Indiana Tribüne, Volume 29, Number 228, Indianapolis, Marion County, 19 May 1906 — Page 7

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(Fortsetzung.) Liebte Egon das schöne Mädchen? Und nmrfcc er von ihr wieder geliebt? Oft, oft schon waren diese Fragen, halb wider seinen Willen, ihm durch das Herz gegangen, seit er damals, neben dem Stuhl der kranken Edelfrau stehend, zugleich mit ihr hatte an sehen müssen, wie das holde Geschöpf nach der Rosengabe des jungen Mannes gegriffen, und wie die beiden schönen Menschenkinder dann vom Zauber der Minute gefangen genommen worden waren! Es konnte ja in der That nur eine augenblickliche Aufwallung zwischen ihnen gewesen sein, die sich, so rasch sie aufgestiegen war, auch wieder verfluchtigt hatte. Verthold Schönholzer zeigte sich um so mehr zu dieser Annahme geneigt, als Egon Rüttenauer seinem ersten Besuch in der Wohnung von Mutter und Tochter nur noch einen einzigen hatte nachfolgen lassen, den man recht wohl für einen Höflichkeitsbesuch nehmen konnte. Wäre sein Herz wirklich von Olgas Schönheit tiefer getroffen worden, so hätte er doch gewiß danach gestrebt, das junge Mädchen so oft als m'öalich tu seben. Bei solchen Erwägungen mufcte er auch manchmal wieder an die heimliche und doch so beredte Angst denken, die Frau von Zernwitz damals bei dem vertraulichen Anblick der beiden zur Schau getragen hatte. In dem Blick ihres Auges, in dem Druck ihrer Hand hatte sich diese Angst kundgegeben, nicht in Worten und auch später hatte sie vermieden, mit der geringsten Andeutung die Angelegenheit zu berühren. Sie war wohl auch, da Egon dem Haus fern blieb, ruhiger geworden und hatte ihre Uebereilung eingesehen. In seiner Begeisterung für den Freund dachte Berthold Schönholzer natürlich nicht entfernt daran, daß es gerade Egons seltsame, aufreizende Schönheit gewesen war, in der Frau von Zernwitz eine Gefahr für ihr Kind erblickt hatte für den Frieden ihres stillen Kindes, den sie nicht an der Seite eines so auffallenden Mannes sah. Berthold hatte einzig und allein in Egons Verhältnissen, die der Dame durch seine Mittheilungen bekannt waren, den Grund ihrer Angst gesucht, in diesen Verhältnissen, die den jungen Mann wahrscheinlich noch lange in unsicherer Lebensbahn festhalten würden, wenn sie ihn später auch einmal emportragen konnten. Und nun war er emporgetragen wor-

den ganz plötzlich und unvermuthet!

Der Gedanke durchzuckte fei Bert

hold fast schmerzhaft und ließ ihn mitten in seinem hastigen Hin- und Her-

wandern durch die dunklen Garten

Wege innehalten. Wie würde Frau von

Zernwitz nun eine mögliche Werbung

Egons aufnehmen? Ganz gewiß mit

den entgegengesetzten Gefühlen. Der

reiche Erbe war ihr natürlich hochwillkommen, ihm sagte sie die Hand der einzigen geliebten Tochter ohne Beden-

ken zu.

L. K a p i t e l.

ls Egon Rüttenauer sich von

Frau von Rinteln Urlaub er

bat zu seiner Reise nach Ber-

lin, nahm er naturlich gleich

die Gelegenheit wahr, die Dame von

dem Umschwung, der sich in seinen Ver-

haltnlssen vollzogen hatte, m Kenntniß

zu setzen.

Frau von Rinteln hörte zuerst ganz

frostig zu. Als der junge Mann jedoch die Absicht äußerte, das Gui Wei-

lau zu kaufen, zeigte sie plötzlich eine überströmende Liebenswürdigkeit und

sicherte ihm in seinen Planen das denk bar weiteste Entgegenkommen zu. Egon brachte dann gleich von Ver

lin aus durch Justizrath Neugebauer

die Kaufverhandlungen in Gang, und

als er nach etwa vierzehn Tagen aus

der Neichshauptstadt in das stille Dörf-

chen zurückkehrte, waren nur noch die Unterschriften unter die Verträge zu

etzen. Die Uebernahme des Gutes

ollte schon Mitte November erfolgen.

Egon kam soeben aus dem Zimmer

des kranken Herrn von Rinteln, wo die

letzten endgiltigen Besprechungen statt

aefunden hatten. Langsam schritt der

junge Mann durch den dämmerigen Korridor der Treppe zu, die in die

Halle hinabführte. Ein tiefer Athem-

zug hob seine Brust. Er durfte sich nun Gutsherr von Weilau nennen, er, der noch vor wenigen Wochen nicht viel mehr als ein Herd- und heimathloser Abenteurer gewesen war. Und er warf plötzlich den Kopf in den Nacken, als erinnere er sich daran, daß er jetzt alle Ursache habe, den Kopf hoch zu tragen. , Er hätte wohl auch Ursache gehabt, aus hellen Augen in die Welt zu schauen allein seine Augen brannten düster genug in dem blassen Marmorgesicht mit dem rothen Haarschein darüber. Als er die Halle durchquerte, um sein Zimmer aufzusuchen, tauchte plötzlich die schlanke Gestalt von Martha Weltzien vor ihm auf. Verzeihung." sagte sie, wttrn ich Sie einen Augenblick aufhalte, Herr Rüttenauer. Ich komme mit einer Bitte Zähnen MerLroßeJ Bjjte .

M

Etwas verwundert, aber sehr hös-

ich erwiderte Egon:

.Es ist selbstverständlich, Fräulein

Weltzien, daß ich Ihnen diese Bitte er-

ulle, wenn es in memen Kräften steht. Die Gesellschafterin neigte dankend

das Haupt und fuhr dann fort:

Ich will mir und Ihnen iede Vor-

rede ersparen und gleich zum Kern der Sache kommen. Mein Beruf als Erzieherin und Gesellschafterin hat mich

ruher stets in großen Städten sestge-

halten. Erst seit ich mit Frau von

Rinteln hierher kam, habe ich das stille

Landleben und seine großen Vorzuge

ennen gelernt. Ich muß nun gestehen,

daß mich ein leises Grauen bei dem

Gedanken beschleicht, vielleicht bald

chon wieder aus dem Frieden dieses chönen Weltwinkels scheiden zu müsen, um in die Hast und die entnervende

Unruhe einer großen Stadt zurückzu-

ehren. Und da ist ein Entschluß in

mir gereift, den ich über alles gern in

die That umsetzen mochte, wenn die

Verhältnisse ihm günstig sein sollten."

Sie zögerte einen Augenblick, dann prach sie aber um so rascher weiter: Ich babe mich während meines

Hierseins, mit Zustimmung von Frau

von Rmteln, ein wemg rn das Ge

triebe eines großen und vornehmen

andlichen Haushalts eingelebt, und ich

muß sagen, es hat mir zu einer wirklichen, lanqe nicht aekühlten Befriedi-

gung gereicht, auf diesem Gebiet prak-

lsch thätig sein zu können. Ich meine,

es würde mir nicht allzu schwer fallen, die selbstständige Stellung einer Haus-

dame auszufüllen. Einer solchen be-

dürfen Sie ta nun wohl bald. Herr

Rüttenauer, und meine Frage geht des-

halb dahm, ob Sie mit memen beschei-

denen, aber willfährigen Kräften nicht einen Versuch machen möchten? Vorausgesetzt natürlich, daß Sie nicht schon anderweitige Verfügungen ge-

troffen haben. Frau von Rinteln würde gewiß so gütig sein, mich auf meine Bitten freizugeben für eine mir

mehr zusagende Stellung."

Nach kurzem Nachdenken, das eigent-

lich nur eine Pause der Ueberraschung war. antwortete Egon verbindlich:

Mein verehrtes Fräulein, gern

nehme ich Ihr freundliches Anerbieten an. Es enthebt mich einer Mübe. die

allerdings noch nicht augenblicklich an mich herangetreten wäre. Aber ich könnte jedenfalls späterhin keine bessere Wahl treffen, als sie in der Entscheidung enthalten ist, die mir Ihr liebenswürdiges Entgegenkommen ermöglicht. Ich danke Ihnen. Wollen Sie mir gelegentlich Ihre Bedingungen mittheilen und Umfang des Wirkungskreises fest-

setzen, den Sie wünschen. Es findet sich in nächsterZeit dann wohl eine Stunde, in der wir die Sache perfekt machen."

Er reichte ihr die Hand und schritt

in der Richtung seines Zimmers weiter.

Auch Martha Weltzien wandte sich

der Treppe zu. Auf einer der mitt-

leren Stufen mußte sie zedoch im Stel-

gen innehalten. Em krampfhaftes

Zittern ging durch ihre hohe Gestalt -

sie preßte beide Hände fest auf die

schweratmende Brust. In ihrem blas

sen Antlitz prägte sich ein Zug tiefer, aber lächelnder Erschöpfung aus, als

habe sie soeben um Wohl und Wehe

ihres Lebens gewürfelt und einen

guten, einen hohen Wurf gethan!

Egon Rüttenauer hatte sein Zimmer kaum betreten, als er sofort sorgfältig

Toilette zu machen begann.

Seine Gedanken weilten anfanas

noch bei der Unterredung, die er soeben mit der Gesellschafterin gehabt hatte. Es beschlich ihn jetzt etwas wie ein lei-

ses Unbehagen, die bindende Zusage.

die er ihr gegeben, wollte ihm übereilt

erscheinen. Nun kam es ihm erst zum

Bewußtsein, daß er jenes leise Unbehagen eigentlich stets in der Nähe der Dame empfunden. Wie alle Menschen, die nur zu ihren ausgeprägten Sym-

pathien und Antipathien Stellung

nahmen, hatte er sich allerdings nie

mals Rechenschaft darüber abgelegt.

worin wohl die Ursache dieses Unbeha

gens zu suchen sein möge. In lässiger

Gleichgiltigkeit war er neben der Ge sellschafterin einher gegangen. In Zukunft ließ sich diese Gleichgil

tigkeit nicht mehr aufrecht erhalten.

Bald schon würde Fräulein Weltzien

gewissermaßen seine Mitarbeiterin fern.

und da war er natürlich genöthigt, sich über ihr Können und Wollen und damit zugleich auch über ihre ganze Per-

sonlichkeit em Urtheil zu bilden.

Er zuckte ungeduldig die Achseln. Unendlich nebensächlich kamen ihm

diese Erwägungen plötzlich vor.

Er hatte jetzt wahrhaftig an anderes zu denken. Frei und fessellos wollte er

sich seinen Empfindungen überlassen.

seinen Empfindungen, die ihn hintru

gen zu der süßen Holdseligkeit Olgas. Er sah nach der Uhr. In einer Stunde

etwa wurde er vor Frau von Zernwitz

stehen und sie um die Hand ihrer Toch ter bitten, deren Liebe er sich ja ver sichert halten durfte.

War der einzig köstliche Schatz dann auch durch das Wort der Mutter sein eigen geworden, so besaß er das heilige

Recht, zu leder Stunde vor das bezau

bernde Geschöpf hinzutreten und zu bitten: Komm, lege Deine beiden Hände auf meine Stirn, dann wird sich

das schmerzhaste Brennen dahinter lin

dern, auf mein: Augen lege diese weichen Hände und ich werde Bilder eines unendlichen Glückes schauen! Reiche mir Deinen süßen Mund, mich dürstet nedj den Seligkeiten, die er zu spenden hat Seligkeiten, die sich wie eine

Scheioemauer ausrichten sollen zwt schen mir und der Welt mit ihrer viel gestaltigen, hetzenden Quatt

Es war um die vierte Nachmitags-

iunde, als er sich der kleinen Beitzung

näherte, aus deren Frieden Frau von

Zernwitz in nicht allzu langer Zeit ver-

rieben werden sollte. Nun. er kam, ihr

einen Weg zu weisen, den sie gewiß mit Freuden gehen würde den Weg zurück in das Haus, in dem sie einst an der Seite des früh verstorbenen Gat-

en hatte wohnen dürfen!

Die Oktobersonne tauchte heute die

Welt noch einmal in sommerlichen Glanz. Olga stand am offenen Fen-

ter und träumte in den stillen Garten

hinaus. In der klaren Luft tönte der Schritt des'iungen Mannes schon von

weitem zu ihr her sie horchte auf und trat zugleich unwillkürlich einen Schritt zurück, so daß der Vorhang sie deckte.

Jetzt bog Egon Rüttenauer um den

Gartenzaun und da schlug eine Lohe

im Gesicht des jungen Mädchens auf.

Es war einen Augenblick lang ein hei-

ßes Ausleuchten des Glucks, hervorgezaubert von der Selbstvergessenheit

einer brennenden Sehnsucht sofort

aber senkten sich tieft Schatten in die schonen Augen und die feinen Lippen

egten sich wie im Schmerz fest aufein-

ander. Mit zuruckqebeuatem Ober-

örper schloß sie hastig das Fenster. Egon wurde von der unaufhörlich nizenden und undeutliche Worte mur-

melnden alten Kathrin zu Frau von

Zernwitz geführt, die heute einen leid-

ich guten Tag hatte. Der junge Mann neigte sich ehrer-

bietig über ihre Hand und begann:

Wollen mir die gnädige Frau gu-

tigst ein paar Minuten schenken?"

Sie wies ihm einen Sessel an in

unmittelbarer Nähe des Sofas und bemühte sich, möglichst unbefangen auszusehen. Aber eine ängstliche, beklemmende Unruhe in ihr wuchs immer mehr an. Egon Rüttenauers befrem-

dende Schönheit, die vom ersten Augenblick an etwas wie eine instinktive AbNeigung in ihr hervorgerufen hatte, stieß sie heute geradezu ab.

Sie schalt sich dafür aus, daß sie

sich von einem Eindruck, den sie noch gar nicht auf seine Richtiqkeit hatte

prüfen können, so tief beherrschen ließ.

Allein sie konnte nicht anders ihr war, als drohe von dem jungen Mann eine Gefahr und als werde diese Gefahr vordringen bis zu dem Nebenzim-

mer dort, wo sie ihre Tochter wußte,

und dieses so sehr geliebte Kind über-

fallen Mit aller Noth und Angst eines

friedelosen Lebens.

In diese Bedrängnisse hinein sagte

sie mechanisch:

Ich habe durch Herrn Schönholzer

von der traurigen Begebenheit gehört, durch die das vorzeitige Ende jenes armen Herrn von Bärndorf, Ihres Wohlthäters, herbeigeführt worden ist. Herr Rüttenauer. Gestatten Sie, daß

ich Ihnen mein aufrichtiges Beileid ausspreche. Und einen Glückwunsch

darf ich hinzufugen. Der widerspruchsvolle Räthselgang des Lebens hat Sie, indem er Ihnen einen Schmerz anthat, zugleich zum reichen

Manne gemacht."

Ich danke Ihnen, gnadige Frau für

Ihre warme Antheilnahme an Leid und Freud meines Daseins," versetzte

der junge Mann in gehaltenem Ernst.

Sein bleiches Gesicht war von marmor-

ner Unbeweglichst kein Zucken darin verrieth, was in seinem Innern

vorging. Er sprach entschlossen weiter:'

Vielleicht hat Ihnen mein Freund

Berthold Schönholzer auch angedeutet,

daß mein Verhältniß zu dem Verstor

benen nicht gerade ein allzu liebevolles gewesen ist. Daran mag in erster Linie

die grillenhafte Wunderlichkeit des ver

einsamten kränklichen Mannes schuld

gewesen sein allerdings hatte auch

ich mir mehr Mühe geben sollen, ihn aus seinen innersten Beweggründen heraus zu verstehen. Allein die Art und Weise, wie mir das Leben nach einem kurzen, glücklichen Jugendtraum mitgespielt, hat mich nicht gerade gelehrt, meine eigene Verbitterung zu bekämpfen und die Verbitterung eines anderen geduldig zu ertragen. So ist

es gekommen, daß ich Herrn Bärndorf recht wenig geliebt habe, und Liebe läßt sich nachträglich nicht erlernen. auch wenn man eingesehen hat, daß Grund dazu vorhanden gewesen wäre. Sie verstehen mich gewiß, gnä-

digste Frau.

Da Frau von Zernwitz nicht gleich antwortete, fuhr er mit einem harten

Zug um die Lippen fort:

Ich erwähne diese Dinge nur. um

einen vermittelnden Uebergang zu ftn

den zu einer großen Bitte, mit der ich zu Ihnen komme, gnädigste Frau. In

Anbetracht dessen, daß sich erst seit kur

zer Zeit das Grab über Herrn Bärndorf geschlossen, der mich, wie Sie vorhin sagten, zum reichen Mann gemacht hat, möchte diese Bitte leicht

pietätlos, zum mindesten verfrüht er

scheinen, wenn man eben nicht die be-

sonderen Umstände zu meiner Ent-

schuldigung heranzieht. Auch noch nach einer anderen Seite sind es die besonderen Umstände, die mich heute schon aussprechen lassen, was vielleicht erst nach Ablauf einer schicklichen

Trauerzeit geschehen sollte. Ich weiß, gnädigste Frau, daß Sie am ersten Januar diese kleine Besitzung verlassen sollen - Jetzt sah Frau von Zernwitz verwundert auf. Hat Ihnen Herr Schönholzer von der Angelegenheit Mittheilung genacht?" fragte sie. Ihm habe ich mich allerdings anvertraut. Aber wenn Sie durchidonder .Sache Kenntniß ha-

ben. sollten Sie doch auch wissen, daß durch seine freundliche und thatkräf-

tige Vermittlung schon vor etwa acht

Tagen mit Herrn Kaufmann Berberich

em anderes Abkommen getroffen worden jst. Wir werden die Wohnung vorläufig noch bis zum kommenden

Juli innehaben."

Egon Rüttenauer biß sich auf die'

Lippen und blickte finster zu Boden.

Ohne daß er darum wußte, krampften sich seine Hände zusammen sein I

Athem ging schwer und stoßweise.

Er kam sich auf einmal waffenlos in einem Streite vor. Die Frauen tedurften einstweilen der neuen Unter-

kunft gar nicht, mit deren Geschenk er

vor sie hatte hintreten wollen als Erretter aus andrängenden, bangen Sor-

gen. Damit war seinen Bitten und

Wünschen, mit denen er kam. sür's erste

die thatsächliche Berechtigung genommen. Es wollte ihm, der sich in den

ersten Wochen einer Trauer befand, die

gewöhnlich auf mehrere Monate aus-

gedehnt wurde, nun in der That selber Pietät- und gefühllos erscheinen, schon

etzt mit die en Bitten und Wünschen

hervorzutreten.

Aber sie brannten ihm zu stürmisch

im Herzen er holte tief Athem, dabei straffte sich sein zusammengesunkener Oberkörper wieder und er blickte Frau von Zernwitz aus dunkelglühcn-

den, sie gleichsam bannenden Augen

fest an.

Gnädige Frau, ick sollte mich jetzt

erheben und gehen, ohne Sie mit dem

eigentlichen Grund meines Kommens.

der durch Ihre Worte hinsällig gewor-

den ist. bekannt gemacht zu haben

allein ich kann und will nicht mehr zurück! Ich will nicht nein! Hören

Sie Mich also, bitte, einige Augenblicke an. Ich sprach vorhin schon davon, daß mir das Leben bisher nur den

Sonnenschein weniger glücklicher Ju-

gendjahre gegönnt. Sonst hat es mir

nichts von dem gehalten, was es mir versprochen nichts, nichts! Immer wieder ist mir der Becher von den Lippen fortgerissen worden, ehe ich trinken

durfte! Heimathlos bin ich durch die

Welt geirrt in meiner Entmuthi-

gung und Erbitterung sah ich für mich

schließlich nur noch den Weg offen,

hinein in ein unsicheres Abenteurerleben in überseeischen Ländern. Auf einmal aber

Er mußte plötzlich innehalten, als

überkomme ihn ein Schwächeanfall.

Der rücksichtslos entschlossene Glanz in

semen Augen erlosch und der schone, bartlose Mund, der eben noch so beredt gewesen, senkte sich in schlaffen Linien nach unten. Der Anfall währte jedoch nur einen Augenblick als gelte es das Letzte und Entscheidende, flammte jäh eine wilde Energie in dem jungen Manne empor, hochaufgerichtet stand er jetzt neben seinem Stuhl, und als er von neuem zu sprechen begann, ertönte seine Stimme fast ehern: Auf einmal aber kam die Wendung in meinem Leben der unst'at Umhergetriebene fühlte Boden unter den Füßen, die Zukunft zeigte ihm ein bestimmtes Gesicht! Und nun sage ich

Ihnen eins, gnädige Frau. Wenn sich

mcht eine junge, zarte Hand ausstreclt. mich in diese Zukunft hineinzugeleiten. die Hand jenes Mädchens, das ich ken-

nen und lieben gelernt habe, wie ich nie

geglaubt hätte, daß mein zerrissenes.

verödetes Sbtx zu lieben vermöchte,

dann bedeutet mir die sichere Zukunft trotz alledem nichts, dann trete ich sie unter meine Füße und tauche erst recht zurück in das Dunkel, dem ich kaum entronnen bin! O, gnädige Frau.

wenn Sie wüßten, wie ich Fräulein Olga liebe! Das Gefühl ist über mich gekommen in Sturm und Drang, mit einer Gewalt ohnegleichen. . Darum konnte ich auch nicht eine schickliche

Trauerzeit abwarten, ehe ich vor Sie hintrat, um mir die Hand Ihres Kindes zu erbitten nein, die Entscheidung mußte baldmöglichst fallen. Ja. ich

muß wissen, ob ich glücklich und beseligt sein darf in Olgas Liebe, heute noch muß ich es wissen, sofort dann will

ich mich ja cent bescheiden und warten.

will mich jeder Ihrer Bestimmungen fügen nur Gewißheit geben Sie mir.

gnädige Frau. Gewißheit!" Er stand zuletzt mit gefalteten H'än

den vor Frau von Zernwitz das schöne Gesicht in einem unbeschreiblich fr . c w j HC-

yinrelyenoen Ausorua uvzs jic uiyc neigt.

Lassen Sie mich, ehe Sie antworten. mein letztes Wort sprechen," schloß

er. Lassen Sie mich sagen, was außer meiner Liebe mein Gegengeschenk

für Olga sein wird, wenn Sie zugeben, gnädige Frau, daß sie mit ihrem Jawort mein dunkles Leben erhellt. Ich bin seit einigen Swnden Eigenthümer des Gutes Weilau. Im November schon geht die Besitzung in meine fiänbe Über. Die Heimath also

ist es, in die ich Ihr Kind zurückzuführen vermöchte die Heimath auch für Sie., gnädige Frau! Sagen Sie Ja und bringen Sie mir den Frieden, die

Ruhe, das Glück!" (Fortsetzung folgt)

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Vergiftung durch Kons e r v e n. Die in Mainz, Hessen, zu Muck weilende Familie des Direktors

Gutmann von der Filiale der Dresdner Bank in Nürnberg erkrankte nach Genuß von Büchsenkonserven. Gutmann, dessen Frau, sowie seine achtjährige Tockter sind aestorben. weitere Zlwei

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