Indiana Tribüne, Volume 29, Number 230, Indianapolis, Marion County, 22 May 1906 — Page 4

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Indiana Tribüne. H an gegeben ton dtt Oatbf ft Es. Indianapolis, Ind. Hany O. Thudlnm yrifident. SeschSftSloeaZt fto, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 69.

Entered t the Pott Office ol Indianapolis at ccond das matter. Der ttundgedrmg zur Ehrung des Andenkens von Karl Schurz, die am Donnerstag im Deutschen Hause beern staltet wird, sollte jeder gute Deutsch Amerikaner beiwohnen. Für den Fortbestand der russischen Duma wäre eS jedenfalls gefahrlich ge Wesen, wenn eS den Radikalen gelungen wäre mit der Regierung über die Zu rückweisung der Antwort auf die Thronrede des Zaren einen Streit vom Zaune zu brechen. Der Reaktionkcllque wäre jedenfalls nichts willkommener gewesen. ES geht ihr natürlich gegen den Strich, daß der Bauer im heiligen Rußland überhaupt was zu sagen hat und die Duma ist für die Reaktionäre ein Dorn im Fleische. Unter den Gerechten" herrscht große Entrüstung, weil die Polizeivon Leuten, die im Propylaeum einen Tanz abhalten, ebenso strenge Be folgung der neuen TanzhallenOrdi nanz verlangt wie in anderen Fällen. Warum die guten Leute einen siu chen ganz alleine für sich gebacken haben wollen, ist schwer verständlich. Die Erfahrung hat schon ost gelehrt, daß Unmoral gerade so gut bei EiScream und Limonade oder Buttermilch, wie bei Bier und Wein getrieben werden kann. öiner der bedeutendsten amerika Nischen Diplomaten, Herr Andrew D. White, befindet sich zur Abhaltung ei. Niger Vorlesungen in der Stadt. Herr White, der längere Jahre amerl nischer Gesandter in Berlin war und auf der AlgeciraS Eonferenz als Be vollmüchtigter der Vereinigten Staaten unverhohlen auf deutscher Seite stand, war während seiner Amtszeit der be liebteste fremde Gesandte in Berlin. Er meistert die deutsche Sprache und ist ein Bewunderer und ausgezeichneter Ken ner der deutschen Errungenschaften in Wissenschaft und Literatur.' Herzlichen Willkomm," Herr White. Gen. Stöfsel, der Held von Port Arthur und der EontreAdmiral Nebo gatoff sollen, wie Depeschen melden, vom Kriegsgericht zum Tode derur theilt worden sein. In dem Falle Stösse! wird' der deutsche Kaiser, wenn sich die obige Meldung bewahrheitet, besonders unangenehm berührt sein, weil er Stöffel als heldenmüthigen Vertheidiger von Port Arthur mit dem hohen preußischen Orden pour le merite" auszeichnete. ES ist freilich Thatsache, daß Kaiser Wilhelm II. so freigebig die Sonne seiner Ordenögunst über Serechte und Ungerechte hat keuch, ten lassen, wie keiner seiner Vorfahren, und daher ist auch leicht möglich, daß sein Impuls ihm einen Streich im Stösse! Falle gespielt hat. Die Mistgabel (mud rake) erveist sich immer noch als ein höchst nützliches Instrument, leider sind gewöhnlich ihre Zinken soröeit auseinander, daß viel vom Schmutz liegen bleibt, anstatt ent fernt zu werden. Wohl hat der Präsident Recht, wenn er behauptet, daß die Aufdeckung all der Fäulnlß und Korruption einen schlechten Eindruck im Auslande macht, aber eS ist doch besser, den Schmutz wegzuschaffen als ihn ruhig und unge hindert liegen zu lassen. Wie die neuesten Enthüllungen (v gen haben die großen VersichernngS gesellschasten, zahlreichen Senatoren in - der New Yorker Legislatur je $100,000 an jährlichen Stipendien bezahlt. Für edle Zwecke wurde ihnen dies Geld sicher nicht gegeben. ES war un welfelhaft dazu bestimmt Gesetze ge gen die Interessen der Allgemeinheit durchzupeitschen man sollte wie ge fagt die Zinken der Mistgabel etwas enger setzen, das amerikanische Volk könnte nur Nutzen davon haben. NuS der OundeShauptstadt. Senator Clark von Montana hat sich sowohl gegen die ErbschastS', wie gegen die Einkommensteuer auögespro chen. Natürlich, dmn Hen. Clark ist vielfacher Millionär und diese Steuern

sind ihm unbequem. Wenn er aber behauptet, daß die Einkommen'Steuer das GleichheltL'Prinzip gefährde, daß der Reiche zu Steuerleiftungen heran gezogen werde, die der Arme nicht zu tragen habe, so ist das Unsinn. Auf welchen Schultern liegen in den Ver. Staaten die Steuerlasten? Doch auf denen der Arbeiter, des Mittelstandes, denn die sind eS, welche durchaus den größten Theil von all den Dingen kon fumiren, welche mit einer Jnlandfteuer belegt sind. Der Arme zahlt Steuer von seinem Verdienste, den er und seine Familie zum Leben benöthigen. Er setzt dabei noch sein Kapital, das er be sitzt, seine Arbeitskraft zu. Die Mul timlllionüre vom Schlage Clarl'S legen ihr Kapital und den größten Theil ih reS JahreS Einkommen gewinnbrin gend an. Im Stk-'erzahlen von ihrem Ueberfluß wollen sie die Gleichheit und

Brüderlichkeit mit dem armen Mann gewahrt haben; sonst wollen sie nichts mit ihm gemein haben. Was Herr Clark weiter noch über die Gefahren der Einwanderung, die Vertrmung des nationalen Blutes durch Beimischung fremder Elemente mit bösartigem und schlechtem Charakter- zu sagen hat, ist so einfältig, daß eS sich nicht der Mühe lohnt, weiter darauf einzugehen. Leute vom Schlage Clarl'S bilden für die Re publik eine größere Gefahr, als die Einwanderer. Das Schatzamt hat dem Kongreß einen Bericht über den annähernden Bedarf an neuem Papiergeld für das ommende Rechnungsjahr zugehen las en. Das Departement findet, daß etwa zwanzig-Prozent mehr Papiergeld noth wendig sind, als im Fiskaljahre 1905. Letztes Jahr wurden 162 Millionen Noten in verschiedenen Werthen berge stellt: Silber, und GoldCertifikate und Vereinigte Staaten.Noten, dazu noch 20 Millionen Banknoten. Diesmal wünscht das Schatzamt die Herstellung von 204,500,000 Geldscheinen: Gold und SilberCertifikate und Schatzamts noten und 34 Millionen Noten der Na tionalbanken. Diese beträchtliche Ver mehrung der PaplerumlaufSmlttel wird durch die Forderungen der Geschäfts weit begründet. UederdieS werden auch jährlich viele Noten, die im Verkehr abgenutzt werden, eingezogen und durch neue ersetzt' Letztes Jahr wurden an Vereinigten Staaten Banknoten 2, 712.000 S20.Scheine, 323,000 , $50,Scheine, 332.000 S100Scheine. 5600 $500 - Scheine. 8300 81000 Scheine, 1430 S5000.Scheine und 10.542 $10,. 000'Scheine hergestellt. An Silber Certisikaten wurden 95.640,000 Ein-, 22,600,000 Zwei und 35,092,000 Jünfdoller . Scheine hergestellt. Der Rest der neuen Geldscheine entfällt aus die Nationalbanken. ' ..'' t Die Rolle des geschundenen Raub ritterö spielt augenblicklich Senator Platt von New York. Er vertritt be kanntlich im nationalen Oberhause nicht etwa den Staat New Jork, son dern lediglich die großen Expreßgesell. schaften, welche, solange er auf dem Posten ist und auspaßt, keine Lobby in Washington zu unterhalten brauchen. Nun ist Platt ein körperlich und geistig gebrochener Greis, der überhaupt kaum noch im Stande ist, den Verhandlungen zu folgen. An den Debatten hat er sich aus guten Gründen eigentlich nie betheiligt. In letzterZeit aber hat er sich überhaupt nur selten im Kapital blicken lassen. Seit aber die RatenDebat!e im Gange ist, wohnt er den Sitzungen wieder bei, weil er verhindern möchte. daß in die HepburN'Bill irgend etwas hineingeschmuggelt wird, was den Ex Preßgesellschasten nicht in den Kram paßt. Besonders den texanischen Se nator Valley mußte er scharf im Auge behalten, well dieser, wie er wußte, ein Amendement in petto hatte, welches die. Erpreßgesellschasten, sowie die Pull man'sche SchlafwageN'Gesellschast den Bestimmungen der Ratenblll unter wirft, da der Betried beider ein inter staatlicher ist. Neulich fühlte er sich so schwach und hinfällig, daß er sich genöthigt sah, den Sitzungssaal zu ver lassen. Kaum hatte er die Thüre hin ter sich zugemacht, als Bailey sein Amendement auf'S Tapet brachte und da niemand da war, welcher ein befon dereS Interesse daran gehabt hätte, sich der Ezpreßgesellschaften anzunehmen. so ging das Amendement glatt durch. Platt soll außer sich sein über den Streich, den man ihm gespielt hat Noch wüthender aber sind natürlich die Ezpreßgesellschaften, welche sich auf die Wachsamkeit ihre? Senators verlassen und bestimmt darauf gerechnet hatten, daß er nichts durchgehen lassen werde, was ihre Interessen schädigen könne. -

Aus den Gerichten.

Scheidungsklage. Lucy Gertrude Clark strengte gegen ihren Gatten Erneft L. Clark eine Klage auf Scheidung an. Die Ehe wurde am 23. Dezember 1903 geschlos. sen und die Eheleute lebten bis zum 23. Dezember als Mann und Frau zu lammen. Der Grund der Klage soll böswilliges Verlassen von Selten, des Mannes sein. Sie fordert ihren Mäd chennamen Lucy Gertrude Fansett füh ren zu dürfen. Matilda Dickson verklagte ihren Gatten Erneft Dickson auf Scheidung. Die Ehe wurde im Jahre 1902 ge schlössen und die Verhelichten lebten bis zum Jahre 1906 als Mann und Frau zusammen. Grausame Behandlung von Seiten de5 Mannes soll der Grund der Klage sein. Charles Liebhardt verklagte seine Gattin Goldie Liebhardt auf Schei dung. Die Ehe wurde am 12. August 1903 geschloffen und die Verehelichten lebten bis zum 26. August 1903 als Mann und Frau zusammen. BöSwilliges Verlassen von Seiten der Frau soll der Grund der Klage sein. Minnke Beezley verklagte ihren Gat ten John I. Beezley auf Scheidung. Die Ehe wurde am 31. Dezember 1891 geschlossen und die Verehelichten lebten bis zum April 1902 als Mann und Frau zusammen. Grausame BeHand lung und böswilliges Verlassen soll der Grund der Klage sein. Der Ehe ist ein Kind entsprossen. Sie fordert die Obhut des Kinde. Fannie Turley strengte gegen ihren Gatten William Turley eine Klage auf Scheidung an. Die Ehe wurde am 14. July 1899 geschlossen und die Ehe leute lebten bis zum Oktober 1900 als Mann und Frau zusammen. BöSwil liges Verlassen von Seiten des Man neö soll oer Grund der Klage sein. Sie fordert die Erlaubniß ihren Müd chennamen wieder führen zu dürfen. Schadenersatzklage. William F. Allen strengte gegen Thomas B. Markey eine Klage auf $2000 Schadenersatz an. Am 30. Januar 1906 wurde der Klüger durch die Nachlässigkeit der Ver klagten bei der Arbeit verletzt. Aus diese Verletzungen begründet er sewe Klage. iLulu Sanders, Vermögenverwalte rin von Charles B. Sanders, strengte gegen Frank Jttenbach und John B. Jttenbach Inhaber der Firma G. Jt tenbach & Co. eine Klage auf $10,000 Schadenersatz an. Charles B. San ders, welcher ein Angestellter der oben erwähnten Firma war, wurde am 23. März 1906 bei. der Arbeit an der katho lischen Kirche in Dayton, Ohio, deren Bau die Gesellschaft übernommen hatte, schwer verletzt und starb an den Ver letzungen. Auf diesen Verlust begrün det sie ihre Klage. Kriminalgericht. DaS Gesuch deS Frcd L. Purdy, welches derselbe im ttriminal'Gericht eingereicht hatte, sein Urtheil aufzuhe ben, wurde vom Richter abgewiesen. Fred Williams, der sich wegen Klein diebftahlS zu verantworten halte, wurde desselben schuldig befunden und mit tzl. 00 Zund Kosten und mit 6 Monaten im Arbeitshaus bestraft. Das Bürger recht wurde ihm auf 6 Monate ent zogen. Roy Surrier wurde des Kleindieb ftahlS schuldig befunden und zu $1.00 und Kosten und 90 Tagen im ArbeitS Haus verdonnert Raymond Mitchell, der überführt wurde bei einem Raubanfall seinen Re volver gezogen zu haben, wurde mit $10 und Kofteu bestraft. Wegen Tra genS desselben wurde ihm eine zweite Strase von $10 und Kosten zudiltirt. JameS Zork wurde wegen Tragen eines Revolvers mit $1 und Kosten bestraft. Michael Klein, der sich wegen Groß dikbstahls zu verantworten hate, wurde des KleindiebftahlS schuldig befunden und mit 1 Tag Gefängniß bestraft. Polizeigericht. Der Fall Albert D. Monninger, 727 Nord Capltol Ave. wohnhast, welcher gestern im Polizeigericht verhandelt wurde, wurde jm die Großgeschwore nen überwiesen. Monninger war we gen SittlichkeltSberbrechen, begangen an 7 und 8.jährkge Mädchen, verhaftet worden, jedoch auf eine S500'Bürg schaft, die er stellte, wieder freigelassen. Superiorgerlcht.' Die Scheidungsklage von Canie Van Zandt gegen ihren vatten William Van Zandt wurde vom Nichter abgewiesen.

Chinesische Äerzte.

Heilkunde in theoretischer und praktischcr Hinsicht. Waadelnde xothekc" Unzahl chinestscher Heilmittel Universaltränkleia-Un-appetitliche Mixturen Ei Lkbenttr:r. lerztehonorare. Der französische Arzt Jeanselme veröffentlichte kürzlich einen interessanten Bericht über den Stand der chmesischen Heilkunde in theoretischer und praktischer Beziehung. Jeanselme hielt sich längere Zeit in China auf und machte speziell die chinesische Aerztekunst zum Gegenstand eingehender Studien. Der Chinese ist auf nichts so st dacht wie auf seine Gesundheit. Er konsultirt fortwährend Aerzte, schluckt ungeheure Mengen Medizin, und die Heilkunde spielt bei ihm die wichtigste Rolle, feie ungeheure Zahl chinesischer Heilmittel wird aus allen Reichen der Natur gewonnen; hauptsächlich verwenden sie allerdings Pflanzenstoffe. Besonders beliebt sind Gegenmittel, die pu-io," die die schädlichen Einflüsse durch ihr Gegentheil Paralysiren sollen. Der chinesische Arzt zerbricht sich nicht so sehr den Kopf, was er für Verordnungen geben foll. Bald scheint ihm eine Krankheit von allzu großer Hitze herzukommen. Flugs gibt er dem Patienten ein kälteerzeugendes Gegenmittel. Ein anderes. Leiden rührt wieder von zu großer Kälte her, fchon wird dem Kranken tüchtig eingeheizt. Warum soll man nun nicht eine Erkältung durch einen heißen Thee kuriren? Aber die chinesischen Aerzte wenden auch bizarrere Mittel an. Gegen Blindheit halten sie Johanniswürmchen und Bergkristall für das Beste. Gegen Aussaß ist das einzige, was hilft, Blattgold, ein Mittel, das sich freilich nur reiche Leute leisten können. Große Heilkräfte soll die menschliche Galle besitzen. Als diätetisches Mittel empfehlen sie'eine Mixtur aus Ammoniaksalzen. das Hei-ti-che." das aus menschlichen Ausscheidungen gewonnen wird. Die Chinesen legen besondere magische Heilkräfte dem Horn des Hirsches und dem Zahn des Tigers bei, und für das Horn des Rhinozeros werden ganz fabelhafte Preise befahlt, so begehrt ist es von allen Arten Kranker. Aber das mächtigste Heilkraut, die Panacee für jegliche Krankheit, ist das Gin-scng,"' eine Wurzel, die man in der Mandschüre! und in China findet, und die alle schädlichen Keime erstickt und den Menschen, vor jeder Krankheit sichert. Um sich gesund zu erhalten, nehmen wohlhabende und angesehene Chinesen jeden .Abend ein Gegenmittel," das aus etwas Horn von einem Hirsch und aus Gin-seng" besteht. Aber die chinesischen Aerzte können nicht nur vor jeder Krankheit schützen, als echte Tausendkünstler bringen sie noch ganz andere Wunder zustande. Sie besitzen auch ein Verjüngungsmittel, das einst den Kaiser Tsien-Fong jung erhielt und heute noch von allen lebenslustigen Greisen genommen wird. Dieses chinesische Ambrosia besteht aus dem Pulver von' zwei kleinen Hirschhörnern, etwas Rückenmark eines Hundes und den Nieren eines Hundes und eines Huhns. Ein wenig von diesem Pulver schnupfen sie in das linke Nasenloch ein, sehr viel davon nehmen sie in Pillen, und sind von den erstaunlichen Wirkungen dieses Mittels überzeugt. Auch das Schröpfen und Zuraderlassen, die beiden Allheilmittel der mittelalterlichen europäischen Medizin, verwenden die Söhne des himmlischen Reiches. Die Massage wird in China in geschickter, oft freilich allzu Handfester und schmerzhafter Weise ausgeführt. Es kann in China jedermann die Wissenschaft des Aeskulap ausüben, ohne Studien gemacht oder irgendeine Ausbildung genossen zu haben. Es gibt daher fehr viele Charlatans. Heilkünstle? und Quacksalber neben wemgen ernst zu nehmenden Aerzten. Diese Mediziner bilden sich auch in Spezialgebieten aus, und die Spezialistin sind im Reich der Mitte sehr beliebt. Die eiren beschäftigen sich zum Beispiel nur mit Augenkrankheiten, andere nur mit inneren Leiden u. f. w. Dennoch ist die wissenschaftliche Ausrüstung auch der besten chinesischen Aerzte nur höchst dürftig und gering. Die Honorare der chinesischen Aerzte sind ihren Leistungen entsprechend. Für eine Konsultation bekommen sie etwa 21 bis 5 Cents. Aber da sie jeden Tag von 7 Uhr früh bis 5 Uhr Nachmittags 40 M 80 Patienten besuchen, ist ihr Gmfcrnmen ein ganz respektables. Tagegelder im Altert::. Schon im grauen Alterthum war::: die Tagegelder kein unbekanntes 5ing. In Athen bekam jeder Raihsmann. so oft Sitzungen stattfanden, für den Tag 1 Drachme, etwa 80. Pfennige; jeder Geschworenenrichter 13 Obolen, etwa 1236 Pfennige; jeder Bürger, so er an einer öffentlichen Versammlung theilnahm, ebenfalls 13 Obolen. Summa summarum hatte der AtheNische Fiskus an solchen Tagegeldern im Jahre zu zahlen: 1. an die Rathsmanner 20 Talente, gleich etwa, 94.200 Mark; 2. an die Theilnehmer an Volksversammlungen dieselbe Summe; 3. an die Geschworenenrichter 100 Talente, gleich etwa 471.000 Mark. Und dabei war der Werth des Geldes darnsls etwa sechsmal so hoch wie heute.

Excurs

ionen, . Sonntag, 27. Mai

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II $2.00 ...Nundfahrt... . Cpezialzug. Verläßt Indianapolis 7 Uhr Vorm. Retourfahrt Cincinnati 7 Uhr Abls. ? W Eine niederschmetternde Nachricht war es, die der Führer des viermastigen Schooners (5. B. Sutton" Herrn E. C. Cavanaugh, einem der leitenden Brooklyner Angestellten der Standard OU'Co., brachte, der nach dem Schiffe kam, um seinen 18jährigen Sohn in die Arme zu schließen, der im August vorigen Iahres von Hause verschwunden war. Der alte Seebär hatte erst dann, nachdem er den Vater nach der Schiffsagentur in State Str. genommen hatte, den Muth, ihm zu sagen, daß der Sohn vor etlichen Monaten vom Deck des Schooners bei der Umsegelung von Cap Horn in die See gespült worden war. Der junge Mann, Graduirter der Brooklyner Hochschule, war durch die Lektüre von Seemannsgeschichten für . den Seemannsberuf so begeistert worden, daß er oft seine Eltern um die Erlaubniß bat, mit einem der vielen Schiffe der Standard Oil Co. hinaus in' die Welt fahren zu dürfen, doch stets wurde ihm der Wunsch abgeschlagen, bis eines Tages im August ein College des Sohnes den Eltern erzählte, daß Jung - Cavanaugh als. Matrose mit dem eben in See gegangenen E. B. Sutton" abgefahren sei. Er hatte einen alten Mann seiner Bekant schaft dem Schiffer und dem Schiffscommissar als seinen Vater vorgestellt, um an Bord genommen zu werden. Sei! nun vor drei Monaten die Schiffslisten die Abfahrt des Sutton" von Singapore gemeldet hatten, hatten die Eltern stch auf die Heimkehr des Sohnes gefreut; als das Schiff nun gemeldet war, ging der Vater hinaus, um den Landungsplatz zu finden, was ihm nach stundenlanger Wanderung durch die Docks gelang. Daheim wartete die Mutter. Sie wußten nicht, daß in der Zwischenzeit bereits ein Brief von dem Bundescommissär in Singapore den Tod des jungen Cavanaugh gemeldet und die Löhnung sowie den Erlös für die nach Seemannsbrauch verkauften Effekten, übermittelt hatte. Der junge Mann hatte bei seiner AnMusterung die Adresse eines Seemannslogirhauses angegeben, in dem ihn Niemand kannte, und daher hatten die Eltern keine Nachricht erhalten können. Einen tragischen Abschluß hat das Liebesverhältniß fischen der 20jährigen Tochter des Friseurs Sagert aus Eberswalde und dem 27jährigen Barbier Otto Klaue aus Frankfurt a. O. gefunden. Da von der Mutter des jungen Mädchens einem BLndniß des Liebespaares Schwierigkeiten in den Weg gelegt wurden, so beschlossen sie, .gemeinsam in den Tod zu gehen. Heimlich verließen die jungen Leute Eberswalde und fuhren nach Frankfurt a. O., wo ste in einem Gasthof in der Tuchmacherstraße logirten. Am Morgen vernahm ein Reisender ein verdächtiges Stöhnen, daZ aus dem Zimmer der jungen Leute drang.. Die verschlossene Thür wurde gewaltsam geöffnet, und mit dem Tode ringend fand man das Liebespaar auf dem Fußboden liegend vor. Die 'Unglücklichen hatten gemeinsam Lysol getrunken. Jn denverschiedenen 'ceeren liegen zusammen etwa 225,000 Meilen von Kabel, jede Meile kostete etwa $1000. Die Säulen der berühmten Propyläen stnd neun Meter hoch, die des Brandenburger ThoreS dagegen beinahe fünfzehn.' Die Farmer in der Umgegend von Montreal und Quebec verkauften in der letzten Saison für Z30,000,000 Butter und Käse. In Frankreich ist ein Mann vom Gerichte um 500 Francs gebüßt worden, weil er seinen Nachbarn DreyfuL" genannt hatte. Im ganzen Congostaat le ben keine 2000 Europaer. von denen noch ein Viertel bis ein Drittel Ofsiziere und Unteroffiziere sind. Offen. Dichterling: Ich veröffentliche demnächst anonym einen Band Gedichte: Giftkelche". Freund: .Ich danke Dir für Deine Warnung." Annehmlichkeit. Herr: Leider ist die Wohnung zu nahe an der Bahnstation und ich kann den Lärm nicht vertragen!".' Hausfrau: .Dafür sieht man aber von der, Veranda immer die Leute, die den Zug versäumen, und das ist- doch sehr hübsch!- ":... ' - ' ' . i r ; . - - . - . ...... V . -

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