Indiana Tribüne, Volume 29, Number 220, Indianapolis, Marion County, 10 May 1906 — Page 6
Jndiana Tribüne, 10. Mai 1906.
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Europaische Nachrichten.
ßrzaö'Lothringen. Sir kbura. 'Die schwedische Akademie der Wissenschaften erwählte in ihrer letzten Sitzung den Professor der Anatomie an der hiesigen Universität Dr. G. Schwalbe zum auswartigen Mitgliede. Die Wittwe deZ Vertheidigers der Stadt Straßburg während der Belagerung, des )enerals Ulrich, ist in Passy (Frankreich). 89 Jahre alt. gestorben. Diedenhosen. Der Anstrerchr A. Fechtenberg aus Hannover, welcher seit tmqer Zeit m NlederJeutz als Komiker auftrat, wurde durch die Gendarmerie festgenommen und der Militärb-hörde Hierselbst übergeben. F. war kurze Zeit nach seiner Einstellung von seinem TrupAntheil in Metz nach Luxemburg de sertirt und hatte sich jetzt wieder hieritx aewaat. Metz. Kürzlich wurde m der Friedhofstraße dahier em ' gewisser Klassen von einem Radfahrer angerannt und mit solcher Wucht zu Boden geschleudert, daß er einen Schadelbruch davontrug. Klassen ist etwa 60 Jahre alt und Vater von 8 Kindern, darunter zwei, die noch minderjährig sind. Der unglückliche Radfahrer heißt Heinrich Hock. Zlleckkenburg. G ra.b o w. Dem früheren Tisch ler, jetzigen Rentner Friedrich Lüdersschen Ehepaar Hierselbst, das unlängst seine goldene Hochzeit feiert:, ging von dem Großherzog ein Glücke wunschschreiben und das Bildniß des Landesherrn im Rahmen zu. Hanstorf. Dieser Tage beging das Möller'sche Ehepaar das Fest der goldenen Hochzeit. Aus Anlaß dieser Feier ließ der Großherzog dem Jubelpaare mit einem Gluckwunschschreiben ein Geldgeschenk übermitteln. Außerdem wurde dem Ehemanne, der in seltener Treue und Anhänglichkeit 50 Jahre der hiesigen Gutshcrrschaft diente, die Verdrenst-Medaille derliehen. R o st o ö. Obermedizinalrath Dr. W. Hesenberg beging sein 50jährige3 Doktorjubiläum. Das von der Fakultat erneuerte Doktordiplom wurde dem Jubilar von dem derzeitigen Dekan, Professor Dr. med. Muller, überbracht. Der Großherzog ehrte den Jubilar durch die Uebersendung seines Bildnisses, dem ein huldvoll gehaltenes Glückwunschschreiben .beigefügt war. Der Allgemeine mecklenburgische Aerzteverein hat Obermedizinalrath Dr. Hesenberg zu seinem Ehrenmitgliede ernannt. R e h n a. Der Tischlermeister R. Meer sen. Hierselbst konnte sein fünfzigzahriges Burgerjubllaum seiern. Dem Jubilar wurden aus diesem An laß mancherlei Ehrenerweisungen dargebracht. T e t e r o w. Vor' kurzem begingen der frühere Buchdruckereibesitzer Franz Kohlert Hierselbst und Frau das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Von nah und fern gingen dem Jubelpaar Glückwünsche zu. Hkdenvurg. Oldenburg. Oberintendant a. D. Meinardus, der an 15. December v. I. seinen 100. Geburtstag beging, ist gestorben. Lohne. Der Großherzog ha! dem 'Fabrikarbeiter Anton Kohls die Medaille für Treue in der Arbeit verli&hen. ' Osternburg. Eine der ältesien ' Bürgerinnen unseres Ortes, Fräulein Rolfs, ist aus diesem Leben geschieden. Die Verstorbene erreichte ein Alter von 83 Jahren. Westerede. Herr Gerichtsakwar Schüler verkaufte seine hier belegene Besitzung an Frau Wittwe Bölts in Ocholt zum Preise von 10,000 Mark. Freie Städte. ' Hamburg. Die Firma I. G. Reinhardt (Inhaber Martin Reinhardt), Herrengarderobenmaßges chäft, Speersort 3, konnte kürzlich auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Amanda Earoline Wichern ist im 70. Lebensjahre verstorben. Sie war die älteste Tochter von D. Wichern und war ihrem Vater besonders auf musikalischem Gebiete eine treue Beratherin. Als der Leichter 87 im Schleppdampfers Elbe 4 der von hier durch den Reiherstieg nach Harbürg fuhr, sich querab der Landungsstelle Konow befand, fiel der Schiffer Pilus vom Leichter 87 über Bord und ertrank trotz der sofort angestellten Rettungsversuche. Die Leiche des Verunglückten konnte nicht gefunden werden. Bremen. Oberingenieur Baum von Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd Kaiser Wilhelm n. trat nach der erfolgten Rückkehr von New York m den Ruhestand. Baum hat auf Dampfern des Norddeutschen Lloyd nicht weniger als 222 große Seereisen gemacht welch? zusammen eine - Strecke hon 2,400,000 Seemeilen, gleich dem lllfachen Umfang der Erde am Aequator, ausmachen. Er hat hiermit in der Seefahrt einen Rekord aufgestellt, welcher sobald nicht geschlagen werden dürfte. Schweiz. Bern.' Die Schweiz wird abermalö ein großes Nationaldenkmal er richten.' Es soll in Schwyz zur Er-
innerung an die Freihitsschlacht am Morgarten aufgestellt, werden. -
Das Schloßchen Arenenberg am So densee, ein Besitzthum der Familie Bonaparte, ehedem beliebter Aufenthalt der Königin Hortense von Holland, der Mutter Napoleons III.. ist von der Exkaiserin Euaenie dem , Kanton Thurgau zum Kaufe angeboten worden. In dem Schlößchen ist eine reiche Sammlung napoleonischer Reliquien aufgestapelt. Freiburg. Professor Zwierzina, Dozent für deutsche Literatur, der einen Ruf nach Innsbruck erhalten hat, verläßt die Universität mit dem Schlüsse des Wintersemesters. Genf. Es gerieth am Bahnhof Cornavin de? 36jährige Postangestellte Paul Guibentif aus Genf unter einen GLterzug, der ihm beide Beine abfuhr. O b f e l d e n. Vor einiger Zeit ist hier, der Zweitälteste Geistliche der Züricher Landeskirche, alt-Dekan I. David Eßlinger gestorben. Eßlinger geboren 1824. hat das Wirken seines ganzen Lebens der hiesigen Gemeinde gewidmet. In die neu organisirte Gemeinde wurde cr berufen zuerst als Pfarrverweser; später wurde er zum Pfarrer gewählt, und hier brachte er auch die Jahre seines Ruhestandes zu. Rougemont. Dieser Tage brannte das Wohnhaus sammt Scheune des David Cottier mit vielen Vorräthen und Mobiliar nieder. St. Gallen. Das Domkapitel wählte einstimmig zum Bischof den bisherigen .Domdekan Dr. Ferdinand Uuegg von St. Gallen. B v o n a n d. Dieser Tage ist der Mörder des alten Franois Gaillard in der Person des 1870 .geborenen Eugene Duruz in Cronay (Waadt) verhaftet worden. Zürich. Der Regierungsrath hat zum Direktor des Seminars Küsnacht gewählt Dr. Edwin Zollinger, Rektor der Mädchen - Sekundarschule Basel, gebürtig von Riedikcn bei Uster. In der Liste der Patente,' die an Erfinder im Staate Jndiana ausgestellt wurden, befindet sich auch eins für Claude A. Gunder von JesSZi:n t.". . 1 rx: . n.7vuuiuc ut eine oiüimaüjmc. Der Erfinder wird jedochkaum je gewahr werden, was für einen Erfolg er gehabt hat, denn er 'befindet sich irrsinnig in einem Louisviller Sanatorium. Sein Heim ist zerstört und seine Familie zerstreut. Man kann Gunders Maschinenin den dreiStädten an den Fällen vielfach sehen. Wenn man einen Penny hineinwirft. dann kommt ein Stuck Kaugummi heraus. Die Maschinen werden in Jeffersonville hergestellt, und bis vor Kurzem leitete Gunder das Geschäft. Anfangs konnte man die Maschine noch mit Bleistücken anführen", nach dem jetzt patentirtenVerfahren ist das aber nicht mehr möglich. Die Sache hat sich gut bezahlt, aber Gunders Verstand ist dabei darauf gegangen. Erst letzten Mai hatte Gunder. der Wittwer war, eine Wittwe in Marion, Ind.. geheirathet. Beide haben Kinder.' Diese befinden sich bei Gunders Mutter. Die unglückliche Frau Gunders arbeitet tapfer als KrankenPflegerin. Der. höchste der Wolkenschaber wird das New Norker Singer - Gebäude, dessen Unterbau, ein elfstöckiger Bau, bereits seit mehreren Jahren an - der Nordwest-Ecke von Broadway und Liberty Straße sieht. Der Unterbau wird am Broadway bis auf 132 Fun und in der Liberty Straße bis auf 290 Fuß erhöht werden. Nach seiner Vollendung wird das Gebäude stch 593 Fuß über das Straßenniveau erheben. Es wird somit den Ruhm beanspruchen können, das höchste Bauwerk der Welt zu sem, denn die höchste spitze des Kol ner Doms ragt nur 515 Fuß in die Lüfte, das Rathhaus in Philadelphia ist 547 Fuß hoch und das Washina ton - Monument in Washington hat eine Höhe von 555 Fuß. Die Pläne sind von dem Architekten Ernst Flagg entworfen. Flagg hofft, den Bau bin nen zwei Jahren fertigstellen zu kön nen. Das Fundament ist so stark. baß es ein Gewicht von vier Tonnen auf den Quadratfuß tragen kann. Für den Bau werden 12.000 Tonnen Stahl benöthigt. Durch Stahlbänder wird das Bauwerk gegen Stür me" geschützt werden. Selbst ein mit hundert Meilen, rn der Stunde durch die Lüfte zagender Wind wird wir kunaslos an dem Thurm, der einem Anprall von dreißig Pfund auf den Quadratfuß wird widerstehen können, abprallen. ' In Karlsbad kommt eine Alge vor, die aus den kleinen Erhohunaen im Tepelbette, denen heißes Quellwasser entströmt, und an anderen, von warmem Mineralwasser berieselten Stellen 'bei einer Temperatur von 49 bis 51 Grad gedeiht. Das ist eine Hitze, in der gewöhnliche ... . . c Pflanzen zugrunoe geyen wuroen. Am 4. April waren es 50 Jahre, daß der erste deutsche Ozeandampfer, welcher auf regelmäßigen Fahrten den Atlantischen Ozean durchquerte, dem Verkehr übergeben wurde. Mit dem Dampfer Borussia , der von Kapitän Ehlers geführt wurde, machte die Hamburg-Amerikanische Pcrcketfahrt Aktiengesellschaft den ersten Versuch. eine regelmäßige Dampferverbindung zwischen Hcmburg und New Fort
einzurichten.
Des Kindes Spielzeug. i Beschäftig der Kleine im erste nd 'weiten Lebensjahre. Die Frage Womit sollen kleine
Kinder spielen?" beantwortet Dr. GernSheim in einem.in Stuttqart herausgegebenen medizinisch -. pädagogischen Werke wie folgt: Für Kinder im 1. und 2. Lebensahre empfehle ich als passendes Svielzeug schon in erster Linie sauberen Flußsand: ist iraend ein trockenes Plätzchen im Hof oder Garten zu entbeyren, wo keine Gelegenheit gegeben !t. oa unsaubere Menschen durch Ausspucken oder sonstige Verunreinigungen ihren Unrath abladen, und Hunden und Katzen der Zutritt verwehrt ist, so lasse man dort einen Wagen Flußsand anfahren, gebe dem Kinde kleine Formen aus weißem Holz oder Thon in die Sand und lasse eS nun schalten und walten, geleitet von seiner Phantasie und unbeeinflußt von Erwachsenen. Steht kein Sand zur Verfügung, so reiche man ihm glatt -ge. hovette Bauklotze, mit denen es Hau er bauen und sich besser beschäftign kann, als mit einem fertigen, festgefügten Haus. Die Klötze kann es durcheinander- und herumwerfen und dann wieder zusammentragen. lim wertvolles Unterbaltunas- und unschuldiges Belebrunasmittel stellkn ferner Bilderbücher dar. deren Inhalt, am besten auf unzerreißbare Leinwand georuat, in der Wiedergabe einfacher Tkieraestalten und der üblichen Gebrauchsgegenstände in gut erkennbarer Aussudruna bestebt. bindet rneran das Kind Gefallen, so kann man auch die Wände des Kinderzimmers mit zwei bis drei vom Bett des Kindes aus leicht erkennbaren, hellfarbigen Vildern schmücken. Durch die beiden Arten einfacher Darstellungen wird das Kind zu Fragen angeregt und veranlaßt, sich die erhaltenen Antworten zurecht zu legen. Der Erscheinung, daß einfaches Spielzeug beim Kinde viel größeren Anklang findet und seine Phantasie mehr anzuregen geeignet ist, haben deutsche Künstler Rechnung getragen und Spielsachen, vorzugsweise aus Holz, modellirt. die, in ihrer Gestatt fast nur angedeutet, sich in möglichst einfachen, der kindlichen Vorfiellung entsprechenden Formen und Farden hatten. DaS Hörrohr deS Prinzen. Der kürzlich auf Schloß Nachod in Böhmen im Alter von 71 Jahren verstorbene Prinz Wilhelm von Schaumbürg war erbliches Mitglied des öfterreichischen Herrenhauses. Wenn er in Wien weilte, fehlte er nie in einer Sitzung des Herrenhauses, und trotzdem er gezwungen war. sich eines Hörrohres oder vielmehr eines sehr umfangreichen Hörtrichters zu bedienen. war er emer der eifrigsten Zuhörer. Er wanderte mit seinem einer, über großen Trompete ähnlichen Jnstrument von Redner zu Redner und poflirte sich stets unmittelbar vor oder neben dem sprechenden Pair, wobei er es durch ein fortwährendes Bewegen seines Trichters stets so einzurichten trachtete, daß die Rede förmlich in den Trichter, hineingehalten werde. Als ein sehr redegewandter, aber etwas nervöser Pair, der vorher auch bei seinen Reden im Abgeordnetenhause zwei" Schritte Bewegungsfreiheit haben mußte, um sein Taschentuch unbehindert schwenken zu können, zum erstenmal im Herrenhause das Wort ergriff und das Hörrohr des Prinzen ihm vor den Augen tanzte, stieß er es unter stiller Heiterkeit des Hauses heftlg bei Seite. Prinz Wilhelm von Schaumbura nahm dies aber mcht übel, sondern brachte nur seinen Trichter in Sicherheit. Sozialdemokratische Abgeordnete. Von den 130 sozialdemokratischen Abgeordneten, die seit 1867 bis iekt dem deutschen Reichstage angehört haden, waren 28 Schriftsteller. 23 Re dakteure. 10 Gastwirthe. 4 Rechtsanwülte. 5 Tischlermeister. 8 Ciaarrenfabrikanten. 4 Ciaarrenarbeiter. 3 Kaufleute. 3 Druckereibesitzer. 3 Vorsitzende von Gewerkschaften. 3 Arbeilcrserretare, 2 ?chneioer. z Schuhmacher. 2 Buchhändler, 2 Buchbinder. 2 Expedienten; ferner 1 Kehlleistenfabrikant. 1 Sattler. 1 Drechsler. 1 Bergmann, 1 Photograph, 1 HolzbildHauer. 1 Lehrer, 1 Kassirer, 1 Jnstrumentenmacher, 1 Lcderhändler, 1 BuchHalter, 1 Handschuhfabrikant. 1 Prokurist. 1 Tapezirer, 1 Kupferschmiedemeister. 1 Töpfergehilfe. 1 Maschinenbauer. 1 Webwaarenfabrikant, 1 Hutwacher. 1 Schreiner. 1 Arzt. 1 Sanitätsrath. 1 Rentier. 1 Kammergerichtsreferendar und 1 Hofbaurath. Schutzapparat gegen Unt e r s e e b 0 0 t e. In dem französischen Kriegshafen Cherbourg fanden m letz ter Zeit Experimente mit einem Mikro phon-Anzeiger statt, der den von den Hafenkapitänen gebrauchten Apparaten sehr., ähnlich ist. Eine größere Anzahl solcher Mikrophone ist bereits außerhalb des Deiches und der Zufahrtsstra ßen versenkt. Das Geräusch der Schrauben der Torpedoboote, das von diesen Mikrophonen aufgenommen und verstärkt wurde, hat ihr Herannahen auf .mehrere Seemeilen von der Küste erkennen lassen. In diesen Mikrophonen erkennen die Marine-Autoritäten die beste Vertheidigung gegen nächtliche Ueberraschungen- und gegen Angriffe von Unterseebooten.
Haisang in Florida. Schwlerigkekten uk) Gefahren bei Haifisch sauge iN (Sols von Mexiko. Zu den beliebtesten Vergnügungen gehört in Florida der Fischfang, ganz besonderer Popularität aber erfreut sich die aufregende, zuweilen auch gefährliche Jagd auf den gefräßigen Hammerhai, den unbarmherzigen Räuber der Meerestiefe. Beim Fange des Hammerhais, der im Bau durchaus dem Menschenhai ähnelt und, wie der Walfisch, ein Säugethier zu sein scheint, bedient man sich als Köder Lines Fischkopfes; Haken und Leine werden in einem Fäßchen voll Blut über Bord geworfen. Als Fischleine benutzt man gewöhnlich ein starkes Seil, an dem ein abgerundetes, gespaltenes Stück Holz befestigt wird, damit das schnelle Abwickeln der Leine die Hände nicht verbrennt. Das Seil liegt zusammen-
rollt auf dem Boden des Bootes. Der Kampf mit einem auf diese Weise gefangenen Hammerhai ist nur dann un gefährlich, wenn der Fischer, mit einem guten, starken Fischmesser bewehrt, durch einen schnellen und sicheren Stich in den Hals, den Fisch ' getodtet hat. ehe er ihn in's Boot oder auf die Werft zieht; andernfalls ist ein heftiger Angriff aus den Angler unausbleiblich und der Verlust eines Beines oder einer Hand gar häufig das traurige Resultat des Vergnügens. Flschbisse sind im Allgemeinen giftiger Natur, ganz besonders ist dies aber beim Bisse eines Hais der Fall, und das Ausbrennen einer von einem Hai verursachten Wunde darf deshalb nicht hinausgeschoben werden, wenn man sein Leben nicht auf's Spiel setzen will. Beim Fange der großen Haifische ist die Harpune die zuverlässigste Waffe. deren Wirksamkeit jedoch von der Präzision, mit der sie geschleudert wird, abhangt. In Florida pflegt man, wenn möglich, das Seil an's Land zu schaffen und den Hai an den Strand zu ziehen, wo hinlänglich Raum sich bietet, den Fisch zu tödten oder ihn eines natllrlichenTodes sterben zulassen. Auf der See wird die Leine an eiizer Spiere befestigt, der Hai an Bord gezogen und getodtet. Der erfahrene Fischer, der von einem Ruderboote aus einen Hai mittelst Angel fängt und außer seinen Rudern keine Vertheidigungswaffe besitzt, thut gut daran, die Lerne zu durchschneiden, wenn er seine Angel nicht alsbald an's Land zu schaffen vermag, denn ein großer Hai geht sofort zum Angriff auf das Boot vor. das unter den mächtigen Schwanzschlägen des wüthenden Thieres in wenigen Augenblicken in Stücke geht. . Glückliche Miether. Fünfzig Jahre in derselben Wohnung und nicht gesteigert, diese märchenhaft klingende Nachricht kommt aus Berlin.' Das Ehepaar Golz m der Anhaltstraße feierte am 6. April ein dreifaches Jubiläum. An diesem Tage waren es 50 Jahre, daß die Eheleute den Bund für's Leben geschlossen haben, 50 Jahre, daß sie ihre gegenwärtige Wohnung bezogen haben, und 50 Jahre, seitdem Golz Schuhmachermeister geworden ist. Die Eheleute sind jetzt beide 76 Jahre alt, aber noch sehr rüstig. Im Viertel" des AnHalter Bahnhofes ist das Golz'sche Ehepaar die älteste Partei. Als es seine Wohnung bezog, war die Gegend noch sehr wenig bewohnt. Das Haus stand ganz vereinzelt in der Nahe des Stadtthores, das von Militär- und Steuerbeamten bewacht wurde. Die nächsten Häuser waren ziemlich weit entfernt. Während der fünf Jahrzehnte, die das Ehepaar die Wohnung, die aus dem Laden, der Werkstätte, einem Zimmer und einer Küche besteht, innehat, ist es nie gesteigert worden. Die erste Iahresmiethe betrug $75 und dabeibist es bis heute geblieben. Ein Festkomite sorgte für eine Feier des dreifachen Jubiläums. . Dampfschissfabrts'Jubilaum. Letzthin waren es 50 Jahre, daß der erste deutsche Ozeandampfer, welcher auf regelmäßigen Fahrten den Atlan tischen Ozean durchquerte, dem Verkehr übergeben wurde. Mit dem Dampfer Borussia." der von Kapitän Ehlers geführt wurde, machte die HamburgAmerikanische Packetfahrt-Aktiengesell-schaft den ersten Versuch, eine regelmäßige Dampferverbindung zwischen Hamburg und New Fork einzurichten. Für den Betrieb der transatlantischen Dampferlinie nach New Jork standen der Gesellschaft damals zwei eiserne Schraubendampfer von zusammen 4000 englischen Tonnen zur Verfügung. Im Dienst der heutigen HamburgAmerika - Linie durchfurchen 157 Ozeandampfer alle Meere des Erdballes. Der gesammte Rauminhalt diese? Schiffe beträgt 772,780 Registertonnen. X . Parlamentarische Red e b l ü t h e. Die Reihe der parlamentarischen Redeblüthen ist durch den badlschen Landtagsabgeordneten - Wit-tum-Pforzheim um eine von besonderem Duft vermehrt worden. In einer Rede wandte er sich an den Minister des Innern Dr. Schenkel, den er zu semem Auftreten der Sozialdemokra tie gegenüber in schwungvollen Worten beglückwünschte und sagte: Man spürt da wieder einmal den Odem.emes fe sten. unbeugsamen Willens und einer starken Hand,"
Mailand' wird in den.
nächsten Monaten während der Ausstellung zwe: Dinge haben, die für Münzensammler und Philatelisten von besonderem Interesse sind. Innerhalb der Ausstellung wird eine Münze in Umlauf gesetzt, die einen Werth von 20 Centesimi hat und innerhalb des Gebietes zur Ausfiellung volle Gültigkeit besitzt. Ebenso wird während der Ausstellungszeit in den Mailänder Postämtern eine besondere Ausstellungsmarke ausgegeben werden. Anspruch aus besondere Schönheit kann die Marke mcht erheben, aber die Münze ist sehr gefallig. In Charbin werden von einem russischen Konsortium eifrigst Vorbereitungen getroffen, um dort eine großangelegte chinesische Zeitung in's Leben zu rufen. Diese Zeitung soll dazu dienen, die Chinesen rn den Städten und auf dem flachen Lande über Rußlands Handel und Industrie zu unterrichten und sie zur lebhafteren Geschäftsverbindung mit den russischen Firmen anzuspornen. Um aber einen größeren Erfolg bei der chinesischen Bevolkerung zu erzielen, soll die geplante Zeitung vor allem chinesischen Stoff behandeln. EineEnqländerin, Frau Jda May Knapp Spivey. hat sich in ein paar Jahren sechsmal verheirathct. . . - r -! hat immer schon nacy kurzer 3m iyre Gatten verlassen und sich ihrer vielen Heirathen stolz gerühmt. Als aber eine Anklage wegen Bigamie in Hamilton gegen sie erhoben wurde, entsloy xt ihrer Strafe. Es stellte sich heraus, daß sie zuerst einen Bergmann, dann einen Schuhputzer, dann einen Bremser, dann einen Droschkenkutscher uno zuletzt nacheinander zwei Brüder Spivey geheirathet hatte, die alle noch leben. Der Schwager dieser Brüder. Edward Bacon. stellte nun ihre verschicdenen früheren Verehelichungen fest und erh?b darauf gegen sie Anklage. Durch eine gerichtliche Untersuchung in Courrieres ist angeblich festgestellt worden, daß eine aroße Anzahl der in dem dortigen Bergwerk Verschütteten noch tagelang gelebt hat. Man hat nämlich in den Taschen der herausgebrachten Leichen nichts Eßbares mehr gefunden. Alles war herausgeholt und verzehrt worden. Ferner waren fast alle Leichen angekleidet, und die Katastrophe erfolgte während der Arbeit, als die Bergwerker mit. nacktem Oberkörper sich befanden. Sie haben sich also nach der Explosiv angekleidet. Bevor sie Hungers starben, haben sie sich jedoch verzweifelt gegen das Eindringen der Gase gewehrt. In der Grube Cecilie waren die Luftschächte mit Kleidungsstücken und Kohlensand verstopft. Man schätzt die Zahl der Leute, die erst nach vielen Tagen starben. auf 600. Und es wird sogar in Bergwerkskreisen erzählt, die meisten hätten zuletzt einander mit ihren Beilen erschlagen. In einer Petersburger Kunstausstellung konnte man jüngst unter den Besuchern eine ungewöhnlich große Zahl von Generalen sehen, die mit einer deutlich erkennbaren Unruhe umherspähten und treppauf, treppab von einem Saal in den andern liefen. Am nächsten Morgen brachten die Blätter der Residenz eine heitere Erklärung des sonderbaren Falles". Die Herren Generale waren sammt und sonders auf eine Anzeige der Nowoje Wremja" hineingefallen. In diesem Blatte war nämlich zu lesen gewesen: Anerkannt hübsche Brünette, leidenschaftliches Temperament, möchte, die Bekanntschaft des Generals machen, den sie jeden Tag nach der Großen Morskaja trifft. Stelldichein am 30. März, Nachmittags 3 Uhr in der Kunstausstellung. Erkennungszeichen: schwarzer Hut mit gelben Rosen." Diese Anzeige hatte die Herzen verschiedener Petersburger Generale höher schlagen lassen, leider umsonst, denn die Brünette mit den gelben Rosen war nirgends zu sehen. Die 72. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte wird in diesem Jahre in Stuttgart stattfinden. Diese NaturforscherVersammlungen, die unter allen Congressen eine geradezu einzigartige Stellung einnehmen und im Jahre 1822 begründet wurden, können jetzt also bereits auf eine zweiundachtzigjährige Geschichte zurückblicken. Es wurden die Tage vom 16. bis 22. September für den Congreß bestimmt; am 17. und 21. September sollen zwei allgemeine Versammlungen stattfinden, und fünf verschiedene Themata sollen an diesen Tagen zur Verhandlung kommen. Am Donnerstag, 20. September, wird eine Gesammtsitzunz sämmtlicher Abtheilungen (der medizinischen wie der naturwissenschaftlichen) stattfinden, in der die. Frage der Regeneration und Transplantation zur Behandlung kommen soll. Die 31 einzelnen Abtheilungen (18 medizinische und 13 naturwissenschaftliche) werden an den übrigen Tagen ihre Sonder - Vorträge abhalten. In den Räumen des Gewerbemuseums wird während des Congresses eine Aufstellung medizinischer und naturwissenschaftlicher Gegenstände 'stattfinden. Der letzte Tag der Versammlung, Sonnabend, 22. September, ist für einen Ausflug nach Tübingen bestimmt.
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