daß er die Ab ficht hat, von dem angeblich nur im Hinblick auf die Beförderung übernom menen Posten deS Direktors der Kolo nialabtheilung zurückzutreten. Von an derer Seite wird dies aber bestimmt in Abrede gestellt. Bertha Krupp'S Verlobung E U e n, 32. Mai. Die Verlobung von Bertha Krupp mit Gustav von Bohlen, Sekr. der preuß. Gesanotschaft tm Battcan, wurde bekannt gemacht. Oesterreich'Ungarn. Millionenerbschaft aus Amerika. Wien. 31. Mai. Wie aus Lem berg in Galizien berichtet wird, ist ein dortiger armer Beamter, welcher eine zahlreiche Familie zu ernähren hat, plötzlich zu großem Reichthum gekom men. Er wurde telegraphisch benach richtig!, daß er von Verwandten in Amerika sechzehn Millionen Kronen ge erbt habe und hat sofort die Reise über den Ocean angetreten. Chile. 22 Seeleute ertrunken. Conception, 31. Mai. Das britische Schiff Liömore-, das am 21. April von Melbourne, Australien, nach Coronel abging, ist bei Santa Maria gescheitert. Nur der erste Maat und drei Matrofen waren im Stande, sich zureiten und landeten in Jlico; der Rest der Besatzung, aus 22 Männern bestehend, ist ertrunken. Cuba. Gefährliches Feuer, werk. H a v a n a . Sl. Mai. In Cien fuegoö wurden heute in Folge vorzel tiger Elplofton von FeuerwerkSkörpern zwölf Personen schlimm verletzt. DaS Feuerverk sollte anläßlich der Hochzeit deS Königs Alfonfo abgebrannt wer den. , Im spanischen Kasino in Havana fand heute Abend zu Ehren der Hoch zeit im spanischen KönigShauS ein Bankett statt. Hier und in anderen Städten wurde das Ereigniß von den spanischen Klubs gefeiert.

Die italienischen Marineskandale. Das parlamentarische Untersi: chungskomite hat seinen Bericht" über Marineskandale erstattet. Er lautet geradezu niederschmetternd füc die Vll?rtiiwstaf'iTisf irni-r VnsiTrfis fst iVnr.

A'iuiiiii.vi.iivuuuiii) ivuu 0. zig Jahren die italienische Prwatin dustne zum schaden des Staates und der nationalen Wehrkraft begünstigt hat. Infolge dessen ist nach den Mittheilungen der italienischen Pres c aus jenem Bericht die italicin che Marine heute absolut mindcrwer hig gegenüber jener der anderen Na ionen. Die Kommissi: fordert die Llnnullirung der mit den Terniwerken :och schwebenden Lieferungsvertrage, die Heranziehung von Ausländern bei den Lieferungen und radikale Ne orrnen in allen Zweigen der Mari.ie Verwaltung. Der Corricre" fordcr e den Marmemlnlster auf, die votte Wahrheit zu sagen. In parlamentarlschen Krcnen, So meldet die ,Ncue Freie Presse" hier zu, erregte der Bericht der Kommis sion großes und schmerzliches Auffe hen. Man war bisher zu glauben ge neigt, daß der Berichterstatter Iran chettr übertrieben hatte, da sein san guinisches Temperament ihm nicht immer Maß zu halten gestattet. Die Schriftstücke beweisen aber diesmal mehr, als was er unverblümt sagt. CZ i TnWnlfiT SaF M-nt?rt OXoYncrt. 'wie vuq )iiyii- vyuvmschatten, insbesondere die Terniwcrke und eine Geschoß und Geschü.n brik in Brescia auch dann auf die Nachsicht der Zcntralverwaltung rech nen durften, wenn Offiziere und Kricgstechnikcr ihre Erzeugnisse als minderwerthig bezeichnet hatten. So kommt es, daß ungefähr ein Jalir zehnt hindurch die Kriegsmarine sich nit Panzern, Geschossen und lasset tenstücken der Gewerkschaften Tcrni und Gliscntr zufrieden geben murc. obwohl Offiziere und Knegstechrnkcr fast jede Lieferung bemängelten. Es bestätigt sich nunmehr auch da? Wort des verstorbenen Vizeadmirals Magnagln, die Schießversuche auf dem Felde von Muggrano seien on nur abgekartete Komödien gewesen. Magnaghi wurde damals um seiner offenen Ebrlichkelt willen von einigen einflußreichen Persönlichkeiten der Zentralverwaltung verfolgt und der leumdet. ?!un kommt es an dcnTag, daß er die Wahrheit gesprochen Hai. Seit drei Jahren ist diesen UebclnaN' den ein Ende gesetzt. Die Atmospba. rc der Zentralvcrwaltung ist aber noch nicht ganz gereinigt. Bei der letzten Vergebung von (LeschoNcn zum Beispiel wurde Tcrni wieder go aen alles Recht und Gesetz bevorzugt und die Geschosse einer österreichischen Gewerkschaft, obwohl sie weit beizer und sogar auch billiger waren, aba.2' lehnt. Russische Grenzschmuggler. In einer der letzten Nächte ermor deten russische Grcnzschmuggler auf grausame Weise einen jüdischen Ne volutionär aus Odessa. An der östcreichisch'russischen Grenze Woloc zyska sollten die mit Mensche.: schmuggel sich beschäftigenden B;i crn sechs russische Emigranten übet den Zbruczfluß nach Galizien hin übcrtransportiren, wofür sie 10 Rubel für den Mann erhielten. Ein etwa 26 Jahre alter Russe, der beson dcrs schnell hinüber wollte, versprach nun einem Bauern das Dreifache, eiu Versprechen, das der Arme mit sei em Leben bezahlen sollte. In der Voraussetzung, der Mann müsse n nen bedeutenderen Geldbetrag ve sikei?. trugen ihn die Bauern statt über den Fluß seitwärts ins Gebüsch, erschlugen ihn ,nnt Venhicben ino rannten ihm noch eiserne Nägel in den Kopf. Nach einigen' Stunden wurden die Thäter verhaftet. 1200 Rubel und eine goldene Uhr wurden bei ihnen vorgefunden. Ein VogcttdyU. Aus Heilbronn' wird geschrieben: In einem Gepäckwagen der Schmal spurbahn Marbach Heilbronn hat oben in einer Nische ein Rothschwänzchenpaar sein Nest gebaut, in dem das Weibchen 4 Eier gelegt hat, die es ausbrütet. Der Wagen fährt alle Morgen mit Gepäck und einer großen Anzahl blechener Milchkannen nach Beilstein und kommt Abends mit den ge füllten Milchkannen zurück nach Marbach. Trotz des starken Geräusches beim Ein- und Ausladen der blecher. nen Kannen läßt sich das Weibchen in seinem Brutgeschäft nicht stören. Das Männchen fliegt ein und aus und hat noch niemals den Zug versäumt; vor Abgang des Zuges erscheint es pünktlich und macht die Fahrt mit. Die Eisenbahnangestellten haben an dem Pärchen große Freude und halten alle Störungen möglichst fern. Der Senior d e ? Dresden m Schriftsteller. Robert Ploelß. der ls Dramendichter, Literarhistoriker und Kritikert sehr bekannt ist, der Vater des Schriftstellers JshanneZ Proelß, ist. 85 Jahre alt, gestorben. Da alte Berlin schwindet mit Riesenschritten! Auch das historische Wahrzeichen des Gesundbrubnnenstadtthteils, das QuellenHäuschen auf dem ehemaligen Luisenbad muß infolge der Anlage einer neuen Straße längst der Panke. als Verlängerung der Grojißraße wei chen.