Indiana Tribüne, Volume 29, Number 222, Indianapolis, Marion County, 12 May 1906 — Page 4

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Jndtana Tribüne, 12 Mai

Ndiana Tribüne. Hnaulztged von In Gutneg s. Indianapolis, Ind.

garrtz O. Thudinm 0 0 0 0 Präsident. WeschSftSloealt fto, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 69. Entered rnt the Pott Office es Indianapolis ai econd clat matter. Aufruf an aUc Amerikaner tcut1d)tt Abkunft. Eine Anzahl von hervorragenden Bürgern New VorkZ hat soeben einen Aufruf erlassen zum Besuch einer PZ.affenversammlung am 19. Mai, in welöer der Kongreßmann Richard Bartholdt von Missouri die Hauptrede halten wird. Die Versammlung wird einberufen, um den Abschluß eineZ Schiedsgerichtsvertrages zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland zu befürworten. Der Aufruf trägt zahlreiche Unterschristen von Männern, deren Namen im ganzen Lande einen guten Klang haben. Wir finden dar unter die Namen von General Carl Schurz, Prof. Hugo Münfterberg, Hermann Ridder, ExMayor Schieren, Edward Uhl, Emil L. Boas, Rudolph Cronau, Dr. C. I. Hexamer, James Speyer u. A. Der Aufruf, der an alle Deutsch Amerikaner gerichtet ist, in Wirklichkeit aber allen Freunden des Fortschritts und des Friedens im Lande gilt, lautet wie folgt: Das Verhältniß zwischen den der schiedenen Staaten und Reichen der Crde bedarf ebenso wie das Verhältniß zwischen einzelnen Personen einer U sonderen Pflege.' Je näher die Per fönen sich durch verwandtschaftliche oder gesellschaftliche Bande stehen, desto grö ßer wird die Vorficht sein, welche man anwendet, nicht in einen Konflikt mit denen zn gerathen, mit welchen man auf das Engste verbunden ist. Sollte es im Leben der einzelnen Völker nicht auch so sein ? Sollte ge. meinsameS Blut, gemeinsame Kultur, sollten innige, kommerzielle Interessen nicht die moralische Verpflichtung auf. erlegen, das Verhältniß zwischen zwei Mächten so zu gestalten, daß ein MuHger Konflikt als ausgeschlossen gelten könnte? Die Vereinigten Staaten von Amerika undDeutschland find zwei Mächte, bei. denen, die angegebenen Momente im höchsten Grade zutreffen. Rollt doch in den Adern eines Drittels der Bewohner der Vereinigten Staaten deutsches Blut ! Spricht doch ein Ach. tel der Amerikaner die deutsche Sprache ! Gemeinsam ist' beiden Ländern eine Kultur, in so hohem Maße gemeinsam, daß meist ein kurzer Aufenthalt in dem anderen Lande genügt, um dasselbe achten, ja lieben zu lernen. Ein nun zerbrochener lWaarenauStaufch nicht minder, wie ein Austausch an Ideen und ein Wetteifern in Kunst, Wissen schast und Beherrschung der Natur kräfte gehtjvor sich, ein Kämpfen und Ringen um den schönsten Kranz und die höchste Ehre, welche auf Erden zu erwerben find, nämlich den Ruhm, der Mit und Nachwelt am meisten genützt zu haben, der Idee deS Fortschrittes, der Menschheit den größten Tribut dar gebracht zu'haben.' Niemals sollte ein anderer Kampf zwischen diesen beiden Mächten. stattfin den! ES kann keinen Grund geben, der diese so innig verbundenen Reiche in einen kriegerischen Konflikt brächte ! Schon ber Gedanke daran ist ein Ver brechen! Alle weisen Männer dieses Landes, voran der verehrte Präsident, Theodor Roosevelt, erkennen eS als ihre ' höchste Aufgabe, das Verhältniß zwi fchen den beiden Mächten immer inniger zu gestalten. Amerikaner deutscher Abkunft! An Euch ist eS vornehmlich, Euren edel denkenden Präsidenten und die Absichten der besten Männer dieses und jenes Landes zu unterstützen und in die Wirklichkeit umzusetzen. Denkt, in welche Lage ihr kommen würdet, wenn jemals ein örieg zwischen dem Lande, wo Eurer Väter Gebeine begraben ließen, und dem Lande Eurer Wahl, Eurer Staatsangehörigkeit ausbrechea sollte. Schmerzzerrissen müßtet Ihr Eure Pflicht thun, und Eure Brüder und Verwandte würden Euch als Feinde , gegenüber stehen! Und doch würde die Stimme der Verläumdung unter Euren Neidern und Gegnern nicht schweigen, sie würde Euch berge Heimen Sympathie mit den Gegnern beschuldigen, wo doch nur die Stimme

Eures Blutes sich regte und Euer Ge wissen Euch des Bruderkrieges beschul digte! DaS darf nicht vorkommen! In dm Zeiten der Ruhe und deS Friedens bau ein schirmendes Dach ge gen stürmendes Wetter! Schon einmal ' hatten die beiden Mächte einen Schledgerichtsvertrag ab geschloffen! Der Senat verwarf ihn. Aber wie segensreich könnte er sich er weisen, wenn auf beiden Seiten Miß Verständnisse beständen, wenn die Stimme der Leidenschaft ihr Haupt er höbe. Und kein materielles Interesse in der Welt ist groß genug, um das Verbrechen eines Krieges zwischen bei den Ländern zu rechtfertigen. Bringt alle etwa auftauchenden Differenzen vor ein Schiedsgericht! Seine Stimme möge zwischen Brüdern schlichten und der Gerechtigkeit den Sieg ertheilen. Auf denn zur That, Ihr Amerika ner deutscher Abkunst, und Alle, die Ihr meint, daß ein Appell an die Was. fen nur im äußersten Nothfalle erfol gen darf! Versammelt Euch am 19.

Mai d. I., AbendS 8 Uhr. in der Cooper Union zur Massenversamm lung. Kongreßabgeordneter Richard Barthold von Missouri wird die Haupt rede halten. Die Stimme von 25,000, 000 Amerikanern wird gehört werden. Ihr selbst aber , werdet das erhebende Gefühl haben, daß Ihr gestanden habt und gestritten für wahre Brüderlichkeit und Menschlichkeit, für Fortschritt und Civilisation. Der Himmel schütze uns vor unse reu Freunden, . welche Uneinigkeit in unsere Reihen bringen, denken die De mokraten mit Recht. Daß Parier geduldig ist, zeigt sich wieder mal in der Ergebenheit mit der sich der Papiertruft der Regierung zu fügen beschloß. Namdem man sich in Administra tionökreisen zu der Verfolgung und Vrottsstruna eines Uebertreters der Rauchordinanz hinaufgeschwungen hat, läßt man'S ruhig weiter rauchen. Kanzler Day hat bislang für seine Univerfität Ctandaru Oel Geld im Betrage von 51,000,000 erhalten und hofft für mehr. Und dabei brennt der gute Mann nicht einmal Petroleum thäte tr'S, so würde er vielleicht er leuchtet werden. Die 850,000 velchr die Bevölke rung zum Bau deS Kolosseums auf bringen sollen, läppern sich so langsam zusammen. -Die MerchantS Associa tion hat nun auch $5,000 dazu gezeich net, macht mit dem Beitrag der Sän gerfef.behörde also 815,000 viyat sequens. i Eine allgemeine Amnestie fürpoli tische Verbrecher in Rußland wie das Duma" wünscht, wird wohl ein schö ner Traum bleiben. Wäre die Amnestie für gemeine Verbrecher anstatt für Po Mische verlangt worden, so hätte sich der Zar nicht lange besonnen. Aber er hat so große Angst vor den Unzusriede nen die er noch nicht belangen konnte, daß er die welche er lseft hat, sicher nicht loS läßt. Kanzler Day von der Syracusc Universität, der kürzlich erklärte, daß alle Beamte der Standard Oil Co. nach seiner Ansicht Ehrenmännersind und ungerechter Weise und unge hört verdammt werden, sollte als logi scher Denker doch 'mal den Begriff Ehrenmann", wie er ihn auffaßt, de finiren. Er würde viele andere Trust Magnaten sich verpflichten, wenn er daS Volk überzeugen könnte, daß Millio näre, welche die Gesetze der. Vereinigten Staaten wissentlich übertreten. Mein eide schwören, das Volk aussaugen und GeschüftSkonkurrenten durch gemeine Schliche und Ränke an den Bettelstab bringen, als Ehrenmänner zu betrach ten find.. Da sich der gelehrte Herr jedenfalls selbst zur'Zahl der Ehren männer" zählt, dürfte eS interessant sein, von ihm zu erfahren, ob er die obenerwähnten Schuftigkeiten eventuell selbst begehen würde. D i e M e r ch a n t ö - Association hat in ihrer letzten regelmäßigen Ver. sammlung beschlossen, alle ihre Mitglie der aufzufordern, ihre Geschäfte wäh rend der Monate Juli und August je den Tag mit Ausnahme des Sonntags um 5 Uhr Nachmittags zu schließen. Geo. A.Nemrnetter,224 Nord Pine tztr. DunkleS und Helles Capl tal City Bier stets bei mir zu haben.

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Verworrene Mego. Roman von Alfred Sassen.

Eine äußerst fesselnde Lektüre ist

heutigen Nummer dieses Blattes beginnenden Roman geboten. Mit gro Z ßem Geschick versteht eS der Versasser, eine einfache Handlung in anhei

melndem, schlichtem Milieu mit innerem Gehalt zu beleben, seine Gestalten als wirkliche Menschen von Fleisch und Blut unserer Empfindung nahe zu g rücken, und daS Herbe der erschütternden Tragik deS Ganzen durch einen S versöhnenden Abschluß zu mildern. g Ein durch schwere SchicksalSschlüge schon früh in der kalten, lieblosen g Welt alleinstehender junger Mnn findet endlich in der erwiderten Liebe zu g einem schönen aber armen Edelsräulein dm Ruhepunkt seines Daseins. 1TX mit hr 9ifi tnnht fiA f(f)lnhrtr niiA hrt ß?Hf ihm ,

t VtilV Mit w w I g durch den Tod eines Verwandten in

F langt. Schon wähnt er ftch am Ziele seiner Wünsche, da erfährt seine

Braut am Hochzeitstage von dem auf ihn ruhenden Verdacht in Verdin Mmrt mit dem Tode seines Verwandten und veranlagt ifin firfi fsfn

" , Gericht zu stellen. DaS Finale der

laufe der Angeklagte von dem auf ihn lastenden Verdacht sich reinigt, dil det eine schreckliche Doppeltragödie: Der Letztere wird von seiner Haushäl terin, einer excentrischen Dame, die ihn leidenschaftlich liebt und darum keiner andern gönnt, erschossen, worauf die Mörderin sich selbst daS Leben tnl

1, utuirnt. sN151Ntttt!r5 Grundeigenthums Nebertragungen. Charles F. RobbinS an Flora E. BarneS, Lot 88 und 89 in RobbinS' North Indianapolis Add.. 70 bei 125 Fuß, vacant, Nordoft Ecke Roache und Schurman AveS. $700. Robert W. Long an George W. An derfon, Lot 42 in Walker'S Sunnyfide Add.. Jrvington. 40 bei 23.72 Fuß. vacant, Westseite von Dillon Ave., süd lich von Washington Str. $600. . Grace K. Celvage an Carrie W. Smith, Lot 15 in Douglaß Park Add., 35 bei 132.6 Fuß, vacant, Oftseite der Pennsylvania Str., nördlich von 25. Straße. $1.600. Die Standard Land Company an Edward Kautöky, Lot 134, Julian's :c. Addition, Jrvington, 150 bei 288 Fuß, vacant, Südseite von TriSler Avenue, westlich von Audubon Road, $600. Clizabeth E. Howe an denselben, Lot 137, dieselbe Gegend, $700. :" Caleb S. Denny an G. L. Denny :c, Theil von Lot 109, Washington Park Addition.. 20 bei 300 Fuß, vacant, Ostseite von Pennsylvania Str., süd lich von 43. Straße, $500. Henry C. Schrader an Louise Ü. Watermänn, Lot 27, Denny, Ver trauenZmann, 2. Prospekt Str. Addi tion. 33 bei 110.5 Fuß. verbessert', Ostseite von St. Peter Str., . südlich von Prospect Str., $1500. ' Henry S. Romlnge'r an Emeline.D. Wachstetter, Lot 55, Bruce's Addition, 55 bei 182 Fuß. verbessert. Nordwefi. Ecke von 24. Straße und Broadway, $9500. ; David F. Swain an Arthur E. Wil son, nördliche Hülste von Lot 53, Washington Park Addition, 100 bei 300 Fuß, vacant, Westseite von Dela wäre Str., südlich von 43. Straße, $2050. Nancy O. Butterfield an Asa H. Bower, Lot 23 in Block 24 in North Indianapolis, 30 bei 125.9 Fuß, ver bessert, Nordseite don 25. Str., östlich von Cliston Str. $1,125. George A. AdamS an Charles E. Plummer, Lots 23 und 24, Vonder. saarS Sub., 70 bei 175 Fuß, westliche Seite von Rural Str., nördlich von New York Str. $1300. Emil I. Nelson an Elizabeth Wei senburger u. A., Theil von Lots 33 und 34, Block 33, North Jndianapo liö, 37 bei 125.9 Fuß, nördliche Seite von 27. Str., westlich von Jsabella Str. ' $1625. Minnie E. Booth an Frank D. He fter, Lot 5, Berlin u. A. Subd. Theil Bruce Place Add., 39 bei 215 Fuß, verbessert. Westseite Ashland Ave.,nörd. lich von 22. Straße. $4,200. Mary F. Dubon u. A. an Louis C. Reese. Lot 113 und 'Theil 116 und 117, McCarty'ö Subd., Außenlot 109, 125 bei 193 und 30 bei 50 Fuß, ver bessert, Westseite Delaware Str. und Südseite McCarty Straße. $2.500. Johanna Glavln U.A. an denselben, Lot 119 in derselben. 30 bei 195 Fuß, neben dem letzteren. $3,700. Thomas Dow u. A. an Mary E. I. Fauore, Lot 13 in Lawton Place Add., 101.82 bei 800 Fuß. vacant nordweft liche Ecke der 53. Str. und Washing. ton Boulevard. $1,200. DoraS I. Baker an Pearle Cooper. Lot 56 in Dorsey'S Subdivifion, ein Theil von Oak Hill, 40 bei 140 Fuß, verbessert, Oftseite, der Winter Avenue, nördlich , von Fern Way. $1650.

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unseren Lesern in obigem mit der - v,, li I flu, iiiUCUI 1 1 Lf Vollbesitz eines großen Vermögens ge m fc.v UUI jr Gerichtsverhandlung, in deren Ver 5 Europaische Nachrichten. Provinz WestpreuZen. Danzig. Vor kurzem wurde der hier beschäftigte Stationsassistent Rautenberg von einem Rangierzuge erfaßt, überfahren und ihm beide Beine und der rechte Arm vollständig zermalmt. Das Leben des verunglückten Beamten schwebt in der äußersten Gefahr, es konnte daher eine Amputation der zermalmten Glieder, nicht vorgenommen werden. Sie ist auch nicht mehr'' nöthig gewesen, denn bald darauf hat der Tod den Unglücklichen von dem Schicksal des Krüppels, das ihm bevorstand, erlöst. Czersk. Aus Anlaß der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares bewilligte die Gemeindevertretung 1000 Mark als Grundkapital zur Errichtung .eines Krankenhauses. D a u l e n. Vor kurzem wollte der Arbeiter Friedrich Widlitzke, 31 Iahre alt, von hier, nach Neudorf über den Eilenssee zur Arbeit gehen. Dabei gerieth er an eine schwache oder offene Stelle, brach ein und ertrank. Vor ihm gingen drei seiner Mitarbeiter. Auf die Hilferufe des Verunglückten eilten fie zurück; leider ka men fie zu spät. Grunau. Im Berliner D-Zuge erschossen hat fich zwischen Marienbürg und Elbing der Großviehhändler Johann Westerwick von hier, der sich in Geschäften nach Dirschau begeben hatte. Nachdem der Zug in Elbing eingelaufen war, wurde Westerwick, in seinem Blute schwimmend, todt aufgefunden, er hatte fich im Abort eine Kugel durch die Schläfe gejagt. Der neben der Leiche liegende Revolver enthielt noch fünf scharse Patronen. Bei dem Tovien wurde nur eine geringfügige Baarsumme gefunden. Das Motiv zu der unseligen That ist nicht aufgeklärt. Westerwick betrieb einen ausgedehnten Viehhandel, namentlich nach Berlin, und lebte anscheinend in geordneten Verhältnissen. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat er in letzter Zeit größere Verluste erlitten. Kl.ein-Brudzwa. Vor kurzem starb der Besitzer Friedrich WilHelm Zarske im besten Mannesalter an einer Blutvergiftung. Zarske hatte sich den Daumen an einem Nagel etwas verletzt, worauf alsbald sich Schmerzen und Geschwulst einstellten, die den ganzen Arm ergriffen. Aerztliche Hilfe war' zu spät nachgesucht worden. Mewe. Der Knecht Stawitzki wurde von dem Gutsbesitzer Manfried.Küche nach der Jakobsmühle geschickt, um Deputatmehl zu holen. Auf dem Rückwege stürzte Stawitzki vom Wagen und die sftäder des schweren Wagens gingen ihm über den Kopf, so daß der Tod auf der Stelle eingetreten sein muß. Ro spitz. Der 26jährige Sohn des Eigenthümers Laskowski war Maschinist auf .der Dampfziegelei. Letztens war er mit der Reinigung der Maschine beschäftigt und hatte im Maschinenhaus eine Flasche mit Schnaps stehen Zum Lösen und Putzen 'der Schrauben benutzte er eine zweite Flasche mit Salzsäure. Als er N2cy Hause ging, verwecrnke er im Dunkeln die Flaschen' und nahm statt des Schnapses die Salzsäure mit. Zu Hause bot er dem Vater, der mit dem Füttern , des Pferde beschäftigt war, einen Schnaps an. Als er die Flasche nicht sogleich nahm, that er selbst inzwischen einen Zräftiaen Schluck daraus, taumelte und fiel zu Boden. Wiewohl sogleich ärztliche Hilfe in -Anspruch genommen wurde, verstarb der Bedauernswerthe in kurzer Zeit. Provinz ornrnrnr. Stettin. Verliehen wurde: Dem Geheimen Commerzienrath und sächsischen Generalconful Abel der Kronenorden dritter Klasse und dem Postfekretär a. D. Jrrgang, beide hier wohnhast, der Kronenorden vierter Klasse, ferner dem Kirchenältesten und Schulvorsteher,Bauerhofsbefitzer Lentz

in Pansin und dem pensiomrten Eisenbahnlokomotivsührer Nierich hierselbst das allgemeine Ehrenzeichen. Bernsdorf. Vor kurzem brannte das Herrenhaus des Gutsbefitzers Budke vollständig nieder. , G r 0 tz . G l u s ch e n. Tödtlich verunglückt ist der Schäfer Wilhelm Iahn. Iahn, welcher Futter vom Stallboden abgeworfen hatte, war im Begriff, noch nach einer anderen Stelle des Bodens zu gehen. Dabei bemerkte er eine offen stehende Lücke nicht, . stürzte kopfüber durch diese hindurch und schlug mit Kopf und Brust zugleich auf das Steinpflaster unten auf. Der Unglückliche hat bei dem Sturz so schwere innere Verletzungen erlitten, daß er, obgleich er noch nach seiner Wohnung, gehen konnte, nach kurzer Zeit verstarb. Horst. Beim Holzfällen verun glückte der 20 Jahre alte Friedrich Walter 'von hier. Während er an einem Baum arbeitete, sturzte.ein anderer schon im Fallen begriffener Baum zur Erde, traf den Walter und begrub ihn unter fich, wobei dieser noch mit dem Kops auf einen schon liegenden Stamm aufschlug. Der Verunglückte wurde schrecklich zugerichtet, denn er erlitt einen schweren Schädelbruch, einen Bruch des linken Unterarmes und einen Bruch des linken Unterschenkels. Köslin. Der etwa 30jährige Schlächtergeselle Buchholz wurde unter dem dringenden Verdachte verhaftet, den Raubanfall gegen den Händler Wittkamp im Vollen ausgeführt zu haben. Vutbus. Auf dem dünnen Eise des sogenannten Katzenteiches brachen die beiden Kinder des Bauunternehmers Schröder ein. Der jüngere Knabe wurde gerettet, der ältere von 12 Jahren ertrank jedoch. Tempelburg. Vor einiger Zeit feierte das Fischmeister Reiser'sche Ehepaar das Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar erhielt ein Geschenk des Kaisers im Betrage' von 50 Mark. Wuckel. Die in der hiesigen Vergiftungs - Angelegenheit geschädigte Wirthschaft! Marie Teske ist bereits soweit wiederhergestellt, daß sie nach Hause reisen konnte. Nach, den bis jetzt angestellten Nachforschungen ist sie schuldlos, und die Ursache des Trauerspiels scheint allein der verstorbene Inspektor zu sein. Der untersuchte Rest der milchigen Flüssigkeit hat sich als Kleesalz herausgestellt, von Arsenik ist keine Spur gefunden worden. Frcnirrz Schkeswigorstein. Altona. Semen Verletzungen erlegen ist im städtischen KrankenHause der Maurer Heckebein, der in der Vlücherstraße von einem Gerüst gestürzt ist. - Heckebein hatte sich am Schädel schwer verletzt gehabt. Baistruphof. Das vierjährige Söhnchen des Hufners Dabelstein warf in der Küche einen mit lockendem Wasser gefüllten Behälter herunter, sodaß sich das fiedende Wasser über seinen Körper ergoß. Der Kleine hat lebensgefährliche Verletzungen erhalten. Föhr (Insel). Der frühere Schmiedemeister Brar Braen und Ehefrau haben ihre eiserne Hochzeit gefeiert. Trotz ihres hohen Alters, vor kurzem 90 und 87 Jahre, sind beide noch rüstig. Kiel. Dem ordentlichen Professor an der Universität Dr. phil. Karl Rodenberg ist der Rothe Adlerorden 4. Klasse, dem ordentlichen Professor an der Universität Dr. phil. Otto Krümmel der Kronenorden 3. Klasse vergehen worden. Krempe. Vor kurzem begingen die Eheleute Thumann hierfelbst das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Oldesloe. Erstarrt und todt aufgefunden wurde der taubstumme Privatier Gustav Staack. Er hatte hier an einer Festlichkeit, theilgenommen, ist auf dem Heimwege gestolpert und in einen Graben gefallen, wo ihn der Tod ereilte. Er stand im 64. Lebensjahre. Rendsburg. Ein recht betrübender Unglücksfall ereignete sich auf einer Koppel zwischen Trainkaserne und Lazarett. Der 12 Jahre alte Knabe Grabig, dessen Mutter Wittwe ist, spielte in einer Sandkühle. Infolge Hineinsteckens mit einer Schaufel in die Sandwand löste sich eine große Sandschicht und begrub den KnabeS unter sich. Obwohl andere Knaben erwachsene Personen zur. Hülfe holten und man den Verunglückten rasch ausgrub, öezw. auch bald Aerzte zur Stelle waren, konnte er doch nur als Leiche seiner Mutter in das Haus gebracht werden. S L h r e'n. Das Wohnhaus und das Stallgebäude des Hutners Ernst Blunk sind abgebrannt. Zwei Pserde kamen in den Flammen um. Tangstedt. Vor einiger Zeit ist hier wieder ein Kampfgenosse von 184850, der Rentner I. Meyer im Alter von 77 Jahren gestorben. Er diente bei der 4. Compagnie des 5. Jnfanteriebataillons .und hat an der Schlacht bei Jdstedt und dem Gefecht bei Friedrichstadt theilgenommen. " Fortschritt. Nu, Aaron. wie geht's im Geschäft?- Lischt zu sagen! Mit a paar lumpige Beamtentöchter und an Schneidergesellen hab' ich angefangen; jetzt verheirath' ich schon die größten Hochstap ler!" ' .' ' , ';.

Abenteuerliche Lustschiffahrt. Zu der abenteuerlichenLuftschiffahrt de: beiden Luftschiffer Görgen und Plep vom Berliner Luftschisfer-Batail-lon berichten die Berliner Neuesten Nachrichten": Der Ballon nahm sofort nach dem Aufstieg eine nördliche Richtung und verschwand m den Wclseit. Als die Luftschiffer um 5 Uhr durch die Wolken hindurchkamen, bcmerkten sie in einer Höhe von 700 Meter, daß sie über der Oftsee kreisten. Der Ballon hatte sich wieder bis auf 250 Meter tief gesenkt. Es galt nun, ihn zu entlasten, um höher zu steigen und ungefährdet über das Meer hinwegzukommen. Aber obgleich man den gesammten Ballast weggeworfen hatte, wollte der Aufstieg infolge widriger Winde nicht gelingen. Die Dunkelheit war eingetreten. Nur soviel wußten die Teiden, daß sie ziemlich nate über dem Wasserspiegel dahinfchwebten, .denn das Rauschen der Wogen drang an ihr Ohr. Jetzt konnte das Leben nur noch 'gerettet werden, wenn alle nur irgendwie entbehrlichen G?gen'ände in's Meer geworfen wurden, um den erleichterten Ballon in die Höhe zu treiben. Zunächst würde das zeiltnerschwere Schlepptau versenkt. Dcsselbe geschah mit den Verpackungen des Korbes. Als auch dies nichts half, mußten sich die wackeren Soldaten trotz der ' winterlich bitteren Kälte ihrer Stiefel entledigen und sie in's Meer werden. Aber immer noch wollte der Ballon nicht steigen. Kaum 30 Meter schwebte man über dem wild dahinbrausenden Meere, Nun mußte der Korb geopfert werden. Die Todesmuthigen schnitten die Leinen, die den Korb mit dem Korbring und dem Netz verbanden, das auf zwei ab, warfen sie in's Meer und kletterten an den zwei übriggebliebenen Leinen hinauf zum Ballon, um sich oben am Korbring festzuseilen. Der traurige Rest dcs Korbes hing nun noch an zwei Seilen fest, wurde aber schon von der hochgehenden See hin und her geworfen. Es mag um 11 Uhr Nachts gewesen sein, da wurden auch die letzten Seile mit dem Korbgerippe vom Ballon getrennt, und nun stieg dieser wieder in die Höhe. Wenige Augenblicke später war man wieder über den Wolken. Bald darauf fiel der Ballon aufs neue. In der höchsten Noth warfen die Beiden, die das Meer umtoste, die Instrumente, die Seitengewehre unddie Koppel in die See. Eine Viertelstunde später hörten sie plötzlich Hundegebell! Jetzt wußten sie sich gerettet! Im nächsten Augenblick zogen sie am Ballon das Ventil und wenige Stunden später saßen sie auf den Kronen großer Bäume. Sie waren um 1 Uhr Nachts in einem Walde in Schweden angelangt. Sobald der Tag graute, liefen die Luftfchiffer im fußhohen Schnee barfuß zwei Stunden lang umher, um Umschau ' nach menschlichen Behausungen' zu halten. Ein einzelstehendes Häuschen wurde entdeckt, wo die Hungrigen aufs freundlichste bewirthet , wurden. Dann wurden die Vorbereitungen für die Heimfahrt mit Hülfe des deutschen Konsuls aus dem nahmen Karlskrona getroffen. .In der wesentlich von zwei Tamcn, der Gemahlin des liberalen Kandidaten Pcarson und der Braut des Marquis Grabam, Lady Hamilton, geführten Wahlkampagne im Wahldistrikt Eye gewann der Li berale Pearson, und Graham mus; daher auf das ihm von seiner Braut versprochene Hochzeitsgcschenk eines Mandates verzichten. Der Wahl kämpf rief große Aufregung hervor. Sorget für gute Stal. l u n g e n ! Feuchte, unreinlichk Schweineställe sind immer wieder du Ausgangspunkte verheerender Seuchen Dunstige, niedrige Viehställe ohnk Maueröffnungen oder Dunstschlotk legen in so vielen Fällen den Keim zur Tuberkulose, fördern die Entwicklung der Maul- unö Klauenseuche. Zugigk Pferdeställe verursachen rheumatisch Leiden, Erkältungen, die Dämpfigkeit nach sich ziehen. Dumpfe Schafställk beherbergen schwächliche, empfindliche Thiere, die nicht nur minderwerthig Produkte liefern, sondern bei geringerer Futterberwerthung größeres Risikc in Anspruch nehmen.

Europäisches kpattenttr Wechsel, Crcditöricsc, Postanweisungen, auf alle Städte Europas. Schiffsscheine von und nach Europa. An und Verkauf ausländi fchen Geldes. liti'ii, No, 35 Süd Meridian Str. Merchants National Bank.

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