Indiana Tribüne, Volume 29, Number 222, Indianapolis, Marion County, 12 May 1906 — Page 7
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Verworrene
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Roman
Wege
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Alfred Sassen'
von
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he die alte Frau die Thürklinke niederdrückte, Versuchte sie ihrem unendlich gutmüthigen Gesicht
einen strengen Ausdruck zu gebe'n, einen Ausdruck, als ob sie zanken oder schelten wolle. Sobald sie dann aber die Schwelle zum Nebenzimmer überschritten hatte, schmolz der strenge Ausdruck wieder, der ihr wirklich bis zu einem gewissen Grade geglückt war. und das breite, gute, freundliche Gesicht erstrahlte noch herzlicher als zuvor. Und doch erspähte sie von dem Mann, der dort am Schreibtisch saß. nichts als einen breiten Nücken und ein kräftig geformtes, dichtbuschiges Hinterhaupt. Aber es mußte wohl der Sohn der alten Frau sein, der da saß und so emsig arbeitete. Nur Mutterstolz und Mutterzärtlichkeit können so stark und hell aus den Augen hervorbrechen. Der Schreibende wandte nach einigen Augenblicken den Kopf, um zu sehen, wer da sei, und nun raffte sich die Eingetretene doch noch zu einer kleinen EntrüstungZrede zusammen: Junge. Junge, Du hast mir doch feierlich versprochen, jeden Abend einen großen Spaziergang zu machen, sobald das Wetter umgeschlagen sei. Ich bitte mir aus. daß Du Dein Wort, hältst. Nach der schrecklichen, naßkalten Witterung der beiden letzten Wochen haben wir seit gestern schönes, warmes Frühsommerwetter. Aber Du hast den ge strigen Abend am Schreibtisch verbracht und scheinst es heute nicht besser machen zu wollen. Das leid' ich aber nicht." Mit einer fröhlich-stürmischen Bewegung erhob sich der Gescholtene von dem mit Papieren, Zeichnungen und
Broschüren überhäuften Schreibtisch' und legte die großen, breiten Hände auf die Schultern der alten Frau. Sein kräftiger Mund, in dem die cesunden Zähne blitzten, lachte: " Ich folg' ja, Mutter! Natürlich folg' ich! Sieh, da hab' ich ja schon den Schlapphut r in der Hand und nun hinaus in den schönen Juniabend! Ich sehne mich ja selbst danach, ein paar Stunden in der herrlichen Gotteswelt umherzulaufen. Leb' wohl! Eh' es nicht pechrabenschwarze Nacht geworden ist, kriegst Du Deinen großen Jungen nicht wieder zu sehen." So lange möcht' ich nun denn doch nicht warten." widersprach die alte Frau mit dem strahlenden Gesicht. ES gibt nämlich heut Nacht Mondschein." Um so besser! Dann komm' ich erst recht nicht heim,- lachte der junge Mann zurück, der schon an der Thür war. Mondschein! Das ist was für mich! Ich bin ja doch mit meiner ätherischen Gestalt so recht dafür geschaffen, im Mondschein umherzuschwärmen." Mit wuchtigen Schritten, die gut zu der ätherischen" Erscheinung stimmten. eilte er die Treppe hinab. Er war ein junger Riese, sogar ein ziemlich ungeschlachter. Eine urwüchsige Kraft mußte dem mächtigen Körper innewohnen, und dem ersten flüchtigen Blick hätte es scheinen können, auf den breiten Schultern der Kopf mit der kantigen Stirn und dem prächtig wallenden Bart, der aber in seiner Form nicht gerade eine peinliche Pflege verrieth, gehöre einem Menschen an, der gewohnt' und darauf angewiesen sei. sich mit der Uebermacht der derben Fäuste das Leben zu zwingen. Allein da waren in dem gesund gefärbten Gesicht ein paar Augen, die von reger streng geschulter Gedankenarbeit sprachen. Diese Augen waren groß, grau und von ganz merkwürdige? Leuchtkraft. Neben der spllrendenTenkschärfe blitzte ein fröhlicher Glanz dar aus hervor. Dieser Glanz war wie der Nuf: Ich bin am Ziel! Ich hab' ' gesiegt, ich Hab's errungen das scheinbar Unmögliche, Große, Stolze. Mit ihrer schönen Ausdrucksfähigkeit adelten die Augen das ganze Gesicht, namentlich die kräftige Stirn, die eigenwillige Nase und den überkräfti-
gen Mund. Sogar die kräftige Gestalt mit dem robusten Gliederbau wirkte
mcht mehr ungeschlacht., sondern kraft-
voll beherrschend, wenn man zuvor in
die leuchtenden Augen gesehen.
Man hätte dann unwillkürlich ausrufen mögen: Achtung vor den breiten
Schultern! Sie haben sich gewlß hun
dert-'und tausendmal geaen widrige Verhältnisse gestemmt, haben schwere und schwerste Lasten fortgehoben, um
der Brust Raum zu gewahren zum
Aufathmen in der Luft der Freiheit
und einer schonen Selbststandlgkelt! Und so war es, auch.
Vor zehn Jahren hatte Berthold
Schonholzer noch m einer Schlosser
werkstatt als einfacher Gesell am Ambos gestanden und heute, mit kaum 33 Jahren, durfte er sich Fabrikdirek-
tor nennen!
Als er aus dem kleinen, mitten in einem zierlichen Gärtchen gelegenen
Hzus trat, das er mit seiner Mutter r 1 . . r yw? rr x
vewoynle,- noa ein 2011a moii mn-
über zu den weitgedehnten MaschinenWerkstätten dort seitwärts dem
, ,Fleiß. der ha Tag und Nacht das Lied
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oer Arbeit sang, schrieb sein Wort oen Weg vor! Er war dort das verantwortungsvolle Haupt, sein Wille entschied und war die alleinige Richtschnur für viele Hunderte! Nun stand er draußen in einem stillen Baumgang, der auf der einen Seite der kleinen Stadt zulief, während man in entgegengesetzter Richtung durch hübsche Wiesenpfade zu einem nur zehn Minuten entfernten Dörfchen gelangte, hinter dem sich der Wald in sanfter Steigung aufbaute. Dem Wald strebte Berthold Schönholzer zu. Die Dunkelheit lagerte schon in breiten Schatten über der Erde, als er aus dem prächtigen Buchenhain, in den er übermüthig kreuz und quer eingebrochen war. wieder zu dem Dörfchen Weilau niederstieg. Gemächlich schlenderte er durch das Dörfchen, das sich bereits die Nachtmütze über die Ohren gezogen hatte. Kein Mensch mehr auf den Gassen, in den wenigsten Häuser ein matter Lichtschein. Nur dort seitwärts, über das niedrige Dach des bescheidenen Kirchleins zu ihm herstrahlend, brannte eine große, ruhige Flamme. Sie schickte ihren Glanz, wie er wußte, aus dem hochgelegenen Herrenhaus, das zu dem Gutshof gehörte. Trotz der beträchtlichen Entfernung konnte Berthold Schönholzer durch ein mächtiges Bogenfenster, dessen Flügel allerdings weit offen standen, mit seinen scharfen Augen im Schein der großen. ruhigen Flamme die schön ausgelegte, in Roth und Gold gehaltene Decke eines vornehm ausgestatteten Gemachs erkennen. An den Wänden niederwärts, deren
Tapeten in Harmonie mit der Decke leuchteten, unterschied er Bilder in schweren, metallisch glänzenden Rahmen. Und dann waren für ihn noch die Köpfe zweier Menschen sichtbar, die an einem Tisch in der Nähe des Fen-
siers sitzen und lesen oder plaudern
mochten der Kopf einer älteren und
einer jüngeren Frau.
Ein canzes Weilchen stand Berthold
Schönholzer still und weidete seine Au-
gen beinahe andachtig an dem Bild ruhiger Vornehmheit. Er. der Sohn
des Volkes, ließ sich auch heute noch.
nachdem er durch eigene Kraft so viel erreicht hatte, durch alles, was in den
Linien selbstverständlicher aristokrati-
scher Sicherheit vor ihn hintrat, $m
wenig impomren.
Er wußte, es war eme Schwache, allein er schalt sich deshalb nicht aus, er lächelte nicht einmal darüber es
war doch hübsch, in einem vornehmen Rahmen Menschen zu sehen, die sich
ihm harmonisch einfugten!
Die Welt, der er da den Zoll einer geheimen Bewunderung spendet, hatte ihm übrigens eine seiner reinsten Freuden geschenkt einen vornehmen, jün
geren Freund, an dessen schlanker Schönbeit sein unverdorbenes Herz mit einer brüderlichen heißen Zärtlichkeit
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Langsam schritt Berthold weiter. Er
hatte eben die letzten Häuser des Dörf chens hinter sich gelassen und die Wie
senbreiten betreten, die bis zur Fabrik
hinuberreichten. als sein Ohr einen
schwachen Hilferuf auffing. Das klang beinah?, als ob sich eine rohe Hand erstickend auf einen Mund Presse, der nun mit letzter Kraft, zuckend in Angst und Entsetzen, nach Beistand und Erlösung
schrie. - Die wimmernden Laute, gaben Bert
hold die Ricktunz an, in der sich da ein
Unhell im Schutz der Nacht vorbcreitete. der auch jetzt noch der leiseste Mon-
desglanz fehlte. In mächtig ausholenden Sätzen stürmte der. junge Riese vorwärts und dabei donnerte seine Lö-
wenstimme:
Nur Muth! Der Beistand naht!
Er ist schon da!"
Er hatte den aufmunternden und
trostenden Ruf kaum ausgestoßen, als seine scharf forschenden Auczen auch
schon erkannten, daß er dem Platz, von
dem das erstickte Wimmern ausaegan
gen war. bis auf fünfzig oder sechzig
Schritte nahe sein mußte. Ziemlich
deutlich gewahrte er. daß sich dort geradeaus von jemand, der wohl in die
Nie gebrrxben war. eine zweite Ge-
statt, die noch eben darüber hingebeugt gestanden, loslöste und in hastiger
Flucht seitlich in dieWiesen hineinbrach.
Berthold konnte natürlich mcht da
ran denken, dem Fliehenden nachzueilen
und der Strafe zu überantworten, der e? sich durch feiges Entweichen entziehen
wollte. Vor allem mußte er sich über
zeugen, ob er nicht zu spät aekommen.
ob der Zurückbleibende schadlos aus
dem Ueber fall ein solcher war es
wohl gewesen hervorgegangen sei.
Noch ein paar große Schritte und er
konnte die Hand ausstrecken und einer
zusammengesunkenen Frau emporhel-
fen
Nun in unmittelbare? Nähe erkannte
er trotz der Dunkelheit, daß die Angefallene von mädchenhaft schlanker Ge-
sialt war nur von ihrem Gesicht sah
er bemahe gar nichts. Ein schwarzes
Spitzentuch. das sie um das Haar ge-
knotet getragen haben mochte, war :n
einer Schlinge bis zum Hals herunter gesunken und hatte sich von da wieder
über das Kinn und den Mund empor-
geschoben Vielleicht hatte es der ent-
lohene Elende der Aermstcn auch über
die Lippen hingczerrt, um sie am
Schreien zu hindcrn.
Den oberen Theil des Gesichts be-
deckte das hcreingefallene dichte Haar, das sich, wahrscheinlich infolge des ver-
zweifelten Widerstandes, den die Un-
gluckliche geleistet, in wilder Verwirrung gelöst hatte. Nur der Streifen eines zarten Wangenovals bot sich
Vertholds Blick.
Da spurte er cmen ganz leisen, süßen
Hauch, der ihn aus dem zerwühlten
Haar der Fremden anwehte, und selt-
samerweise überkam ihn plötzlich die
zwingende Empfindung, er stehe einer
Erscheinung aus jener Welt der Vor-
nehmheit gegenüber, zu der er noch fr?? wenigen Minuten dort hinten im Dorfchen, in der Nähe des erleuchteten Her-
renhauses emporgestarrt.
Gleichiam in respektvoller Scheu zog
er unwillkürlich die Hände zurück, die in resolutem Griff der Zusammengesunkenen emporgeholfen hatte sogar einen kleinen Schritt seitwärts trat er.
Allein letzt vernahm er deutlicy, wie
die Zähne der Aermsten aufeinander
schlugen, er bemerkte, daß ein krampf-
Haftes Rütteln und Schütteln ihre
schlanke Gestalt erbeben ließ, em un-
aufhaltsam sich emporringendes
Schluchzen brach von ihren Lippen,
und zugleich sah es aus, als werde sie
neuerdings hilflos zusammenbrechen, wenn er ihr keine Stütze biete.
Da griff er wieder zu, aber so, wie
man nach einem von Gefahr bedrohten.
kostbar zerbrechlichen Gegenstand mit
ängstlicher und auch ein wenig zärtlicher Behutsamkeit die Hände ausstreckt. Im nächsten Augenblick barg
sich ein weinendts Gesicht an semer
Schulter, jener süße Duft stieg stärker.
fast einhüllend zu ihm auf, und die
Stöße des wilden Schluchzens warfen
den schlanken Frauenkorper wie in
einem Anprall gegen seine breite Brust.
Zuerst war es ein ehrliches Er-
schrecken, in dem Berthold Schönholzer
reglos und in einer gewissen Steifheit hoch aufgerichtet dastand. Aber dieses
Erschrecken loste sich m semem tiefsten Innern auf in eine Empfindung, wie
er sie nie vorher gekannt.
Etwas von dem dunklen, ergreifend
süßen Geheimniß derFrühsommernach!
war in der Empfindung. Berthold Schönholzer wagte kaum zu ath-
men.
Dann aber, fast schuldbewußt, stammelte er: Die Gefahr ist vorüber ! Sie dürfen ruhig sein ganz ruhig. Es kann Ihnen nichts mehr geschehen
nichts. Ich will nur hoffen, es ist
Ihnen auch noch nichts geschehen Nichts Ernstliches " Jetzt sucht sich die Weinende zur Selbstbeherrschung aufzuraffen. Hinter den weich sich schließenden Lippen hielt sie das verhallende Schluchzen in der Kehle fest zugleich trat sie einen Schritt fort von ihrem Schützer und Erretter. Ehe sie etwas zu sagen vermochte, ordneten ihre Hände mit echt weiblichem Instinkt zunächst ihre verdrückte und verschobene Kleidung. Dann knüpften die- fliegenden Finger das zugeknotete Tuch vom Hals los, strichen die Haare fein säuberlich aus dem Gesicht und banden die Spitzenhülle wieder lose darüber. Als habe der bisher unsichtbare Mond darauf gewartet, mit seinem ersten Erscheinen Verthold Schönholzer
ein wunderliebliches Bild zu zeigen, hob
er in diesem Augenblick drüben über den Wald seine Leuchtscheibe empor und überschüttete mit dem herzuströmenden Silberlicht das Antlitz der angefallenen Unbekannten. Wie war sie schön! Welch ein junges. kinderzartes und doch schon in holdester Jungfräulichkeit erblühtes Gesicht! Der Mond überrumpelte mit dm,
was er da aus, der schattenden Nacht
enthüllt hatte und nun m süßester
Lebensschönheit zeigte.Verthold Schön-
bolzer so urplötzlich, oag der große.
starke Mann unwillkürlich zurückprallte und, aller Fassung beraubt, auf die
schone Fremde hinstarrte.
War es nicht ein ganz, ganz leises Lächeln, das bei dieser bewundernden Betroffenheit blitzschnell den weichen
Mund des jungen Mädchens umzuckte? Als sich ihre Lipepn zum ersten Wort
öffneten, zitterten noch die letzten ver
schluckten Thränen in der jungen
Stimme nach. Ich danke Ihnen, mein Herr. Der Himmel hat Sie gerade zur rechten Zeit gesandt. Sonst wäre ich verloren gewesen. Ter Elende " sie hielt inne. Es war ihr nicht möglich, von der trunkenen. wilden Gier zu sprechen, mit der sie der Unmensch an sich gerissen hatte. Beim Klang ihrer Stimme löste sich die Starrheit, von der Berthold Schönholzer gebunden worden war. In aufsteigender Empörung klang seine etwuS unbeholfene Frage: .Ist Ihnen vielleicht der erbärmliche, feige Bursche bekannt?" Sie schüttelte den Kopf. Nein. Er war wohl einer jener Landstreicher, wie sie im Sommer nicht selten im hohen Gras dieser Wiesen übernachten. Ich weiß von meinem armen Papa, daß sie brach abermals ab, ohne den Satz zu vollenden. Diesmal schien aber nicht inneres Widerstreben der Beweggrund zu sein.
Sie ttzr sichtlich an etwas erinnert worden. Ihre Auaen suchten auf dem
Boden umher.
Mein armer Flieder!" rief sie. Und da kniete sie auch schon nieder und las einige Stengel weißen Flieders zusammen, die ihr wohl vorhin, bei dem Ringen mit dem elenden Anareifer.
entfallen waren.
Der Flieder da," sagte die schöne Unbekannte, trägt die Schuld, daß ick
so spät noch "
Sie hielt mitten im Satz inne. Es ging- auch wirklich nicht, daß sie
dem Fremden, von dem sie so gar nichts wußte, die Geschichte ihres Spaziergan-
ge in der vorgerückten Abendstunde
berichtete : wie sie in aller Eile hinüber zum Friedhofe des Dörfchens
Weilau gelaufen sei und von dem Flie-
derbusch auf dem Grab des Vaters, des ehemaligen Gutsherrn, einige
Stengel oebrocken habe, um sie morgen
früh der kranken Mutter auf den Geburtstagstisch legen zu können gleichsam als stillen Gruß des theueren Ver-
storbenen. Nein, sie hatte da so viel Trauriges mit berühren müssen sie
konnte und durfte das nicht. Ich muß nun heim," setzte sie nach
kurzem Stocken unvermittelt hinzu,
und machte eine Bewegung nach der Richtung hin, .in der das Städtchen lag. Sie gestatten ganz gewiß," beeilte sich Berthold Schönholzer zu sagen, daß ich Sie sicher bis an Ihr Haus geleite ?" Dafür wäre ich Ihnen sehr dankbar. Wenn ich Sie also nicht von etwas Wichtigerem abhalte " ..Es kann für mich gar nichts Wichtigeres geben." Ter junge Riese fühlte, daß er bei dieser eifrigen und wahrheitsgetreuen Betheuerung ein wenig roth wurde. Er war noch nie in der Lage gewesen, eine solche galante Versicherung abgeben zu müssen. Aber er überwand sehr rasch die aufsteigende, leichte Verlegenheit und sprach tapser weiter: Und wenn Sie jemals wieder aenöthigt sein sollten, so spät Abends " O, das wird niemals wieder geschehen," wehrte das junge Mädchen ganz erschrocken ab. Ich hätte auch heute den verhängnißvollen Gang nicht machen können, wenn unsere alte Magd nicht seit einigen Tagen in ihrem Heimathsdörfchen weilte, wo ihr eine kleine Erbschaft zugefallen ist. Und dazu kam. daß sich Mama heute früher als sonst zur Ruhe begab. So konnte ich mich fortschleichen ... Ich werde morgen freilich Schelte bekommen, wenn ich Mama alles erzähle aöer ich weiß auch, daß sie sich sehr, sehr sreuen wird über den Flieder auf ihrem Geburtstagstisch." Nun hatte sie doch von ihren GeHeimnissen geplaudert. Allerdings verstand sie ihr Begleiter kaum. Da hätte sie ausführlicher sein müssen. Aber dazu war jetzt keine Zeit. Nach Hause, so schnell als möglich nach Hause! Um Gottes willen, wenn Mama erwachte, die arme, kranke Mama, und nach ihr rief ! Sie würde sich namenlos angstigen, wenn keine Antwort erfolgte. Geschwind, geschwind heimwärts Und einem gescheuchten Reh gleich, eilte sie auf dem schmalen Wiesenpfad dahin, der jetzt vom vollen Mondenschein taqhell überstrahlt dalag. Bert-
hold Schönholzer hatte Mühe, sich an der Seite seines holden Schützlings zu y 1 r" . . rr
oeoauplen, yiir oeen via?ciycu nvthigenfalls mit Leib und Leben eingestanden wäre.
Das junge Mädchen verlangsamte auch in dem dunkel überschatteten
Baumgang. in den der Pfad unterhalb der Fabrik mündete, ihre Eilfertigkeit nicht. Sie bog dann aber nicht in die
ersten Gassen des Stadtchens em, fon
dern huschte an den Ueberresten einer alten Stadtmauer hin und blieb endlich hochaufathmend vor der etwas wacklig in ihren Angeln hängenden Staketenthür eines Gärtchens stehen, das mit prächtigem, altem Baumwuchs schweigend im silberweißen Mondgeflimmer
ruhte.
Nur einem spähenden Auge entdeckte sich das niedriae Haus, das im Hinter-
gründ des Gartens geruhsam unter den
breltastigen Kastanienbaumen dalag. Das Schweigen des Gartens schien auch das Haus zu erfüllen. Schlafumfangen dehnte es sich mehr breit als hoch. Kein Licht funkelte aus den
Fenstern. Diese Wahrnehmung ließ die liebe
volle Angst in dem Herzen des jungen
Madchens verbittern.
Gott sei Dank." murmelte sie.
Mama scheint nicht erwacht zu sein r n i V
oni yaile ne icyr angc&uuuci. (Fortsetzung folgt.)
Die Kuvferprägung m
China betrug im Jahre 1904 1,745,000,000 Stück und im Jahre
1906 dürfte sie die enorme Zahl von
16.413.000.000 Stuck erreichen. Bei Anlage von Mi st betten muß der frische, strohhal
flae Vferdedllnaer unbedingt schichten
weise festgetreten werden, und sollte dei Dünger zu lang sein, auch etwas an-
gefeuchtet werden. Der lose eingepackt, Dünger senkt sich beim Aufbringen der Erdschicht ungleichmäßig, so daß im Beet nachher Hügel und Thal ent-
stehen. Bei gleichmäßig eben fesiget. i " , fi."i.- : t.T.2
icnem junger yar man iaict ein uici bend ebenes und lange warmes Mist beet.
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