Indiana Tribüne, Volume 29, Number 236, Indianapolis, Marion County, 29 May 1906 — Page 3

Jndkana Tibüne, 29. Mai 1906

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Unheimlich

Ist die augcnbliölichc Gewittcrschwiilc in Rußlands

politischer Atmosphäre.

Hohenlohe-Schillingsfürst resignirt. Neues italieuischeS Kabwett. Zu Kaiser

Wilhelms Besuch in Wien. Teutschlands Hanöeisvcrtrage. Agitation gcficn Flotteuverein. Unruhen in Korea.

Situation unhaltbar. St. Petersburg. 23. Mai. Die Gerüchte über einen unmittelbar bevorstehenden Wechsel im Ministerium greisen immer mehr um sich. An allen Ecken und Enden verlautet, der frühere Finanzminifter Schipos fei durch Eil boten nach Peterhof berufen worden, um mit dem Zaren über eine Sfcufiil dung des Cabinets zu berathen. Schi' pow selbst scheint jedoch wenig Lust zu haben, die Rolle eines Premiers zu übernehmen; er sagte, nach der Haltung des Unterhauses am letzten Samstag sei es ihm unmöglich, an die Spitze des Ministeriums zu treten. Die einzige Hoffnung, das Land vor Bürgerkrieg zu bewahren, scheint in der Bildung eines Ministeriums aus den Reihen der konstitutionellen Demckraen zu liegen; eine solche Maßnahme wurde auf die dominirende Partei im Unterhause die Verantwortung walzen, die extremen Elemente in Schach zu halten. Alladin Michaelinow und andere ra dikale Mitglieder des HauseS werden mit Telegrammen fozialvemokratischer Organisationen überschwemmt, welche von dem HauS verlangen, die Offensive u ergreifen, sich als eine konftituirende Versammlung zu erklären, die Zügel der Macht in die Hände zu nehmen und ein Manifest an die Truppen zu erlas en in dem Sinne, daß diese ihren Treueid vom Zaren auf die VolkSver reter übertrazen sollten. Die Aussichten für die nächste Zu. unft sind äußerst düster, die gegen wärtigen Zustünde find unhaltbar. Wie dies bei jeder Krisis der Fall, weiß die Regierung nicht, welchen Kurs sie der olgen soll. Der Kaiser weigert sich. den Einflüsterungen der Hof.Camarilla Gehör zu schenken und nimmt eine voll ständig zwitterhaste Stellung ein; er cheint sich an die Hoffnung zu Harn mern, ein Kompromiß sei noch möglich. ES find schon verschiedene offizielle Be anntmachungen erfolgt, die Regierung beabsichtige nicht, zu Gewaltmitteln zu greifen, doch find absolut keine Anzei chen vorhanden, die darauf schließen äffen, daß die Regierung an eine Eretzung deS jetzigen Ministeriums durch Eines aus den Reihen der Majorität des Parlamentes denkt. Ein Fortbestehen der augenblicklichen ungeklärten Zustände verringert die etwaigen Ausfichten auf eine friedliche Lösung. ES ist zu erwarten, daß in Bälde einBlitz in die drückende Schwüle der politischen Situation schlagen wird; eine Klärung, so oder so, muß ein treten. i Ruhe im Parlament. St. Petersburg. 23. Mak. In der heutigen Sitzung des Unter Hauses war kein Echo des am letzten Samstag eröffneten entscheidenden Kampfes zu vernehmen. Nach Erle digung einiger belangloser Geschäfte wurde die Debatte über die persönliche Freiheit eröffnet. Eine glänzende Rede ließ M. Jtjeglowitow, der Juftizml nifter, der äußerst frei sprach, vom Stapel; er legte die Nothwendigkeit vor Augen, daß Gesetze erlassen werden müssen, die eine ftrafgerichtliche Ver folgung der ihre Machtbefugnisse über schreitenden Beamten vorsehen. Der Gesetzentwurf wurde einem Komlte überwiesen. Oesterreich'Ungarn. M l n i fi e r . K r i f i s. Wien. 23. Mai. Premierminister Prinz Konrad von Hohenlohe Schil lingöfürst und das von diesem gebildete Kabinett haben resignirt wegen Fehl schlagen? aller Bemühungen hinsichtlich eineS gemeinschaftlichen österreichunga rischen ZolltarifeS. Hohenlohe erklärte die gistrige, von ungarischer Seite ausgegangene Be hauptung, ein Uebereinkommen beider Länder in der Zollfrage fei zuftandege kommen, für unbegründet. Graf von Csndenhave, der Gouver neur von Böhmen, ist nach Wim beru fen worden; man vermuthet, daß er mit der Bildung eines neuen Kabinetts betraut werden wird. Wie schon

gestern angedeutet, herrscht im Allge meinen die Ansicht vor, daß die Zoll frage nur der Vorwand, der eigentliche rund jedoch deS Rücktrittes Hohen lohe'S die WahlreforM'Frage sei. Italien.

NeueSKabinett. Rom, 23. Mai. Da sich Baron Sinnino, der am 17. Mai mit den an dern Mitgliedern des Kabinetts resig. nirt hat, weigerte, ein neues Ministe rium zu organisiren, betraute König Victor Emmanuel heute Morgen den früheren Premier Giovanni Gioletti mit dieser Aufgabe. Der Auftrag wurde angenommen, und die Neubildung deS folgenden Kabinetts wurde heute Abend bekannt gegeben: Premier und Minister deS Innern, Giovanni Geoletti; Minister deS Aeuße ren, Tomasso Titoni; Justiz-Minifler, Signor Gallo; Schatzamts Minister, Signor Majorana; FinanzMinister, Signor Fusinato; Kultus Minister, Sigenor Gianturco; NriegsMinifter, Signor Vkgano; Marine Minister, Admiral Mirabelle.; AckerbauMinifter, Signor Coccortu; Hafen Minister; Signor Mafsimini; Unterrichts Mini fter, Signor Fradeletto. Mit Ausnahme der SignoreS Tit. oni, Gianturco und Fusinato find ämmtliche Mitglieder deS neuen Kabl nettS Konservative. Deutschland. DeS Kaisers Besuch in Wien. Berlin, 23. Mai. Kaiser Wil. helmS bevorstehender Besuch bei Kaiser Franz Joseph wird auf Ersuchen der österreichischen Regierung gänzich pri vater Natur sein. Der Kaiser wird in dem nahe Wien belegenen Penzing den Zug verlassen und nach dem kaiserlichen Luftschloß Schönbrunn fahren, woselbst er mit Franz Joseph zusammentreffen und als Gast der Erzherzogin Maria Valeria mit der kaiserlichen Familie frühstücken wird. ES wird kein feierlicher Einzug in Wien stattfinden. DeS Abends wird Kaiser Wilhelm entweder einem Em pfange im PalaiS Fürftenderg beiwoh nen oder die Gallavorstellung in der Oper besuchen. Fast den ganzen fol genden Tag wird er auf Schloß Kreutzenftein verbringen und sofort nacb dem Abendessen nach Berlin zu rückkehren. Trotz alledem ist man geneigt, dem Besuche politische Bedeutung beizumes sen, insonderheit da fich unter deö Kai serS Gefolge von TfchirLky, der Sekre tär des Aeußeren. und Prinz von Eu lenburg, der frühere deutsche Botschaf ter in Wien, bennden.

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CopyrlÄht, 190C. by PiUsbury Photo Co. ?er Thurm der Stadthalle in San Sraucisco nach dem Erdbeben.

Entsetzlicher Automobil

,U n f a l l. Berlin, 23. Mai. Ein schreckli cher lAutomobilunfäll wird aus LeiSnig in Sachsen gemeldet. Während der Bezirksamt Schmidt mit einigen Freunden in seinem Motorwagen mit großer Geschwindigkeit auf der Land. ftraße dahin fuhr, gerieth die Steuer. Vorrichtung außer Ordnung. Die Maschine rannte mit einer' furchtbaren Wucht gegen einen Baum und explo dirte. Das brennende Benzin ergoß sich über den Arzt und den Chaffeur Adam. Die Unglücklichen verbrannten bei lebendigem Leibe vor den Augen ihrer Begleiter, die gleichfalls schwere Brandwunden und sonstige Verletz gen erlitten. Die deutschlandische ' Presse. Berlin, 23. Mai. In Deutsch. land werden zur Zeit allgemein die Beziehungen der Zeitungen zu der öf fentlichen Meinung,' zu der auSwärti gen Politik des Reiches und zu der höchst interessanten Frage von Deutsch landS innerer und sozialer EntWicke lung besprochen. Prof. Adolph Koch, der an der Spitze des Departements für Journalistik der Universität Heidel berg steht, hat der Ass. Presse mitge theilt, daß er zur Zeit 130 Zuhörer hat, mehr als je zuvor feit der Krei rung dieses neuen Lehrzweiges. Dieser ist in Unterabtheilungen getheilt und zwar in das Studium der Geschichte, deS Journalismus, der Bedeutung und Wichtigkeit der öffentlichen' Mei nung. des Charakters der deutschen bischen Presse und praktischer ZeltungZ arbeit. Die Haupt.Organisationen auf dem Gebiete der Journalistik in Berlin ha ben während der letzten Woche Vertre ter ernannt, welche die Beziehungen der Presse zur Regierung stärken und syste matisch betreiben sollen. Ein Buch, dessen Verfasser niche be kannt ist und Die Presse und Deutsch land'S Weltpolitik" behandelt, ist in Züri:z erschienen und wird viel bespro ch'N. Darin heißt eS, daß die Verei nigten Staaten das einzige Land seien. in dem den Zeitungen einigermaßen die ihnen gebührende Behandlung zu Theil wird. Es wird der deutschländi schen Presse zum Vorwurf gemacht, daß sie die auswärtige Politik Deutschlands stets mit verdächtigen Augen betrachte. Auch wird ihr zu wenig Energie und Unternehmungsgeist im Vergleich zu der Presse anderer Länder vorge worsen. Britische Hetzerei. B e r l i n, 23. Mai. Der Pariser Vertreter deS Londoner Standard", welcher sich unlängst als Erfinder eines russisch englischen Abkommens über Perfien hervorgethan hat, fährt in sei ner Hetzarbeit munter fort, obwohl ihm das bündige Dementi seiner ersten Lei ftung durch den britischen Minister des Aeußern Sir Edward Grev von RechtS wegen einige Reserve auferlegen sollte. Er behauptet jetzt mit aller Bestimmt, heit, Deutschland habe eine Kohlen Station in einem Hafen PerfienS er. langt.

Auch diese Meldung ist. wie man

von bestunterrichteter Seite erführt. vollständig unbegründet. Weder ist eine Kohlenftation in Perfien erworben worden, noch auch hat die egierung fich je mit derartigen Absichten ge tragen. Gegen die Bestrebungen des Flottenvereins. Berlin. 23. Mai. Die rege Thätigkeit des Flottenvereins mit seiner eine Million übersteigenden Mitglieder zahl hat dem Redakteur der konserva tiven Schlefischen Zeituna" Dr. Röse in Breölau, die Veranlassung gegeben, eine Opposition gegen eine weitere Vergrößerung der deutschen Flotte an zuregen. In seinem gestrigen Leitartikel be zeichnet Dr. Röse den Flottenverein als eine Bedrohung des Friedens Deutsch landS und Europas"; der Flottenverein erstrebe einen Krieg mit England. Die Agitation des unter allerhöchstem Pro tektorat stehenden Vereins habe aus lündischerseitS berechtigtes Mißtrauen in die Absichten Deutschlands hervor gerufen. Der von Dr. Röse in's Leben geru fenen Oppositionsbewegung haben sich zahlreiche fchlesifche Agrarier ange schlössen. Keine Ruhe in Südweft. Afrika. Berlin, 23. Mai. Die letzten Kabeldepeschen aus den Kolonien mel den von heftigen KämpfenZ in Deutsch Südweft.Afrika. Zwischen dem 21. und 25. Mai fand eine Reihe von Ge fechten statt, bei welchen die Deutschen insgesammt 4 Offiziere und 36 Mann verloren. Briefe aus Amerika un genügend frankirt. Ber lin, 23. Mai. Allgemein wird bittere Klage über die ungenügende Frankatur von Briefen von Amerika nach Deutschland geführt. Angeblich 25 Prozent sämmtlicher einlaufenden Briefe zeigen anstatt der Fünfcent Marke, nur eine solche im Werthe von zwei Cents, wodurch dem Adressaten Unkosten entstehen, indem außer dcm fehlenden Porto auch noch ein Straf auffchlag entrichtet werden muß. Deutschlands Handels Vertrüge. Berlin, 23. Mai. Der Reichstag nahm mit großer Majorität eine Reso lution an, welche vom Komite für Han delsvertrüge eingebracht worden war und fich auf neue Handelsverträge be zieht. Dieser Resolution zufolge soll der jetzt in Kraft getretene allgemeine Tarif nicht unter die Raten reduzirt werden, die den Ländern, welche Reci procltätS'Verträge mit Deutschland ab geschloffen haben, gewährt wurden. Außerdem soll vor Abschluß eineS neuen Vertrages eine Sitzung des Handels KomiteS zur Vorbereitung von .Han delSverträgen", eine vom Ministerium des Innern neu geschaffeneKörperschaft, einberufen werden, um die Ansichten der verschiedenen kommerziellen und in duftriellen Interessen zu hören und be rücksichtigen zu können. Die Regierung ist mit dieser Resolution vollständig einverstanden und Graf PosadowSki Wehner erklärte, das Resultat der Un terhandlungen über die ReciprocitütS Verträge hätte eine BafiS erreicht, un ter die man klugerweise nicht gehen sollte. Er erwähnte die Ver. Staaten mit keinem Wort, doch ist eS leicht er fichtlich, daß die Resolution direkt we gen der bevorstehenden Unterhandln gen mit der Ver. Staaten Regierung in Vorschlag gebracht worden war. Sensation in Elberfeld. Berlin, 23. Mai. Die Stad Elberfeld hat augenblicklich eine Sen sation, welche die ganze Bevölkerung in Aufregung versetzt. Wegen Verbrechens gegen das keimende Leben find dort zehn Frauen verhaftet worden. Die Haupt schuldige, eine gewisse Vorthal, entzog fich der Festnahme, indem sie fich mi Cyankali vergistete. Dutzende von Frauen und Töchtern der sogenannten besseren Stände sollen in den Skanda verwickelt sein, und zahlreiche weitere Verhaftungen stehen bevor. Japan. Unruhen in Korea. Tokio, 23.. Mai. Eine neue Revolte ist in Korea ausgebrochen, und zwar diesmal in Honyju, das von meh rerm hundert Rebellen besetzt worden ist. Honyju ist außerordentlich star befestigt und kann ohne Artillerie nich genommen werden. Auf Verlangen der Koreaner schickte Japan eine starke Truppe zur Niederwerfung deS Auf ftandeS aus, der als sehr ernst hinge stellt wird.

Rußland. Bedeutungsvoll. Nowgorod. 23. Mal. DaS

hier stehende Wiborg'fche Infanterie Regiment ist plötzlich nach St. PeterS bürg beordert worden. Die Offiziere wollen wissen, das Regiment werde zu ammen mit dem PreobrashenSky'schen GardeRegiment in Baracken neben daS Parlamentsgebüude gelegt! Ermordet. Odessa, 23. Mai. Ein Agent der Geheimpolizei wurde heute Abend n einer belebten Hauptstraße erschossen. Der Mörder ist entkommen. Spanien. Gehen nach "Paris. Madrid, 23. Mai. Die fran zöfischen, österreichischen und deutschen Vertreter, welche die Aufgabe baben. die Regulationen für die marokkanische Staatsbank abzufassen, traten Sonn ag hier zusammen und beschlossen. hre Arbeiten in Paris zu vervollftün digen. Frankreich. Zur spanischen Hochzeit. Paris, 23. Juni. Die Prinzen Ludwig und Alphonse von Bayern, Prinz und Prinzessin von Wales, Großfürst Wladimir von Rußland und Prinz Andreas von Griechenland find heute nach Madrid aufgebrochen, um der Hochzeit deS Königs Alfonso beizuwohnen. Großbritannien. Beziehungen Griechen land'S zu Rumänien abgebrochen. L o n d o n, 23. Mai. Einer Nach richten'Agentur ist auS Athen gemeldet worden, daß die griechische Regierung beschlossen hat, die diplomatischen Be Ziehungen mit Rumänien abzubrechen, die Konsuln zurückzuberusen und die russischen Agenten mit dem Schutz der Griechen zu betrauen. Griechenland thut angeblich diesen Schritt, weil Ru mänien so viele Griechen des Landes verweift. Canada. Schiffbrüchig. Montreal, Ont., 23. Mai. Ka pitän Munan vom Dampfer Jonian", der Sonntag von Liverpool aus hier eintraf, meldet, daß er am 21. Mai die 15 Mann starke Besatzung der norme gischen Barke Trio" rettete. Die Leute wurden in Quebec gelandet, wo der norwegische Konsul fich ihrer annahm. Vsse-Ball. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt: American Association. ColumbuS. 23. Mai. ColumbuS 0 0 1 01 0 0 0 24 Indianapolis..! 110001016 Batterien Robertaille und Blue ; Cromley und Holmes. MinneapoliS. 28. Mai. MinneapoliS...0 000000101 KansaSCity..0l021 01 00 5 Batterien Gehring Thomas und Yaeger; Durham und I. Sullivan. Louisville, 23. Mai. LouiSville ....10010302 0-7 Toledo 0060120009 Batterien Kenna, Puttnam und Shaw, Camnitz und Abbott. St. Paul, 23. Mai. St. Paul 0000 0 0 020 2 Milwaukee 2 0000010 14 Batterien Buchanan und Drill; Hickey und Bevllle. National Liga. Cincinnati, 23. Mai. Eincinnati ....3 020000 0 5 Philadelphia. ..01000002 03 Batterien Fräser und Livingfton; Rlchie, McCloSkey und Dooin. Chicago, 23. Mai. Chicago 10100002 4 Boston 02 00 0 00 00 2 Batterien Brown und Moran; LindemanundNeedham. St. Louis, 23. Mai. St. Louis. ...10 100030 5 New York ....0 0000400 04 Batterien Thompson und Grady; Wiltse, Bowerman und BreZnahän. T e r r e Haute, 23. Mai. Durch Beschluß des Stadtraths ist ein erneutes Jmpeachment" Verfahren gegen den Mayor Biedemann einge leitet worden. Biedemann soll sich Nachlässtgkeitewin seiner Amtsführung schuldig geme! haben! indem er fich weigerte, gewisse: Bep:mmungen . zur strikten Durchführung zu bringen. Die Verhandlung der Anschuldigung ist aus Dienstag festgesetzt.