Indiana Tribüne, Volume 29, Number 235, Indianapolis, Marion County, 28 May 1906 — Page 5

Zlessosgewande.

Novellette von Alfred Friedmann. Mir ist so furchtbar wohl m nui nn Häut. Ich möchte ml! keinem frrMirfyovi M I tauschen Du Beneidenswerther. Du kannst Dich also gar nicht cnemdenken in die Lage eines Menschen, der... Der unzufrieden o doch! Ich weiß es aus Erfahrung. aus Buchern; man zeigt es mn auf der tynt'J?b es unzufriedene Menschen giebt. Aber liegt das an der Welt, am Schicksal? An der Unzulänglich, keit geschehender Dmge? Nem, es liegt ganz einfach m und an den Sterblichen selbst. In dem Augenblick, da ich sage, mr oder anderen, ich bin zufrieden, ich bm glucklich da flieht mich der bose eind inneren Haders. Einer hat gesagt: Reif fern ist alles. Nein, stch bescheiden ist si"c!ir . . e Du hast gut reden. Du stehst auf und gehst Deiner Arbeit nach. Sie füllt Deinen Tag aus. Du bist Abends müde und schläfst gut des Nachts. Weißt Du aber, was es bedeutet, Morgens aufstehen, sich danach sehnen, das zu thun was Du kannst, Dem Talent zu bethätigen; zu verrichten,was Dir leicht von der Hand geht, oder auch Dich Muhe und Anstrengung kostet und seinen Lohn, ma-

n?lxUikun Haut das Nessosgewand der EiferHolz hacken, Steine klopfen zu mus- rslgA " a '

sen . . i! Ich wußte nicht, daß Du solche Handlangere: . . . Mn. Du weißt 3 n!chi. Du weißt eben nicht, was ich leidet ?wiüiB wciB . aufs Bureau mit den Akten Abends CAltint CäaJi rtitrt. trttrttl Atj:i:t 1 :t nn..., ' m? . "? miT A .il erntn plattn gelesen Aber eS g.lt ttoJJLuPtlSSi Wenn man nicht haben kann, was man will, muß man wollen, was man haken kann. Sich zwingen zufrieden zu sein. Darin liegt's. Das Glück.' - . , Die Freunde schieden. Der eine von ihnen, Erich Qrny, der Mann, fc.r finfo (Hslnffn btte und Steine klopfen mußte, war verheirathet obendr.in. Der andere, Otto Stauf, der frei, dem es so wohl in seiner Haut schien, besaß eine Geliebte. Ein feines Mädchen, das er vielleicht heimzuführen gedachte. ' - . . Orny hatte seine Jugendgeliebte sehr früh zu seiner Frau gemacht. una aefreit. alt bereut sollte es heißen, statt deS volksthümlicheren Jung ge reit, hat niemand gereut! m.. ilm ft.trn m, ,s Nun kam er hnm, mudc von des cv a o- cm. CTv. il .Tg's Albert. Man b-Dann hatte sich.km h,es.UM

' x - 7L .9 E. (r edanlm die reine, unschuldige Phieiner fermschweren Blume. semmen. . '

m ' .7. s.. s.;7?n. chen Frauchens. Er me nte, es müsse Perioden gebracht. Aber seine Mliiam I?, .,.,. cn rs jl.vcfi. :.a-cr.2 fc " w tsl9 Herzallerliebst mit so emem slu-

;vl, Vk?,rnB tn TTinhlf ItnrtrrtiV I

M. Plä ü'nd S7g. 't. 7 M?.;tt.s s- ,S !n.

U,U ö u'm"X ;,;rrrrf,7s n Erich Ornys, nach Lorbeergemüse, ge, deren Vorbei- und Vorubersem g uhm, Druckerschwärz man loben mußte kleine Sachen, krmtTzat . 31. 4tslAt-n und nicht der Rede werth und des Auf- ?,?v5nttrbelsall zu trachten und zählens. Warum dankte Miriam durften. " ' 0s denn nicht Gott, daß die Geschichte Er sah m Mmams treue Augen mit der Köchin, das aufregende Er- und dabei fiel ihm Lmsens Brief lebniß mit dem Gewürzkrämer, besei- n seme Ellsabe h em. Warum war tigt; warum füllte sie sein Hir noch er nicht zung auf em so llebreizendes mit' dem zerbrochenen Krug und Geschöpf aus guter, burger scheuchte das Gleichmaß eines harmo- milie gestoßen. Sich bescheiden ist Nischen Reimpaares durch die Lei- alles! Bescheiden sem. Das ist dasdensgeschichte des auf elf Zwölftel selbe. So sagte er gestern. Und hingeschwundenen Taschentuchdu- etwa um dieselbe Stunde kam Erich 2cny 7 Orny m einem anderen Stadttheil fis anrfts artdsi? enden Säugling und den unzufriek. I's ?ft?rnnl$ &5wäSS SfÄS Kitkn' l'iÄ fite S fSSftfcs? Parnaß. Du kannst eS nicht erwarten. JuL bis das letzte Näselrümchen drunten ."' f" ist. Du an Deinem Schreibtisch sitzeg,. b'steckte m VoMar wogte auf . 'und ich kann da allein in meiner Ecke .M prchv" lesen. Stramin sticken, säumen. O, "7 , , . ... . welch ein Mann!' E"ch Orny sah kein Staatsverbre.O. welch eine Frau!" braust nun T lZmä?XfX?r' Erich auf. Um des lieben Friedns S ;k11ffi Ä ' willin schlingt er seinen Arm um sie. Z , iÄ ÄfA Mm HHäää ä WifÄ sdem Freunde dieeundin das alles. Er lechzt nach Einsamkeit b "ffti K? und Stille. Es brennt ihm in kn 5' anz w .anders , km .de.

Wi. losen Geistes amehäuft; ' verrauscht. z s..

st n W e Ä In U ihnausdas Sofa l1 blÄS Ä SiÄrS S S S)ufl'aat Cn ftint um den Besitz der Luisenfressndin. Mannesschulter. - - Und alle vier Einzelexemplare, der Als Otto Stauff ln das duftige dernen Menschheit fühlten ein Gelaß semer Auserwahlten trat, fand Achtes Etwas auf der Haut, zwier ste-nicht zu Hause. en dieser und der Gewandung. Es Er setzte sich in eine Sofaecke, nahm war das Nessosgewand, das einem einen gelben, französischen Band, der die Eifersucht, die Unzufriedenheit mit den ' Ziwei Umschlagflüaeln nach anuekt und das dock keiner bne ?r

oben, wie ein verflatterter Vogel, auf i-c jc ..s CCin arncciuuuiicf yiuj tuy, uu, vt cri.rv . . gann zu iei.en uno sumie iicy ganz ochanlicb. Eine ' Seite umdrebend. entdeckte ein Briefchen zwischen den nächsten beiden noch ungelesenen Sei jCIU Er zögerte einen Augenblick. Aber er fühlte sich auch als Herr des Hauses. Er entfaltete das Schreiben. Es. war ein kleines, zierliches Brief iT,. m VmU Sri mihltU tic Wale? M. B. Und der Inhalt fi..l.4.

lautete:

Liebe GITL Montag Abend am

kewußten Orte! Deine Luise!" '- Otto Stauff'war kein Spürhund wie Sherlock Holmes, der berühmte Detektive. Aber alles aus-dem Fund im gelben Band sagte ihm: Dies ist r n rm . en' in C j eine Männerschrift. M. B. ist doch vii s?r rinnrit frVfVfcfet Kfrer, halb motivirter Ausgänge, und längeren Wegbleibens Elisabeths. Es ar ihm plötzlich nicht so wohl in seincr Haut, wie sonst. Er fühlte sich scht am ganzen Körper werden, wie Leute, über die abendlich ein Fieber iommt Er entsann stch dunkel einer ferneren mythologischen Frau; er gilbte, sie hieß Dejanira. Sie floh m äxm Gatten Herkules auf dem Rücken des Centauren Nessos, über cincn Fluß Evenos im altenGriechenland. Der gewaltthätige Held aber tincn mit dem Blute der Hydra vergifteten Pfeil hinüber und der flog in des wackeren Nessos Nucken und Hm zur Brust wieder heraus. Sternd gab Nessos seiner schönen Reiter;n fein vergiftetes Gewand und sag. te eä würde einst den ungetreuen aittnr Herakles, , zu ihr zurückfüh. en. Als dieser aber es später anzoa, kannte es ihn so, daß er es sich vom Leibe, aber auch Fleisch und Mus. keln mit wegriß. Xi fiel Otto Stauff ein, als er m ' u lAr 2 lr f. tanM ' Die beiden Schulgenossen und Freunde kamen oft zusammen, und da . s k.in Wunder dH Otto Stauff Miriam, die Gattin Erich I CWrtV3. r v a $Vsitk V?ri Vriti4 von der Liebe Stauffs zu Elisabeth, g m , . b" b , o . .,-, umu.. uu h vuöh. nen Gott -SufaH. Alles, was sich bem eigne , was sich begegntt. ist ein Glied Anfang? Mittel, id mm . einer langen Kette von Vrrx,. ,,i ?,:,, Ut" n"b ,l,unt ,. ,. . Z. ?ldt.. der die Stadt Atttl 4I t A n A HA VV M 1 A VAt hi "1",". ; segnete Otto Stauff Miriam. - Sie kannten einander, nd nach den ersten prägen über Gesundheit, nach' gelstreichen Wendungen vom Wetter, gin3 fr 03 wohlgemuth neben emander durchs. duftige Grun m furbaß, plaudernd Zwitschernd, wie zwe, m"nereu Waldvoglem. Mniam ertMl4AM V A M A1hAMA KvAVV zv jui, Manne ihrem Kinde; von den Dummheiten und Zerbrechlichkelten ihrer Köchin, von ihrer Straminstickeden neuen Vorhängen und den alten Rechnungen. Und was den Gat- , ' c t. n wnvivh, vnu uvui m iivuivt mam lustigt. ja fast interess rt zu. Gt machte Vergleiche und pries in vjr v jt.vvv W? n kk lassen und vcmüti ui ic wie. iuic Manie Äl u: l noch so durchgesal. lene Stuck gesehen, und das verborfeCn des eigenen Fleisches von sich I , r i ' 1 ' i zoiei: I B o s.h a f t. . , Gast . (eine Wurst verzehrend): Herr Wirth, aus Ihrer Wurst da schmeckt man auch die Flelschnoly yeraus! (Sioftfeufaer im Mai. nn,.: dl h" 3i Redakteur (der von einem Berg lyrlW? W : ' lvUS llCUUl iiiUH

Im Kampf um den Nordpol.

Ueber, seine Pläne, den Nordpol im Luftballon zu übersegeln, hat Walter Wellman unlängst der Londoner Presse folgende Einzelheiten rnitgetheilt: ' Ende Mai werden wir mit dem Luftschiff Paris verlassen und nach Tromsö in Norwegen gehen, wo die Theünehmer an der Expedition sich versammeln sollen. Außer dem Maior Henry V. Heisch, der als Meteorologe in den Diensten der amerikanischen Regierung steht und der die wissenschaftlichen Beobachtungen bei der Expedition übernehmen wird. werden noch Maxwell Smüy ' als Sachverständiger für drahtlose Telegraphie und Gaston Hervieu, einer der ' besten Luftschiffer . Europas, meine Begleiter sein; ein fünftes Mitglied der Gesellschaft, ein Mecha. m rv Niler. ou in Paris gewonnen werden. Mehrere hervorragende Sach verständige, darunter Alexander Liwenthal, der an den Experimenten des Grafen Zeppelin theilgenommen hat, werden in Spitzbergen zurückbleiben. Das lenkbare Luftschiff, das Godard in Paris baut, wird seinesgleichen m der Welt mcht gehabt ha ben. Seine Größe gestattet es, die Stahlgondel, drei Motore, zwei Schrauben, ein Stahlboot, zwei oder drei Motorschlitten, fünf Mann Be. satzung, Nahrungsmittel für 75 Ta ge, Instrumente, Werkzeuge. Materialien zur Reparatur, Schmieröl und 5500 Pfund Gasolin für die Motore mitzunehmen. Seine La dungsfähigkeit wird mehr an die eines Seeschiffes als an die der kleinen Fahrzeuge, wie sie Santos-Du-mont und Baldwin benutzten, erin nern. Godard konstruirt auch für unser Lustschiff die stärkste und dauerhasteste Gashülle, die es bisher gab. Bon Tromsö werden wir in dem Eisdampfer Frithjof" abfahren, der für zwei Jabre gemiethet ist; und wenn unsere verschiedenen Versuchsfahrten befriedigend ausgefallen sind, werden wir die große Reise im Luftschiff zum Nordpol im August unternehmen. Sollte an unserer Ausrüstung irgend ein Fehler sein, der dort eben nicht verbessert werden kann, so werden wir zunächst nach Europa zurückkehren und mit einer neuen Ausrllpung 1907 wieder aufbrechen. Wir unternehmen den Versuch nur, weil wir zuversichtlich hoffen, ihn durchzuführen. Major Hersey und ich sind von der Ausführbarkeit unseres Planes. der die ungeheuren Gebiete am Pol unserer Kenntniß näherbringen soll, fest überzeugt. Es handelt sich gewiß nicht um ein leichtsinniges Abenteuer, von . oem isirnge gesprochen haben. Die Kosten der Expeditwn werden aus eine Viertelmillion Dollars veranschlagt. Um Wasserstoff für die Füllung des Luftschiffes herzustellen, werden 105 Tonnen Schwefelsaure und 75 Tonnen Eisenfeilstaub nacy Spitzbergen Mltgenom men." - VtoUt Wellman mit' dem aewaltigen Luftschiff, mit dem er von. Spitzberaen zum Nordpol vorstonen will. wenn auch mit ganz anderen Mitteln. den Spuren des unglücklichen Andree, so wird etwas ganz Neues bei Nordvolfabrten der Motorschlitten" sein. der an die Stelle der üblichen, von Hundegespannen gezogenen Schlitten treten soll. Es waren drei Modelle solcher Schlitten in Amerika entworfen worden, die dann von einem., englischen ?knaenieur in Norwegen auf ihre Brauchbarkeit hin geprüft wurden. Auf Grund dieser Ersahrungen wurde ein Modell aewablt. das nur aus einem kleinen , Schlitten besteht, der aerade einen Mann und die Ma schine, einen gewöhnlichen Motor, wie er für Kraftwagen benutzt wird, auf nebmen kann. Der Motor treibt ein zwischen den Vorderenden der Schlittenkufen befestiates Rad. dessen Rand mit Dornen besetzt ist, sodaß es auf der alatten Oberslacke des Eises fassen" kann.- Wichtig für den Verlaus der Expedition wird ferner 'die Thatsache sem, daß sie m ständiger Verbindu durch drahtlose Telearaphie mit der civilisirten Welt bleiben kann. Zu diesem Zweck sind Stativ nen auf Svikberaen und in Sam merfest einaerichtet worden, und das Luftschiff selbst ist mit einer vollständigen Ausrüstung sur drahtlose Telegraphie versehen, so. daß die Jnsassen von allem, was ihnen widerfährt, der Welt stunde geben tonnen. Ein Versuch, Lichtbilder zur Bereicherung des Gottesdienstes zu verwenden, wurde dieser Ta ge in der Stdtkirche zu Münsingen :n Württemberg gemacht. Vor dem Altar wurde derVorhana aufgehängt. auf dem insgesammt zwölf Scenen aus der Leidensgeschichte Chris, ausgewählt aus den schönsten Vildern der. alten Meister, hauptsächlich Durer, öolbem und Rembrandt, ge zeigt wurden, während der Geistliche die entsprechenden Bibelstellen las, umrahmt von Gemeindegesängen. Die Wirkung war allgemein, vielleicht am tiefsten bei Durers Dresdener Kruzi fixuö mit dem Vers: Ewig soll er

mir vo, lugen stehen.

per Postillon von Zlidden.

Eine wahre Geschichte von C. K. Es war in den ersten zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, zu einer Zeit, in der man noch nicht im Zeichen des Verkehrs" stand und Eisenbahnen noch mcht kannte. Selbst die weitesten Entfernungen mußten in jener Zeit mit eigenem Gespann oder mit der Post zurückgelegt werden, und man wählte dazu in Gegenden, die keine Chausseen besaßen, Wege, die schon von Natur aus ein leichteres und schnelleres Vorwärtskommen gestatteten. Einen solchen Wea bot m dem damals noch ganz weltvergessenen Osten unseres preußischen Vaterlandes die sogenannte Kurische Nehrung, jene schmale Landzunge, die, das Kurische Haff von der Ostsee trennt. Dabei benutzte man Wagen mit breiten Radern, mit denen man hart amStrande fuhv während die Räder der einen Wagenseite in den See liefen. Durch die fortwährend auf- und niedergleitenden Wellen wurde nämlich am Strande ein tifchglatter Weg geschaffen, der außerdem so hart und fest war, daß ein Wagen, zumal . mit breiten Rädern, kaum eine Spur hinteriteß. Auf der Nehruna befanden sich :n. Entfernungen von einigen Meilen Posthaltereien, auf denen die Pferde und Postillone gewechselt wurden. An dem sogenannten Tief" bei Memel der Vereinigung von See und Haff am Ende der Nehrung wurden schließlich die Reisenden mittels Kähnen übergesetzt, um dann oberhalb dieses ihre Reise längs der Küste fortsetzen zu können. Dieses war die Straße, auf der zu jener Zeit die Post zwischen Königsbera und Memel verkehrte, und aus der Estafetten, Couriere und sonstige Reisende ihren Weg bis nach Petersbürg hin nahmen. Auch hat ihn, wie wohl iedem Preußen bekannt sein dürfte, unsere unvergeßliche Königin Luise auf ihrer trcurigen Flucht von Königsberg nach Memel benutzen müssen, welche Begebenheit bekanntlich auch ein hervorragender Maler auf einem seiner Gemälde verewigt hat.' So angenehm die Fahrt auf dieser Straße am Zage, bei gutem Wetter und bei ruhiger See auch war, so gefahrvoll war sie bei Sturm und Unwetter, besonders .. während, der Nacht, und es pflegte dann der großeren Sicherheit wegen em Vorreiter mit einer Laterne voranzureiten,- dem der z Wagen in möglichst kurzem Abstände folgte. ' ' Aber nickt nur der Gefabr. bei et7 I ' 'S waigem zu weitem Hineinfahren in die. See von den der Ostsee eigenen kurzen,. aber hohen, starken und schnell aufeinanderfolgenden Wogen fortgerissen zu werden, war der Reisende ausgesetzt,' auch eine andere' Gefahr, der? sogenannte Triebsand" drohte ihm.... Es sind dies Stellen am Strande, die- sich in ihrem Aussehen durch nichts von der Umgebung 'unterschciden,, an denen aber der Sand .durch die Einwirkung der See und Wellen eine, derartige dünnflüssige Veschaffenheit angenommen hat. daß Mensch und Thier bei seinem Betreten wie durch emen Strudel hmabgezogen und verschüttet werden. Die Gefährlichkeit dieser Stellen ist um so großer. als sie nicht konstant und daher bekannt sind, sondern sich bald hier. bald dort finden, um dann zu verschwinden, um wieder festem Boden Platz zu machen. Wohl selten ist Je man.d, der eine Trrebsandstelle betreten, besonders in der Dunkelheit und allein, mit dem Leben davongekommen. Eine Posthalterei befand sich zur Zeit unserer Erzählung in Nidden, einem Fischerdorfe, das ungefähr auf, I a m l I P oer Atme der 'ceyrung liegt; oiese Poststelle wurde in damaliger Zeit von dem Großvater des Erzählers verwaltet. In einer Nacht nun, in der ein fürchterliches Unwetter tobte, die Wellen . haushoch gingen und man die Hand mcht vor Augen sehen konnte, 1 5 1 . ..,,.,.. rrl kl i r : -3 langic Mlliels uxirapon vvn nvtligs berg her ein russischer Courier in Nid den. an und verlangte wichtiger Briefe wegen, die er schnellmöglichst nach Petersburg besorgen sollte, welterbe fördert zu werden. Weder das stetig zunehmende Unweiter noch die eindringlichen Abmahnunaen von selten des Posthal ters, mit Hinweis auf die bei der Weiterreise drohenden Gefahren, vermochten den Reisenden - von seinem Vorhaben abzubringen. So bewilligte ihm dann schließlich der PostHalter zwar Pferde und Wagen, weigerte sich aber, Postillone dazu zu bestimmen, da er die Verantwortung für deren Leben nicht übernehmen konnte und wollte. Der Reisende begab sich daher in die Postillonsstube. und bot eine hohe Geldsumme denjenigen, die ihn freiwillig nach Memel bringen würden, worauf sich auch zwei Postillone dazu bereit erklärten, der eine als Vorretter. der. andere als Kutscher. Es wurde nun eine kleine Postchaise für den Reisenden hergerichtet, der Vorreiter setzte sich mit einer Laterne in der Hand zu. Pferde, und die kleine Karawane fuhr in Sturm und iy . jr i . , jci. . Alaqr ymaus. ?ie erreiazie aoer roe der die nächste Posthalterei (Schwarz ort). noch kehrte sie nach Nidden zu rück. Sie blieb verschollen. Nur ein Postillonmantel wurde am nächsten

Tage beim Nachforschen am' Strande gefunden, und man nahm 'mit Bestimmtheit an, daß Menschen, Pferde und Wagen bei dem Unwetter auf irgend eine Weise wahrscheinlich in der See umgekommen seien. Dreißig Jahre ungefähr .waren vergangen, der alte PostHalter hatte das Zeitliche gesegnet, und einer seiner jüngsten Söhne der Vater des Erzählers, dem jene Episode aus seinen Knabenjahren wohl in der Erinnerung geblieben war Kreisrichter in einem Kirchdorfe in der Nähe von Jnsterburg in Ostpreußen. Als solcher befugt, Testamente aufzunehmen, wurde er eines Tages zu diesem Zweck zu einem sterbenden, alten Bauern auf das Land geholt. Als er dessen Zimmer betrat, ging eine merkliche Bewegung über die Züge des Sterbenden.' Er blickte dem Richter lange prüfend in das Gesicht und brach dann erregt in die Worte aus: Heißen Sie nicht K., und sind . Sie nicht ein Sohn des ehemaligen' alten PostHalters K. in Nidden? Sie müssen es sein, die Aehnlichkeit ist zu auffallend!" Nach Bejahung dieser Fragen und

nach Aufsetzung des Testaments theilte dann der Sterbende dem Richter mit, was er bisher verschwiegen und auch mit sich als Geheimniß in das Grab hatte nehmen wollen, daß er der Postillon sei, der in jener verhänqnißvollen Nacht dem russischen Courier Vorreiterdienste geleistet hätte. Bei den Vorbereitungen zur Abfahrt hätten sein Kamerad und er bemerkt. daß der Reisende viel Geld und Werthsachen bei sich führe, und den schnellen Entschluß gesaßt, sich unterwegs dieser Kostbarkelten unter allen Umständen zu bemächtigen. Nach vollbrachter That wollten sie Pferde und Wagen in die See lenken, damit sie von den Wellen ergriffen und fortgespult wurden, sie selbst aber fluchten. Man würde fraglos annehmen, daß sie sämmtlich, bei dem Unwetter verunglückt seien, und keine weiteren Nachforschungen anstellen, was ja auch zu damaliger Zeit mit großen Umständen und Schwierigkeiten verbunden, wenn .mcht gar unmöglich war. .. -. . .. Nachdem' sie ungefähr eine Meile zurückgelegt, wollten sie zur Ausführung der That schreiten 'und hielten an. In der Aufregung' jedoch hätten sie zu wenig aus den Weg und die See geachtet, auch sei in dem Augenblick zufallig die Laterne erloschen, kurz sie' wurden plötzlich sämmtlich von einer schweren Wöge ergriffen und die See gerissen, wobei ihm die Besinnung schwand. Als er wieder erwachte, hatte er sich, von der See ausgespült, auf dem Strande liegend befunden. Er wartete darauf die Morgendämmerung ab. und als er sich überzeugt, daß er der einzig Ueberlebende -.von der ganzen Reis egesellschaft fei. . begab er sich, da. er bei seinem schlechten Gewissen und aus Furcht vor Strafe nicht waate. nach Nidden zurückzukehren, zunächst nach Memel. Von dort wanderte er landeinwärts weiter und . kam in die. Nähe von Jnsterburg. Hier verdingte er sich als Knecht bei einem Bauern, hei-. rathete , dann spater dessen einzige Tochter und übernahm schließlich das Bauerngut, sein jetziges Besitzthum. Daß es gerade der Sohn semes ehemaligen Brodherrn sei, den er in f. - rf ll .l I seiner legten mnoe yaoe zu sich rusen lassen müssen, betrachte er als einen Fingerzeig von oben, doch noch vor seinem Tode das Bekenntniß seiner Schuld abzulegen. Kurze Zeit darauf verschied er. r versteht es. Es war' im Jahre 2658. als die Schweden unter dem König Karl X. Gustav zur Winterszeit in Dänemark eindrangen und die Hauptstadt des Landes belagerten. Ganz m der Nähe von Kopenhagen, wohnte damals em ehrsamer Landpfarrer. Joachim Brägge mit Namen, bei dem schwedische Of lZiere sich sehr oft zu Gaste einluden und sich dabei keineswegs immer einwandfrei betrugen. So lietzen sie eines Tages das sämmtliche Silberzeug von des Pastors Wirthlicher Tafel verschwinden. Der Predier sah es, schwieg jedoch und schwieg auch gegenüber dem Koma Karl Gustav, der bald darauf der Gast des Pfarrers war. Er sparte sich die Vergeltung auf. bis er einige Zeit später zur königlichen Tafel geladen wurde. Er ließ sich Speise und Trank wohlschmecken und steckte nach Aufhebung der Tafel mit der harmlosesten Mene der Welt von den silbernen Bestecken und Löffeln sowie goldenen Trinkbechern in seine Taschen, was er stecken konnte. Darob allgemeine Verblüffung und eine ver- ! wundernde Standrede seitens ' der schwedischen Majestät, worauf Pastor Brägge unbefangen erklärte, es läge ihm lediglich daran, . die schwedischen Tafelsitten nachzuahmen, da doch des Königs Offiziere be, ihm kürzlich' in der gleichen Weise gehandelt hätten. Die Offiziere erbleichten. König Karl Gustav aber verabschiedete tiefernst seinen Gast und sorgte dafür, daß ihm aller Schaden ersetzt wurde.. Aufklärung. Ä.: Wtf versteht man denn eigentlich unter ernem Märtyrer , der. Liebe?- O.: ,Na, wenn er heirathei!7 - .?

Geschäftö-Kalender. Finanzielles.

5Mt? lelhkn Geld aus Möbein und VianoS, ohne die selben lrezzllnehkarn. Ebenso eus Uhren uob Diamanten. Centrai Loan So 203 State Lise ld. Arzneien. ciTa.Na.Rkmedh Company. Sind Sie krank? Möchten Sie gesund sein? Die Tira.?ta.Reedi, kuZirt alle rankheiten durch bsorbirugg. PhoneS : k 27: lt. Main 655, oder ma adnsftre: 118 Ost Michigan tx. Krebs Spezialist. str. Howard, über dreißig Jahre erfolgreiche KrebiBehandlung in Indianapolis. Cfi'c 114 Süh Illinois Straße. Waareil.Ablieferung. gm aaren abgeholt und abgeliefert. Mäßige Preise. Schnelle Bedienung, ii Süd Pennsylvania Str. Neu 5122 ; Alt, Main im. C. T. Austin. Eig. Leichenbegatter. YNhitsett & ulver. Leichevbeftatter. 21, 31 Illinoi, Ctr. Telephon : Neu öe: lt. Main ZWa. Johnson, Häßler & eorge, 357 assachufett Ave., iiiepoone : neu 63 ; ru, Main 130 Wir sprechen deutsch. Optiker. Emerson Druley, 22tf Massachusetts Ave., (im ersten Square). zweiter Stock, uaen ntersuckt. Lensen geliefert. Moderne Methoden. Grundeigenthum. Gebrüder Miller. 32 Lemcke Gebäude. Anleihe schnell besorgt. New Phone. fc. MZilliam P. Cocwell, Grundeiqenthum Agent, " 5 und 4 Baldwin Block, Südweft Ecke Market und Telaware Strasze. Neuer Phone 172. 3 ohn Frecman, 35-3 Baldwin Block. New Phone L090; Old. Main 3500. Bäckerei'Einrichtungen. Nesst & Eo. lincorporirt), 1 30-132 Cvd PennY. sylvania S trabe. Beide Phone 2S0Z. Patent.Anwalt und Ingenieur. chomvson R. Bell. 401 Sa Geblude. . AweigOffice ; Washington. D. ., New Phone i03. Jnvalidenstühle und Rruchdänder. WruchbSnder. 'Wir paffen und garantiren Bruch bänder. Invaliden Stühle zu verkaufen oder zu vermiethen. Bresette.Pugh Co., 13 Süd Illinois Straße. i Blech und Metall'Dacher. Mlech-und Metallischer, sowie Dachrinnen angefertigt und reparirt. ThoS. E. Hadley, 14 Kentucky Ave. Neuer Phone 100. äffen Sie Ihre kech.. g'lvaniftrte isen und EchieserTachdeckung sowie Furnace Reparatureu besorgen von E. P. Hnbbard, 14 Oft Ohio Strake. Reuer Phone 857. Spezialisten. Qttll kurirt ohne Messer. ffrauen-Krankheiten eine Spezialität. . W. ula, M. D.. E. B. Brigham, M. T., 157 N. Illinois Ztr. Phone 3227 Main. Indianapolis, Ind. Feuerverficherung-Grundeigeuthum. 3acob Buennagel, Zimmer und , No. 29 Süd Telaware Straße. Powell Winkenhdfer. 145 Ost Market trage. Telephon, alt. Slaia 2256. Neley & Baser. 719 Law SebLude. M Htto Phone. Main 6011. Aerzte. gy. E. C. Thomas. Spezialität: Herzkrankheiten. Stunden 84 n. e - 8 Nachm. 625 Virginia Ave. Neu 9188 ; lt. Profpect 331. Automobiles. vekauft, verkauft. vermiethet, aufbewahrt und reparirt. Agentur für Reliance Gasolin Car und Chicago Tamps Car. Alt, Main 1442, Neu 3503.. Centra! Garage. 332 Oft Market Str. Tapeten. capeten. Ich hänge und liefere Tapeten. Televbo. Main 489-.. Der 18-j a h r i g e Student Heinrich Pichler ist beim Blumenpflücken von der Zenzerwand bei Graz 136 M. tief abgestürzt und war sofort todt. Verlangt - Anzeigen rgtnd welcher rt werde in der Jndiana Iribkne' mit öc per Zeile für jede Jnsertion berechnet. B ettavgt Ein Porter im Teutsche Hau. CTO erlas gt-C in Mädchen für allgemeine Hau arbeit, achzusrage 1723 Pari ftjnacr verlangt sin gute deutsche ädchen . 2i 20 ord aft Ctr. V erlang Mädchen für allgemeine öaalarbeit' . . am.iA.. CIAA... Kleine jarniuc. kcu auacn. yiajuica gen 1901 Nord Eaptts Ave. Stterlangt i ? deutsches adcheu Oeiner Karniltt fci;tßutol)n. Nachzufragen i lob leideriade, cke Washington und Telaware Straße. 3u vezkausen Eine seinen Bauplatz nordöstlich an Sturm ve.. zwische Highlaud ve. und Oriental Str. Abzugßkanal. pädtischeS affer uud a in der Errafze Gute Strasze und Irottoir. VanehmeJft Michigin Ctrakebchi. Für Einzeln heilen wende man sich an ff H. vecherer. 1223 Sturm a. i i i irVk.r.a vn.ii.. - fr.mvtAM zluz vvii lu rnnuy. iviuyuuif. iisiia zu verkaufen in Geschäftshaus mit stkbk J Wohnzimmern, Sommertüche, gute eller, Stall, Brunnen und ifterne. Wasserleitung, Abzugs kanalVerbtduug etc Rachzufrage 1404 Temple ve.

8 verkaufe Ei Johnhau .elege ins Oft 5lew Vork Lttake. jßratner, gtoten U6nn Stall und Nebengebäude, Vrunnk, ifterne und Kbjug1caal.erbindung. gnteOdftdänme nd schön kSeinlaub.' alle t gutem Zustand. Mei wegen Nachäffen schtS.vertheiIung verkauft werden. Näherei w . 2S Ost c?art, te.