Indiana Tribüne, Volume 29, Number 227, Indianapolis, Marion County, 18 May 1906 — Page 6

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Europaische Nachrichten. Z?reie Stüdtc. Hamburg. Infolge der Unterschlagungen bei der Baudeputation des Hamburgischen Senats beging ein zweiter Senatsbautechniker, Schrader, einen Selbstmord. Die Höhe der unterschlagenen Staatsgelder ist auf mehr als 200.000 Mark ermittelt. Rath Puch, Direktor der Reichsbank Hauptstelle, ist in den Ruhestand getreten. Er hat zwölf Jahre in Hambürg gewirkt. Vor Kurzem fand man an der Wand der Kajüte einer Kastenschute an einem Nagel den Schiffer H. W. Ortmann erhängt vor. Die Leiche wurde nach der Leichenhalle des Hafenkrankenhauses gebracht. Das Motiv zu dieser unseligen That soll Eifersucht sein. Ortmann lebte mit einer 32 Jahre alten Frau in wilder Ehe. H. P. Julius Piening. Inhaber der alten bekannten Farben-, Drogen- und Kunsthandlung Piemng & v. Soden in der Breitenstraße, entschlief sanft nach langem Krankenlager, nachdem er noch seinen 70. Geburtstaz erlebt hatte. Das 21jährige Dienstmädchen Emilie Hahn, das in die Krawalle am Schoppenstchl gerieth und dabei vor Angst den Verstand verlor, ist jetzt im Krankenhause gestorben. Bremen. Von dem Zahnrad eines Lochwerkes zermalmt wurde der 15jährige Schlosserlehrling Dorn aus der Nordstraße. Dorn arbeitete bei der Aktiengesellschaft Weser" und hatte an einem Lochwerk eine Arbeit auszurichten. Hierbei ist er der AnWeisung zuwider in das Lochwerk hineingekrochen und hat sich zwischen die Speichen eines wagerecht liegenden Zahnrades gestellt. Durch irgend einen Vorgang setzte sich das Rad plötzlich in Bewegung und zerdrückte den Aermsten vollständig. Letztens verstarb der Senior unserer Kaufmannschaft, Friedrich M. Victor, Jnbaber der alten Firma Friedrich M. Victor Söhne. Schweiz. Bern. Das Schlößchen Arenenberg am Bodensee, ein Besitzthum der

Famüre Bonaparte, ehedem beliebter Aufenthalt der Königin Hortense von Holland, der Mutter Napoleons des Dritten, ist von der Exkaiserin Eugenie dem Kanton Thurgau zum Kaufe angeboten worden. Basel. Der ordentliche Professor der inneren Medizin und Direktor der medizinischen Klinik an der Universität Basel, Dr. W. His, hat einen Ruf an die Universität Gottmgen erhalten und zwar an Stelle des vom Lehramt zurücktretenden Geh. Medizinalraths Prof. Dr. Ebstein. Langenthal. Hier starb nach längerer Krankheit der im ganzen Oberaargau als Arzt und Menschen freund geschätzte Dr. Gottlieb BurkHalter im Alter von 61 Jahren. Luzern. Infolge Explosion eines Benzinapparates verbrannte sich in Triengen eine Frau Häni derart, daß sie unter großen Schmerzen kurz darauf starb. Malters. Hier starb, 96 Jahre alt, die Wittwe Barbara Burt, die älteste Frau des Kantons Luzern. O b f e l d e n. Vor einiger Zeit ist hier der Zweitälteste Geistliche der Züricher Landeskirche, Alt - Dekan I David Eßlinger, gestorben. Schaffhausen. Kürzlich ertrank beim Gondeln m Rhein ein zun ger welscher Uhrmacher Namens Os kar Senn unterhalb Büsingen. Zug. Ein Rangirzug überfuhr beim Bahnhofe den Bahnangestellten Schäppi, der schrecklich verstümmelt todt ausgefunden wurde. Heflerreich-'Zlngarn. Wien. Vor einiger Zeit beging im engsten Familienkreise der :m 3. Bezirk, Beatnxgasse No. 12 wohn hafte bekannte Klavierpädagoge Prof. Anton Borst mit seiner Gattin Leopoldine das Fest der silbernen Hochzeit. Nach kurzer Krankheit ist Paul Klemens Lothar Fürst Metter nich-Winneburg im 72. Lebensjahre in seinem Palais, Landstraße, Renn weg No. 23, einer Lungenentzündung erlegen. In der Schottenfelder Knche begmg das Ehepaar Franz und Marie Pitzelberger, 77 beziehungsweise 73 Jahre alt, das goldene Hochzettsfest. Der Mann war ur sprünglich Tischler und ist jetzt Haus besorger. Der vor einiger Zeit hie: verstordenePnvaner Emanuel Grun feld hat für wohlthätige Zwecke 70. 000 Kronen hinterlassen. Der ehe mall Professor des Clvilprozesses an der hiesigen Universität, , Hofrath Dr. Anton Menger, ist in Rom an den Folgen einer Lungenentzündung im 65. Lebensiahr aestorben. Vor kurzem wurde der 40jährige Mittelschulprofesso: Dr. Johann Korda vor semem Wohnort, Margaretenftraße No. 56, von einem Stellwagen überfahren und schwer verletzt. Graz. Kürzlich stürzte der Gast Wirth Jerabek aus Göstina bei Graz auf der Heimreise in der Station Llesina, wo er zum Zuge zu spat kam und auf den bereits fahrenden Zug aufspringen wollte, ab. Jerabek wurde unter die Räder geschleudert, wobei ihm beide Füße abgetrennt wurden. G u m p 0 l d s k i r ch e n. Bei der Bürermeisterwahl ist der frühere langiährige Bürgermeister, Privatier Anton Wagner, wiedergewählt wor den.

K c x 1 3 0 a 0. Der nach Wiener-

Neustadt zuständige Postbeamte Karl Sauer m Cyodau wurde nach unterschlagung von Amtsgeldern flüchtig. n i-rs . t rr tm a ! 0 a cy. er qiqigc cmbändler Greiser wurde vom Schlage eerübrt und war auf der Stelle todt. Als die Tochter desselben nach Hause kam und vom Tode ihres Vaters erfuhr, sank sie mit einem Aufschrei todt zu Boden. L e m b e r g. Hier ist der Universi tätsprofessor Dr. Roman Pilat im 60. Lebensjahr gestorben. Ober - Erlltz. Vor einiger Zelt erkrankte die Arbeiterin Anna Bannert nach dem Genusse von Erdäpfeln mit Quark und starb binnen kürzester Zeit. Tetschen. Die Paplerfabrtt m Niedereinsiedel, eine der ältesten PaPierfabriken Europa's, ist vollständig niedergebrannt. T r i e st. Der Inkassant der hiessgen Filiale der Firma Karl Greinitz' Neffe Josef. Skala, ist nach Unterschlagung von 10,000 Kronen flüchtig geworden. W a i tz e n. Hier hat sich der Dlrekto: der hiesigen Strafanstalt Stephen Valkay erschossen. Luxemburg. Luxemburg. Vor Kurzem kam ein aus der Konkursmasse des verstordenen Liquidators Johann Bellion herrührendes Wohnhaus, gelegen am Marktplatznng, zur Versteigerung. Das Haus wurde zum Preise von 36,500 Francs dem Kaufmanne Jim-mer-Maroldt zugeschlagen. Beidweiler. Der kürzlich ermordete Matthias Kinnen stand in den 50er Jahren. Der Getödtete war Taglohner und seit mehreren Jahren Wittwer. Oetringen. Der zu Oetringer Mühle wohnende Müller Peter Schlitz wurde ertrunken lm , Mühlen teiche von seinen Angehörigen aufgefunden. Der Verunglückte war 52 Jahre alt. N e d : n g e n. Hier fand man die Frau Wittwe Eyschen, geb. Marie Steichen, ln ihrem Bette aus emer Schnittwunde am Halse blutend und bewußtlos vor. Die Frau ist gestorben. Das Schwurgericht in Zweibrücken, Rheinpsalz, verurtheilte vor Kurzem den 40 Jahre alten Fabrikarbeiter Diener aus Pirmasens zu zehn Jahren Zuchthaus. Diener kam am 30. Dezembcr v. I. als Handwerksbursche in die außerhalb des Ortes Maikammer stehende Weinwirthschaft Schmieder. Aus der Unterhaltung der als Kellnerin fungirenden Haushälterin Alteneder mit noch zwei anderen Gästen hörte Diener, daß der Wirth verreist sei und erst Abends wieder zurückkehre. Nachdem die beiden Gäste sich entfernt hatten, sprang Diener plötzlich auf, faßte die Alteneder an der Brust und den Haaren und schlug ihr den Kopf gegen die scharfe Kante des Thürpfostens. Gleichzeitig suchte er nach der Geldtasche des Mädchens. Auf das Geschrei der sich heftig wehrenden Alteneder kam der Bernhardinerhund Schmieders herbei, sprang dem Räuber an die Brust und biß sich in dessen Kleidern fest. Die Alteneder konnte sich losmachen und auf die Straße sllehen. Dlener nahm Relßaus. würd? aber später in Hamburg verhaftet. Die Geschworenen versagten ihm mildernde umstände. JnderKirchedesWiener Benediktiner - Stiftes zu den Schotten, die am Karfreitag, wie die übrigen Kirchen Wiens, bis nach acht Uhr geöffnet und dicht gefüllt war, hörte man um Va9 Uhr einen Schuß am Seitenaltar. Gleichzeitig war eine junge, schwarz gekleidete Dame, die dort sehr erregt gebetet hatte, zusam mengestürzt. Sie hatte einen Revolver gegen ihre Brust abgefeuert und war schwer verwundet. Bewußtlos wurde sie aus derKirche rn dentifts Hof getragen. Ein Arzt der freiwilliaen Rettunasaesellschaft leistete die erste Hilfe und fand bei ihr ein Ra sirmesser, mit dem sie sich schon früher dieAdern des linken Handgelenkes durchschnitten hatte. Sie wurde nun ins Spital gebracht, wo sie Nachts gestorben ist, nachdem sie vorher von ihrem Vater, einem Wiener Zahnarzt, - . .. v n m . w rciognoszirr woroen iji. le Meritor rw r . i n . ' vene, eme uoniervaionnin, litt an Hysterie und religiösem Wahnsinn und hatte schon mehrmals Selbstmordver fuche unternommen. Ueber einen Radun fall der Gräfin Montignoso, der früheren Kronprinzessin bon Sachsen, werden aus Florenz folgende Einzelheiten gemeldet. Die Gräfin passirte des Morgens mit ihrem Zweirad die in der Nähe ihrer Villa gelegene Cerretanistraße, und da das Pflaster infolge vorheriger Sprengung noch feucht war, kam das Rad ins Rutschen, wobei die Grafin zur Erde stürzte. Die Verunglückte wurde so fort von Passanten aufgehoben und mittels Wagens nach ihrer Wohnun gebracht, wo der Arzt einen Bruc des linken Schienbeins constatirte und ihr die nöthiae Hilfe leistete. Der Zu stand der Patientin ist, da Fieber nicht vorhanden, den Umstanden nach befriedigend, sie wird jedoch mehrere Wochen hindurch das Bett zu Huten gezwungen fern. Dievonden Vereinigten Staa

ten herausgegebene Geschichte des S zessionLkrieges umfaßt 120 Bande tt Uammen 120.000 Seiten.'

Das PiflolrnWcßm. Bei einem österreichischen Regiment

stand ein Hauptmann, der sehr still und lcückhaltend war und daher bei seinen Kameraden so sehr im Rufe der Schüchternheit stand, daß man sogar an seinem persönlichen Muth zweifelte. Der Kommandeur des Regiments, ein Graf L., erfuhr davon und beschloß. sich von der Wahrheit dieses Gerüchtes zu überzeugen. Bei einem Festessen. welches die Offiziere gemeinschaftlich einnahmen, richtete er es so ein, daß der stille Hauptmann seinen Platz neben ihm erhielt, und beim Dessert brachte er das Gespräch auf das Pistolenschießen. worin der Graf ein Meister war. Schließlich schickte er nach seinen Pistolen. um einige Proben seiner Geschicklichkeit zu geben. Die Pistolen kamen, und der Oberst sprach zum Hauptmann: Wie wäre es, wenn Sie mir einmal die Semmel hier hielten. Ich will sie Ihnen aus der Hand schießen." Alle Offiziere horchten hoch auf und sahen schadenfroh lächelnd auf den Hauptmann, der ruhig die Semmel zwischen Daumen und Zeigefinger nahm und sie emporhielt. Der Schuß krachte, die Kugel war mitten durch die Semmel geflogen. Das spöttische Lächeln der Offiziere war verschwunden, offenbar schämten sie sich. Der Hauptmann aber trat ruhig an den Tisch, nahm die andere Pistole in die Hand und sagte: Herr Oberst, das haben Sie schön gemacht, das möchte ich auch einmal Probiren. Jetzt, wenn Sie wollten die Gute haben, halten Sie mir die Semmel, vielleicht treffe ich auch." Es war interessant, die Mienen der Offiziere zu sehen, die eben noch so schadenfroh gelacht hatten; der Spieß hatte sich gedreht, Verlegenheit und Angst spiegelten sich in aller Mienen, am meisten bestürzt war der Oberst selbst. Haben Sie denn schon mit Pistolen geschossen?" fragte er. Nein, Herr Oberst, ich habe nie eine Pistole in der Hand gehabt; um so mehr würde es mich aber freuen, wenn ich richtig treffen würde." Da half also nichts, der Oberst mußte, um sich keine Blöße zu geben, dem Wunsche des Hauptmanns nachkommen. Was in seinem Herzen vorging, weiß niemand, so viel ist gewiß, daß er, ohne mit der Wimper zu zucken, die Semmel in die Höhe hielt. Langsam hob der Hauptmann die Pistole, langsam zielte er allen stockte der Athem, es war plötzlich so stille im Saale, daß man eine Stecknadel hätte fallen h?ren können. Da auf einmal setzte der Hauptmann ab und sagte harmlos lächelnd: Nein, es wird halt doch nicht gehen, ich könnte möglicherweise daneben schießen. Ich danke Ihnen vielmals, Herr Oberst." Seitdem hat man an seinem Muthe nicht mehr gezweifelt. crlorcn und doch ycivonnm. Als die allbekannte und beliebte an muthige Oper von Charles Adolphe Adam, der alte, ewigjunge Postillon von Lonjumeau," das Glanzparaderoß jedes Tenoristen, der mit Verve das hohe E herauszuschmettern vermag. und auf's flotte Peitschenknallen sich versteht, zum ersten Male in Paris zur Ausführung gelangte, geHorte zu denen, welche dem jungen Musiker sofort einen großen Erfolg prophezeiten, vor allem auch der französische Altmeister grazw ser, leichter Melodien, der berühmte Komponist Francois Auber. Nach der Generalprobe eilte er auf seinen jugendlichen Kollegen zu und beglückwünschte ihn bereits vor der Auffuhrung. Adam aber schüttelte zweifelnd seinen Kopf: wußte er doch nur zu gut, wie unberechenbar der Erfolg, besonders bei einem so lebhaften Publikum wie das französische, ist. Ich fürchte, ich fürchte." sprach er deshalb besorgt. es wird schief gehen." Doch Auber widersprach heftiger: Nichts haben Sie zu befürchten, gar nichts! Ich sce Ihnen ei was: ich wette sogar darauf! Sie haben einen riesigen Erfolg mit diesem .Postillon'! Sie würden Ihre Wette verlieren," lautete die Erwiderung des bescheidenen jungen Komponisten, indem wir beide durchsallen!" So wetten wir also! Ich wette hundert Louisdor, daß Ihre Oper den schönsten Erfolg hat!" schlug Auber vor. Die Wette wurde in der That gemacht. Als die erste Aufführung der Oper stattfand, saß ganz vorn, gleich in der ersten Reihe, ein älterer Herr, der mit jugendlicher Begeisterung bei jeder Nummer wie rasend applaudirte. Das fiel bald auf. Denn dieser eisrige Veifallspender war nicht etwa ein angeworbener und bezahlter Claqucur, sondern kein Geringerer als der berühmte, allbekaiinte Komponist Auber in eigener Person. Wenn aber ein Auber in dieser feuri gen Weise einem neuen Musikwerk An. erkennung spendete, wie hätten da die übrigen zurückbleiben dürfen? Der Postillon von Lonjumeau," der ohnehin gefiel, hatte also einen geradezu glänzenden Erfolg, und nie wird wohl jemand eine verlorene Wette lieber und dankbarer bezahlt haben als der glück liche junge Komponist.

AlDer Ansiedler Johnson aus .der Gegend von Zork. Minn.. ist infolae lanaer Wu. " "V I l J J - 1 einsamung irrsinnig geworden. Als ein Nachbar ihn besuchen wollte, fand er zu seinem Erstaunen, daß dasHaus allem Anschein nach mehrere Tage lang unbewohnt gewesen war. Man stellte eine Suche nach Johnson an und fand ihn schließlich nahe von Guy Parkers Farm, wo er gerade eine Scheune angezündet hatte, um sich die Füße daran zu wärmen; er war halb nackt. Das Feuer konnte rasch unterdrückt werden. Der Mann war offenbar wahnsinnig und wurde nach Grand Rapids gebracht und dem Probatgencht zur Untersuchung seines Geisteszustandes übergeben. In Annapolis, Md., legte dieser Tage Frl. Amelie D. Hau Fowler mit einfachen, aber eindrucksvollen Ceremonien den Grundstein zu einem Monument, welches dankbare Maryländer denSoldaten und Matrosen vonFrankreich errichten wollen, welche während des Revolutionskrieges fielen. Frl. Fowler ist eme Großnichte des Admirals Große, welcher die französische Flotte bei Jorktown commandirte. Bei der Feierlichkeit waren der französische Botschafter Jusserand. Gouverneur EdWin Warfield, Ex-Gouverneur Lee Carroll und Staats-Sekretär Oswald Tilghman und die höheren Offizicre von der französischen Flotte im Hafen von Annapolis anwesend. Die Cadetten und die Studenten des St. Johns-Collegs" bildeten die militärische Ehrengarde. Die Strafanstalten auf Blackwell'sJsland beiNew York sollen von der Bildfläche verschwinden. In einer dem Recorder Goff kürzlich unterbreiteten Empfehlung trat die April Grand Jury für die Umwandlung des Gefängnißgebäudes auf Blackwells Island in einen öffentlichen Park ein. Zugleich stellten die Großgeschworenen das dringende Ersuchen, daß die Besserungs - Anstalten, welche sich auf Blackwells Island befinden, nach Ward's, Randall's, Hart's und Ricker's Island verlegt werden. Ward's und Randall's Jsland sollen für das WohlthätigkeitsDepartement, Hart's und Ricker's Island für Gefängnisse und Besserungsanstalten reservirt werden. Die Grand Jury kam zu diesen Befund auf Grund der Wahrnehmung, die sie unlängst bei einer Besichtigung der Inseln gemacht. JnderGegendvon Brownsdme in Texas läßt der Ackerbau-Ml-nister Wilson wichtige Versuche anstellen durch Professor Clarence W. Dorsey vom Bundes - Ackerbau - Departement, welcher eine wichtige Erfindung gemacht hat, die er auf den neuen großen Berie'felungs - Pflanzungen im Rio Grande - Thal praktisch erproben soll. Es handelt sich um einen Apparat zur genauen Prüfung des AlkaliGehaltes des Wassers. Da zu starker Alkali - Gehalt des für Berieselungszwecke benutzten Wassers alle Saaten verdirbt, fc? ist es m Wichtigkeit, den Alkaligehalt bei Brunnen'bohrungen festzustellen, bevor man das Wasser zu Beriesclungsanlagen benutzt. Dieser Alkali - Prüfer" Dorsey's ist ein Apparat, durch den sich der Alkallge halt des Wassers genau feststellen läßt. Sobald das Wasser mehr als dreiviertel eines Prozents an Alkali enthält, ist es, wie Versuche ergeben haben, für Benefelungszwecke ungeeignet. Ueber Kupferfunde in den Black Hills wird aus Deadwood, S. D., berichtet: Es ist schon lange bekannt, daß in verschiedenen Gegenden der Black Hills Kupfer vorkommt. Vor mehreren Jahren hat Herr R. N. Maloney aus Deadwood die Bearbeitung der Blue Lead Mine nahe Sheridan, S. D., begonnen. Der erste Versuch war nicht zufriedenstellend, doch später wurde die Aufmerksamkeit durch reiche Kupferfuyde nahe der Oberfläche erregt, und John Harnan aus Cripple Creek hat sich in die Gesellschaft mit M.000 eingekauft. Es ist ein Schacht abgebaut worden, der gegenwärtig 260 Fuß tief ist, aber noch nicht die Wasserlinie erreicht hat. Erst dann rechnet man damit, größere Mengen Kupfer zu finden. Es sind Anzeichen dafür vorhanden, daß in etwas größerer Tiefe bedeutende Kupfererzlager sich befinden.. Die Gesellschaft beabsichtigt, die Mine voll auszunützen. und auch in der Nachbarschaft sind Kupferfunde bis zu 20 Prozent gemacht worden. Im nördlichen Tbeile der Black Hills, nahe von Custer Peak. arbeitet die Custer Peak Mining Co. Die Arbeiten sind über Winter unterbrochen worden, werden aber m der nächsten Zeit wieder auf genommen werden. Ein Schacht von 200 Fuß Tiefe ist bereits ausgehoben und soll auf 500 Fuß Tiefe gebracht werden. Man hofft, m dieser Tiefe die Hauptader von Kupfererz zu ftn den. Die Entwickelung des Kupferreichthums der Black Hills ist von großem Werthe wegen des hohen Preises von Kupfer überhaupt und auch :m Interesse der bestehenden Schmelzerelen. Bisher hat Kupfer erz immer eingeführt werden müssen, und dadurch sind die Betriebskosten der Schmelzereien bedeutend gesteigert worden.

Lom Jnlande.

eine äußerst muthige e . erwies sich jüngst Fräulein z. Donohue, eine Lehrerin in .nne, N. I., indem sie ihre Schü-

1er vor den Angriffen eines tollen Hundes hütete. Dieser erschien plotzlich in dem Sckulzimmer und sprang auf die entsetzten Kinder zu. Es gelang Fräulein Donohue, ihn in eine Ecke zu treiben und dort hielt sie ihn fest, indem sie ihre Röcke ausbreitete und sich so vor den Angriffen des Hundes schützte. Inzwischen eilten die 45 Schüler in's Freie und benachrichtigten den Schuldiener und einen Polizisten; letzterer eilte zur Hilse herbei und erschoß den Hund, einen großen Bernhardiner. Fräulein Donohue fiel nicht in Ohnmacht, wie man wohl erwartete, sondern betrachtete nur wehmüthig ihren Rock, den der Hund während des fast zehn Minuten währenden Kampfes in Fetzen gerissen hatte. Ein Zwerg in New York hat sich als Bigamist entpuppt. Sam Levy ist nur 3 Fuß 2 Zoll groß, aber so klein er von Figur, ebenso groß scheint seine Liebe zur holden Weiblichkeit zu sein, und zwar bevorzugt er die großen Schlanken. Kürzlich wurde er im Essex Market Gericht unter der Anklage der Bigamie vorgeführt, dem Tombs-Gefängniß überwiesen, aber später gegen Bürgschaft entlassen. Es meldete sich damals drei Frauen, die den Zwerg als ihren Gatten reklamirten. Jetzt ist nun noch eine vierte aus New Bedford, Mass., gekommen, die sich Annie Ostrafsky nennt und ihn schon vor siebzehn Jahren geheirathet haben will. Sie sagt, daß sie vier Jungen von ihm hat, drei davon Drillinge. Seine Gattinnen soll Levy unter verschiedenen Namen geheirathet haben, wie Jerusalemsky, Bozelmann, Liebermann und Ostrafsky. zu einem erfolgreichen Polygamisten wie Hoch und andere scheint es ihm aber seiner Zwergengestalt wegen an Talent zu fehlen. Ein in der Uebermitt.lung an den Adressaten verspäteter Brief machte in Camden einer fröhlichen Hochzeitsfeier ein jähes- Ende. Frl. Susie Corbitt wurde in der Kirehe zur Unbefleckten Empfängniß mit M. Mahoney getraut, und später fand im Hause ihres Bruders ein Hochzeitsmahl statt. Während sich die Gäste beim Spiel und Tanz auf das Fidelste unterhielten, erinnerte sich Frau Corbett, daß sie vergessen hätte, ihrem Gatten einen Brief einzuhändigen, der im Laufe des Tages eingetroffen war. Sie holte den Brief herbe! und übergab ihn dem Gatten. Corbitt öffnete den Brief las einige Zeilen und erblaßte das Schreiben enthielt die Nachricht von dem in Neufundland erfolgten Tode seines Vaters. Als Corbitt seiner Schwester, der neuvermählten Frau, die Nachricht übermUtelte, fiel diese in Ohnmacht. Mit der Festlichkeit war es natürlich vorbei, die Musik verstummte und die Gäste verließen das Haus, , in das so plötzlich die Trauer einZezs-" gen war. Eine unerhörte Frechheit entwickelte Geo. W. Lyons, der einst ein Insasse der Reformanstalt in Jeffersonville, Ind., war. Er hatte die Stirne, sich das Zuchthaus in Michigan City zeigen zu lassen, während eine Belohnung von $50 auf seiner Festnahme stand. Allerdings hatte er das Pech, erkannt zu werden, und man behielt den Besucher" nun gleich in der Anstalt. In der Reformanstalt galt Lyons für durchtrieben. Er hatte beim Bau des Zellenhauses C" geholfen und kannte dasselbe genau. Eines Tages entkam er, nachdem er sich die Kleider eines Beamten verschafft hatte. Man fing ihn ein, da er aber beständig der Bewachung bedürfte, wurde er nach ' Michizan City transferirt. Aber auch von dort entkam er, nebst einem Collegen. Während dieser nach zwei Wochen gefaßt wurde, dauerte es zwei Jahre, ehe man von Lyons hörte. Kürzlich nun kam er wohlgekleidet" in die Anstalt und bat, ihn durch dieselbe zu führen. Man merkte aber bald, daß er dort sehr bekannt sei, und seine Festnahme erfolgte. Ein eigenartiger AutoUnfall ereignete sich in Berlin, N. I. Der Automobilhändler W. N. Knox fuhr mit einem anderen Manne in einem Automobil auf der White Horse Pike und direkt in ein auf der Straße stehendes Haus. Beide Männer erlitten schwere Verletzungen am Kopf und Körper, und das Automobil wurde zersplittert. Wm. L. Walker wollte das Haus von einer Seite der White Horse Pike nach der anderen transportiren und hatte die Arbeit zur Hälfte vollendet, als die Nacht hereinbrach. ES wurden rothe Lichter an beiden Seiten des Haufes angebracht und der Führer des Automobils dachte, daß der Raum zwischen den Lichtern frei sei, bis er gu spät die Umrisse des Hauses aus der Dunkelheit auftauchenfah. Der Zusammenstoß erfolgte, beide Männer flogen aus dem Auto mit den 'Köpfen gegen das Haus und blieben dann bewußtlos . auf 'der Straße liegen. Nach einiger Zeit wurden sie aufgefunden und von einem Arzt in Behandlung genommen. Ein Wunder ist es, daß die Insassen nicht augenblicklich setödtet wurden. .