Indiana Tribüne, Volume 29, Number 230, Indianapolis, Marion County, 22 May 1906 — Page 6
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OMer
Europäische ZachrlSten.
JJvovitii Schkesten. V r e S l a u. Vor kurzem feierten Armendirektor Hermann Landsberg und Bezirksvorsteher Eugen Weiß der Armen-Commission 18C das Jubiläum ihrer 25jährigen Thätigkeit in der Armenpflege. Die Ehrenbeamten der genannten ArmencomMission überreichten den beiden bewahrten Collegen je eine künstlerisch ausgestattete Glückwunschadresse in einer Prachtledermappe. Geppersdorf. Letztens stürzie der Gärtnerstellenbesttzer Joseph Gittler. als er Stroh vom Gebälk der Scheune holen wollte, hinab auf die Tenne, wobei er sich einen Sch'ä delbruch und Gehirnerschütterung zu zog. Nach einiger Zeit trat bereits der Tod ein. Goldberg. Der frühere Blumenfabrikant und jetzige Rentner Rösler beging mit seiner Gemahlin das Fest der goldenen Hochzeit. Hennersdorf. Das Ehepaar Thomas feierte tm hiesigen Kantor hause m voller Rüstigkeit die goldene Hochzeit. Bei der kirchlichen Einsegnung überreichte Pastor Trillmich dem Paar die goldene Ehejubiläumsmedaille und eine Bibel. Klein - Ujeschütz. Dieser Tage feierte bei seltener Geistes- und Körperfrische das Auszüglerehepaar Gottlieb und Rosina Riedel im Kreise seiner Kinder und Enkel das Fest der goldenen Hochzeit. Das Gnadengeschenk überwies das Jubelpaar der evangelischen Kirche zu Casnowe zur Anschaffung eines Kronleuchters. Langwaltersdors. Bor kurzem hat hier in seiner Wohnung der LLiährlae Hilfsjäger Conrao Scheinert die aus Friedland stammende Kellnerin Beier und dann sich selbst erschossen. Labitsch. Das Schäfer Anton Weigel'sche Ehepaar beging das Fest der diamantenen Hochzeit. Welael war 30 Jahre im Dienst des Barons von Münchhausen thätig und ist seit 10 Jahren pensionirt. Zur Feier, die Baron Münchhausen den alten Leuten veranstaltete, kamen 16 Kinder und Kindeskinder. L"o r e n z d o r f. Auf dem hiesigen Bahnhofe war der Hüttenarbeiter Glauer mit dem Abladen schwerer eiserner Rohre beschäftigt. Bei dieser Arbeit fiel ihm nun ein Rohr von mehreren Centnern Gewicht so unglücklich auf den Kopf, daß dieser vollständig zertrümmert wurde und der Tod auf der Stelle eintrat. Provinz 'gofen. Posen. Das Grundstück Niederwallstraße 2, bisher dem RenherOtto Metzle gehörig, ist für 261.000 Mark in den Besitz -des .Fleischermeisters Heinrich Kühn übergegangen. M e s e r i tz. Oekonomieverwalter Kaehler in Obrawalde ist in den Ruhestand versetzt worden. Rakel. Verliehen wurde dem Landesbauinspektor Pollatz Hierselbst der Charakter als Baurath. P k o s ch. Aus Lebensüberdruß hat der Landwlrth Weiß in Kalkertreu seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. R a w i t s ch. Verliehen wurde dem Stadtverordneten Rentner Robt. Meißner von hier das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens. Ritschenwalde. Frau Rittergutsbesitzer Uhle zu Uhlenhof hat der evangelischen Kirchengemeinde Rlt schenwalde zur Beschaffung einer Thurmuhr einen Betrag von 500 Mark geschenkweise überwiesen. iö cn x o o a. ;xn emriHsau im hiesigen Kreise brannte das Wohn haus des ResigutSbesitzers Schydlowski vollständig nieder. Die Ar beiterfrau Radzejewka spaltete Holz. Ihre 9jährige Tochter Stanislawa las die Holzscheite auf. Bei dieser Arbeit wurde dem Kinde, da es unVersehens die Hand aur den Klotz ge legt hatte, ein Finger der rechten Hand abgehackt. S t r a l k o w a. Bauunternehmer Michael Abel hat sein Grundstück Ctralkowa Dorf Nr. 36 für 24.000 Mark an den geprüften Lokomotivheizer Johann Rlmpler aus Posen ver kauft. Strelno. Das bisher Herrn Thomas Hubert gehöriqe. in der Mühlenstraße gelegene Grundstück ist durch Kauf in den Besitz des Kaufmsnns Moritz Joseph übergegangen. Zützer. Selbstmord verübte der 67jährige Arbeiter Hagedorn auö Vorwerk Wachholzthal durch Ertranken im großen Zutzersee. Ein unherl bares Leiden scheint den alleinstehen den Mann in den Tod getruben zu haben. Zfrovinz Sachsen. Magdeburg. Der Reichs zerger bestätigt, daß der Regierungs baumeister Fritze aus Magdeburg zum Meliorations Bauinspektor in Lotzen ernannt, und daß dem Telearavhensekretär Hopf in Magdeburg der Kronenorden 4. Klasse verliehen worden ist. Allst edt. Hier fiel das fünfjährige TLchterchen des Stallschweizers Janetzky m Abwesenheit der Mutter in den mit heißem Wasser gefüllten Waschkessel und wurde so schwer verbrüht,, daß es bald darauf unter den schrecklichsten Schmerzen
berschled.
Biere. In erner nahe gelegenen
Kiesgrube wurden die beiden ledigen Arbeiter Jmhof aus Schönebeck und rv 3 rv"'V. risVi ktiv& !n rumng aus vivcuvt, umuj tu überhängendes Swa ver ujruoe, unter das sie sich zum Vespern gesetzt hatten, verschüttet und getödtet. ii 1 1 n t t n o t einem aore dreimal ausgezeichnet wurde das Danker'sche Ehepaar. Am 9. April v. I. feierte es die goldene Hochzeit, wobei es vom Kaiser die Ehejubiläumsmedaille erhielt. Am 31. Dezember 1904 wurde Danker für 40jahnge treue Dienst das Allgemeine Ehreneichen verliehen und rm verflossenen Dezember seiner Frau ein goldenes Kreuz aus dem gleichen Anlaß. Halle. Der Geschnrsuhrer Kieseldach erhielt von seinem Handpferde, das er antrieb, einen Husschlag gegen den Kopf, so daß er vom Bock fiel und ihm die Räder über die Brust gingen. Schwerverletzt wurde er in die Klinik gefahren. Oschersleben. Einem Unglücksfall ist hier der Arbeiter Nikodemus Nistroy zum Opfer gefallen. Er war am Dampfpflug der Firma Wrede & Sohn auf dem Felde am Peseckendorfer Wege beschäftigt. Vermuthlich um sich Kartoffeln an der Feuerung zu braten, stellte er sich vor die eine Maschine. Diese aber setzte sich gerade in Bewegung und ein Vorderrad ging über den Bedauernswerthen, der nicht schnell aenuq zurückweichen konnte, hinweg. Er wurde auf der Stelle getödtet. Nistroy hinterläßt eine Wittwe und sechs Kinder. P r u h l l tz. Vor einiaer Zeit feierte der Gastwirth Säbelt mit seiner Ehefrau die goldene Hochzeit. Salzwedel. Der ' Sernorchef der Firma M. Nelke Wwe.. Bankier Karl Wilhelm Meyer, feierte sein golc - sx. M oenes uouaum als ausmann. Völpke. Unlängst wurde dem in der hiesigen Montan-Wachsfabril beschäftigten Arbeiter Karl Schweinhagen beim Reinigen von Bottichen ein Eimer Salzsäure über den Körper gegossen. Der Unglückliche trug schwere Brandwunden davon, die seine - it..r??r. i ,v,vllige ueoersuyrung m oas rankenbaus St. Manenbera bei Selmstedt erforderlich machten. Provinz Knnnoner. Hannover. Die Bäckerfrau Sbrzesny vergiftete letztens in der Abwesenheit ihres Ehemannes ihre beiden Kinder und sich mit Lvsol. Das 25jährige Jubiläum als Kircyenvorsteyer ver Marktkirche fererie Hutfabrikant Ernst Aug. Körtling. G ö t t i n a e n. Dem Mathematiker an der hiesigen Universität, Geh. Regierungsrath Prof. Dr. David Hilbert, ist von der Leopoldinisch-Karo-linischen deutschen Akademie für Natursorjcher rn Halle a. S. die goldene Cotheniusmedaille verliehen worden. Landrinabausen. ,ier starb infolge Unglücksfalles der Altentheiler Ernst Lebeltng. Der sehr schwerhörige Mann hatte seit vielen Iahren das Abholzen in der Gemeindesorst besorgt und geleitet. Er gerieth in derselben Forst beim Fällen von Eichen unter einen ftllr?.cnden Baum und wurde auf der Stelle getödtet. Der Verunglückte war über 70 Jahre alt. Lanaeooa. Den Eheleuten Arnold Heinrich Dunker und Eva Johanna geb. Janßen hlerselbst ist aus Anlaß ihrer goldenen Hochzeit ein Gnadengeschenkt von 50 Mark bewilligt worden. Neudorf - Platendorf zseuer brach rm Speicher über der Werkstatt des Kolonisten und Stallmachers Stotter aus. Äas ganze Anwesen Sveicker. Werkstatt. Ställe und Wohnhaus ist nieder gebrannt. Das Bleh und etwas Inventar wurde gerettet. Vattensen. Frau Luise Wick mann band beim Dreschen auf der Scheundiele derWlttwe Krewe Stroh Kunde, als Wellerbolz vom Boden herabfiel und auch die Wirbelsäule gequetscht. Wefimoörende. Der Sei dem Korbmackermeister Plaan be schäftigte Geselle Behrens gerieth in oen yausseegraoen uno munie ertrinken, da Hilfe nicht schnell genug iut Stelle war und er sich selber wegen der steilen Böschung des Grabens nicht retten konnte. Walteröhagen. Ein schwerer Schicksalsschlaa hat die Familie des Vollmners Riebe betroffen. Auf dem Hofe wurde mit einem Motor Häcksel geschnitten.- Hierbei kam der etwa zebniäbriae Sobn des SokbesitzerS der Welle der Kraftmaschine m nabe und wurde mehrere Male um die Welle herumgeschleudert. Der Knabe erlitt infolge dessen so schwere Verletzungen, daß er nach kurzer Zeit lernen Leiden erlegen ist. Wülfel. Ihr 25jährigeS Jubi läum bei der 5?irma GarvenS. Eiienwerke Hierselbst, begingen die Drehet Hagedorn und Grohne, der Kernma eher Thorn und der Arbeiter Hoff meiste?. Sowohl von dem Inhaber der Firma, wie von den Mitarbei, tern wurden den Jubilaren Ehrungen und (Leschenie aus diesem Anlaß zu theil. Gedankensplitter. Wenn ein hoher" Herr einen ' Witz macht, ist in Hinsicht auf die anwesenden Unterthanen ein bekanntes Sprichwort dahin abzuändern: Wer zuerst lacht, lacht am besten." .
Das Alibi.
Humoreske von Adolf Thiele. Sie waren Freunde, recht gute Freunde, der Malermeister Krülle und der Vorarbeiter Schmirgel. Wie sie Freunde geworden waren, daß wußten sie ganz genau, sie erzählten es aber niemand. Es war eben so eine Geschichte! Schmirgel hatte erzählen hören, man könne Kaninchen, die man doch sonst durch Frettchen aus ihrem Bau jagt, auch mu Hilse von intelligenten Katzen herausstöbern, und da nun Krülle einen Kater besaß, vor dessen Fähig leiten er großen Respekt hatte, so begab man sich eines Taget auf die Jagd. caqoem man den Kater mit Schmei cheleien veranlaßt, im Bau zu ver schwinden, harrten die beiden Männer mit einem ausgebreiteten Sack, den sie dicht an die geheimnißvolle Oessnung hielten, der kommenden Dinge. Plötzlich hörten die gespannt War tenden ein heftiges Geräusch, und mit Vehemenz fuhr etwas in den Sack, den die Männer sofort geschickt schlössen. Schmirgel hob das Bündel m die Luft und ließ eS auf die Erde nieder sausen, um das Karnickel" vom Leben zum Tode zu befördern. Aber o weh! ein klägliches Miauen ließ sich im Sacke vernehmen, und als man diesen öffnete, kam der hilfsbereite Ka ter mit krummem Buckel heraus. Den Mund halten, damit wir nicht ausgelacht werden!" war jetzt die Pa role für die beiden Männer, und so wurden sie Freunde, sie trafen sich im Wirthshaus und machten auch mit ihren Familien gemeinschaftliche Spa ziergänge. Und so wanderten sie auch an einem schönen Herbsttage, diesmal aber allein, aus der Stadt nach dem Dorfe Rutsch witz hinaus, um dort die Kirmes mitfeiern zu helfen. Da King'S nun lustig zu. Krülle, der in den Dörfern der Umgegend malte und anstrich, kannte verschiedene Leute, und so saßen denn die beiden im vollgepfropften Gastzim mer mitten in der größten Gemüthlichkeit drinnen. Eben als Schmirgel sein viertes Glas ansetzte, that sich die Thür auf, und ein wohlhabender Bauernsohn aus einem einige Stunden entfernten Dorfe trat mit seiner Schwester und einigen anderen jungen Leuten ein. Na. Ihr kommt ja zu Fuß? rief man ihnen erstaunt entgegen. .Wc habt Ihr Euren Wagen?" Ach, das ist zu dumm," sagte der Bauernsohn mit halb lustigem, halb verlegenem Lachen. Ter Alte wollte durchaus nicht, daß wir hierher sollten. und schließlich, wie wir heute doch ab fahren wollten und den Wagen heraus zogen, fehlte das em: Vorderrad. Hat'S der Alte versteckt und ist in den Wald gegangen, und wir sitzen da! ca, da sind wir zu Fuß gegangen. Großer Jubel begrüßte dieses Ereiq. niß, und immer vergnügter wurde die Stimmung. Aber alles dies war nur Täuschung, im Verborgenen bereitete sich anderes vor. Die beiden Männer hatten sich schon gewundert, daß sich verschiedene Bewohner des Dorfes gar nicht grüßten und nicht miteinander sprachen, sogar von verschiedenen Tischen warf man zu anderen feindselige Blicke hinüber und tuschelte untereinander. Endlich ging Krülle einen Bauer um Bescheid an. .Ja, wissen Sie." bekundete der Ge fragte, ,da3 ist nun so. Die Sache liegt tiefer, zu Ihnen gesagt. Unsere Feuerwehr, die wird immer mit einer Trommel zusammengetrommelt. Nun hat aber, zu Ihnen gesagt, die Trom mel die französischen Farben 'S ist vielleicht noch eine Trommel au? der NapoleonSzeit und nun will eine Partei im Dorfe, daß die Trommel anders gestrichen wird, aber das woln wir nicht, wir wollen unsere Trommel so behalten, wie sie schon immer gewe sen ist, zu Ihnen gesagt." Dem Maler Krülle, der am liebsten den ganzen Erdball nebst anliegendem Firmament frisch angemalt hätte, leuch tete die Politik seines Nachbarn nicht ein. Er bestritt mit Wärme, daß die französischen Farben irgend etwas auf einer Rutschwitzer Feuerwehrtrommel zu suchen hätten, und sein Freund Schmirgel stimmte lym bei. DaS machte böses Blut, da sie gerade an einem Tische saßen, dessen Inhaber sür den altbewährten Trommelanstrich gelmnt waren: teS entstand Zank, andere mischten sich hinein, und endlich setzten sich die beiden Städter an einen anderen Tisch. Nun ging die Stichele weiter, und als sich schließlich die beiden Freunde, die schon reichlich Bier hinter die Binde gegossen hatten, rn den Tanz saal begaben, begann bald eine rege! rechte Holzerei. Zuerst wurde geblickt. dann gemurrt, dann geschoben, und als nun der ungeduldige Krülle einem Burschen, der ihn an der Nase zupfte. einen Backenftreich versetzte, kam es zum Handgemenge. ES wurde jedoch verhältnißmößig ge mülhlich. geprügelt, man schlug nur mit den Händen, und nach verschiede nem Hin und Wider sahen sich die bei. den Freunde, nachdem sie auf eine son derbar gleitende und schwebende Weis, hlnabgekommen waren, auf dem Haui Nur. Hier war der Dorfschulze erschienen der als eifriger Anhänger des alten Trommelanstrichs schon vorher gege die beiden erbittert war und nun ohn, weiteres den Schmirgel a Arme saßt, und mit Hilfe einiger handfester Leute naa dem Svnbenvaufe sQante.
Krülle sprang davon und gerietb
durch die Hinterthür in den Garten. Geschwind hüpfte er über die Beete und lief der Stelle zu, wo der Ehrten an die Straße grenzte, r kletterte aus das Staket, aber hier verließ ihn daZ Glück; als er oben war, glitt er aus, fiel nach rückwärts und blieb mit einem Beine hängen. Die Lage Krülles, dessen hitziger Kopf nach unten hing. war fatal, und nach vergeblichen Zuckungen sing der Gehängte an, die jenigen, vor denen er davon gelaufen war, zu Hilfe zu rufen. Nachdem er eine Weile gebrüllt, hoben ihn seine Verfolger herab und führten ihn so gleich ins Spritzenhaus, wo Schmirgel bereits auf einen Ballen Platz genom men hatte. Ter Dorfschulze selbst ver schloß das Thor und gmg mit seinen Begleitern davon. Zunächst erschöpften die beiden Ge fangenen ihren Vorrath an landesübli chen Flüchm, dann wurden sie stiller, und endlich äußerte Krülle: Wollen einmal sehen, ob wir hinauskommen!" Schmirgel erwiderte: Hast Du eu erzeug?" worauf Krülle ein Streichholz anbrannte. Nun suchten die Männer noch Werkzeug und fanden endlich einen Nagel. Schmirgel als geschickter Mann bog diesen zurecht und probierte ibn am Schlosse. Nach längeren Versuchen ge lang eö das Thor zu öffnen. Als Krülle iekt davonlaufen wollte. hielt Schmirgel ihn zurück. Erst wieder zumachen!" sagte er. Wer weiß wozu es gut ist!" Nachdem eS ihm merkwürdigerweisi gelungen war, das Schloß wieder zu schließen, galoppierten die beiden Freunde davon. Glücklich kamen sie durch das Dorf, und nun gingen sie langsamer biS sie die Stadt erreichten. E schlug gerade zehn Uhr, als sie seelen. vergnügt durch das Thor schritten. Tie gelungene Flucht aus Feindesland hatte sie so fidel gemacht, daß sie heute allk möglichen Teufeleien begangen hätten. Als sie nun durch eine halb erleuch tete Straße übermüthig dahinfchritten. sahen sie einen Mann aus einem Fen ster im Erdgeschoß herausblicken. Es war dies der Fleischermeister Wurstler. unseres Krülles ärgster Todfeind. Der MalerSmann, der auch ein bißchen Landwirthschaft betrieb, hatte vor ernt ger Zeit von jenem ein Schwein gekauft. Bald darauf bemerkte er hinter dem Rücken des Borstenthieres ein Goldstück und im Laufe des nächsten Tages noch mehr. Krülle glaubte als aufgeklärter Mann nicht an dukatenlegende Schweine und hielt reinen Mund; die Sache wurde aber verrathen und kam auch Wurstler zu Ohren. Dieser wußte nun, wo das Bcutelchen mit Goldfüchsen geblieben war, die er kürz lich für eine Kuh gelöst hatte und ver langte von Krülle sein Geld. Es kam zum Prozen, und Krülle verlor. Seit jener Zeit haßte er Wurstler, und dieser vergalt es ihm mit Zinsen, und so hatte er denn erst vor kurzem KrülleS Stolz, den Kater, der keine Kaninchen fangen wollte, todtgeschlagen. Als Krülle jetzt den Mörder seines Katers vor sich sah, verabredete er sich mit Schmirgel, dann schlich er sich an jenen heran und versetzte ihm zwei schallende Ohrseigen, und zu gleicher Zeit klirrten einige Fenster, die Schmirgel mit eiligst aufgerafften Steinen einwarf. Hierauf sprangen beide hurtig davon. Der Fleischermeister hatte Krülli aber doch erkannt. Nachdem er ein Wuthgeheul auSgestoßen, rief er ihm nach: ' Das soll Dir theuer zu stehen kommen, Krülle! Und der andere Lump, das ist wohl Dein Schmirgel? Na, wartet nur. tausend Mark kostet die Ohrfeige, und eingesteckt werde! Ihr auch!" ' Hierüber waren die beiden Flücht' linge erst recht bekümmert. Gerade wegen ähnlicher Beleidigungen hatt, das Gericht kürzlich verschiedene Strafen aussprechen müssen, und eö war auch in diesem Falle eine hohe Buße zu erwarten. Endlich, nach längerem Nachsinnen, sagte Krülle recht eindringlich: Höre. Schmirgel. Freund, denke an einem Familienvater: weißt Du. wir laufen wieder nach Rutschwitz hinaus und stecken - uns in? Sprit,enhauS. dann können wir'S nicht gewesen sein. Die Bauern da draußen können uns nicht viel thun, wenn sie uns morgen her auslassen..Bcsser ist besser !" sagte Schmirgel nachdenklich und fühlte in die Tasche, ob er den vorher benutzten Nagel noch hätte. Er fand ihn glücklich, und nun trabten die beiden wieder nach Rutsch witz. In tiefem Schweigen lag noch daS Spritzenhaus. Schmirgel öffnete S. beide schlüpften hinein und schloffen eS wieder. Und eS geschah, wie Krülle e vor ausgesagt. Am anderen Morgen ließ sie der Torfschulze gegen eine kleine Geldbuße laufen, der Mörder deS kar nickelscheuen Kater aber hatte mit sei. ner Klgae wenig Glück, da daS Alibi der beiden, von denen er beleidigt zu sein glaubte, glänzend- nachgewiesen war. Napeleon l. yat Das Verdienst, die Städte zuerst zur Anlage öffentlicher ausschließlich zu benutzender Schlachthofe gezwungen zu haben. In Gotha hat unlängst die 4000. Feuerbestattung stattgefunden. Im Jahre 1879 wurden in Gotha 13 r. ' " r jT - l . . rr" X. -LA m eicyen erngeacyerr, in x;x ucicu oca
Der Vesuv.
Ursache der Verheerungen der jung: sten Eruption dcö Vulkans. Trelhundertjährige unschädliche Tk,ätigk,it. Bimsstein, Asche und Lava -Alte Berk,ee rungcn- Höhe deö Besnvkegels-Angebau: eS Land- Neue avaquelle. Im Hinblick auf den jüngsten verderblichen Vesuvausbruch ist die Frage aufgeworfen worden, wie es kommt, daß ein Vulkan, wie der Vesuv, plötzlich so große Gefahren bringen kann, nachdem er fast 300 Jahre ununterbrochen thätig war. ohne eine dauernde Bedrohung für die Umgebung zu bib den. Es ist bei der Beantwortung der Frage vor allen Dingen zu beachten, daß sowohl nach ihrer Stärke wie nach ihrer sonstigen Beschaffenheit die vulkanischen Erscheinungen desselber feuerspeienden Berges sehr verschiedenartig sein können. So ist z. V. die Verschüttung von Pompeji im Jahri 79 n. Ehr. durch einen ungeheuren Regen von Bimssteinrapillen und Ascht erfolgt, der stundenlang aus dem Hauptkrater des Vesuvs emporgeschleu dert wurde und einen weiten Narm an den Abhängen des Berges mehrere Me-, ter hoch bedeckte. Gegen diese Form des Ausbruchs gibt es keinen Schutz, kaum daß die Menschen ihr Leben durch schleunige Flucht retten können. In demselben Jahre wurde das Nachbarstädtchen Herkulaneum durch einen aus Asche und Bimsstein gemischten Schlammstrom verschüttet, der im Laufe der Zeit zu Steinhärte erstarrt ist. Die dazwischen liegende Stadi Torre del Greco ist seit dem Anfang des 17. Jahrhunderts wiederholt durch Lavaströme bedeckt und zerstört worden. und ein Theil des heutigen Ortes sieht auf dem felsigen Lavagrund von 1631 und 1737. Die Verschüttung durch solche Schlämm- und Lavaströme geschieht nicht plötzlich; meist rückt die Lava langsam heran, so daß ein Fußgänger ihr bequem ausweichen kann, aber sie dringt unerbittlich vor und verwandelt, da man kein Mittel kennt, unr sie aufzuhalten oder abzulenken, oft die Wohnstätten de? Menschen und blühendes Kulturland Zn starre Steinwüsteneicn, auf denen erst nach Jahrhunderten wieder langsam ein kümmerliches vegetabilisches Leben erwacht. Die gewöhnlichste Erscheinung am Vesuv ist das Ausströmen von Lava. Seit dem April 1872 hat die Vesuvlava keinen Schaden mehr angerichtet; damals hat sie durch einen mit unzewöhn licher Plötzlichkeit erfolgenden Ausbruch 20 bis 30 Menschen das Leber gekostet und die Dörfer Massa und S Sebastians zum Theil zerstört. Alle Laven der folgenden Zeit sind fast unschädlich geblieben. Von dem ungefähr 1300 Meter hohen Kegel des Vesuvs, der einen Flächenraum von mehr als 100 Quadratkilometer bedeckt, ist nur die niedere, der Ebene nächste Zone bewohnt und angebaut; ein Kranz von Ortschaften liegt bis zur Höhe von höchstens 200 Meter über dem Meeresspiegel ringsherum, und das dazu gehörige Kulturland reicht bis 400 Meter oder auch 500 Meter Meereshöhe hinauf. Solange nun die Ausbrüche des Vulkans nur die obere Region bis etwa zur halben Höhe des Berges in Mitleidenschaft ziehen, und das war in den letzten 30 Jahren ausschließlich der Fall, solange sind sie unschädlich und regen die Bewohner der Vesuvgemeinden nicht weiter auf, denn sie zerstören weder Kastanienwald, Weinland oder sonst angebautes Feld, noch bringen sie den Wohnstätten Gefahr. Da die Ausflußstellen der verschiedenen Lavaströme seit 1872 sich alle in der Höhe von etwa 900 Meter und meist nach der Seite des als Atrio del Eavallo bekannten halbkreisförmigen Thales zwischen dem Kraterrand Monte di Somma und dem 'Haupt kegel befanden, so hatten die neuen Lavamassen genügend Raum, sich auszudehnen und ölteres Ausbruchmatenal zu bedecken, ohne bis zum Kulturland hinunterzugelangen. Die bei dem jüngsten Vesuvausbruch geöffnete Lavaquelle befindet sich jedoch der dem Atrio del Eavallo abgewandten Südwestseite des Berges, hat also nur die untern Abhänge als Ausbreitungsgebiet vor sich, und da sie etwa 600 Meter über dem Meere liegt, so hatte die Lava keinen weiten Wei zurückzulegen, bis sie in bewachst .J und angebautes Gelände kam. DaS güldene Ei." w Ein Frankfurter Konfektbüchlem vom Jahre 1567. das sich im Besitz der Universitätsbibliothek in Halle. Vrovinz Sachsen, befindet, empfiehlt unter anderem als besonders wirksames Geheimmittel das sogenannte güldene Ei." dessen Zubereitung folgendermaßen vor sich ging: An der Spitze des Eies wurde mit der Nadel ein Löchlein gemacht und das Weiße ausgeblasen, so daß nur der Dotter zurückblieb. Nun füllte man den leeren Raum mit Zimmt und Safran, legte das Ei in heiße Asche, und wenn es gar gebraten war, zerstieß man es mit dem Mörser. Die Masse wurde dann vermengt mit Tormentill. Senfsamen, Krähenäugelein, Angelikawurzel, Bibernell.und Kampfer. Ein Gerstenkörnlein groß davon in Wein genommen schützte einen Tag lang vor dem Vergiften.
