Indiana Tribüne, Volume 29, Number 219, Indianapolis, Marion County, 9 May 1906 — Page 5

Jndiana Tribüne, 9. Mai 1900.

Die Milcht nach Norp8wode. Hmnonstilche Erzählung, von IN. ?rrgkr. Herr und Frau 3!umpel wurden nun ersucht, sich nach unten zu begeben. In dem bekränzten Lorzimmer zum Speisesaale war ein Tisch mit Geschenken hergerichtet. In der Mitte prangte ein' kolossale? Napfkuchen, der erst vor wenigen Minuten den Backofen verlassen haben konnte, da ihm ncch aromatische Tampfwötkchen entströmten. Links und rechts davon stand je eine Tasse mit breitem Silberrande, die mit der Inschrift geziert: Dem Sil berxaare Muck und Segen." . Und hintcn, an die Wand getehnt, zeigte sich ein großes Heft mit der Aufschrift in bunten, verschnörkelten Buchstaben: Zur Erinnerung an Worxswede- und dem Tatum deö TageS. Es enthielt fünf ?lquarellski;;en. Die erste stellte das Murken'sche Gasthaus dar, die zweite den Wirth als bierspendenden Kobold und die Wirthin in der Küchenschürze, während- die übrigen Partien aus der Umgegend wiedergaben. Neugierig blätterte Rumpel darin und fand der Reihe nach unter den Bildern die Namen: Schimmel, Napp, Schwamm, Vatf und Grimm. Da ging ihm ein Lichtauf. Er tupfte sich mit dem Mittelsinger der rechten Hand auf die Stirne und sagte: Corne!ia,'äs werden die Malers sein.Kaum war seinem Munde ds?'.. entflohen, als sie hereinspaziertam., alle sechs, in feierlicher Haltung, mit Mienen so ernst, als ob sie imÄegriss. ständen, das Kapitel eines hohen Ordens abzuhalten. In einem Halbkreise stellten sie sich vor dem Silber-, paare auf ; dann trat Zorn vor. stieß den laubumwundenen Stab, den er trug, dreimal aus den Boden, und hielt folgende Ansprache: Senn die Liebe ganz Gedicht ist Und die Zukunft eitel Licht ist. Jedes Beefsteak erster Güte, ' ' Steht das Glück in Frühlingkblüthe. Doch cb's aus der richt'gen Quelle, Und im Wandel auch bleibt helle: TaS kann schon beim Hochzeitsbraten Auch der Klügste nicht errathen; .Erst nach fünfundzwanzig Jahren Ist dies sicher zn erfahren. Wer dann noch, wie Ihr. zu zweien Sich des LcbcuZ kann erfreuen, I Und sich nach jo vielen Tagen l Hat noch immer was zu sagen i Tie verstehen noch, zu lieben, , Deren Herz ist jung geblieben. Darum beugen wir unö chuld'gend, Unsre Dreistigkeit entschuldend, - Vor Euch mit der großen Bitte: Feiert heut' in unsrer Mitte! Fügt Euch freundlich unsrer Leitung I L)!ancheS ist in Vorbereitung: Li?enn die Uhr hat nenn geschlagen, Soll unö eine Flotte tragen. aortbewegt durch Bauernhand kraft, n des Moores Zauberlandschaft." Jetzt traten die Festgeber, der dicke Bayer an der Spitze, zu dem gefeierten Paares Jeder nannte seinen Namen uMschüttelte Beiden kräftig die Hand. Dann zogen sie wieder ab, so feierlich roie.sie gekommen waren. ,Du hättest auch wohl ein Wort sagen können, griedemann rügte Cornelia. WaS werden die freund lichen Herren von unserer Bildung deuten?" . Numpel fuhr aus : Bin ich ein Volksredner oder ein Reichstagsmit glied? Habe ich für alle Fälle deö Lebens tönende Phrasen auf Lager, wie

der : Wortführer einer schmausenden. Liedertafel? Ueberhaupt möchte ch jetzt einr Tasse Kaffee trinken.Einigt Minuten später saßen sie im Garten in einer Laube unter blühenden türkischen Bohnen. Vor ihnen auf dem sauber gedeckten Tische dampfte das Morgengetränk und duftete der Napf suchen. .ES sind wirklich reizende Men schen, diese Maler sagte Frau Rumpel, indem sie einschenkte und den Kuchen anschnitt. Wir sind ihnen doch ganz fremd, und wie legen sie sich in's Zeug, um uns einen vergnügten Tag zu machen!Friedemann lachte kurz aus. Wie solches Künstlervolt ist," erwiderte er. Die ergreifen jede Gelegenheit, um sich von der Arbeit zu drücken. Da sind wir ihnen gerade recht gekommen. Jedenfalls haben sie den Hauptspaß davon. Und waS die Fahrt zu Schiffe betrifft die geht mir gan; gegen den Strich. Die Nachen hier sehen mir aus wie schwimmende Särge. Und wenn and, bei der geringen Tiefe der Moorkanäle, unser Leben nicht in Gefahr steht, so find nasse Füße schon ge rade schlimm genug." (53 wäre doch sehr unartig von unö," bemerkte Frau Numpel, wenn wir hinterher die Einladung noch ablehnten. Und warum auch? Tie Fahrt kann sehr lustig werden. Ich bin noch nicht so alt, daß ich vor allen fröhlichen Menschen weglaufen möchte, und die entfernte Möglichkeit, etwas Wasser über die Kleider zu bekommen, schreckt mich nicht. Auch Dir würd' es nicht schaden, wenn Du Dich durch Lachen einmal wieder elwaS auffrischtest." Meinst Du?" brummte Numpel. Du warst in Deinen jungen Iah ren doch wahrhaftig kein Spielverderber fuhr Eornelia fort. Erinnere Dich nur an den Berein Fidelitaö, dem wir in den ersten Jahren ange hörten, und dessen Seele Du warst. WaS hast Du da nicht Alles angestellt ! Oben auf unserem Boden liegen noch die Pappgewichte auS ,Monfieur Herkules den Tu großartig spieltest. Und welch ein flotter Tänzer warst Du! Unsere Kinder fyibe keine Ahnung davon, wie viele gesellige Ta lenke Du in Dir hast verkümmern las. sen. Wenn ich ihnen heute erzählte, wie toll Du eS früher getrieben hast.

sie würden eS mir nicht glauben, so sehr hast Du Dich verändert." Nach dieser Nede seiner Gattin sagte Friedemann Rumpel kein Wort mehr gegen die Wafscrfahrt. Was sie vorgebracht hatte,- war die lautere Wahrheit. Er war allrnäliq eingetrocknet und während dieses ganzen Prozes ses der Meinung gewesen, daß er sich durchaus vernunftgemäß "entwickle, indem er sich mit dem vielgepriesenen Ernst deö - LebenS" bei lebendigem Leihe einbalsamirte. Früher schweben der Flug über blumige Auen,, jetzt schwerfälliges Kriechen durch eine ein sonnige Wüste pfui ! War das allgcmeines Menschenschicksal oder nur seine specielle bcllagenswerthe Ver kümmeruug? Als eine der jungfräulichen Töchter der Neihcrwirthin meldete, die Flotte fei bereit, die Anker zu' lichten, war der verjüngte Friedemann sofort an ihrer eite und sagte dem rothbäckigen Kinde in kurzer Zeit so viele närrische Dinge, daß es ihn für einen ungemeiu spaßhaften alten Herrn hielt. Frau Numpel aber gedachte zehn Schritte vom Hause mit banger Sorge des zwei ten gebratenen Hähnchens oben in der Kammer. Sie konnte eö nicht über ihr HauSfrauenher; bringen, den ' selbstbereiteten Leckerbissen verderben zu las sen; fle eilte zurück und kam bei den bunt drapirten Schiffen mit ihrem ?örbe erst angekeucht, als ihr Mann in tch aus 'di's den Ehrn,i eingePolitti w.e-' llnb Nachdem sie in ein .-lzeingeftiegen war und auch die übrigen Theilnehmer an der Fahrt sich vertheilt hatten, ergriffen die im Hintcrtheile der Boote stehenden Schiffer ihre Stangen, stemmten sie auf den Grund des seichten Wassers, und eö ging hinaus in die baumlose Wildniß, das Jagdgebiet deö Storches und'des NeiherS im Sommer, und im Winter die nächtliche Naststätte der ziehenden wilden Gänse. Der Postagcnt in Harvstedt hatte ungewohnte Arbeit an diesem Morgen. Die Telegramme an Numpel überstürzten sich. Ist es doch Sitte, bei Hochzeiten, grünen und silbernen, b'an alle Bekannte den Draht benutzen, um den Feiernden ihre Glückwünsche mit besonderem Aplomb darzubringen.' Da wundert sich' denn Mancher, wenn der Telegraphcnbote, den er sonst niemals zu sehen bekommt, sich plölich die Äeine abläuft, um einen kunstvoll gefalteten Zettel nach dem anderen in seine Hände zu legen, waS er doch für ein wichtiger Mann im Staate fei. und rechnet hinterher mit Stolz aus, wie viel Beldienst er den Verkehrsanstalten des deutschen Reiches zugewendet hat. . .

Während das Silberpaar zwischen den Schilf- und Vuchenwänden des schmalen Kanals langsam einem niedrigen Geestrücksn zuglitt.. on dessen Rande ein alter Imker Mnenvölkcl in' ' SommerlogiS nahm, wuchs die Ziffer der Telegramme für Numpel und Frau auf drciundzwanzig. Alle wurden sie auf den Geburtstagstisch niedergelegt und harrten der Eröffnung. Aber auch der Silberne Neiher ging nicht leer aus. Komme mit vier Personen zu Tisch. Numpel nichts sagend So tclegraphirte Johann Blankenspeck, der Schwager des, Rendanlen, ein wohlhabender Fleischermeister, der sich gerne, einen guten Tag .machte. Die schwere Frau indessen, die in den Räumen des Silbernen Reihers dreizehn Kinder in Lucht hielt, beförderte großmüthig die Bestellung auf vier Gedecke an ihre Konkurrentin Frau Murken, obgleich sie sich ja hätte dumm stellen und die Gesellschaft Blankenspeck um . den Betrag eines Mittagsesscns kränken können Als Blankenspeck gegen zwölf Uhr mit feinem hübschen Wägelchen im Schatten des hochragenden Silbernen Reihers stillhielt, mit. seinen Genossen herzlich froh ob des Endes sei heißen Fahrt, wurde er mit freundlichen Mienen weitergesandt. Und nochmals mußte der abgehetzte Braune, der schon die . nahe Stal lung gewittert hatte, die müden Beine in Bewegung seinen und den Schweif gegen allerlei stechendes Gethier schwingen, bis ihm endlich Murken wohlwollend auf den schaumigen Hals klopfte und ihm eine erquickende Frottirung und hinterher reichlich Speise und Tränt versprach. Hans und Polli hatten sich vergeb lich vom Wzgcn nach ihren Eltern umgesehen. So todt schien der Ort, als ob seit Jahr und Tag kein Fremder darin gcsehcn worden sei. Aber Murken gab den Fragenden beruhigende Auskunft. Sie sind mit die Malers nach dem Honigjalob gefahren," berichtete er. Das genügt," sagte Vlankenspeck und schlenkerte, die steisgewordenen Beine aus. Ich nehme an, daß sie zu Tisch zurückkommen werden. Halten Sie sich nu nich mitCrklarungen borüber auf, wo der Honigjakob seine Aonbonsabrik hat. Jetzt handelt sich'S nur darum: waS haben Sie zu,trin-ken?-' Murken schmunzelte. Franziskaner, brau." Der Fleischermeister schlug dem Wirthe vergnügt us die Schulter. Nee, so was ledt nich Franziskanerbräu in so 'nem Nest! Murken, Sie stehen groß da in meinen Augen. Auch auf Eis, wie?" - - - : Das is gerade alle geworden." Das genügt. Nur her.damit, und gleich reichlich. In den Garten natürlich, wenn Sie so'n Ding haben. " . Und Mmken verzapfte unbedenklich gegen gutes baares Geld die Neige aus dem-Fasse der Maler. Die beiden Frauen hatten, als sie

daS Haus durchschritten, um zum Garten zu gelangen, ihre.Näschen in einige Thüren gesteckt, die bequem am Wege lagen und zum Spioniren einluden, und bei dieser Gelegenheit die Kränze und den Geschenktischntdeckt. Denke Dir, Johann berichtete die wohlgenährteFlcischersfrau, Rumpelö haben sofort ausgeposaunt, daß sie heute silberne Hochzeit seiern. Wie findest Du das?" Das wird Deine Schwester besorgt haben sie ganz allein. Ich kenne Rumpel. Der ist schon an sich sehr sparsam mit Worten, und was seine Privatsachen sind, die überlegt er nur, wenn er ganz allein ist, aus Furcht, daß ein' Gedankenleser hinter die Summe seiner Ersparnisse kommen möchte." - Aus der Hinterthür des Hauses steckte Murken seine rothe Nasenspitze und rief: Sie kommen!" " Aha!" sagte Johann Vlankenspeck, indem er eiligst sein Glaö lcertrank. Nu kann der Sraß also losgehen."' Sehr spaßhast sah der Zug indessen nicht aus, der sich jetzt, in der brennenden Mittagssonne, auf das Gasthaus zubewegte. Friedemann Numpel hatte zu seinem Schaden der Verlockung nachgegeben, die an ihn ergangen war, sich zu verjungen. Von.den Schalken von Malern warben ihm die beiden jungfräulichen Töchter des Silbernen Neihers" als Gesellschafterinnen zugeordnet worden, zwei lebhaste, naive Mädchen, die schon einen deutlichen Ansatz zu den Formen der Mutter zeigten. Die Nähe der frischen Mädchen in dem engen Schisse hatte ihn seine Jahre vergessen lassen, und ein von den Malern mitgenommenes reichliches Frühstück, das beim Honigjakob unter einer alten Ulme verzehrt wurde, machte ihn vollends leichtsinnig. Er schwadronirte mit Schwamm, Lack -und Kompagnie um die Wette, jagte sich mit den Mädchen und rief seiner Frou einmal über das andere zu, dies sei der glücklichste Tag seines Gebens. AIS es dann an's Einsteigen ging, hüpfte er leichtfüßig, Allen voran, in den schwimmenden Sarg." Und da geschah das Unglück. DaS Boot geriet!) in heftiges Schaukein und Friedemann, nachdem er einige Sekunden lang mit beiden Armen das verlorene Gleichgewicht in der- Luft zu haschen sich krampfhaft bemüht hatte, stürzte in das Wasser. . Die beiden Neiyermädchen klatschten in die Hände und lachten ausgelassen, als er sich prustend aus die Beine stellte. Ein Bad in dem lauen Kanal wasser. bei zwanzig Grad Luftwarme im Schatten darum brauchte- nach ihrer kindlichen Meinung Niemand' bedauert zu werden. Anders dachte dar über die erfahrene Frau.Eornelia Rumpel. -Sie sah sofort die schlimmsten 5rkältungsfolgen vor sich. Noch war Friedemann nicht , wieder, am, Lande, als sie den Ruf nach trockenen Kleidern erschallen ließ. Leider aber stellte sich heraus, daß der Honigjalob, dessen Garderobe allein in Frage kommen konnte, seinen einzigen Anzug auf dem Leibe trug. Der Berunglückse,' der übrigens seine gute Laune nicht, verloren hatte, wurde, nun, nachdem' man ihn hatte abtropfen lassen, schleunigst in das erste Boot verladen und die Rückreise angetreten. Rechtzeitig erinnerte sich Eornelia

noch an den Inhalt des mitgenommen nen Korbes. Nicht an das gebratene Hähnchen ; das hütte sie wohlweislich dem Honigjakob zurückgelassen;- wohl aber an die Flasche Portwein,- die kaum angebrochen war. Hier war nun ein in weitesten Kreisen als probat anerkanntes Mittel zur Hand, das drohende 5!rankheiten im Keime . zu ersticken im Stande war. Friedemann Numpel wurde in den Besitz der Flasche gesetzt und dann erklang während der Fahrt alle fünf Minuten der Zuruf der besorgten Mttin: Trinke doch 'mal wieder einen Schluck!. Thu' mirs zu Gefallen, Friedemann !" -Nun war der Nendant Numpel zwar kein sonderlicher Freund geistiger Ge tränke; da aber sein Körper der Sonne helfen müßte, die fünf Pfund Wafser zu verdampien. Die seine Kleiduna auf genommen halte, begann ihn bald zu frösteln, und er folgte deshalb, selbst um seine Gesundheit besorgt, willig den Mahnungen seiner grau. Die Folge ' war, daß er einen feuerrothen -Kops bekam und der Kirchthurm von Worpswede sich allmälig vor seinen Augen vervielfältigte. Und als er mit der geleerten Flasche an'S Land gestlc gen war, gewahrte er mit Schrecken und Scham, daß der Boden unter ihm schwankte und der. Weg vor ihm in einer seltsamen Zlckzackline m unbe kannte Regionen verlies. Sofort stürz ten die.beiden Münchener, als gewiegte Kenner der seligen Krankheit, die Ihren Gas! be allen hatte, auf ihn ZU. bemächtigten sich seiner beiden Arme und' steuerten ihn den geraden Kurs aus die Rauchsaule zu, die verhänaniß Vollender dem Murken'schen Hause schwebte, während Frau Eornelia laut jammernd .hinter den Dreien her..ottete. . DaS war der Anblick, der sich den vwx ungeladenen Zeitgenossen darbot, als s!e, Glückwünsche auf den Lippen. aus die Straße traten. Erschrocken blieben die Rumpel'schen Kinder stehen; sie .verstanden n'cht, was den Transport ihres .Vaters nothwendig machte. Anders Johann Vlankenspeck; mit einem Blicke erkannte er den Zustand seines Schwagers. Jovial rief er ihm entgegen: Haft Du aber den Tag schon gut benutzt, Friedemann!- - Da schoß - Frau Rumpel hervor

WaS Du. wieder denkst ! Der' arme,

Mann hat im Kanal gelegen, und jetzt hat er hohes' Fieber. Ach Gott, wären wir doch zu Hause geblieben, waö ich immer wollte ! Aber er hatte nun einmal die fixe Idee, er könnte das Gratuliren nicht vertragen. Und nun muß es uns so ergehen!" Weinend warf sie sich an die Brust ihrer Schwester. Gut, daß Ihr wenigstens da seid ! Nun stehe ich doch nicht so ganz allein, wenn er ansängt, zu phantasiren."' Siehst Du Deine Kinder nicht, Eornelia?" sagte Frau Vlankenspeck. Wir haben sie mitgebracht.Nun eilte Frau Numpel in die Umarmung ihrer Kinder. So müßt Jhr's treffen !" schluchzte sie. Und der Tag fing so schön an ! Wir sind angefeiert worden von den Herren hier und von den Dorfkindern un von den Hausleuten ich bin ganz überwältigt ge wesi'nZJnzwischen hatte der Jleischernzeister sich rasch mit den Malern verständigt. Rumpel mußte in trockenen Kleidern, die Schwamm liefern wollte, seinen Rausch ausschlafen. Er nickte traurig zu dieser Entscheidung, die ihn aus der Gesellschaft der beiden Reihermädchen verbannte, aber er drängte doch selbst dem Hause zu. Eornelia sah ihn abführen und eilte hinterher. Er muß in'S Bett und schwitzen, Johann," rief sie ihrem Schwager zu. Selbst verständlich," nickte Vlankenspeck. Das genügt." In diesem Augenblicke blies Murten, der bei der Kavallerie gedient hatte, aus dem Fenster des Speisesaals das Signal zum Füttern. Es war seine ureigene Idee, auf die er sich nicht wenig einbildete. Schimmel, der dicke BarZer, bot Frau Rumpel den Arm. Es isch angericht'," sagte er gemüthlich. Ich kann keinen Bissen essen," erklärte Eornelia. Da müßt' ich jo eine ganz herzlose Kreatur sein, wenn ich mir was zu Gute thun wollte, während mein kranker Mann sich im Bette wälzt" Schimmel jedoch zog ihren Arm durch den seinigen. ES hilft Jhna nischt," sagte er. Und machet's Jhno um den alten Schatz kein' Sorg 'i. Wissen'to: er muß sich halt, mit der Flasch' . Portwein auscinannersetze. Dös is ein G'schäft, wobei ihm kei Liab helfe kann." , Und Frau Rumpel nahm Vernunft an. Wenige Minuten später stellte sich' auch Johann. Vlankenspeck im Spejsesaal ein. Er schläft schon," bcrlö)tete er schmunzelnd von. seinem Schwager. " Wie leicht kann doch jeder Mensch entbehrt werden. Selbst Numpel er wies sich bei dem Feste seiner eigenen silbernen Hochzeit als überflüssig. 'Schimmel hatte sich zu seinem Stell Vertreter' ernannt und . versetzte die Strohwittwe ön seiner Seite schon iväiziend derSuppe in die Stimmung des .heiligen Lachenö. Und von den Uedrigen ließ sich erst recht Niemand in dem Genusse 'der Gegenwart stören. Auch nicht die Numpet'schen Kinder. Pölly hatte den Maler Zorn zum Nach bqrn.. erhalten, dessen bewährtes Ta Uni, mit allem Weiblichen -rasch gut .Frernd zu werden, auch, bei ihr nicht versagte. Und was Hans betraf, so war er bei Bertheilung der Tifchpläye der reine Hans im Glück gewesen.' Ar jedem Ellenbogen saß ihm ein.Neiher mädchen, links ein blaueö. und rechts ein rosenrolheS, und welches von Vei den die niedlichste sei, ob Klara oder Laura, das verursachte ihm während der langen Mahlzeit das angenehmste opszervrechen. Denn eine lange Mahlzeit wurde es. . Nicht umsonst hatte der Schornstein des Hauses stundenlang so stark ge raucht, daß man beim Honigjakob eim schwärzliche Wolke über Worpswede stehen sah. ES war kaum zu glauben, was da Alles fertig geworden war. Wie rücksichtslos aber hatte auch lai Schlachtmesser rm Geflugelhose ge wüthet! Wie war unter den Vüchsen und Gläsern der Vorralhskammer aus geräumt worden! Wie waren die Eier dutzendweise in dem Teige verschwun den aus dem im 'Backofen der kost' llchfte aller Puddinge erstehen sollte! Johann Vlankenspeck und Frau fan den eine Veschäftiüunq, die ihnen kon geniol war. Sie wußten liebevoll Alltt zu würdigen, was die wandernden Schüsseln an ihre Teller trugen. Zur Unterhaltung kamen sie nicht viel. Sie waren von jener Sorte Tischgäste, die nur sich selbst angehören,. so lange, die uche Eszbares auf die Tafel sendet, und nach dem letzten Vissen sofort daö Bedürfniß empfinden, von der geleisteten Arbeit auszuruhen. -. Karl Stieler sagt sehr richtig: Man hat nicht viel von Einem, der nur schweiat. nur eine Nummer melss die sich -verneigt." Für die Maler :L.tr - t ? r. ii t - t i - r - r Illvciien Ivar oie emlg-iliziecsruizig' keit des Fleifchermcisters und seiner Gattin nur eine Quelle neuen Vergnügenö.' Sie waren überaus zufrieden mit dem bisherigen Verlaus der Dinge. vack hielt eine Rede aus das Silberpaar, die in jedes. Viich der Toaste hätte Ausnahme finden können. (Schluß folgt.) Seinem Transporteur ifl der Untersuchungögefangene Graf Walewski aus Leipzia entsprungen, wlHer nach der Irrenanstalt Sinnenstein gebracht werden sollte. "Walkwski hat zahlreiche Schwindeleien verübt und achtner Verhaftung den wilden Mann" gespielt.

, fahren der Missionare.

Von einigen bekannten Missionaren in den verschiedensten Weltgegenden hat unlängst eine englische Zeitung Berichte über das gefährlichste Adenteuer, das sie erlebt haben, erbeten und eine Reihe spannender und auftegender Ereignisse zieht in diesen Er-Z zählungen an uns vorüber. So er-: Zählt der Missionar S. D. Price aus Centralindien von einer Pantherjagd in den Tiefen des Dschungels.-' In dem Dunkel der Nacht, vorder räthselhaften Unruhe der nie ganz entschlafenen Natur umgeben, nur sparlich geleitet von dem fahlen Dämmern des Mondes folgt der Missionar dem lichten Körper eines Panthers, der durch das hohe 'Gras streift. Ein Schutz fällt; mit einem dumpfen Wuthgebrüll verschwindet der Panther in den Büschen. Bei Sonnenaufgang nimmt der Jäger die Verfolgung auf; die blutigen Spuren führen ihn in ein dichtes .Gehölz und er entdeckt den Panther, der 'auf, einen Baum gestiegen ist. Price feuert. aber die Entfernung ist zu groß und er verfehlt das Thier, das erschreckt auffährt und durch die plötzliche Vewegung vom Baum herunterstürzt. In mächtigen Sätzen ergreift 'es die Flucht, und wieder folgt der Jäger dem reichlichen. Schweiße, . der' die Spuren des Panthers begleitet. Wieder verbirgt sich das Thier in einem dichten Busch; Price hört sein dumpfes Brüllen, aber plötzlich wird alles still, und er glaubt, daß es vielleicht an seiner Wunde verendet sei. Da auf einmal aber- schnellt das gewaltige Thier ohne das geringste Geräusch mit wilder Behendigkeit wenige Schritte vor dem Missionar empor. Price feuert sein Gewehr lös und springt dann zurück, um dem, Angriff des Thieres zu entgehen. Aber schon ist der .Panther dicht bei ihm und schlägt die spitzen Zahne" in' seinen Arm. Price wäre verloren gewesen, wenn nicht sein kleiner Fozterrier Toby von hinten auf den Panther gesprungen wäre und sich im Nacken festgebissen hätte. , Dadurch wurde' der Panther von Price abgelenkt und nun konnte der Missionar sich aus dem Busch retten; als er bei seinen eingeborenen . Begleitern ankam, fiel ' er ohnmächtig, aus vierzehn Wunden blutend, 'die ihm der Panther beigebracht hatte, nieder. Ein furchtbares Abenteuer aus den Voxeraufständen erzählt der. chinesische Missionar Green. Ein Getreuer hatte ihm gemeldet, daß eine Bande wild aussehender. Männer mit Musketen und breiten Schwerlern bewaffnet, sich .um feine Besitzung ansammle. Da er bereits für sein und der 'Semen Leben seit dem Bekanntwerden - der Unruhen gefürchtet hatte, sö hätte er die Hausthür fest verrammelt und seine Frau und Kinder in einen sicher ren Keller im hinteren Theil des Hauses gebracht. - Bald hörten die angstvoll- Lauschenden das wilde Geschrei der Boxer und ihr' Wuthgeheul, als sie mit wuchtigen Schlägen den Eingang "nicht erzwingen konnten.' Green wollte noch einen Versuch' machen, das Leben der Seinen zu retten, .tastete sich im. Dunkeln nach emem hochgelegenen Fenster hm, stieg hinauf und wollte mit den Leuten reden. Aber ein wildes Johlen empfing ihn und- das Knallen von Flinten, dann 'stürzte er, von ein paar Kugeln getroffen, herunter. An die Wand gelehnt, schleppte er biutuberslrömt sich mühsam zu den Seinen hin. Draußen rannten unterdessen d Boxer hm und her, suchten mit Leitern die Mauern zu ersteigen und vom Dach her einzudringen, oder durch fortwährende Schüsse das Holz zu durchlöchern. Stundenlang dröhnten ihr Geschrei, ihre wüthenden Schläge, ihr wildes Rütteln. Dann. wurde es plötzlich snll Jn dem dunk len Keller, in dem der Missionar mit den Seinen sich verbarg, schlichen die Minuten so langsam dahin wie Stunden. Dicht aneinander gedrangt warteten sie auf den Tod und lausch' ten hinaus in daö Dunkel, aber nur das ängstliche Athmen der unruhigen Kinder unterbrach die lautlose Stille. Endlich tastete sich Green aus dem Keller hervor, durch die Raume hindurch bis zur Thür. Am Eingang standen starr aufgerichtet wie Gespenper zwei riesige Kerle mit breiten blitzenden Schwertern, die sie. als sie ihn sahen, hoch in die Luft hoben. Von allen Seiten erschienen andere Boxer, und bald besand-sich die Missionarsfamllle rn den Handen ihrer furchtbaren Feinde. Ein anderer Missionar schildert wieder ein Abenteuer im ewigen EiS, indem er, von den Eskimos umlagert, sich nur durch höchste Geistesgegenwart und unerschrockenen Muth vor dem sicheren Tode retten konnte. So lauern tausendfache Gefahren auf den Missionar unter der glühenden Sonne des Ostens und' dem ewigen Schnee des Nordens. Ausgeglichen. Rosa: Anna, ist es wahr, daß Du Dich mit dem kleinen Major verloben ' wirft? Anna: Ja, es ist. wahr. Rosa: Aber Du bist doch noch einmal so gtoj wie er. Anna: Ach was, er ist ja fast immer zu Pserd!

GeschSsts-5kalender.

Waaien.Nblieferuvg.. Ml aarrn abgrholt und abgeliefert. Mäßige Preise. Schnelle Bedienung. 112 Süd Pennsylvania Str. eu 5122; lt, Main 143. Leichenbestatteri Mhitsett & galttt, Leichenbeftatter. US 51 Jlliioi lt 9"Tfrtfinit K.4 TT BTam ICIQA - f tM wm f vuv 30h Ion. Habkr & eorze. 357 Vassachulett v.. Telephon, : Neu 63 lt. Mai 1430. Sir sprechen deutsch. ' ' ' Finanzielles. antr leiden Geld ans Mvdeln und Liano. ohne die selben uezzunehmen. btnfo ans Nlzren ad tamanten. Eentral Loan 0.. 03 Etate Lise rlv. . Grundeigenthum. rZedrüder Miller. ? Pemfie ai,kk Wnt;s. schnell besorgt.' New Phone. LZS. M lilliam P. Eocwell. ' Grundeiqenthumi Agent. ' 3 und 4 Baldwin Block. Cüdwest Ecke Market nd Telaware Straße. Neuer Phone 1734. cohn Freeman. 35-3 Baldwin Block. J New Pdone 5os: C d. Ma n 3500. Aerzte. crr. E. C. Thomas. Spezialität: Herzkrankheiten. f ff tiinhn oi A . fi Wm WVft -X M. -V J rflKUli 625 Virginia ve. Neu is ; Vtt.Main 2983. Automobiles. Gekauft, verkauft, dermiethet, aufbewahrt und reparlrt. Agentur für Reliance Gasolin Eae und Chicago Tampf Car. Alt, Main 1443, Neu 3503. Centra! Garage. 332 Ost Market Str. Tapeten. capeten. Ich hänge und liefere Tapeten. 1?,k,kn Telephon, Main 48. Patent'Anwalt und Ingenieur. chompson R. Bell. 401 Satt Gebäude. ZweigOffice : Washington, D. E.. New Phone i)3. Jnvalidenstühle und Aruchdänder. B ruchbänder. 'Wir passen und garantiren Bruch 1 bander. 5nva!iden tükle in verkavsea ober zu vermiethen. Bresette-Pttgh Co., 13 Sud Illinois Straße. Blech und Metall'Dächer. Mlech und Metall-Tächer, sowie Dachrinne angefertigt und reparirt. - Thos. E. Hadleq, 14 KentuiyAve. Neuer Phone 100. -.; Für Festlichkeiten. earl Kosahl empfiehlt sich mit sein'm Riesen Graphophone für Musik bei allen Festlichkeiten. 1522 Nebraska Str., Neue Phone 111. Arzneien. . czeiden Sie an Catarrh ? Wenn so, zögern Sie nicht die Ti Ta-Na Remedu C. zu tonsultiren. Phonei: Neu 3527; Alt. Main 6558, ober man adressire US Ost Michigan Straße. , Spezialisten. ' ' ttreb kurirt ohne Messer. Frauen -Krankheiten eine " Epkiialitüt. Ä. W. ula. M. D., E. . righam, M. D., 157 N. Jllinoi Ltx. Phone 3227 Main, Indianapolis, Jud. Feuerversicherung-VrunbeigenlZ.LL?. 3acob Buennagel, Zimmer s und , Ro. 29 Eüd Tklaaare Straße. Srnclea & Baser, 71 Law Gebäude. - : Ren, Phone. Main 6Q11. Krebs SxeMist.CTr. Howard, über dreißig Jahre erfolgreiche öredi w Behandlung tn JudianaxoliS. CM? 11 Süd Jllinoi Straße. - : ',' ' ' ' . "" Nussisches, AUiurusfilchks. Endlich hört man wieder einmal Neues von dem Freiheitspopen Georgi Gapon. Die St. Petersbürger Telegraphen Agentur veröffentlicht folgende Meldung: Der ehemalige Priester Georgi Ga pon richtete an den Staatsanwalt ein Schreibens in dem er erklärte, daß ihm im Herbst 1905 der Ministerpräsident Graf Witte vorgeschlagen habe, .über die Wiedereröffnung des ArbeiterklubZ zu verhandeln, wobei ihm der halb-" legale Aufenthalt in St. PetersburI gestattet worden sei. Da seine Gegner ihn. seiner Einwilligung wegen, jetzt , heftig angreifen, fordere er. daß entweder die Amnestie auch auf ihn ausgedehnt werde, damit er sich offen vertheidigen könne, oder daß er. falls feine Betheiligung an der freiheitlichen Be-' wegung noch straffällig erscheine, vor ein ordentlsches Gericht gestellt werde." In - einiger Zeit wird man hören. wie die russische Negierung dieses Ge such Gapons. dem sie vielleicht nicht fernsieht, beschieden hat. Dann wird über das Verhältniß' zwischen Gapon , und Witte mit größerer Sicherheit zu reden sein. Einstweilen macht es noch immer den Eindruck, als steckten Ga-" pon und die russischen Machthaber unter einer Decke.verlangt - Anzeigen rgend welcher rt werde i der daa XrlMac ' mit ök xn ZeUt für jkde Jnstrtton bntänkt. Nerlngt Sin guter Vorter. achznsragen beim "&9 Verwalter i Deutsche Hau. Nerargt in Mädchen für gewdhnliche HaZ v arbeit. Sehr hoe? Lohn. Empfehlung ton den verlangt. Nach,usrge bei Frau VookwaUer, 3310 Halb jnlRoil tr. S erlangt Ctn gutes deutsches Iüdche I kleiner ffftiutlic. ; S'hr guter Loh.,. Nachzufragen r lobe Kleiderlade, Ick kSafhingtoa und Delawaie. Erraie. , verlangt ' EinSde i Nein kamlli, fr U Allgemeine Haularbeit. Nachjnsrai 23M lentral Lveuuk." ' ' 3 verkauft Ei röohnhau iftitn ms Oft eto Zink trabe. I Himmer. groU fftaen CUK d HZebegebkde, vr', ifterne d bjua.ieaal.Vtkbiudug. gutkObftbSume uud schöne OetHlaube. alle i gute. Zustand. Muß Wege SknchlassschastDkthllg vertäust werd. Shen i . Stt Oft carty tr.