Indiana Tribüne, Volume 29, Number 225, Indianapolis, Marion County, 16 May 1906 — Page 7

Jndiana Tribune, 10 Ma! RS06.

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R o m a tt B03 Alfred Sassen

OKXXHK (Fortsetzung.)

3. Kapitel.

ls Berthold Schönholzer einige

Tage später zum Nachmittagskaffee aus der Fabrik her-

überkam, sah er beim Betreten des leeren Wohnzimmers, daß der aemüthliche runde Tisch vor dem Sofa ein ftstlichcs Aussehen auswies. Er durcheilte sein Arbeitszimmer mit dem daranstoßenden Schlasraum und betrat die hübsche, kleine Fremdensiube. Ta stand vor dem Spiegel ein junger Mann und knüpfte an seiner Krawatte. Berthold lieh ihm keine Zeit, das Kunstwerk zu vollenden. Ungestüm zog er ihn an seine breite Brust und umarmte ihn wieder und wieder. Dabei rief er in überströmender Herzlichkeit: Taß Tu nur da bist! Wie ich mich freue! Nein, wie ich mich freue! Willkommen tausendmal willkommen!" Egon Nüttenauer war eine Erscheinunz von so vollendeter Vornehmheit, daß auch die kühnste Phantasie nicht zu d:r Annahme gelangt wäre, er könne jemals aus eigenem Antrieb seinen eleganten Nock ausziehen und mit seiner schlanken Gestalt von tadelloser Haltung in das grobe Leinenhemd eines Goldgräbers oder fischenden und jagenden Abenteurers schlüpfen wollen. Und nun gar der Kopf, der im ersten Augenblick verblüffend apart wirkte! Tas Haar war roth daran lies; sich nichts beschönigen aber diese Farbe, die sonst bei einem Mann nur zu leicht zum Spott herausforderte, wirkte hier als Zierde zu dem schmalen, blassen Gesicht von edel reinem Schnitt. Den schnurrbartlosen Mund mit den auffallend rothen Lippen umspielte ein

seltsam müder, spöttischer Zug und in diesem Zug lag vielleicht der größte

Reiz des fenelnoen Gesichts.

Freust Tu Dich denn gar nicht ein bischen, daß wir uns wieder einmal

zusammengefunden haben?" sagteBert hold zum Freunde.

Sei überzeugt, ich freue mich herzlich," erwiderte Egon Rüttenauer mit einer weichen, leicht bedeckten Stimme.

Das solltest Du doch schon aus der

Eilfertigkeit schließen, mit der ich Dich überfallen habe. Nicht einmal Zeit hab' ich mir gelassen, mich erst ordentlich anzumelden. Kaum hatte ich Teinen

Brief gelesen, so packte ich auch schon

das Nöthigste zusammen und setzte

mtch auf die Bahn.

Er trat vor den Spi:gel, um seine

Krawatte vollends fertig zu schlingen.

Dabel fuhr er fort:

Und nun hab' ich eine Bitte. Laß

uns vorerst von dem Jammer meines

wunderschonen Daseins nicht reden.

Als ich Euer stilles, freundliches Heim betrat, als ich erst Deiner lieben Mutter und dann Dir, mein alte? Junge, die Hand schüttelte, stieg der sehnsüchtige Wunsch in mir auf, in dem Frie-

den, der in Euch und bei Euch wohnt.

einmal so recht ausruhen zu können.

Ja, auf die faule Bärenhaut möchte ich

mich in Deiner treuen Hut ein paar

Wochen legen. Vielleicht renkt sich dann alles, was ich in mir kaput fühle, von selbst wieder ein, und ich bin als ganzer, nicht wie jetzt als halber Mensch

lmstand?. mit mit Deiner Hufe einer

anständigen Zukunftsplan zUrechtzu legen."

Das ist ein Wort,- rief Berthold Schönholzer kräftig, für das ich Dir

don Herzen danke, mein lieber Egon,

Ja. wi: Tu gesagt hast, soll tl

sein.Ter nächste Tag war ein Sonntag.

In vorgerückter Nachmittagsstunde schritten die beiden Freunde durch die Wiesen dem Dörfchen Weilau zu. Berthold Schönholzer wollte seinem lieben Gast die prächtige Waldung zeigen, die sich hinter der Ortschaft den Abhang

hinauszog.

Als sie um die uralte, niedrige, mit Gras und wehenden Federnelken be-

wachsene Mauer bogen, die Kirche und Friedhof umschloß, kam ihnen Olga von Zernwitz entgegen, die wohl auf dem Grab des Vaters einen Besuch ge-

macht hatte. An ihrer Seite ging die

wunderliche kleine Kathnn. Berthold Schönholzer wurde es seit

sam schwer in den Füßen, als könne er nicht mehr gehen. Auch auf sein Herz schien sich ein schwerer, übermächtiger Druck gelegt zu haben, gegen den es sich in unregelmäßigen, dumpfen Schlägen

wehrte.

Er hatte das schöne Mädchen nicht

wiedergesehen seit dem Abend, da .

ihr von seiner Liebe gesprochen. Die Angelegenheiten und die Ankunft des

Freundes hatten ihn uoer seine aeschei-

tcrten Hoffnungen hinausgehoben

nun er aber Olga plötzlich so wenige Schritte vor sich sah, empfand er unter stechendem Schmerz die Macht, mit der sich ihre Schönheit in seinem Leben festgesetzt hatte. Dem jungen Mädchen dagegen schien wirklich die Unbefangenheit, um die er sie in jener Unterredung gebeten, nicht allzu schwer zu werden. Sie kam langsam näher, der Ernst der Friedens -statte, an der sie eben- noch geweilt, laa

auf ihrem kinderreinen Gesicht, allein

keinerlei Verwirrung.

Berthold stellte ihr mit gepreßter

Stimme seinen Freund vor und setzte

hinzu, daß ue im Begriff seien, den

Wald aufzusuchen.

In Olgas klaren Augen zeigte sich

unwillkürlich ein sehnsüchtiger Aus-

druck.

Ter Wald! Ich habe lange, lange

seine Luft nicht mehr geathmet und

hätte wohl Lust, gleichfalls ein wenig darin umherzulaufen. Wollen Sie mich mitnehmen, meine Herren? Ja? Tanke, danke."

Sie reichte der alten Dienerin die

Hand.

So geh' voraus, nebe Kathnn.

Herr Sckönholzer wird die Liebens--

Würdigkeit haben, mich nachher bis zum Städtchen zurück zu begleiten. Grüße Mama schönstens und bestelle, daß ich ihr einen Zweig aus dem grünen Wald mitbringen würde."

Verthold Schönholzer bemerkte der-

wundert, wie rasch Olga von Zernwitz und sein Freund in ein zwangloses,

angeregtes Plaudern geriethen. Es war

gar nicht, als ob sie sich vor wenig

Augenblicken kennen gelernt und ein

Gefühl des geaenseitlgen Fremdsems

zu überwinden hätten. Ihm würde in

einem gleichen Fall die erste Annahe-

rung allerlei Schwierigkeiten bereitet haben, er wäre zweifellos steif und befangen gewesen. Und es kam ihm die bittere Erkenntniß, daß zwischen den beiden eben kein klaffender Standesun-

terjch:ed gähnte, sie waren unter den

gleichen gesellschaftlichen Verhältnissen

und Bedingungen aufgewachsen. Sei-

nem Benehmen dagegen wurde wol für alle Zeit die Schwerfälligkeit seine? Herkunft anhaften.

Er blieb ein wenig hinter den beiden

schönen Menschenkindern zurück, und sie schienen das gar nicht zu bemerken. Egon Nüttenauer war auf einmal wie

erwacht aus seiner verdrossenen Mudigkeit seine Stimme klang nicht mehr bedeckt, und elastisch schritt er dabin. Olga allerdings blieb ihrer stillen Art getreu, sie war größtentheils die Zuhörende, und doch empfing der

hinter ihr bcrschreitende Beobachter den

Eindruck, sie sei eine andere, als er sie bisher gekannt, sie sei in Wort und Ton, in der Haltung des Kopfes gleichsam darauf bedacht, Um Angehörigen ihrer Kreis; sich im besten Licht zu zei-

r-

v

Eine heiße Jlutwelle der Beschä-

mung schoß Berthold Schönholzer bei diesem Gedanken in's Antlitz, und er schalt sich tüchtig aus. Dennoch konnte er's nicht hindern, daß gleich darauf ein zweiter Gedanke ihn durchzuckte, dessen er sich noch mehr meinte schämen zu müssen. Wie dachte er wenn du blinder Narr dcn Freund nur zu dir gerufen hättest, damit er dir das Kleinod fortnehme. Mit der ganzen, einfach großen Vornehmheit seines Herzens wurde er aber übe? diese Regungen so gründlich Herr, daß er am anderen Tag ehrliche Freude empfand, als Egon Rüttenauer zu ihm mit der Bitte kam. bei Frau von Zernwitz eingeführt zu werden. Frau von Zernwitz empfing de: Gast gewiß in liebenswürdiger Weise, allein ein feiner Menschenkenner hatte herausgefunden, daß sich unter diese? Lieoc:??würdigkeit eine Art Zwane verberge. Im Lauf der Unterhaltung glitt ihz Auge von Egon und seinem

seltsam schönen und seltsam fesselnden

Eeilck'.t c:n paarmal wie prüfend zu

ihrem Kind hinüber, und eö war dann,

als erzreife sie eine leichte nervöse Un

xuU. Sie hatte sich natürlich in der

Gewalt und bebielt immer ihr verbind

KefjeS Lächeln bei, allein wenn sie, um

nicht aufzufallen, den prüfenden Blick

ccc Olga sortwandte, so horchte sie dafür auf den Klang ihrer Stimme, und ein ungewohntes Etwas in die',m

lang schien ihre innerliche Unruye

noch zu steigern.

Egon Rüttenauer bat um den Vorzug, sich den kleinen Garten ein wenig näher ansehen zu dürfen, und das junge Mädchen erhob sich bereitwillig, um die Führerin zu machen. Verthold

Schönholzer blieb naturlich bei Frau

von Zernwitz zurück.

Sie beschied ihn auf einen Sessel

dicht an ihrer Seite. Ihr Gesicht, da

jetzt das mühsam festgehaltene Lächeln fallen ließ, nahm einen Ausdruck der Entschlossenheit an. Offenbar wollte sie einen ganz bestimmten Punkt mit

dem jungen Mann besprechen.

Gedenkt Herr Rüttenauer lange in den Mauern unseres Städtchens zu

weilen r

Arglos versetzte Berthold Schönhol-

zec:

ch hoffe, es wird mir aelinaen. ibn recht, recht lange bei uns festzuhal-

ten "

Da hob die Kranke in jäher Bewe-

gung den Arm. zugleich entglitt ihren Lippen ein unterdrückter Ausruf, in

dem sich das Gequälte des Seufzers

von vorhin verstärkt wiederholte.

Vertholds Auge war natürlich der

Richtung ihrer deutenden Hand gefolgt draußen im Garten, wenige Schritte

von dem weit offenen Fenster entfernt,

waren Egon Nüttenauer und Olga von

Zernwitz sichtbar geworden.

Der junge Mann brach von einem

der hochstämmigen Nosenbäume eine gelbschimmernde Knospe und bot sie

Mit geflüstertem Wort, das wie em un

bestimmter Hauch zum Haus herglitt.

seiner schonen Führerin dar und ihre Hand, die sich erst nur zögernd erhob, streckte sich dann, wie magnetisch

angezogen, nach der Blüthe aus. Da-

vn tauchten die Blicke der mnaen Men

schenkinder tief ineinander und hielten sich gegenseitig fest reglos standen sie eine kurze Zeit, gleichsam gebannt in ein Unnennbares, aus dem Zimmer anzuschauen wie ein dem Fcnsterrahmen eingefügtes Bild voll ahnungsreicher Bedeutung.

Frau von Zernwitz arm plötzlich in

nicht mehr zu unterdrückender heißer

Bedrängniß hastig nach der Hand des

betroffen neben ihr stehenden jungen

Mannes ihr Blick hob sich flehend zu

seinem Gesicht auf.

Und obwohl sie kem Wort aejpro-

chen hatte, regte sich doch in Berthold

die Empfindung, er müsse eine Ant-

wort geben. Den riesigen Oberkörper

ein wenig zu der erregten Frau niederneigend, murmelte er in tiefer Verwir-

rung, aber dennoch mit einem eigenthümlich tröstenden Klang in der

Stimme: .

Ja, ja, onädige Frau seien Sie

ganz ruhig ja. ja "

Eaon Rüttenauer spazierte durch

das Dörfchen Weilau. Als er sich der

Friedhofsmauer näherte, begann er

langsam zu gehen und seine Augen

strichen wie lieblosend den Weg entlang, auf dem er das schöne Mädchen

zum erstenmal gesehen hatte. Es war

ein Hang zu selig wehmüthiger Träu

merei in ihm, er dachte daran, die

Thür zum Friedhof auszustoßen, sich dort auf eine Vank oder auch auf einen

alten Grabstein zu setzen, den Kopf in

den Händen zu bergen und

Er kam nicht dazu, sein Vorhaben

auszuführen, nicht einmal seinen Gedanken zu Ende zu denken. Durch die

tiefe Sommerstille, die ihn noch eben

umgeben, kam es wie ein Gewitterstürm dahergebraust.

Um die Kirchhofsmauer raste m wildestem Tempo ein offenbar scheu gewordenes Pferd der todtenfahle

junge Reiter auf seinem Rücken ver-

suchte umsonst, die verlorene Herrschaft über das Thier zurück zu gewin-

nen.

Und ehe es Egon Rüttenauer noch möglich gewesen, helfend hinzu zu springen, war schon mit jener träumhaften, unbegreiflichen Schnelligkeit ein großes Unglück geschehen. Das rasende Thier war gegen einen Baum angeprallt und hatte sich, vollends toll geworden, überschlagen und den Reiter unter seiner Last begraben. In einer Art Erstarrung hatte Egon dem blitzähnlich vor sich gehenden Gesch:hniß zugeschaut. Nun streifte er die Betäubung von sich ab und sprang mit ein paar großen Sätzen der Unglücksstätte zu. Vor allem versuchte er, den schweißtriefenden Leib des Thieres seitwärts zu reißen, um den Gestürzten von der auf ihn wuchtenden Last zu befreien. Es gelang ihm mit einer gewaltigen Anstrengung des schlanken, geschmeidigen Körpers. Das Pferd war aufgesprungen und stand zitternd und schnaubend, aber augenscheinlich unverletzt da. Er band es mit dem schleifenden Zügel an dem Baum fest, der den Sturz herbeigeführt hatte, und kniete nun hastig nieder, um dem Verunglückten seinen weiteren Beistand angedeihen zu lassen. Der Aermste lag besinnungslos, aber das Schlimmste war nicht eingetreten Egon überzeugte sich, daß das Herz noch schlug, wenn auch nur ganz schwach und unregelmäßig. Er sprang wieder auf. um Hilfe herbei zu rufen. Da sah er, daß sich schon eine Anzahl Menschen, deren

Herankommen von ihm unbemerkt geblieben war, an der Unglücksstelle eingefunden hatten. Ein paar rasche Fragen. und er wußte, daß er in dem Gestürzten den Neffen des Gutsherrn vor

sich hatte. In knapper, sicherer Art traf er seine Anordnungen: man solle eine .roc'hrit b'renckofsrn. miF de? mnn

oen Verunglückten nach öem (Äutsyos

überfuhren könne.

Es dauerte eine ganze Weile, ehe ein

solches Transportmittel zur Stelle geschafft war. Egon trieb inzwischen

einen Burschen an, in's Städtchen nach einem Arzt zu laufen, er selbst eilte in

das Wohnhaus des Gutshofes, um di

Angehörigen von dem Unfall zu unter-

richten. Er durchschritt hastiq den Wirth

schaftshof und hielt sich nicht damit auf, erst einen der dort beschäftigten Arbeiter nach der Herrschaft zu fragen.

Er sah lich rn einem dämmerigen.

hallenartigen Raum, die Treppe im Hintergrund, die jedenfalls in das

obere Stockwerk fübrte. laa für seine

Augen, die noch die blendende Helligseit von draußen mitbrachten, nahezu

lm tiefen Dunkel.

Diese Treppe kam gerade eine Dame herab. Sie war nicht mehr ganz iung.

allein die magere Figur wies in ihrer Haltung eine gewisse lässige, stolz un-

bekümmerte Anmuth auf. d:e im Ver

ein mit dem bräunlich blassen, ener-

gisch geschnittenen Gesicht und der schwerwuchtenden, tiefschwarzen Haar-

masse übe? der schildartig festen, rned

rigen Stirn der ganzen Erscheinung

etwas unstreitig Interessantes verlieh.

Der Fuß der Herabschreitenden stockte, als sie Egons kraftvoll schlanke Gestalt mit dem fremdartig schönen . . r ff i ' '

ops ervlialk.

Die Dame starrte von ihrem erhöhten Standpunkt aus fast athemlos zu dieser seltsamen Männerschönheit, die da auf einmal in dem ermüdenden Gleichmaß des Alltags vor ihr aufge-

taucht war.

So stand sie mit großfraaenden.

durchdringend glänzenden Augen vor

Egon Rüttenauer, der mit. nner tut zen Verbeugung hastig begann:

Verzeihung, mein gnädiges Fr'äu-

lein oder gnädige Frau " .Ich bin Martha Weltzien," unterbrach sie ihn, die Gesellschafterin der Frau von Rinteln."

Um so besser," rief der junge

Mann, nachdem er auch seinen Namen

genannt hatte, dann können Sie mir gleich rathen, wie wir die Herrschaften

am vorsichtigsten auf ein beklagenswerthes Ereignis vorbereiten." Und er er-

zählte den traurigen Vorfall.

Das ziemlich farblose Gesicht der Dame wurde noch um einen Schein blasser. Sie dachte einen Augenblick

nach, dann fragte sie rasch:

Gestattet es Ihre Zeit, daß ich Sie hinaufführe zu Herrn und Frau von

Rinteln? Wenn ich auch die Ueberbringerin der schlimmen Botschaft sein will, so werden Ihnen doch die Herrschaften

für Ihre Hilfeleistung und Ihre große

Antheilnahmc danken wollen "

Das ist selbstverständlich nicht nöthig." siel Egon ein. Aber ich bitte, verfügen Sie über mich, Fräulein Weltzien. Ich war unterwegs auf einem Svaziergang. als ich Zeuge des Unalücks wurde. Meine Zeit ist unbeschränkt." Durch die großen, etwas tiefliegenden Augen der Gesellschafterin ging es wie ein Aufleuchten, und sie sah dabei aus, , als denke sie an etwas ganz anderes, als an das erschütternde Begebniß, das ihr eben mitgetheilt worden war. Diese verräterische Regung huschte jedoch nur wie ein Schein über ihr Gesicht hin. Schon hatte sie die klugen Züge wieder in der Gewalt tiefe Besorgniß prägte sich darin aus. Mit eine? einladenden Handbewegung ersuchte sie den jungen Mann: Kommen Sie also, bitte," und stieg die Treppe wieder empor. Das ist Paul von Zehringers, des Gestürzten, Zimmer. Es ist vielleicht am besten. Herr Rüttenauer, Sie kehren freundlichst in die Halle unten zurück, erwarten die Träger und haben dann die Güte, den Aermsten gleich in seinem Zimmer betten zu lassen. Ich eile inzwischen zu Frau von Rinteln hinüber. Herr von Rinteln ist leider sehr schwer gichtleidend und gerade heute von heftigen Schmerzen gequält. Wahrscheinlich wird die gnädige Frau wünschen, daß ihm die schlimme Nachricht einstweilen vorenthalten bleibt Sie umfing ihn noch einmal mit einem vollen Blick ihrer großen, glänzenden Augen und schritt dann mit einem leichten Kopfneigen davon, während er sich wieder nach unten wandte. Der Bursche, den Egon in's Städtchen zu einem Arzt geschickt hatte, brauchte nicht weit zu laufen. Ter alte, grauhaarige Doktor Erlholz, ein in der ganzen Gegend beliebter und geschätzte? Arzt, war in seinem leichten Korbwägelchen gerade unterwegs nach dem Nachbardorf. Er leitete dann die Ueberführung des Gestürzten und ließ ihn in sein Zimmer betten. Für den herbeigeeilten Egon blieb nichts weiter zu thun übrig, als einen kurzen Bericht der betrübenden Katastrophe zu geben. Paul von Zehringer schlug unter den Bemühungen des Arztes endlich die Augen auf, zugleich brach von seinen Lippen ein Stöhnen, als ob er von lebhaften Schmerzen gequält werde. Wirr sah er um sich und als er die gewohnte Umgebung seines Zimmers erkannt haben mochte, schloß er in einer

Art seufzender Beruhigung die Augen

neuerdings. Die Fragen des Arztes ließ er unbeantwortet, dafür wiederholte sich jedoch von Zeit zu Zeit das

Stöhnen, das zwischen den halb offe-

nen Lippen hervordrang.

Doktor Erlholz setzte schweigend

seine Untersuchungen fort. Der Fall ist ein sehr schwerer.lagte er zu Egon. Ich weroe em Telegramm an Professor Mammroth in H. aufsetzen. Hoffentlich haben wir ihn bald hier. Es handelt sich um eine bedenkliche Verletzung des Rückgrates. die Folgen sind nicht vorauszusetzen." Die Thür öffnete sich, und Fräulein Weltzien trat mit Frau von Rinteln ein, einer sehr großen und sehr starken Dame mit einem harten, strengen Gesicht. Sie trat an das Bett des gestürzten Neffen heran und neigte sich über ihn. um ihn zu betrachten. Armer Junge," murmelte sie dabei, ohne daß aber in ihrer Stimme ein besonderes Mitgefühl gezittert hätte. Mit kühler Höflichkeit wandte sie sich Egon Rüttenauer zu. Sie dankte ihm für seine werkthätige Theilnahme, von der ihr Fräulein Weltzien erzählt habe und bat ihn. falls sie seiner Zeit noch ein weiteres Opfer zumuthen dürfe, mit ihr zu ihrem Gatten hinüber zu kommen, der jedenfalls den Bericht eines Auaenzeugen ihren eigenen Mittheilungen aus zweiter Hand vorziehen würde. Egon Nüttenauer trat an Frau von Rintelns Seite in ein Gemach, das sich

in seinem heiter reichen Aussehen leb-

hast abhob von der fast übergroßen

Einfachheit der Ausstattung, die sonst

imqanzen Haus zu walten schien. (Fortsetzung folgt.)

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