Indiana Tribüne, Volume 29, Number 215, Indianapolis, Marion County, 4 May 1906 — Page 3

Jndiana Tibüne, Mai 1906.

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Bomben für Rußland Schemen in Paris licrscrtigt zu werden.

Russe bei Bombenexplosion getödtet. Jnterpellatton über Russeü'AusWeisungen. Gegen Verschleppung der Cholera. AchtstundenBewegung gänzlich gescheitert. Blutthat in einer Kirche.

Frankreich. Durch eigene Schuld um'S Leben gekommen. Paris, 3. Mai. Im Walde bei VincennkS hat sich heute Nachmittag 2 Uhr eine Tragödie abgespielt, der ein blühende- Menschenleben zum Opfer fiel. Zwei Russen. NamenS Strie und Bruschonos, gingen um die genannte ' Zeit durch daS Wäldchen; Jeder trug eine Bombe in der Hand, die sie offen bar irgendwo verstecken wollten, bis sie Gebrauch von derselben machen könn ten. Plötzlich explodlrte die von dem erstgenannten Manne getragene Bombe, diesen sörmlich in Stücke reißend. Seine reihte Hand wurde vom Körper gerissen, sein rechtes Bein zersplittert und sein Magen gänzlich zerrissen. Der Tod war ein augenblicklicher. Bruschonow wurde von Stücken der Bombe fürchterlich zugerichtet; sein Zustand ist ein bedenklicher. Ueber die Persönlichkeiten der beiden Russen ist der Polizei so weit nicht das Geringste bekannt; der Ueberlebende be hauptet, Strie habe beide Bomben ge tragen, übe? deren Verwendung ihm nichts bekannt sei. Die zweite Bombe ist 'wegen der damit verbundenen Ge fahr so weit noch nicht untersucht wor den. In den Kleidern des durch eigene Schuld um'S Leben Gekommenen fand die Polizei einen Revolver. Einige Spaziergänger, die Zeugen des schrecklichen Ereignisses waren, ka men mit heiler Haut davon. Muthmaßungen der Polizei. Spätere, von .der Polizei.Pröfectur vorgenommene Erhebungen haben er geben, daß die Namen der beiden Ruf sen Striga und Sokolow. sowie daß Beide Studenten der Bergwerköschule und Mitglieder des Verbandes russischer Studenten sind. In den Wohnungen russischer Revolutionäre wurden Hau? suchungen vorgenommen, welche angeb lich zur Entdeckung schwer belastender Dokumente führten. Zwei Vettern Sokolow'S wurden verhastet. Die Po. lizei hatte schon seit vielen Wochen aus verdächtigen Umständen auf geheime Versammlungen russischer Studenten geschlossen und giebt sich der Hoffnung hin, das heutige Vorkommniß werde ihr ein Geheimniß entschleiern. Aehnliches Vorkommniß in 1890. Der heutige Vorfall ruft den Poli zeibehörden ein gleichartiges Ereigniß, das sich 1890 zutrug, ln'S Gedächtniß zurück, bei welcher Gelegenheit ein Stu dent der Bergwerköschule durch die zufällige Explosion 'einer Bombe im Walde von VincenneS" einen Finger verlor; der Mann wurde polizeilich überwacht und dabei erwischt, wie er andere Bomben in dem genannten Walde versteckte. Man fand damals ein förmliches Lager von über einem halben Hundert Bomben, und eine Untersuchung führte zur Entdeckung der Existenz einer revolutionären Ee sellschaft von Studenten, welche in ihrer freien Zelt Bomben fabrizirten ' und in dem Wäldchen verbärgen; diese Mordwerkzeuge mußten daselbst eine Gelegenheit zum Versandt nach St. Petersburg erwarten, wo Mitverschwo rene Alles zu einem Attentat auf den Zaren Alexander III. in Bereitschaft hatten. Die Polizei durchsucht jetzt, den gan zen Vincenner Wald, in der Erwar. tung, vielleicht eine ähnliche Niederlage wie 1890 zu finden. Die zweite Bombe. die glücklicherweise nicht loögegangen war, wurde heute Abend zur Explosion gebracht,die von außerordentlich ftar ker Wirkung war; bis auf eine Entfer nung von !200 BardS wurden Bäume zerstört. Die Bomben hatten die Ge galt eines großen Tannzapfens und glichen auf'S Haar decjenigen, die am 31. Mai letzten JahreS in Paris gegen König Alfonso und Präsident Loubet geschleudert worden war. ; AndauerndeRuhe. Pari S, 3. Mai. Die Streiklage hat ihr ursprüngliches drohendes Aus sehen gänzlich verloren; die allgemeine Achtftundenbewegung ist in vereinzelte Agitationen zersplittert, die in einzel ven Industrien zwar noch längere Käm

pfe im Gefolge haben können, als Gan zeZ jedoch nicht den geringsten Anlaß zu irgendwelchen Befürchtungen bieten. Eine ganze Anzahl von Arbeiter ver schieden Gewerbe, die gestern Abend nach achtstündiger Arbeit ihr Werkzeug bei Seite legten, fanden sich heute früh ausgesperrt. Die Arbeitgeber wollen sich einen Achtstundentag nicht erzwin gen lassen, wenn sie, zum Theil wenig ftenS, in Prinzip auch nicht gegen einen solchen sind. Die immer noch beträchtliche Zahl der Ausständigen, verstärkt durch die heute Entlassenen, läßt es den Behör den als gerathen erscheinen, die in Pa riS concentrirten Truppen vorläufig da

zu belassen, um so mehr, da die Kam mervahlen unmittelbar vor der Thüre stehen, und die Stimmung in Arbeiter kreisen noch etwas erregt ist. EZ unter liegt jedoch keinem Zweifel, daß die Regierung vollständig Herr der Situa tion ist. Oesterreich'Ungarn. Glückliche Wahl. Wien, 3. Mai. Die Ernennung des Prinzen ttonrad zu Hohenlohe SchillingSfürft zum Premier und Mi nister des Inneren von Oesterreich'Un garn hat allgemeinen Beifall gefunden. Die Presse spricht von dem amtlichen Record deS Prinzen mit Ausdrücken der höchsten Anerkennung. Seine Ernen nung ist auch in sozialistischen Kreisen beifällig aufgenommen worden und hat ohne Zweifel bedeutend dazu beigetra gen, daß die Kundgebungen aus Anlaß der Maifeier einen ruhigen Verlauf nahmen. Ausweisung russischer Juden aus Galizien. Wien. 3. Mai. Die Behörden haben den Befehl erlassen, daß alle ruf fischen Juden, welche sich in der Nähe von Lemberg niedergelassen haben, das österreichische Gebiet bei Vermeidung der Austreibung binnen dreißig Tagen zu verlassen haben. Dieser Besehl hat unter den Juden, welche aus Rußland flohen und seit vielen Jahren friedlich in der Nähe von Lemberg wohnten, große Unruhe verursacht. Nußland. Attentat. V l a t u k a , 3. Mai. Oberst Sa beleioff, Kommandeur der hiesigen Garnison, wurde heute von einem Un bekannten angefallen und mit einem Dolche tödtlich verwundet. Der Attentäter ist entkommen. KühnerVersuch. Baku (Kaukafien), 3. Mai. Ein außerordentlich kühne, in seiner An läge großartiges Komplott armenischer Revolutionäre, daS Magazin deS hie figen Arsenals zu berauben, ist in letz ter Stunde durch einen Zufall entdeckt worden. Die Verschwörer hatten in einer Tiefe von 20 Fuß einen Tunnel in der Länge von 700 Fuß nach dem Arsenal ge graben, und nur der Umstand, daß sie in einem dem Magazin benachbarten Raume statt ln diesem selbst landeten, hat ihren großangelegten Plan der rathen und die Regierung vor einem Verlust von nahezu einer Million Ge wehre und Munition bewahrt. Italien. Gerathen sich gegenseitig in die Haare. Rom, 3. Mai. Auf dem Anar chifteN'Congreß der Provinz Rom, wel cher in Marino abgehalten wurde, kam es bei Bisprechung der Reorganisa tionSfrage zu einer blutigen Schlägerei. Zwei Anarchisten wurden tödtlich der wundet und bald darauf fünf Verhaf tungen vorgenommen. Ostafrika. Kühner Bergkraxle r. M o m b af a, 3. Mai. Der Her zog der Abruzzen kam heute hier an. um morgen an der- Spitze einer Expe dition von vier Offizieren und sechs Führern nach dem Ruwenzori (Berg in Britisch Ostafrika) aufzubrechen. Der Herzog, ein weltbekannter Berg peiger, wird versuchen, den, soweit be lanni', noch nie von Menschenfuß betre teneii Givfel deL aenannten BeraeS in

I erklimmen.

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Deutschland.

Die Russen usweisun gen vor dem Reichs tag. Berlin, 3. Mai. Die Sozial, demokraten haben heute im Reichstag ihre als bevorstehend gemeldete Jnter pellatkon über die Massenausweisungen russischer Flüchtlinge aus dem Gebiet des Deutschen Reiches eingebracht. In der Interpellation wird das Vorgehen der Behörden als ungerechtfertigte Härte bezeichnet. Zugleich wird ge fordert, den Russen, die vor den Ver folgungen in irer Hekmath in Dentsch land eine.Zufluchtöstätte gefunden ha den, das Asylrecht nicht zu verweigern, da sie sonst Hülflos in die Arme ihrer Verfolger zurückgetrieben würden. Bebel behauptete, er habe persönlich vierzig Fälle von RussenauSweisungen untersucht; in einem dieser Fälle soll der betreffende Ausgewiesene ein Millio när, in einem anderen ein bedeutender GroßHolzhändler gewesen sein. Nach Bebel's Angaben sollen die Russen, -welche während der inneren Unruhen in ihrer Heimath auf deut schein Gebiete Schutz suchten, die Ge sammtsumme von rund S187,500.000 in deutschen Banken deponirt haben. (Diese Angabe dürfte, unserer Ansicht nach, von der Affoc. Presse nicht richtig übermittelt worden sein. Anm. der Redaction). Der stellvertretende Reichskanzler Graf PofadowSky Wehner verweigerte eine Beantwortung der Interpellation, ' in dem er ausführte, diese Angelegenheit ginge daS Reich nichts an; die Reichs Verfassung überließe vielmehr das Recht der Ausweisungen den Regie, rungen der individuellen Staaten. Denkmal für Eugen Richter. Berlin, 3. Mai. Die Mitglie der der freisinnigen Volkspartei wollen die Verdienste ihres am 10. März d. I. aus dem Leben geschiedenen Führers Eugen Richter durch Errichtung eines Denkmals ehren. . Der Ausschuß der Partei hat einen Aufruf erlassen, in welchem zur Zeichnung von Beiträgen für das geplante Denkmal aufgefordert wird. Des Kanzlers Geburt, tag. Berlin, 3. Mai. Kaiser Wll Helm übersandte heute dem Fürsten von Bülow anläßlich dessen 57. GeburtS tageS eine prachtvolle Porzelanvase und brachte dem sich sichtlich erholenden Kanzler im Laufe deS Nachmittags feine Glückwünsche persönlich dar. Auch die ganze offizielle und diplo matische Welt nahm die Gelegenheit wahr, dem Genesenden durch Uebersen dung herrlicher Blumenstöcke ihre Hoch schätzung zu zeigen. VorbeugungSmittel gegen Cholera. T h o r n. 3. Mai. Höhere Beamte der staatlichen Gesundbeitsbebörden Preußens und Rußlands traten heute hierselbft zu einer Besprechung der ge gen die Cholera zu treffenden Vor beugungSmaßregeln zusammen. Die preußischen Behörden hoffen, es werde ein Uebereinkommen getroffen, nach welchem die beiden Nachbarländer Hand in Hand gehen in der Bekämvwna der schrecklichen Seuche, ein Uebereinkom men, welches Rußland moralisch zwingt, auch seinerseits Schritte zu thun gegen die Ausbreitung der so ge fürchteten Krankheit. ' Im Vorjahre nämlich hatten die russischen Behörden dadurch, daß sie aus den QuarantSneftatkonen Abfall in die Weichsel warfen, wesentlich zur Verschleppung der Seuche beigetragen und in jeder Welse einen auffallenden Mangel an den nothwendigsten sanitären Vorkehrungen gezeigt. Ohne Zuthun von russischer Seite aus ist es jedoch unmöglich, eine Verschleppung der Cholera nach Preußen zu verhin dern. , Spanien. Mord in einer Kirche. M u r c i a , 3. Mai. Abbe Mo raleZ ermordete heute den Jesuitenpater Martinez in der Sakristei der Santo Domlngo Kirche und beging dann Selbstmord. Marotts. Nette Disziplin. Tanger, 3. Mai. In Fez war Abends eine Feuersbrunft auögebrochen, welche einen ganzen Stadttheil in Asche legte. Als der Plebs sich an'S Plün dem machte, wurden Truppen aufge boten, welche nach schwerem Kampfe daS Gefindel verjagten, aber sodann das Plündem selbst aufnahmen, wobei eS zu schmachvollen Scenen kam.

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I n'l n d T V l !1 I I i I r- C w-:-x-:-w-!-fH-H-:H:-:-:4 Kampf m i t Schlangen. Auf einer Farm in der Nähe von Burlington. Ja., hatten Arbeiter einen hartnäckigen Kampf mit Schlangen zu bestehen. In einem alten Brunnen wurden die Schlangen entdeckt, unter denen sich außer harmlosen auch sehr giftige Arten befanden; 16 Schlangen wurden getödtet, von welchen einige fünf Fuß lang waren. Es wurde keiner der Arbeiter gebissen. Auf wunderbare Weise gerettet wurde jüngst eine Frau Harry Lauterberg von Quincy, Jll.. bei einem Ausfluge nach den Alumen Nock-Fällen in Kalifornien. Infolge eines Fehltritts stürzte sie ab und rollte einen 150 Fuß'tiefen, durch steile Vorsprünge unterbrochenen Abhang hinab bis an einen kleinen Fluß, wo ein Fischer sie auffing und sie fo vor dem Ertrinken bewahrte. Seltsamer Weise erlitt Frau Lauterberg bei der langen Rutschpartie" nur unbedeutende Wunden. Wie durch Wunder gerettet. Unbekannt gebliebene Verbreche: haben jüngst zwischen Zuxd und Scaminon, Pa., den glücklicherweise erfolglos gebliebenen Versuch gemacht, den als Meteor" bekannten Passagierzug zwischen St. Louis und San Francisco zu vernichten. Die Schienen waren in der Länge von drei Fuß abgebrochen worden, doch wurde der Zug ungeachtet dessen infolge der rasenden Geschwindigkeit von 60 Meilen per Stunde ohne Unfall über die gefährliche Stelle weggebracht. Federschmuck verboten. Nach einem von der Legislatur angenommenen Gesetze müssen die Damen in Iowa- von nun an auf federgeschmückte Hüte verzichten, wenn sie sich nicht mit Federn von Wildgänsen und dergleichen begnügen wollen. Das neue Gesetz macht den Besitz von todten Vögeln in irgend einer Form oder auch den Besitz von Theilen eines todten Vogels, wie Haut oder Federn, strafbar. Ausgenommen sind nur solche Vögel, die unter die Gattung Federwild einzureihen sind. Das Gesetz sieht Geldund Freiheitsstrafen vor. Eine Zufluchtsstätte für Wölfe scheint die WichitaReservation in Oklahoma zu sein, welche auf Anregung des Präsidenten in einen Nationalpark umgewandelt werden soll. Diese vierbeinigen Näuder, zu denen sich noch die nicht minder blutgierigen Pumas gesellen, unternehmen von dort aus ihre nächtlichen Streifzüge und richten große Verheerungen unter den Heerden der Viehzüchter an. Letztere erklärten, daß wenn die Negierung nicht für die Ausrottung der Wölfe und Pumas sorge, die Viehzucht in der Umgegend der Re fervation unmöglich werden würde. Vergrub sein Vermög e n.' In der Nähe von Siegel. Minn., starb jüngst der Farmer Fred Kühn und hinterließ Grund und sonstiges Eigenthum im Schätzwerthe von 517.000. Der gerichtlich bestellte Nachlaßverwalter fand bei seiner Inventaraufnahme nur Eigenthum im Werth von $10,Q00, meist in Grundstücken und Vieh bestehend, vor. Man hatte bereits mehrere Male erfolglos die ganze Farm nach Geld durchsucht, als der Verwalter und August Schulz, ein Verwandter des Verstorbenen, bei einem Pflaumenbaume eine Erhöhung wahrnahmen. Sie gruben dort nach und fanden in einem Topfe $6815. theils in Gold, theils in Banknoten und sonstigen Werthpapieren. Freude verscheucht Wahnsinn. Durch das Geschwätz der Nachbarinnen um den Verstand gebracht, versuchte eine Frau Julia Towar in Clevcland. ., Selbstmord zu begehen, indem sie aus dem Fenster ihrer Wohnung sprang. Sie wurde leicht verletzt in's Hospital gebracht und sollte auf ihren Geisteszustand hin untersucht werden. Der Gatte der Frau ist ein Reisender, und da er seit einiger Zeit nichts von sich hören ließ, flüsterten die guten Nachbarinnen der Frau ein, daß ihr Gatte sie verlassen habe. Im Hospital erhielt sie nun einen Brief von ihrem Gatten zugestellt, und die Freude über die darin angekündigte baldige Ankunft verscheuchte die Wolke des Trübsinns, so daß Frau Tomar entlassen werden konnte. Ein seltsames Abenteuer erlebte kürzlich Nachts der Arbeiter John Renald auf dem Wege nach Nashwauk, Minn. Um den Wecz abzukürzen, hatte Renald die Straße verlassen und war querfeldein gegangen. Nachdem er eine kurze Strecke gegangen war, brach unter seinem Tritte ein morsches Brett und er fiel in ein Loch. Er streckte seine Arme aus und konnte sich am Ran-de der die Oesfnung bedeckenden Bretter festhalten. In dieser Lage blieb er die ganze Nacht über hängen. Als er schon nahezu vollkommen erschöpft war, hörte er auf dem nahen Wege einen' Wagen vorbeifahren. Er rief laut um Hilfe und seine Rufe wurden gehört. Man befreite ihn aus seiner unangenehmen Lage; eine Un tersuchung des Loches zeigte aber, daß die Gefahr nur eine vermeintliche geWesen, denn Renald hatte sich die ganze Zeit über mit seinen Füßen nur'roenige Zoll vom Grunde der Vertiefung be funden.

Schreckliche Straßens z e n e. Das große Unglück, welches durch die Vesuvkatastrophe über Jtalien hereingebrochen ist, hat auch in New Fort ein Opfer gefordert. Neulich versuchte der 31jährige Italiener Adolph Pastell!, dem der Kummer und M or"? um seine Eltern und Geschwister, welche am Abhang des Vesuvs ein bescheidenes Häuschen bewohnten, den Verstand geraubt, sich den Schädel auf offener Straße einzurennen. Pastelli stellte sich in der Mitte einer Straße auf, zog plötzlich den Kopf tief zwischen die Schultern und rannte vornübergebeugt, so schnell ihn seine Füße zu tragen vermochten, gegen das eiserne Geländer, welches ein Haus von der Straße abschließt. Mit dumpfem Krach erfolgte der Anprall, blutüberströmt sank der Unglückliche zu Boden, und im nächsten Moment erhob er sich schwankend, zum zweiten Mal stieß er seinen Kopf gegen das harte Metall und brach dann abermals zusammen. Eine ' Augenzeugin des schrecklichen Vorfalles holte einen Polizisten herbei, welcher den Mann in's Hospital schaffen ließ, wo die Aerzte tödtliche Verletzungen konstatirten. Merkwürdiges Selbstmordmotiv. In einem Hotel in Kanfas City, Mo., beging der 30 Jahre alte William H. Weaver Selbstmord. damit seine Frau den Mann heirathen könne, den sie liebt. Unter den Hotelgästen wurde die Ursache der vielen Selöstmorde erörtert und einer der Anwesenden erklärte, daß, soweit die Männer in Betracht kämen, in den meisten Fällen eine Frau die Ursache sei. Weaver gab seine Zustimmung zu erkennen, entfernte sich und verschluckte eine Dosis Gift, die seinen Tod verursachte. In einem Briefe, den er für seine in Dayton,' O., wohnende Frau hinterließ, sagte er: Du kannst George jetzt heirathen und hoffentlich wirst Du ihn besser behandeln, als mich. Zugleich wünsche ich. daß alle Deine Unterhaltungen, Tänze u. s. w. Dich nie erfreuen mögen." Farm mit Dynamit gef p i ck t. Als dieser Tage ein gewisser Ph. Schneider auf seiner Farm bei Hammond, . Jll.. pflügte, stieß der Pflug gegen mehrere Stangen Dynamit, die im Boden vergraben waren und explodirten. Beide Pferde wurden getödtet und Schneider wurde tödtlich verletzt. Der frühere Pächter .der Farm, der wegen Nichtbezahlung der Pacht hinausgesetzt wurde, soll damals geschworen haben, daß irgend Jemand, der die Farm betreten würde, getödtet werden würde. Seitdem Schneider die Farm übernommen, hatte er beinahe 200 Pfund Dynamit gefunden, das im Feld und in und bei den Gebäuden vergraben war. Die Scheune wurde vor Kurzem durch eine Explosion zerstört, und die Leiche des früheren Pächters John Thompson in den Trümmern gefunden. Des Nachbars Nache. In Camden. N. I., wurde dieser Tage ein Geschäftsmann Namens Mitchell Mann zu einer Geldbuße von $1 verurtheilt, weil er an einem Sonntag einen Nagel, der lose geworden war, in die Wand getrieben hatte. Sein Nachbar, Jasper Grant, hatte die Klage auf Grund der alten Bhtt Laws" gegen Mann erhoben. Als der Kadi den Beklagten frug, ob er den Nagel wirklich in die Wand getrieben, erklärte er, daß er dies in der That gethan habe. ohne jedoch anzunehmen, daß er damit ein Gesetz verletze. Er deutete an, daß Nachbar Grant lediglich mit ihm quitt werden wollte, weil' er denselben neulich zwang, ,ihm für einige Aepfel, die Grants Pferd von seinem Obststand genascht, Bezahlung' zu leisten. Familie ermordet aufgefunden. Spielende Knaben machten jüngst im Gebirgswalde unweit Bluefield, W. Va., eine grausige Entdeckung. Sie fanden die Leichen eines Mannes, einer Frau und eines kleinen Kindes. Allem Anschein nach war der Tod schon einige Monate eingetreten. Eine Schußwunde im Kopf des Mannes und der eingeschlagene Schädel der Frau und des Kindes ließen erkennen, daß ein Verbrechen vorliegt. Da ein Revolver nicht gefunden werden konnte, handelt es sich wahrscheinlich nicht um einen Doppelmord und Selbstmord des Mannes, sondern um einen dreifachen Mord. Entlassung der Lohn. Der 15jährige Glenn Clark in Port Huron, Mich., hatte einen Sonderzug der Grand Trunk-Bahn dadurch, vor einer Entgleisung bewahrt, daß er eine Weiche noch im letzten Moment, richtig stellte. Die Annahme einer Belohnung in Gestalt einer für ihn von den Passagieren des Zuges veranstalteten Sammlung hatte er abgelehnt. Jüngst ist er von der Bahn aus dem Dienste entlassen worden. Es scheint, daß dies deshalb geschehen ist. weil er nachträglich die Thatsache als solche zugegeben hat. Echte Dankbarkeit. Vor einigen Jahren rettete ein junger Mann Namens John Bremer in Des Moines, Ja., den reichen Holzhändler Wird Bliß vom Tode des Ertrinkens. In letzter Zeit war Bremer unverschuldet in eine bedrängte Lage gekommen, und als Bliß hiervon Kenntniß erhielt, machte er seinem Retter den Vorschlag, ihn. behufs Sicherstellung seiner Zukunft, zum Ingenieur ausbilden zu lassen. Das freundliche Anerbieten wurde von Bremer mit Dank accepiiri.

Aerzte.

Dr. LEO HERBERT Wiener Arzt. Haut-, Geschlechts u. Nervenkrankheiten 120 Oft Cio Straße ter Floor. Neu, Tel. 449. Svrechftunden, 11, 24. 7 S Sb.end. Dr. Paul F. Martin, Vraktischer Arzt nd Chirurg. Sprechstunden: ii.oo-i2.3a 2.20 4.00 täglich Sonntag: Auf Verabredung. Wklloughby Gebäude,' 221 Nord Merlllan traße. Tel., Main 4414'. Wohnung: 1205 Nord New Jersey Str. Telephon: Mala Sög; New 8862. ör. j. A. Sntciiffo, Wund. Arzt, Hkjchlechts., Urin, undecinm Arankheiten. Okgce : 155 OK senket Tu. Tel. 541 fft,,: ia udr.: i4 eh. Dr. Carl Q. Winter Deutscher Arzt. handelt alle akute und chronische Arankheite. Sveziell Rheumatismus, Rectum und Frauenkrankheiten. Gfsice : 14 weft Ohio Straße. Office.Stundm : 1011 Vm. 34 Nm. Sonntags : 9.3010.30 Vm. Tel. neu 45. Wohnung: 1250Madlssu Avenne Telephone : Alt, 2025. Neu, 9282. Wm. Stocif ler Sedeepa. No. 202 Nord Noble Strahl NeeS Telephon 2001. ZessersonHotel 101-105 Ost Süd Str. Neuer Trlephon'4tS7. Zimmer $1.25 5t8 $1.75 pro Woöe. Europäischer Plan. Vollständig neu umgebaut und renovirt In Verbindung mit dem neuen Hotel habe eine hübsche Hälle, die ich zu e:nem sehe mäßigen Preise an Logen und GeseUschaft vermiethen erde. . FKED. ESCOTT, Älxr. PeniisylvaiiiaLines Ercursion Sonntag, 6. Zslax. SI.50 wrenncs S(50 Erste Exkursion der Saison.' bfahrt von Jndiavapoli um7.L0llhrorgenk. Abfahrt vo vincenue um &.40 Uhr Nachm. o. h. & r. Sonntag, 6. Mai. $2.0ß Rundsahrt $2.00 $1.25 Hamilton, $1.00 Rushville und ConnerSville. Spezialzua verläßt Indianapolis um 7 Uhr Morgen; Retoursahrt von incinnatium 6.3 Uhr AbendS. LAKE ERIE & WESTERII g. R, . ..Fahrzeit der Züge.. . bfahrt nkua koledo. hagg und ttihigan Urrreß? 7.1 na. loleoo. Detroit und Chicago trn......lS.l0 f &t 1Bt$la.ax (tfh, Muneie tt.8af aurttcCpLt 70 tlU . toaltä Coirataal. anlgenomutt Züge ersten Ranges Schnelle Zeit! Zu bequemen Stunden ! 14 üge zwischen Indianapolis und incinnati. IQ Züge zwischen Indianapolis und IL. D, )ayton. 6 6 4 Züge zwischen Indianapolis und Toledo und Detroit. Züge zwischen Indianapolis und Decatur, Illinois. Züge zwischen Indianapolis uns Spnngsield, Illinois. ' Varlor WagaonZ an äffen Staat, uub 64laf. nrnaaonl aa allen Rachr-Zögen. Indianapolis Offlee': Union Bahnhof und S.Nord Illinois St. R. P. Ngeo. D. P. A.

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