Indiana Tribüne, Volume 29, Number 218, Indianapolis, Marion County, 8 May 1906 — Page 5

IVIUUU WUl lUUUf

Eurspaische Nachrichten.

Frovittz Westfaren. Münster. Prof. Dr. Richard Lehmann, der Vertreter der Erdkünde an der hiesigen Universität, hat us Gesundheitsrücksichten um Entbindung von den lehramtlichen Verpslichtungen nachgesucht. Bielefeld. In einer hiesigen Gastwirthschaft hat sich der Lehrer Wilhelm Mertens aus Löhne erschössen. Zerrüttete Familienverhältnisse sind die Ursache der That. Dortmund. Ein schrecklicher Vorgang trug sich auf dem WestenHellweg in der Nähe des Körnerplatzes . zu. Die Ehefrau Andr aus Venninghofen war nach hier gekommen, um Einkäufe zu besorgen. Während fie auf dem Westenhellnxg die in dem Schaufenster eines Putzgeschäfts ausgestellten Gegenstände betrachtete, trat ihr vier Jahre altes Töchterchen plötzlich vom Bürgersteig auf die Straße und wurde von einem herankommenden Straßenbahnwagen erfaßt. Das Kind gerieth unter den Wagen, wobei ihm beide Veinchcn abgefahren wurden. Das arme Kind wurde in's Krankenhaus gebracht. ' Grüne. Hier starb im Alter von 56 Jahren der weit über die Grenzen des Kreises bekannte Fabrikbesitzer Karl Schlieper nach langer schwerer Krankheit. Jserlohn. Ein gräßlicher Unglücksfall ereignete sich auf dem hiesigen Bahnhof. Der Eisenbahnbilfsarbeite: Heinrich- Kuhlmann von Oberhemer wollte einen Zug zur Heimfahrt benutzen. Es kreuzten dort um die Zeit zwei Züge, und Kuhlmann war irrthümlich in den verkehrten Zug gestiegen, was er erst bemerkte, als der Zug schon in Bewegung war. Er sprang eiligst aus dem Wagen, stolperte und gerieth unter die Räder. Der Tod trat sofort ein. Siegen. Seit dem 28. Dezember v. I. ist die 37jahrig'e unverheirathete Tagelöhnerin Karoline Heider vermißt worden, und vor kurzem hat ' man ihre Leiche in der Sieg aufgefunden. Die Untersuchung ergab, daß das Mädchen jedenfalls mit einem Hammer durch einen Schlag auf die Schädeldccke ermordet und dann in den Fluß geworfen worden ist. ES hatte ein Liebesverhältniß mit einem verheiratheten Bergmann unterhalten, das nicht ohne Folgen geblieben war.. Der Manr wurde unter dem Verdacht des Mordes verhaftet; viele Umstände sprechen für seine Schuld. Schwerte. Der Generaldirektor Kommerzienrath Fleitmann hat 15,000 Mark zum Zweck der Erforschung und Bekämpfung der Krebs krankheit zur Verfügung gestellt. Wundert Hausen. Gelegentlich einer Schlägerei, die kürzlich hier stattfand, wurden zwei Brüder Namens Heinrich und Karl Schmidt durch Axthiebc'so schwer verletzt, daß sie beide im Berleburger Kreiskrankenhaus Aufnahme finden mußten. Heinrich Schmidt ist' jetzt gestorben. Als muthmaßlicher Thäter kommt ein gleichfalls, schwer verletzter MannNamens Karl Huft aus Bromskirchen in Betracht. , VHeinprovinz. Köln. Ein schweres Straßenbahnunglück ereignete sich am Oberländer Ufer, wo die Geleise nach dem Südbahnhof der ' Straßenbahn abzweigen. Ein von Marienburg kommender Triebwagen der Uferbahn mit Anhängewagen, die beide gut besetzt waren, fuhr auf dem nach Strome zu gelegenen Geleise nach hier; in entgegengesetzler Richtung kam ein Zug der Bonn-Kölner Kleinbahn. In der Nähe 'der Flößerstraße an' der dort befindlichenWeiche, die allem Anschein nach nicht richtig gelegt war, fuhr der Kleinbahnzug in voller Fahrt gegen den Triebwagen der Uferbahn. Die Vorderfluren der betden Triebwagen wurden zertrümmert. Der Anhängewagen der Uferbahn wurde durch den Anprall 12 Meter zurückgeschleudert.' Mehrere in dem Wagen befindliche Fahrgäste trugen theils schwere, theils minder schwere Verletzungen davon. Sechs Schwerverletzte wurden ins Hospital geschafft. Der Führer des Straßenbahnwagens Namens Vilstein ist seinen Verletzungen erlegen. Bei dem Unglück wurden schwer verletzt: Johann Bordes Vater und Paul Bordes Sohn, Adolf Auweiler, Alfons Lotter, Max Wattrin, Oskar Träne, Emil Wiedemann und WilHelm Schoell, leicht 'verletzt wurde Auguste Becker. . Barmen. Der Rentner Neumann senior hier schenkte der Stadt 20.000 Mark. Die Zinsen sollen Vezirksarmen zu gute kommen. j Bonn. Professor Dr. Clemens Schlüter tritt mit dem Ende dieses Halbjahrs von dem Lehrstuhl für Geologie und Paläontologie zurück. V o h w i n k e l. Als Leiche aus einem Abflußkanal gezogen wurde in der Nähe des Gutes Nahrath der 59 jährige Invalide Johann Schimensty. Es wird vermuthet, toß Schimens ky erst beraubt und dann in den Kanal gestoßen worden ist. Der Verdacht, daß der Invalide Joh. Schimensky das Opfer eines Verbrechens geworden ist hat sich verstärkt. Bei SchimenZky ist nämlich, ein Rippenbruch festgestellt worden, der erst ein-

getreten ' ist,' als Schimensky bereits todt war. Man nimmt an, daß der Rippenbruch entstanden ist, als die Leiche in den Abzugskanal geworfen wurde. Essen. Das hiesige Schwurgericht verurtheilte den Bergmann Adalbert SobolewSki aus Gladbeck, der seine Ehesrau erwürgt hatte, zum Tode. K r e u.z n a ch. Im hiesigen .Diakonissenheim feierte die älteste Einwohnerin der Stadt, Margarete Laubenstein, in voller Rüstigkeit ihren 100. Geburtstag. Mühlheim. In einem Ansalle von Geistesgestörtheit , sprang der Berginvalide W. Wennekes, WinkHauserweg wohnhaft, aus dem Giebelfenster seiner-Wohnung' und zog sich solch schwere Verletzungen zu, daß alsbald der Tod eintrat. Wennekeö erlitt vor einiger Zeit einen Schädelbruch und zeigte seitdem Spuren von Trübsinn. Er hinterläßt eine Wittwe und mehrere Kinder. Trier. Der Portier Traub vom Hauptbahnhofe wurde beim Uebergeben einer Fahrkarte an einen Passagier vom Zuge erfaßt und übersahren. Traub wurde der Kopf vom Rumpf getrennt. 'Arovinz Kessen''ZIasfc,u. Kassel. Sein 50jähriges Dienstjubiläum konnte kürzlich Kazleirath Rück vom hiesigen Amtsgericht begehen. Er ist einer der letzten hessischen Aktuare, die eine den Richtern entsprechende juristische - Vorbildung haben. Bieb rich. Letztens ist die Leiche des seit längerer Zeit vermißten hiesigen Direktors der Nassauischen Landwirtschaftlichen Genossenschaft und zweiten Beigeordneten unserer Stadt, Georg Schreiner, im Mainzer Freihafen gelandet 'worden. Aus den bei der Leiche gefundenen Werthgegenständen geht hervor, daß Schreiner nicht, wie man annahm, das Opfer eines Ueberfalles ' geworden, sondern in. der Dunkelheit den Weg verfehlt hat und in's Wasser gestürzt ist. D o d e n a u. Der Landwirth Kaspar Feith und seine Ehesrau Elisabeth geb. Riecke feierten im Kreise zahlreicher, aus Nah und Fern erschienenen Angehörigen das Fest der goldenen Hochzeit. Frankfurt. Dr. A. Sticker verließ das Institut für experlmentelle Therapie, um eine Assistentenstelle an der Bergmännischen Klinik in Berlin zu übernehmen. H i l g e r s h a u s e n. Die gemüthskranke Frau des Gelderhebers Hohmann von hier, die sich vor kurzem heimlich aus ihrer Wohnung entsernte, wuroe in dem Walde zwischen Lindwerra und Wahlhausen erhängt aufgefunden. Kleinseelh im. Der Ladwirth Georg Lauer von hier, der sich aus Unvorsichtigkeit beim Putzen eines Revolvers in den Leib schoß, ist in der Marburger Klinik gestorben. L o.r ch. In der Kammermühle in derNähe von hier wurde der ZwangsZögling Johann Kurtz aus Feltingen in Lothringen verhaftet. Der erst zwanzig Jahre alte Kurtz hat im vorigen' Jahre am 18. Juli in FölschWeiler - in Lothringen einen Wirth erschossen, bei dem er eingekehrt war. aber nicht bezahlen wollte. Seit sechs Wochen war er unter dem Namen Johann Möller auf der Kammermühle in Arbeit. - ' M a r b u r g. Dem ordentlichen Professor Romanisten Dr. phil. Alsons Kißner Hierselbst ist der Kronenorden dritter Klasse, verliehen worden. Professor Kißner tritt bekanntlich mit dem Ablauf des lausenden Wintersemesters, vom Lehramte

uittS,. L Zklitterdeutlche Staaten. Braun s ch w e i g. Die 15jährige Ausgeherin Marie Ziem von hier, die seit langer Zeit die Wohnung ihrer Eltern verlassen hatte, ist letztens am Neuwege im alten BosselgraUn als Leiche in der Oker aufgefunden'und nach der Leichenhalle des hiesigen Krankenhauses gebracht worden. Das Mädchen bat seine Eltern in einem Schreiben, ihm die That zu verzeihen, zu der es durch das Lesen von Romanen veranlaßt worden sei. Ebeleben. Unlängst brach hier abermals Feuer aus, und zwar in der Scheune des Bäckermeisters Eckleben. Das Feuer griff mit ungeheurer Schnelligkeit um sich und vernichtete in kurzer Zeit zwei Wohnhäuser, vier Scheunen und fünf Stallungen., Friedrichshaide. Beim Anstecken von Bier verunglückte der Restaurateur Ficker dadurch, daß er ausglitt', und im Keller an ein dort lehnendes' Fenster fiel. Hierbei zog er sich eine, klaffende Wunde am Unterarm zu,. durch' die die Schlagader verletzt wurde. Er. wurde auf Anordnung des Arztes sofort in's Krankenhaus nach Gera gebracht. .Gera. Nach, jahrelanger Krankheit verstarb im Alter von ,78 Jahren der Geheime Kommerzienrath Eugen Weißflog. Der Verstorbene war über ein halbes Menschenalter in der hiesigen Textil Industrie thätig. . Hellenthal. Hier sind die Anwesen des Bäckers Kempe und deö Vrinkbesitzers Eickenberg vollständig niedergebrannt.

Das Karnickel. Humoristische Skizze von Lisa H. LönS. Uebrigens". schloß Consul Sohlrmyer seine Rede, bist Du wohl so freundlich und befestigst an jedem Schlüssel einen Zettel, damit nicht Wieder so ein heiUoJes Durcheinander entsteht und ich nicht wieder das Vergnügen habe, eine ellenlange Schlosserrechnung zu bezahlen." Aber ich bitte Dich, lieber Mann, ich kenn die Schlüssel alle genau, und wenn Du es mir überlassen hattest. . Natürlich", unterbrach er sie scharf, ich war mal wieder das Karnickel, ich habe die Schuld. Wenn irgend etwas verkehrt geht. Du bist immer die Unschuld. Das ist so Deine beliebte Manier. Aber wie gesagt, dieses Mal wirst Du mir die Sorge für alles gefälligst überlassen. Der letzte, der aus dem Hause geht, bin ich." Aber wir könnten doch schließlich zusammen. . ." .Zusammen, zusammen", ereiferte sich Söhlmeyer, damit ich das, was Du verbummelst, doch wieder in die Schuhe geschoben bekomme. Was ich thue, wird gründlich gemacht. Du kannst Dich darauf verlassen, daß nicht wieder irgendwo vier Wochen das Gas brennen bleibt und . . ." Konnte ich etwa wissen, daß Du ' Dich im Badezimmer rasiren und das Gas brennen lassen würdest?" entgegnete Frau Söhlmeyer gereizt. Daß ich im Schlafzimmer keinen Platz dazu hatte, wenn Deine zehn Koffer da herumstehen, das wirst Du wohl einsehensollte ich meinen." Und ich sollte meinen, daß man nach Gebrauch die Gasslamme nicht allein ausdreht, sondern sogar den von Dir wieder geöffneten HauptHahn. Uebrigens waren es nur drei Koffer, und nur einer davon war meiner." Consul Söhlmeyer brummte etwas Unverständliches in den Bart, griff nach Hut und Stock und verließ das Haus. Frau Söhlmeyer und Annette hatten noch alle Hände voll zu thun. Kästen und Schubladen wurden leer, Schachteln und Koffer voll. Gespensterhaft leuchteten die weißverhangenen Polstermöbel, Büsten und Krönleuchter in den halbdunklen Räumen, und 'überall roch es nach Naphthalin und Mottenpulver. Erst spät in der Nacht wurde es ruhig im Hause und beim Morgengrauen wieder lebhaft. J Auf mangelhaft gedecktem Tisch wurde das dilettantisch zusammengesetzte Frühstück , eingenommen, denn alle Reste sollten verschwinden. Mit Schaudern dachte Frau Söhlmeyer an den Duft, der ihr einmal entgegenschlug, als eine Schüssel mit Hummer im Speiseschrank vergessen war. Herr. Söhlmeyer ging in . gereizter Stimmung durch alle Räume, stolperte über die aufgerollten Teppiche, erklärte den Gebrauch von Motten--Pulver im Winter für baren Unsinn,' schimpfte auf Bowlen als ein elendes Gemisch im allgemeinen und besonders auf die Ananasbowle die sein Freund Psannenschmidt gestern zum besten gegeben. - Bowle im Winter", gruyzte er, auf so eine verrückte Idee kann auch nur der kommen, da muß ja jeder normale Mensch sich den Magen erkalten." Dann schickte er Annette, die guade schon genug zu thun hatte, um Selterswasser zum Kaufmann und nachher zur Apotheke, Migränepulver zu holen. . Seid Ihr denn immer noch nicht fertig?" brummte er ärgerlich. Ich habe doch deutlich aenug gesagt, daß Du Dich um zehn Uhr fertig hältst und dann zu Deiner Schwester gehst. Um Punkt zwölf Uhr treffen wir uns auf dem Bahnhofe, und laß mich gefälligst viel länger als 'eine Viertelstunde warten." Ich will nur eben 'rasch einmal nachsehett7 . Du hast heute nur nachzusehen, ob Du den Hut gerade auf dem Kopf hast. Das andere überlaß gefälligst mir." . Wie Du willst", meinte Frau Söhlmeyer ruhig und griff nach Reisemantel und Handtasche. Also, was ich noch sagen wollte: Um elf Uhr kommt . also der Dienstmann." Dann verließ sie mit Annette, . die den Vogelbauer zu ihrer Schwester trug, das Haus. Endlich", sagte Söhlmeyer befriedigt, steckte sich eine neue Cigarre an und begann seine Wanderung durchs Haus. Im Keller war alles in Ordnung, Gas und Wasser abg'estellt, die Fenster zu und die Luftklappen auf. Dann ging er nach oben, ließ die Jalousien herunter und zog die Schlüssel von den , einzelnen Zimmern, legte , sie in ein Körbchen zusammen und stellte dieses in den Geldschrank. v Nun noch die Hände waschen und einen Blick in den Spiegel, dann wären wir so weit." Daß kein Wasser im Schlafzimmer war und die Leitung abgestellt, verdroß ihn. aber nur. einen Augenblick.' Dann sah er auf die Uhr. Halb elf erst! Großartig." So fand er Zeit, sich noch eine Kisie von seiner Sorte Cigarren zu ho-, len und irgendwo so recht in -Ge-,

müthsrube zu frühstücken. Das wür

de dem elenden Katergefühl schon den Garaus machen. Nun hatte er auch die äußere Hausthür verschlossen, und mit sich so recht zufrieden, ging er die Straße hinunter. . Na, alter Junge", meinte sein Freund Pfannenschmidt, der ihm begegnete, also nun soll's ja wohl losgehen? Beneidenswerthes Menschenkind!" Ach was", knurrte Söhlmeyer, da ist was zu beneiden bei meiner Gicht." Nun, nun", blinzelte Pfannenschmidt, so schlimm wird's wohl nicht sein.. So jetzt bei diesem Wetter in Wiesbaden, ' Mainz und da herum soll es wohl nicht so übel sein. Komm', daraufhin machen wir noch mal einen Frühschoppen." Es war zehn Minuten nach zwölf, als Söhlmeyer nach der Uhr sah. Donnerwetter, nun wird es aber Zeit." Er trank eilig sein Glas aus und schickte dem Pikkolo nach einer Droschke. Es fehlten noch sieben Minuten bis zum Abgang des Zuges. Seine Frau würde also schon mit seiner Personenkarte auf den Bahnsteig gegangen sein, wie er ihr gesagt hatte. Du kommst aber wirklich im letzten Augenblick", rief sie ihm entgegen. Die Schaffner begannen schon die- Thüren zu schließen. Hast Du. . ." Ach gewiß," sagte er hastig, alles ist besorgt, sei nur ganz beruhigt." Ja, hast Du aber auch nicht vergessen. . Ich verbitte mir aber nun alle Fragen. Wenn Du erst damit ansängst, bist Du wohl bis Frankfurt nicht fertig damit." Frau Söhlmeyer schwieg,setzte 'sich in eine Ecke und begann ihr Buch aufzuschneiden. Sie kannte dies Stadium nervöser Bullrigkeit bei ihrem Mann und nahm es nicht weiter übel. Nach ein paar Tagen der Ruhe war er ivieder anders. Es war Abends, als sie in Wiesbaden ankamen. Der , Consul winkte einer Droschke und bedeutete seiner Frau einzusteigen. Dann gab er dem Kutscher die Adresse des Hotels. Wollen wir nicht lieber gleich die Koffer mitnehmen?" fragte Frau Söhlmeyer verwundert.' Die Koffer?" Herr Söhlmeyer griff mit 'beiden Händen nach dem Wagenschlag. Seine Knie zitierten und er war kreideweiß geworden. Wortlos starrte er seine Frau an. ;$u bist doch nicht fortgegangen, ehder Dienstmann die Koffer geholt' hatte?" fragte sie sanft. . i.Jch glaube doch, liebes' Kind. Ich glaube. . ." stotterte er, ich hatte ganz Vergessen. . . ich glaube, diesmal war. . . war ich wirklich das Karnickel." Dann trat er langsam unter die Laterne und schlug dasKursbuch auf. Er. wollte zusehen, wann der nächste Zug zurückging. Poetische pitzbuden. Es geschieht zuweilen, daß bei Einbrächen die Herren Spitzbuben über die mitgenommenen Gegenstände in mehr oder minder vollendeten Versen quittiren. Eine: dieser sonderbaren Poeten machte einem Kopenhagener Restaurant einen nächtlichen Besuch, erquickte sich an den dort vorhandenen Vorräthen und hinterließ schließlich einen Zettel folgenden Inhalts: Dein Bier ist gut, auch der Cigarren Hochfeiner Duft hat mich entzückt. Könnt' länger ich bei Deinem Wein verharren, Fürwahr, ich Ware hochbeglückt." . Der betriebsame Wirth sah sich für den erlittenen Schaden dadurch reichlich gedeckt, daß er diese Verse, die eine wohl unbeabsichtigte Reklame erster Klasse abgaben, auf große Platten abdrucken und in feinem ganzen Viertel anschlagen ließ. Seine Restauratton ist seitdem die besuchteste im ganzen Stadttheil. Unangenehmer war dagegen ein Vorfall, von dem die Bewohnerin einer Dresdener Pension betroffen wurde, die am Morgen beim Aufwachen folgende Zeilen auf ihrem Tischchen fand: O schönste Frau, ich habe alle Ihre Ringe, Auch Ihre Uhr, die Nadeln- und noch v andere Dinge, Ich eile jetzt, indem ich noch Ihr Loblied singe, Daß ich in Sicherheit mich damit bringe."' . Nicht so galant behandelt . wurde ihre Freundin, die im anstoßenden Zimmer schlief und am Morgen folgende unerwünschte schriftliche Mittheilung vorfand: -Dieweil Du schliefest, holde Trau- ' merin, v Bin heimlich ich zu. Dir gekommen; Ich sah den Perlenschmuck, der Deines Halses Zier, Doch, da er falch, hab' ich ihn nicht . genommen." i, Eins von beiden. Gläubiger: Ich kann mich also darauf verlassen...?" Baron: Ganz sicher! Am Ersten haben Sie Ihr Geld oder eine Verlobungsanzeige!"

Die HinriZxtungen in Natal. Ueber die Hinrichtungen, die kürzlich in Natal vollzogen wurden, wird Folgcndes berichtet: Zwölf Kaffern. welche überwiesen erscheinen, an der Massakrirung zweier weißer Gendarmen theilgenommen zu haben, wurden in Richmond, in der Kolonie Natal, gleichzeitig standrechtlich hingerichtet. Urprünglich hätten sie, wie erinnerlich, 'chon am vorhergehenden Freitag hingerichtet werden sollen, das Londoner Kolonialamt intervenirte aber, und die Hinrichtungen mußten suspendirt werden. Das Ministerium von Natal demissiö'nirte daraufhin demonstrativ, und das Kolonialamt sah sich infolge dessen zur Vermeidung eines höchst inopportunen Verfassungskonflikteö mit der autonomen Kolonie gezwungen, die Todesurtheile nach kurzer. Ueberprüfung zu bestätigen. Die Bestätigung langte am Sonntag Morgen in Natal an, das dortige Ministerium zog sofort seine Demission zurück, und unverzüglich erging an das Gefängniß in Richmond, woselbst die Kaffern eingekerlert waren, der Befehl, die Hinrichtungen am nächsten Tage, also Montag, öffentlich und derart vorzunehmen, daß hiermit ein Erempel siatuirt und die zu Unruhen geneigte Kaffernbevölke rung energisch eingeschüchtert" würde. Das zweite Richmonder Militarkommando traf denn auf das rascheste alle nothwendigen Vorbereitungen. ' Alle Eingeborenen aus der Umgegend Richmonds erhielten den Auftrag, sich tags darauf auf dem Hinrichtüngsplatze einzufinden, und gewisse Kaffernhauptlinge, welche verdächtig waren, mit den Delinquenten zu sympathisiren, wurden mit den strengsten Strafen bedroht für den Fall, daß sie es wagen sollten, bei der Hinrichtung nicht zu erscheinen. Unterdessen' wurden am Hinrichtungsplatze, der außerhalb des Städtchens Richmond. etwa eine Viertelstunde vom Gesängnisse, gelegen war, zwei langgestreckte Gräber hergerichtet unL die Delinquenten in ihren Zellen von ihrem herannahenden Ende verständigt. Alle Zwölf waren Christen und Angehörige der äthiopischen Kirche; ein anglikanischer Priester-de-suchte sie, und während der ganzen Nacht von Sonntag auf D!ontag konnte man sie auf weite Entfernungen hin-gemeinsam Hymnen singen h'öen. So brach der Morgen heran und mehrere hundert Eingeborene versammelten sich schon in den ersten Frühstunden am Hinrichtungsplatze. Um 10 Uhr Vormittags rückten 200 Gendarmen heran, die um die offenen Graber ein Karree bildeten, während 30 Mann mit geladenen Gewehren als Exekutionspeloton aufgestellt wurden. Gegen 11 Uhr Vormittags wurden die Delinquenten, je drei aneinander gekettet, in zwei offenen Leiterwagen zum Hinrichtunasorte gebracht. - Der erste Wagen enthielt die älteren Delinquenten, während der zweite, etwa eine Viertelstunde später folgende Wagen die jüngeren zum Tode Verurtheilten beherbergte, darunter einen, der noch kaum den Knabenjahren entwachsen war. Alle schienen Festigkeit an den Tag zu legen; laut spendeten sie einander Trost, und indem sie von einander Abschied nahmen, svrachen sie von der anderen Welt, in der sie ihr WieVersehen feiern wollten. Um 12 Uhr langten die ersten sechs Delinquenten amEzecutionsorte an. Nun wurde ihnen das Todesurtheil vorgelesen, worauf ein Gendarmerieoffizier sich an die übrigen versammelten Eingeborenen wendete und ihnen in energischen Worten auseinandersetzte, . daß Jeder in gleicher Weise hingerichtet werden würde, der es wagen sollte, gegen die Weißen Gewaltakte zu üben. Die Delinquenten ließen sich darauf ruhig die Augen verbinden und vor eines der langgestreckten offenen Gräber führen, die, dreißig Gendarmen stellten 'sich in Positur, erhoben das Gewehr und ga ben auf Kommando' Feuer. Je fünf nahmen einen .Delinquenten auf's Korn und Jeder zielte - gegen Hen Halswirbel seines mit dem Rucken qegen ihn aufgestellten Opfers.' Alle Delinquenten waren sofort todt und wurden unverzüglich begraben. Und kaum waren die. Todiengraber mit dieser ihrer Aufgabe fertiq, so kam auch bereits der Wagen mit der zweiten Par tie der Verurtheilten heran, die auf gleiche Weise erschossen wurden. Mittags war Alles vorbei und tiefbeweqt gingen die Eingeborenen auseinander.

Zudem von den alten Herren des Köfcncr S. C. geplanlk'N Väu eines Korpsverbandshauses in Kosen spendete Kaiser Wilhelm 1.000 Mark, der König von Württemberg 300 Mark. Auch von anderen Ul'tt Koscner S; C. in Beziehungen stehen den Mitgliedern' von Fürstenhäusern wurden Beträge gezeichnet. Hinge gen leisten die Aktiven keine Beitrags. Nach der Deutschen Kolonialzeitung" hat der Gouveri'.eur von Tcutsch'SüdwestafrÄ'a unter dem 7. Februar eine Rundvcrfügung erlassen, die aufweine milde Behandliln her Eingeboren: hinzielt. Die nach geordneten Dienststellen werden auf. gefordert, darüber zu wachen, daß die gefangenen Eingeborene, insbeson dere auch die an Zivilpersonen abgegebenen, gerecht behandelt werden, und es wird als Warnung hinzuze seht, dak schlechte Bebandlung eines Kriegsgefangenen für den bctreifnl - den Arbeitgeber außer den gesetzlichen . Strafen die Entziehung dieser Arbei j ter zur Zolge haben wird.

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