Indiana Tribüne, Volume 29, Number 230, Indianapolis, Marion County, 22 May 1906 — Page 7
Jndiaua Tribüne, 22 Mai 1006
Verworrene Wege
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(Fortsetzung.) Sa3?" rief der Unglückliche mit verzerrtem Mund. Wenn' sich uns das Leben treulos erweist, wieder und wieder, soll es dann unsere Pflicht sein, uns selbst bis zum letzten Augenblick treu zu bleiben?! Nein, nein, nein! Noch einmal leb' wohl." Ich lasse Dich nicht fort ah, )Ua von Zernwitz!" Bertholt Antlitz war dem Fenster zugekehrt geblieben sein Auge hatte eine wohlbekannte schlanke Mädchengesialt bemerkt, die in jagender Hast gerade auf sein Haus zulief. Sie kommt hierher," fügte er seinem Ausruf hinzu, halb verstört durch die Vorstellung an die peinliche Situation, die sich jetzt ergeben mußte, halb überwältigt von dem Gedanken, das geliebte Mädchen suche ihn auf, um ihm .nun, nachdem sie sich über ihr Herz klar geworden, sofort die Entscheidung zu bringen. Er raffte sich gewaltsam zusammen. Sanft, aber bestimmt drängte er den Freund über die Schwelle in sein Arbeitszimmer, indem er sagte: Ich weiß nicht, was Fräulein von Zernwitz hierher führt, allein es wäre Dir gewiß nicht angenehm Die Thür fiel hinter Egon zu, der mit verständnißlosen Augen über sich verfügen ließ. Olza von Zernwitz hatte sich gar nicht Zeit genommen, einen Hut aufzusetzen. Nur ein leichtes Tuch hatte sie an sich gerafft und über 5en Scheitel geworfen, von wo es aber in den Nacken hinabgeglitten war. Das liebliche Gesich bedeckte Todtenblässe, in den Augen flackerte eine hilflose, entsetzliche Angst. Sie konnte nicht gleich sprechen, so erschöpft war sie vom raschen Laufen und der in ihr fiebernden Erregung. Erst als Verthold sie in das Zimmer und zum Sofa geleitet hatte, brach es aus ihr hervor: Sie müssen zu Ihrem Freunde gehen, zu Herrn Nüttenauer. und vnhindern, daß daß o, ich fürchte, er will sich ein Leids anthun! Wenn Sie ihn gesehen hätten!" Liebes Fräulein " Und sofort müssen Sie zu ihm gehen sofort. Hören Sie? Sie dürfen keine Minute zöaern! Es wäre furchtbar, wenn Sie zu spät kämen." Verthold unterbrach sie abermals: Liebes Fräulein " Ah richtig, ich habe Ihnen ja noch nicht gesagt, was geschehen ist." Ein feines Noth überzog ihr Gesicht, sie blickte zu Boden und hielt einen Augenblick im Sprechen inne. Als ob sie sich jedoch um dieses verlorenen Augenblicks willen anklage, stieß sie dann in doppelter Hast hervor: Sie können es sich wohl denken er hat um meine Hand angehalten und ich Berthold sieß sie nicht aussprechen. Sie lieben ihn nicht?" warf er leise zwar, aber mit einer Gewalt des Ausdrucks dazwischen, die nur zu deutlich sein Jneres offenbarte. Da stand Olga von Zernwitz langsam vom Sofa auf, sie sah den Fragenden fest an, mit Augen, die immer größer wurden und in denen es seltsam aufblitzte, drohend fast oder wie im Haß, und sie sprach: Wenn er einen Verzweiflungsschritt begeht, so sterbe auch ich denn ich liebe ihn mehr als mein Leben." Berthold Schönholzer taumelte nicht bei diesem Schlage, der ihn so unvorbereitet traf, kein Laut der Qual kam von seinen Lippen. Nur eine eisige Kälte fühlte er in sich, eine alles beHerrschende Starrheit. Aber auch nur rasch vorübergehend. Dann war er so ruhig, als stünde er jenseits von Freude und Schmerz. Er konnte ganz klar denken, begriff sofort den Zusammenhang der Ereignisse, wußte, weshalb das junge Mädchen Egon zurückgewiesen hatte weil sie sich in übergroßer Zartheit des Empfindens nicht frei von dem Manne wähnte, der zuerst ihre Hand begehrt und mit dem sie dann eine Wartezeit, die ihren Entschluß in bejahendem oder verneinendem Sinn zeitigen sollte, dereinbart hatte. Und da erstarrte in diesem Mann das schlichte, goldechte Gemüth, das in der breiten Brust wohnte, zu einem Wort, das so rührend einfach war, wie das Thun eines Kindes, das an einen Weinenden feine schönste Weihnachts gäbe wegschenkt. Wenn Sie und-Egon sich lieben." sagte er, so sehe ich kein Hinderniß, das sich dieser Liebe entgegenstellt. Nicht wahr, Fräulein Olga. Sie haben nicht im Ernst daran gedacht, daß ein solches Hinderniß vorhanden sei?" Erst war noch ein Flackern der Unsicherheit in den Augen des jungen Mädchens, ein ungläubiges Staunen dann aber hatte sie den Sinn seiner Worte begriffen, und sie mußte dem Drang ihres Herzens gehorchen, sie haschte nach seinen Handen und druckte in einem Aufschluchzen der Befreiung ihre zuckenden Lippen darauf. Verthold Schönholzer machte hastig seine Hände, frei, dafür legte er aber zart den Arm um die Schulter des
Zungen MäöchenS und sprach in dem
vorigen Ton:
Ich bin doch Ihr Freund, mcht
wahr? Wenn Sie wollen. Ihr bester Freund, und zu einem solchen muß
man Vertrauen haben, das rechte Ver-
trauen.
Q wie gut. wie edel Sie sind," flü-
sterte Olga von Zernwitz in tiefster Ergriffenheit, und wie ich Ihnen danke."
Iah brach dann aber die folternde
Angst, von der sie eine kurze Weile ab-
gelenkt worden war, wieder über sie
herein.
Egon!" schrie sie durchdringend aus. O. kommen Sie, lassen Sie uns c.eschwind zu ihm eilen schnell, schnell!" Sie bückte sich nach ihrem Tuch, das sie vorhin auf das Sofa neben sich gelegt hatte. Und als sie sich nun wieder aufgerichtet hatte, stand sie regungslos, die
Augen in seligem Leuchten auf ein Ge-
sich geheftet, das ihr in diesem Augen-
blick wie gottgesandt erscheinen mußte.
Dort drüben hatte sich die Thur zum Nebenzimmer aufgethan er, dessen Namen der junge Mädchenmund in einem Aufschrei voll zitternder Angst hervorgestoßen, war auf die Schwelle getreten, seine Augen fragten und forschten noch, aber halb und halb hatte auch er scbon errathen, wie die Fäden, deren Entwirrung zu seinem Heil er instinktiv fühlte, verknüpft gewesen waren. Da flog quer durch das Zimmer eine schlanke Gestalt gerade auf ihn zu und barg unter Lachen und Schluchzen das Gesicht an seiner Brust. Fest kneteten sich zwei weiche Arme um seinen Hals, und in ersticktem Jubel klang die süße Stimme: Sie sind da? O. dem Himmel sei Dank, tausend-, tausendmal Dank!" .Du liebst mich?" bebten seine Lippen. Ueber alles!"' Er schloß jetzt das geliebte Mädchen so fest an seine Brust, daß ihr: Füße den Boden verloren. Auf seinen Armen trug er sie und so schritt er damit hin zu Verthold. der ihnen lächelnd entgezensah und einer Frage Egons, der sich damit volle Gewißheit verschaffen wollte, mit den Worten zuvorkam: Sei nun glücklich und still, Du Friede- und Rastloser, und schütze das Kleinod das Dein geworden, mit Teiner besten Kraft vor allen Stürmen des Lebens! Dein Freund, der in gleicher Weise auch ihr Freund ist, hofft und erwartet das von Dir. Glück zu für alle kommende Zeit!" Egon wollte etwas erwidern, aber seine Erschütterung war so groß, daß seine mehrmals ansetzende Stimme imme? wieder in einem undeutlichen Murmeln erstarb. Der Schwur, so zu thun, wie von ihm gefordert wurde, war aber in machtvoll ergreifender Schrift von feinem Gesicht abzulesen. Als die beiden Liebenden gegangen waren, um zu Frau von Zernwitz zurückzukehren und nun doch noch ihren Segen zu erbitten, schien dann freilich der Zauber zerfließen zu wollen, unter dessen Einfluß Verthold Schönholzer mit so lächelnder, opferbereiter SelbstVerständlichkeit qehzndelt und gesprochen hatte. Unwillkürlich drängte sich ein tiefer Seufzer aus der breiten Brust hervor und er hob die Hand und deckte sie über die Augen, vor denen wohl die Bilder einer trüben, grauen Einsamkeit auftauchen mochten. So stand er noch, als seine Mutter eintrat. Sie hatte Egon Rüttenauer und Olga von Zernwitz Arm in Arm fortgehen sehen und nun erzitterte ihr das Herz in der Brust im tiesschmerzlichen Mitgefühl mit ihrem großen Jungen," dem seine schönste Hoffnung zunichte geworden war. C Kapitel.
?s war Winter geworden. Nach 9 jf t V i
einem ergievigen scyneesau ira: Frost ein, der sich in mäßigen
Grenzen hielt, kein eisiger Wind jagte und heulte in heimtückischen Stößen die Straße einher, dafür aber lachte am Himmel eine freundliche, mild wärmende Sonne. Das schöne Wetter dauerte unverändert fort über den halben Dezember hinaus und man durfte diesmal der Verheißung echter und rechter Weihnachten mit klingendem Frost und leuchtendem Schneeglanz vertrauen. Am Vormittag des heiligen Abend klingelten lustig zwei elegante Schlitten auf der weiß überzogenen Straße nach dem Dörfchen Weilau dahin. Den vorderen lenkte Egon Rüttenauer. Sein schönes Gesicht leuchtete unter der dunklen Pelzmütze so eigenartig weiß wie immer hervor in seinem Ausdruck hatte es etwas bewußt Lebensvolles, der Wille eines Menschen, um jeden Preis glücklich zu sein, prägte sich geradezu herausfordernd darin aus und verlieh den edlen, weichgeformten Zügen einen neuen, feltsamen Reiz. Die Fahrgäste Egons waren Frau von Zernwitz und ihre Tochter. Das junge Mädchen lehnte in stiller, seliger Verträumtheit in ihrer Ecke, während die Mutter, die dicht in Decken und Pelze gehüllt war, mit feuchtschimmerndm Augen um sich sah. Seit sie damals in Noth und Schmerzen aus dem Gutshof in Weilau geschieden war. fuhr sie zum ersten Mal wieder diesen Weg. Es mochten die entgegengesetztesten Empfindungen sein, die auf die arme Frau einstürmten ihre Lippen zuckten wieder und wieder ' verrätherisch, allein trotz der andrängenden Gemüthsbewegungen hatte die frische Winterluft ihrem sonst so blassen, mü-
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den Gesicht einen Anhauch von Rothe verliehen, der es jugendlich verschönte. Den zweiten Schlitten lenkte Berthold Schönholzer an der Seite seiner Mutter. Egon Rüttenauer hatte sich die Herrschaften für heute zu Gäste gebeten, und nicht nur zum Festabend, sondern gleich für den ganzen Tao. Die Feier des heiligen Abend sollte gleichzeitig eine nachträgliche Feier seiner Uebernahme des Gutes in sich schließen. Sonstige Gäste waren jedoch nicht geladen auf besonderen Wunsch von Frau von Zernwitz, die das Wiedersehen mi! ihrem einstigen Heim so still als möglich begehen wollte. Die Verlobung Egon Rüttenauers mit Olga von Zernwitz war noch nicht öffentlich bekannt gegeben worden. Nach Neujahr sollten die Anzeigen verschickt werden. Die Hochzeit war erst auf Anfang Mai festgesetzt. Gegen diese von Frau von Zernwitz gewünschte Frist war Egon Rüttenauer mit tausend stürmischen Bitten und Vorstellungen zu Felde gezogen und Olga hatte sich in ihrer großen Liebe schüchtern und doch bestimmt auf die Seite des Geliebten gestellt allein die Mutter war unerbittlich gewesen. Sie verlangte, daß Egon für den Todten, dem er seine ganze Existenz zu danken hatte, eine angemessene Trauerzeit innehalte. Martha Weltzien erschien in einem dunklen, sehr geschmackvoll gearbeiteten Kleid unter der Thür der Vorhalle, als die beiden Schlitten dicht hintereinander mit ihrem lustigen Schellengeläut in den Gutshof einfuhren. Die einfache Gesellschafterin hatte sich vortrefflich zu einer Repräsentantin des Hauses entwickelt, die es aber auch nicht verschmähte, in Küche und Wäschekammer selbst mit Hand anzulecken und deren Drang nach praktischer Bethätigung sich sogar im Milchkeller, auf dem Geflügelhof u. s. w. wohlthatig wahrnehmbar erwies. Jedenfalls durfte Egon Rüttenauer mit ihr sehr zufrieden sein, zumal sie sich auch im Verkehr mit ihm einer musterhaften Zurückhaltung befleißigte, die er gar nicht erwartet hatte. Daß Fräulein Weltzien damit lediglich eine schlaue Taktik verfolgte, die dahin zielte, erst nach allen Seiten hin sicheren Boden unter die Füße zu bekommen, sich gleichsan: unentbehrlich zu machen, daran dachte er nicht seine Gedanken gingen in Unrast und wildem Glücksdurst so ganz andere Wege. Er hatte seiner Hausdame gegenüber kein Geheimniß daraus gemacht, daß er sich mit Fräulein von Zernwitz verlobt habe und die Veröffentlichung der Verlobung um die Neujahrswoche bedorstehe. Ohne mit der Wimper zu zucken, hatte sie es fertig bekommen, ihm in höflich freundlichen Worten ihre Glückwünsche auszusprechen. In ihrem Zimmer, dessen Thür sie hinter sich verriegelt, war sie gleich darauf freilich in eine wilde Zügellosigkeit ausgebrochen. Dann hatte sie sich gefragt, ob sie wirklich im Ernst daran gedacht habe, Egon Rüttenauer könne ihr je angehören? Ihr. die nicht mehr jung war und keineswegs hübsch, höchstens interessant! Mit einem bösen, hinterhältigen Lächeln war sie sich aber vorläufig die Antwort auf ihre Frage schuldig geblieben dafür hatte sie plötzlich ganz laut und mit harter Stimme vor sich hingesprochen, sie wolle und werde es nicht dulden, daß er eine andere an seine Seite rufe! Allerdings war sie mit den Mitteln, diesen Entschluß auszuführen, einstweilen noch ganz im Dunkeln geblieben. Einstweilen bis sie mit dem dämonischen Spürsinn, der in dem schlangenklugen, energischen Weib lebte, eines Tages doch auf dem rechten Weg zu sein glaubte. Ja, in ihr bestand kein Zweifel darüber, daß in Egons Leben eine Schuld vergraben liegen müsse, die er triftigen Grund hatte, zu verheimlichen. Aus den verstohlenen Seufzern und den verlorenen, gequältenVlicken seiner SelbstVergessenheit hatte sie diese Ueberzeugung gewonnen manchmal, wenn er, sich allein wähnend, dahergekommen war. hatte sie das ganz bestimmte Gefühl gehabt, nicht nur sie. sondern jedes klar sehende Auge müsse das Mal dieser geheimnißvollen Schuld auf seiner Stirn bemerken. Sie vergaß bei dieser Annahme nur. daß sie sein Antlitz mit den geschärften Blicken eines heißbegehrlichen Herzens betrachtete, und daß sie schließlich finden wollte, was sie suchte. Ihm seine Schuld abzulauschen und so eine Gewalt über ihn zu bekommen, die sie dann zu ihren Zwecken ausnutzen konnte darauf hatte sie fortan mit ihrer rastlosen Energie hingearbeitet. Leise, unbemerkbar hatte sie versucht, sich ihm Schritt um Schritt zu nähern aber all ihr Mühen wäre wahrscheinlich doch erfolglos geblieben, wenn nicht, wie eö in solchen Fällen wohl geschieht, jäh aus räthselhaften Höhen ein Blitz der Erkenntniß vor ihr niedergezuckt wäre, in dessen grellem Licht sich ihr die Schuld Egon Rüttenauers offenbart hatte! Und da war sie in wildem Triumph wie mit einem Sprung an seiner Seite gewesen, hatte seine Hände g-packt und mit eisernem Griff festgehalten, hatte ausgerufen: Nun hab' ich Dich! Und nun entkommst Du mir nicht mehr!"
Natürlich fehlten ihr vorläufig die Gründe für ihre furchtbare Vermuthung, aber sie hätte trotzdem auf deren Richtiikeit schwören mögen. Zu vieles, was sie nun in fiebernder Hast hervorund herbeizog, stimmte und rundete sich ab zu gräßlicher Gewißheit. Sie bebte nicht zurück vor dieser Gewißheit. Eine Frau wie sie liebte den Mann ihres Herzens nicht weniger, weil Blut an seinen Fingern klebte! Als sie heute unter die Thür der Vorhalle trat und den heransausenden Schlitten entgegenblickte, suchten ihre Augen mit gierigem Ausdruck das Gesicht der jungen Braut, die sie noch nicht kannte. Ja, sie war schön, von einer bezaubernd lieblichen Schönheit! Aber in ihren Händen war die Macht mochte der Kampf beginnen! Sie begrüßte die Gäste in bester Haltung und mit einer ruhigen, klug abgewogenen Liebenswürdigkeit. Egon half zuerst der Geliebten aus dem Schlitten, dann hob er Frau von Zernwitz heraus und trug sie auf seinen Armen gleich sacht und behutsam in die Vorhalle, wo neben dem lodernden Kaminfeuer schon ein weicher Lehnstuhl für sie berit stand. .Wieder zurückgekehrt in das Haus, in dem sich ihre trotz aller Stürme ton außenher so unendlich glücklichen Ehe vom ersten bis zum letzten Tag abgespielt hatte. Beim Essen herrschte eine ganz ungezwungene Stimmung, sogar herzhaftes Lachen kam zu seinem Recht, namentlich von Seiten Verthold- Schönholzers. Der aus den einfachsten Lebensverhältnissen hervorgegangene Mensch verstand es an diesem Tage des Schenkens besser als alle anderen, den Zwiespalt in seiner .Brust unter wohlthuender, freilich etwas bärenhaft sich äußernder Frohlichkeit zu verbergen. Für die Stunden nach.Tisch war ein Ausflug nach einem kleinen Weiher geplant, der in dem unmittelbar hinter dem Dorf beginnenden Bergwald versteckt lag. An schonen Wintertagen war sein spiegelblanke Eisfläche gar oft der Tummelplatz des kleinen Gutsfräuleins gewesen, und in der Rückerinnerung daran hatte Olga heute aus dem Städtchen die Schlittschuhe mitgebracht, um da draußen ihre kleinen Künste wieder einmal zu Probiren. Auch Egon und Berthold Schönholzer, die beide den Eissport leidenschaftlich liebten, versahen sich mit den blinkenden Stahlschienen, und Bertholds Mutter kam als Zuschauerin mit, da Frau von Zernwitz den Wunsch ausgesprochen hatte, nun doch eine Zeit lang allein sein zu dürfen natürlich nur, wie sie sagte, um die nöthigen Kräfte zu sammeln für den Abend unter dem festlich leuchtenden Tannenbaum, nicht etwa, um in der Stille trüben Gedanken nachzuhängen. Sie stieg, jeden Beistand zurllckweisend, ganz allein hinauf in das Zimmer mit dem großen Bogenfenster, wo sie ihre Siesta halten wollte. Es wurde jedoch keine Siesta. Wohl ließ sie sich in einen weichen PolsterWinkel fallen und schloß die Augen aber zwischen den geschlossenen Lidern hervor drang langsam Thräne um Thräne. Die übermächtige Erschütterung, die das Wiedersehen mit den altvertrauten, an Freude und Schmerz so unendlich erinnerungsreichen Räumen in ihr hervorgerufen hatte, mußte sich endlich doch Bahn brechen. Es mochte etwa eine Stunde später sein, als es leise an die Thür pochte. Frau von Zernwitz. deren Thränen schon seit einem Weilchen versiegt waren. rief in leidlicher Verfassung ihr Herein. Martha Weltzieu trat über die Schwelle und fragte: Ich störe doch hoffentlich nicht, gn'adige Frau? Ich komme nur, um zu hören, ob Sie vielleicht einen Wunsch haben." Durchaus nicht, mein gnädiges Fräulein," antwortete Frau von Zernwitz freundlich. Ich bin im Gegentheil bereit, mit hinunter zu kommen und Ihnen ein wenig bei den Vorbereitungen zur Bescheerung zu helfen, wenn Sie für meine schwachen Kräfte VerWendung haben sollten." Sie sind durchaus liebenswürdig," versetzte Martha Weltzien und neigte dankend ein wenig den Kopf. Wie Sie ja wohl bemerkt haben, steht der Baum, schon vollständig geschmückt und mit Lichtern versehen, in der Halle be' reit. Trotzdem, gnädige Frau, möchte ich Sie bemühen mit der Bitte, mir wenige Minuten Gehör zu schenken. Es handelt sich um eine Angelegenheit, die für Sie ja, gerade für Sie wohl einiges Interesse haben dürfte." (Fortsetzung folgt.)
Studenten als Diebe entlarvt. Vier Studenten des College in Yankton, S. D.. sind unter der Beschuldigung des Diebstahls relegirt worden. Vor kurzem hatte ein Bürger die Anzeige gemacht, daß ihm aus seinem Keller eine große Anzahl Flaschen Champagner gestohlen worden sei. Der Verdacht, diesen Diebstahl begangen zu haben, hatte sich dadurch auf die gemaßregelten Studenten gelenkt, daß dieselben infolge des übermäßigen Champagner - Genuss es mehrere Tage lang dem Unterricht nicht beiwohnen konnten. Eine Durchsuchung ihrer Zimmer förderte angeblich die Beweise ihrer Schuld zu Tage.
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