Indiana Tribüne, Volume 29, Number 235, Indianapolis, Marion County, 28 May 1906 — Page 6

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Europäische Äachrilhten.

Frovinz Fornmern. Stettin. .Wie aus AUona gemeldet wird, verübte dort der aus Stettin zugereist Barbier Roßlein einen entsetzlichen Selbstmord; er schnitt sich mit dem Rasirmesser den Bauch auf, daß die Eingeweide heraushingen. Bernsdorf. Vor Kurzem brannte das Herrenhaus des Gutsbesitzers Budke vollständig nieder. B r ü s s o w. Durch einen Unglücklichen Zufall ist der zwölfjährige Knabe Wilhelm Hahn, ein Sohn des Arbeiters Wilhelm Hahn von hier, um's Leben gekommen. Der Junge hatte von dem Ackerbürger Mietmann Milch zur Molkerei gefahren. Unterwegs ist derselbe vom Wege abgebogen, um in den großen See zu fahren. Ob er nun vom Wagen gefallen oder ob er nachdem er vom Wagen abgestiegen, neben dem Fuhrwerk hergegangen ist, ließ sich nicht ermitteln.. Fest steht jedenfalls, daß er von Passanten, zwischen dem Hinterwagenrad und einem Baum festgeklemmt, todt aufgefunden wurde. G r e i f s w a l d. Letztens fand an dem Kleinbahnübergang an der Gützkower Chaussee in der Nähe der Raßrnus'schen Mühle eine Collision zwischen einem mit Stroh beladenen Fuhrwerk des Herrn Lllthen und der Jarmer Kleinbahn statt. Die bei den vom Wagen Gestürzten sofort angestellten Untersuchungen ergaben, daß der durch die Schreckwirkung zunächst besinnungslose Knecht eine Quetschung mehrerer Rippen, eines ernes uns ne groe opswunoe, Lüthen selbst dagegen eine Verletzung des Schultergelenkes, des Armes und eine größere Stirnwunde davongetragen hat. Köslin. Der etwa 80jährige SchlächtergeseÜe Buchholz wurde un ter dem dringenden Verdachte verhaftet, den Raubanfall gegen den Händler Wittkamp im Sollen ausgeführt zu haben. Radekow. Vor einiger Zeit beging hier das Steffen'sche Ehepaar das Feit der goldenen Hochzeit. Schlvelbein. Ein Brandunglück ereignete sich in der Wohnung der Arbeiterfamilie Ott. Während der Abwesenheit der Eltern machte sich eines der 4 Kinder, ein jähriges Mädchen, am Ofen zu schaffen, und es stand alsbald in Flammen. Als Nachbarn helfend eingriffen, war das Kind bis zur Brust verkohlt. Es verstarb alsbald im Krankenhause. Stralsund. Das Concursverfahren ist eröffnet über das Vermögen des Hotelbesitzers Johannes Büttner und dessen Ehefrau, Martha geb. Schüler zu Stralsund. Zinnowitz. Ein. betrübender Unglücksfall ereignete sich beim Holzfällen im nahen Forsibelauf bei Damerow. Eine starke Eiche neigte sich vorzeitig in anderer Richtung. Warnende Zurufe veranlaßten den in der Nähe befindlichen Arbeiter Kelch aus Koserow zur eiligen Flucht leider stolperte derselbe über eine Wurzel und fiel zur Erde. Im selbm Augenblick stürzte die Eiche auf den Liegenden, ihn der Länge nach begrabend. Größere? Mühe bedürfte es, den Verunglückten von dem schweren Baum zu befreien. Außer einem Bruch der Wirbelsäule hatte Kelch innere schwere Verletzungen erlitten, so daß der sofort herbeigerufene Arzt nur eine Leiche vorfand. Frovinz ScHkesrvig'Korllein. Altona. In Altona starb im 100. Lebensjahre die Wittwe Margaretha Büttner, geb. Hansen, eine frühere langjährige Einwohnerin unserer Stadt. Dle Heimgegangene war die Wittwe des vor 1214 Jahren hier verstorbenen Hausirers Büttner, der ebenfalls nahezu 99 Jahre alt wurde und an der ganzen schle.ig-holsteini-schen Westküste bekannt war. A p e.n r a d e. Das Fest der goldenen Hochzeit feierten der frühere Schlachtermeister R. Sohnemann und Frau. Trotz ihres hohen AlterZ der Mann hat das 83. und die Irau das 73. Jahr wicht erfreuen sich beide einer verhältnißmäßig kräftigen Gesundheit und auffallenden Geistes frische. Sohnemann ist ein Kampfgenösse von 184851. Eckernförde. Dem Fischräucherer Ludwig Kruse hierselbst ist die' Rettungsmedaille am Bande verliehen worden. Eögrus.' Der 85jährige Tischler Man war, während die übrigen Hausbewohner beim , Gottesdienst weilten, allein zu Hause geblieben. Die beimkehrenden Kirchengänger fanden iie Wohnung voll Qualm und Rauch und den Greis halb verbrannt in seinem schwelenden, kohlenden Bette. .Äoch waren schwache Lebenszeichen zu erkennen, doch ehe ein Arzt herbeieilen konnte, war beceitS das Leben entflohen. FlenSburg. Dem s eitherigen Amtsanwalt bei dem hiesigen Schöffengericht, Gerichtssekretär a. D. Hansen, ist der Kronenorden 4. Klasse verliehen worden. G l ü ck st a d t. Der Kupferschmied Joh. Heuer konnte auf eine 30jährige ununterbrochene Thätigkeit in der Eisengießerei von DierckS hierselbst! zurückblicken. AIS ein . weitere.? Zeichen des guten Einvernehmens zwi-!

schen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist zu betrachten, daß noch verschiedene Personen dort 15 Jahre und darüber thätig sind. Kiel. Das in der jungen Großstadt seltene Fest des 100jährigen Bestehens eines Unternehmens beging das Geschäftshaus Carl Jaspersen. Den jetzigen Inhabern, deren Unternehmen einen großen Umfang besitzt, gingen sowohl aus der Stadtvertretung, der Handelskammer und der Bürgerschaft, wie aus weiter Ferne viele Glückwünsche zu. Der Gründer des Hauses, Joh. Heinrich Jaspersen, der zu einer Zeit, als die Stadt Kiel etwa 7000 Einwohner zählte, ein sehr bescheidenes Geschäft gründete. stammte aus Silberstedt bei Hu.sum. M i a n g h o h. Auf traurige Weise ist der Sohn des Husners Jakobson um's Leben gekommen. Schul knaben fanden bei Hörupkirche PlatzPatronen. Der 11jährige Jakobsen brachte eine solche Patrone zu Hause mit Hammerschlägen zum Ezplodiren. Nachdem der Knall erfolgt war, sahen die Geschwister ihn fallen. Kurz nachdem der Vater ihn in's Haus getragen hatte, verschied er. -ArovNrz Sey rosten. Vreslau. Der in einem Geschäft auf der Antonienstraße angestellte 17 Jahre alte Lehrling 'Erwin Klinger fälschte auf den Namen des Prokuristen eine Quittung über 3000 Mark, erhob das Geld bei der Diskonrooanr unv wurve siucyng. Au, seinen Streifzllgen durch viele Städte begleitete ihn der Maurer Paul Seidel. Diese löste sich sogar einen Passagierschein für 210 Mark nach Amerika. Bei ihrem tollen Treiben ging das Geld bald gur Neige und beide beschlossen, Selbstmord zu verüben. Seidel erschoß sich bald darauf in seiner Wohnung Berlinerstraße 45. Klinger begab sich in die elterliche Wohnung Friedrich-Karlstraße 13 und erschoß sich im Bett. Bei den Todten wurden nur noch unbedeutende Beträge gefunden. G r e i f f e n b e r g. Die Schubert'schen Eheleute begingen bei bester Gesundheit das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubelbräutigam verwaltet seit fast 30 Jahren die Aemter eines Steuererhebers und Gemeindeschössen. Grögerödorf. Mehrere Fuhrwerke fuhren Holz nach Gränowitz. Auf nicht ermittelte Weise gerieth der 42 Jahre alte Kutscher Hielscher unter, seinen Wagen. Die Räder gingen ihm über den Kopf, der zermalmt wurde, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Kunzendorf. Handelsmann Gustav Kleinwächter verließ kürzlich das hiesige Schanklokal und wurde kurze Zeit darauf in dem in der Nähe befindlichen Sellerloche schwer verletzt aufgefunden. Der in der Nähe befindliche Grenzaufseher Obst, welcher früher Oberlazarethgehilfe war, legte dem Kleinwächter sofort einen Nothverband an, doch starb der Verunglückte schon bald darauf. Der Arzt stellte einen Schädelbruch fest, den sich Kleinwächter beim Aufschlagen an die Kellerstufen zugezogen hat. L i e g n i tz. Hier ist der Schuhmacher Scholz von seinem siebzehnjährigen Lehrling erschlagen worden. Die Sektion der Leiche hat ergeben, daß der tödtliche Schlag aus den Kopf mit einem festen, schlüsselartigen Gegenstande geführt worden sein muß. Der Lehrling ist in Untersuchungshaft abgeführt worden. Er hatte zuerst nur zugegeben, den Meister mit der Hand auf den Kopf geschlagen zu haben. Nikolai. Rentier Kozak beging mit seiner Ehesrau bei bester Rüstigkeit das Fest der goldenen Hochzeit. Nenkersdorf. Hier brannte daö Wohnhaus deö Schumachers Zimpel bis auf die Umfassungsmauern nieder. Die Ursache des Brandes ist unbekannt, der Schaven wird durch Versicherung gedeckt. Oels. Kurz vor dem 50jähriaen Amtsiubiläum. im 77. Lebensjähre, starb der Superintendent. Pa. stor prim. und Kreisschulinspektor Ueberschär. Seit dem Jahre 1873 bekleidete er obige Aemter in hiesiger Stadt. Er war der älteste Superintendent Schlesiens, Mitglied der Pro-vinzial-und Landessynode. Vorher war er als Pastor in Deutmannsdorf bei Löwenberg bereits Superintendent der Diözese Bunzlau. Scheidenitz. Nach . langen schweren Leiden starb hier im 77. Lebensjahre der Ehrenbürger unserer Stadt. Stadtrath a. D. Albert Schmidt. Mitglied des Stadtverordneten - Collegiums seit dem Jahre 1862, des Magistrats von 1872 bis 1902, hat der Verstorbene jederzeit mit vollster treuefter Hingabe seine Kräfte in den Dienst der Stadt gestellt. Steine. Von einiger Zeit wurde der Gasthausbesitzer Hoffmann, Vater von acht Kindern, von denen das Jüngste 3 Wochen alt ist. von dem Arbeiter Dubiel ermordet. Dubiel war im Dorfgasthaus anwesend und ging fort, ohne seine Zeche bezahlt zu haben. Hosfmann 'ging ihm nach, da Dubiel auf auswärtige Arbeit geUn wollte, und ist von ihm auf der Dorfstraße erstochen worden. Der Mörder wurde im Bett von dem Wachtmeister Wiese verhaftet und das mit Blut befleckte Messer bei ihm vorgefunden.

Heldenmüthige ttadetten.

Erschütternde Szenen von dem Untergang' des belgischen Schulschiffes Hörnte de Smet de Naher" werden von 'einem Augenzeugen in einem Brüsseler Blatte mitgetheilt: Man ließ die Rettungsboote in das Meer." Es war ein furchtbarer Kampf gegen den entfesselten Ozean. Die jungen Leute zeigten einen bewundernswerthen Muth; sie wetteiferten alle, sich im Augenblick der Gefahr gegenseitig Dienste zu leisten, und einer ließ dem andern den Vortritt. Der Kommandant Fourcault, der seine ganze Kaltblütigkeit bewahrt hatte, überwachte alles. Der erste Offizier, van Zuylen, sah voll Kummer auf das dem Tode geweihte Schiff, und Thränen standen ihm in den Augen, aber er weinte, um die andern, um diese frischen Jungen, die er so sehr liebte und die ihm so treu anhingen. Springt in das Boot, Kadetten," rief er, springt!" Doch die Kadetten zögerten, als er sie vorwärts stieß und sie beschwor, sich mit der Rettung zu beeilen. Das Schiff Tank immer tiefer, die Kommandobrücke war schon fast von den Wellen erreicht. Die Jünglingeblieben immer noch auf den schwankenden Planken des Schiffes und wollten dem Befehle ihrer Offiziere nicht folgen. Endlich trat einer, Dubois, mit der Kaltblütigkeit eines erfahrenen Seemanns an den KomMandanten heran, grüßte militärisch und sagte: Kommandant, soll ich also meinen Posten verlassen und in das Boot hinabgehen?" Geht nur schnell", antwortete Fourcault. Einige Kadette Drangen vßn in das Boot hinab, in dem sich schon mehrere andere befanden. Das Schiff sank immer tiefer, der Bug verschwand bereits in den Wellen. Einige Kranke, die durch die eindringenden Fluthen aus den Betten getrieben worden waren, hockten noch ängstlich auf den hcrausragenden Trümmern der Kommandobrücke. Man rief ihnen zu. herabzuspringen. Ich kann nicht schwimmen". antwortete einer. Man sprach ihm Muth zu, er nahm einen Anlauf.! fiel schwer auf den Rand eines Bootes auf und stürzte in das Wasser; man sah ihn nie wieder . . . George Piot. wohl 'der tüchtigste Schwimmer unter den Kadetten, der sich leicht hätt? retten können, wenn er gewollt hätte, wurde von seinen Kameraden gedrängt, sie zu verlassen, aber der stolze und muthige Junge wollte bleiben, um bis zum letzten Athemzug neber. feinen Vorgesetzten zu kämpfen. Fünf Minuten später war er ertrunken. Auf der Brücke, über die die Wellen immer gieriger sich hinwegstürzten, nahmen einige der Kadetten Abschied vom Leben. Wenn ich nicht zurückkehre", sagte einer zum andern, dann geh Du zu meiner Mutter und sage ihr, daß mein letzter Gedanke ihr gegolten hat!" Sie reichten sich die- Hände und erwarteten gefaßt das nasse Grab, das sie bald umschließen sollte. Andere trugen eifrig Lebensmittel in das Rettungsboot und schienen jeden Gedanken an das eigene Wohl zu vergessen. Einer antwortete auf alle Beschwörungen der Kameraden hin nur immer wieder: Ich kann nicht schwimmen!" und blieb an Bord. Van den Berghe, einer von denen, die sich retteten, erklärte, den Tod vor Augen: Ick lege mich in meine Hängematte, da stnbt's sich angenehmer!" Die Wellen schlugen nun über das ganze Schiff, und die Kadetten riefen van Zuylen zu, nun in das Boot zu steigen. Ich habe eine Boje", antwortete der Offizier. Das ist für mich genug. Man darf das Boot nicht allzusehr belasten." Dann verschwand er in den Wellen. Und man sah stolz und groß den Kommandanten Fourcault, die Cigarette im Munde, die er sich mit den einfachen Worten: Noch eine Zigarette vor dem Sterben" ansteckte, feinen Hund zwischen den Knien, wie er gelassen und ehem inden sich aufthuenden Abgrund der Wassertiefen hinabstieg. Neben ihm hob der Geistliliche des Schiffes Cuypers, in erhabener Begeisterung sich aufreckend, die Hände mit einer mächtigen Gebärde der Segnung gegen das gähnende Meer. Man hatte ihn gebeten, das Schiff zu verlassen, er aber blieb bei den Kranken bis zuletzt. Bis zu diesem Augenblick hatte man keine Klage gehört. Nur Fourcault's Hund Miß winselte leise. Da verschwand das Schiff plötzlich mit einem furchtbaren Getöse in den Wassern, die Planken zerbarsten, und alles löste sich in ein wildes Chaos auf. Erst war Todtenstille. Dann hörte man den KomMandanten, .der ein letztes lautes Glückliche Reise!" rief; verzweifelte Aufschreie, wilde Klagen der mit dem Tode ringenden Menschen durchdrangen die Luft. Man hörte den gellenden Todesschrei des Kochs, der, immer gebeten hatte: Rettet mich für meine Frau und meine Kinder!" Die Ueberlebenden mußten völlig machtlos diesen furchtbaren Szenen Zusehen. Laut dem Berichte des Vorstehers des Lebensrettungsdienstes der Ver. Staaten sind im Jahre 1905 an den Küsten der Ver. Staaten 365 registrirte Schiffe verunglückt. Von den 4.059 auf ihnen befindlichen Personen sind jedoch nur 27 um da? Leben gekommen.' Der Werth des geretteten Eigenthums wird auf Z7,917,385, der des verloren gegangenen auf $2,403,275 angegeben.

Mik Dadersack's Zchreibebrief.

. so. 441 Veöhrter Mister Edithor! Seitdem ich bei 'den Siekret Serwiß - Mann gewese sin un hen ihn mein Kluh riepohrtet, do hen ich so e paar mol iwwer mei ganzes Lewe nachgedenkt. Meik, hen ich zu mich gesagt, was bist du eigentlich for en Hornochs, bikahs du Host jetzt schon die lange Jahre die Zittie deine-werth-volle Kräfte gewidmet un was Host du davon? Außer t paar Dausend Dahler, wo du dich abgehungert Host, Host du nicks als wie den Batter, daß du alle paar Jahr hossele mußt, for daß du Widder elecktet werscht; un wann emol e Tschehnsch in Pallidicks komme duht, dann heißt's einfach: Skiduh!" Wie ganz annerfchter hätt's komme könne, wann ich mei großes Tällent besser ausgenutzt hätt, so for Jnstenz als en Dieteckdief bei die Siekret Serwiß Piebels! Do hätt ich mich enName gemacht', hätt e Reppetehschen uffgebild un wär en reicher Mann, wo nicks drum gewwe deht, wenn er auch emol gefeiert deht wer'n. Ich kann auch nit sehn, daß es jetzt schon zu spät wär, for t Tschehnsch zu mache. Ich sin in mein beste Duhn un Dreiwe un hen plentie Grütz im KoPP, for einigen Schapp zu täckele. Well, ich will nor emol abwarte, wie der Kehs, wo ich jetzt an Hand hen, austörne duht. Daß ich den richtige Feller gefunne hen, do hen ich ja off Kohrs kein Daut dran gehabt, ich ln nur ausfinne wolle, ob die Affissersch auch libberel genug sin, for en Feller zu das Bißneß zu mtorretsche. Mer hen alles schon errehnscht gehabt. Do is auch noch nit das kleinste Dietehl vergesse worde un do hen ich e ganze Latt gelernt. Ich sm so gut an das Vißneß gepohstet geworde, daß ich Zanwinzt war. daß ich einigen Kehs selbst täckele könnt. En Part don den Prohgrämm war, daß ich noch e paarmal in den Saluhn gehn sollt, for daß ich mit den Stohrkieper ekwehntet deht wer'n. Well, sell is ja nit so hart gewese. Ich sin am folgende Morgen Hingange un hen mich en Wißkie gewwe losse, awwer en annere Bränd, als wie am Dag vorher, bikahs ich gleiche auch nit, daß ich in der Blüthe meiner Jahre das Bocket kicke soll. Am Nachmittag nach den Dinner sin ich Widder hin gange un hen ihn auch zu en Drink eingelade un do sin mer schon ganz gute Freunde gewese. Vor den Sopper sin ich noch emol hin und ich hen bei die Zeit schon en ganz gute Eppetnt for Wißkie koltiwehtet gehabt. Der Lickerdieler is arig plessent zu mich gewese, awwer in mei Jnseit hen ich gedenkt: Wart nor, du Schuwiak. inseit von e Stund odder so, duhst du nit mehr schmeile." Damit hen ich die Hälft von meine Duhtie gedahn gehabt. Am Abend so um ebaut halb nach Acht is es meine Duht gewese, Widder an den Lickerdieler zu kahle un dann sollt die Performenz losgehn. Die Eidie war, daß ich schuhr mache sollt, ob der Fellr in den Keller war un dann sollte die Dieteckdiefs, so ebaut e halwes Dutzend von se, von die Autseit in den Keller krawwele un ihn bei seine Distillerie erscht watsche un dann ketsche. Ich kann Jhne sage, ich sin doch keinder nörweß geworde wie leicht Hot's doch en Rau odder sonst e Un glück gewwe könne. Well, wie ich zuletzt in den Saluhn sin, do hen ich e Fehs gemacht so dumm wie es passibbel gewese is un das is mich verdollt iesig komme. Der Stohrkieper is da gewese un ich hen gesagt: Ich denke, ich nemme noch en Korze," hen ich gesagt. Mer hen uns- noch for e kleine Weil unnerhalte un dann Hot er gesagt: Sie müsse mich ecksjuhse, ich muß noch e wenig schaffe, for den Riesen kann ich auch jetzt nit mehr mit Jhne drinke, bikahs for mein Schapp muß ich en klare Kopp hen un muß, wie mer uff deutsch sage duht, sauwer sein." Ählrecht," hen ich gesagt un dann is er daunstehrs gange. Ich hen mich dann, wie ich den Wißkie hinner die Binde gegosse gehabt hen, gleich autseit gemacht un hen das Sein gewwe. Se hätte nor emol sehn solle, wie die Dieteckdiefs sich do gefchkättert hen. Eener is bei die Frontdohr daunstehrs, der annere bei die Rierdohr un der dritte bei die Seitdohr un der Rest von se is dorch das Kellerfenster gekrawwelt. Ich hen mich in e gehörige Distenz uffgepflanzt, bikahs ich gleiche immer an die sehfe Seit zu sein. Do hen ich denn gestanne un gestan'ne un die Zeit wollt gar nit erum gehn. Ich hen mich die Bein in den Hals gestanne, awwer ich wär for kein Preis der Welt fort gange. Mit einem mol hen ich e Neus gehört, als wann Jemand for Help 'hallern deht. Bei Galle, hen ich gedenkt, jetzt geht's los. Ich hen e Brelein nach den Lickerstohr gemacht un do hen ich denn gehört, daß in den Keller en 'ariger Rumrus war. Ich

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hen jede Minnit eckspecktet, daß se mit den Prissener autseit komme dehte, awwer es is annerschter komme. Ich hen uff eemol in den Keller e Ge7ächte? gehört, als wann se en Wahdewill Schoh do unne hätte. Was die Kränk, hen ich gedenkt, is denn do die Mätter? Ich hen noch for e kleine Weil gewart un dann sin se autseit komme, mitaus den Prissener. Der Affisser Hot zu mich gesagt: Sie sin e Pietsch; Sie hen uns do in en schöne Schlammassel gebracht. Off Kohrs duht der Mann ebbes in Siekrett in den Keller schaffe, awwer was er mache duht, das is kein Wißkie nit, das is e neues Pättent for e Pauder, for Kackrutsches zu kille. Der Mann Hot uns ausgelacht tubietdibänd un das einzige rediemm Fietscher war, daß er un s von sein Preiwct Stack Wißkie eins eingeschenkt Hot. Er Hot uns gefragt, von sei Dißkowwerie nicks zu sage bikahs er deht nit gleiche, wann ihn einer sei Pättent abgucke deht, befohr er es aefinnischt hätt. Awwer von Jhne, Mister Scheriff. hen ich meine Oppinjien. Sie wer'n hier von die Zittie bezahlt, daß Sie Kreims ausfinne folle un Krimminells ketsche? Schiehwiß, wann der Onkel Sehm Jhne zu 'bezahle hätt, dann dehte Sie den Dag noch keine zwei Schilling kriege." Danrit sin se fort un hen mich stehn losse. Ich sin jw? froh, daß der Lickerdiehler nit weiß, daß ich an den Kehs war, sonst deht ich bei die nächste Eleckschen schuhr genug fei Wodumm verliere. Mit allerhand Achtung. Juhrs trulie Meik Habersack. Eskweier un Scheriff von Appel Ja& Holie Terrer Kauntie. SluSsterbende Völkerstämme in Australien.

Nach Angaben aus Brisbane in Australien hält sich der Anthropologe Professor Klaatsch aus Heidelberg, der sich nach seiner Reise von Sydney zunächst nach Queensland begeben hatte, gegenwärtig in Java auf, um dort die Naturgeschichte des wilden Gebirgshundes, den er sür den Stammvater des in Australien einheimischen wilden Hundes, des Dingo, hält, zu siudiren. Außerdem hofft Professor Klaatsch in HolländischIndien weitere Ucberreste des Affenmenschen (Pithecanthropos), von dem vor etwa 3 Jahren von einem Holländer ein Schädel aufgefunden worden ist, zu entdecken. Was' die in Sümpfen und Seen hausenden Papuar. von denen schon wiederholt die Rede gewesen ist, anlangt, so hat sich die seinerzeit verbreitete Nachricht von der vollständigen Ausrottung dieses Stammes nicht bestätigt. Der jetzige Gouverneur von Britisch Neu - Guinea berichtet sogar, daß er bei Gelegenheit einer in das Innere unternommenen Reise mit Angehörigen des Stammes in Berührung gekommen sei. Nach seiner Darstellung handelt es sich um einen kleinen Volksstamm, der sich aus Furcht vor den Ueberfällen der anderen Eingeborenenstämme in eine sumpfige Gegend zurückgezogen habe und in dieser Hause. Die Leute sind nach den Angaben des Gouverneurs außerordentlich scheu und furchtsam, es ist ihm indessen gelungen, einige von ihnen zu Gesicht zu bekommen. Sie bringen, wie schon bemerkt, den größten Theil ihres Lebens in kleinen Kähnen oder ausgehöhlten Baumstammen zu, wobei sie in hockender Stellung sitzen. sdaß das Schwergewicht ihres Körpers auf den Fersen liegt. Die Fersen sind infolge des beständigen Hockens weit hkrausgewachsen und außerdem sind die Beine in ihrem unteren Theil wegen des geringen Gebrauchs, den die Leute von ihnen machen, verkommen, und verkrüppelt. Der interessante Stamm ist leider im Aussterben begriffen. . In Neu - Guinea hat man einen interessanten Fund anderer Art ge macht. Bei Grabungen stieß man in der Tiefe von einigen Fuß auf Ueberreste von Gräthen aus Metall. Anscheinend seien diese als dem BronzeZeitalter angehörig, zu betrachten. Wenn diese Vermuthung sich als zu treffend erweisen sollte, dann müssen vor langen Zeiten in Neu-Guinea dort viel weiter vorgeschrittene Völkerschaften als die heutigen gelebt haben. Entweder sind sie ausgestorben. oder von den aus einer niedrigeren Kulturstufe stehenden Papuas verdrängt und wohl auch ausgerottet worden. Die jetzigen Neu-Guinea-Eingeborenen stehen in vielem auf der Kulturhöhe der Eingeborenen des Festlandes, sind aber immerhin insofern weiter vorgeschritten, als sie gewisse Industrien, beispielsweise die Töpferei betreiben und sich auch etwas mit der Bodenkultur befassen, indem sie Pflanzungen und Gärten zum Zwecke des Anbaues von NahrungsMitteln anlegen und diese Kulturen mit einer Einfriedigung umgeben. Es ist, wie schon bemerkt, möglich, daß Neu-Guinea in früheren Jahren von einem auf einer höheren Kulturstufe stehenden Menschengeschlecht bevölkert gewesen ist. Die jetzigen Eingeborenen haben'sich dann dessen Kenntnisse und Fähigkeiten nur zum kleineren Theil angeeignet. Der Biertrinker. Für Heuer haben die Meteorologen große Hitze prophezeit!... Dös wird wieder ' theurer Sommer!"