Indiana Tribüne, Volume 29, Number 215, Indianapolis, Marion County, 4 May 1906 — Page 7

Jndkana Tribüne, i. fSlal 1006

er jüngste

Bruder

Sozialer Nsmsa vsa Gtnb Wkchert.'

(Fortsetzung.) Mir vergnügen." er warscy wieder auf's opha, rieb an der stiesclsoyle ein Streichhölzchen an und setzte die Cigarre paffend in Brand. Arnold setzte sich ihm gegenüber. Willst Du hier Arbeit suchen?" fragte er. Ja in besonderer Art. Du kennst die Arbeit, die ich mache. Ha, ha. ha ! Gute Arbeit in besonderer Art. Sie haben mich abgeschickt, hier darauf zu sehen, daß nichts verpfuscht wird." .Wer?" &.'er? Schafökopf! Mit dem Schreiben ist',? nichts ; die Polizei kennt die Adressen und paßt aus. Wird so ein Brief beschlagen, so geht gleich die Untersuchuug los. und es gibt immer Schufte, die sich als Zeugen brauchen lassen. G3 muß mündlich unter die Kameraden gebracht werden, was be schloffen ist. Dazu biu ich von der Schweiz hergekommen. Alles, was nnter der rothen Flagge segelt, muß denselben NurS nehmen." .Unter der rothen Flagge." Er vcr zog das Gesicht. liine andere gtbt'S ixv uns nicht. Die Regierungen möchten es uns einreden wir wissen schon, warum. Sie thun jetzt so freundlich Wir sollen nur die rothe Flagge einziehen, dann können wir alles haben, wonach unser Herz begehrt. Aber dann sind wir geliefert, mit unserer Macht ist'S auS. Binderei! Was ich Dich übngenS fragen wollte ich kann doch bei Dir logircn?" Arnold wurde bleich. .Bei mir? Es gehen hier Tagüber so viel Leute auS und ein " .Tagüber bin ich auch unterwegs auf allen Arbeitsstellen herum. Nachts aber brauche ich ein sicheres Unterkommen. Ich möchte mich nicht melden lassen, deshalb g:h' ich in kein Gasthaus. Wenn cö irgend sein kann, soll man bei der Polizei gar nicht wissen, daß ich hier bin. Und wenn man doch auf mich aufmerksam wird, will ich wenigstens ruhig schlafen können. Bei Dir vcrmulhct man mich am wenigsten. Tu hast ja so geschickt gespielt Hoffentlich bist Tu kein feiger Hund geworden, seit wir uns verabschiedeten." Arnold schüttelte sich unwillig. .Ach, das Aber wenn man Dich bei mir entdeckt, komm' ich in Teufels jiüche. Du weist, daß ich in gewissen Punkten nie ganz Tciner Meinung gewesen bin. Mit Gewalt läßt sick " .Schwäne doch nicht dummes Zeug," fiel ihm Fntze ins Wort. .Wer spricht hier von Gewalt? So auf den Kopf gefallen bin ich doch auch nicht, daß ich mir einbilde, jetzt eine Ncvolution machen zu können. Wir Arbeiter würden jammerlich niedergeschossen werden." eine Augen blitzten. .Da müßten wir erst in den Kasernen festen Fuß gesaßt haben ! Für die nächste Zeit bleibt die Hauptsache, daß wir nnö organisircn fester, immer fester, so daß sich kein Keil hineintreiben läßt. Darin sind wir hoffentlich einig. Was man so unsere letzten Ziele nennt damit wird aus der anderen Seite viel Mißbrauch getrieben. ES ist cm weiter Weg bis dahin, das wissen wir am besten, und eS kann sein, daß sie nie erreicht werden. Darüber wollen wir nicht streiken. Wenn wir aber einen Schritt thun, schreit uns die Bande gleich cnt-

gegen : Halt ! Wo wollt ihr hin ? Wir kennen doch eure letzten Ziele. Sie

machen einen Popanz daraus, mit dem sie die Kinder schrecken." Er löste den Bindfaden von seinem Bündel, zog ein schmutziges Hemd heraus, wickelte es auseinander und brachte eine Rolle

Druckschriften zum Borschcin. Er reichte

Arnold dlezelve zu. .(is scheint, daß Du in letzter Zeit etwas zurückgeblieben bist, da lies ! Das druckt man in freien Ländern, wie die Schweiz und England, o sehen unsere Dynamitbombcn aus, mit denen wir die Gcsellschafi in die Luft ;ii svrenaen Konen."

Arnold tUMie exn örennen tn Den

Kinaern. .Ich wm'S ücnetmenen,

sagte er. Man kann nicht wissen, wer

unvmcbcns "

.Aber lies, lies und bilde Dich. Ich kann also bei Dir bleiben. Du hast ein

breites Bett, hab' ich gesehen. Darin

haben wir Bcide Platz. Oder willst

Du hier au? dem Sopha fdilatcii

Meinetwegen. Deine Eigarren sind

übrigens gut, gw mir noch eine. Arnold erhob weiter keinen Ein

svruch. Er überlegte nur im Stillen.

wie er den lästigen Freund am andern Morgen früh genug fortschaffen könne.

11. Kapitel. Seitdem lebte Arnold Werken in bcständiger Unruhe wie in einem KartenHause, das der leichteste Windstoß umwerfen kann. Der Boden unter seinen Füßen schien ihm zu schwanken, jede Aussicht kn Nebel zu zerfließen. So elend hatte er sich selbst in den traurigstcn Zeiten seines Lebens nicht gefühlt ; er war doch Herr seiner Handlungen gewesen, hatte sich selbst bestimmen können, jetzt wurde er nach dem Belieben Anderer in entgegengesetzter Richtung her- und hingezogen und hatte nicht einmal mehr Freude an den Genüssen, di. er sich für Geld schaffen konnte. Nirgends war er mit ganzem Herzen, und in seinem Kopfe hämmerte eö fortwäh nnd wie in einer schmiede, so daß er keinen Gedanken festhalten konnte. Eines Tages deutete sein Bruder Sieafried an. duß er nächstens den Besuch einer einflußreichen Persönlichkeit zu erwarten habe. .Du. kannst stolz daraufsein." sagte, er ihm. .daß man sich um Dich so eifrig bemüht. Ick, hoffe', daß Du der guten Meinung, die uian Dir entaeaeNbringt. voll cntsprc-

chen wirst. Die Sache muß '-Cix Über der Person stehen!"

Dlen etwas ackclmmnvolle orbe-

reitung war sehr geeignet, Arnold noch mehr zu beunruhigen. Was konnte man von ihm wollen? Es mußte irgend etwas Bedenkliches sein, sonst hätte sein

Bruder nch deutlicher geäußert. Ulrike, die er auszuhorchen suchte, schien nichts zu wissen. Aber sie rieth, doch nur recht gefällig entgegen zu kommen. .Wir werden ja sehen. . . " meinte er. Bald

daraus klopfte eines Sonntags früh als er nur eben aufgestanden war und mit Fritz ölcichclt Kaffee getrunken

hatte, jemand an die Thur icmcS Wohn- ".-.. f r k.'

zimmers. .zrllzc zog icp ivg.e.ai in oic 'Schlafstube zurück, während Arnold.

ohne Herein zu rufen, aufstand, um

nachzugehen, wer das fei. Er traf im

ttontor einen errn, den wahrlchclnllch

Frau Haber eingelassen hatte, die eben den kleinen Flur und die Treppe nach dem Hof feste. Er trug den Cylinder

in der Hand' und sah ihn durch die

Bnllcnglaicr lächelnd und zugicich, wie

cS ihm schien, forschend an. .Herr Bautischler Bcrkcn?-

-Cer bin lch. WaS steht zu Ihren Diensten ? -.O o oh ! Ich wollte mir nur

erlauben Uann ich Sie ein Biertelstündchcn allein sprechen?" Arnold scklon die Tbür nack der

Wobnstubc. .Wir sind hier unge-

jtort."

.Und nebenan ist Niemand ? .Nein." .Entschuldigen Sie, daß ich mich

danach erkundige. Die Frau, die ich draußen sprach, war etwas unsi'

chcr....

Wer goll das sein?.Ich weiß es nicht, und cö geht mich

auch weiter nichts an. Nur daß ich

wünschen mut?, für Sie allein zu prc-

chen. (i$ handelt iä) um eine Angelegenheit JhrHcrr Bruder hat wohl

ichon die Gute gehabt, Sie daraus auf

merksam zu machen."

'Nun nn Arnold die Augen aus. .Ah so ! Mein Bruder ja wohl ! ic sind " Der Polizcirath Lindcmann." .Der Polizeirath. . - Arnold blickte unwillkürlich nach der Thür zurück. .Wenn doch vielleicht .Nein, nein! Ich bitte, nehmen Sie Platz." Er zeigte nach dem Fenster hinterdcm Stehpult. ES standen dort zwei Stühle. Er war schon überzeugt, daß die Polizei hinter Fritze her sei, aber auch entschlossen, ihn nicht zu verrathen. Der Prlizeirath setzte sich so, daß er gegen den Hof hin durch die Gardine gedeckt war. Den Hut behielt er in der Hand, die Brille schob er so tics aus den Nasenrücken hinab, daß er auch über die Gläser hinweg sehen konnte. .Mein lieber Herr Bcrken." begann er mit lciscr, fast flüsternder Stimme, .wir wollen vor einander nicht Verstecken spielcn ; eine ehrliche Aussprache wird uns am leichtesten zusammen bringen. Ihre Antecedenticn. .." Erwischte mit der Handfläche rund um den Hut. .Sie täuschen sich wohl selbst darüber nicht, daß sie uns vollkommen bekannt sind." Arnold zuckte unwillkürlich mit den Schultern und kaute die Lippen. .Ich sage Ihnen, was sich von selbst vcr steht.- suhr der Gast fort. .Auch das ist Ihnen sicher nichts Neues, daß ic eine gewisse zarte Rücksicht unsererseits Ihrem Herrn Bruder zu. danken hatten. eine Bürgschaft durfte unö genügen. Nicht wahr ?" Er senkte ein wenig den Kops und blinzelte über die Brillengläser. .Ja, ich denke doch," antwortete Arnold unsicher. .Uebrigcns wenn Sie anderer Meinung geworden sein sollten...." .Ich hoffe, cS ist dazu kein Grund." versicherte der Polizcirath lächelnd. .Wir freuen unS im Gegentheil, den SauluS in einen Paulus verwandelt zu finden!Arnold sah ihn verdutzt an. Glaubte der Mann das wirklich ? Er sagte cö jo, aber von den Augen ließ er sich'S nicht ablesen; die silberne Einfassung der Brille schnitt über dieselben bin und war fortwährend in flimmernder Be wcgung. .Darf ich endlich erfahren, Herr Po li;cirath ," saatc er. .was "

.Was ich von Ihnen will. )!atür-

lich, ich will etwas, das setzen Sie ganz

richtig voraus. Wenn cic wirklich irnt der Gesinnung auch die Kampsstclluna

gewechselt haben, wie ich gern glauben

mochte " vir Zirkelte dabei immer

mit dem Zeigefinger auf der Scheibe

seines Cylinders herum, als drehte er eine Kurbel, zog die Kreise enger und

enger, und setzte zuletzt die spitze des

FlNgcrS genau in den Äcittelpunkt. .Sie können unö sehr nützlich sein," bc-

qann er wieder. .Sie haben Gelegen

heit gehabt, Erfahrungen zu sammeln

und Menschen kennen zu lernen, die

sich der gewöhnlichen Beobachtung ent

ziehen. Ihre Bildung von Hause her hat Sie in den Stand gesetzt, sich dazu

kritisch zu verhalten. Es würde für

wich groncn Werth haben. Mich gleich-

fam bei Ihnen informircn, Si? zu

Rath ziehen zu können. Wenn Sie mir

das gutlgtt erlauben wollten "

.Herr Polizeirath." fuhr der Tischler

aus, .es scheint, daß Sie mich benutzen

wollen Ich wein nicht wozu. schloß er mit leiserer Stimme.

.Ich will'0 Ihnen ohne jeden Rück

halt sagen," antwortete der Beamte

nicht zögernd; .benutzen gleichsam als ein Auffchlagcbuch, das Auskunst über Persönlichkeiten von Interesse gibt, die r. rtt ! j ..

yler in unsren vyqicmöirno lommcn. über Vorfälle, bei welchen sie bctheiligt

waren. Die Behörde will in den Stand

gesetzt sein, die Verhältnisse überblicken.

sicher ihre Maßregeln treffen zu können.

8 ist ihr eigener Wunsch, nur wirklich

gememgesahrlichen Individuen Hmder nisse in den Weg zu stellen, die irrege

leiteten aber nicht wirthschaftlich zn

schädigen. Sie helfen ihr. die Böcke von den Schafen zu sondern." .Ich soll also dcnuncircn, Herr Polizcirath " .Dcnuncircn! Das ist ein häßliches Wort. Man deukt da sogleich an Leute? die aus Nachlust handeln, oder sich gar für Geld verkaufen. Wir haben cö ja leider auch mit folchcn zu thun, und find oft genug von ihnen recht schlecht bedient. Ncm, nein! nicht 0. Wie wollen Sie aber besser gemeinnützig wirken, als indem Sie Ihre eigenen Vcrirrnngen dem öffentlichen Interesse dienstbar machen? Sie entledigen sich dadurch einer Schuld und setzen sich in den Stand, dankbar sein zu können für die große Wohlthat Ibrcr bürgerliche:: Wiederherstellung. Was ich Ihnen anbictc. sind Beziehungen zu einem Manne, dem das gemeine Wohl am Herzen liegt. Aus ihnen ergibt sich alles Weitere dann von selbst." .Von selbst " wiederholte Arnold, immer den Blick gesenkt haltend. .Frei' lich wenn man erst so weit ist. ... -Dcr Polizcirath ließ wieder den Finger um die Hutplattc preisen. .So weit sind 'Sie. wenn ie Vertrauen mit Vertrauen entgelten. Ich biete Ihnen freundschaftlich die Hand. Glauben Sie mir. man beobachtet von dcr anderen Seite gegen -iic keine Rücksicht. Ich will Ihnen ganz aufrichtig sagen, was ich weiß. Weil man annimmt, daß Sie gegenwärtig dcr Polizei durchaus unverdächtig sind, benutzt man Ihre Wcrkstätte zu geheimen Zusam. mcnkünstcn der Führer .Herr Polizciratl! " .Das erschreckt ie und mit Recht. Mclzr noch: wir haben allen Grund, zu vermuthen, daß ein überaus gefüyr' lichcö Individuum Namens Fritz Nei-

chclt " (St sah ihm scharf in die Augen, .ie kennen den Menschen ja wohl und werden mir bestätigen.

daß er ein fcbr gefährliches Individuum ist."

.Allerdings " stotterte der Tisch

ler.

.Ich sage, wir haben allen Grund zn

vermuthen, daß er. in diesem Hause nächtigt." Arnold athmete kurz. .Das

muß ein Irrthum sein." sagte er hastig.

.Ich weif; nicht einmal, daz er hier izt.-

Der Pollzeirath zuckte kaum merklich

mit den Lippen. .Es würde Ihnen jedenfalls ein Leichtes sein, hinter die Wahrheit zn kommen." antwortete er.

.ic, lieber rcilnd, konnten sich ohne Schwierigkeit zu den Versammlungen

Zutritt verschaffen, den Besprechungen

bclwohncn, dcn Galgenstrick beobachten.

Man wird cic sur einen Gennnungs-

genossen halten und kein Geheimniß vor

Ihnen haben. co erfahren Sie alles.

worauf es uns ankommt. 'Es kann

Ihnen nicht entgehen, daß te unö sei ncn eklatanteren Beweis Ihrer guten Gesinnung 'und Zuverlässigkeit zu geben .vermögen, als wenn Sie von der Gunst Ihrer Lage dcn richtigen Gebrauch machen. Sie dürfen versichert sein, daß wir Ihre Mittheilungen durchaus diskret behandeln und unsere weite tercu Maßregeln so treffen werden, daß Ihnen nicht die geringste Unannehmlich.

kcit daraus erwachsen kann. Niemand

erfährt etwas von Ihrer Betheiligung ; Ihr Zeugniß soll vor Gericht nicht in

Anfpruch genommen werden. Das un

scrigc sind wir. wie Sie wohl wissen

werden, jederzeit berechtigt zu vcrwci-

gern, wenn das staatliche Intcrefie dies

erfordert. Sie haben nichts zu bcfürch. ten, daß wir einen um das StaatSwoh! verdienten trcubcwährtcn Maim unsern

gcwlfjcniofcn Gegnern v errat neu. Arnold sprang auf. .Das ist !" Er faßte die Lehne des Stuhls und hob

ihn mit einem heftigen Ruck vom Boden auf. als ob er ihn als Waffe brauchen

wollte. Im nächsten Augenblick wume

er aber auch schon, daß cS die größte

noriicii fcin mume, ,irn cicfcm Wach, tcr dcr Ordnung, dcr ihn Spiondicnste zu verrichten für niederträchtig genug hielt, zu offenbaren. Er bezwäng sich, setzte dcn Stuhl ohne Poltern nieder und rief: .DaS ist ein verdammt kluger Plan. Herr Polizcirath. und ich bin vielleicht auch gerade dcr ricttige Mann dazu.... Mein Brnoer kennt

mich ja er hat meine Unterschrift.

'Zch wlü sehen, was ,lch thun lälzt - verlassen Sie sich darauf!-

Der Polizcirath erhob sich. Er schien

diese lebhafte Zustimmung doch nicht un

bedenklich zu finden, faßte mit dem

Daumen und Kciacfinqcr die Brille.

schob sie zurück und blinzelte durch die Gläser. .Gut gut." sagte er. .ich

will mich darauf verlassen. Besuchen .Sie mich gefälligst in meiner Wohnung ich bin da ungestört. Abends sieben Uhr treffen Sie mich gewöhnlich. 'Noch bester ist'S, wenn ie mir vorher eine

Zelle schreiben." lr nannte seine Woh-

nuttg. reichte dem Tischler die Hand zum Abschied, hielt ihn dann noch eine Weile fest, neigte sich seitwärts zu ihm und sagte im Flüsterton, jcdcö Wort abmessend : .UcbrigenS wenn Sie

meinen sollten, klüger sein zu können, als ich. so täuschen Sie sich jedenfalls.

Ich sage das nur. weil es sehr fatale

folgen für ie haben konnte. 13 stand bei Ihnen, mich abzuweisen wenn

Sie mir die Versicherung geben, daß ich freundschaftlich auf Sie rechnen darf, ist jedes falsche Spiel ausgeschlossen. Das tt Oluitt Si4i rs..o nn..f. :j.

i x)viini vuu) yuu iiui ; iülUß in; Sie fallen lassen, so sallcn'Sic tief und werden sich nie wieder aufrichten. Ich

sage, wie Sie : verlassen Sie sich dar aus."

Mit dcr freundlichsten Verbeugung empfahl er sich darauf, drückte dcn Hut v: r-i!j..- v - ?

in oic sum unö vuuczz oas icontor zimmer nach dem Flur.

Arnold hätte hinter ihm aufschreien

mögen vor Wuth und Pein. Dieser Mensch dieser Hund ! DaS dürfte

er ihm bieten! Als Spion sollte er .... Pfui! Er spie wieder und wie

der aus. Ihm ein? so niederträchtige Verräthcrei ausinncn! War er denn

wirklick schon so tief gesunken, daß einer

ihm' so etwas zumutvcn onrnc. onne

auf einen Schlag in'S Gesicht gefaßten sein? Erst dcr Fritz Neichelt Aber

das war ganz fo schlimm noch nicht. DicS. . . . Pfui, pfui und pfui ! Und ftin Bruder! Dcr wußte darum ! -cin Bruder ! DaS kränkte doch am schwersten. Sein leibhaftiger Bru, der

Das Gesicht glühte ihm. Er tastete

nut dcn Fingern auf der Stirn herum ; cö blieben weiße Flecke zurück. Er ging mit großen Schritten die Diele auf und ab. blieb am Pult stehen, stützte dcn Ellenbogen. auf. ging weiter, straffte die Arme, ballte die Fäuste er wußte gar nicht, was er that. Endlich riß er die

hur nach um Wohnzimmer auf und

rief hinein: .Wo steckst Du? Mache Dich fort foglcich auf dcr Stelle ! Und komm. nicht wieder ich will Dich nicht mehr sehen ich will nicht wissen, wo Du zu finden bist. Mache Dich

fort !"

.Was zum Teufel gibt'S denn?"

fragte Neichelt vom Schlafzimmer her.

.as yat ja lange gedauert. Wer war bei Dir?"

.Frage nicht und ach'," antwortete

Arnold keuchend. .Du bist nicht sicher hier. Wer weiß, ob ich nicht doch die

Bestie werde, die mau Ha. ha, ha! Mit Dir ist etwas zu verdienen. Sich'

'ich vor ! Ich f'pionire Dich aus, ich

verkaufe Dich, ich ich "

vcclchclt zeigte ihm grinfend die Zähne. Ach fo!" dehnte er lang hin. .Sie

haben Dich also doch ! Mit dcr Unterschrist Hat'S seine Richtigkeit. Schwach-

köpf! Und Du meinst, wir werden

Tlch so loölancn? Da bist Du ichicf

gewickelt, mein Kcrlchen. Wer vom Baum abfällt, den zertreten wir wie eine faule Frucht. Nimm Dich in

Acht .'"

Arnold starrte ihn wie acistcsabwc-

scnd an, ergriff dann seinen Hut und eilte selbst hinaus auf den Hof und die Straße. Er hatte nur noch daö Be-

durfNliZ, uch zu fluchten, nachdem dcr

Kampf gegen so viele Gegner, die von

den vcrfchiedenstcn Seiten anarmen.

hoffnungslos geworden war. Sich zu

fluchten Aber wohin t er dachte daran, alles im Stich zu lassen und, ohne Abschied von seinen Brüdern zu nehmen, in die weite Welt zu gehen.

Er dachte auch daran, sich aufzuhängen oder zu ersäufen oder sich von einer o kontotive überfahren zu lassen. Wie denn in so verzweifelter Stimmung im.

wer dcr nächste Gedanke ist. ganz aus

mit sich zu machen, um zeder weiteren Quälerei überhoben zu sein. Aber ein Strick, ein Fluß und eine Lokomotive sind nicht immer gleich zur Stelle. Und wenn sie eS wären Arnold lies die lange Straße hinab bis über die letzten Häuser hinaus, ein Stück über Feld, und fragte sich dann doch, wohin er eigentlich wollte. Er kreuzte eine andere Chaussee, neben dcr sich der Plan für die Stadtcrweitcrung bereits abgegrenzt zeigte und einige Wohnhäuser im Ban begriffen waren. Für das eine davon hatte er die Tischlerarbeiten zu liefern übernommen. Heut am Sonntag war da kein Mensch thätig. Er ging hinein, kltttcrte am Gerüst hinaus bis unter die Dachbalkcn und trat m eine Maucröffnung. die für eine Balkonthür bestimmt war. Wäre er von da hinabgcfallcu, er hätte sich Arme und Beine zerbrochen vielleicht auch den Schädel eingefchlagen. ES läuteten gerade die Glocken von den nächsten Kirchen, in der Feier. tagsstillc deutlich vernehmbar. Er hätte sich nicht Rechenschaft geben können. welchen Einfluß dies aus seine Entschlüsse übte : aber irgend cmcn Ein-

fluß übte es. Eine Weile horchte er aufmerksam und sprach auch halblaut vor sich hin : .Da läuten die Glocken." Nun stieg er langsam und vorsichtig die Leitern hinab irnd ging nach dcr Stadt

zurück. Freilich nicht seiner Wohnung zu.

auch nicht nach einem Lokal, in dem er

Herrn von Kranich oder anocre ekannte zu treffen erwarten konnte. Es

war ihm jetzt zu Muth, als münte er

sich einmal gründlich bclrinken ganz

allein, wie ein rechter Säufer. Alle vergessen. ... Er hatte sich so gründlich

schon lange nicht bctrnnrcn. Er kam sehr bald an einem Keller vorüber und trat ein, ließ sich eine

Flasche Num geben und gon einige Spitzaläfer schnell nach einander hin-

nntcr. Sie reizten feinen Durst. Er leerte mit derselben Hast die Flasche bis

über in'e Hälfte. Nun wurde ihm dcr Kopf heiß ; cS flimmerte ihm vor dcn Augen; er dachte nichts Bestimmtes

mcyr, aber allerhand eveuiafie eiraitcn tanzten vorüber: sein Bruder Gchcimrath im Frack mit vielen Orden an einer langen Kette, die ihm nachschleppt, seine Schwäacrin Sarah in

einem scucrrothen Kleide. Herr Hirschel, Kranich, dcr Polizcirath Lindemann

mit Fritz Jceichclt Arm in Ärm. - 'as erschien ihm lustig, er lachte la?lt aus. Er wollte sick noch ein Glas ci.igießcn, beschüttete aber dcn Tisch. Daö geht so nicht." Die Masche schien gar nicht

fest aus ihrem Boden stehen zu können ; er wurde ärgerlich und schimpfte auf den Wirth. Dann stützte cr dcn schwe-

ren Kops in die Hände und ousclle vor sich hin. .bis er einschlief. (Fortsetzung folgt.)

Wovilidi ncnonrmcn.

.Ich kann Ihnen den jungen Besser für den Kassirerposten nur warm embhhlm: er ist ein selten treuer

Mensch!" .Ich brauche aber einen ImmM-SWiAfn Mnscken!"

Vfr mfvi w i Stn Qaffeckranzciien.

r st ii TT ii T T t r du Krau Meier :

M V J J " " -Wissen S', die Fischers san gar schlau. ßh IslfiVn V hrrt fönfiTT N?ntamtinnn

y V V w v v werden, damit s' später keine Steuern

meyr zahlen brauchen.--

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