Indiana Tribüne, Volume 29, Number 223, Indianapolis, Marion County, 14 May 1906 — Page 7

Jndiana Tribüne, 141 Mai 1906

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X Alfred Sassen r C-KKOKKK300KK (Fortsetzung.) Die schlanke Gestatt bückte sich graziös und zog unter einem Stein den dort versteckten Schlüssel hervor, der die Gartenpforte öffnete. Dann reichte das junge Mädchen ihrem Begleiter die Hand und sagte mit einem schüchtern lieblichen Lächeln: Ich danke Ihnen nochmals, mein Herr und sehr, sehr herzlich! Mein Name ist Olqa von Zernwitz. Ich darf Sie gewiß auch um den Ihrigen bitten. Denn wenn ich Mama von dem unschätzbaren Tienst berichte, den Sie mir erwiesen haben, wird es ihr gewiß ein Bedürfniß sein. Ihnen gleichfalls ihren Dank auszusprechen. Es wird allerdings nur ein schriftlicher Dank sein ein schweres Nervenleiden macht es der armen Mama leider fast unmöglich, auszugehen." O. wie sehr ich Ihre Frau Mama beklage! . . . Eines Dankes ihrerseits bedarf es jedoch nicht. Nein. nein. Sie sollen die verehrte Leidende nicht damit behelligen, mein gnädiges Fräulein . . . Uebrizens ich bin Fabrikdirkto? Schönholzer. Aber nicht wahr " Ah, die Fabrik dort drüben ist Ihr Neich. Herr Schönholzer?" fragte das junge Mädchen lebhaft. Nicht mein Neich aber ein klein wenig hab' ich allerdings in den Näumen der Fabrik zu sagen " So?" lächelte Olga von Zernwitz in leichtem Muthwillen. Nicht wahr, dann werden Sie dafür Sorge tragen, daß meine gute Mama, wenn sie im Garten sitzt und sich der linden Luft freuen möchte, nicht allzu sehr unter Ihren schwarzen Rauchwolken zu leiden hat ?" Als habe er sich ein wirkliches Vergehen zuschulden kommen lassen, schaute Berthold Schönholzer ganz zerknirscht drein. Das junge Mädchen aber lachte ein leises, silberhelles Lachen und rief: Nein, nein, senden Sie uns nur ab und zu Ihre Rauchwolken. Wenn's nicht gar zu schlimm damit kommt, wollen wir's uns schon gefallen lassen. Mich besonders soll der Rauch Ihrer Fabrik stets daran erinnern, wie vielen Tank ich Ihnen schulde. Gute Nacht gute Nacht!" Ein Knirschen des Kieses im Dahinbuschen ein rieselndes Streifen der Blätter eines unsichtbaren Busches das Oeffnen und Zufallen der Hausthür und dann nichts mehr . . . Der junge Riese, der nach einer tiefen. respektvollen Verbeugung wie verzaubert stehen geblieben war. hoffte umsonst, daß ihm das Aufflammen eines Lichtscheins einen letzten Gruß senden werde. Langsam, mit einem unbewußten Seufzer, löste Verthold Schönholzer seine Augen von dem dunklen Baumwall des Gärtchens, das sich ganz vereinsamt zwischen Felder und Wiesen hineinschob. Erst in größerer Entfernung davon waren andere Gärten und umfriedete Gemüsebeete sichtbar, wie sie sich nicht selten im Kranz um derlei kleine Städte schmiegen. Nachdem Berthold Schönholzer den Vaumgang erreicht hatte, der auf die Fabrik zulief, blieb er in herzlich warmer Antheilnahme überlegend stehen. Olga von Zernwitz" hatte sich das wunderschöne junge Mädchen genannt. und er selbst hatte ganz deutlich herausgefühlt, daß sie der vornehmen Welt angehorte, die ihn mit einer geHelmen Bewunderung erfüllte. Allein die Besitzung, die das holde Wesen mit ihrer Mutter bewohnte, war durchaus kein würdiger Rahmen für solche Vornehmheit. Das Gärtchen war nur lässig und schadhaft eingezäunt, und wenn die alten Bäume in ihrer Pracht auch jedem Park zur Ehre gereicht hätten. so mußte doch das niedrige, langgestreckte Haus, über das sie ihre Aeste hinstreckten, den Raumverhältnissen nach ein recht bescheidener Aufenthaltsort sein. Auch die Lage der kleinen Besitzung ließ in dem Häuschen eher einen nothdürftigen Schlupfwinkel vermuthen, als em stan desgemäßes Heim für zwei vornehme Damen. Der Gast der beiden in ihrer versteckten und abgelegenen Wohnstatte war also wohl die Bedürftigkeit. Dem tun atn Mann, der selbst in seinen Kinder und Jünglingsjahren durchaus nicht an der Tafel des Ueberflusses gesessen, schwoll das Herz in einer Art von Emp'örung, daß so viel Schönheit und Soldseliakeit nicht hoch emporgehoben sein sollten über jeden Mangel und jede Sorge. 2. Kapitel. inige Tage später ' machte sich trau Schönholzer m ihrem re sten Sonntagsstaat auf, um ??rau von Zernwitz einen BesuÄ abzustatten. Die Dame hatte an Berthold ein Briefcben aerichtet. in dem sie ihm in kurzen, aber überaus warmherzigen Worten ihren Dank für seine unersckrockene Hilfe und . den ritterlichen Schutz ausgesprochen hatte, mit dem er ihrer Tochter bei ihrem unbesonnenen abendlichen Spaziergang zur &tlt ge standen. Natürlich war eZ die Absich

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des juncien Mannes gewesen, die

freundlichen Zeilen durch einen Besuch zu erwidern, aber gleich nach Empfang des Briefchens hatte er im Auftrag seines Chefs, der plötzlich erkrankt war. nach Berlin reisen müssen, um mit einem dort eingetroffenen Deutschaustralier behufs großer Maschinenlieferungen zu verhandeln. So hatte er es der Mutter an s Herz gelegt, an seiner Statt die Damen aufzusuchen und nach ihrem Befinden zu fragen. Nun schritt die alte Frau mit einer Miene, in der 'sich die anfängliche Feierlichkeit in den gewohnten, gutmüthig herzlichen Gesichtsausdruck aufgelöst hatte, angethan mit ihrem neuen Schwarzseidenen und einem dafür um so älteren Sammtumhang, zu der kleinen Besitzung hinüber, die ihr Berthold mit einer Genauigkeit beschrieben hatte, daß sie gar Nicht fehlen konnte. Außerdem ersparte ihr ein kleines Porzellanschild an der Gartenthür, das den Namen Zernwitz trug. tot Uiuyc. Sie sah noch einmal musternd an ihrer Kleidung herunter, räusperte sich und zog dann an dem Griff der Klingel neben dem Schild. Em dünnes, heiseres Lauten wurde hinter den Bäumen, zwischen deren untersten Aesten sich der mehrmals geflickte Draht der Klingel hinzog, an der Hausthür hörbar. Unmittelbar daraus ließ lim eine wohllautende, aber nicht sehr kräftige Stimme vernehmen: Bitte, treten Sie nur ern. Die Gartenthür ist nicht geschlossen." Frau Schönholzer folgte der.Aussorderung und schritt zwischen den prächtigen Bäumen auf das niedrige Haus zu. Unter seinen Fenstern, die nur eine Reihe zeigten, dehnte sich ein hübscher, sandausgelegter und auf zwei Seiten von hochstämmigen Rosen abgegrenzter Platz hin. Er lag jetzt in der vierten Nachmittagsstund? schon zum Theil im Schatten, m dessen wohligem Bereich eine behaglich: kleine Niederlassung sichtbar war. Eine zarte schlanke Dame, die man ei flüchtigem Zusehen viel jünaer ein schätzte, als sie in WirttichZit sein mochte, saß da in einem bohen Lehnstuhl. Ihr zur Rechten befand sich ein Tischchen, das aus seiner Fläche einige Bücher auswies. Schüchtern begann die alte Frau: Ich ftafce wohl die Ehre, mit Frau von Zernwitz zu sprechen? Ich bin Frau Schönholzer. Sie hatten die Güte, meinem Sohn einige freundliche Zeilen zu schreiben, und da er durch eine Reise vorläufig verhindert ist, sick nach Ihrem und Ihres Tochterchens Befinden zu erkundigen, hat er mich geschickt -" O, wie das von Ihnen und Ihrem Herrn Sohn so freundlich ist," rief die Dame und lhre schmalen Wangen überzog ein feines Roth innerer Antheünahme, aber Sie müssen emstweilen mit mir vorlieb nehmen. Mein Kind ist ausgegangen, um einige kleine Besorgungen zu machen. Aber ich denke, daß sie in spätestens einer halben Stunde zurück sein wird. Sie werden doch so lange mein Gast sein, denn ich weiß, daß Olga sehr betrübt sem würde. Sie nicht mehr vorzufinden " Gern, gern bleibe ich nach Ihrem Wunsch, wenn Sie mich gebrauchen können " Schön. So lassen Sie uns plaudern." So groß die Gegensätze auch waren, die inbezug auf Herkunft, Erziehung und Weltanschauung die Frauen trennten, sie fühlten doch sofort heraus, daß sie sich in ihrem tiefinnersten, wahrhaften Empfinden glichen. Und diese halb bewußte, halb unbewußte Erkenntniß schuf gleich von vornherein eine wohlthuende Vertraulichkeit zwischen ihnen. die von Seiten der Edelfrau kern her ablassendes Geben und von Seiten der anderen kein demütbiges Empfangen bedeutete, sondern für beide das ganz natürliche, einzig richtige AusdrucksMittel war. Frau Schönholzer ging bald genug der Mund über von dem, was ihres Herzens köstlichster Reichthum war. Sie sprach von ihrem großen Jungen," von seinen Kämpfen und seinen Siegen. Dann fügte es sich ganz von selbst, daß auch Frau von Zernwitz auf den Gang ihres Lebens zu sprechen kam. Allein die gesellschaftlich geschulte Frau, der die Selbstbeherrschung in Fleisch und Blut übergegangen war. zeigte sich nun doch um vieles zurück haltender. Vielleicht mußte sie es sein. Sie wähnte nur, daß ihr verstor bener Gatte Gutsherr in dem benachoarten Dorfchen Weüau gewesen sei. und daß sie sich nach seinem Tode durch allerlei Grunde genöthigt gesehen hatte. die Besitzung zu veräußern. -Es waren das scheinbar nur That fachen, wie sie sich schon hundertmal in der Welt ereignet hatten und noch hun dertmal ereignen würden,, ohne ein besonderes Aussehen zu erregen, und doch hatte ein scharfer Seelenkenner darauf geschworen, der feingeschnittene, blasse Mund da habe nur die dürftigen äußerenUmrisse emer erschütternden Tra godie gegeben, durch deren erbarmungs lose Wucht die arme Frau so krank und müd' in den großen Lehrstuhl gebannt worden war. Frau Schönholzer verstand gewiß nicht, scharf und sicher in Seelentiefen zu forschen, jedoch auch ihr sagte e!ne unbestimmte Ahnung, daß Frau von Zernwitz eine Märtyrerin sein müsse,

die Schwerstes erlitten und erduldet

habe. Die alte Frau ruckte sacht ein wenig näher, dann griff sie mit ihren großen. arbeitsharten Händen hinüber nach den zarten, durchsichtig mageren Fingern, die sich nervös auf der über die Kmc gezogenen Decke hin- und herbewegten, und streichelte sie leise und herzlich. Dazu sprach sie in ihrer guten Art: So hat Sie der Himmel, ebenso wie mich, mit dem früben Tod des Mannes geprüft. Aber wie mir hat er Ihnen auch ein Kind geschenkt, das Sie gewiß über den erlebten Verlust trösten' wird. Vielleicht besitzen Sie sogar, außer Ihrem Töchterchen, noch andere Kinder ?" Es war, als lese sich ein grauer Schatten über das Gesicht der Kranken hin. Ja." antwortete sie dann aber scheinbar ganz ruhig, ich habe noch einen Sohn, der im Ausland lebt." Ihre Stimme zitterte ein wenig und sie preßte, als sie sich unbeobachtet glaubte, beide Hände fest auf die Brust, um ein unerträgliches Wehgefühl darin niederzuhalten. Frau Schönholzer wollte eben vczüglich des im Ausland lebenden Sohnes.eine weitere Frage thun aber die Marter, darauf antworten zu müssen. blieb der armen Mutter glücklicherweise erspart. Drüben wurde die Gartenthür qeöffnet, sommerlich helle Kleider flatteren und eme wunderseine Stimme erklang: Wie aeht's, liebes, liebes Mamachen? Sag geschwind: gut, recht gut! Litte, bitte!" Es geht auch recht gut," konnte Frau von Zernwitz jetzt lächelnd antWorten. Ich habe lieben Besuch bekommen." Noch ehe Olga von Zernwitz den roseneingesäumten Platz ganz erreicht hatte, rief sie schon: Bitte, Mama, sage mir nicht, wer Dein lieber Besuch ist. Ich will es errathen. Es ist Frau Schönholzer. die Mutter meines verehrten .Helden' nicht wahr, ich habe recht? Es ist schon in den Gesichtern eine gewisse Ähnlichkeit da " Nur der große Vollbart sehlt nur, den mein Sohn besitzt." lachte Frau Schönholzer, die sich von der einfachen, herzlichen Art und Weise des jungen Mädchens sogleich auf's angenehmste berührt fühlte. Ich freue mich, Sie so munter zu finden, mein Fraulem. Dann hat Ihnen der böse nächtliche Vorfall also nicht geschadet?" Gar nicht. Das Schlimmsie waren Mamas Schelte. Aber auch die sind ja nun langst glücklich überstanden, lächelte Olga in einem leisen Muthwillen, der ihrem lieblichen Gesichtchen entzückend stand. Sie küßte im Vorübergehen die Stirne der Mutter, schichtete dann einige mitgebrachte kleine Packete auf die Fensterbrüstung und griff endlich nach beiden Händen des willkommenen Besuchs, die sie in liebenswürdiger Wärme drückte. Wie schön ist es. daß Sie da sind. Frau Schönholzer. Sie werden natürlich mit uns Thee trinken. Bitte, bitte, machen Sie Mama und mir diese Freude. Ja? Danke, danke. Und jetzt müssen Sie gestatten, daß ich gleich wieder verschwinde in die Küche. Unsere liebe alte Magd Kathrin kehrt erst morgen aus ihrem Heimathdörfchen zu uns zurück, mit Gold und Schätzen reich beladen. Sie hat eine Erbschaft gemacht. Bevor sie ging, hat sie mir nun ihre. Pflichten streng auf die Seele gebunden Sie mögen nachher urtheilen, werthe Frau Schönholzer. ob ich es ernst damit nehme." Nicht hastig hervorgesprudelt und überstürzt kamen diese Worte von ihren Lippen nein, sanft und weich.' es war etwas stilles, holdes in ihrer Art, dem der schüchterne Muthwille, der manchmal den jungen Mund umzuckte, in keiner Weise widersprach. . Frau Schönholzer sah dem unter der Hausthür' verschwindenden jungen Mädchen in einer Verzauberung nach, die derjenigen wenig nachgab, die sich kürzlich in der ereianißvollen Mondscheinnacht ihres Sohnes bemächtigt hatte.Unter dem Zwang einer unklaren, aber trotzdem stark hervordrängenden Empfindung rief sie dann Frau von Zernwitz zu: Mit einem solchen Kind müssen Sie doch glücklich sein!" Die Kranke schloß die Augen. Auch ihre Lippen legten sich fest aufeinander. Jetzt rief Olga zum Thee, der im Haus getrunken werden sollte. Das junge Mädchen unterstützte die Mutter, die sich heute nach einer schlimmen Nacht nur mühsam fortbeweaen konnte. Frau Schönholzer wollte sich natürlich auch nützlich machen und bemächtigte sich ohne weiteres des Lehnstuhls, dessen immerhin respektable Last für ihre robuste Kraft nichts be deutete, sondern ihr auch noch erlaubte, die Decken und die Bücher der Kranken mit hineinzunehmen. Das Zimmer, in dem das junae Mädchen den Theetisch gedeckt hatte, war ein niedriger, langgestreckter Raum mit einfachen, sogar ein wenig geschmucklosen Tapeten. Die Behaglichkeit, die dennoch das Gemach durchwehte, ging nicht allein von dem duftenden Trank und den dazu gehörigen Zurüstungen auf dem Mitteltifch aus sie verdankte ihr Dasein vielmehr in der Hauptsache den gediegenen, .etwas altvaterischen Äöbelnund der hübschen

Anordnung der Vorhänge, Bilder und Blattpflanzen, die vollgrün und saftig zwei stumpfe Ecken des Zimmers füllten. Man hatte es sich eben hinter den Tassen bequem gemacht, als draußen im Garten ein Geräusch von hastig trippelnden Schritten hörbar wurde, dazu ein Gemisch von gemurmelten Worten und tief heraufgeholten Seufzern. Olga horchte einen Augenblick, dann sprang sie auf und rief: Kathrin! Unsere liebe, alte Kathrin! Sie kehrt heute schon zurück!" Und das Kind der Edelfrau lief hinaus, als gelte es einer theuren Freundin entgegenzugehen. Eine Minute später drängte sich eine kleine Frauensperson mit einem eingeschrumpften alten Kindergesicht über die Schwelle, eilte auf Frau von Zernwitz zu. haschte nach ihrer Hand und begann unter Weinen und Stöhnen zu rufen: O. gnädige Frau! Daß ich so lange fortbleiben mußte! Aber ich konnte das Geld nicht eher ausaezablt

erhalten! Keine ruhige Minute hab' ch gehabt. Ist es Ihnen denn auch immer gut ergangen? Hat das Frauein Sie immer pünktlich besorat? Wenn der gnädigen Frau während meiner Abwesenheit etwas passirt wäre mein Gott mein Gott " Lächelnd mischte sich Olga ein: Du siehst doch, liebe Kathrin, daß Mama ihren Thee trinkt also lebt sie noch. Beruhige Dich nur. Komm. ich will Dich unserem werthen Besuch vorstellen Frau Schönholzer, der ich schon von Dir erzählt habe." Kathrin machte cmen tiefen, altmodischen Knir, als habe sie einer Fürstin eine Reverenz zu erweisen die also Begrüßte schaute ganz verblüfft drein. Das junge Madchen winkte ihr verstöhlen zu. sie möge sich nicht wundern, das sei nun einmal Kathrins Art und Weise, und- versuchte dann das wunderliche, alte Persönchen auf ihren eigenen Stuhl niederzudrücken. ..Ja. Kathrin, Du bist einen Tag früher angekommen, als Du in Deinem Brief schriebst, und darum wirst Du heute als Gast betrachtet. Setze Dich also i'd trink' oleich mit uns Tbee. Nach der vtcise und dem weiten Weg vom Bahnhof wird er Dir schon munden. Kathrin wehrte sich ganz gewaltig das gehe doch nicht, das gehe auf keinen Fall, daß sie sich zu den Herrschaften setze, noch dazu jetzt, wo Besuch da sei. Als sich Olga jedoch unerbittlich zeigte und auf ihrem Willen bestand, deutete die Alte mit den Augen auf eine kleine Handtasche, die sie bisher eng an sich gedrückt gehalten hatte, und flüsterte geheimnißvoll ängstlich: Das Geld! Das viele Geld! Das muß ich doch erst fortschließen!" Sie schien allen Ernstes anzunehmen. daß sich ganz plötzlich ein Dieb und Räuber eindrängen und ihr die Erbschaft entreißen könne. Auch streifte sie Frau Schönholzer, vor der sie natürlich den allertiefsien Respekt hatte, mit einem mißtrauischen Seitenblick, als sei es nicht ausgeschlossen, daß die urkräftige Frau in unbegreiflicher Wandlung ihrer anständigen Sinnesart sich geneigt zeigen Zönne. über die kleine Handtasche herzufallen. Olga sah ein. daß sie Kathrin gewähren lassen müsse, und. die kleine, alte Person schlüpfte mit einem Aufathmen wahrhaftester Erleichterung aus dem Zimmer. Frau von Zernwitz blickte ihr nach und sagte mit bedeckter Stimme langsam: Wissen Sie. daß unsere liebe Kathrin. über deren Wunderlichkeiten schon so mancher spöttisch gelächelt hat. nicht mehr und nicht weniger ist. als ein ganz großer Mensch? Ja. ja. Frau Schönholzer. Sie war einst die Kammerzofe meiner Mutter und hat für mich schon zu der Zeit, da ich noch ein zappenldes, schreiendes, kleines tzspi tzenbllndel war. eine Zuneigung gefaßt, der wenig iir der Welt gleich kommen maa. Ich zähle heute achtundvierzig Jahre, und während dieser ganzen langen Zeit ist Kathrin um mich gewesen mit ihrer unendlich rührenden Treue und Fürsorge. An allen Wech selfällen meines Lebens hat sie theilge nommen auch hierher in die Beschränktet und Einsamkeit ist sie uns gefolgt, und hier hat sie ihr Größtes gethan. Sie, die körperlich durchaus nicht besonders kräftig ist, arbeitet und schasst hier, als habe sie nicht zwei, son dern vier Hände. Und sie gestattet meinem Kind nicht den kleinsten Einbruch in den Pflichtenkreis, den sie sich zugemessen, sie will jetzt ganz einfach nur unsere Magd sein und Olga muß ihr auch den Gefallen thun, sie vor den Leuten so zu nennen. (Fortsetzung folgt.) lfdlts zu ntstdicn. A.: Warum haben Sie denn aeaen die sinnlosen Anordnungen Ihrer Schwiegermutter nicht protestirt?" B. (Pantoffelheld): Das verstehen Sie als lediger Mann nicht: gegen höhere Gewalten kann der Mensch eben nichts Ausrichten!" Swieres Deinen. G a st w i r t h i n (die ihre neue Köchin zum Gänseeinkaufen schickt): .Wissen Sie denn auch, woran man erkennt, ob eine Gans alt und zähe ist?" K L ch i n : O ja wenn die

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