Indiana Tribüne, Volume 29, Number 231, Indianapolis, Marion County, 23 May 1906 — Page 3

II u m. A. m. M. UM.

Der

Eröffnet in Person das

AvS dem russischen parlamentarischen Lager. Die Amnestie'Frage. Keine Privilegien für Theologen in Frankreich. Des Papstes Befinden. Minister-Kovflikte in Oesterreich nnd Ungarn. Kein Ende der Metzeleien in Makedonien. Znr Ermordung Stuart'S. Banern-Unrnhen.

Oefterreich'Nngarn. Franz Joseph an daS un garische Parlament. Budapest, 22. Mai. Das un garische Parlament wurde deute von dem KalserKönig Franz Joseph öffnet. In seiner Thronrede bot der Herrscher den Abgeordneten ein herz licheS Willkommen und verlieh seiner großen Genugthuung darüber AuS druck, daß die verschiedenen Mißver fiöndniffe auSgegltchen worden seien. EZ ist für Unser väterliches Herz schmerzlich," sagte der greise Monarch, aus die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit zurückzublicken, welche den regelrechten Laus deS konstitutionellen Lebens gestört haben. Wir find der göttlichen Vorsehung dankbar dasür, daß die verderblichen Mißverständnisse gehoben worden find, und eS ist Unser aufrichtigster, aus tiesftem Herzen kommender Wunsch, daß das konftitutlo nelle Zusammenarbeiten aller gesetz gebenden Faktoren sür die Zukunft un gestört bleiben möge." Nachdem der Herrscher der verschiede nen Aufgaben Erwähnung gethan, mit welchen daS neue Parlament sich zu be fassen hat, erklärte er, obwohl die Be Ziehungen des Landes, zu seinen Ber bündeten die engsten seien, und obwohl seine freundlichen Beziehungen zu an deren Mächten eine Fortdauer deS Frie denS garantirten, müßten doch Vorkeh rungen getroffen werden für eine starke VertheidigungZmacht des Landes, und deshalb müßte ein außerordentliches Kontingent von Rekruten ausgehoben und equippirt werden. Die Thronrede kündete auch an, daß nach Erledigung der Wahlreform Frage ein neues Parlament einberufen werde. Weckerle und Hohenlohe a m t 5 m ü d t ? B u d a p e st, 22. Mai. ES wird berichtet Dr. Alexander Weckerle, der ungarische Premier und ginanzminl sier, und Prinz Konrad Hohenlohe SchillkngSsürst, 'der österreichische Pre. mier und Minister deS Innern, hätten ihre Resignation eingereicht, der Kaiser. König habe sie jedoch ersucht, weitere Unterhandlungen anzuknüpfen zu dem Zwecke, ein Uebereinkommen zu erzielen in der brennenden Frage einer Zoll Vereinigung oder Zoll-ttonvention der beiden Länder. Ruklan). AuS dem parlamentarischen - Lager. St. Petersburg, 22. Mai. Das Parlament wird vor dem 25. d. M. nicht wieder zusammentreten. Heute ist der Tag deö heiligen Niko laus, des großen WunderthäterS, und am 24. ist HimmelsahrtStag, ein an derer hoher Fitertag. Die liberalen Zeitungen, die erst die Verweigerung der Audienzgewüh rung durch eine offene Kriegserklärung seitens des Unterhauses beantwortet sehen wollten, sanktioniren heute, nach reiflicher Ueberlegung, den Kurs des Parlaments und loben dessen gestrige, besonnene Haltung. Die agrarische Frage wird voraus sichtlich scharfe Debatten im Unterhause hervorrufen; daS diesbezügliche Pro jekt der konstitutionellen Demokraten wird bei der Linken sowohl als bei der Rechten auf schroffen Widerstand stoßen. Die radikale Arbeiterpartei und die Gruppe der Sauern, die sich jetzt auf 70 Mann belaust, haben beschlossen, für vollständige Abschaffung deS persön lichen Grundbesitzes und für die Ein richtung eines Systemes zu kämpfen. das das Land zum nationalen Eigen thum des Volkes macht. Die Mitglie der der Rechten haben ihr eigenes, kon servatlveS Programm in dieser Frage, haben jedoch noch keine Einzelheiten darüber ausgegeben. . Sie versuchen mit allen Mitteln, die Gruppe der vier zig unabhängigen Bauern, . die sich so weit keiner Parte! angeschlossen, für sich zu gewinnen. Ihre Theorie ist die, daß die konstitutionellen Demokraten und die Cztremen fig durch Exzesse beim Lande in Mißkredit bringen und eine Reaktion herbeiführen werden.

Kaiser-König

nngarischc Parlament. welche den konservativen bei der nüch ften Wahl eine Majorität sichern wird. Die Amneftie-Frage. Aus zuverlässigster Quelle wird in Erfahrung gebracht, daß am 27. Mai, dem Tage der Krönung Nikolaus' II., eine politische Amnestie erlassen werde; wie weit diese sich jedoch erstrecken wird, ist noch ein streng gehütetes Geheimniß; in jedem Falle wird sie eine eingegrenzte sein. Die konstitutionellen Demokraten find darauf vorbereitet, die Terroristen aus dem kaiserlichen Gnadelwkte auSgeschlos sen zu sehen; sie erkennen, wenn auch nicht gerade öffentlich, an, daß die'Re gierung nicht unberechtigt handelt, wenn sie sich weigert, Leute in Freiheit zu setzen, die zweifelsohne in der Zu kunft dasselbe thun werden, was sie in der Vergangenheit gethan: die ihnen verhaßten Repräsentanten der Obrig keit niederschießen oder in die Luft blasen. Die Forderung einer unbegrenzten Amnestie hatte bafirt auf der Erwar tung, daß die Terroristen, wie sie dieS seinerzelt unmittelbar vor der Ermor dung Alexanders II. in einem offenen Briefe versprochen hatten, mit der Eta blirung einer vollen konstitutionellen Aera ihre aktiven Operationen linstellen würden; die während der letzten Tage begangenen Attentate haben sie jedoch gezwungen zuzugeben, daß die Regierung keine Garantie hinsichtlich der Erfüllung eines solchen Ver sprechenS hat. Die Anzahl der Gefangenen, auf welche die Amnestie sich erstrecken wird. Wird von der Regierung täglich vermindert; in St. Petersburg sowohl auch in den Provinzen öffnen sich Tag für Tag die Gefüngnlßthore einer be trächtlichen Anzahl politischer Ver brecher." Zur Ermordung Stuart'ö. St. P e t e r S b u r g, 22. Mai. In einem persönlichen Schreiben an Botschafter Meyer drückte heute der Minister deö Aeußeren, JöwolSly, das tiefste Bedauern der Regierung aus an läßlich der Eemordung deS amerikani schen Vize-ttonsulS Stuart; der Mini fter versichert, der Vizekönig des. Kau kasuS sei angewiesen worden, die An gelegenheit auf daS Eingehendste zu untersuchen und Alles aufzubieten, um der Mörder habhaft zu werden, die in gebührender Weise bestraft werden sollen. B a u e r N'U n r u h e n. S t m b i r S k, Oprußland, 22. Mai. Der Versuch der Behörden, Bau ern'Unruhen zu unterdrücken, hat in dieser Gegend heute zu einem blutigen Kampfe zwischen. Kosaken und Bauern gesührt. Ein halbes Dutzend der Letz. teren wurde getödtet und mehr als 200 verwundet. ' Deutschland. Werden Kieler R e g a t t a beiwohnen. Berlin, 22. Mai. Unter den zahlreichen Gästen deS Kaisers bet der Kieler Bacht'Regatta Ende Juni wer den sich auch Kongreßrcpräs:ntant NlcholaS Longworth von Ohio, Prä fident Roosevelt'? Schwiegersohn, und Gattin, sowie der amerikanische Bot schafter Charlemagne Tower befinden. Räth selh a fteS Verfchwin den eines Amerikaners. Berlin, 22. Mai. Aus Man. heim kommt die Kunde, daß dort der deutsch amerikanische Brauereldefitzer Georg Johann Wilhelm vermißt wird und verschiedene Umstände ein Ver brechen vermuthen lassen. Der Ver schwundene,' welcher 43 Jahre 'alt ist, war mit seiner ganzen Familie auf einer Erholungsreise in Mannheim eingetroffen. Der Besuch deutsche? Bür. ' germelfter in England. Berlin. 22. Mai. In den hie figen RegierungSkrelsen wird, der Ctudienreise, welche eine Anzahl deutscher Bürgermeister und Stadtverordneter nach England unternommen und die gestern ihr Ende erreicht hat, äugen

scheinlich sehr hohe Bedeutung sür die

Förderung guter Beziehungen zwischen Deutschland und England beigemessen. Dies gelangt in einer , eingehenden Be trachtung, welche die Norddeutsche Allgemeine Zeitung- heute dem Besuch der Vertreter deutscher Städte jenseits des Kanals widmet, und welche der pessimistischen Auffassung der nicht offiziösen Presse gegenübertritt, zu be redtem Ausdruck. Unter Hinweis auf das liebenswürdige Entgegenkommen, welches die Deutschen bei den englischen Behörden gefunden haben, und den freundlichen Empfang, welchen König Edward ihnen im Buckingham'Palast hat zutheil werden lassen, begrüßt das offiziöse Blatt den Verlauf des Besuchs mit großer Genugthuung. In den mannigfachen Ehrungen, welche die Engländer ihren Gästen aus Deutsch. land bereiteten, erblickt eS einen Aus fluß der auch in England immer ftär ker zum Durchbruch gelangenden Er kenntniß, daß ein freundschaftliches Zusammengehen beiden Ländern zum Vortheil gereichen müßte. In dem persönlichen Nähertreten von einflußreichen Männern Deutschlands und Englands sieh! die Norddeutsche Allgemeine Zeitung- daS beste Mittel zur Beseitigung aller Mißverständnisse. Dabei betont sie ganz besonders, daß durch eine rückhaltlose Ausklärung wei ter Kreise auf beiden Seiten des Kanals über ihre wahren Interessen eine feste Grundlage für ein besseres Verständniß zwischen den beiden Nationen ge schaffen werden würde. Zum Schluß seiner bemerkenswerthen Ausführungen verleiht das Blatt der Hoffnung Aus druck, daß die angebahnte Verftändi gung einen stetigen Fortgang nehmen und gute Früchte zeltigen möge. Rechtfertigung deutscher Politik in Ungarn. Rückhaltlose Anerkennung und volle Würdigung läßt die Norddeutsche All gemeine Zeitung" auch den Auölassun gen deS ungarischen Minifterprüfiden ten Dr. Wekerle und deS Handels Ministers Franz Kossuth zutheil wer den, welche beide den gehässigen Angriffen eineS Theiles der ungarischen Presse gegen Deutschland mit aller Entschiedenheit entgegengetreten find. Dr. Wekerle'S ausdrückliche Erklärung, daß Deutschland sich niemals in die inneren Angelegenheiten Ungarns ge mischt hätte, nnd Koffuth'S Darlegun gen über das handelspolitische Verhält niß deS Deutschen Reiches zu Oefter reich bezw. Ungarn bildeten die beste Widerlegung der ungerechtfertigten Ausfälle gegen den Kaiser Wilhelm. Italien. DeSPapfteSBefinden. Rom, 22. Mai. Die Besserung im Befinden deS Papstes hält an. Der RekonvaleSzent gewährte heute verschie dene Audienzen und scherzte über seinen Gichiansall. Japan. Mumm von Schwartzen ft e i n. T o k i o, 22. Mai. Der neue deut, sche Botschafter, Baron Mumm von Schwartzenftein. überreichte heute dem Kaiser sein Beglaubigungsschreiben. Am 24. d. M. wird der Mikado ein Festmahl zu Ehren deö deutscheu Bot schasterS geben. Frankreich. Keine Vergünstigung für Theologen. Paris, 22. Mai. Die Regie rung entschied heute, daß daS Gesetz, welches Staat und Kirche von einander trennt, gleichzeitig das Privilegium einer Verkürzung der Militär.D!enftzeit für Studirende der Theologie aufhebt Türk?i. EL wird weiter gemetzelt. S a l o n l ch i , 22. Mai. Eine 100 Mann starke Bande von Griechen machte sich heute daran, das nahe Mo nastir belesene bulgarische Dorf Start china rn Brand zu setzen. Nachdem ein halbes Dutzend Häuser abgebrannt war. erschienen türkische Truppen, machten ungesühr zwanzig der Griechen nieder und verfolgten die Fliehenden. Glückliche-Kinder. &t hen Sie, VerehrMer, wenn meine Frau und ich uns zanken, so darf Niemand zugegen fern; nur lassen die Kinder fortgehen, damit sie nichts da von hören!- Ah so! Jetzt verstehe ich auch, warum man Ihre Kinder immer aus der Straße steht!" f Ungefährlich. .Denken Sie sich, da hat im Wirthshaus der dicke Verkalter dem kleinen Lehrer eine Flasche Wein cm den Kops ge worfen! Der hätte ja todt auf dem Platze bleiben können!- War nicht so gefährlich! -Es ist nur ein ganz leichter Moselwein rnn gewe ien!" ,

Tmm

EinffiscberinMuöeatine. Ja., fand eine nahe dem Iowa - Ufer schwimmende Flasche, welche ein Stück Papier mit den folgenden Worten enthielt: Ich werde auf einer Insel, eme kurze Strecke oberhalb Ldons. festaehalten. Rettet mich! Anna Sherman." Die Zeilen waren anscheinend von weiblicher Hand auf ein Stuck PackPapier aesckrieben. Der ftifräer bat die-Flasche nebst Inhalt der Polizei übergeben, welche dieSache nach Lyons berichtete. Der berüchtigte Pat Crowe, der so manches Menschenkind in Schrecken und Todesangst versetzt hat, muk jetzt selber für sein Leben in Todesangst sein. Nach seiner Freisprechung rn Omaha. Nebr.. hatte er ein Haus westlich von Leavenworth Str. bezogen, aber die ganze Nachbarfchaft will ihn daselbst nicht dulden und. hat ihn durch Drohbriefe wissen la en. daß. wenn er Nicht bald aus ihrer Nähe verduftet, man ihn mitsammt dem Hause in die Luft sprengen werde. Dynamit dazu sei schon bereit. Pat hat sich sofort auf Reisen begeben und hält Vortrat Der Protest der Musical Protective Union" gegen Kapellen deutscher Dampfer, welche zuweilen I rn . r . . r t i . , , in -jum oiier oralen concernrien, ist erfolgreich gewesen. Commissär Watchorn von Ellis Island, an den der Protest vom Hafencollektor Stranahan zur Untersuchung verwiesen wurde, erklärte aus Befraaen. dan er die Angelegenheit untersucht und entschieden habe, daß die Kapellen der Dampfer kein Recht haben, New Yorker Musikern Concurrenz zu machen, da nur solche Ausländer in Wettbewerb eintreten können, die gesetzlich gelandet sind. Diese Entscheidung wurde den New Forker Vertretern der beiden deutschen Dampfer - Gesellschaften mitgetheilt, und sie erließen sofort Verbote an die Kapellen, ferner zu concertiren. Das letzte derartige Concert fand in Zeltner's Casino im Vronx statt. Hauptfächlich concertlrten zedoch die Schifsskapellen in Hudfon County in verschiedenen Lokalen und verschafften sich dadurch eine Nebeneinnahme. Durch das Verbot der New Forker Generalagenten ist die Angelegenheit definitid erledigt. und wer in Zukunft die Weisen der deutschen Schiffskapellen hören will, muß schon eine Reise auf einem deutschen Dampfer unternehmen. Wohl einer der interessantesten Einwanderer, die seit Iahren in Amerika landeten, wurde in der Person des neun Jahre alten Ioine Chawin in der Obhut seiner Tan.e, Jennie Bagrad von No. 159 Ost 99. Straße, -New Fork, zur Landung zugelassen. Der Knabe, welcher mit dem Dampfer Amsterdam" ankam wußte durch die Erzählung seiner frühen Lebensschicksale den Einwanderungs - Commissär im höchsten Grade zu interessiren. Wie er nämlich sagte, kommt er aus Kieff, wo sein Vater während des Juden-Mas-sacres getödtet wurde. Das gleiche Schicksal befürchtend, floh Ioine aus der Stadt und verbarg sich während der Nacht in einem nahen Gehölz, und als er am Morgen zurückkehrte und erfuhr, daß auch seine Mutter getödtet worden war, beschloß er nach Amerika auszuwandern, von dem er von seinem Vater so oft habe sprechen hören. Zu Fuß wanderte er bis nach Rotterdam, eineStrecke von 700 Meilen. und mit dem ihm noch verbliebenen Gelde kaufte er eine Fahrkarte nach Amerika. Commissär Watchorn ist voller Bewunderung für den Jungen und prophezeit ihm eine glänzende Zukunst. Als eine Schwester von Ioine, Frau Annie Scheeter, nach Ellis Island kam, um den Knaben abzuholen und zu seiner Tante zu bringen, konnte der Junge ohne .weiteres mitgehen. Außer sich vor Schrecken und Angst und in einem Dutzend Sprachen schreiend und wehklagend, kämpften unlängst' etwa 300 Einwanderer wie Besessene mit der Polizei und Eisenbahn - Angestellten, als im Pier D in Jersey City, N. I., wo die Leute aus Züge nach dem Westen warteten, Feuer ausbrach. Das Feuer wurde zwar von Angestellten bald gelöscht, aber eine große Anzahl der Einwanderer hatte sich bei dem Ver suche, auf die Straße zu kommen, Verletzungen zugezogen, und zwei derselben waren in das Wasser gesprungen. Das Feuer entstand unter der Office der Adams Erpreß Company, am Ende des Piers, und zwar in Folge, schadhafter Isolation elektrt scher -Drähte. Die automatische Feueralocke ertönte, und aus der Office drangen dichte Rauchwolken. Auf dem Pier befanden sich deutsche, bulgarische, slavische, italienische und eine große Anzahl portugiesische EinWanderer. Die Letzteren namentlich kämpften wie wüthende Ratten und machten der Polizei mehr zu schaffen. als die Deutschen und Slaven. Wahrend des Handgemenges sprangen Ziwei Griechen aus einem der Fenster in die Einfahrt der Boote in den Pier, wurden jedoch schnell aus dem Wasser gefischt und in Sicherheit ge bracht. Nachdem das Feuer gelöscht war, beruhigten sich auch die anderen Einwanderer.. und eine, Stunde später herrschte Ruhe und Ordnung aus dem Pur.

Die Kommissare deS M

sirtkts Columbia thun die erforderlichen Schritte für die Errichtung eines Crematorlums in den Anlagen deS Washington - Asyl - Hospitals. Der Congreß hat dasür $15,000 verwilligt. Der Hauptzweck bei derErrichtung deS Crematonums ist der, darin die Leichen aller Personen zu 'verbrennen, die im Distrikt Columbia an ansteckenden Krankheiten sterben. Dre Farmer vom Aellowsione Thal beabsichtigen, in diesem Jahre in ausgedehntem Maße Zuckerrüben anzubauen. Es heißt, daß in der Umgegend von Bllllngs allem 8000 Acker dem Anbau von Zuckerrüben gewidmet werden sollen. Der Bau einer Zuckerfabrik ist hier begonnen worden und durfte weitaus zeitlich genug beendet sein, um die diesjährige Ernte verarbeiten zu können. Für Huynersreunde und Hühnerzüchter dürfte es von Interesse sein zu erfahren, daß F. H. Oles von La Crosse, Wis., ein Hühnerzüchter, eine Plymouth Rock - Henne hat. welche sortgesetzt Eier ohne Dotter legt. Man hat sie in der letzten Zeit genau beobachtet und konstatirt, daß ste im letzten Monat 18 Eier legte, von denen jedes nur aus Eiweik bestand. Die Henne scheint sonst gefund zu sein, und man kann sich mcht erklären, auf was dieser krankhafte Zustand zurückzuführen ist. Da alle guten Drnae dre, sein sollen, so werden James H. Mofsitt von New Nork und Harriett Elizabeth Webb von Brooklyn das nächste Mal, wenn sie eme Heirathslicenz erlangen, wohl Gebrauch von dem Dokument machen. Vor mehreren Tagen ließ das Paar sich rn der Bundeshauptstadt eine Heirathslicenz ausstellen; am nächsten ' Tage aber wurde der Schein unausgesullt dem Gerichtsclerk zurückgesandt. Bald darauf ließ das Brautpaar sich m Cumberland, Md., durch einen Verwandten wieder eine Licenz zum Heirathen holen; aber auch diese blieb unbenützt und wanderte in den Besitz des Gerlchtsclerks zurück. Die Hochzeit soll nun im heißen August stattfinden, und die junge Dame ist mittlerweile nach Brooklyn zurückgekehrt. In der Gegend von Pipesione, Minn., befinden sich Steinbrüche, die zur Indianer - Reservation gehören und von den Indianern jäljrüu) besucht werden. Es ist nun ein Plan in Durchführung begriffen, wonach durch ein Gesetz der Besttztitel auf diese Sternbruche für ne Privatgesellschaft sichergestellt werden soll. Sollte - dies geschehen, so wäre das eine offenkundige Ungerechtigkeit gegen die Jndianer, und die allgemeine Meinung in jener Gegend geht dahin, daß dieserVorschlag verworfen werden sollte, weil er nichts anderes bedeute, als einen Winkelzug, der von den betreffenden Privatpersonen unternommen wird, um sich einen vollgültigen Besitztitel auf die Steinbrüche zu. sichern, nachdem alle anderen Versuche, die in dieser Richtung unternommen worden, fehlgeschlagen sind. Ein eigenartiger Testfall" über die Sonntagsfrage ist in Jersey City, N. I., vor die Gerichte gekommen. Die Jsraeliten von Jersey City Heights bauen an Cottage Straße eine neu: Synagoge, ganz in der Nähe einer Baptistenkirche. Neulich Sonntags nun waren Arbeiter bei dem Bau beschäftigt, und das Gehämmer war bis zur Baptistenkirche zu hören. - Die Polizei wurde aufgefordert, , der EntHeiligung des Sabbaths" einEnde zu machen, und zwanzig israelitische Arbeiter, die sich weigerten, mit ihrer Arbeit aufzuhören, wurden verhaftet. Vor dem Polizeirichter erklärten sie, sie hätten nichts Unrechtes gethan, da der Sonntag nicht ihr Scöbbath sei, und das Gericht könne dem einen Sabbath kein größeres Recht auf Anerkennung zusprechen, als dem anderen. Einen von allen Confessronen gleichmäßig zu respektrrenden Sabbath gebe es staatsrechtlich nicht. Die Verhandlung wurde vertagt, und wahrscheinlich wird der Fall bis vor das höchste Gericht gebracht werden, ganz gleich wie die Entscheidung des Polizeirichters ausfallt. Der New Jorker Souper intendent der 'Scandinavian - Amerrcan Line", deren Dampfer in Hoboken anlegen, beschwerte stch unlängst bei Commissär Watchorn auf Ellis Jsland, daß viele Seeleute der Linie desertiren. um auf Nachtm Anstellung zu suchen; die Nachfrage nach tüchtigen Seeleuten für amerikanische Dachten sei um. diese Jahreszeit sehr groß, und dre Deserteure machten sich dies zu nutze, da sie aus Jachten besseren Lohn erhalten. Die Vorschrift der Emwan derungS-Vehörde für 'ausländische Seeleute ist, daß sie, wenn sie :n Amerika bleiben wollen, nach Ellis Island kommen müssen, um sich registriren zu lassen. Alle Seeleute, die dieser Vor schritt nicht entsprechen, werden von " . . , a m " V . f ver Cnuvanoerungs eyoroe ai ungesetzlich gelandet betrachtet und, falls man ihrer habhaft wird, nach Ellis Island gebracht, wo sie auf ihre Landunas - Qualifikation geprüft werden. Wenn sie i Anforderungen nicht tntsprechen, werden ste wie andere nicht erwünschte Einwanderer nach Europa zurückgeschickt. Commissär Watchorn erklärte dem Superintendenten, daß er ihm nicht bebilslich sein könl. die Leute zu halten, doch werde

er sich genau cm die Vorschriften $ai ten.

E Z n F a l l seltener Grau-

samkeit . zweier junger griechischer Brüder gegen ihre leibliche Schwester wird aus Athen berichtet. Vor etwa fünfzehn Jahren erregte in den besseren Kreisen der Athener Gesellschaft eine tolle Entführungsgeschichte berechtigtes Aufsehen, Ein junges Madchen von großer Schönheit, umworden von eine? großen Anzahl tunger Leute aus besten Familien, wurde von iner Leidenschaft für einen Fischerknecht, einen notorischen Säuftr von widerlichem Aeußern, ergriffen, der sie keinen Widerstand leisten tonnte. Der alte Saufer, der obenein noch über fünfzig Jahre alt war, amüürte sich über die feine junge Dame und entführte sie auf eme einsame kleine Insel, wo das Paar ein Höhlenleben führte. Das junge Mäd-. chen hatte zwei Bruder, die angesehene Stellungen bekleideten. Diese stellten sofort . Nachforschungen an. und nach geraumer Zeit gelang es ihnen. das Pärchen zu entdecken. Beim Herannahen des emen Bruders stürzte stch der alte Fischer ins Meer und erreichte schwimmend das Festland, wo er dem anderen Bruder direkt in die Arme lief. Zu seinem große Erstaunen ließ dieser den Entführe der bereits sein Ende gekommen glaubte, laufen, und beide Brüder bemächtigten sich nur der unglücklichen Schwester und nahmen sie mit nach Hause. Seitdem hatte man von dem Mädchen nichts mehr gehört, und die ganze Sache war in Vergessenheit gerathen. Erst jetzt erfährt man, daß das arme Mädchen seit 15 Jahren in einem dunklen, feuchten Keller eingeschlössen lebt und nie wieder das Tagesucht gesehen hat. Abgemagert, gealtert, elend an Körper und Geist, vegetirt dies Lebewesen dort unten. kaum noch einem Menschen ähnlich. Eine alte, den Brüdern treue Magd hat der unglücklichen, lebendig Begradenen seit fünfzehn Jahren täglich durch eme kleme Luke etwas Essen gereicht: sonst hat sie nie wieder einen Menschen gesehen. Im Schmutz gebettet, seit Jahren ohne Kleidung, : t die einstige gefeierte jugendfrische Schönheit zum alten, geistesschwachen Weibe verkümmert. Unbegreiflich, Sonn kagöreiter (der vom Gaul in einen Krautacker geworfen wird): Oho, das Vieh weiß, daß rch Vegetartaner bin!Zesserson Hotel 101-105 Ost SSd Otr. Neuer Telexhii im, Zimmer $1.25 bis $1.76 pro Wocde. Europäischer Plan. Vollständig neu umgebaut und renovirt In Verbindung mit dem neuen Hotel hab eine hübsche Halle, die ich zu nem sehr maßigen Preise an Logen und Gesellschaft vermiethen erde. FRED. ESCOTT, Mffr. -i 1 1 st Wrn. Stocff lei? Sgi1fi. 202 Nord Noble Strak. NeueS Telephon L0vt. Möller's Halle (früher Reichwein'sHalle.) EfenillUl IlOCller, Eigenthümer SüduiestlEcke Noble und Market Str. Meine vollständig neu renodl?t Hakt sowie Clubzimmer stehen Vereinen, Loa und Gesellschaften zur Verfügung. UKE EME & WESTEN! g. g. ....Fahrzeit der Züge.. bsart nkn kokdo, Clcaz üb !AchiganlVrtD.t 7.1 U0JI ItUU, ttxoU nb hicag, film 11.I0 f vttchiga City, SJhinrit B.SotatjrtttCjLt TJO flOA tftatiA tonnt aas. inlgenonstn Züge ersten Ranges Schnelle Zeit! Zu bequemen Stunden ! 14 12 6 6 4 Züge zwischen Indianapolis und Uncinnati. lüge zwischen JndianapoUi und dayton. , Züge zwischen Indianapolis und toledo nnd Detroit. üge zwischen Indianapolis und ecatur, JuimttS. Züge zwischen Indianapolis uns Spnngsield, Illinois. karlor Oagzoni a alta Zages und C!af agaonl an all acht-ZkAk. JndlssspsttSOfstee': Union Bahnhof und 8Nord Illinois Ct. R. P. Llgeo, D.