Indiana Tribüne, Volume 29, Number 213, Indianapolis, Marion County, 2 May 1906 — Page 7

Jndiana Tribüne, 2. Mai 1906.

er jüngste Bruder

Sozialer Rinan vsn Ernü Wichert.. (ZZortsetzuns.) Arnold widersprach wenigstens nicht. Siegfried kam ihm vor wie eine große Kreuzspinne, die ihn in ihr Netz gelockt hatte und nun mit ihren Fäden um. wickelte. Es war kein Entrinnen mehr. Frau Mathilde suchte ihn für die christliche Herberge zu gewinnen, eine segensreiche Schöpfung der inneren Mission. Dotthin seien jugendliche Arbeiter zu weisen, die nicht in der Familie den sittlichen Halt fänden. Sie lud ihn zu einer Bersammlung ein, in der ein berühmter kciseprcdiger sprechen sollte. Der Mann .hat große Er-fahrungcn.-versicherte sie, er wird Ihnen vieles in ganz neuem Lichte $tl gen. Und schon dcZ guten Bcisptclö

wegctt dürfen Sie nicht fehlen, gerade chen, ic Hasenfuß! Ich sage, daß er Sie nicht. Sie werden sich überzeugen, sich Hoffnung macht. Du könntest ihn daß das Vorurthcil gegen unsere Ä- zu Gnaden annehmen, wenn er Dir

Iireoiingcn ganz ungcrcajijerngi uno ncrnc .yanö anooic." dann hoffentlich selbst eifrig für sie agi- AI, !" rief Ulrike, anscheinend

tiren.- sehr erschreckt, trat ein paar Schritte

Das glaubte er nicht, aber es lehne zurua und stützte nch aus chic tuhl-

ilim der Ml lz. eö aerade -heraus;u,a- lehn:

aen. Meine Cousine Ulrike interessirt .Das heißt " wendete Arnold ein.

sich auch sehr für die Arbeiterfrage." Die Bescheidenheit hindert ihn, es

fuhr die gnädige Frau fort. .Sie ge- Dir zu sagen,- nahm dieRüthin wieder

hört zu den jungen Damen, die abwech- das dort. Und m der That, jelue

lehid in der Küche der Herberge cic Hoffnung ist vielleicht allzu kühn

Aunicht fiilirni. Ueberbaupt in letzter mh " hauchte das raulem.

Zeit ..." Sie lächelte so eigen bedeu- Aber da ich doch gemerkt zu haben tunaLvoll. glaube, daß Du meinem chwager nicht

Arnold verhielt sich still. ganz abgeneigt bist, hielt ich es nicht für

Ich glaube. tit it Ihre nähere zuläzg, ihn sofort abzuwelken, und

Bekanntichalt aemacht hat. lieber uberlane ir die ntlcheldunq. Aller

Schwagcr. wendet sie diesen Dingen diugs i!t er nur ein Handwerker

eine größere Aufmerksamkeit zu. als Das würde mich am wenigsten hin

früher. Die persönliche Theilnahme ist dem," warf das Fräulein rasch .ein.

in dicfcm Fall sehr begreiflich, finde iä'. Sollte Herr Verkcn sich nicht aber in Nicht wahr?" seinem O'cfühl täuschen? Allerdings

Er murmelte rtwas Unverständliches hat es mir mitunter 10 gcjchtaicn.

in den Bart. Mein Gott, ich bin ganz verwirrt. Ist

Sie rückte näher. Ich erfahre ja es denn wirklich Ihr ernstlicher wille

von arah, daß Sie sich mit gewissen So sprechen le doch," wendete die Hoffnungen tragen." Näthin fich zu Arnold. Sie merken

halbe Stunde, so erschien das Fräulein, ehe noch Friederike zurückgekehrt war, und wurde von ihrer Cousine sofort in den Salon geführt, in dem sie sich so lange mit Arnold unterhalten hatte. Tu siehst mich in großer Aufregung." lispelte Ulrike. Deine geheimuißvollen Andentnugen Was gibt'S denn so eilig?" Sie begrüßte Arnold mit einem etwas scheuen Kopfnicken. Frau Mathilde schloß die Thür nach dem Eßzimmer, in dem sich die 5!indcr befanden. Denke Dir nur, liebste." sagte sie lachend, soeben hat mir mein Schwager Arnold gestanden " Aber das ist doch " unterbrach er in große? Beklemmung. Das ist die Wahrheit, und sie muß an den Tag, je eher, je lieber. Denke Dir, er hat mir zu gestehen gewagt, daß er Dich sehr verehrt "

Das freilich ia wohl. Und daß er sich Hoffnung macht" Aber, Frau Schwägerin !"

0 lauen ie mich doch ausipre- " .- r. . c - .

Oh ! das heißt

Es war fogar von bestimmten Absichten die Rede." Er wurde sehr verlegen. Ja, sie sprach davon Ich wundere mich nur. lieber Ar-

wohl, daß es für Sie. keine große Gcfahr hat. Ulrike scheint Ihnen nicht

abgeneigt zu sein."

xxaa soll ich zagen ?" murmelte

er in peinlichster Verlegenheit. Er konnte

sich in diesem Augenblick ein Verlöbniß

nold, daß Sie sich mir nicht anvertraut mit dem Fräulein noch weniger möglich haben. Ich war doch so qcwisscrma- denken, als je zuvor.

ßen die nächste, die es anging Ulrike Was Sie sagen sollen !" rief lachend selbstverständlich ausgenommen." die Schwägerin. Nein, cr ist auch gar , t " 1 ., . Lt I 1lf'. s-i V.o' k . .i .

)ü, rcenn ia) tjairc vcrrnuiijeii lon- zu ungclHicil : uinic l)lll vao vcic

neu " mecht. eine lebeserUarung zu erwarten, Mein Himmel, ich muß bekennen, und Sie fragen, was ie sagen sollen.

daß ich im ersten Augenblick ein wenig Dasselbe, was Sie mir gesagt haben." stutzte. Ulrike ist eine seingebildete, in Jawohl, das das habe ich gesagt, der Gesellschaft wohlanaesehene Dame.. Wenn Fräulein Ulrike "

und Z'xz Nun, Sie werden mir'S Nun also : Fassen Sie sich doch ein

ja nicht übel nehmen, lieber Schwager, Herz." es fehlt Ihnen noch so manches, was Tu darfst ihn nicht drängen," flü

ein Mädchen dieser Art sonst voraus- stette Ulrike. Wenn irgend ein Zwei setzt. Aber bei ruhiger Ueberlegung scl Welche sonderbare Situation!'

kann ick dock nickt in Abrede stellen, daß Sie lcatc die Hand aus die Brust und

die Partie auö vielen Gründen gar nickt blickte zur Stubcndcckc auf.

so von der Hand zu weifen ist. ' Und Mein liebes Fräulein " stotterte

auch Ulrike scheint Sie haben sich Arnold, ic können sich wohl den

ihr wobl gar schon erklärt i" kcn.

Er fuhr ganz erschreckt aus. Ach Weiter, weiter!" meinte die Näthin.

nein! wie foltte ich . . .?" da cr wieder stockte. Halten wir uns

Wenn auch nicht mit klaren Wor- dock an die praktischen Gesichtspunkte, ten aber Ihr ganzes Benehmen. Sollten beide Theile finden, daß ihre verrieth sicher den Wunsch, verstanden zu Verbindung heilsam wäre " Sie werden. Und wir Frauen haben dafür faßte ihres Schwagers Arm und zog ein fo feines Gefühl! Ein Blick, eine ihn zu Ulrike. Das war doch Ihre

i'insteiitiiHsl neniiar. . . . MCflcrncms mui; 1 frimirm v

" u " . . " 1 " y

Ulrike erwarten, daß Sie sich erklären,

dan Sie nck utir bald erklären

.Meinen ie? Ja. ia. es kann

sein -"

Nun trumpste sie. Ick konnte sonst

Ja wohl gewiß ! Wenn das Fräu-

lern sich entichlienen konnte '

Da horst Du'S-nun. Aus Deinen

Entschluß kommt eS an. Ich will gar

nicht zureden bewahre ! Die Ber-

unter allen Umständen diese Begegnn- Hältnisse sind wirklich nicht ganz normal. mtt1m itt Mlrflf srtW("lt Slts. 1 ( C AaUÄ. AMMt!rrA A.sakl tA

Ulil Ul UlliMlu aiib luuyu vm- UU1UU tllll U v 1U 1 1 1 w wlUWl llUllt ÜU

den. ;u. urf) ;n niaen und alcickmin verlieb

.Aber, Frau Schwägerin, ich habe zunehmen. Aber die Grundlagen einer

doch nichts " christlichen Ehe

,N:i. nein ! ES wäre unverant- Wenn 'ic mir nur wlrkllck von

wortlich von mir. wenn ich die Dinge so Herzen zuneigen," fiel Ulrike ein, indem

1 . - r . t I r- t Cil . r L. . . i - w

aeiicii licce. ock musz venimmr wien. )ie 11a) zu rnoio wanore uno einen nt .-i . ai(."i.i ... I u i t. . osr:- ...c : c... 1. .u :r.

00 es v)lirc cniiic aoiiaji uiciiici 1 juiiuujtu -cuiu uu luijt iit,

Cousine Ihre Hand anzubieten. daS andere hat wenig zu bedeuten."

v-r . . - r f . - l l . 0- , , r

,v)crr V2)0ii, ;a r ricy cr, 111 et: enge ur victaic? cia)i rjaiic ,arve oc

aetneben. Ich kann'S ia rncht lcug- kommen, das Auge glänzte lcdhatt, die

iYittrn hlirhit nrntmrt irth ntr!

tyvvii vtivvvu uvv ituii s iv I l vtvi

i

uen " Aber warum zögern Sie denn Wcßlialb sprechen Sie nicht?"

Sprechen! Wie soll ich daö an. fangen ? Das Fräulein ist so .... Ich

könnt'S wirklich nicht herauSbrlngcn.

jugendlicher aus als sonst ; ihre Schön

hcit hatte jetzt wirklich etwas Bcrführc-

rlichcs sur Ltrnolo.. Er wurde murmcr

und streckte ihr die Hand cntacacn.

.Da können Sie aam rnfnn fern liebes

:e tackelte, ocn öcops n:lgcno. n raulcin. sagte cr mit varmc. 0

dicfcr Schwebe kann die Sache doch nicht wie es gesagt war, wußte er, daß cr die bleiben. Ich sehe schon, daß man Unwahrheit gesagt halte. Aber schon Ihnen helfen muß, zu ihrem Glück zu fühlte er ihre llci.ic,. weiche Hand in der - CV'-s I. A ? "." ' , ' t .

kommen. Folien ic mir oumaaji mcincn. uinc so iicuic, wetaze .panoi eben, für Sie zu handeln?" Und die seinen Fingerchen zuckten c

Gewiß ! Wenn Sie so gütig sein war ein prickelnder Neiz, der ihm die

roollen Ich tann. mir's nur gar Muskelu zusammenzog. Tu kaunit

nicht denken, wie das nachher " sie haben, dackte er, greis' zu sei nickt Aber das findet sich ja. Ich kann blöde! Jetzt ist'S zu fpät zurückzutreten. Ihnen natürlich im BorauS keine Zu- Und warum auch? Das giug ihm ficherung geben. Ulrike hat sich nicht blitzschnell durch den tfops. Er drückte geäußert. Aber vielleicht, wenn sie er- ihre Hand und trat einen schritt näher.

sährt. daß ich nicht gerade gegen diese wie von ihr gezogen. Und im nächsten Partie bin Man muß ja deu Um- Augenblick er wußte nicht, wie.eS geständen Rechnung tragen. Wir wollen schah und cS kam ihm schr wunderlich also fclicn." vor hatte er das Fräulein in seinen

Sie reickte ihm die Hand und cr Armen.

küßte sie mit heißen Lippen. Cö war ES hat also so sein sollen," sagte ihm schr schwül ;u Muth. Er hatte Frau Mathilde gerührt. Gott gebe cS ausgegeben, fetnen Lcbcnskahn nock Euch seinen Segen." Sie küßte Ulrike selbst zu steuern, und jetzt wurden die und schüttelte Arnold die Hand. Nun ' Sezel vor den Wind gestellt, seine Be habe ich für Euch Beide die besten Hoffwcgung in der Richtung zu beschlcuni- nungen." gen, der er ihn am liebsten abgekehrt Wenn es Sie nur recht glücklich t. 'zu - 7.p vm ftstff m 11 tt t tnrtrfif " fsltltTf soräitlott Cli4 ia.

IjUllt. UV IUUI JlUllUy IU41 UiCil bUil3 I 4'u VUV (JlUUlkltl, jiu einerlei : man versügte über ihn. und der an ihn lehnend.

er mußte stillhalten. .Aber lch uabc rn alle Uriacke." ant

Die Geheime Näthin glaubte sich wertete cr gefällig. Wenn Sie nur

verpflichtet, von der gegebenen ibofc ebenso Ick wnudcre irnch, dag macht sogleich Gebrauch zu ' macheu. Ihnen ein Tischler gut genug ist. Wie Sie schrieb auf eine Karte einige Worte, ich bin. und wie Sie sind Na. Sie

schloß sie in ein Eouvert ein und gab müssen a wissen, was Sie thun. Mir ! . r M. 4. r m f . - - -

Friedenke oen riuslrag, oa vmzi ir scon rcai. eiliast in der Wohnung des Fräuleins Sie sah ihn zärtlich an. .Ach

Ulrike abzugeben. Sie könne die Pferde, wenn man liebt ! Sie müssen eö doch

babn benutzen. - chon laug t aemettt haben

Es dauerte denn mch nur knapp eine i Still! Keine voreiligen Geständ

nisse," unterbrach die Nathin. Ar-; nold hat wirklich den besten Grund, aus ; diese Eroberung stolz zu sein. Er be-1 kommt eine Frau, wie er sie sich nicht geträumt haben wird. Und Du nun. ich hoffe. Du wirst einen Mann auö

ihm machen, der Deiner werth t. Ich

iclic lhu aus gutem Wege, sich in ine

Höhe zu bringen. Behandeln wir übn- .... c V1"- . f . - ' i , Q , ?

geuo oie ngeiegeniieil vonausig als ein

amilleugehelmuliz. Die Geiellschast

muß erst vorbereitet werden Es ist

Zeit genug, wenn sie kurz vor der Hoch

zeit ersahrt, was lm Werke ljt.

.wtemetwegen mag es alle Welt wn-

sen " rief Ulrike mit ungewöhnlicher

Lebhaftigkeit.

DaS geuel ihm. Er dankte ihr'S mit

einem freundlichen Blick, vielleicht dem ersten, der eine herzlichere Betheiligung

aussprach. war wirklich eme hübsche Person! ' Die schlanke Figur, und die großen Augen Dounerwetter! er

hätte ja blind sein müssen DaS

ist hübsch von Ihnen, lubeS kMuleln,"

sagte er. und druckte ihre Haud, die er nun in der seinen behielt. ES geht ja

aber eigentlich keinen etwas an." lenkte

er dann doch wieder ein, als allenfalls Ewald und die Schwägerin Ja, die werden eö wissen müssen."

Natürlich," meinte die Nathin. Auch Herr Hirsche! und seine Frau

dürfen nicht Übergängen werden. Hier

im Haufe muß man vorsichtig sein. Die

Binder "

,Ia. und Friederike !" ES fuhr

ihm so heraus. Er wurde plötzlich feuerroth. Die Näthin zuckte leicht die

Achseln und lächelte. Dle zahlt nun wohl nicht mit."

.Die zählt nicht mlt ." wiederholte er

mechanisch. ES war ihm ganz dunkel vor den Augen geworden. Der Geheime ökäth kam von einem kurzen Geschäftsgänge zurück; die große

Neuigkeit wurde ihm lorcit mitgetheilt.

Er gratulirte sehr befriedigt. Stelle

uns ctnc Flasche Wein aus den zid),

liebe Mathilde," bat er.

Das geschah. Arnold und Ulrike

saßen nebeneinander. Wenn ftc ihm etwas reichte, berührten sich ihre chultern. Sie aß sehr wenig und sorgte nur für ihn. ES wurde anaestoßen

wir wisse schon worauf," sagte der

Rath, dem seine. Frau einen Wink gegeben hatte also auSgetruuken !"

Äuch Ulnke mnßte austnuken. obgleich

sie versicherte, der Wein steige ihr in den Kopf und sie meine es auch ohnedies

gut.

Warum mus; die Tante austnn-

ken?" fragte die kleine Wanda.

Ulrike lächelte verschämt. DaS gehört sich so." antwortete

Arnold, der sich wieder sein GlaS hatte füllen lassen'. Wenn der eine anstrinkt, muß der andere auch austrinken

- sonst bekommt'S lhmnlcht. Ha. ha.

ha!" Er stieß an das Glas seiner

Nachbarin.

Wanda sah verwundert zu Beiden

hinüber, ie kamen ihr heut so son

derbar vor.

Friederike wartete bei Tisch aus. Sie

war sehr ungeschickt nnd wurde ein

paar Mal von der gnädigen Frau aus-

gescholten. Arnold zweiselte gar nicht.

dau ste gleich alles errathen hatte. Eo

peinigte ihn Anfangs sehr, nnd er ver-

mied es, s:e anzniehen. Aber sie hat

;a doch selbst schuld, überlegte er bei

sich. -Wenn sie gewollt hätte ! Er brachte sich gewaltsam in eine lustige Stimmung. Die Schwägerin hat Recht: die zählt nicht uiu Einmal

strafte sie doch ein scheuer Blick, eben

als Ulrike sich wieder an ihn aclclnit

hatte. Ihr glühten-die Wangen wie

abgezirkelt, während die Stirn ganz weiß war und eine Falte zog. Um den

'cnnd glaubte er anen spöttischen Zug zu bemerken. Er sah nicht wieder hin. Sie, hatte dann die Kinder zu Bett

zn vrlttgen und kam Nicht wieder zum

orjcneln. Erst als die astc sörtgin

gen, wurde sie gerusen. um über die

Treppe zu leuchten, le mußte ihnen

das Geleit bis zur Hausthür geben, die

schon geschlossen war, und stand mit

der Vampc in der linken Hand halb hinter dem geöffneten Thürflügel, sic auö-

zulassen. Ulrike war iu ungewöhnlich

heiterer Stimmung und summte beim

'Vlnabsteigen die Melodie eines necki

sehen LicbcSlicdcs, daß sie vorhin am

Klavier ac rnngen nanc. Mite Nackt.

Friederike." rief sie voranschrcitend im

muntersten Ton. ES war, als ob sie

scuzen wollte : diesmal geh' ich andere

sort. alS lch kam.

Gute Nacht. Fräulein," antwortete

Friederuc ganz glcichgiltig.

Arnold suhlte sich gekniffen. Er

wollte mit gesenktem Kopf vorbeigehen.

Als ihm aber das Lampenlicht -scharf a j.i r' T J .

lns UKjiaji siel, iqjrcaic er 0001 au

und blickte razch zur eite. Gute

'Nacht, tlel-chen." sagte er leiie. indem

er zugleich ihre Hand haschte und

drückte.

ie machte uck unwillig loS. DaS

fehlt noch !" rief sie so laut, daß Ulrike den Kopf zurückwendete. Er trat schon

auf die Straße hinaus und die Thür

schlon sich laut. Arnold hatte das Fräulein anch fons schon nach Hause begleitet. Frau Ma

thilde machte ihm das znr Pflicht. Anck diesmal hielt er sich in einem gewissen

Ab tanoc. euic dicoanten waren im

Fricdttike.bcschästigt. die ihm so offen bar zürnte, weil cr ihren Rath nicht bc

folgt hatte. Als ob er in der Lage gc wcfcn wäre. ,zn thun, was ihm ael'icl

Aber eine rechte Verrücktheit mochte es trotzdem gewesen, sein. 'Natürlich

eine rechte Verrücktheit. 'Nun

kounte ja einmal auch eine rechte Vcr

rucktheit begehen. Wen kümmerte

das?

.Sie sind ja so still," sagte Ulrike nach . . orn r 1 1 ... '

einer Wene, sicy tnm naycrno.

Er hob das Kinn. Ich? Ach

so!'. Jawohl....

Wissen Sie, daß' Sie beute eiaent

lich die BerpflichMüg haben, mir der

nvm anzuoieien c

Den Arm? Ja wobl. Ent-

schuldigen Sie. liebes Fräulein " Er

reichte ihr den Arm.

cie hing sich daran. Aber warum

nennen kein mich noch immer liebes brausn,,

" "

.Ja. wie soll ich den.i ?" Sie kennen doch meinen 'Namen." Ulrike " Sehen Sie ? Das klinat viel büb.

scher. Ich nenne ie auch Arnold. Sie erlauben das doch?"

natürlich. Ueberhaupt...." Was meinen Sie?" Man kommt nicht so rasch hinein." Aber wenn man nur den guten Wil en hat Den haben Sie doch ?" N es wird ja schon gehn." Zweifeln Sie daran nicht, lieber Ar-

nold. Was wenigstens an mir lieat. . .

Ich intcreffirtc mich für Sie wirklich

scuon lange, bevor meine Eousine" sie unterbrach sich plötzlich und hüstelte den Schluß x'es atzeS fort. Einige

ujiui'. ging sie sa)ivclgeno. jönn r '1 (.11. . T , - r

uyuc er einen rncr lyres virms. .Ich denke, es ist am besten, wir spre-

ckcn uns ganz offen ans."

Ja, gewissermaßen " Nicht wahr, man hat auf Sie cinae-

wirkt ? Auö cigcucm Antriebe hätten - , st , .- .

ie mir nm)t sm .pmio angeboten." Aber, liebes Fräulein " agen ic's nur gan; aufrichtia.

Ich weiß es auch ohnedem. Ihre Vcr-

wandten haben Ihnen daS so plan-Z-ii . a. 1 ... 7" C .

liin-i ijtuiuuji. ic muszien am enoe vohl "

Diese Offenheit. Er warf ihr einen Seitenblick zu, ob sie ihn etwa zum

'Narren halte. Aber sie wich ihm nicht

aus. .Glauben Sie nur nickt, dan ick

rgendwic bei diesem Komplott bethciligt

bin," fuhr sie fort. Meine Eoufine Es war lein Zufall, daß meine

Wünfche den ihrigen entgegenkamen.

ic aver es rann sein, oasz im Jl)ctt eigentlich recht zuwider war." fC .. Z"1-4L- - ' L t . W

ur sumre zu einer irasilgcn .'ivwcyr ein Bedürfniß und sagte, nur: Zu-

wider gerade "

Jedenfalls nicht sympathisch. Und

das bin ich Ihnen vielleicht auch jetzt

noch .nicht. Ich weiß nicht, weshalb-ich mich trotzdem darüber freue, daß Sie

ich gebunden haben, lieber Arnold. Ich

boffc. mir Ihr Vertrauen gewinnen im rönnen. Unter emer nothwendigen Vor

ausfctzung freilich : daß Sie nicht cnt-

schlössen sind, cs mir unter allen Um-

standen zu versagen. Ware das es

würde mich sehr betrüben, aber ich müßte

Ihnen doch dankbar sein, das; Sie mir's

ossen heraus sagten. Ich konnte Ihnen dann jetzt noch helfen, indem ich erklärte, daß ich mich anders besonnen hätte. Das dürfte man Ihnen nicht zum Vorwurf machen Ihnen nicht. Und was

man von mir dachte es ist glcichgiltig." Sie wendete die Hand, die sie

auf seinen Arm gelegt hatte, mit der Fläche nach außen, schob sie ein wenig vor und hielt sie ihm so hin. Er konnte nicht gut anders, als sie mit seiner Lin

ken zu sasscn und zum Dank für ihr hochherziges Anerbieten zu drücken. Er ließ sie dann nicht wieder sogleich los.

vielleicht weil die feinen Fingerchen so rri- -: .....

eigen nervös zuaicn. ic luugcu tuen unter einer Gaslaterne hin. Ulrike beugte sich vor und sah ihm in'6

(Besicht, als wollte sie sich über den Eindruck ihrer Worte vergewissern. Auch er blickte unwillkürlich zur Seite und fand, daß ihr daö Hütchen mit dem Halbschlcier sehr gut ließ. Sagen Sie

mir nun ganz ansrunitg, ueocr nrnoio, fuhr sie fort, steht cS so mit Ihnen? Geben Sie nur einem lästigen Zwang nach, oder glauben Sie mich lieb acwiu-

nen zu können? Und wollen Sie sich ganz ehrlich darum bemühen ? Schonen Sie mich nur nicht." Ausrichtig! Meinte sie daö din aufrichtig? ES klang so aber sie verstellte sich gewiß nur. Wie sie sich an ihn schmiegte und auf ihn stützte und seine Hand drückte Da brauchen

Sie nichts zn fürchten," antwortete cr zuversichtlich. In diesem Augenblick meinte cr'S auch so. ES konnte ja wirklich mit der Zeit noch alles in die rechte Ordnung kommen. Darauf war doch c-.uch nicht gerechnet, daß ihm daS Fränlein eine so warme Neigung entgegenbringen würde! Nein, wirklich" wiederholte cr, da brauchen Sie nichts zn fürchten. Wenn ich einmal mein

Wort gegeben habe Aber hier ist die

altcttclle der 1)ierdebatin. sollen

sie nicht einsteigen?"

Ich dackte...." flüsterte sie. das

Wetter ist so schön, und wenn Ihnen

der Weg nicht zu weit wäre Ach. mir aewiß nicht." versicherte cr,

ich mcintc nur Ganz wie ie

wollen."

Wir haben einander noch so viel zu

sagen. Nicht wahr?" Ja wohl " Sie gingen vorüber. (Fortsetzung folgt.)

S t e i n a 11 i D r ü f t XL Man

schreibe mit Tinte auf das Geschirr. Behält dasselbe, wenn es abgewaschen und gegen das Licht gehalten wird, violette Flecke, so ist das ein Zeichen, daß der Bleigehalt der Glasur, welcher der Gesundkeit sekr schädlich, sehr stark

und sehr hervortretend ist. Man kaufe

also solches Steingut nicht. K a r t 0 f f e l s u p v e m i

saurem N a b m. Rohe, geschälte

Kartoffeln schneide man in runde Scheiben, gebe Suppengrün hinein und koche in Fleischbrühe oder Wasser alles . :jc f.' r v vi. rmY rr Arr

weillz. Hieraus wiro ine yjiunc yui Jen. durck ein Sieb aetrieben und sovie

Brühe daran gegossen, bis die Suppe ibre ricktie Dicke erkalten bat. Dann

muß sie noch einige Male aufkochen. er"- l! . ny.Jr lt... s t s

yuc orei Personen iquc uuuu tiu iyui des Vint sauren Rahm, das Gelbe von

einem Ei in eine Schüssel, rühre dieses

recht schaumig und gietze oie loeyenoe

isuppe daran.

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Peo?ia Division östlich

Colnrnbns Srpreß tägl.. 6 00vrn Lynn Aeeorn 10 Ohio Special tägl... 2 50Nrn ColurnbuS Expreß tSgl.. ..11

Lynn Aeeorn . . .... 0 155n ColurnbuS Expreß tägl 12

SVV 85B 355! 08R

00L 30V 00NU

pittsbnrgh, Cincinnati, Chicago & SU Conis R'f. Indianapolis Division. Mgang Ankunft

PittSburg Special, tägl s 8 35Brn St LouiS Spezial tSgl....-l 45Vm

ColurnbuS Aeeorn tägl. 7 3vVrn St LouiS Lim täglich s d d. . 6 55?

New Sork Expreß täg d, 8 lOBm Capital Expreß täglich sä.. . 7 00$

Kehftone Expre) tägl d&8. S 05A Chic St L Expreß tgl d s.12 ION Atlantik Expreß täglich 5 OONm Indianapolis Aeeom. . 12 409cm N L Lim täglich s 6 7 ION St Louis Exbr tägl d k 1. . 3 OLN PittSburg Expreß, tägl d. 7 20N Nimmt keine Passagiere tgl- 05K Pittsburg Spcl tägl 8 d.. . .11 80Nrn Indianapolis Acc, täg 11 15N

Chicago D i v i s i c n.

Cbieago Special, tglpb 1185Vrn Logansport Spezialzug, tägl 7 25Nrn Lon & Chi F Sxpr täglich 11 50Nm

SouiSvill

Southern Expreß tägl 8 35Vm PittS & 2on 8 8 tägl 7 20vm Mad Aee nur Sonnt 7 30Vm LoniSd & Madissn 3cto 8 20v Cbieago ZeLongL täglich p d S 55?m

Madison Aeeorn tägl... .. S 55Nm

LouiSbille Aeeom tägl. 7 109kn

Southern Sxpr täglich . . . . 8 lÜVm Indplö Mitternacht Sp täg s 6 OONrn. LouiSv Spezialzug tägl p d 8 40R

e Division.

LouiSV & Madison Act tägl 10 10? Chie F 8 tägl p d... . ..... .11 3053 LoniSville u. Madison Are., ö 405to 8ouiöv & PittSb g 3 täglich 7 OOR Madison Aeeornrn SonntagS 8 15va Lon &, ChiF Cxpr. täglich, 11.20Rcht

SIlncinnatt, Hamilton Sc Dayton R. R.

Cincinnati Division. .

Cincinnati Lest täglich , ftaft Mail täglich 1

v - - - :

Abgang Anfrc; 452ßrn Cincinnati Veftibule täglich 2 388 8 05 Fast Mail täglich .. S 36V

Cmc, Toledo, Det Cxp p...lX4Wöm Cine & Chic Exp taglich p.ll 4659m Cincinnati k Dayt'y Sxpr p 8 00Nm Cimianati VeK täglich dp! 26Rm Cin Diytan Lim tägl d p 6 ftOftrn Cine IndplS Aeeorn p.. 7 c5m Cin & Detroit Expreß täglich 6 30R Cine Spgsild Dec Sxtg lo 45m . Springsitld (Jll.) Division. Springfield Mail & Expreß 7 005m Cw.KSvringfield Ex. s tügl. 4 00V Chicago Expreß p .......11 SOVm DecaturAccom 103523m Decatur Accom .. 38051 Sincinnati Expreß p . 2 50Nm Cin.ckSprwgficld Ex. tögl.l'yONrn Springfield Mail & Expreß 4 50Nrn .. f : ' Chicago, Indianapolis K Lonisville Ry. (Monon Ronte.) Waang Anknsi Chie Night Expreß tägl U... 2 430 Cincinnati Veft tägl ...... . 4 12V gak Mall täglich s.. 7 VOvm FaS Mail täglich u .. 7 6051 Chi Sxpreß, nur Oonnpd..l1 LOVm Nonon Aee, 10 Qila ÖT.h; k Mich City Veft dp.. 3 S5N Cincinnati Veft täglich d p. 4 525t Monon Aee,. . . . . . . 4 VON Sia C.H. & V. Ny., (Weft) üb Roachdale. Cbieago Expreß p...... .11 50-n Cincinnati S7v-zßp.. 2 505? 3 n d i a n'a y ott S d S 0 u t h e r n R d. Temporärer Bahnhof : öiiconsin Straße und Senate Ave. . - 3ndianapoliS-Bloomington.,'7 Wn Bsoomington-IndianapoliS. 6 30Nm

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