Indiana Tribüne, Volume 29, Number 215, Indianapolis, Marion County, 4 May 1906 — Page 6
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' ZZcchlc Lude. - , Von V. v. Schesskl.. CS wogt das breite Leben, Ein trellenrricher Strem, Mit tausendfachem Streben RinzS um den ernsten Tom. Indeß in seinem Frieden Nur ein Gefühl sich regt, Das, von der Welt geschieden, Toch alle in sich trägt. TaZ in der Welt verstummend In allen Oerzen tönt; Das, sich die Welt verhüllend, Allein die Welt verschönt. So stecht die rechte Liebe, Tie von der Welt nicht trennt, Und, mitten im Gedränge, Doch hoch und einsam brennt. Egons Trick. Eine Cntlodungsgeschichte, von Paul 1$. Ter kleine Baron Egon v. Zeck stand vor dem Spiegel und strich selbstgefällig seinen schönen Schnurrbart in die Höhe. Alsdann betupfte er einig: rauhe Hautstellen mit Toilettencreme und zuletzt glättete er mit der seidenweichen Bürste ein paar widerspenstig hochstehende Härchen der Augenbrauen. Er war prächtig bei Laune, der gute Egon. Nach einem überaus amüsanten Abend hatte er eine ruhige Nacht gehabt, und frisch gestärkt durch den gesunden Schlaf sah er nun mit seinen wasserblauen Aeuglein hoffend in den sonnigen Frühlingsmorgen hinein.' Dann ließ er sich in den bequemen Klubsessel fallen, steckte sich eine der neuen Melacörinas an und schaute wohlgefällig den duftig blauen Rauchringen nach. Plötzlich kam Besuch. Der . dicke Rautling war es. Ganz außer sich kam er zur Thür herein. Egon begrüßte ihn mit Schmunzeln, blieb aber stumm und deutete nur auf einen Sessel. Fast athemlos begann der Dicke: Egon, ist das wahr, was man sich von Dir im Klub erzählt?" Ruhig lächelnd fragte der anderem Was erzählt man sich denn wieder von mir?.Daß Du Dich mit der Claire v. Bärwald verloben willst!" Egon neigte leicht den Kopf. Stimmt!" Wortlos starrte Rautling ihn an. Nach einem Weilchen erst fand er die Sprache wieder, lind ich wollte es absolut nicht glauben!" Weshalb wolltest Du es denn nicht glauben?" Es schien mir direkt undenkbar!" .So?" Lächelnd blickten sie sich an. Dann schüttelte Rautling den Kopf. Ein toller Kerl bist Du doch! Wie oft warst Du nun eigentlich schon verlobt?" Das weiß ich wirklich selber nicht, Dickerchen." Nicht zu glauben so etwas!" Ruhig erwiderte Egon: Aber was ist denn daran so verwunderlich, lieber Kerl? Wenn man e-nsieht, daß man sich geirrt hat, ist es dann nicht rtä tiger, man geht voneinander, bevor es zu spät ist? Eine aufgehobene Berlobung vergißt die Gesellschaft bald, aber eine geschiedene Ehe macht schon länger von sich reden. Ein Narr, der von zwe! Uebeln nicht das kleinere wählt. Hab' ich vielleicht nicht recht?" Der Dicke' hob die Schultern. Vielleicht." Nein, sondern unbedingt!", ' Plötzlich fragte Rautling: Und was wird die kleine Sebenstein dazu sagen?" Sie wird sich trösten, sich in das Unabänderliche fügen und- mich vergessen." Du glaubst, daß das so leicht geht?" Warum sollte es denn schwer gehen? Wir sind ja noch nicht einmal offiziell verlobt gewesen." Aber man sagt. Du hättest sie wirklich geliebt!" - - Was sagt .man' nicht! Uebrigens habe ich sie auch wirklich geliebt. Aber, lieber Himmel, ich bin eben ein praktischer Mensch. Bon der Liebe kann man nicht solch Leben bezahlen, wie ich es zu führen gewohnt bin. Sie hat nichts, und ich habe nichts. ' Nullen werden aber erst was, wenn ein Einser davor sieht." Ich denke, ihre Bilder werden so gut bezahlt." Vielleicht. Aber eine Baronin Zeck, die den Haushalt vom Erlös ihrer Porträts bestreitet die Chose hat einen leichten Beigeschmack, finde ich. Md verdienen ist ja 'ne recht nette Dache, aber eS ist mir doch lieber, wenn daS der Schwiegerpapa besorgt." Ein toller Kerl!" lachte Rautling. Egon blies den Rauch von sich. Weniger toll als praktisch., Da2 mo'derne Leben erzieht uns ja so." Na, und Du glaubst wirklich, daß Dich die kleine fesche Malerin so ohne toctas freigeben wird?" Sie wird es, mein Kerlchen, verjlaß Dich darauf. Mein erprobter Trkck bürgt mir dafür." , .Ah, und darf man erfahren.?" Nee. das darf man nicht! ' Solche Jd kann man sich nicht 'gesetzlich sschützen lassen, um so geheimer halt man sie also." . ; Nun denn Ich Wunsche Glück!" 1 Lächelnd geleijeje Egon den .Freund rnaus. Als er wieder allein war. rieb er sich
vergnügt die Hände und summte eint lustige Melodie. Dann ging er in's Schlafzimmer und machte Toilette sorgfältig, sogar sehr sorgfältig, denn nun kam ja der feierliche, der großk Moment, wo er mit Hilfe seines genialen Tricks seine geliebte Freiheit wieder erobern wollte, um dem neu ce wonnenen kleinen Goldfisch die Frei' Herrnkrone in aller Form antragen zu können. Nach einer halben Stunde war er auf dem Weg zu Lucie Sebenstein. Die junge Malerin war nicht daheim. Aber Tantchen Milli. des HauseHüterin, ließ ihn, als alten Freund dei Familie, eintreten. So saß er im Atelier und wartete. Doch schon nach zehn Minuten kam Lucie. . Tausendmal Verzeihung, lieber Baron! Ein ganz nothwendige: Gang!" Freundlich reichte sie ihm die schmale weiße Hand hin,' die er ehre?bietig küßte. Plötzlich war alle Heiterkeit von seinem Gesicht verschwunden, mit trübseliger Leidensmiene stand er da. Ein wenig erstaunt sah sie ihn an. Dann fragte sie heiter: Was ist Ihnen denn, Varönchen? So habe ich Sie ja noch niemals gesehi." Fräulein Lucie, ich bin der unglücklichste Mensch von der Welt!" stotterte er. Ja, um Gottes willen, was ist denn nur geschehen?" Das Furchtbarste, was einem Mann passiren kann." Aber so reden Sie doch! Sie ängstigen mich!" Er nahm einen kleinen Anlauf und begann mit bebend Stimme: Mein Vater ist gegen unsere Verbindung." Pause. Sprachlos, wie erstarrt sah sie ihn an. Mit leise zitternder Stimme fuhr er fort: Im Ernst, meine Gnädigste,- es ist leider so." Noch immer schwieg sie und sah mit ernstem Gesicht vor sich nieder. Er aber ging erregt auf und ab. Natürlich habe ich gebeten und gefleht, daß man eine tiefe Herzensneigung nicht starren Familientraditionen opfern dürfe. Aber umsonst alles ganz umsonst! Mein alter Herr ist eben ein Mann, der an seinen altereröten Grundsätzen nicht rütteln und nicht deuteln läßt. Schließlich habe ich sogar mit einem Unglück, mit einer Katasirophe. ja sogar mit einem Skandal gedrohte Auch das blieb ohne jeden Erfolg und jetzt bin ich rathlos, vollkommen hilf und rathlos." Matt, wie gebrochen, sank er in einen Sessel. Da plötzlich preßte sie das Tuch n's Gesicht und begann laut zu schluchzen. Sofort stand er auf und trat zu ihr heran. Fräulein Lucie," bat er leise, ich weiß, ich fühle es ja, daß Sie mich lieben, und ich brauche es Ihnen doch nicht von neuem zu versichern, daß auch ich Sie wahrhaft und innig liebe. Eben deshalb trifft mich dies unerbittliche Schicksal ja so fürchterlich!" Zusammengesunken saß sie da und schluchzte noch immer laut auf. Leise und zart svrach er weiter: IS weiß ja auch, daß es in Wirklichkeit nichts gibt, was uns trennen kann. Unsere Seelen haben sich gefunden. - Und wenn das unerbittliche Leben uns das letzte, das höchste Glück versagt, ja dann gibt es eben nur eines, was unseien Leiden 'ein Ziel setzen lernn: wir gehen gemeinsam in den Tod!" Bebend stand er da. Nun war es heraus. , Begierig, athemlos wartete er nun auf die Wirkung seiner Worte. Aber sie rrwiderte nichts darauf. Laut schluchzend jammerte sie weiter. Nach einem Weilchen begann er von neuem: Fräulein Lucie. haben Sie gehört, haben Sie meine Worte verstanden?" . - Da richtete sie sich auf und sah ihn mit festem, tapferem Blick an und sagte: Ja, lieber Egon, Sie haben recht, ganz recht! Es ist ja ein gräßliches Ende, aber es gibt doch für uns keinen anderen Ausweg mehr. Ja, lassen Sie uns gemeinsam sterben!" Starr sank er in seinen Stuhl zurück. ' - Er glaubte seinen Ohren nicht zu trauen. Sie nahm es ernst! Zehnmal schon hatte sein genialer Trick glänzend gewirkt, zehnmal hatte man ihm bedauernd zugenickt, aber keine von den zehn anderen hatte seinen Wunsch erfüllen wollen, vor dem Tode schreckten sie alle zurück, und leicht und glücklich hatte er immer seine Freiheit wieder gewonnen. Diese aber, die elfte, sienähm es ernst! Wortlos und hilflos saß jtr da und fühlte, wie. ihm der Angstschweiß auf die Stirn trat. Inzwischen war Lucie aufgestanden, an den Schrank getreten und hatte Wasser in ein Glas gegossen. Nun schüttete sie mit bebender Hand ein weißes Pulver hinein. Jede ihrer Bewegungen verfolgte er mit athemloser Spannung, und doch saß er wie zusammengeknickt da, denn der entsetzliche Schreck lähmte alle Kraft in ihm. Ruhig und gefaßt, mit wahrhaft heroischer Größe, trat sie zu ihm heran, goß die Hälfte des Tranks in ein anderes Glas und reichte ihm dies mi! bebender üand bin. ' i . .
:d:c Kniee schlotterten !ym, o Zähne klapperten ihm, und die Hände gittertm ihm so stark, daß er das Glas nicht halten konnte, sondern es neben sich stellen mußte. Trinken wir also den letzten Trank!" sagte sie mit tonloser Stimme. Da ermannte er sich. Mit letzter Kraft bat er: Aber nein, liebe Lucie. doch nicht hier! Nein nein! Und nicht zusammen! Weshalb der Welt denn noch Stoff zum Skandal geben? Nein! Ich werde nach dem Ausland fahren und dort spurlos verschwinden, und Sie, Sie werden auch eine andere Art finden, aus dem Leben zu gehen, als mit solchem Eklat." Matt und wehmüthig lächelnd blickte sie ihn an Lieber Freund, Sie machen zu viel Umstände," erwiderte sie, der Lebensmüde kennt keine Rücksicht mehr. Lassen Sie die Leute nachher reden, was sie wollen. Uns kümmert es ja nicht mehr. Hier ist der Trank, genießen wir ihn zusammen, und geben wir der Welt ein Beispiel, was echte und treue Liebe vermag." Sie reichte ihm von neuem sein Glas. Er aber nahm das letzte Restchen seiner Stärke zusammen, und mit bleicher Angst bat er: Nein, liebes Kind, nein nein, nicht hier!" Da rief sie voll Leidenschaft: Ah. Sie haben keinen Muth. Baron! Nun gut, so lernen Sie von einer Frau, wie man mit' Anstand stirbt!" Und mit einem Zug leerte sie das Glas. Athemlos stürzte er auf sie zu, um eZ ihr zu entreißen. Es war zu spät. Sie sank bereits schlaff und leblos auf das Sofa hin. Fräulein Lucie!" schrie er, Fräulein Lucie! Um Gottes willen! Hilfe Hilfe! Es ist ein Unglück geschehen! Einen Arzt! Schnell einen Arzt!" In bebender Hast rannte er hinaus und alarmirte das ganze Haus. Nach zehn Minuten bereits war ärztliche Hilfe zur Stelle. Aber als er mit dem Doktor und dem Heilgehilfen wieder in's Zimmer trat, glaubte er seinen Augen nicht trauen zu sollen. Da vor ihm am Tisch saß Fräulein Lucie Sebenstein,' frisch und gesund und lachte mit so herzerfrischendem Humor, daß er immer erstaunter wurde. Bester Herr Doktor," sagte sie. Ihre liebenswürdige Bemühung ist umsonst, denn der leichte Unfall ist bereits vollständig kurirt. Entschuldigen Sie die unnöthige Störung." Ganz betreten und verlegen komplimentirte Egon den Arzt wieder hinaus. Als der Herr Baron Egon v. Zeck aber wieder zurück in's Zimmer kam, setzte er eine ernste, würdevolle, ja fast eine strafende Miene auf, indem er feierlich -begann: Meine Gnädigste, ich darf nun wohl um Aufklärung bitten für das nun sagen wir sonderbare Spiel, das Sie mit mir 'zu tretben die liebenswürdige Laune hatten." Gewiß, Herr Baron," entgegnete sie heiter und mit leiser Ironie, ich wollte Ihnen eben nur zeigen, daß ich ebensoviel und vielleicht noch mehr Talent als Sie habe zum Komödiespielen. Ich wollte Ihnen ferner zeigen, daß selbst Ihr so genialer Trick, den Sie vor kurzem im Klub, als Sie über den Durst getrunken, ausgeplaudert hatten, daß selbst ein so genialer Gedanke des Barons Egon v. Zeck auch noch zu übertrumpfen ist. Weiter wollte ich nichts. So, und nun, Herr Baron, sind Sie frei und können bei dem reichen Fräulein v.. Bärwald von neuem Ihr Glück versuchen!" Da nahm Baron Egon v. Zeck seinen Cylinder, mächte eine durchaus korrekte Verbeugung und verschwand. Nach am selben Tage trat er eine Erholungsreise nach dem Süden an. Srrenisjimus in Straßburg. Ueber einen heute noch lebenden deutschen Bundesfürsten erzählt man sich in Straßburg im Elsaß eine Anekdote, die einerseits bezeichnend für das siaatsrechtlicheVerhältniß der deutschen Bundesfürsten zum Reichsland ist, andererseits ein merkwürdiges Licht auf das Hoheitsgefühl des betreffenden Fürsten wirft. Es war zur Zeit der Statthalterschaft Manteuffels (1879 bis 1885), als jener Fürst nach Straßburg kam, um sich die Stadt zu besehen. Manteuffel. der keine Zeit hatte, mit Serenissimus in der Stadt herumzufahren, gab ihm zur Begleitung seine in Straßbürg sehr bekannte und beliebte Tochter Jsabella und seinen Adjutanten, den Obersten v. Strantz, mit. Wie immer wurde Fräulein v. Manteuffel vom Publikum sehr freundlich begrüßt, und so ereignete sich denn das kleine MißVerständniß, daß, als man von der Spazierfahrt wieder heimkam, Serenissimus zu dem Statthalter gnädigst zu bemerken geruhten, wie zufrieden sie mit dem Stand der deutschen Sache in den Reichslanden seien, sogar seine deutschen Fürsten kenne das Volk schon und grüße sie. Manteuffel bekam für so viel Tüchtigkeit von Serenissimus seinen allerhöchsten Orden. Von dem verstorbenen Großherzog Karl Alexander von Weimar weiß man, daß , es seine Gepflogenheit war, von meinem kaiserlichen Statthalter in Elsaß-Lotbrinaen" zu reden.
Europäische Nachrichten.
Frsvinz Wrandenburg. Berlin. Nach einem Streit mit seiner Frau mit Gas vergiftet hat sich der 46 Jahre alte Tischler Ernst Schüler aus der Kniprodestraße, der ein sehr geschickter Arbeiter war, aber öfter trank. Vor kurzem kam er betrunken nach Hause und beschimpfte Frau und Kinder. Darauf ging er nach der Küche, verstellte die Thür mit Tisch und Stühlen und vergiftete sich mit Kochgas, indem er den Schlauch in den Mund nahm. Letztens fiel die Badeanstaltsbesitzerin Hubertine Krückel vor dem Hause Französische Straße 33 beim Besteigen .eines bereits wieder in Bewegung befindlichen Straßenbahnwagens hin und erlitt schwere innere Verletzungen. Ueberfahren wurde der FuhrHerr August Breißke vom Lohmühlenweg 55, als ihm auf dem Görlitzer Bahnhof die Pferde durchgingen. Am Kopfe schwer verletzt, wurde er von der Rettungswache in ein KrankenHaus gebracht. In den Tod statt m's Gefängniß ging der 55 Jahre alte Tischler Karl Harley, der von seiner Frau getrennt lebte und in der Friedenstraße No. 79 in Schlafstelle wohnte. Harley war mehrmals wegen Diebstahls bestraft. Wegen eines Brustleidens konnte er nicht mehr viel arbeiten und erhielt 15 Mark monatliche Armenunterstützung. Jetzt sollte er wieder vier Monate Gefängniß verbüßen wegen eines Diebstahls an Betten, an dem er unschuldig zu sein behauptete. Kurz bevor er . zum Strafantritt abgeholt werden sollte, erhängte er sich in seiner Wohnung. Erstickt in ihrem Bett aufgefunden wurde die 54jährige Schneiderin Frau Manzke in der Blücherstraße 37. Dichter Rauch, der aus der Wohnung der 'Frau Manzke drang, beunruhigte die Mitbewohner des Hauses so, daß die Korridorthür gesprengt wurde. In ihrem Bett lag die Bedauernswerthe, mit großen Brandwunden bedeckt. Sie athmete noch schwach, starb aber bald. Die alarmirte Feuerwehr fand den Zimmerbrand bereits durch die Hausbewohner gelöscht. Das Feuer ist augenscheinlich beim Abkochen von Milch entstanden. In der Blücherstraße wurde der Posthilfsbote Hamann aus dem' nahen Rizdorf durch einen Omnibus überfahren und so schwer verletzt, daß er bald darauf starb. Er war, neben der Musik einer Militärabtheilung hergehend, gestolpert und vor den Wagen gefallen. Potsdam. Vor einiger Zeit wurden beide Feuerwehren der Stadt wegen eines Brandes in der Dampfdestillation, Sprit- und Efsigfabrik von Gbr. Richter (Jnh. B. Cohn), Burgstraße 37, alarmirt. Die Entstehungsursache blieb unermittelt, jedoch wird irgendwelche Unvorsichtigkeit vermuthet. Der Schaden ist erheblich, jedoch durch Versicherung gedeckt. Gänzlich vernichtet ist nur die Essigfabrik, während die Spritfabrik und die Dampfdestillation zum größten Theil erhalten wurden und völlig betriebsfähig geblieben sind. Französisch - Buchholz. Im Dienst schwer verunglückt ist der Rangirer Otto Bastubbe von hier, welcher auf dem Bahnhof Pankow beschäftigt wurde. Er gerieth beim Abkoppeln eines Wagens unter dessen Räder, wobei ihm der rechte Unterschenke! zermalmt wurde. Ter Verunglückte wurde nach dem LazarusKrankenhause geschafft, wo 'sofort zu einer Amputation des rechten Beines geschritten werden mußte. Schmargendors. Hier verließ die Frau des Kutschers Naß für einige Augenblicke die Wohnung, um einen Einkauf zu besorgen.. Sie ließ ihr fünfjähriges Töchterchen ohne Aufsicht zurück. Als Frau Naß bald darauf wieder die Wohnung betrat, entdeckte sie in der Küchenecke die verkohlte Leiche ihres Kindes. Die Kleine war in Abwesenheit der Mutter im Wohnzimmer an den Ofen herangegangen, wobei ihre Kleider Feuer singen. Von Schmerzen gepeinigt, lief nun das arme Geschöpf nach der Küche und mußte dort hilflos verbrennen. Frovinz Ostpreußen. Königsberg. Das Opfer eines Unfalls wurde der kürzlich vom Militär entlassene Arbeiter August Schulz. Er befand sich in der Nähe des Pregelbahnhofes am Holsteiner Damm, dicht an dem' dort stehenden Prellbock, ohne darauf zu achten, daß eine Lowry sich in der Richtung dorthin bewegte. Diese drückte ihn mit einem Puffer so heftig gegen den Prellbock, daß der Tod auf der Stelle eintrat.. Die Leiche wurde in's Schauhaus überführt. Vischofsburg. 'Hier ist das Kaufmann Frankenstem'sche Eckhaus am Markt bis auf die Ringmauern ausgebrannt. Das im Erdgeschoß befindliche Manufakturwaarengeschäst von FrankensteZn ist zum größten Theil, das Uhrengeschäft von Stürz (des Commandeurs der Feuerwehr) vollständig ausgebrannt. Die im ersten Stock wohnende Familie des Burgermeisters Klefeld konnte nichts retten. G 0 l d a v. Vor kurzem airriih der bei Grundbesitzer Auouit Braup j
Hierselbst beschäftigte Arbeiter SchaWaller beim Häckselschneiden mit dem linken Fuß in die Verbindungskurbel und zwar so schwer, daß er sich einen komplizirten Bruch des Fußes zuzog. In dem Krankenhause wurde dem Schawaller der linke Fuß amputirt. Der Verunglückte ist erst seit drei Jahren verheirathet. Heiligenbeil. Dieser Tage beging der Männergesangverein sein 30jähriges Stiftungsfest. L a w k e n. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich in der hiesigen Domäne Limmek. Der Instmann Zimmek war damit beschädigt, Stubben von einemWagen abzuladen. Plötzlich glitt Zimmek auf dem Boden aus. Ein Stubben traf seinen Kopf derart, daß er sofort seinen Geist aufgab. Pillau. Vor kurzem feierte der seit 51 Jahren bei der Firma F. Schichau beschäftigte Werkmeister und Dockverwalter Eichholz mit seiner Gemahlin die goldene Hochzeit. Bis zur Errichtung des hiesigen Docks im Jahre 1887 wohnte das Jubelpaar in Elbing. Eichholz ist 76, seine Frau 73 Jahre alt. Rastenburg. 'Erschossen hat sich in einem hiesigen Hotel der Reisende Rehag aus Königsberg. Er wurde zwar noch lebend aufgefunden, nach kurzer Zeit ist er jedoch der Verletzung erlegen. S o g i n t e n. Einen schweren Unfall erlitt Krumm dadurch, daß sein mit Holz beladener Wagen infolge der Glätte auf dem Waldwege in der Rominter Forst hinter Jßlandßen Umschlug. Krumm wurde dabei der rechte Fuß derartig schwer gebrochen, daß er sofort mit einem Nothverband nach Jnsterburg in die Colcy'sche Klinik gebracht werden mußte. Tapiau. , Mit Morphium hat sich der hiesige allgemein geschätzte praktische Arzt Dr. Korn vergiftet. Dr. Korn war unverheiathet und lebte in sehr geordneten Verhältnissen. Wie aus hinterlassenen Briefen hervorgeht, ist Schwermuth der Grund zu der traurigen That gewesen. Provinz Westpreußen. D an zig. Der Major a. D. Zimmermann vom.Glogauer 58. Insanierte - Regiment, der seinerzeit wegen Unregelmäßigkeiten beim Compagnieschießen zu sechs Monaten Festung verurtheilt wurde, ist jetzt, nachdem er drei Monate der Strafe in Weichselmünde verbüßt hat, begnadigt worden. Christ bura. Die städtischen Körperschaften haben Rentier Heymann zum Ehrenbürger unserer Stadt ernannt. Heymann gehörte 53 Jahre ununterbrochen unserer Stadtverordnetenversammlung an. E s ch e n h o r st. Ertrunken ist in der Thiene der zehnjährige Sohn des Arbeiters Hildebrand. Graudenz. Todt aufgefunden wurde in seiner Wohnung der in den achtziger Jahren stehende Rentier Rudolf Boesler, Rehdenerstraste 10. Für ein etwa an dem alleinstehenden alten Mann verübtes Verbrechen, wie man es gemuthmaßt hat, liegt, wie die polizeilichen Ermittelungen ergeben, haben, ein Anhalt nicht vor. Kobbelkampe. Die . drei Söhne des Besitzers Steiniger fuhren mit einem Handschlitten in der Nähe von Vahnkrug über die. Weichsel, um Weidenstrauch vom jenseitigen Ufer zu holen. Mitten auf der Weichsel brachen sie alle drei ein. Auf ihre Hilferufe gelang es den in der Nähe befindlichen Personen, zwei der Verunglückten mit einem Kahn und Zuwerfen von Rudern zu retten, der dritte, im Alter von 18 Jahren, welcher von vornherein unter den Schlitten gerieth, konnte jedoch nur noch als Leiche geborgen werden. Preußisch - Friedland. Vor kurzem wurde die Ehefrau des Briefträgers Thom Hierselbst, welche sick im November v. I. entfernt hatte und seitdem verschwunden war, in dem Suckausee als Leiche gefunden. Es liegt zweifellos Selbstmord vor, zu dem Frau Thom nicht den geringsten Grund hatte. Sie war erst seit Juli 1905 verheirathet. W i ch o r s e e. Von einem hoch mit Holz beladenen Wagen stürzte der 55 Jahre alte Knecht Julius Murawski so unglücklich herab, daß er sich eine schwere Kopfverletzung zuzog, an deren Folgen er in wenigen Augenblicken verstarb. Eine Wittwe und drei minderjährige Kinder betrauern den so jäh aus dem Leben geschiedenen Ernährer. Z i p p n o w. Vor einiger ' Zeit feierte das Krause'sche Ehepaar das Fest der goldenen Hochzeit. Die kirchliche Einsegnung des Jubelpaares und die Ueberreichung des Gnadengescbenkes fand im Anschluß an den Gottesdienst .durch den Ortsgeistlichen statt. Frovtnz Fomrnern. Stettin. Seinen Verletzungen erlegen ist im Krankenhause der Arbeitsbursche incuS, Sohn des In der Heinrichstraße' wohnenden Handelsmannes Pincus, der im Rothen Kaufhaus beim Aufspringen auf den Fahrstuhl zwischen diesem und der Wand des Schachtes eingeklemmt wurde und erst durch Mannschaften der Feuerwehr aus seiner Lage befreit werden konnte.
öbel, fLtppid), Ofen und Hausausstattungen. Das neueftelund vollständigste Lager der Stadt. Die mäßigsten Preise, welche je für Waaren erster Klasse verlangt wurden. Ein Besuch in unserem Ver kausslokale roird sich für Sie bezahlen. Sie werden zuvorkommendBehandlung erhalten. - WILLIQ'S 141 West Washington Str. Beachten Sie unser Schaufenster für Montags oder Freitags Bargains. IH0IAHAP0L1S BBEWII1G CO. Düsseldorfer... DaS Bier, welches auf der Weltausstellung zu St. Louis den Preis erhielt als Der Welt Standard Für Vollkommenheit. In Pintö uud Quarts, Flaschen Dep't. Tel. 578 und 690. Indianapolis Brcwiiig Co. m g AB STADT BROS. .Dampf... Färberei und chemische Neinigungs-Anstalt. Läden : 249-251 Virginia Ave. 25 West Ohio Stratze. 218 Nord Illinois Strabe. 2(15 Jndiana Ave. Neuer Phone., 2828. 1 Alt, Main, 4762. 2532. Rlt, 3888. Möller's Halle (früher Reichwein's'Halle.) Hernian Mocller, Eigenthüm Südwest Ecke Noble und Market Str. Meine vollständig neu renodin Hak sowie Clubzimmer stehen Vereinen, 2cce und Gesellschaften zur Verfügung. 9U " , "j j AUGUST DIENER, 449 Gft Washington Str. Tel. Alt Mai 2525. Crown Hill Office 3333 Nord Senate Ave. Telephon Neu 6485. , Alt North 334. B a r t h. Letztens probirten fünf Knaben das Eis auf den Anlageteichen, wobei der 9jährige Witte und der 12jährige Mühring einbrachen und ertranken. Witte konnte zwar gleich herausgezogen werden, die angestellten Wiederbelebungsversuche blieben jedoch erfolglos. Die Leiche des Mühring konnte, nicht geborgen werden. 55 e l st o w. Auf dem hiesigen Rittergute waren die Gutsarbciter an der Dreschmaschine mit Korndreschen beschäftigt. Während dir Pause blieben einige junge Mädchen an der Maschine zurück und brachten diese zum Stehen. In dem Augenblick, als die Arbeiter wieder zur Arbeit erschienen und die Maschine in Gang gelassen wurde, gerieth die 16jährige Arbeiterin Appolonia Dombrowstt in's Getriebe. Dem bedauernswerthenMädchen wurden beide Beine vom Körper gerissen, außerdem das Rückgrat' beschädigt. Die Verunglückte wurde sofort dem hiesigen Johanniter Krankenhause zugeführt, wo sie bald darauf starb.
B
Ausmahl von Grabsteinen jfy ) Monumenten
