Indiana Tribüne, Volume 29, Number 227, Indianapolis, Marion County, 18 May 1906 — Page 5
Jndiana Trlbüne, I8.- Mai 1906,
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Das ßcQctmnis oon Stf. 31tcuöon.
Erzählung aus der Z?it der sranzqsischcn Ncvo!ution. von A. Kclzler. (Schluß.) Gottlob, an dieser Stelle waren die Werkleute bei ihren Ausbesserungen achtlos vorüber gegangen. Der eiserne Rechen. innen vor der Oeffnung, der das Herauöschwemmen größerer Gegenstände verhinderte, war verrvstet und verschlammt und wich einem kräftigen Drucke. Mit beiden Händen schöpfte er Schlamm und Steine heraus. Es ging. Ein Zwängen, ein Ruck, und er befand sich drinnen im Parke. Borsichti' horchte er umher. Kein aut ließ f I. hören. Er richtete sich aus und grr' nach einer öisenslange des Gl:tcrs. um sich derselben im Nothfälle als Waffe bedienen ,;u können. Langsam, unter dem Dunkel der Bäume Deckung suchend und nzch jedem Schritte wieder innehaltend, schlick; er vorwärts. Bald wurde sein Schritt sicherer. Kein Hund schlug an. Er gelangt, zuu: Schlosse unbjxpdj längs der Macr hin, um einen Ein gang zu finden. Nirgends eine Lücke. An die große Freitreppe mit dem Portal getraute, er sich nicht. Wenn irgendwo eine Wacke aufgestellt war, so befand sie sich an jener Stelle. Wieder seyte er kriechend und jeden Fuß breit Boden untersuchend seine Nachforschungen weiter und kam so auf die hintere Seite des mächtigen Gebäudcs. Deutlich erkannte er die Kellerfenster. Sie waren alle vergittert und dunkel. Nein, eines derselben machte eine Ausnahme; er fand eö dicht mit Sackleinwand verhängt. Umsonst bemühte er sich, dieselbe zu heben, die Nägel trotzten seiner Anstrengung. Erzog sein Taschenmesser heraus und führte einen Schnitt in das slraffgespannte Gewebe. Die Höhlung war mit Hobelsxänen und Stroh ausgefüllt. Schnell mit der Hand hinein, das Hinderniß leise, daß kein Rascheln verursacht wurde, bei Seite geschoben und heller Lichtschein flimmerte ihm entgegen. Er drückte sich näher hinzu, um zu sehen und zuhorchen. Ersteres war ihm mjt möglich: denn der Keller lag zu tief, und die Männer, welche mit einander sprachen, saßen nahe bei der Mauer, über welcher sich das Fenster befand. Morgen Nacht kommt Vartholct wieder mit zwei Fuhrwerken, jeder mit zwölf Kisten. Haltet Euch bereit. Die Guillotine hat in den legten Tagen viel gearbeitet. Wenn Ihr den Stockfischen' "die Haut abgezogen habt, so werft die Leiber schnell in die Grube im Garten und bedeckt die Schicht wie gewohnt mit Kalk und Erde. Das Ne-volutions-Tribunal ist mit Euch zufrieden. die Probe, die Ihr geliefert, hält den Vergleich mit dem feinsten Hirschleder aus.Die Gesellen lachten. Die Stimme war jene des Blutmenschen, der sich um Fanchon bewarb. Ein kalter Schauder durchrieselte Eamille. Das also war das Geheimniß, um derentwillen man Schloß Meudon so sorgfältig verschloß. Schrecklich! Er drängte sich noch näher heran, um auch etwas zu sehen. Sechs Männer, Gerbergesellen der rohesten Sorte, saßen an einem langen Tische und zechten. Lor ihnen stand Joachim Lilate und stieß mit ihnen an. In dem Bestreben, die Oeffnung im Stroh uno in den Hobelspähnen noch zu vergrößern, vergaß Eamille die nöthige 01 - : : j. i iCClllUJl. Ein Strohhalm fiel hinunter auf den Tisch, hinein zwischen die Männer, gerade in die Kerzenflamme, wo er sogleich Feuei fing. ES entstand ein Augenblick des Schweigens. .Man hat uns belauscht," zischte Joachim Bilate, aus, hinaus, ihm nach, damit wir ihn erwischen!" Eamille hatte sich schon erhoben und .huschte, so schnell ihn seine Füße tru gen, durch den Park dahin. . Drinnen im Schlosse wurde es lebenbig. Das Portal öffnete sich; man eilte mit Windlichtern heraus, ihn zu suchen und zu ergreifen. Gott, wie konnte er im Dunkel die Oeffnung finden, ourch die er hereingekrochen! Angstschweiß trat aus seine Stirne. Wie ein gehetztes Wild eilte er hin und her. Glück, da war das Bächlein: wie eine schwarze Linie zog es sich auf dem Rasen dahin. Schnell dem Laufe desselben folgend, gelangte er nach kurzer Zeit an die Mauer, schlüpfte hinaus, legte das Gitter wieder vor und fand sich in Sicherheit. Erst als der Morgen graute, langte er in seiner Wohnung an, das Herz voller Entsetzen und Ingrimm über die Blutmenschen, welche im Namen der Freiheit, die er so sehr liebte, die schändlichsten Greuel begingen und sogar die Ruhe des Todes störten. Der Dichter und Schreckensmann Sempronius GracchuS stapfte in vollster Aufregung in seinem Zimmer auf und ab. Soeben hatte man ihm einen Brief überbracht, worin ihm ein völlig unbekannter Mensch meldete, daß Fanchon, die ihn, den Wütherich, hasse und
scheue, mit ihm entflohen sei und egen den Willen ihres Vaters. Schreiben trug die Unterschrift: Ule Benonville." eilte hinaus nach Ehatillon. ' Von
fanchon nirgends eine Spur. ' Vater Earpeanx befand sich in großem Kummer. Wohin konnte sich sein einziges, so liebes Kind gewandt haben? Sie hatte zu ihm kein Wort gesprochen und ihm auch keine einzige Zeile hinterlassen. Er erschrak, als Joachim Vilate auf einmal in den Garten stürmte. Wer ist dieser Eamille Benonville, mit dem Fanchon entflohen ist?" herrschte ihn Joachim Vilate an und zeigte ihm den Brief. Eamille Benonville?" fragte Vater Earpeau. Das ist niemand Anders als der Schreiber, der hier jeden Dekadi sein Schöppchen Rothwcin trank und sich um FanchonS Gunst bewarb. Thorheit von dem Mädchen, sich an diesen armen Teufel zu hängen," so warf hier-der Nachbar Krämer ein, der eben herzugetreten war. Erzähle, Bürger!" rief Joachim Vilate, sage mir von ihm, was Du weißt." Der Krämer that es. Gut, gut, also Eamille Benonville ist ein Schreiber! Mag er sich verstecken, wo er will, die Späher' des Tribunals werden ihn finden." Er rief einem vorübcrfahrcnden Kutscher und kehrte sogleich nach Paris zurück, um mit den Nachforschungen zu beginnen. Zuerst begab er sich in den Saal, wo das" RevoiütionS Tribunal Sitzung hielt. Man schien ihn erwartet zu haben. Ueberall erblickte er zornentflammte Gesickter. Scheint'S, ist eS auch Deinem Scharfsinn noch nicht gelungen, den Verfasser der uns stets so heftig anklagenden Maucranschläge hcrauszufinden?" zürnte Robespierre und reichte ihm ein Blatt Papier. In großen, deutlichen Buchstaben war darauf zu lesen: Bürger! Franzosen! Werfet ab das Joch der Bluthunde, welche die Freiheit schänden! Ziehet hinaus nach Schloß Meudon, wo nach Anleitung des Revolutions-Tribunalsund unter Kontrolle von Joachim Vilate Menschen haut gegerbt wird ! Auf, Bürger, auf !" Ein Strahl teuflischer Freude huschte über das Gesicht Joachim VilateS. Die Stunde, wo er seinen Ehrgeiz befriedigen konnte, war gekommen. Er bcgann: Was den Maueranschlag betrifft, so lassen wir die Sache dcmentircn. Wer es wagt, ein einziges Wort davon verlauten zu lassen, ist verdächtlg und wird gulllotinirt. Der Mann aber, von welchem alle diese Maueranschlüge herrühren, heißt Eamille Benonville und ist Schreiber bei einem Advokaten. Ich gehe hin, ihn zu verhaften." Er warf einen triumphircnden Blick auf die Versammlung und entfernte sich. Von dem Briefe, den er erhalten, dessen Schriflzüge mit denen des Maueraufcblags übereinstimmten, ließ er kein Wort verlauten. So schrieb man denn die Entdeckung seinem Scharffinnc zu, und Robespierre, bei dem er überdies schon in hoher Gunst stand, schloß ihn noch fester an sich. Ueber das Geheimniß von Schloß Meudon, das so uncrvermuthet offenbar geworden, getraute sich Nienand zu reden. Furcht und Schrecken schlössen jeden Mund. Der Advokat, bei dem Eamille Be. nonville als Kopist in Diensten gestanden, war bald herausgefunden. Mit rohem Lärm drangen die Häscher in das Bureau. Mit Achselzucken erhielten sie zur Antwort, der Gesuchte ser schon zwei Tagen nicht mehr erschienen. Tu hast einem Vatcrlandsfcinde Unterkunft und Verdienst gegeben. Du bist des Todes schuldig jo herrschte Joachim Vilate den Advokaten an. In meinem Bureau wurde nie über politische Angelegenheiten gesprochen, entgegnete dieser. Um so schlimmer für Dich; denn das beweist, daß auch Du verdächtig bist," fuhr Vilate fort. Man führte den Advokaten in die Eonciergerie und zwei Tage hernach zum Tode. Umsonst spähte Vilate nach den fluchtigen. 'Nirgends eine Spur. In der Stille der Nacht entfernte man auf Befehl des Nevolutions Tribunals in Schloß Meudon alle Ein richtungen, die darauf hinwiesen, was hier betrieben worden sei; denn, als der Stern Robespierre zu erbleichen begann, traten einzelne Blätter auf, welche hierüber Untersuchung verlang ten. Eines Tages kam Joachim Vilate auf seinen Streifzügen an das linke Seineufer, zu den Eingängen in das unterirdiiche Paris, in die Katakomben. Schon zur Zeit der Römer wurden hier Steinbruche ausgebeutet, um Bau Material für die Häuser der Stadt zu gewinnen. Diese unterirdischen Gänge ziehen sich unter einem großen Theile von PanS dahin. Als man um das Jahr 1784 verschiedene alte Kirchhöfe beseitigte, brachte man die ausgegrabe nen Gebeine in diese vielfach verschlun gencn Gänge, und machte diese so zu Belnhausern. Zur Zeit der Schreckens Herrschaft warf man die Stockfische das heißt die Opfer der Guillotine, in diese Gewölbe, wo sie mit der Un zahl von Knochen und Gerippen, die von allen Seiten herbelgebracbt wur den, ein-grauenvolles Durcheinander bildeten.. ' : ..
Eben waren ein Mann und eine Frau damit beschäftigt, eine Anzahl rohgezimmerter Särge von einem Wagen zu heben und in den Katakomben zu bergen. Sie verrichteten diese Arbeit, der sich sonst Niemand unterziehen wollte, mit Würde, .ja sogar mit einer gewissen Andacht. Mann und Frau trugen die rothe phrygische Mütze. Wer sind diese Leute, Bartholet?" wandte sich Vilate an den Führer des Leichenwagens. Bartholet zuckte die Achseln. Er kannte sie nicht, sondern wußte nur, daß sie ihre Pflicht erfüllten. Dann fuhr er mit seinem Wagen davon. In diesem Augenblicke kamen die beiden Todtengräber wieder heraus, um den letzten Sarg hineinzuholen.
Die Frau wandte Vilate ihr Angeicht zu, ein schönes, jugendliches Antlitz voll stolzer Würde und keuscher Unnahbarkeit. Sie erbleichte, als sie Joachim Vilate sah. Dieser faßte sie scharf in'ö Auge. Auf einmal dämmerte es in ihm auf zu ichtem Erkennen. Fanchon," schrie er, endlich habe ch Dich und den elenden Verräther, der das Geheimniß von Schloß Meudon belauschte!" Er zog den Dolch aus seinem Gürtel und stürzte sich auf die Beiden. ie wichen zurück in das Dunkel der Katakomben, wo sie sich im Gewirre der Gänge schnell in Sicherheit wußten. Wüthend folgte ihnen Joachim Vilate. Schon war er dicht hinter ihnen. Eamille und Fanchon thaten einen Schritt in einen Scitengang. Ihr Verfolger stürmte vorwärts. Noch einen Augenblick. Ein lauter Aufschrei, ein dumpfer Fall weit drunten in der Tiefe. Joachim Vilate, der Schrcckenömann, der sich in seinem StoUe Semvronius GracchuS nannte. lag zerschmettert drunten bei seinen Opfern in einem Schachte von mehr als hundert Fun Tiefe. Noch Monate lang warteten Eamille und Fanchon ihres stillen Amtes. Als Robespierre aber endlich gestürzt war und ruhigere Zeiten kamen, kehrten sie nach Ehatillon zu Vater Earpeaux zurück, welcher hocherfreut, die Verlorengcglaubtcn wiederzusehen, schnell eine Flascke von seinem besten Rothwein heraufholte und ihren Herzensbund segnete. Fanchon und Eamille wurden ein glückliches Paar. Als Vater Earpeaur sein Auge im Tode schloß, übernahmen sie die Wirthschaft. Der Krämer, der nebenan wohnte, hatte seinen Groll vergessen und ebenfalls eine wackere Frau gefunden, die es ihm nicht verwehrte, täglich zweimal drüben bei sei ncm Freunde, dem Vater Eamille Bc nonville, ein Fläschchen Rothwcin zu trinken. Von Schloß Meudon ist kein Stein auf dem anderen geblieben. Zur Zeit, als Eamille und Fanchon in Ehatillon als tüchtige Wirthöleute die einkehren den Gäste bedienten, Sitz der Kaiserin Marie Louise, des Königs von Rom und zuletzt des Prinzen Napoleon, wurde eS im Jahre 1871 während der Belagerung in Brand geschossen und völlig zerstört. Mit ihm sank der Bau, an den sich ein entietzliches Nachtoud aus der Ge schichte menschlichen Wahnes und roher Gefühllosigkeit knüpfte daö Geheim niß von Schloß Meudon. Ein vorzügliches Düng e m i t t e l für R o s e n ist Rußwasser. Ter Ruß, am besten von Holzfeuerung, wird mit siedendem Wasser überbrüht und die Rosen damit, wenn es erkaltet ist, begossen. Alte Rosenstöcke sollen dadurch in lebhaften Trieb kommen und größere, farbigere Blüthen hervorbringen; auch ist etwas Salmiakgeist, unter das GießWasser gemischt, krsonders bei Topfpflanzen ein vorzÜJliches Düngemittel. Behandlung der Bohn e n st a n g e n. Dieselben werden fast immer benutzt, ohne daß man die Rinde ablöst. Im ersten Jahr scht sie noch fest am Holz und dann schadet es nichts, aöer später lockert sich die Rinde und die entstandenen Zwischemäume werden sehr bald ein Schlupfwinkel für allerlei schädliche Insekten, deren Eier und Larven sich während des Winters entwickeln und sodann die Pflanzen im Z5rühiahr schädigen. Elhe man zu dieser Zeit die Bohnenstangen benutzt, ist es darum nöthig, nicht allein die lockern Stellen, sondern die ganze Rinde abzulösen. Strik ender K'irchenchor. Der Kirchenchor in Heubach, Thüringen, beschloß, in der Kirche nicht mehr zu singen, da ein Gesuch um bessere Vergütung seiner Thätigkeit vom Kirchenvorstand abgelehnt worden war. Erst nachdem der Kirchenvorstand zu Zugeständnissen sich herbeiließ, erklärte der Chor sich zur Wiederaufnahme feiner Thätigkeit bereit. Starb an der Schlafk r a n k h e i t. Im Londoner Univer-sitäts-Hospital starb der frühere Direktor des botanischen Gartens in Ent-ebbe-Uganda, John Mahon, an der Schlafkrankheit. Es ist dies einer der ersten Engländer, die dieser Krankheit zum Opfer gefallen sind. Bon Entebbe wurde auch kürzlich ein englischer Offizier wegen derselben Krankheit nach Hause, geschickt. Kleidersäume von hellen Kleidern reinigt man, indem man sie mit Brot abreibt. Dunkele Kleidersäume bürstet man mit dünnem Kaffee, Kaffeesatz, den 'man mit Regenwasser aufgekocht hat.
n i: I jl - u y i ii ii v x y.:..;:..M.H-i-i"i":-:"i":":-'!":"!"!";"!":"!"r? Präparandens chüler als Dieb. In Rheidt. Rheinprovinz. wurde ein Praparandenschuler verhastet, der in's Gymnasium eingebrochen war und eine Geldkassette mit 1160 Mark gestohlen hatte. Selbstentleibunq in der Kirche. In einer Wiener Kirche hörte man während eines Abendgottesmennes einen Schuß. Eine junge Dame, die längere Zeit an einem Seitenaltar der Kirche in großer Erregung gebetet, hatte einen Selbstmordversuch durch einen Revolverschuß verübt. .Em herbeigerufener Arzt, der die Verwundete untersuchte, fand bei ihr ein Rasirmcsser. mit dem sie sich schon früher, bevor sie die Schußwaffe gebraucht hatte, die Adern am linken Handgelenk durchschnitten hatte. Die Unglückliche starb Nachts im Spital. Sie war die Tochter eines Wiener Zahnarztes und litt bereits feit längerer Zeit an religiösem Wahnsinn. Spazicrgang eines Wahnsinnigen. Einen Spaziernanq iin Adamskostüm unternahm in Zerbst. Anhalt, ein Fremder. Er besichtigte, nur mit einem Hut bekleidet. am hellen lichten Tage die crlten Wahrzeichen der Stadt, den am Marktplatz aufgestellten Roland und die Butterjungfer. Hierauf begab er sich, gefolgt von einer großen Menschenmenge, nach dem Rathhause, wo er sich dem Wachtmeist vorstellte. Wie bald festgestellt werden konnte, war der sonderbare Wanderer identisch mit dem früheren Jockey Schirmer, der infolge eines Sturz: mit seinem Pferde geistig nicht mehr normal ist; er war in der Irrenanstalt zu Reu-Ruppin intcrnirt, von wo er entwich. Der Kranke wurde in Zerosl mit Kleidern versehen und dann d:r Anstalt wieder zugeführt. Ehemaliger Gendarm als Einbrecher. Der ehemalig: ungarische Gendarm Kodas. der nach seinem Austritte aus der Gendarmerie die Forstschule in Kiralyhalom besichle, wollte seine in Maria-Theresio-pel wohnende Familie besuchen und dieser Geschenke mitbringen. Das hierzu nölhige Geld wollte er sich durch einen Einbruch in dem Hause des Kaufmanucs Kardos verschaffen. Um vier Uhr Früh brach Kodas in dem bezeichneten Hause ein, traf aber den Besitzer schon wachend an. Kodas stürzte sich nach hr$tm Wortwechsel auf den Kaufracinn und schnitt ihm mit einem scharf geschliffenen Messer den Hals durch. Ti? herbeieilende Gattin Kardos' erschlug der Verbrecher mit einem Zehnkiwzrammgewichte, und das Dienstm'ädchen bearbeitete er mit derselben Waffe derart, daß sie bewußtlos zusammenstürzte. Kados floh, wurde jedoch von berittenen Gendarmen eingeholt und festgenommen. Die älteste Frau Deutschl a n d s ist die Holzhauerswittwe Josepha Eder in, Spitzendorf, Niederbayern. Sie vollendete kürzlich ihr 118. Lebensjahr und ist noch rüstig und frisch; ihrem faltigen, hageren Gesicht sieht man das hohe Alter nicht an; sie kann auf den beschwerlichen hügeligen Wegen ihrer Heimathsgegend noch ziemlich weit gehen und ist so abgeh'ärtet. daß sie ungeachtet der Jahreszeit mit unbekleideten Füßen geht. Roch im vorigen Jahre ging die rüstige Greisin zu Ostern nach dem eine gute Stunde entfernten Pfarrdorfe Tittling zur Beichte. Vor 63 Jahren bereits hat sie ihren Mann verloren, der ihr außer drei Kindern nicht viel hinterließ. Jetzt lebt sie bei ihrer ältesten Tochter, die auch schon auf 85 Jahre zurückblicken kann, und pflegt unzählige Enkel und Urenkel. Ableben eines Son derl i n g s. Der frühere Weinhandler Heinrich Pfähler in Offenburg, Baden, ist jüngst im 71. Lebensjahre gestorben. Zerfallen mit seinen Verwandten und nur von einer Hundeschaar umgeben, lebte er in seiner verwahrlosten Villa, dem verwunschenen Schloß," ein Anwesen. das auf 1.000.000 Mark bewerthe! wird und das er nebst seiner werthvollen Kunstsammlung dem Staat vermacht hat. Letztere enthält eine keramische Sammlung, die in Deutschland ihresgleichen sucht. Der Liegenschaftserlös ist nach testamentarischer Bestimmung vom Staat für christliche Liebeswerke zu verwenden. Zwei entfernte Verwandte erhielten Legate von je 25.000 Mark, und für die treuen. vierbeinigen Lebensgefährten hat Pfähler ebenfalls auskömmlich gesorgt. Jnsultirung eines Gesandten. Eine Anzahl russische? Revolutionäre suchte während eines Abendgottesdiensies in der russischen Kapelle zu Genf. Schweiz, den dort wohnenden Gesandten Rußlands. Jadowsky, sowie mehrere russische Artstokraten zu insultiren. Es entstand ein-Tumult, doch konnten die Ruhestörer durch die Polizei entfernt und der Hauptschreier verhaftet werden. Beim Transport des Verhafteten stürzten sich aber seine Genossen auf die Pclizisten und befreiten den Gefangenen. Die Polizei wurde außerdem fo bedrängt, daß sie von der Schußwaffe Gebrauch machte, aber auch die Russen schössen. Einer von ihnen wurde schwer verwundet nach der Klinik gebracht. Tags darauf wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen.
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Das Alter Der Hunde
erkennt man, wie bei den übrigen Hausthieren an der 'Beschaffenheit der Zähne. Ein vier Monate alter Hund verliert die ersten beiden Schneidezähne rn der Mitte und erhalt dafür zw neue. Im sechsten Monate seines Alters fallen auch die anderen Schneidezähne nebst den Hakenzähnen aus und werden durch neue ersetzt. Zwischen dem neunten und zwölften Monat seines Alters haben die Zähne ihre vollständige Größe erreicht. Sie haben dann eine milchweiße Farbe, sind spitzig und scharfrandig, an den Spitzen und Rändern halb durchsichtig wie Porzellan. Mit Zunahme des Alters treten an den Zähnen Veränderungen ein. Die scharfen Ränder und Spitzen schleifen sich nach und nach ab, die Hakenzahne werden ganz stumpf, die frühere weiße Farbe verliert sich und macht einer gelben Färbung Platz. Diese Farbe erscheint zuerst nahe am Zahnfleische und greift nach und nach werter, bis die ganzen Zahne gelb sind. Im hohen Alter erscheinen die Zähne fast bis auf den Grund abgeschliffen. auch fallen sie nacheinander aus; das Haar auf den Augenbrauen, auf dem Nasenrücken und am Halse wird grau. Die Lebensdauer der Hunde ist sehr verschieden; die mittlere durfte sich auf etwa zwölf. Jahre erstrecken. Eimae Hunde haben schon im zehnten, andere dagegen erst im 20. bis 25. Jahre rhr natürliches Lebensende erreicht. Fruchtfolge im Gemüsegarten. Die Fruchtfolge fpielt auch bei dem Gemüsebau, falls man Dünger sparen und recht wohlschmeckende Gemüse erzielen will, eine bedeutende Rolle. Es müssen auf blattarme blattreiche Gewächse, auf tiefwurzelnde flachwurzelnde folgen. Die für einjährige Kulturen bestimmten Flächen theilt man in drei Theile und verfährt bei der Düngung folgendermaßen: Der erste Theil wird tüchtig gedüngt und soll mit Kohlgewächsen, Salat, Spinat und Gurken bebaut werden. Der zweite Theil wird nur mit Jauche oder KomPost schwach und mit Thomasmehl und Kainit gedüngt, um dann Wurzelgewächse. Sellerie, Steckrüben- Mai-und Herbstrübcn, Radieschen, Rettiche, Karotten u. f. w. darauf zu bauen. Der dritte Theil wird gar nicht gedüngt oder nur mit etwas Thomasmehl und Kainit bestreut, um auf demselben stickstoffsammelnde Pflanzen zu bauen. Im zweiten Jahre ist die Vertheilung des Düngers folgendermaßen vorzunehmen: Der erste Theil wird nicht gedüngt, höchstens wird etwas künstlicher Dünger gegeben, und es werden dann hier die Hülsenfrüchte gebaut. Der zweite Theil wird stark gedüngt, wie im Vorjahre bei eins. Der dritte Theil wird schwach gedüngt, wie bei zwei im Vorjahre. Ueberfütterung der Pferde. An den Wochentagen bleibt den Pferden zu gewissen Zeiten oft nur wenig Zeit zum Fressen übrig; aber an den Sonn- und Festtagen findet sogar eine überreiche Fütterung statt. Einmal werden ungewohnte große Mengen von Futter aufgenommen, die gar nicht alle verdaut werden können, da es an der Absonderung der erforderlichen Verdauungssäfte fehlt, und sodann fehlt es an solchen Tagen den Thieren an der erforderlichen Bewegung. Es ist daher gar kein Wunder, wenn sich bald Verdauungsstörungen einstellen, die sich in mehr oder weniger gefährlichen Kolikerscheinungen zeigen. Mllssen Pferde in der ganzen Woche schwer arbeiten und wird ihnen ihre Ruhepause verkürzt, so schadet eine kleine Futterzulage an Ruhetagen nichts; doch hüte man sich davor, des Guten zu viel zu thun. Grünfutter für Federvieh. Das Grünfutter ist auch in der Federviehzucht eines der wichtigsten Futtermittel, insofern dies auf den Eierertrag von größerem Einflüsse ist. Das Grünfutter ist ein Lieblingsfutter der jungen Enten, an welche es meist kleingeschnitten mit Brei vermengt verfüttert wird. Das bei dem Ausjäten des Gartens wegfallende Unkraut kann sehr gut benutzt werden; man schneide es nur in kleinere Stücke und mische es in das übrige Futter des Geflügels. Die jungen Enten und Truthühner lieben besonders die Stiele der Zwiebelgewachst; auch diese sind in das übrige Futter zu mengen; dieses Futter begünstigt vorzugsweise die Verdauung. Erschoß seine Eltern. Der Schriftsteller Luigi Barbcriö, Schuldirektor in Ehivasso, Piemont, wurde von seinem eigenen halbblinden Sohn durch Revolverschüsse getödtet. Hierauf richtete der Mörder die Waffe auf die Mutter, tödtete auch diese und schließlich sich selbst. Gefährliche Henne. Auf einem Gute zu Stekene, Belgien, überfiel eine Henne das vierjährige Söhnchen des Pächters, das ihren Klicken nachlief, hackte ihm die Augen aus und zerfleischte ihm derart den Kopf, daß das Kind einige Stunden nachher seinen Verletzungen erlag. M u t h i g e F r a u. Dem Ge fängniß in Euven. Rbeinvrovin? wurde ein Landstreicher überliefert, der Nachts zwischen, Raeren und Rölaen einen Bahnwärter mit dem , Messer überfallen hatte. Die beherzte Bahn Wärtersfrau eilte ihrem bedenklich ver mundeten Manne zu Silfe: auck sie er hielt mehrere Messerstiche; es gelang ihr aver, einen Guterzua halten m las sen. Dessen Angestellte überwältigten oen Verbrecher.' ' , . .. i i ' . '
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