Indiana Tribüne, Volume 29, Number 217, Indianapolis, Marion County, 7 May 1906 — Page 5

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Jndkana Tribüne, ?. Mai 1900,

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Die Padrona von gorgo. Erzählung von Ckzriftine Thaler.

(Schluh.) Still wie sie gekommen waren, gin gen sie, der Padrona gute Nacht wünsehend, nach dem Hinterhaus, um sich schlafen zu legen. Als x dort still geworden war, kehrte Frau Menega in das Haus zu rück, warf einen Arm voll Holz auf den Herd und setzte sich fröstelnd auf die Steinbank an'ö Fenster. Bald starrte sie in'ö Feuer, bald hinaus in die dunkelnde Nacht den Strandwcg hinab. So saß sie lange in brütender Berzweiflung. Eine dunkle, sternenlose Nacht war hereingebrochen, ein heftiger Sturm hatte sich erhoben. Dieser strich jetzt 'gell pfeifend um das einsame Haus. Wie sehr der Sturm auch sauste und brauste, die Harrende am Fenster regle sich nickt. Cis war just las Wetter, das zu dem Aufruhr ihrcö Innern stimmte. Tiefes wilde Heulen, dieses Winseln und Pfeifen wie von gemarterten Seelen , im Fegfeuer that ihr wohl. Mit grimmer Lust sah sie, wie die Acste der Bäume krachend splitter ten. Mochte der Sturm Alles niederreißen, ihr war es gleich. Was sollte sie noch mit den Bäumen, wenn der Herzensjnnge nicht mehr lebte! Jetzt sprang sie auf und drückte ihr Gesicht fest an die Scheiben, um besser zu seyen. Ja, es kam ein Mann den Strandweg heraus. Behend ergriff Menega ein brennendes Holzscheit und trat, , es leuchtend in die Höhe hallend, vor die Hausthür. Ter röthliche Lichtschein fiel voll auf einen uoch jungen Mann von recken hafter Gestalt. (5r trug aus dem Kopf eine Mütze, wie sie -die Kapitäne der Handelsmarine zu tragen pflegen, sonst war er bürgerlich gekleidet. Mit unsicherer Stimme begann er: Mich habt Ihr nicht erwartet, Frau Menega, nicht wahr?" Nein, .wahrlich nicht, Capitano Moreto," sagte sie tonlos mit entgeisterte? Miene. Laßt mich trotzdem ein," erwiderte der Kapitän. Hier bläst der Wind kalt ich habe mit lZuch zu reden." Ihr wagt es, zu mir zu kommen?" fragte sie in demselben leisen, unheimliehen Ton. Natürliche sagte er leichthin, aber mit unstetem Blick. Warum sollte ich nicht?" Weil Ihr Euch vor meiner Rache fürchten sotttet." Er schüttelte den Kopf. Auf Euerm Grund und Boden thut Ihr mir nichts, aus Ehrgefühl, auö Klugheit, liebn gens werde ich auch mit Euch fertig, meint Ihr nicht?" Ee,dehnte und, reckte sich. Sie maß ihn mit haßerfülltem Blickt Seid Ihr bewaffnet?" Nein, weil ich mich als Euer Gast sicher fühle, vat mich ein." Stumm kehlte sie in das Haus zurück, warf das noch glimmende Scheit auf dzs Herdfeuer und sah den Kapi tän, der ihr gefolgt war, herausfordernd an.. Da kein Licht in der Küche brannte, war die Beleuchtung, die das bald ausflackernde, bald erlöjchende Feuer bot, eine unheimliche. . , Diesen Eindruck mochte auch der Kapitän empfangen haben, denn er forderte die Hausfrau auf, Licht zu machen. Menega aber schüttelte den Kopf und fuhr fort, ihre glühenden, rachgierigen Augen aus ihren Feind zu heften. Seht mich nicht so unversöhnlich an," begann er, ich bin Nicht schulo an dem Unglück. Der Junge siel in der Nacht, wahrend Alles an Bord schlief, vom Mast" So gut habt Ihr das Euch andertraute eben bewacht?" sagte sie mit bitterem Hohn. Wer ein ihm anvertrautes Gut beschädigt, oder gar vernichtet, muß Schadenersatz leisten," fiel er ein. indem er aus seinen Rocktaschen zwei gefüllte Säckchen nahm und sie auf den Tisch stellte. Seht h,er das Gold ein Säckchen ist für Euch, das andere für die Madonna in Barbana. Seid Ihr zufrieden?" Er schob ihr eins der beiden Säckchen hin,. ohne sie anzusehen. Verächtlich stieß sie das Geld von sich.. Herzblut wiegt, man nicht mit Geld auf ; merkt Euch das. Was Ihr an mir begangen, sühnt sich weder in diesem noch im künstigen Leben. Auch die Madonna wird Euch nicht ver zeihen; schuldbeladen sollt Ihr in die Holle fahren !" Ihre Stimme bebte, während sie sprach, und unauslöschlicher Haß sprühte aus ihren Augen. Unwillkürlich trat er einiae Schritte zurück. .Ja, geht, geht, so schnell Ihr könnt, sonlt stehe ich lur Nichts!" Gut, ich gehe, denn ich sehe, daß wir uns heute nicht verständigen, aber ich komme wieder. DaS sage lch Euch, daß eS nicht klug von Euch war, mir den Jungen anzuvertrauen. Dle Aehn lichkeit mit seinem Vater machte mich rasend. Als er so störrisch vor mir stand, glaubte ich seinen Vater vor mir zuhaben. Die alte Feindschaft lebte wieder in mir aus, der Korrr, den ich einst empfand, Euch, Menega, an ihn verloren zu haben, loderte wieder heiß in mir aus, und darum sah ich ihm die Strafe, die er verdiente, und gegen die er sich wehren wollte, ; nicht nach. Nun wißt Ihr die Wahrheit. Mich drückt meine Schuld, mehr , als Ihr glaubt. Ich möchte diese eelenlafi

los werden, und nur. Ihr könnt mir

dazu verhelfen, indem Ihr mir verzeiht. Ich bin ein reicher Mann; nehmt Alles, was ich habe, aber verzeiht mir'!". Statt aller Antwort nn sie die Flinte von der Wand. Euere stumme Antwort ist beredt," uhr er fort, darum gehe ich, aber Ihr seht mich wieder.'' Damit eilte er davon. " Sie trat mit der Flinte vor das Haus und sah ihm nach, wie er im Dunkel des Strandweges verschwand. Aus einmal raschelten die Rebenranken, die dem Hause gegenüberstanden. Eine dunkle Gestalt kroch hervor, richtete sich auf und trat näher. Wer ist da?" fragte sie furchtlos. Gebt mir Euer Gewehr," raunte die dunkle Gestalt, ich schieße ihn nieder!" .Das kann ich selbst,Bianchini," entgegncte sie ruhig. Warum thut Ihr es nicht?" Auf meinem Grund und Boden?" Bianchlni nickte und brummte ver ständnißvoll, daß sie rccht'habe. Tretet ein," sagte Menega unt ging in das Haus. Hier warf sie Hol: auf das Feuer und nahm ihren Pla; auf der Steinbank im Erker wiedei ein. Der alte Matrose war ihr schweigen! gefolgt. Setzt Euch," sagte Menega. Er that es und legte den Hut auf du Bank neben sich. Der Schein des wie der aufflackernden Feuers fiel voll aus sein ehrliches, wettergebräuntes Geficht, in dem zwei wasserblaue Auger hell leuchteten. Er zupste ununterbrochen an seinen Vollbart ; sie saß vornübergebeugt unt starrte in das Feuer. Ist das wahr, was Capitano Mo reto sagte?" fragte Menega, ohne auf zuschauen. Ich konnte seine Wort nicht ver nehmen cntgegnete Bianchini. Ihr lzbt nichts vernommen vor dem, was wir sprachen, nichts?" Dabei hob sie den Kopf und sah den Alten sorichend an. Nichts, bei der Mutter GottcS ir Barbana, kein Wort." Wart Ihr auf der ,Fenice,' wie wie cö geschah?" Ja." . Wiederum schwiegen sie eine ganze Weile. Ihr bangte vor seinen nächster Worten, die ja das Furchtbare Utätigen leinen, uno er zögerte, :u sprechet-, um sie zu schonen. Warum haßt Jbr den Eapitano?" Woher wißt Ihr, daß ich ihn hasse?" Ihr wolltet ihn doch eben erschie ßen aus Liebe zu mir wohl nicht?" Nein, nicht aus Liebe zu Euch, aus Liebe zu meinem Jungen, den er einst vor meinen Augen grausam züchtigen lle. Er -izt kein Mensch, er ijt einc Bestte, und je früher ihn der Teufel holt, um so besser. Warum habl Ihr ihn nicht schon langst umgebracht? Weil mir die Gelegenheit fehlte man rächt sich -nicht immer ungestraft ich mußte an Weib und Kinder den ken." Sie zuckte verächtlich die Lippen und dachte: Auch so ein jämmerlicher Trops, wie Grcgo Eanon! Wie ganz anders flammte in ihr das Gefühl der Rache. Und wie eö jetzt wieder heiß in ihr aufloderte, fand sie den Muth, zu fragen, aus welche Weise ihr Schmer zcnSjunge um's Leben gekommen sei. Es war n einem heitern, wind stillen Abend." berichtete der Matrose. aber deS Kapitäns Barometer stand nicht auf Schön. Den ganzen Tag über hatte -er den Mcitteo auk's Aergste ge reizt. Kein Wunder, daß sich der von Natur aus etwas heftige Knabe zu einer unziemlichen Antwort hinreißen liey, aber es setzte eine, allzuharte Strafe, gegen die sich der unglückliche Malteo auflehnte. Alles wolle er in Geduld hinnehmen, sagte er. Alles, nur keine tomchläge. Der Alte hielt inne, weil Meneqa mit den Zähnen knirschte und die Hände krampfhaft ballte. Fahrt fort, fahrt fort!", gebot sie ungestüm. Lieber wolle er Tag und Nacht auf dem Mast verbringen, meinte Matteo, lieber starben als eine körperliche Strafe erdulden. Das könne er alles haben, sagte der Kapitän. Erst die Sommerfrische auf dem Mast und dann die Schlage. Hat er sie erdulden müssen?" fragte Menega in hoänter Spannung. Nein. Wir sahen ihn alle auf den höchsten Mast klettern, dann brach die Nacht herein am anderen Morgen war er verschwunden. Er schwieg und vermied es, Menega anzusehen. Auf dem Herd erlosch daS letzte Jlämmchen, die glimmenden Scheite sielen zusammen und überzogen sich allmälig mit Asche. Endlich war es fast ganz finster rings um die beiden orüten den Menschen. Da warf der alte Matrose einen r - ci ; e 1x1 4. rqaien iill auf miMa, oie regungslos, wie zuvor, noch immer, vor sich hinstarrte. Warum weint und klagt Ihr nicht wie andere Frauen, Menega?" Weil ich noch Besseres zu thun habe," erwiderte sie in unheimlich ruhigem, kaltem Ton. Ich will mei nen Schmerz nicht ausweinen, ich brauche ihn in seiner Wuchlund Größe, damit die Rache ungeschwächt vollzogen werde. Mit Euch bin ich fertig. Nehmt. Eure Goldstücke und 'geht. " , Er erhob sich und nahm dasMld,

das sie ihm reichte. Stumm stand er

eine Weile neben ,hr, dann sagte er: Die ,Fenlce' sticht übermorgen wieder in See, zögert nicht lange!" Sehe ich aus wie eine, die noch zögern will?" Nein, meinte er mit grimmem Lachen. Wieder schwiegen sie. Endlich setzte Bianchini seinen Hut , aus und sagte mit bewegter Stimme: Gott helf' Euch Euer Leid tragen." Sie wandte sich ab und sagte kurz: Macht mich nicht weich geht !" Zornig -stieß sie mit dem Stiefelabsatz auf die halberloschenen Scheite. Da sprühten die Funken, züngelten die Flammchen. Menega," begann er, wir rudern den Eapitano morgen in aller Gottes frühe nach der Wallfahrtsinsel." Sie nickte nur. .Tkut es. ehe ilim dle Mutter Gottes von Barbana verzeiht!" Seid unbesorgt." Gott besohlen." Addio." Er ging, sie aber verharrte regungöloS beim lodernden Herdfeuer. Wie dieses, war ihr Leben gewesen. Erst ein lustiges, flendiges Flackern, danr die warme, glühende Liebe zu dew einzigen Sohn und endlich die lodernde Rachsucht, die in dem verzweiflungövollen Schmerz immer wieder neue Nahrung fand. So lange die Nacht währte, saß Menega still da, gebeugt, gebrochen; als aber der Molgen zu granen begann, da erhob sie sich, reckte und streckte sich, jeder Zoll ein thatkräftiges, entschloß jenes Weib, und nahm ihre alte Flinte von der Wand. Geräuschlos huschte sie zum Hausk hinaus und ging an den Strand hinab. Ein wolkenloser, tiefblauer Himmel wölbte sich über die weite, schimmernde Lagune, und ihre grünen Inseln prangten im goldigsten Morgensonnenschein. Der nächtliche Aufruhr der Natur hatte sich in entzückenden Frieden verwandelt, die ganze herrliche Umgebung athmete feierliche Stille,. Ruhe und Behagen. Auch Menega war äußerlich ruhig, aber ihre Ruhe war jene, die dem Sturm der entfesselten Elemente vorangeht. Stttl und gemessen löste sie das Boot vom Usersteg, stieg ohne Hast ein und ruderte fort. Das Boot glitt zwisclzen den Sand strecken zu beiden Seiten der Lagunenkanäle leicht dahin. Menega schaute bald aus die Wallfabrtsinsel Barbana, wo sich, erfüllen sollte, was sie ihrem unglücklichen Kinde gelobt hatte, bald nach der Richtung von Grado, und ein wildes. unheimliches Feuer sprühte aus ihren Augen, als sie viyi dorther einen dunkeln Punkt sich nähern sah: sein Fahrzeug. . 'FlugS lenkte sie ihr .Boot, in einen Sellenkanal, den der Kapitän aus sei nem Wege von Grado nach Barbana nicht zu pasfiren hatte. Hier warf sie ihr Fischernetz aus und beugte sich über den Bootrand, als beobachte sie etwas im Wasser, allein ihre Augen blickten unter den buschigen Brauen hervor. unverwandt nach dem gegen Barbana gleitenden Boot "des Kapitäns. Langsam strich das Fahrzeug über die Waiierslache,'unertraglich langsam. Nur zwei Matrosen saßen mit dem Kapitän im Schiff. Als sie endlich in Barbana anlegten, vcrllenen die drei das Boot. Die Matrosen gingen in die hinter der Wallfahrtskirche gelegene Schenke, Kapitän Moreto blieb auf dem Platz vor ozx Kirche. Menega beugte sich tiefer über die Wasserfläche,, obwohl die Entfernung zwischen ihr und ihrem Feind so groß war, dan er sie kaum erkennen konnte. Langsam ging der Kapitän auf dem Platze aus mivao. Menega zielte. Moreto blieb stehen und blickte nach der Lagune hinaus. Da verschwand die Flinte. Eine Weile stand er nachdenklich. dann wandte er sich zum Eingange der Kirche. Noch einmal blieb er stehen. Wagte er eö nicht, daS heilige Gotteshaus zu betreten? Doch, er stieg die Stufen hinan. Da krachte em Schuß, und er siel, rücklings getroffen, schwer jiTBoÖen. Menega aber warf die Flinte ln's Wasser, sprang auf den Bootsrand und stürzte sich kopfüber in di: Fluth. Etwa 200 Austern würder täglich erforderlich sein, um einer Person das benöthigte Nahrungsquantun zu ersetzen Mehr als 300.000 Tou r i st e n vassiren iäbrlick die reizend Stadt Lugano an dem gleichnamiger &ee an oer Schweiz. Als erste Privatdozen. t Z n an der Universität Kopenhagen Dänemark, 'und zwar für Gvnäkologie. hat snh Fräulein Dr. Elli Möller izavuitltt. . Die Ausfubr !BuHA l a n d s bezifferte sich im Jahre 1905 auf einen Wertb von 5.732.000.00 Mark, gegen 5.229.000.000 Mark im Jahre 1904 Eine leuchtende Grotte wurde jüngst in Bürgsiein. Böhmen, entdeckt. Die Chlorophyllzellcn des Leuchtmooses lagen die Felsenwände goiogrun erglänzen. D e u t s ch l a nd hat. nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1905. eine Bevölkerung von 60.605.183 Per sonen, davon lind 29,868,096 rnänn lich. 30,737,087 weiblich.

Alubnkünsic im flunflc des .Inedeno.

Als die Franzosen mit der Groberung Algeriens beschäftigt waren, und das Kriegsglück bald hierhin, bald dorthin schwankte, luden sie während eines Waffenstillstandes zum Zweä einer., eingehenden Aussprache die ScheikS der feindlichen arabischer Stämme zu sich in's Hauptquartier. Die Häuptlinge folgten zwar der Einladung. zeigten sich aber sehr mißtrauisch und unzugänglich. Trotzdem wurden sie zuvorkommend behandelt und auf's beste bewirthet, denn du Franzosen wünschten dringend eim baldige Verständigung auf friedlichem Wege, da bei der eigenartigen Natur des Landes und .seiner Bewohner der Krieg geradezu unabsehbar in dik Länge gezogen werden konnte. Zur Unterhaltung und Belustiguna der zugeknöpften Gäste hatten die Qffiziere den bekannten Zauberkünstlet Houdin angestellt, der eine Anzahl erstaunlicher Taschenspielerkunstststückt mit echter Taschenspielergrazie zur Ausführung brachte und als Schlußeffekt aus einem Cylinderhute, so und so viele Dutzend Kanonenkugeln hervorholte. Mit dieser Nummer seines Programms brachte der Zauberkünstler, ohne es zu ahnen, ohne es auch nur als Ziel im Auge zu haben, das Kunststück fertig, die widerstrebenden Scheits zu Friedensunterhaltungen geneigt zu machen. Sie sahen nämlich mit athemlosem Erstaunen diese so mühelose Hervorbringung von Munition mit an, die zu beschaffen ihnen nur allzu sauer wurde. Wie können wir auch nur mit der geringsten Aussicht auf Erfolg eine Nation bekriegen, die ohne Kosten und Zeitverlust ihren gesammten Bedarf an Kugeln einfach aus dem ersten besten Hut hervorschütteln kann?" Diese gewichtige Frage drängte sich jedem der einzelnen greisen Führer auf. und sie war es, die sie beim Verlassen des Festes zum Gegenstand ihrer Berathungen machten. Da sie darin einig waren, daß sie für ihre Volksgenossen ähnliche Hilfsquellen nicht zu erschließen wüßten, so nahmen sie ohne weitere Umstände die Friedensbedingungen der Franzosen an.' und ein dem Anschein nach , endloser Krieg war auf einmal zum Abschluß gekommen durch den bei uns so oft angewendeten Trick eines Zauberkünstlers. ' ScUsamc Manie. Der Professor Robert Simson, der . . an der Universität zu Glasgow Mathemätik lehrte, war eines jener verrückten Genies, die zum Amüsement ihrer Mitmenschen unendlich viel beizutragen pflegen. So gehörte es zu seinen Eigenthümlichkeiten, immer die Schritte 'zpzählen,' wenn er .seine Junggesellen'Wohnung verließ, und selbst wenn ein Freund ihn ansprach, hörte er im Zählen nicht auf. - .Eines Tages, als der Professor sich in'sein Kolleg begab und gerade seinen 573. Schritt gemacht hatte, sprach ihn -ejn-Herr an.' 'der ihn -von Ansehen kannte, von seiner Manie aber keine Ahnung hatte. . ..Jch möchte eine Frage an .Sie richten." sagte der Herr. , Freut mich mein Herr. 573 " O nein, nicht 573, nur eine einzige Frage.", versetzte der .höfliche Frager überrascht. . .Bitte," fuhr der Professor fort. 5?3. .. . Sie sind -wirklich zu liebenswürdig." sagte der Fremde, aber es handelt sich nur um folgendes. Ich weiß, Sie sind mit dem verstorbenen Doktor Bilton bekannt gewesen, und ich möchte Sie gern fragen, ob es wahr ist. daß er jeder seiner Nichten 500 Pfund hinterlassen hat?" . " Stimmt ganz genau," versetzte der Professor. 573." . , Der andere starrte den Professor an. als hielte er ihn für wahnsinnig, machte eine hastige Verbeugung und ging seiner Wege. Professor Simson bemerkte, daß der Mannsich augenscheinlich in der Bedeutung'der Antwort irrte, und rief ihm nach, während er in demselben Augenblick wieder einen Schritt -ging: Nein, mein Herr, nur 500! 574." Armer Kerl." dachte der Frager. wahrend er seiner Wege ging, er ist wirklich verrückt geworden." Zvrsngels Drthographie. In den Tagen des dänischen Krieges von 1864 trat der Kriegsminister v. Roon mit allen Zeichen der Verlegenheit in das Arbeitskabinett des Königs Wilhelm I. Ein Schreibebrief des alten Wrangel," den der General soeben durch einen Generalstäbler empfangen, war es, über den sich. Roon den Kopf zerbrach, denn in diesem Briefe. - der dem- Könige vorgelegt wurde, bezeichnete der alte Feldmarschallten Ucberbringer, einen Hauptmann v. T.. als den feigsten- Offizier der preußischen Armee, während er im Nachsatze für denselben einen hohen Orden als wohlverdiente Auszeichnung verlangte. --Was soll ich nur von dem Widerspruch halten?" fragte . Roon seinen Kriegsherrn. Der erwiderte lächelnd: Ach. da kennen Sie eben Wrangels Rechtschreibung nicht. .Er meint nicht den .feigsten.' sondern den .fe-igsten' (fähigsten) Ossi zier." ' ; - , ... . ' ''

Fitnskon und Vrttly. Daß Brkgadegeneral . Funston den im Augenblick so wichtigen Oberbefehl über die Bundestruppen in und .um San Francisco an Brigadegeneral Greely abgeben 'mußte, hat einen für ihn keineswegs verletzenden Grund. Er führte diesen Oberbefehl zeitweilig, weil beim Erdbeben und bei der Feuersbrunst Gen. Greely auf einer Reise nach dem Osten begriffen war, um der Hochzeit seiner Tochter beizuwohnen; als er auf der Durchreise in Chicago die erste Kunde von dem Unglück erhielt, trat er sogleich die Rückreise nach Californien an. Er ist der Oberbefehlshaber der gesammten Pacific Militär-Division, welche die Militärdepartements von Californien und vom Columbia in sich faßt. Funston aber ist nur Befehlshaber des Departements Californien, also der Untergebene Greely's. Die sechs Tage, in welchen Funston das Kommando in San Francisco führte, bringen ihm noch mehr Ruhm ein. als seine tapferen und abenteuerlichen Thaten auf den Philippinen, wo er sich, trotz seiner vorherigenUnerfahrenheit im Kriegswesen, den Rang eines Brigadegenerals der Regulären erwarb; er zeigte ja während der sechs schweren Tage inSan Francisco eben soviel praktische Entschlossenheit wie rege Menschenliebe und sicheren Takt; was er dort im Dränge der größten Noth geleistet hat. sichert ihm für immer den Dank des Landes. Und auch in seiner jetzigen etwas untergeordneteren Stellung kann und wird er dort noch viel Gutes thun. Sein Vorgesetzter hatte den guten Takt, ihm die unmittelbare Aufsicht über San Francisco zu belassen. Gen. Greely, der sein Hauptquartier im Fort Mason an der Bai von San Francisco hat. ist zweiundsechzig Jahre alt, Funston erst vierzig.' Einen weit über die Ver. Staaten hinausreichenden Namen hat sich Greely durch seine Leistungen als oberster Signaloffizier des amerikanischen Heeres gemacht, namentlich durch seine Errichtung großer Telegraphenlinien, darunter auch eine in China, die er anlegte, als in Folge der Bozer-Unruhen auch amerikanische Truppen dorthin verlegt wurden; auch durch verschiedene fachwissenschaftliche Schriften über Telegraphie. drahtlose Telegraph, . über klimatische Fragen u. s. w. hat er sich imJn- und Auslande bekannt gemacht. Am werkthätigen Mitgefühl für die Unglücklichen in Californien wird es Greely um so weniger fehlen lassen, als er auf seiner berühmten NordpolSpedition persönlich die furchtbarste Noth kennen lernte, bis ihn die Rettungsexpedition des Seehelden Schley daraus befreite. . ' Was die jetzige wohlthätige Handlunasweise der reaulären amerikan:-

schen Truvpen in Californien betrifft, 'so gebührt dafür nicht nur den Füh- - ' . rf r rern uno oen anoeren ssiZieren, dern auch den Unteroffizieren undSoldaten warmes Lob; denn beinahe jeder einzelne zeigt sich als warmherziger und umsichtiger Menschenfreund. Vom bestoylenen Bischof. Der Fall des Kaschauer Bischofs Bubltfch schnnt sich zu einem großen Skandal auszuwachsen. Be kanntlich hat die Polizei .festgestellt. daß Buditsch. ein Greis von 85 Iah ren von seinem Sekretär Hajnotzi förmlich ausgeplündert wurde, nndem dieser die viele werthvolle Kunflschätze enthaltende .kunsthistörische Sammlung Bubnschs nach und. nach nem Pester Alterthumshanoler namensLaßlo aus lieferte, der sie dann zu Geld machte. Schon, damals nel es auf, daß Bu bitsch sich seines früheren Sekretärs, der sein Vertrauen in so abscheulicher Weise mißbrauchte, trotzdem äußerst warm annahm und ihn sogar durch persönliche Fürsprache aus den Handen der Polizei befreite. Der Bischof hatte dazu, wie sich jetzt herausstellt, sehr gewichtige Gründe, denn Hajnotzi hatte sich in der Vertrauensstellung, die er genoß, verschiedene Urkunden zu ver schaffen, gewußt, die auf Bubitsch ein eigenthümliches Licht werfen. EinTheil dieser Urkunden' wird jet von einem ungarischen jozialdemokratiscken Vlatte veröffentlicht. Es befindet sich da runter ein langer Brief des Archwars der Hauptstadt Pest. Ladislaus Toldy. aus dem hervorgeht, daß Toldy es war. der dem Bischof seit 20. Jahren alle zene Hirtenbriefe, Reden und An sprachen verfaßte, die Bubitsch den Beinamen des gelehrtesten Kirchenfürsten Ungarns" eingetragen haben, ja selbst ein geschichtliches Werk, das unter den Namen Bubitschs erschien und seine Wahl zum Mitglied der Ungar!schen Akademie der Wissenschaften -zur Folge hatte, wurde von Toldy geschrieden. Der Brief trägt Zvenn man auch die von sozialistischer Seite vrröffentlichten Urkunden behutsam, aufnehmen' muß so seh? den Stempel der Echtheit an sich, daß man ilm wohl Glauben Erdenken kann. Der Fall erregt im ganzen Lande peinliches Aufsehen, da Bubitsch in der Reihe der ungarischen Bischöfe ein ganz besonderes Ansehen besaß unÄ als ausgezeichnete?. Theologe, Geschichtsforscher. Humanist. Staatsmann. und Stilist". ?Zel gefeiert wurde. - Der G en eralstaatsan walt in Touai hat die gerichtliche Nnterfuchung gegen die Ingenieure eröffnet, die die Retttlngsarbeiten in Courieres unternommen haben. .., j

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